Großonkel werden

Liebe Sprachspieler,

da mir dies in diesem Monat zweimal widerfährt, sodass ich es nunmehr drei Mal bin, geht mir die sprachliche Seite dieses Vorgangs grad durch den Kopf.

Nichte und Neffe machen mich zum Großonkel. Daraus habe ich das Verb „großonkeln“ gebildet.

Nun ist mir aber unklar, wie die anderen Formen, vor allem das Partizip II. zu bilden wären.

Ist es ein trennbares Verb oder ein untrennbares?

Nichte und Neffe großonkeln mich. Oder: Sie onkeln mich groß.

Nichte und Neffe großonkelten mich. Oder: Sie onkelten mich groß.

Sie haben mich gegroßonkelt. Oder: Sie haben mich großgeonkelt.

Mir klingt die untrennbare Variante „besser“.

In Anlehnung an „großtun“ und „großziehen“.

Es gibt aber auch das Paradigma „großschreiben“.

Und dann noch „kleinkriegen“ und - nach der alten Regelung - „kleinmachen, kleinreden“.

Beiseite gesprochen: Sch… halbherige Reform!

Was haltet ihr für die angemessenere Form? Macht aus euren Mördergruben Herzen!

Gruß Fritz

großonkelte, gegroßonkelt
Hallo Fritz,

nettes Spielchen :wink:

Für mich klingt die untrennbare Variante eindeutig besser, also auch „Sie großonkelten mich“.

Bei „Sie onkelten mich groß“ wäre der Stamm nicht mehr so klar. Der Großonkel sollte schon ein Wort bleiben.

Na dann viel Vergnügen mit den Großneffen /-nichten! Tante oder Großtante zu werden fänd ich auch nicht schlecht!

Herzliche Grüße
Lerche

Hallo Fritz

wie sieht es denn aus:

Hast Du großgenefft oder großgenichtet?

Gruß
Heinz

(zusammengeschrieben gefällt mir erheblich besser)

Guten Abend, großer Onkel Fritz,

da du aufrufst zu großonkelogischen Betrachtungen, besenfe ich dieses Thema, indem ich mich eindeutig für die zusammengeschriebene Variante ausspreche.

Und meinetwegen kannst du viel deutlicher auf die Rächtschraiprephorm schimpfen :wink:)

Gruß aus Wien
Barney
*völlig ungeonkelt*

Hätte ich eine Nichte, fühlte ich mich definitiv gegroßtantet und nicht groß getantet - wie das schon ausschaut:frowning:((*g*
Also solltest du, lieber Fritz, dich ebenfalls gegroßonkelt (und so nebenbei auch glückbewünscht…ähhh…beglückwünscht) fühlen und nicht groß geonkelt!

Sei gegrüßt, jenny

Lieber Fritz!

Nichte und Neffe machen mich zum Großonkel. Daraus habe ich
das Verb „großonkeln“ gebildet.

Herzlichen Glückwunsch, du hast mir was voraus!

Meine älteste Nichte wird nächstes Jahr erst 18, deshalb wünsche ich ihr, dass mir das in ihrem Interesse noch mindestens bis zum Abschluss ihrer ersten Berufsausbildung erspart bleibt.

Wenn du Kinder hättest, wie würdest du das dann eigentlich nennen, wenn man dich zum Opa machen würde? Würden sie dich „großvätern“ oder „großvatern“, „groß vätern“ oder „~vatern“ oder gar „opern“?

Das wäre ja noch viel gravierender oder wäre es doch das Gleiche? Geht es nicht eigentlich nur ums Selbst-älter-Werden, das Eine-Generation-Aufrutschen?

Ich bin ja so froh, dass meine eine verbliebene Oma noch lebt (vor zwei Wochen 100 geworden) Dadurch fühle ich mich deutlich jünger. Das können die meisten Mittdreißiger verglichen mit mir Mittvierziger nicht sagen.

Gruß Gernot

ot: Veronkelung
Hallo Fritz,

darf ich’s wagen zu fragen? Wohnst Du möglicherweise in Entenhausen? (siehe auch http://www.leipzig-almanach.de/literatur_leipziger_l…)

Mit schnatterndem Gruße

=^…^=
Katze

Hallöchen,
in der letzten GEO WISSEN Sprache stand, dass es ein Volk in Nordamerika (wenn ich mich nicht irre) gibt, die es tatsächlich genauso ausdrücken. In dieser Sprache gibt es wohl keine oder kaum Nomen. Also Beispiel stand da, dass die Angehörigen dieses Stammes statt „er ist mein Großvater“ „er großvatert mich“ sagen…
Es gibt eben nichts, was es nicht gibt…

Guts Nächtle noch
Maria

Hallo, Ihr Sprachbegabten,

die Großonkellektüre hat mir Sonntagnachmittagsspaß bereitet.
Dabei ist mir die Frage gekommen (von der ich nicht weiß, ob sie
überhaupt in dieses Brett darf), wer einen zum Großonkel oder in meinem
Fall zur Großtante macht: Nichten und Neffen oder deren Kinder?
Machen mich nicht erst meine Enkel zur Großmutter, denn meine Kinder
haben mich zur Mutter gemacht?
Oder deutlicher: Die Frau meines Sohnes hat mich zur Schwiegermutter
gemacht, nicht deren Eltern.
Was meint Ihr dazu?
Übrigens ist mein ältester Großneffe bald 22, habe also alle Chancen
geurgroßtantet zu werden.

Gruß Putna

Hallo, Katze,
meine Bewunderung für die Findung dieses schönen Links, der mich vor allem durch den Begriff „das Prinzip der Veronkelung“ erfreute.
Da mir dieses Schicksal gnädigerweise (mangels Geschwistern oder Geschwäger) erspart bleibt, kann ich Fritz nur - wie fas alle anderen auch zur Vergroßonkelung beglückwünschen.

Gruß
Eckard

wer einen zum Großonkel oder in meinem Fall zur Großtante macht: Nichten und Neffen oder deren Kinder?

Diesen Aspekt habe ich noch gar nicht betrachtet, liebe Putna,
da meiner Meinung nach mein Neffe und meine Nichte etwas gemacht haben. Deren Kinder sind doch eher passiv gewesen, jedenfalls die meiste Zeit.

Gruß Fritz

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Hallo Fritz,

wer einen zum Großonkel oder in meinem Fall zur Großtante macht: Nichten und Neffen oder deren Kinder?

Diesen Aspekt habe ich noch gar nicht betrachtet, liebe Putna,
da meiner Meinung nach mein Neffe und meine Nichte etwas
gemacht haben. Deren Kinder sind doch eher passiv gewesen,
jedenfalls die meiste Zeit.

Entscheidend ist ja, dass dein Großneffe bzw. deine Großnichte (warum heißen die Pendants zu Großonkel und Großtante eigentlich nicht wie auf Französisch „Kleinneffe“ und „Kleinnichte“?) es lebend rausgeschafft haben.

Das hätte deine Vergroßonkelung ja auch noch in letzter Minute vereiteln können. Oder handelte es sich um Kaiserschnitte? Mit der Sänfte auf die Welt kommen, das kann ja heutzutage jede®!

Gruß Gernot

wer einen zum Großonkel oder in meinem Fall zur Großtante macht:

Nichten und Neffen oder deren Kinder?

Diesen Aspekt habe ich noch gar nicht betrachtet, liebe Putna,
da meiner Meinung nach mein Neffe und meine Nichte etwas
gemacht haben. Deren Kinder sind doch eher passiv gewesen,
jedenfalls die meiste Zeit.

Gruß Fritz

Hallo Fritz,

mein Gedanke war mehr dieser: Erst wenn man „persönlich auftritt“, ob
nun durch Geburt oder Heirat (Schwiegertochter) befindet man sich im
verwandschaftlichen Verhältnis, unabhängig davon, was die Eltern
9 Monate vorher „gemacht“ haben. Noch werde ich erst Großmutter
meines 3. Enkelkindes. Erst wenn das Kleine in Kürze da sein wird,
bin ich es - oder liege ich mit dieser Ansicht falsch?

Gruß Putna

Hallo, Putna,

mir scheint, dass das Thema etwas verzettelt wurde.

Ausgangspunkt war doch eine sprachliche Frage.

Dann kam dazu: „wer einen zum Großonkel oder in meinem
Fall zur Großtante macht“.

Die changieren des Verbs „machen“ macht da verschiedene Interpretationen möglich.

Jetzt kommt noch die Frage nach dem Zeitpunkt der Vergroßonkelung, Vergroßmutterung etc. hinzu.

Das liegt nicht mehr in meinem Wissensinteresse, also klinke ich mich hier aus.

Beste Grüße
Fritz

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Hallo, Eckard,

dieses Wort gefällt mir nicht so sehr.

Die verbale Form wäre dann: Sie haben mich vergroßonkelt.

Die Vorsilbe „ver-“ hat in meinen Ohren einen negativen Klang; darum möchte ich sie vermeiden.

Ich bleibe bei der Form: Sie haben mich gegroßonkelt.

Dank aber dir und allen andern fürs Mitdenken.

Gruß
Fritz

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da mir dies in diesem Monat zweimal widerfährt, sodass ich es
nunmehr drei Mal bin,

Also so etwas önkelte mich an und ich wurde bis jetzt nur genefft. Aber zum Glück gibt es nicht mehr so ein Rumgeväter wie noch vor 20 Jahren, wo jeder voll krass abgesohnt hat.

Adam und Eva
Jetzt muss ich mich doch noch mal melden.

Mir fiel ein, dass ich einmal - fragt mich nicht wann oder wo? - eine Disputation gehört oder gelesen habe:

Wer hat Adam zum Mann gemacht?

Und die Antwort war natürlich Eva!

Kennt das jemand?

Gruß Fritz

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Die verbale Form wäre dann: Sie haben mich vergroßonkelt.

Nun lieber Fritz.
selbst auf die Gefahr hin, die Offtopicerei zu weit zu treiben,
ich sehe Deine Schwierigkeit.
Du hättest lieber die Analogie zu „geadelt“ gesucht, aber das hätte erfordert, dass Deine Nichte beim Vollzug der Großonkelung Deiner gedacht hätte, was ich wohl füglich ausschließen darf.
Aber Du darfst sie natürlich dessentwegen mitnichten vernichten!
Lieben Gruß
Eckard

Gegen den Trend
Hallo!

Sag bitte einmal laut: „ich wurde gegroßonkelt“ und dann „ich wurde groß geonkelt“.

Nach diesem einfachen Test (ich habe ihn selbstverstädnlich mit „er“ durchgeführt) gab’s für mich keine Zweifel: trennen! Warum? Damit es richtig falsch klingt!

Immer schön ernsthaft scherzen, man spielt ja nicht zum Spaß.
(Oder doch?)

LG

alien

Nachtrag:
Hallo nocheinmal!

Ein „vernünftiges“ Argument fürs Trennen: geonkelt wurdest Du schon. Jetzt wurdest Du groß geonkelt, wie groß Deine Chancen stehen, urgroß geonkelt zu werden, weiß ich nicht.

(Ist die Verwendung der Vorsilbe ur- als Steigerung eigentlich ein Austriazismus?)

LG

alien