Gut gemeinte Empfehlung für Heim-Agenten

Moin, Moin zusammen!

Nachdem ich heute früh wieder (auf noch nüchternen Magen aber dennoch leicht amüsiert) mit den Such-Resultaten einer Heimagentur konfrontiert wurde, hier mal zwei grundsätzliche Empfehlungen an Home-Agents und solche, die es werden wollen:

  1. Wenn Euch Euer Provider kein seriöses CRS anbieten kann, sondern nur irgendwelche web-basierten Tools, dann investiert zusätzlich in ein vernünftiges Reservierungssystem wie

oder

  1. Aus- und Weiterbildungsinstitutionen wie insbesondere der

aber auch die

vermitteln in fundierten Crash-Kursen das fürs touristische Überleben zwingend notwendige Mindest-Know-How.

Ohne beides werdet Ihr, wenn Eure Aktivitäten mehr darstellen sollen als eine Freizeibeschäftigung für die Hausfrau, auf dem touristischen Markt keinerlei Überlebenschance haben.

Das soll jetzt keineswegs irgendwie arrogant 'rüberkommen. Ich erlebe nur immer mehr Leute, die in einer Zeit der verantwortungslosen Agitation für sog. Ich-AG’s zu der Meinung gelangen, sie könnten sich ohne solides Equipment und ohne fundiertes Fachwissen eine touristische Existenz aufbauen. Solche Vorhaben sind imho von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Gruß, Hartmann.

Hallo Hartmann,

so redet natürlich ein etablierter Reisebüroexperte.

Wenn ich mir aber mal so anschaue mit welchen konkreten Angeboten so manche Bekannte oder Verwandte aus Reisebüros zurückkommen, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

Die Technik und die guten Buchungsssysteme sind das eine. Viel wichtiger ist es aber wohl, ein gewisses Gefühl für und ein Wissen über die Destinationen auf dieser Erde zu haben und gleichzeitig auch die Zeit, um dieses Gefühl und Wissen auch umzusetzen. Gerade an dieser Zeit mangelt es nämlich oft. Und dann kommen bei manchen Reisebüros nur halbfertige Vorschläge raus.

Ich mag das sehr kritisch sehen, aber ich habe es wirklich schon zigmal erlebt. Unabhängig davon bleibt festzuhalten, dass viele Mitarbeiter in Reisebüros wirklich ausgezeichnete Arbeit leisten.

bubblegum

Hi Kaugummi,

die Problematik ist sehr vielschichtig. Einerseits hast Du recht, dass es einen Haufen schlecht ausgebildeter Reisebüroleute gibt, die nur die Kataloge ausgeben und die Plätze nachschauen können. Andererseits gibt es gut ausgebildete Experten die die halbe Welt kennen und tolle Tipps geben können.

Dazu kommt aber noch ein ganz entscheidender Aspekt, gegen den ich immer wieder versuche anzukämpfen: Das Gefühl, etwas selbst gebucht zu haben.
Letztens habe ich meinen Eltern einige Fincas auf Mallorca empfohlen. Drei Tage später rief meine Mutter an und fragte, ob ich ein anderes Haus auch kennen würde. Ich verneinte worauf meine Mutter entrüstet meinte, dann würde sie das halt im Internet buchen, ich hätte ja wohl keine Ahnung *g* Wir haben uns dann schon noch geeinigt aber dieses „ich mach das selbst, und dazu noch im Internet, und darum ist es besser und billiger als im Reisebüro“-Denken scheint ein starkes Argument zu sein.

Nur frage ich mich, warum? Das Internet gibt mir keinen einzigen „Tipp“, hat keine Ortskenntnis, fragt nicht nach meinen Wünschen und, vor allem, Gefühlen. Es kann nur Hard-Facts beurteilen und der Verbraucher ist oft nicht in der Lage, die Ausschreibungen richtig zu lesen.

Genauso wie in manchen Reisebüros, gibt es auch im Internet keine gute Beratung. Dafür habe ich aber wenigstens jemanden, der meine Bedüfnisse analysiert und den ich vernünftig zusammenstauchen kann wenn die Reise nix war :smile: Beim Callcenter des Internetanbieters bringt mir das nix.

However, es wird sich einerseits halt eine große Ödnis über das Land legen, in der der Verbraucher nur noch standardisierte Reisen buchen kann, und andererseits werden ein paar Spezialisten weiterhin bestehen bleiben.

Warum eine Reise = Luxusgut unbedingt „billig“ sein muß, habe ich noch nie verstanden, genauso wie bei vielen anderen Gütern.

Byebye
Rolf