Grunderbe für alle 18jährigen

Der Bundeskongress der Jungsozialisten hat beschlossen, dass jeder, der in Deutschland wohnt, zu seinem 18. Geburtstag automatisch 60.000 („sechzigtausend“) Euro zur freien Verfügung geschenkt bekommt. Das kostet voraussichtlich jährlich nur bescheidene 45 Milliarden Euro.
Da können sich die verwöhnten Luxuskinder endlich einen gebrauchten Porsche kaufen, ein halbes Jahr am Ballermann durchlaufen oder eine Trekkingtour im Himalaya machen. Da werden die Handwerksburschen aber staunen, wenn sie dafür mindestens 2 Jahre malochen müssen.
Müssen sie nicht. Bezahlen müssen Erben von Familienunternehmen, weil sie bei einem Unternehmenswert ab 9 Mio. Euro mit 90% Erbschaftsteuer enteignet werden.
Sind die Jusos verkappte Kommunisten?
Jedenfalls wird die halbe Welt ihre Jugendlichen nach Germany schicken, damit sie mit zigtausen Euro nach 180 Tagen zurückkommen.

Das waren sie schon immer. Die Juso waren immer schon weit linker als der große Bruder.

Tjoa, ist halt die Frage. Ein Teil wird das sicherlich so machen, aber so manch anderer wird es für das nutzen, für das es gedacht ist: Ausbildung, Grundausstattung für die erste Wohnung usw. Eben für das, was Kinder wohlhabender Eltern häufig „einfach so“ mitgegeben bekommen.

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Ja, das war schon immer so und muss auch so sein:

Insofern würde ich mir da keine Gedanken drum machen. Bis die Herren und Damen Jusos in den Positionen sind, die die Umsetzung solcher Ideen möglich machen, sollte der Verstand wieder eingesetzt haben. Vielleicht wurde bis dahin auch der eigene Egoismus geweckt, weil sie selbst dann erwarten in naher Zukunft von dem derzeitigen Erbrecht profitieren zu können.

Außerdem muss man in der heutigen Medienwelt regelmäßig mit steilen Thesen auffallen, da vernünftige (bzw. gemäßigte Vorschläge) einfach nicht medial zur Kenntnis genommen werden. Man wird sonst einfach nicht wahr genommen.

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Ein weiteres gutes Beispiel dafür, dass aus berühmten Mündern nicht nur Weisheiten kommen. Für mich und meinen Bekanntenkreis kann ich nur sagen, dass die Entwicklung eher andersherum verläuft. Aber mein Kommentar oben enthielt ohnehin keine Wertung.

Ich denke und hoffe, dass die Möchtegern-Kommunisten auch mal erwachsen werden und die grauen Zellen, falls noch vorhanden, wieder einschalten.
Vielleicht verrät und der neue Vorsitzende aber auch, wie er sich die praktische Umsetzung vorstellt.

Die Idee an sich ist doch nicht falsch: während die Kinder wohlhabender Eltern mit 18 etwas mitgegeben bekommen, was ihnen den Start in das Berufsleben bzw. ins Studium leichter macht, müssen Kinder aus weniger begüterten Haushalten oftmals neben dem Studium arbeiten gehen, um sich Semesterbeiträge, Miete und Bücher leisten zu können, weswegen sie ihr Studium nicht in der vorgegebenen Zeit schaffen (was dann ja wieder nachteilige finanzielle Folgen haben kann) bzw. nicht mit ähnlich guten Noten abschließen wie Studenten, die sich außer ums Studieren und Feiern um nichts kümmern müssen. Hinzu kommt, dass auch aus finanziellen Gründen viele Kinder aus weniger gut situierten Familien gar nicht erst studieren können.

Die Frage ist halt, wie man dieses Problem etwas löst. Dass das Konzept so nicht umgesetzt wird, ist völlig klar, aber mit irgendetwas muss man die Diskussion ja beginnen, wenn man sie führen will. In den seltensten Fällen gehen Gewerkschaften mit Forderungen von 0,25% in die Tarifverhandlungen.

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hi,

„und das willst du alles behalten, nachdem wir dich 18 Jahre lang…“
ich kann mir das in ärmeren Familien schlecht vorstellen.

Letztlich, könnte man es auf einen Bereich, der von mir aus Deutschland ist, begrenzen, wäre es vermutlich - bis auf die Inflation - vermutlich wurschd.

Es ist am Ende egal, ob jeder mit 0€ oder mit 60.000€ startet.
Blöd ist nur der Übergang dahin.

Meine kleine Glaskugel warnt aber davor, der Teils doch sehr dummen Jugend 60.000€ in Aussicht zu stellen ohne sie bereits einige Jahre vorher gründlich(st) im Umgang mit Geld zu schulen.
Das könnte sich als das größte Problem herausstellen, sagt sie.

Wenn wir gleich damit anfangen, könnten wir im Freibad noch ein „Doch bitte Mama, ein Eis noch. Du bekommst das Geld in 10 Jahren auch zurück!.“ erleben.

grüße
lipi

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Hallo,

ja, das ist sicherlich auch ein Aspekt. Man kann die Unterstützung und Förderung von Kindern und Jugendlichen ins Unermessliche erhöhen, nur wenn die Familien das Geld einsacken, hilft das den Kindern auch nicht weiter. Wobei das natürlich bei 18 Jahre alten Menschen noch etwas anderes ist als bei 7 Jahre alten.

Dass in der Schule mehr Lebensrealität gelehrt wird, was dann auch Geld, Steuern und Versicherungen beinhaltet, ist sicherlich wünschenswert. Dass die Kohle bei manchen sofort auf den Kopf gehauen wird, ist sicherlich nicht unwahrscheinlich. Genauso muss man aber auch damit rechnen, dass Wohnungsausstattung, die vom Staat in Form von Sach"geschenken" gestellt wird, in vielen Fällen bei Ebay oder auf dem Flohmarkt landet.

Aber so ganz grundsätzlich verstehe ich die Idee schon, einen Teil der Nachteile, die viele junge Menschen qua Herkunft haben (und das sind ja beileibe nicht nur finanzielle), auszugleichen. Bei der Ausgestaltung wird man einen Idealzustand nicht erreichen können, aber deswegen gar nichts zu machen, ist selten die beste Lösung.

Gruß
C.

da kann man nur sagen:

die Mutter der Dummheit ist immer schwanger .

Junge Menschen wachsen heute doch sowieso schon in unglaublich luxuriösen
Verhältnissen auf . Da brauch man ihnen nicht noch mehr geld in den Hintern stecken als
normalen Menschen in 2 Jahren verdienen .

Gruss Michael

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Die Idee ist, dass JEDER, ob er bedürftig ist oder nicht, eine Unmenge Geld bekommt. Und diese Idee ist f a l s c h.
Wer bedürftig ist, wird jetzt schon mit staatlichen (Steuer-) Mitteln gefördert. Und nebenbei ein bisschen arbeiten, ist eine gute Vorbereitung auf das reale Leben. Generationen haben das schon immer so gemacht!

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Jaja, und Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Macht fünf Euro für’s Phrasenschwein.

Noch einmal: es geht um den Ausgleich unterschiedlicher Ausgangsbedingungen. Die einen bekommen von ihren Eltern genug Geld, um in Ruhe studieren und ggfs. auch feiern zu können, während die anderen neben dem Studium noch arbeiten müssen, was häufig zu längeren Studienzeiten und schlechteren Noten (und natürlich zu weniger Spaß) führt. Damit haben sie im Vergleich zu ihren sorglos studierenden Kommilitonen auch nach dem Studium gleich wieder schlechtere Ausgangsbedingungen, wenn es darum geht, einen Arbeitsplatz zu finden.

Die einen kommen also in den Genuss von dem, was Du als Vorbereitung auf das reale Leben bezeichnest, während die anderen sich leider ganz dem Studium und der Freizeit hingeben müssen. Ehrlich gesagt, sehe ich hier Vor- und Nachteile genau andersherum verteilt.

So etwas kann auch nur der von sich geben, der sich mit den tatsächlichen Rahmenbedingungen nie befasst hat. Der BaFöG-Höchstsatz liegt bei 812 Euro monatlich. Mehr muss man dazu eigentlich gar nicht mehr sagen.

Ich dachte, ich hätte schon erklärt, dass es sich dabei um eine Maximalforderung handelt, die natürlich nicht einmal ansatzweise realisierbar ist.

Und obwohl wir auch Generationen klarkamen, haben wir die 3-Wege-Katalysatoren, die Pflegeversicherung und Promillegrenzen eingeführt.

Im übrigen hat das, was wir seit Generationen mit den Studenten machen, dazu geführt, dass ganze Heerscharen von Akademikerkindern ohne Plan und Lebenstüchtigkeit die Universitäten fluten und man unter den Studenten Arbeiterkinder mit der Lupe suchen muss. Das hat natürlich auch viele Gründe, aber zu denen gehört eben auch, dass Eltern mit einem geringeren Einkommen ihren Kindern ein Studium eher seltener ermöglichen können als die Kinder mit höherem Einkommen.

Das kann man fair finden oder es kann einem egal sein oder aber, man hält es für sinnvoll, den Menschen möglichst gleiche Chancen zu bieten und zwar unabhängig davon, welche Eltern sie haben und wie viele Geschwister. Dass man es nie erreichen wird, allen die exakt gleichen Chancen zu bieten, ist übrigens eine Binsenweisheit. Wie in den meisten anderen Fällen geht es auch hier erst einmal darum, die Chancenungleichheit ein bisschen zu reduzieren.

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Es geht gerade nicht um den Ausgleich unterschiedlicher Ausgleichsbedingungen,
wenn wie von den Jusos geplant Millionärssöhnchen den gleichen Betrag erhalten wie Arbeiterkinder. Fair ist das nicht.

Darum scheint es Dir ja nicht zu gehen:

dann kann man damit zuallererst mal einen gigantischen bürokratischen Apparat überflüssig machen - und angesichts der Anzahl der Millionärssöhnchen fielen die Ausgaben dafür kaum ins Gewicht, zumal deren Väter die akrobatischen „Gestaltungen“, die sie heute zur Umgehung von ErbSt benutzen, auch für künftige Erhebungen betreffend ihr Vermögen 1:1 weiter verwenden könnten und sich einer wie auch immer gearteten Kontrollbehörde als die ärmsten Kirchenmäuse der Welt präsentierten.

Wenn man sich im wirklichen Leben mal die Durchführung des Geschenks eines Interrail-Tickets anschaut, das jeder Monheimer Jungbürger erhält, auch wenn ihm sein Papa einen Lamborghini zusammen mit dem Führerschein schenkt, wirkt so ein Konzept, das ohne immer neue Kontrollbehördenapparate auskommt, ziemlich sympathisch.

Ja, und meines Wissens hat sich bisher niemand aus dem weiteren Familienkreis Klatten extra dafür in Monheim angemeldet, dass der Junior das Interrail-Ticket bekommt. Und die Zahl der Bürgergeld-Empfänger, die extra dafür im Familienkreis nach Monheim gezogen sind, hat sich bisher auch in Grenzen gehalten.

Schöne Grüße

MM

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Und? Das ist erheblich weniger als die umweltvernichtenden Subventionen für Diesel, Kerosin, Atomkraft, Steinkohle, Gas, Öl, …
Mach dich mal schlau: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/479/publikationen/texte_143-2021_umweltschaedliche_subventionen.pdf

Wenn du mal genau hinschauen würdest, wüsstest du, dass aktuell nur die Mittelschicht Erbschaftssteuer zahlt. Alle Reichen zahlen nichts (man muss nur einfach das Unternehmen 7 Jahre lang fortführen), alle ärmeren auch nicht (Freibeträge).

Vielleicht informierst du dich doch mal darüber, was ein Kommunist ist.

Nö. Deine Informationen sind falsch. Du versuchst, mit deiner Meinung einfach die Fakten zu ersetzen. So wird das nichts.

Interessant an dieser Stelle ist, dass Leute wie der Lehrerssohn Dietmar Hopp und der Schraubenhändlerssohn Reinhold Würth (schlicht um mal zwei Leute zu benennen, die tatsächlich durch Leistung reich geworden sind - und natürlich auch, weil sie zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort waren) gar nicht so überängstlich an ihrem (ja, man darf das so nennen) erarbeiteten Vermögen kleben, sondern dieses mit ziemlich vollen Händen an die Gesellschaft zurückgeben, die ihnen ermöglicht hat, was sie getan und gelebt haben.

Aus einem ohne Zutun erhaltenen großen Vermögen ein noch Größeres machen ist keine Kunst und kann wohl kaum als herausragende Leistung angesehen werden, und selber eine gewisse Leistung zu erbringen, hat noch keinem Millionenerben geschadet. Es ist nicht notwendig, dass jemand in diesem Zusammenhang um seine „Enteignung“ Krokodilstränen vergießt.

Schöne Grüße

MM

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Dass der Vorschlag nicht sinnvoll ist wissen evtl. sogar die Jusos - aber man will ja mediale Aufmerksamkeit.

Was ich gerecht finde wäre, dass Erbschaften genau so wie Einkommen aus Arbeit besteuert und mit Sozialabgaben belastet werden würden.

Aus den Mehreinnahmen könnte man die Einkommenssteuer für alle senken und auch die Menschen ohne Erbschaft würden somit indirekt profitieren. Dazu würde sich Arbeit wieder mehr lohnen, was angesichts des Arbeitskräftemangels politisch ebenso gewünscht ist.

Servus,

das Verhältnis der beiden Größen Arbeitseinkommen (etwa 2 Bio € / Jahr) und anfallende Erbschaften (etwa 65 Mrd € / Jahr) ist glaub ich nicht dafür geeignet, diese beide in ein Verhältnis zu setzen oder einen rechnerischen Zusammenhang herzustellen.

Schöne Grüße

MM

Du meinst, dass die Unternehmen nicht merken, dass es einen Fachkräftemangel gibt und völlig übersehen, dass sie nur die Gehälter erhöhen müssten, um genug Fachleute zu bekommen? Oder meinst Du, dass es nur deshalb Millionen Menschen in Mini-Jobs und Mindestlohn gibt, weil es für sie einfach nicht lohnt, „richtig“ zu arbeiten?

Ja, coole Idee. Dann werden von 15 Mio. Erbschaft einfach im Moment des Zuflusses 18,6% Rentenversicherungsbeitrag, 2,6% Arbeitslosenversicherung usw. bis zur gültigen Beitragsbemessungsgrenze einbehalten und schon ist das System saniert - mit ein paar hundert Euro zusätzlich.

Oder es geht darum, eine Idee in den Raum zu stellen und darüber eine Diskussion anzustoßen. Dass da am Ende nicht 60.000 Euro pro Nase rauskommen, ist doch allen völlig klar, aber die Idee, grundsätzliche, rein durch die Herkunft bedingte Ungleichheiten ein stückweit auszugleichen, ist doch gar nicht dumm.

Jeder, der mal studiert hat, kennt die Nöte der Menschen aus ärmeren Familien (zumindest, wenn er mit offenen Ohren und Augen durch die Welt geht). Das fängt bei der nackten Versorgung an, geht weiter über den zeitlichen Druck sich zwischen Studium und Arbeit (geschweige denn Studentenleben) entscheiden zu müssen und hört bei der Sorge noch lange nicht auf, das Studium trotz Arbeit in der Regelstudienzeit + x schaffen zu müssen, weil sonst die staatliche Förderung, die zumindest in größeren Städten nicht einmal zum Sterben reicht, ganz wegfällt, noch lange nicht auf. Das wird dann umso schöner, wenn man die hauptberuflichen Töchter und Söhne mit dem Cabrio vorfahren sieht.

Daran darf man durchaus etwas ändern wollen.