Gute-Nacht-Gebet für 2jährige

Hallo,

ich suche eine schönes Gute-Nacht-Gebet für meine 2jährige Tochter. Kenne eigentlich nur „Müde bin ich, geh zur Ruh…“, das sagen wir im Moment und ich füge dann immer noch was persönliches an, wofür wir an diesem Tag insbesondere danken oder bitten.

Meine eigene Erfahrung ist, dass man als Erwachsener in besonderen Belastungssituationen oft an einer Gebetsform aus der Kindheit Halt sucht und da finde ich „Müde bin ich…“ nicht so passend. Das Vater unser ist mir für eine 2jährige zu kompliziert (habe ich selber als Kind nur runtergeleiert, ohne den Inhalt wirklich zu begreifen) und der 23. Psalm auch.

Bestimmt hat jemand von euch eine schöne Idee (sollte nicht gar zu lang sein, möglichst bildhaft sein und sich reimen…). Ach so, wir sind konfessionsfrei - also für ziemlich alles offen.

Danke vom Teddy!

Meine eigene Erfahrung ist, dass man als Erwachsener in
besonderen Belastungssituationen oft an einer Gebetsform aus
der Kindheit Halt sucht und da finde ich „Müde bin ich…“

Richtig, das sind diese Extremsituationen, die uns an die Kindheit binden. Diese Situationen sind per se religiös.
Egal ob das Gebet so ethisch einwanfrei, so inhaltlich hochtrabend ist oder nicht, dieses Gebet zu leiern ist ein wichtiger Prozess, das Gebet sich auch seelisch anzueignen. „Leiern“ ist also ein mediataiver Prozess. Man muss also kein schlechtes Gewissen haben wegen seiner Kindheitslernweisen.

gar zu lang sein, möglichst bildhaft sein und sich reimen…).
Ach so, wir sind konfessionsfrei - also für ziemlich alles
offen.

Ich habe ganz tolle Gebete gefunden bei Werner „Tiki“ Küstenmacher (wo auch sonst), die sind schön illustriert, um sich das auch schön merken zu können! Das ist wirklich toll - für jedes Alter!
Titel: „Tikis Gute-Nacht-Gebete“
Beispiel:
„Zur Ruh will ich mich legen
Herr Jesu, kuschel mich ein.
So schlaf ich ohne Sorgen
vom Abend bis zum Morgen
wie im Nest ein Vögelein.“
Die sind alle bildhaft und reimen sich.

„konfessionsfrei“? Das ist ja schade, man kann so viel Spaß in der ev. Kirche haben…

Hallo, Teddy,
wir haben vor wenigen Tagen gerade darüber gesprochen. Schau mal,
vielleicht ist ja da etwas für deinen Lütten dabei?
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Ich selbst bin nicht christlich oder kirchlich eingestellt und würde deshalb eher vorschlagen das abendliche Ritual mit einer kurzen und einfachen Reflektion des Tagesverlaufes zu ergänzen. Inhalte wie „Lieber Gott“ oder „Engel“ etc. erfordern Erklärungen, die man vielleicht nicht geben möchte oder kann.

Aber das ist natürlich immer die Entscheidung der Eltern, welche Weltsicht sie ihren Kindern vermitteln möchten.

Gruß
Eckard

Lieber Gott,
ich bin klein
mein Herz ist rein
doch bald bin ich gross
und dann geht`s los

Na, wär` doch was, oder?

Gruss
Ray

Hallo, Rax,
na, wenn wir schon so weit sind, dann ist das Folgende sicher auch nicht off topic:
Erstes Kindergebetchen
Lieber Gott, ich liege
im Bett. Ich weiß ich wiege
seit gestern fünfunddreißig Pfund.
Halte Ma und Pa gesund.
Ich bin ein armes Zwiebelchen,
nimm mir das nicht übelchen.

Zweites Kindergebetchen
Lieber Gott, recht gute Nacht.
Ich hab noch schnell Pipi gemacht,
damit ich von dir träume.
Ich stelle mir den Himmel vor
wie hinterm Brandenburger Tor
die Lindenbäume.
Nimm meine Worte freundlich hin,
weil ich schon sehr erwachsen bin.

Drittes Kindergebetchen
Lieber Gott mit Christussohn,
Ach schenk mir doch ein Grammophon.
Ich bin ein ungezognes Kind,
weil meine Eltern Säufer sind.

Verzeih mir, dass ich gähne.
Beschütze mich in aller Not,
mach meine Eltern noch nicht tot
und schenk der Oma Zähne.
[Joachim Ringelnatz]

Gruß
Eckard

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*hehe* Klasse! (mG & owT)
.

Hallo Teddy,

ich suche eine schönes Gute-Nacht-Gebet für meine 2jährige
Tochter. Kenne eigentlich nur „Müde bin ich, geh zur Ruh…“,
das sagen wir im Moment und ich füge dann immer noch was
persönliches an, wofür wir an diesem Tag insbesondere danken
oder bitten.

den persönlichen Teil finde ich besonders gut.

Ein Gebet in Reimform ist ja ganz nett. Aber wenn das Kind die Möglichkeit hat, Gott persönlich etwas zu sagen, ist das viel besser.
Das hat mir als Kind sehr geholfen, dass ich Gott Dinge sagen konnte, die ich sonst niemandem erzählen konnte.

Das ‚Vater unser‘ ist ja auch nur ein Beispiel, was wir beten können.
Und als Vater ist es mir auch lieber, meine Kinder erzählen etwas von sich, als sie sagen mir jeden Tag ein Gedicht auf. :wink:

Gruss Harald

Verzeih mir, dass ich gähne.
Beschütze mich in aller Not,
mach meine Eltern noch nicht tot
und schenk der Oma Zähne.
[Joachim Ringelnatz]

Gruß
Eckard

He, das mit der Oma ihren Zähnen ist ja wohl der Gesundheitsreform geschuldet, oder? :smile:)

Teddy

Ringelnatz starb 1934…
… also war das dicke vor der Gesundheitsreform, Teddy. Paßt aber trotzdem. :wink:

Grüßle

Renee

eines hab` ich noch (zeitgemäss)
Lieber Gott
mach nicht nicht gross
denn dann bin ich arbeitslos

Huarrrr
Ray

Hallo,

ich suche eine schönes Gute-Nacht-Gebet für meine 2jährige
Tochter. Kenne eigentlich nur „Müde bin ich, geh zur Ruh…“,
das sagen wir im Moment und ich füge dann immer noch was
persönliches an, wofür wir an diesem Tag insbesondere danken
oder bitten.

Meine eigene Erfahrung ist, dass man als Erwachsener in
besonderen Belastungssituationen oft an einer Gebetsform aus
der Kindheit Halt sucht und da finde ich „Müde bin ich…“
nicht so passend. Das Vater unser ist mir für eine 2jährige zu
kompliziert (habe ich selber als Kind nur runtergeleiert, ohne
den Inhalt wirklich zu begreifen) und der 23. Psalm auch.

Bestimmt hat jemand von euch eine schöne Idee (sollte nicht
gar zu lang sein, möglichst bildhaft sein und sich reimen…).
Ach so, wir sind konfessionsfrei - also für ziemlich alles
offen.

Lieber Teddy,
Das Kind soll mit der Gewissheit einschalfen können, das es Dich und Mutti beim Aufwachen noch gibt. Mehr nicht !
Das „Vaterunser“ lass bitt weg!
Gruss:hardy

Lieber Teddy,
Das Kind soll mit der Gewissheit einschalfen können, das es
Dich und Mutti beim Aufwachen noch gibt. Mehr nicht !
Das „Vaterunser“ lass bitt weg!
Gruss:hardy

Was ist denn das für eine Pädagogik? Es gibt viel verlässlichere Gewissheiten als die, dass Menschen unsterblich sind. Den Hang zu Gott, der in jeden Menschen eingepflanzt ist, gibt es da zum Beispiel.

Das Vater Unser ist das Gebet schlechthin. Es ist klug durchdacht und von atemberaubender Durchschlagskraft, es ist in allen Kulturen und allen Konfessionen das Gebet des Herren. Es spielt keine Rolle, wie und in welcher Situation es gebet wird. Hauptsache ist dass es gebetet wird. Dieses Gebet setzt einen Anker in dein Leben, den oft selbst rauhe See (z.B. der Tod eines Elternteils) nicht entwurzeln kann.

Kinder denken doch nicht über die Eventualitäten des alltäglichen Lebens nach, ich finde es sehr aufgestülpt einem Kind Verlustängste (zwar unterschwellig) einreden zu wollen.
Auf der anderen Seite muss man doch aber auf Nachfrageb transparent sein, dass jederzeit eben doch etwas passieren kann. Aber wie gesagt, es gibt andere Konstanten im Leben.

Passt natürlich in die heutige Zeit, dass viele Menschen sich für unsterblich halten. aber um mal zu zitieren: denn sein ist das Reich, die Macht und die Herrlichkeit- in Ewigkeit verlässlich.
Alles steht (Gott sei dank) nicht in unserer Hand…

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Hallo Simon,

ein paar weniger Absolutismen faend ich schon gut.

Den Hang zu Gott, der in jeden Menschen eingepflanzt
ist, gibt es da zum Beispiel.

??? da kenn ich aber viele (inklusive mir) bei dem
der wohl verschuett gegangen sein muss …

Das Vater Unser ist das Gebet schlechthin. Es ist klug
durchdacht und von atemberaubender Durchschlagskraft, es ist
in allen Kulturen

??? bleib mal auf dem Teppich, alle Kulturen?
Du meinst , christliche Kulturen, oder?

und allen Konfessionen das Gebet des Herren.

Du meinst alle christlichen Konfessionen oder?

Gruesse
Elke

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Liebe Elke,

??? da kenn ich aber viele (inklusive mir) bei dem
der wohl verschuett gegangen sein muss …

Ja, das ist wohl eine gute Beschreibung. verschüttet. Man macht sich oft das Leben sehr schwer. Sucht und sucht nach Antworten, dabei liegen sie in einem selbst. Gott hat sie einem geschenkt, man kann da gar nichts dafür.

Stichwort Konfession und Kultur. „Bleib mal auf dem Teppich“ Das ist wohl eine richtige Einschränkung. Da war ich wohl etwas zu enthusiastisch. Aber im Kern ist das doch richtig. Das Christentum hat sich bis an die Enden der Erde ausgebreitet, es hat in vielen Kulturen Wurzeln geschlagen und dabei auch ein sehr komprimiertes Gebet mit überliefert.
Ich benutze das Wort „Konfession“ nur im christlichen Sprachgebrauch, da es im Christentum um das „Bekenntnis“(confessio) (v.a. durch den Protestantismus bestärkt) geht.
Mögen auch in anderen Religionen verschiedene Arme Konfessionen genannt werden, möchte ich darauf hinweisen, dass es sich hierbei um liturgische und ethische Unterschiede handelt, nicht so sehr die Bindung an eine Confessio.

Eine Confessio (z.B. die Confessio Augustana) ist bindendes Bekenntnis einer Gruppe oder Gemeinde, sie ist sozusagen Grund für die Trennung zweier Gruppen. Sie ist nicht (nur) die Bezeichnung für die Trennung!

Stichwort Absolutismen
Absolut soll doch immer alles im Leben sein. Warum nicht auch etwas Unbeständiges, Fragwürdiges.
Meiner Meinung nach hat die Kirche (Kirchen) den Fehler gemacht immer eine Antwort eben einen Absolutismus (wie du es nennst) zu haben. Bis dahin, dass eine Kirche meint sie mache gar keine Fehler.
Mein Ansatz ist ein fragender Ansatz, der eben aushält, dass wir nicht wissen, wie es nach dem Tod ausschaut. dass wir nicht Leid und Tod mit einem Satz erklären können.

Hoffentlich doch ein Ansatz der zum Nachdenken anregt? Aber wie oben gesagt, das gute ist, wir brauchen nicht lang zu suchen, sondern müssen einfach in uns hören.

Das wünsche ich auch dir, liebe Elke.

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Hallo Hardy,

Das Kind soll mit der Gewissheit einschalfen können, das es
Dich und Mutti beim Aufwachen noch gibt. Mehr nicht !

woher nimmst Du die Gewissheit, dass Du am nächsten Tag noch leben wirst?

Gruss Harald

Hallo Simon,

Ja, das ist wohl eine gute Beschreibung. verschüttet.

Da man mich (absichtlich?) missverstanden hat:
es war ironisch gemeint. Ich hatte diesen Drang
nie und habe ihn auch nicht.

Man
macht sich oft das Leben sehr schwer.

Nein. Ich empfinde mein Leben nicht als schwer.

Sucht und sucht nach
Antworten, dabei liegen sie in einem selbst.

Wer sagt, dass ich suche.

Gott hat sie
einem geschenkt, man kann da gar nichts dafür.

Bei mir liegt wirklich nichts, echt.

Stichwort Konfession und Kultur. „Bleib mal auf dem Teppich“
Das ist wohl eine richtige Einschränkung. Da war ich wohl
etwas zu enthusiastisch. Aber im Kern ist das doch richtig.

Nein. Ueberhaupt nicht.

Das Christentum hat sich bis an die Enden der Erde
ausgebreitet, es hat in vielen Kulturen Wurzeln geschlagen und
dabei auch ein sehr komprimiertes Gebet mit überliefert.

Und in vielen anderen Kulturen gibt es andere Religionen,
dort kommen die Menschen ganz ohne christlichen Gott
aus.
Oder gar ganz ohne Gott und Goetter.
Und leben. Sogar gut. Ob es mehr unglueckliche
Christen als unglueckliche anderer Religionsgemeinschaften
gibt oder als unglueckliche Nichtglaeubige kann wohl nicht
wirklich beantwortet werden.

Meiner Meinung nach hat die Kirche (Kirchen) den Fehler
gemacht immer eine Antwort eben einen Absolutismus (wie du es
nennst) zu haben. Bis dahin, dass eine Kirche meint sie mache
gar keine Fehler.

Mir ging es darum, dass du dich in einem Religionsbrett,
das in seiner Definition sagt, dass es fuer alle religioesen
Fragen zustaendig ist und nicht nur fuer christliche
Antworten, aufs Christliche beschraenkt hast und die
anderen ungefragt mit eingeschlossen hast.

Mein Ansatz ist ein fragender Ansatz, der eben aushält, dass
wir nicht wissen, wie es nach dem Tod ausschaut.

Es kam ueberhaupt nicht fragend rueber.

dass wir
nicht Leid und Tod mit einem Satz erklären können.

Hoffentlich doch ein Ansatz der zum Nachdenken anregt?

Nö, nicht wirklich. Aber deshalb fehlt mir noch lange
nichts.

Gruesse
Elke

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Hi Harald,

Das Kind soll mit der Gewissheit einschalfen können, das es
Dich und Mutti beim Aufwachen noch gibt. Mehr nicht !

woher nimmst Du die Gewissheit, dass Du am nächsten Tag noch
leben wirst?

Hab ich nicht. Aber 3jaehrige (und aeltere) Kinder sollen
nicht grosswerden mit dem Gedanken, dass es anders sein
koennte.

Gruesse
Elke

1 „Gefällt mir“

Hi Elke,

woher nimmst Du die Gewissheit, dass Du am nächsten Tag noch
leben wirst?

Hab ich nicht. Aber 3jaehrige (und aeltere) Kinder sollen
nicht grosswerden mit dem Gedanken, dass es anders sein
koennte.

und wenn es dann doch mal so ist?
Wie soll das Kind dann damit zurecht kommen?

Mose sagte: „Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden.“ (Psalm 90,12)

Wirklich hilfreich ist das Wissen, dass Gott sich auf jeden Fall um einen kümmert. Da kommt man auch leichter drüber weg, wenn man mal ohne Eltern dasteht.

Gruss Harald

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Hi Harald,

erst einschüchtern, damit der Glaube fruchtbaren Boden findet, das hat mir an Religion noch nie gefallen.

Ich kann Elke nur zustimmen: Einem Kind sollte wirklich nicht unnötige Angst eingepflanzt werden. Wenn die Eltern sterben sollten, dann findet sich ein weg, das einem Kind beizubringen.

Gruss,
Herb

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Hi Herb,

erst einschüchtern, damit der Glaube fruchtbaren Boden findet,
das hat mir an Religion noch nie gefallen.

irgendwie verstehen wir uns falsch.

Der Ausgangspunkt war Hardys Vorschlag (?), dem Kind Gewissheit zu geben, dass die Eltern am nächsten Morgen noch leben.

An und für sich ist das gar nicht nötig, weil ein Kind von sich aus nicht daran zweifelt.
Sollte jedoch dennoch davon die Rede sein, ist es besser, dem Kind im voraus die Sicherheit zu geben, dass Gott sich um es kümmert, als im Falle des Falles „einen Weg zu finden, dem Kind das beizubringen“.

Wo siehst Du eine Einschüchterung?

Gruss Harald