Hab da ein Problem

Hab da ein Problem mit den 2 einfachen Begriffen „Demokratie“ und „Populismus“.
Unter Demokratie versteht man doch einen Zustand, bei dem die Mehrheit der Bevölkerung entscheidet.
Wie kommt es dann, dass man einem Politiker Populismus vorwerfen kann, wenn er doch bloß die Meinung der Mehrheit vertritt?

Könnte es nicht sein, dass es da eine intellektuelle Minderheit „besser weiss“ und sich in egoistischer Weise über die „dumme“ Masse erheben will, und in völlig undemokratischer Weise die Welt einfach so gestalten will, wie es ihren speziellen Bedürnissen am besten bekommt, und nicht wie sie die Mehrheit haben will?

Wie seht denn Ihr das?
Würde mich wirklich interessieren!

jo

Hab da ein Problem mit den 2 einfachen
Begriffen „Demokratie“ und „Populismus“.
Unter Demokratie versteht man doch einen
Zustand, bei dem die Mehrheit der
Bevölkerung entscheidet.
Wie kommt es dann, dass man einem
Politiker Populismus vorwerfen kann, wenn
er doch bloß die Meinung der Mehrheit
vertritt?

Könnte es nicht sein, dass es da eine
intellektuelle Minderheit „besser weiss“
und sich in egoistischer Weise über die
„dumme“ Masse erheben will, und in völlig
undemokratischer Weise die Welt einfach
so gestalten will, wie es ihren
speziellen Bedürnissen am besten bekommt,
und nicht wie sie die Mehrheit haben
will?

Wie seht denn Ihr das?
Würde mich wirklich interessieren!

Hehehe… Du hast es erfaßt. :smile:
Im Prinzip ist jeder Politiker in einem demokratischen Land immer auch Populist, weil er sich nach dem Volk (populus) richten muß, um erfolgreich zu sein.
Auch wenn Mehrheitsentscheidungen falsch sein mögen (bzw für falsch gehalten werden), gilt noch immer der Satz von Churchill, daß die Demokratie die schlechteste aller Staatsformen ist - mit Ausnahme der Demokratie selbst.

Als Ergänzung des demokratischen Prinzips (und in gewissem Maße natürlich auch als Gegensatz dazu) gibt es insb das liberale Prinzip (wird manchmal auch als Teil der Rechtsstaatlickeit angesehen). Dieses garantiert, daß eben nicht jede Mehrheitsentscheidung per se sakrosankt ist.
So wäre zB eine Mehrheitsentscheidung, mit der die Zwangseuthanasie für Behinderte eingeführt wird, durchaus demokratisch, aber eben trotzdem nicht rechtsstaatlich/liberal, weil eine solche Regelung gegen das Recht auf Leben verstoßen würde.

Aber wo die Rechtsstaatlichkeit nicht verletzt wird, da hat eine Minderheit in einer Demokratie kein Recht, sich gegen ordnungsgemäß zustandegekommene Entscheidungen der Mehrheit zu stämmen.

Wenn man schon einen negativen Inhalt für den Begriff „Populist“ finden will, dann würde ich darunter am ehesten einen Politiker verstehen, der nicht der Meinung des Volkes folgt, sondern „Volkes Meinung“ zur Verfolgung eigener Zwecke manipuliert.
Aber bei dieser Definition sind wohl ziemlich viele Politiker Populisten, denn mir fallen jetzt auf der Stelle sehr viele Politiker ein, die bewußt manipulieren, intrigieren, verleumden, heucheln und lügen.

Aber im Prinzip halte ich es mit Sir Karl R. Popper: In einer Demokratie kommt es vor allem darauf an, daß man die Möglichkeit hat, eine Regierung unblutig und in einem geregelten Rahmen wieder los zu werden.
Und ob da einer „populistisch“ (populär) ist, ist da für mich schon zweitrangig.

Ciao
P.

Hi !

Hab da ein Problem mit den 2 einfachen
Begriffen „Demokratie“ und „Populismus“.
Unter Demokratie versteht man doch einen
Zustand, bei dem die Mehrheit der
Bevölkerung entscheidet.
Wie kommt es dann, dass man einem
Politiker Populismus vorwerfen kann, wenn
er doch bloß die Meinung der Mehrheit
vertritt?

Bzgl. der Definition des Begriffs „Populismus“ halte ich es mit Patrick.

Für mich ist die Frage, ob Haider ein Populist (welcher Couleur auch immer) ist, unerheblich.
Die FPÖ regiert ohne Haider. Sie wurde demokratisch gewählt.
Bei der Regierungsarbeit muß sich die FPÖ an die österr. Verfassung halten, daher kommen auch Entscheidungen wie die von Patrick unten exemplarisch angeführte Zwangseuthanasie nicht in Frage.

Könnte es nicht sein, dass es da eine
intellektuelle Minderheit „besser weiss“
und sich in egoistischer Weise über die
„dumme“ Masse erheben will, und in völlig
undemokratischer Weise die Welt einfach
so gestalten will, wie es ihren
speziellen Bedürnissen am besten bekommt,
und nicht wie sie die Mehrheit haben
will?

So sieht es aus. Leider.
Die europäischen Sozialisten verbiegen, wenn nicht sogar brechen, momentan jedwede rechtsstaatlichen Grundsätze.
Und was das erchreckende dabei ist: niemand regt sich auf!

Gruß,

Mathias

Hallo,

den Begriff der Demokratie näher zu erläutern, ist sicher nicht notwendig. Zum Thema Populismus habe ich unter Anderem einen Artikel im Hamburger Abendblatt v. 01.02.00 gefunden, von dem ich einen kleinen Abschnitt zitiere:
____________________________________________
Als populistisch werden heute politische Bewegungen bezeichnet, die mit volkstümlichen Parolen und häufig nur einem „starken Mann“ an der Spitze bestimmte Wählerschichten zu mobilisieren versuchen. Der Brockhaus definiert den Begriff des Populismus kurz und bündig als eine von „Opportunismus geprägte, volksnahe, oft demagogische Politik mit dem Ziel, durch Dramatisierung der politischen Lage die Gunst der Massen zu gewinnen“.

Quelle: Hamburger Abenblatt v. 01.02.00 (dpa)
____________________________________________
Den ganzen Artikel gibt´s unter:
http://www.abendblatt.de/bin/ha/set_frame/set_frame…

Resumee des Artikels (und einiger wissenschaftlicher Arbeiten zu dem Thema) ist, das Populisten zwar medien- und massenwirksam Parolen verbreiten, aber selten bis nie Konzepte zur eigentlichen Problembewältigung vorlegen können. Für die BRD werden hier vor Allem Dr. Gerhard Frey (DVU) und Dr. Gregor Gysi (PDS) genannt.

Interessant ist vieleicht, dass die Zielgruppe der Populisten i.d.R. die soziale Unterschicht ist. Ich denke nicht, dass die Populisten die Meinung einer Volksmehrheit vertreten (sonst würden sie auch mehrheitlich gewählt), sondern dass sie mit ihren Parolen eben latente Ängste und Ressentiments bei einer gewissen Bevölkerungsschicht wecken und diese dann übernommen werden.

Gruss
Peter

Hallo Mathias,

Für mich ist die Frage, ob Haider ein
Populist (welcher Couleur auch immer)
ist, unerheblich.
Die FPÖ regiert ohne Haider. Sie wurde
demokratisch gewählt.

Für die Tatsache der Wahl ist das tatsächlich unerheblich. Andererseits muss dieser Grundsatz aber bitte auch auf andere Populisten (z. B. der Linken) angewendet werden, die genauso durch demokratische Wahlen Mitglieder von Regierungen bzw. Parlamenten sind…

Bei der Regierungsarbeit muß sich die FPÖ
an die österr. Verfassung halten, daher
kommen auch Entscheidungen wie die von
Patrick unten exemplarisch angeführte
Zwangseuthanasie nicht in Frage.

Das ist natürlich wahr, zumindestens so lange, bis es einer „populistischen“ Partei gelingen sollte, eine absolute Mehrheit zu erringen. Was dann passieren kann, können wir an der Geschichte beider deutschen Staaten, der Sowjetunion, China, Lateinamerika, Afrika etc. ohne weiteres nachvollziehen. Z. Zt. scheinen unsere demokratischen Systeme vor so einer Gefahr gottseidank gefeit zu sein.

In Patricks Posting war noch der Satz zu lesen, dass bei Gewährleistung der Rechststaatlichkeit niemand das Recht habe, sich gegen eine demokratische Entscheidung zu stellen. Dem möchte ich massiv widersprechen. Das Grundgesezt gewährt mit den Artikeln 2,4,5,8,17 jedem Bürger das Recht, seine Meinung zu haben, zu vertreten und auch gegen Mehrheitsenstscheidungen zu protestieren (natürlich muss auch hier die Rechtsstaatlichkeit gewährleistet sein). Ich würde es für fatal halten, wenn der Staatsbürger zum reinen Untertanen degradiert würde, der zwar alle paar Jahre mal ein Kreuzchen machen darf, ansonsten aber zu akzeptieren hat, was die herrschende Klasse befiehlt.

Und endlich: So wie es in der BRD Vorbehalte gegen die PDS gibt, so darf es in Ö wohl auch Vorbehalte gegen die FPÖ geben. Schliesslich entsprechen die Wahlergebnisse der beiden Parteien ja nicht etwa einem Mehrheitswillen, vielmehr wurden sie von einer Mehrheit der Bürger nicht gewählt.

So sieht es aus. Leider.
Die europäischen Sozialisten verbiegen,
wenn nicht sogar brechen, momentan
jedwede rechtsstaatlichen Grundsätze.
Und was das erchreckende dabei ist:
niemand regt sich auf!

Auch hier sollte man beachten, dass die europäischen Sozialdemokraten in freien, geheimen, demokratischen Wahlen mehrheitlich ins Amt gesetzt wurden und so, per Definition, Volkes Willen repräsentieren. Wenn ich Patrick folgen würde, dürfte sich die konservative Minderheit nicht in irgendeiner Form dagegen auflehnen und hätte gefälligst zu akzeptieren, was die jeweiligen Regierungen beschliessen. Dem Vorwurf der Rechtsbeugung kann ich leider auch nicht ganz folgen. So weit ich das beurteilen kann, sind die Regierungen der demokratischen Länder konform mit den jeweiligen Verfassungen und auch internationaler Abkommen (das gilt sicher auch für Österreich). Dummerweise entsprechen die (wohl überzogenen) EU-Reaktionen auf Ö durchaus den EU-Richtlinen (die -auch durch konservative Regierungen- mehrheitlich festgelegt wurden) .Diese Richtlinien wurden sicher auch von Östereich als EU-Mitglied ratifiziert. Auch den einzigen für mich erkenntlichen Verfassungsbruch der jetztigen Bundesregierung, den BW-Einsatz im Kosovo, haben eine breite Mehrheit aller Parteien und sicherlich auch der Bürger mitgetragen. Die Einzigsten, die hier dagegen waren, waren die Sozialisten…

In diesem Sinne: Populisten raus aus den Regierungen, sie kosten uns nur Zeit, Geld und Nerven und bringen uns politisch nicht weiter. Überlassen wir das Regieren lieber den Demokraten egal welcher politischen Richtung - konservativ, liberal oder sozialdemokratisch.

Gruss
Peter

Für
die BRD werden hier vor Allem Dr. Gerhard
Frey (DVU) und Dr. Gregor Gysi (PDS)
genannt.

Ich weiss nicht, warum das Abendblatt Gysi als Populisten bezeichnet. Seine Kosovokrieg-Opposition war alles andere als das und seine Rufe nach Verstaatlichung der Grossindustrie auch.

Die machen eine richtige Deffinition und bringen das falsche Beispiel dafür.

Sigi

Mißverständnis…
Hi!

In Patricks Posting war noch der Satz zu
lesen, dass bei Gewährleistung der
Rechststaatlichkeit niemand das Recht
habe, sich gegen eine demokratische
Entscheidung zu stellen. Dem möchte ich
massiv widersprechen. Das Grundgesezt
gewährt mit den Artikeln 2,4,5,8,17 jedem
Bürger das Recht, seine Meinung zu haben,
zu vertreten und auch gegen
Mehrheitsenstscheidungen zu protestieren
(natürlich muss auch hier die
Rechtsstaatlichkeit gewährleistet sein).

Da hast Du mich wohl mißverstanden (oder ich hab mich nicht klar genug ausgedrückt). Selbstverständlich darf jeder auch gegen Mehrheitsentscheidungen seine Stimme heben, dagegen sein, sich dagegen äußern, damit nicht einverstanden sein, dagegen protestieren oder uU auch demonstrieren. Davon lebt ja die Demokratie. Schließlich war ja jede Mehrheitsmeinung wohl irgendwann einmal eine Minderheitsansicht.
Ich hab eher an Fälle von „Widerstand“ gedacht, die von intriganten Dauerblockaden gegen den Rest der Bevölkerung über „zivilen Ungehorsam“ gegen ordnungsgemäß zustandegekommene Gesetze bis hin zum bewaffneten Kampf (Terrorismus) gegen eine demokratisch etablierte Regierung reichen.

Ich würde es für fatal halten, wenn der
Staatsbürger zum reinen Untertanen
degradiert würde, der zwar alle paar
Jahre mal ein Kreuzchen machen darf,
ansonsten aber zu akzeptieren hat, was
die herrschende Klasse befiehlt.

Die „herrschende Klasse“ ist das Volk. :wink:
Naja, zumindest manchmal, denn schon Rousseau hat gesagt, daß der Bürger nur in den paar Minuten wirklich frei ist, in denen er in der Wahlzelle seine Stimme abgibt und seinen „Dikator“ (Parlament) für die nächsten paar Jahre wählt.

Und endlich: So wie es in der BRD
Vorbehalte gegen die PDS gibt, so darf es
in Ö wohl auch Vorbehalte gegen die FPÖ
geben. Schliesslich entsprechen die
Wahlergebnisse der beiden Parteien ja
nicht etwa einem Mehrheitswillen,
vielmehr wurden sie von einer Mehrheit
der Bürger nicht gewählt.

So gesehen entspricht keine Regierung dem Wählerwillen, wenn sie aus einer Koalition von zwei oder mehr Parteien besteht, also keine Ein-Partei-Regierung mit absoluter Mehrheit ist.

Auch hier sollte man beachten, dass die
europäischen Sozialdemokraten in freien,
geheimen, demokratischen Wahlen
mehrheitlich ins Amt gesetzt wurden und
so, per Definition, Volkes Willen
repräsentieren. Wenn ich Patrick folgen
würde, dürfte sich die konservative
Minderheit nicht in irgendeiner Form
dagegen auflehnen und hätte gefälligst
zu akzeptieren, was die jeweiligen
Regierungen beschliessen.

Nur übersiehst Du, daß die EU und Völkerrecht bzw generell das Verhältnis von Staaten untereinander mit Demokratie überhaupt nichts zu tun haben. Du vermischt Äpfel mit Birnen.

Dem Vorwurf der
Rechtsbeugung kann ich leider auch nicht
ganz folgen. So weit ich das beurteilen
kann, sind die Regierungen der
demokratischen Länder konform mit den
jeweiligen Verfassungen und auch
internationaler Abkommen (das gilt sicher
auch für Österreich). Dummerweise
entsprechen die (wohl überzogenen)
EU-Reaktionen auf Ö durchaus den
EU-Richtlinen (die -auch durch
konservative Regierungen- mehrheitlich
festgelegt wurden) .

NEIN!
Tun sie nicht!
Lies Dir mal Art 7 EUV durch, dann wirst Du erkennen, daß eben diese Bestimmung (die für den Fall der Fälle anwendbar wäre) eben NICHT anwendbar ist.
Hier wird/wurde in einer Grauzone agiert, die mit „EU-Richtlinien“ nix zu tun hat.
Und das ewige Gelaber von den „europäischen Werten“, die angeblich verletzt sein sollen, geht mir auch schon ziemlich auf den Senkel. Denn bis heute hat es noch keiner der moralinsauren Betroffenheitsheuchler geschafft, diese Werte zu nennen oder auch nur zu sagen, wo diese Werte festgeschrieben sein sollen und wann/wo diese Werte verletzt wurden.
Aber im inhaltslosen Dampfplaudern zur Benebelung des Stimmviehs erkennt man ja eine „Qualität“ eines „professionellen“ Politikers. :wink:

In diesem Sinne: Populisten raus aus den
Regierungen, sie kosten uns nur Zeit,
Geld und Nerven und bringen uns politisch
nicht weiter. Überlassen wir das Regieren
lieber den Demokraten egal welcher
politischen Richtung - konservativ,
liberal oder sozialdemokratisch.

Ja genau! Weg mit Chirac, Jospin, Michel, Verhofstadt, Schröder… :wink:

Ciao
P.

Hallo Patrick,

ich kürze ein bischen, sonst wird´s zu lang…

Da hast Du mich wohl mißverstanden …

OK, bei staats- und verfassungsfeindlichen Umtrieben hört der Spass natürlich auf. Das unterschreibe ich gerne mit.

Die „herrschende Klasse“ ist das Volk.
:wink:

Hier hab ich mich wohl falsch ausgedrückt, ich meinte natürlich den exklusiven Club der Regierungs- und Parlamentsmitglieder…

So gesehen entspricht keine
Regierung dem Wählerwillen…

Ausser natürlich in Bayern oder der etwas eigenwilligen Demokratie der USA… ;o)
I.d.R. sind die „Populisten“ ja die Juniorpartner bzw. in der Opposition. Die Situation in Ö ist da sicherlich ein wenig pikanter, da die Partei, die eigentlich die meisten Stimmen erhalten hatte, nicht an der Regierung beteiligt ist… Ehrlich gesagt habe ich das ganze Hick-Hack um die Regierungsbildung in Ö nicht ganz begriffen.

Nur übersiehst Du, daß die EU…

Halt stopp: die Regierungen wurden in den jeweiligen Ländern nach demokratischen Regeln gewählt, also Schröder von den Deutschen, Blair von den Briten etc. Gehen wir davon aus, dass in einer parlamentarischen Demokratie die Regierungschefs als Vertreter ihres Volkes gewählt und anerkannt werden, ist die EU durchaus demokratisch. Jeder Entscheidungsprozess muss ja hier auch mit Mehrheiten, z.T. auch einstimmig eingeleitet werden (was die EU etwas schwerfällig macht). Etwas undemokratischer ist da die UN wegen dem Veto-Recht div. Grossmächte.

NEIN!
Tun sie nicht!
Lies Dir mal Art 7 EUV durch…

Äh, hab ich momentan nicht zur Hand, werde es heute Abend mal studieren. Ich sage ja, ich halte die ganze Aktion eh für überzogen.
Generell gilt für mich: Erstmal arbeiten lassen und erst schreien, wenn´s wehtut. Ich nehme mir natürlich trotzdem das Recht heraus, eine gewisse Skepsis div. Politikern, Parteien und auch ganzer Länder weltweit gegenüber zu besitzen…

Ja genau! Weg mit Chirac, Jospin, Michel,
Verhofstadt, Schröder… :wink:

Das stürzt uns in die Anarchie - keine Demokraten in Sicht… :smile:))

Gruss aus dem einzigsten Bundesland mit 1-Parteien-Diktatur…

Peter

Hi Peter !

Für mich ist die Frage, ob Haider ein
Populist (welcher Couleur auch immer)
ist, unerheblich.
Die FPÖ regiert ohne Haider. Sie wurde
demokratisch gewählt.

Für die Tatsache der Wahl ist das
tatsächlich unerheblich. Andererseits
muss dieser Grundsatz aber bitte auch auf
andere Populisten (z. B. der Linken)
angewendet werden, die genauso durch
demokratische Wahlen Mitglieder von
Regierungen bzw. Parlamenten sind…

Das geschieht doch. Sogar die PDS wird klaglos akzeptiert.

Bei der Regierungsarbeit muß sich die FPÖ
an die österr. Verfassung halten, daher
kommen auch Entscheidungen wie die von
Patrick unten exemplarisch angeführte
Zwangseuthanasie nicht in Frage.

Das ist natürlich wahr, zumindestens so
lange, bis es einer „populistischen“
Partei gelingen sollte, eine absolute
Mehrheit zu erringen. Was dann passieren
kann, können wir an der Geschichte beider
deutschen Staaten, der Sowjetunion,
China, Lateinamerika, Afrika etc. ohne
weiteres nachvollziehen. Z. Zt. scheinen
unsere demokratischen Systeme vor so
einer Gefahr gottseidank gefeit zu sein.

…und Haider ist sicherlich keine Gefahr für die Demokratie und die Menschenrechte in Österreich.
Diese perfiden Vergleiche mit der Nazi-Zeit,
sowie die „um-drei-Ecken“-Verurteilung der Österreicher als Nazis ist wirklich das Letzte !

In Patricks Posting war noch der Satz zu
lesen, dass bei Gewährleistung der
Rechststaatlichkeit niemand das Recht
habe, sich gegen eine demokratische
Entscheidung zu stellen. Dem möchte ich
massiv widersprechen. Das Grundgesezt
gewährt mit den Artikeln 2,4,5,8,17 jedem
Bürger das Recht, seine Meinung zu haben,
zu vertreten und auch gegen
Mehrheitsenstscheidungen zu protestieren
(natürlich muss auch hier die
Rechtsstaatlichkeit gewährleistet sein).

Natürlich.
Aber ist sie das angesichts der linken Chaoten, die Demos zum Randale-Happening mißbrauchen?
Es haben eben alle das recht, zu wählen und auch zu demonstrieren. Wer sich in diesem Fall mehr danebenbenommen hatte, ist wohl unstrittig.

Ich würde es für fatal halten, wenn der
Staatsbürger zum reinen Untertanen
degradiert würde, der zwar alle paar
Jahre mal ein Kreuzchen machen darf,
ansonsten aber zu akzeptieren hat, was
die herrschende Klasse befiehlt.

Dann mach doch das richtige Kreuzchen…

Und endlich: So wie es in der BRD
Vorbehalte gegen die PDS gibt, so darf es
in Ö wohl auch Vorbehalte gegen die FPÖ
geben. Schliesslich entsprechen die
Wahlergebnisse der beiden Parteien ja
nicht etwa einem Mehrheitswillen,
vielmehr wurden sie von einer Mehrheit
der Bürger nicht gewählt.

Vorbehalte darf jeder gegen alles haben.
Nur reden wir hier nicht von Vorbehalten, sndern von handfesten Rchtsbrüchen der übrigen europ. Regierungen.
Dagegen habe ich so meine Vorbehalte…

So sieht es aus. Leider.
Die europäischen Sozialisten verbiegen,
wenn nicht sogar brechen, momentan
jedwede rechtsstaatlichen Grundsätze.
Und was das erchreckende dabei ist:
niemand regt sich auf!

Auch hier sollte man beachten, dass die
europäischen Sozialdemokraten in freien,
geheimen, demokratischen Wahlen
mehrheitlich ins Amt gesetzt wurden und
so, per Definition, Volkes Willen
repräsentieren. Wenn ich Patrick folgen
würde, dürfte sich die konservative
Minderheit nicht in irgendeiner Form
dagegen auflehnen und hätte gefälligst
zu akzeptieren, was die jeweiligen
Regierungen beschliessen. Dem Vorwurf der
Rechtsbeugung kann ich leider auch nicht
ganz folgen. So weit ich das beurteilen
kann, sind die Regierungen der
demokratischen Länder konform mit den
jeweiligen Verfassungen und auch
internationaler Abkommen (das gilt sicher
auch für Österreich). Dummerweise
entsprechen die (wohl überzogenen)
EU-Reaktionen auf Ö durchaus den
EU-Richtlinen (die -auch durch
konservative Regierungen- mehrheitlich
festgelegt wurden) .Diese Richtlinien
wurden sicher auch von Östereich als
EU-Mitglied ratifiziert. Auch den
einzigen für mich erkenntlichen
Verfassungsbruch der jetztigen
Bundesregierung, den BW-Einsatz im
Kosovo, haben eine breite Mehrheit aller
Parteien und sicherlich auch der Bürger
mitgetragen. Die Einzigsten, die hier
dagegen waren, waren die Sozialisten…

Ich denke nicht, daß es in den EU-Richtlinien vorgesehen ist, ein Mitglied aufgrund von demokratisch legitimierten Wahlen zu isolieren.

Wie gesagt: protestieren darf jeder. Nur das Durchsetzen handfester Interessen der sozialistischen Internationale mit vorgeschobenen Begründungen
etwa wie „wehret den Anfängen“ oder ähnlicher Mist, sind etwas ganz anderes. Hier handelt es sich nach (nicht nur) meiner Meinung um massive und sogar hochgefährliche Rechtsbeugung!
Hier wäre ein „wehret den Anfängen“ eher angebracht, denn Machterhalt über illegale Aktionen sind einer Demokratie nicht würdig. Und ich persönlich möchte mich nicht von irgendwelchen Altkommunisten in einen kaputten, totalitären Bananenstaat Deutschland überführen lassen !

In diesem Sinne: Populisten raus aus den
Regierungen, sie kosten uns nur Zeit,
Geld und Nerven und bringen uns politisch
nicht weiter. Überlassen wir das Regieren
lieber den Demokraten egal welcher
politischen Richtung - konservativ,
liberal oder sozialdemokratisch.

Was für ein schöner Satz. Nur ist jeder Politiker irgendwie Populist. das gehört zum Gschäft.
Ist Schröder mit seinen markigen Sprüchen und der weihnachtlichen P.Holzmann-Rettung etwa keiner?
Ist Gysi mit seiner ohnehin längst überholten DDR-Polemik nicht auch einer?
Von Leuten wie Westerwelle ganz zu schweigen…

Gruß,

Mathias

vorab: mehrheiten können sich irren…
(eigentlich irren sie meistens, dafür gbt es nun wirklich eine menge beispiele)

natürlich ist die meinng der mehrheit zunächst mal eben die meinung der mehrheit.
aber was ist denn diese mehrheit?
un-informierte, leicht manipulierbare menschen, vielleicht der durchschnitts-BILD-leser, dessen denkweise auf die der BILD beschränkt wurde.
Nehmen wir das Thema „Kinder statt Inder“.
Ich gehe davon aus, dass jeder, egal welchen Inforamtionsstand er hat, eine Meinung dazu vertritt. Das Thema ist aber eigentlich ziemlich vielschichtig und kompliziert und durch solch eine primitive Aussage kaum zu erfassen. Es spricht aber direkt die Gefühle derer an, die vielleicht ähnlich denken.
Das ist für mich klassischer Populismus.
Politik, die sich nicht an Sachthemen und deren Lösungen orientiert, sondern durch plumpe Sprüche Gefühle und Ängste der Menschen in Stimmen umwandeln will, und dabei die „Dummheit der MAssen“ einkalkuliert. (und ihre vergesslichkeit, schliesslich war Rüttgers Zukunftsminister… und Edmund Stoiber hat vor ca. 2 Jahren in Bayern vorgeschlagen, ausländische Ingenieure einzusetzen…)
Demokrat ist für mich ein Politiker, der einen für alle am Konflikt beteiligten MEnschen vertretbaren Konsens herstellen kann, der Minderheiten berücksichtigt und gleichzeitig eine gewisse Vision hat, von der er sich leiten lässt.
(momentan kenne ich da jetzt leider keinen… kohl war sicher nahe dran, vielleicht auch fischer)
Ein solcher Mensch spielt denn auch meistens eher weniger mit tumben Ängsten sondern erklärt seine Sicht der Dinge fundiert und differenziert.

Die europäischen Sozialisten verbiegen,
wenn nicht sogar brechen, momentan
jedwede rechtsstaatlichen Grundsätze.
Und was das erchreckende dabei ist:
niemand regt sich auf!

Gruß,

Mathias

Doch. Ich reg mich auf!
Grüßchen von Regina

Hallo Peter!

Ehrlich gesagt habe ich das ganze
Hick-Hack um die Regierungsbildung in Ö
nicht ganz begriffen.

Wobei Du nicht der einzige wärst. :wink:

Nur übersiehst Du, daß die EU…

Halt stopp: die Regierungen wurden in den
jeweiligen Ländern nach demokratischen
Regeln gewählt, also Schröder von den
Deutschen, Blair von den Briten etc.
Gehen wir davon aus, dass in einer
parlamentarischen Demokratie die
Regierungschefs als Vertreter ihres
Volkes gewählt und anerkannt werden, ist
die EU durchaus demokratisch. Jeder
Entscheidungsprozess muss ja hier auch
mit Mehrheiten, z.T. auch einstimmig
eingeleitet werden (was die EU etwas
schwerfällig macht). Etwas
undemokratischer ist da die UN wegen dem
Veto-Recht div. Grossmächte.

Also, wenn das Bestehen von Veto-Rechten ein Kriterium für Demkratie ist, dann ist die EU wohl undemokratischer als die UNO. Denn in der EU haben „nur“ die fünf permanenten SR-Mitglieder ein Veto-Recht, in der EU hat wegen des Einstimmigkeitsprinzips jedes der 15 Mitglieder ein solches Recht.
Was ich meine, ist, daß in der UNO einfache Mehrheiten genügen (solange keiner der 5 ein Veto einlegt), während in der EU solche einfachen Mehrheiten eben nicht genügen, da eine Entscheidung dem Willen aller konvenieren muß.
Die UNO ist wegen ihres prinzipiell bestehenden Mehrheitsprinzips also näher an einem „demokratischen“ System als die EU mit ihrem prinzipiell bestehenden Einstimmigkeitsprinzips. (Abgesehen davon, daß ich mich noch immer dagegen sträube, Begriffe wie „Demokratie“ auch auf der zwischenstaatlichen Ebene zu verwenden.)

Ich nehme mir natürlich trotzdem das
Recht heraus, eine gewisse Skepsis div.
Politikern, Parteien und auch ganzer
Länder weltweit gegenüber zu besitzen…

Ich mir auch.
Vor allem, wenn ich mir anschaue, wie zB der Begriff Wahl_kampf_ in Ländern wie Rußland interpretiert wird (siehe Tschetschenien)…

Ja genau! Weg mit Chirac, Jospin, Michel,
Verhofstadt, Schröder… :wink:

Das stürzt uns in die Anarchie - keine
Demokraten in Sicht… :smile:))

Wählt mich! :wink:

Gruss aus dem einzigsten Bundesland mit
1-Parteien-Diktatur…

Hmmm… Du magst den Edmund nicht, gell? :wink:

Ciao
P.

Ich weiss nicht, warum das Abendblatt
Gysi als Populisten bezeichnet. Seine
Kosovokrieg-Opposition war alles andere
als das und seine Rufe nach
Verstaatlichung der Grossindustrie auch.

Die machen eine richtige Deffinition und
bringen das falsche Beispiel dafür.

Sigi

„durch Dramatisierung der politischen Lage die Gunst der Massen zu gewinnen“
Wenn Gysi während des Kosovo gesagt hätte das ist gut hätte doch keiner zugehört, so hatte er zumindest Zuhörer.
Wer Meinung vertritt die in diesem geschichtlichen Augenblick ungewöhnlich sind verhält sich doch zumindest opportunitisch?
Bernd

??? nein, also ehrlich:
Vertritt er die Meinung der breiten Masse, dann ist er ein Populist. Vertritt er das Gegenteil, dann verhält er sich opportunistisch und will nur Zuhörer.
Diese Art der Deffinition lässt keinen Spielraum für „richtiges“ Verhalten. Offensichtlich kann ein Gysi tun und lassen was er will, es wird immer irgendwas gefunden, was man ihm vorwerfen kann.
Das ist nicht korrekt!
Man kann Gysi vorwefen was man will, aber Populist ist er keiner !!

Sigi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Patrick,

Also, wenn das Bestehen von Veto-Rechten
ein Kriterium für Demkratie ist, dann ist
die EU wohl undemokratischer als die UNO.
Denn in der EU haben „nur“ die fünf
permanenten SR-Mitglieder ein Veto-Recht,
in der EU hat wegen des
Einstimmigkeitsprinzips jedes der
15 Mitglieder ein solches Recht.
Was ich meine, ist, daß in der UNO
einfache Mehrheiten genügen (solange
keiner der 5 ein Veto einlegt), während
in der EU solche einfachen Mehrheiten
eben nicht genügen, da eine Entscheidung
dem Willen aller konvenieren muß.
Die UNO ist wegen ihres prinzipiell
bestehenden Mehrheitsprinzips also näher
an einem „demokratischen“ System als die
EU mit ihrem prinzipiell bestehenden
Einstimmigkeitsprinzips. (Abgesehen
davon, daß ich mich noch immer dagegen
sträube, Begriffe wie „Demokratie“ auch
auf der zwischenstaatlichen Ebene zu
verwenden.)

Ich empfinde ein Veto-Recht sogar als sehr undemokratisch, da es prinzipiell einer „Einer gegen Alle“-Mentalität entspricht. Wie oft auf diese Weise in der UN Beschlüsse torpediert wurden, die eigentlich von einer grossen Mehrheit getragen wurden, ist wohl Geschichte. Das mit der prinzipiellen Einstimmigkeit in der EU wird zwar gerne zitiert, entspricht aber nicht den Bestimmungen des EGV.

Nach Art. 148 EGV erfolgt die Beschlussfassung des Rates mit einfacher Mehrheit, Nichtanwesenheit gilt als negative Stimmabgabe („one State, one Vote-Prinzip“)
Nach Art 148, Abs. 2 ist jedoch für die meisten Materien die qualifizierte Mehrheit erforderlich (62 von 87 Stimmen). Nur in Ausnahmefällen (z. B. Art. 237 „Aufnahme neuer Mitglieder“) ist Einstimmigkeit notwendig, Enthaltungen sind dabei unerheblich.

Weiterhin habe ich im EGV des Öfteren (bitte leg mich jetzt nicht auf die Artikel fest) einen Zusatz mit etwa dem Sinngehalt gefunden, dass sich bei mehrheitlicher Zustimmung auf Einstimmigkeit geeinigt wird, sofern nationale Interessen nicht massiv gefährdet sind.

Meiner Meinung nach sollte man in allen internationalen Organisationen viel mehr Gewicht auf einfache Mehrheiten legen, da die Beschlüsse ja häufig recht skuril ausfallen (z. b. EU-Verordnung über Traktoren-Sitze oder Bananenverordnung). Auch die UN kommt ja oft über "scharfer Blick über den Brillenrand, erhobener Zeigefinger, gemurmeltes „Du Böser, Du“ nicht raus…

Vor allem, wenn ich mir anschaue, wie zB
der Begriff Wahl_kampf_ in Ländern
wie Rußland interpretiert wird (siehe
Tschetschenien)…

Stimmt auffallend. Wie weit kann man einem Volk über den Weg trauen, das immerhin zu einem Drittel Stalin als grössten Politiker ansieht und weiterhin stalinistische Politik wählt? *leise schauder*

Wählt mich! :wink:

Klar warum nicht? Ich möchte dann gerne Aussenminister werden…

Hmmm… Du magst den Edmund nicht, gell?
:wink:

Ehrlich gesagt - nein. Bei Strauss wusste ich wenigstens, was ich habe. Stoiber und seine ganze Ministerriege sind mir zu arrogant und zu opportunistisch.

cu
Peter

??? nein, also ehrlich:
Vertritt er die Meinung der breiten
Masse, dann ist er ein Populist. Vertritt
er das Gegenteil, dann verhält er sich
opportunistisch und will nur Zuhörer.
Diese Art der Deffinition lässt keinen
Spielraum für „richtiges“ Verhalten.
Offensichtlich kann ein Gysi tun und
lassen was er will, es wird immer
irgendwas gefunden, was man ihm vorwerfen
kann.
Das ist nicht korrekt!
Man kann Gysi vorwefen was man will, aber
Populist ist er keiner !!

Sigi

" die mit volkstümlichen Parolen und häufig nur einem „starken Mann“ an der Spitze bestimmte Wählerschichten zu mobilisieren versuchen"
nach der obigen Definition ist Gysi kein Populist weil volkstümlich sind seine Parolen eigentlich nicht, (ausser ich sage Neunfünfländer sind ein extra Volk?) im übrigen erlebe ich Gysi auch nicht als den einzigen starken „Mann“ in der PDS
Bernd

Hallo Mathias,

*g* generell interessant, wie schnell aus einer einfachen Begriffsdefinition eine politische Diskussion werden kann…mir soll´s recht sein.

Das geschieht doch. Sogar die PDS wird
klaglos akzeptiert.

Das sehe ich nicht ganz so. Schliesslich werden in hier im w-w-w und natürlich auch in der Öffentlichkeit die PDS und natürlich auch die Grünen gerne als Kommunisten, RAF-Handlanger, Kriminelle, Populisten etc. bezeichnet. Diese Aussagen sind auf die Vergangenheit einzelner Mitglieder bzw. der Gesamtpartei gemünzt. Andererseits regt man sich darüber auf, wenn die FPÖ im Allgemeinen und Herr Haider im Speziellen als Nazis, Nazi-Sympathisanten, Revisionisten etc. bezeichnet werden. Auch diese Sicht ist - selbstverständlich - vergangenheisorientiert. Während man aber gerne bereit ist, an die geistige Wandlungsfähigkeit der FPÖ und Herrn Haider zu glauben, spricht man das gleiche Recht der PDS und den Grünen wohl nicht zu.

…und Haider ist sicherlich keine Gefahr
für die Demokratie und die Menschenrechte
in Österreich.

Ein Statement dazu möchte ich eigentlich erst abgeben, wenn Auswirkungen der österreichischen Regierung zu sehen sind - frühestens in einem halben Jahr.

Diese perfiden Vergleiche mit der
Nazi-Zeit,
sowie die „um-drei-Ecken“-Verurteilung
der Österreicher als Nazis ist wirklich
das Letzte !

Das ist schon richtig - ich glaube auch nicht, dass das Gros der Bevölkerung den Österreicher per se aburteilt. Das Reizwort hat nunmal den Vornamen Jörg…
Aber bitte - der ewige Vergleich mit der sozialistischen Internationalen ist mindestens ebenso weit hergeholt. Schröder ist nicht Lenin, Blair nicht Mao und Jospin sicher nicht Ulbricht. Die Sozialdemokraten sind i.d.R. vom Kommunismus so weit entfernt wie die CDU vom Christentum.

Aber ist sie das angesichts der linken
Chaoten, die Demos zum Randale-Happening
mißbrauchen?

Du kennst meinen Standpunkt zu Gewalt. Trotzdem noch zwei Anmerkungen:

  1. Es ist ja nicht so, dass bei 20.000 Demonstranten 20.000 Steinewerfer dabei sind. Der Anteil der Gewaltbereiten ist verschwindend gering (nicht, dass das die Sache besser machen würde…)
  2. Ich weigere mich immer noch, Autonome (um solche handelt es sich bei den Gewaltbereiten) als „Linke“ anzusehen. Autonomie steht in der Denkweise dieser Leute für Anarchie, somit ausserhalb und gegen jede Form der Politik. Autonome fügen sich in überhaupt kein politisches System.
    Sprechen wir in diesem Zusammenhang lieber von Idioten, Gewalttäter oder meinetwegen Verbrechern - die genau so behandelt werden müssen.

Ich würde es für fatal halten, wenn der
Staatsbürger zum reinen Untertanen
degradiert würde, der zwar alle paar
Jahre mal ein Kreuzchen machen darf,
ansonsten aber zu akzeptieren hat, was
die herrschende Klasse befiehlt.

Dann mach doch das richtige Kreuzchen…

Mach ich, mach ich. Bei dem unterstellten Gedankenmodell würde es aber keinen Unterschied machen, wo man das Kreuzchen setzt…

Vorbehalte darf jeder gegen alles haben.
Nur reden wir hier nicht von Vorbehalten,
sndern von handfesten Rchtsbrüchen der
übrigen europ. Regierungen.
Dagegen habe ich so meine Vorbehalte…

Die ich, so leid es mir tut, nicht erkennen kann. Alles, was bislang geschehen ist (Reduzierung der bilateralen Bezeihungen auf ein Minimum - mehr ist es einfach nicht), ist zumindestens rechtlich nicht bedenklich.
Die moralische Tragweite steht auf einem anderen Blatt…

Ich denke nicht, daß es in den
EU-Richtlinien vorgesehen ist, ein
Mitglied aufgrund von demokratisch
legitimierten Wahlen zu isolieren.

a) Doch, es ist vorgesehen, und zwar in den Artikeln 6 und 7 EUV - sofern das Ergebnis dieser Wahl eine Gefährdung oder Missachtung der Europäischen Konvention bzw. des EGV/EUV darstellen würde.
b)Das ist von Seiten der EU auch nicht passiert. Da bin ich selbst einem Irrtum unterlegen. Es gibt bislang nur eine Erklärung von 14 europäischen Regierungschefs zum bilateraln Verhältnis zu Österreich. Die EU als Organisation hat nicht reagiert und kann auch nicht.

Wie gesagt: protestieren darf jeder. Nur
das Durchsetzen handfester Interessen der
sozialistischen Internationale mit
vorgeschobenen Begründungen
etwa wie „wehret den Anfängen“ oder
ähnlicher Mist, sind etwas ganz anderes.

Kommentar s. o.

Hier handelt es sich nach (nicht nur)
meiner Meinung um massive und sogar
hochgefährliche Rechtsbeugung!

Nein, sondern alltägliche politische Praxis. Beziehungen zu anderen Staaten aufzubauen oder eben einzufrieren ist weltweit Usus.

Hier wäre ein „wehret den Anfängen“ eher
angebracht, denn Machterhalt über
illegale Aktionen sind einer Demokratie
nicht würdig.

Leider drängt sich mir der Verdacht auf, dass sich der Protest gegen die Anti-Haider-Politik darauf gründet, dass sie sich nicht mit den Interessen der rechts-konservativen Seite vereinbaren lässt (?)…
So weit ich das wohl verstanden habe, sind doch auch weite Kreise der Union nicht gerade begeistert von den politischen Machtverhältnissen in Ö.

Und ich persönlich möchte
mich nicht von irgendwelchen
Altkommunisten in einen kaputten,
totalitären Bananenstaat Deutschland
überführen lassen !

Und ich möchte mich nicht von Alt- und Neunazis in einen mindestens genauso totalitären Staat führen lassen. Aber keine Angst, das wird wohl nie passieren.

Was für ein schöner Satz. Nur ist jeder
Politiker irgendwie Populist. das gehört
zum Gschäft.

In Wahlkampfzeiten sicher. Nur schaffen manchen den Bogen zur tatsächlichen politischen Arbeit nicht mehr und bleiben beim Populismus. Schon mal das Parteiprogramm der wahren Populisten DVU und REP angeschaut? Dampfgeplauder ohne jeglichen Inhalt…

Ist Schröder mit seinen markigen Sprüchen
und der weihnachtlichen
P.Holzmann-Rettung etwa keiner?

Da fällt mir noch das Blüm´sche „Die Renten sind sicher“ und die Kohl´schen „blühenden Landschaften“ ein :wink:
Nur: Kohl und Schröder, Blüm und Riester, Waigel und Eichel leisten nebenbei noch politische Arbeit und bewegen etwas - ob man mit dem Ergebnis nun einverstanden ist oder nicht. Populisten reden nur und leisten gar nichts. Siehe DVU in Sachsen-Anhalt.

Ist Gysi mit seiner ohnehin längst
überholten DDR-Polemik nicht auch einer?

Ja klar ist Gysi einer - und trifft zielsicher den Nerv der Ostdeutschen. Und er ist ein brillanter Rhetoriker, dem ich zugegebener Weise gerne zuhöre. Nur wählen kann man ihn natürlich nicht.

Von Leuten wie Westerwelle ganz zu
schweigen…

Ja, die FDP ist leider (gott, wie habe ich Herrn Genscher geschätzt) auf ihrem geistig-moralischen Tiefpunkt angelangt. Bin mal gespannt, wann sie wieder eine Kehrtwende machen und sich bei der SPD anbiedern…

Gruss
Peter

Hi Peter !

Endlich schlägt hier mal wieder jemand einen moderateren Ton an.
Auf dieser Basis diskutiere ich gerne. Mit Dir im speziellen diskutiere ich sowieso ganz gerne.

*g* generell interessant, wie schnell aus
einer einfachen Begriffsdefinition eine
politische Diskussion werden kann…mir
soll´s recht sein.

Eben. Warum nicht?

Das geschieht doch. Sogar die PDS wird
klaglos akzeptiert.

Das sehe ich nicht ganz so. Schliesslich
werden in hier im w-w-w und natürlich
auch in der Öffentlichkeit die PDS und
natürlich auch die Grünen gerne als
Kommunisten, RAF-Handlanger, Kriminelle,
Populisten etc. bezeichnet. Diese
Aussagen sind auf die Vergangenheit
einzelner Mitglieder bzw. der
Gesamtpartei gemünzt. Andererseits regt
man sich darüber auf, wenn die FPÖ im
Allgemeinen und Herr Haider im Speziellen
als Nazis, Nazi-Sympathisanten,
Revisionisten etc. bezeichnet werden.
Auch diese Sicht ist - selbstverständlich

  • vergangenheisorientiert. Während man
    aber gerne bereit ist, an die geistige
    Wandlungsfähigkeit der FPÖ und Herrn
    Haider zu glauben, spricht man das
    gleiche Recht der PDS und den Grünen wohl
    nicht zu.

Das ist bedingt richtig. Diesen Fehler habe sicherlich auch ich gemacht.

…und Haider ist sicherlich keine Gefahr
für die Demokratie und die Menschenrechte
in Österreich.

Ein Statement dazu möchte ich eigentlich
erst abgeben, wenn Auswirkungen der
österreichischen Regierung zu sehen sind

  • frühestens in einem halben Jahr.

Das ist in Ordnung.
Ich allerdings wage dieses Statement bereits jetzt, denn auch Österreich besitzt eine Verfassung, die die FPÖ nicht einfach nach ihrem Gusto ändern kann.

Diese perfiden Vergleiche mit der
Nazi-Zeit,
sowie die „um-drei-Ecken“-Verurteilung
der Österreicher als Nazis ist wirklich
das Letzte !

Das ist schon richtig - ich glaube auch
nicht, dass das Gros der Bevölkerung den
Österreicher per se aburteilt. Das
Reizwort hat nunmal den Vornamen Jörg…
Aber bitte - der ewige Vergleich mit der
sozialistischen Internationalen ist
mindestens ebenso weit hergeholt.
Schröder ist nicht Lenin, Blair nicht Mao
und Jospin sicher nicht Ulbricht. Die
Sozialdemokraten sind i.d.R. vom
Kommunismus so weit entfernt wie die CDU
vom Christentum.

Da hast Du mich falsch verstanden. Deine Position hier wäre korrekt, wenn ich von der „kommunistischen Internationale“ gesprochen hätte.
Ich habe allerdings lediglich von der „sozialistischen Internationale“ gesprochen.
Und das halte ich für realistisch.

Aber ist sie das angesichts der linken
Chaoten, die Demos zum Randale-Happening
mißbrauchen?

Du kennst meinen Standpunkt zu Gewalt.
Trotzdem noch zwei Anmerkungen:

  1. Es ist ja nicht so, dass bei 20.000
    Demonstranten 20.000 Steinewerfer dabei
    sind. Der Anteil der Gewaltbereiten ist
    verschwindend gering (nicht, dass das die
    Sache besser machen würde…)

Richtig. Nur fällt das Urteil dann schnell auf alle zurück.
Das läuft eben genauso, wie auch das Urteil über die FPÖ und deren Wähler gefällt wird.

  1. Ich weigere mich immer noch, Autonome
    (um solche handelt es sich bei den
    Gewaltbereiten) als „Linke“ anzusehen.
    Autonomie steht in der Denkweise dieser
    Leute für Anarchie, somit ausserhalb und
    gegen jede Form der Politik. Autonome
    fügen sich in überhaupt kein politisches
    System.
    Sprechen wir in diesem Zusammenhang
    lieber von Idioten, Gewalttäter oder
    meinetwegen Verbrechern - die genau so
    behandelt werden müssen.

Prinzipiell bin ich einverstanden. Nur weiß ich nicht, ob ich darauf auch immer achten kann…

Ich würde es für fatal halten, wenn der
Staatsbürger zum reinen Untertanen
degradiert würde, der zwar alle paar
Jahre mal ein Kreuzchen machen darf,
ansonsten aber zu akzeptieren hat, was
die herrschende Klasse befiehlt.

Dann mach doch das richtige Kreuzchen…

Mach ich, mach ich. Bei dem unterstellten
Gedankenmodell würde es aber keinen
Unterschied machen, wo man das Kreuzchen
setzt…

Der Unterschied ist aber reell vorhanden. Und nur darum geht es.

Vorbehalte darf jeder gegen alles haben.
Nur reden wir hier nicht von Vorbehalten,
sndern von handfesten Rchtsbrüchen der
übrigen europ. Regierungen.
Dagegen habe ich so meine Vorbehalte…

Die ich, so leid es mir tut, nicht
erkennen kann. Alles, was bislang
geschehen ist (Reduzierung der
bilateralen Bezeihungen auf ein Minimum -
mehr ist es einfach nicht), ist
zumindestens rechtlich nicht bedenklich.
Die moralische Tragweite steht auf einem
anderen Blatt…

Dann warte mal die Klagen einiger österr. Unternehmen ab, die aufgrund dieser Geschichte pleite gingen oder zumindest viele Aufträge verloren haben.

Hier liegt der Rechtsbruch vor allem im Kündigen von Aufträgen durch andere EU-Länder selbst oder auch durch die EU-Administration selbst.
Das wird noch richtig interessant und man wird von konservativer Seite aus darauf achten, daß das nicht unter den Teppich gekehrt werden kann. Denn schließlich weiß man in konservativen Kreisen, wie das geht und kann daher rechtzeitig aktiv werden …:smile:

Ich denke nicht, daß es in den
EU-Richtlinien vorgesehen ist, ein
Mitglied aufgrund von demokratisch
legitimierten Wahlen zu isolieren.

a) Doch, es ist vorgesehen, und zwar in
den Artikeln 6 und 7 EUV - sofern das
Ergebnis dieser Wahl eine Gefährdung oder
Missachtung der Europäischen Konvention
bzw. des EGV/EUV darstellen würde.

Dieser Tatbestand ist nach meiner Auslegung nicht erfüllt.

b)Das ist von Seiten der EU auch nicht
passiert. Da bin ich selbst einem Irrtum
unterlegen. Es gibt bislang nur eine
Erklärung von 14 europäischen
Regierungschefs zum bilateraln Verhältnis
zu Österreich. Die EU als Organisation
hat nicht reagiert und kann auch nicht.

Natürlich nicht.

Wie gesagt: protestieren darf jeder. Nur
das Durchsetzen handfester Interessen der
sozialistischen Internationale mit
vorgeschobenen Begründungen
etwa wie „wehret den Anfängen“ oder
ähnlicher Mist, sind etwas ganz anderes.

Kommentar s. o.

Hier handelt es sich nach (nicht nur)
meiner Meinung um massive und sogar
hochgefährliche Rechtsbeugung!

Nein, sondern alltägliche politische
Praxis. Beziehungen zu anderen Staaten
aufzubauen oder eben einzufrieren ist
weltweit Usus.

Ist das auch Usus, wenn diese Staaten in einem Bund wie der EU zusammengefügt sind???

Hier wäre ein „wehret den Anfängen“ eher
angebracht, denn Machterhalt über
illegale Aktionen sind einer Demokratie
nicht würdig.

Leider drängt sich mir der Verdacht auf,
dass sich der Protest gegen die
Anti-Haider-Politik darauf gründet, dass
sie sich nicht mit den Interessen der
rechts-konservativen Seite vereinbaren
lässt (?)…
So weit ich das wohl verstanden habe,
sind doch auch weite Kreise der Union
nicht gerade begeistert von den
politischen Machtverhältnissen in Ö.

Ich bin von der neuen regierung in Ö auch nicht begeistert.
Nur geht es nicht darum, ob man von etwas begeistert ist oder nicht.
Ich bin auch nicht davon begeistert, keinen Porsche zu besitzen. Nur kann ich doch deshalb nicht einen Porschebesitzer dafür verantwortlich machen.

Wobei die FPÖ durch diesen Vergleich natürlich nicht aufgewertet werden soll.

Und ich persönlich möchte
mich nicht von irgendwelchen
Altkommunisten in einen kaputten,
totalitären Bananenstaat Deutschland
überführen lassen !

Und ich möchte mich nicht von Alt- und
Neunazis in einen mindestens genauso
totalitären Staat führen lassen. Aber
keine Angst, das wird wohl nie passieren.

Dann sind wir uns ja einig.
Mir geht es im grunde lediglich darum, auch das linke Augen offen zu halten. Denn für mich ist das ganze erschreckend und kann auch die Basis für eine gefährliche Machtkonzentration auf der linken Seite sein.

Was für ein schöner Satz. Nur ist jeder
Politiker irgendwie Populist. das gehört
zum Gschäft.

In Wahlkampfzeiten sicher. Nur schaffen
manchen den Bogen zur tatsächlichen
politischen Arbeit nicht mehr und bleiben
beim Populismus. Schon mal das
Parteiprogramm der wahren Populisten DVU
und REP angeschaut? Dampfgeplauder ohne
jeglichen Inhalt…

Über diese Leute muß man wohl nicht diskutieren.

Ist Schröder mit seinen markigen Sprüchen
und der weihnachtlichen
P.Holzmann-Rettung etwa keiner?

Da fällt mir noch das Blüm´sche „Die
Renten sind sicher“ und die Kohl´schen
„blühenden Landschaften“ ein :wink:
Nur: Kohl und Schröder, Blüm und Riester,
Waigel und Eichel leisten nebenbei noch
politische Arbeit und bewegen etwas - ob
man mit dem Ergebnis nun einverstanden
ist oder nicht. Populisten reden nur und
leisten gar nichts. Siehe DVU in
Sachsen-Anhalt.

…oder Schröder in Berlin.

Ist Gysi mit seiner ohnehin längst
überholten DDR-Polemik nicht auch einer?

Ja klar ist Gysi einer - und trifft
zielsicher den Nerv der Ostdeutschen. Und
er ist ein brillanter Rhetoriker, dem ich
zugegebener Weise gerne zuhöre. Nur
wählen kann man ihn natürlich nicht.

Geht mir auch so.

Von Leuten wie Westerwelle ganz zu
schweigen…

Ja, die FDP ist leider (gott, wie habe
ich Herrn Genscher geschätzt) auf ihrem
geistig-moralischen Tiefpunkt angelangt.
Bin mal gespannt, wann sie wieder eine
Kehrtwende machen und sich bei der SPD
anbiedern…

Das genau ist das Problem der FDP. Als Wendehals und Mehrheitsbeschaffer kann man auf Dauer keinen Staat machen, Wenigstens diese Erkenntnis kann die FDP den nächsten Generationen vermachen.

Gruß,

Mathias

Hallo Matthias,

Endlich schlägt hier mal wieder jemand
einen moderateren Ton an.
Auf dieser Basis diskutiere ich gerne.
Mit Dir im speziellen diskutiere ich
sowieso ganz gerne.

Danke für die Blumen. Das beruht überigens absolut auf Gegenseitigkeit!

Da hast Du mich falsch verstanden. Deine
Position hier wäre korrekt, wenn ich von
der „kommunistischen Internationale“
gesprochen hätte.
Ich habe allerdings lediglich von der
„sozialistischen Internationale“
gesprochen.
Und das halte ich für realistisch.

Ich denke, ich verstehe Deinen Standpunkt - Du machst hier eine feine Unterscheidung. Das Wort „sozialistisch“ hat für mich halt immer noch diesen Beigeschmack von SED…

Richtig. Nur fällt das Urteil dann
schnell auf alle zurück.
Das läuft eben genauso, wie auch das
Urteil über die FPÖ und deren Wähler
gefällt wird.

Wohl wahr. Das Problem bei Wählern ist für mich nur, dass sie entweder aus „Traditionsgründen“ wählen (das hat die Hessenwahl recht schön gezeigt) oder eben die Meinung der Partei mittragen. Die Chaoten und Steinewerfer werden aber vom Grossteil der Demonstranten sicherlich auch nicht unterstützt.

Prinzipiell bin ich einverstanden. Nur
weiß ich nicht, ob ich darauf auch immer
achten kann…

*g* in der Hitze des Verbalgefechts verteilt man schon mal Rundum-Schläge, das geht mir wohl genauso. Aber prinzipiell wissen wir schon, was gemeint ist…

Der Unterschied ist aber reell vorhanden.
Und nur darum geht es.

Und ich werde mich generell vehemt dafür einsetzen, dass dem so bleibt!

Dann warte mal die Klagen einiger österr.
Unternehmen ab, die aufgrund dieser
Geschichte pleite gingen oder zumindest
viele Aufträge verloren haben.

Kann ich z. Zt. nicht nicht realistisch einschätzen, ich glaube aber nicht, dass das so schlimm wird. Tatsächlich haben ja nur die Israelis bislang zum Äussersten gegriffen - was nicht anders zu erwarten war. Ich denke, dass auf politischer Ebene recht bald Ruhe einkehren wird - es sei denn, die FPÖ und oder ÖVP fängt wirklich an, sich daneben zu benehmen.

Hier liegt der Rechtsbruch vor allem im
Kündigen von Aufträgen durch andere
EU-Länder selbst oder auch durch die
EU-Administration selbst.

Auch hier habe ich leider keine wirklich harten Fakten vorliegen - vor allem, in wie Weit man solche Vorgänge politisch bewerten kann. Man wird sehen.

Das wird noch richtig interessant und man
wird von konservativer Seite aus darauf
achten, daß das nicht unter den Teppich
gekehrt werden kann. Denn schließlich
weiß man in konservativen Kreisen, wie
das geht und kann daher rechtzeitig aktiv
werden …:smile:

Da kann ich nur ein dickes Ausrufezeichen dahinter setzten !! :smile:

a) Doch, es ist vorgesehen, und zwar in
den Artikeln 6 und 7 EUV - sofern das
Ergebnis dieser Wahl eine Gefährdung oder
Missachtung der Europäischen Konvention
bzw. des EGV/EUV darstellen würde.

Dieser Tatbestand ist nach meiner
Auslegung nicht erfüllt.

Völlig richtig, drum ist von der Seite auch nichts unternommen worden.

b)Das ist von Seiten der EU auch nicht
passiert. Da bin ich selbst einem Irrtum
unterlegen. Es gibt bislang nur eine
Erklärung von 14 europäischen
Regierungschefs zum bilateraln Verhältnis
zu Österreich. Die EU als Organisation
hat nicht reagiert und kann auch nicht.

Natürlich nicht.

s.o.

Ist das auch Usus, wenn diese Staaten in
einem Bund wie der EU zusammengefügt
sind???

Könnte schon gut möglich sein, dass hier eine Art Präzendenzfall vorliegt. Allerdings gibt es eingentlich keine internationale Organisation, die mit der Struktur der EU vergleichbar wäre. Innerhalb der UN ist das mit Sicherheit häufiger vorgekommen (da sitzt meines Wissens doch auch der Irak drin?)

Ich bin von der neuen regierung in Ö auch
nicht begeistert.
Nur geht es nicht darum, ob man von etwas
begeistert ist oder nicht.

Nein, darum geht es sicher nicht. Das war auch mehr als Seitenhieb auf den oft gehörten Vorwurf gedacht, man würde nur protestieren, weil es der Linken nicht in den Kram passt. Der Protest passt dann den Rechten nicht etc. Ein wahrer Teufelskreis…

Ich bin auch nicht davon begeistert,
keinen Porsche zu besitzen. Nur kann ich
doch deshalb nicht einen Porschebesitzer
dafür verantwortlich machen.

Hihi, kann mir nicht passieren - ich pass in so eine Kiste gar nicht rein…

Wobei die FPÖ durch diesen Vergleich
natürlich nicht aufgewertet werden soll.

Gottbewahre! Wobei es mir schwerfällt, die FPÖ überhaupt zu bewerten. Ich war richtig begeistert von der reich bebilderten Hochglanz-Werbebroschüre, die die FPÖ als Parteiprogramm bezeichnet.

Dann sind wir uns ja einig.
Mir geht es im grunde lediglich darum,
auch das linke Augen offen zu halten.

Das ist nie verkehrt - der Goldene Weg liegt wie immer in der Mitte.

Denn für mich ist das ganze erschreckend
und kann auch die Basis für eine
gefährliche Machtkonzentration auf der
linken Seite sein.

Blödsinngerweise befinden sich Konservativen (die ja als Opposition eigentlich ein bischen für Ausgleich sorgen sollten) z. Zt. auf einer m. E. nach äusserst gefährlichen Gratwanderung am gaanz rechten Rand (Rüttger´s unglückliche Postkartenaktion? Die mindestens genauso unglücklichen Merz´schen Rentenideen?) und vergraulen so ihr eigenes Wählerpotential. Wird Zeit, dass die sich mal wieder in ruhigeres Gewässer bewegen.

Über diese Leute muß man wohl nicht
diskutieren.

Unter „normalen“ Menschen nicht. Leider wählt die aber irgendjemand…

…oder Schröder in Berlin.

Sehr hartes Urteil! Ganz so schlimm möchte ich die Regierungsarbeit denn doch nicht beurteilen…

Das genau ist das Problem der FDP. Als
Wendehals und Mehrheitsbeschaffer kann
man auf Dauer keinen Staat machen,
Wenigstens diese Erkenntnis kann die FDP
den nächsten Generationen vermachen.

Falls sie dann noch da ist - oder meinst Du, aus Geschichtsbüchern?

Bis zum nächsten Mal

Peter

Hi Peter !

Endlich schlägt hier mal wieder jemand
einen moderateren Ton an.
Auf dieser Basis diskutiere ich gerne.
Mit Dir im speziellen diskutiere ich
sowieso ganz gerne.

Danke für die Blumen. Das beruht
überigens absolut auf Gegenseitigkeit!

Das freut mich.

Da hast Du mich falsch verstanden. Deine
Position hier wäre korrekt, wenn ich von
der „kommunistischen Internationale“
gesprochen hätte.
Ich habe allerdings lediglich von der
„sozialistischen Internationale“
gesprochen.
Und das halte ich für realistisch.

Ich denke, ich verstehe Deinen Standpunkt

  • Du machst hier eine feine
    Unterscheidung. Das Wort „sozialistisch“
    hat für mich halt immer noch diesen
    Beigeschmack von SED…

Das stimmt schon. Der Begriff „sozialistisch“ ist für mich nicht per se negativ. Nur momentan wird dieser Begriff „vergewaltigt“ von den Parteien, die ihn im Namen führen (und sei es in der Abwandlung „sozialdemokratisch“).
Eben genau so, wie die Unionsparteien nur noch wenig mit „christlich“ zu tun haben.

Richtig. Nur fällt das Urteil dann
schnell auf alle zurück.
Das läuft eben genauso, wie auch das
Urteil über die FPÖ und deren Wähler
gefällt wird.

Wohl wahr. Das Problem bei Wählern ist
für mich nur, dass sie entweder aus
„Traditionsgründen“ wählen (das hat die
Hessenwahl recht schön gezeigt) oder eben
die Meinung der Partei mittragen. Die
Chaoten und Steinewerfer werden aber vom
Grossteil der Demonstranten sicherlich
auch nicht unterstützt.

Das sehe ich auch so.
Man vermischt das wohl automatisch. Zumindest ich tue das - sicherlich zu oft.

Prinzipiell bin ich einverstanden. Nur
weiß ich nicht, ob ich darauf auch immer
achten kann…

*g* in der Hitze des Verbalgefechts
verteilt man schon mal Rundum-Schläge,
das geht mir wohl genauso. Aber
prinzipiell wissen wir schon, was gemeint
ist…

Ja. Ich denke schon.

Der Unterschied ist aber reell vorhanden.
Und nur darum geht es.

Und ich werde mich generell vehemt dafür
einsetzen, dass dem so bleibt!

Das ist gut und das ehrt Dich.

Dann warte mal die Klagen einiger österr.
Unternehmen ab, die aufgrund dieser
Geschichte pleite gingen oder zumindest
viele Aufträge verloren haben.

Kann ich z. Zt. nicht nicht realistisch
einschätzen, ich glaube aber nicht, dass
das so schlimm wird. Tatsächlich haben ja
nur die Israelis bislang zum Äussersten
gegriffen - was nicht anders zu erwarten
war. Ich denke, dass auf politischer
Ebene recht bald Ruhe einkehren wird - es
sei denn, die FPÖ und oder ÖVP fängt
wirklich an, sich daneben zu benehmen.

Ich hoffe es.
Nur kenne ich über den österreichischen Teil meiner Familie bereits einige Beispiele, die sicherlich nicht auf die Klage verzichten werden. Man bildet gerade eine Lobby. Und das halte ich in diesem Fall sogar für legitim, denn irgendwie mu0ß man sich als einzelner langsam mal gegen die EU-Willkür zur Wehr setzen.

Hier liegt der Rechtsbruch vor allem im
Kündigen von Aufträgen durch andere
EU-Länder selbst oder auch durch die
EU-Administration selbst.

Auch hier habe ich leider keine wirklich
harten Fakten vorliegen - vor allem, in
wie Weit man solche Vorgänge politisch
bewerten kann. Man wird sehen.

das stimmt. Man wird nicht nur sehen, man wir sogar einiges gezeigt bekommen…

Das wird noch richtig interessant und man
wird von konservativer Seite aus darauf
achten, daß das nicht unter den Teppich
gekehrt werden kann. Denn schließlich
weiß man in konservativen Kreisen, wie
das geht und kann daher rechtzeitig aktiv
werden …:smile:

Da kann ich nur ein dickes Ausrufezeichen
dahinter setzten !! :smile:

Gelle? Übrigens: ALLES GUTE, HELLMUT!! Auf daß Dir der Bimbes privat nicht plötzlich ausgehen möge…

a) Doch, es ist vorgesehen, und zwar in
den Artikeln 6 und 7 EUV - sofern das
Ergebnis dieser Wahl eine Gefährdung oder
Missachtung der Europäischen Konvention
bzw. des EGV/EUV darstellen würde.

Dieser Tatbestand ist nach meiner
Auslegung nicht erfüllt.

Völlig richtig, drum ist von der Seite
auch nichts unternommen worden.

Also muß man das wohl trennen. Die einzelnen Regierungen haben gehandelt, nicht etwa die EU, richtig?

Allerdings ändert das nichts an der Illegitimität (zumindest moralisch) der Aktionen. Ob ich nun als österreichischer Handwerker die EU verklage oder ein einzelnes Land, das macht lediglich den Unterschied, daß ich in letzterem Fall eher eine Chance auf Ausgleich habe.

b)Das ist von Seiten der EU auch nicht
passiert. Da bin ich selbst einem Irrtum
unterlegen. Es gibt bislang nur eine
Erklärung von 14 europäischen
Regierungschefs zum bilateraln Verhältnis
zu Österreich. Die EU als Organisation
hat nicht reagiert und kann auch nicht.

Natürlich nicht.

s.o.

Habe ich verstanden.

Ist das auch Usus, wenn diese Staaten in
einem Bund wie der EU zusammengefügt
sind???

Könnte schon gut möglich sein, dass hier
eine Art Präzendenzfall vorliegt.
Allerdings gibt es eingentlich keine
internationale Organisation, die mit der
Struktur der EU vergleichbar wäre.
Innerhalb der UN ist das mit Sicherheit
häufiger vorgekommen (da sitzt meines
Wissens doch auch der Irak drin?)

Allerdings geht das Bündnis EU weit über die UN-Statuten hinaus.
Immerhin wirft man einiges an administrativen Dingen, sowie auch die Währungen, in einen Topf.
Und dann wird plötzlich in einem Mitgliedsstaat unbequem gewählt und man ist draußen. Wo ist denn da die (Rechts-)Sicherheit für den einzelnen??
Ich jedenfalls möchte Deutschland unter solchen Voraussetzungen lieber weiterhin selbständig sehen.
Man wird wohl die EU neu überdenken müssen. Denn nach dieser Aktion werden einige Menschen darüber nachdenken, ob sie die EU so wollen. Und es könnten EU-feindliche Parteien stärker werden.
Ich bin gespannt.

Ich bin von der neuen regierung in Ö auch
nicht begeistert.
Nur geht es nicht darum, ob man von etwas
begeistert ist oder nicht.

Nein, darum geht es sicher nicht. Das war
auch mehr als Seitenhieb auf den oft
gehörten Vorwurf gedacht, man würde nur
protestieren, weil es der Linken nicht in
den Kram passt. Der Protest passt dann
den Rechten nicht etc. Ein wahrer
Teufelskreis…

Richtig.

Nur leider ist es politisch korrekt, von links zu demonstrieren und umgekehrt nicht. Wobei ich jetzt nicht etwa rechtsradikalen Aufmärschen vorschub leisten will, sonder eher von der konservativen Seie spreche.

Siehst Du: allein, daß ich das hinzufügen muß, ist doch schon bezeichnend!

Ich bin auch nicht davon begeistert,
keinen Porsche zu besitzen. Nur kann ich
doch deshalb nicht einen Porschebesitzer
dafür verantwortlich machen.

Hihi, kann mir nicht passieren - ich pass
in so eine Kiste gar nicht rein…

Und wenn ich mich dreimal falten müsste…

Wobei die FPÖ durch diesen Vergleich
natürlich nicht aufgewertet werden soll.

Gottbewahre! Wobei es mir schwerfällt,
die FPÖ überhaupt zu bewerten. Ich war
richtig begeistert von der reich
bebilderten Hochglanz-Werbebroschüre, die
die FPÖ als Parteiprogramm bezeichnet.

Man scheint sich wohl darüber zu ärgern, daß die FPÖ die bessere Marketing und PR- Abteilung hat…
Wahlkampf ist Wahlkampf. Und wer siegt, der regiert. Daran sollten Staaten wie Israel, die bis vor wenigen Jahren einen Massenmörder an der Spitze der Regierung hatten, nicht rechten dürfen. Das dürfen wir in Deutschland keinesfalls zulassen.

Dann sind wir uns ja einig.
Mir geht es im grunde lediglich darum,
auch das linke Augen offen zu halten.

Das ist nie verkehrt - der Goldene Weg
liegt wie immer in der Mitte.

Keine Frage !

Denn für mich ist das ganze erschreckend
und kann auch die Basis für eine
gefährliche Machtkonzentration auf der
linken Seite sein.

Blödsinngerweise befinden sich
Konservativen (die ja als Opposition
eigentlich ein bischen für Ausgleich
sorgen sollten) z. Zt. auf einer m. E.
nach äusserst gefährlichen Gratwanderung
am gaanz rechten Rand (Rüttger´s
unglückliche Postkartenaktion? Die
mindestens genauso unglücklichen
Merz´schen Rentenideen?) und vergraulen
so ihr eigenes Wählerpotential. Wird
Zeit, dass die sich mal wieder in
ruhigeres Gewässer bewegen.

Das sehe ich auch so.
Renten besteuern ist verfassungsrechtlich bedenklich.
Die Postkartenaktion war einfach nur armselig.

Über diese Leute muß man wohl nicht
diskutieren.

Unter „normalen“ Menschen nicht. Leider
wählt die aber irgendjemand…

Die Gefahr bei diesen Parteien ist, daß ihnen lediglich ein Charismatiker (wie Haider) fehlt. Finden die so einen, wird´s eng, denn dann könnten solche Parteien die Rolle von FDP und Grünen als Zünglein an der Waage übernehmen.
Und die NPD/DVU sind doch noch ein paar Klassen krasser als die FPÖ.

In diesem Fall würde auch ich sagen, daß Vorsicht geboten ist.

…oder Schröder in Berlin.

Sehr hartes Urteil! Ganz so schlimm
möchte ich die Regierungsarbeit denn doch
nicht beurteilen…

Ich muß das tun, denn ich bin genau einer von denen, die nun 10% mehr Abgaben zahlen, als vorher.
Ich bin zwar noch keine junge Familie, aber bei der momentanen Situation kann ich auch keine werden!

Von der irrwitzigen Atompolitik von Trittin oder Schilys Ausrutschern in die ultrarechte Ecke möchte ich gar nicht reden. Und über allem hockt Schröder, der lieber Werbung für Brioni macht, als seine Jungs auf Kurs zu bringen.

Das genau ist das Problem der FDP. Als
Wendehals und Mehrheitsbeschaffer kann
man auf Dauer keinen Staat machen,
Wenigstens diese Erkenntnis kann die FDP
den nächsten Generationen vermachen.

Falls sie dann noch da ist - oder meinst
Du, aus Geschichtsbüchern?

Wohl eher letzteres. Leider. Denn vor 9 Jahren waren sie wählbar. Auch für mich.

Bis dann,

Mathias