Häusliche Gewalt - was tun?

Hallo,

aus aktuellen Anlässen habe ich eine Frage:

Herr X hat eine Schwester. Diese Schwester ist seit Jahren verheiratet und hat mit ihrem Mann 5 gemeinsame Kinder. Der Mann (Y) dieser Schwester ist nicht gewalttätig im üblichen Sinne (schlagen …) oder trinkt etc.
Aber: ER ist der Herr im Hause (welches lt. Grundbuch auf beide eingetragen ist), sagt was zu tun und zu lassen ist, verschenkt Dinge, die sie selbst geschenkt bekommen hat, schmeißt Gegenstände weg, die ihr wichtig sind, verschließt sogar die Mülltonne (nur damit sie sich ihr Eigentum nicht wieder holen kann).
Inzwischen reden die älteren Kinder (18, 16 und jünger) teilweise in sehr unverschämten Ton mit ihr etc.
Und ob sie was ins Wohnzimmer … stellen darf oder ob das nicht dort hin kommt dass entscheidet immer noch ER (lt. Zitat „in seinem Haus“; obwohl es - wie oben gesagt - beiden zur Hälfte gehört) und - inzwischen teilweise auch die Kinder nehmen sich das Recht heraus ihr vorzuschreiben was wo zu liegen hat und was nicht (also nicht im „Kinderzimmer“ sondern im normalen Haushalt).

Sie selbst hat aber Hemmungen ihn da anzuzeigen oder so. Kann Herr X irgendwas tun? Zb ICQ-Mitschnitte (also wenn sie Herrn X von den Dingen berichtet) festhalten und irgendwie weiterleiten an die Polizei oder so?

LG Tobi@s

Selbstrespekt
Moin!

Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass man diese Probleme auf der juristischen Ebene lösen kann.

Die Frau hat imhO zwei Möglichkeiten:

  • Sie trennt sich von diesem Tyrannen
  • Sie lässt sich von einem Psychotherapeuten beibringen, wie sie sich selbst respektieren lernen kann, damit sie sich solch ein respektlosen Verhalten von NIEMANDEM mehr gefallen lässt.

Im Idealfall tut sie beides, nachdem sie sich für möglichst viele Dinge die Nachweise gesichert hat, die sie als Eigentümerin ausweisen.

Wichtig auch:
Tagebuch führen, über jedes materielle Delikt und über jede Respektlosigkeit, auch die der Kinder.

Ich drücke dieser Frau die Daumen, dass sie sich befreit und für ihre Würde kämpft!

IANAL

Gruß, Noi

Ist jetzt juristisch nicht einwandfrei, aber Herr X sollte dem Typen eine reinhauen und seine Schwester da rausholen. Durch die Tatsache, das die Kinder sich an dem Mobbing gegen ihre Mutter beteiligen, ist dort eine Atmosphäre entstanden, die ein menschenwürdiges Weiterleben der Frau unmöglich macht. Scheidung einreichen, harte Linie fahren, dann bekommt sie auch den Gegenwert des halben Hauses.
Wenn Herr X nicht vorbestraft ist, bekommt er für einen gezielten Faustschlag in das Y-Gesicht maximal Bewährung. Das wäre es mir wert, wäre es meine Schwester.

Moin,

Wenn Herr X nicht vorbestraft ist, bekommt er für einen
gezielten Faustschlag in das Y-Gesicht maximal Bewährung. Das
wäre es mir wert, wäre es meine Schwester.

Ein typisches Beispiel von: Gewalt erzeugt Gegengewalt, erzeugt Gegengewalt, erzeugt… usw.

Zumindest bei anscheinend asozialen Menschen, die dazu aufrufen sich genauso respektlos zu verhalten wie Herr Y, ohne es zu bemerken.

Ein Aufruf zu Gewalt gehört gelöscht! Denn die ist hier das Problem und nicht die Lösung.

Ufoo

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Hai!

Sie selbst hat aber Hemmungen ihn da anzuzeigen oder so. Kann
Herr X irgendwas tun? Zb ICQ-Mitschnitte (also wenn sie Herrn
X von den Dingen berichtet) festhalten und irgendwie
weiterleiten an die Polizei oder so?

Ich fürchte ein rechtliches Problem ist dies noch gar nicht!

Herr X kann seiner Schwester lediglich anbieten sie zu unterstützen.
Frei nach dem Motto, pack deine Sachen und zieh übergangsweise zu mir.
Ob es danach eine Scheidung, oder einen neuen Versuch gibt ist erstmal
offen.

In solchen Situationen hilft eigentlich nur …

„Tu was und es tut sich was“!

… und diese Ansage geht an die Schwester nicht an Herrn X, der kann
nur seine Unterstützung zusagen.

Der Plem

Irrtum, das Problem ist, das Leute wie der fiktive Herr Y tun und lassen können, was sie wollen, solange ihnen niemand offensiv gegenübetritt. Warum sollen die ihr Verhalten ändern, solange alle kuschen oder man ihnen maximal verbal sagt, das man ihr Verhalten missbilligt? Sowas interessiert die nicht, im Gegenteil, die lachen sich kaputt und machen genauso weiter, wie zuvor oder gar schlimmer. Sicherlich hat der Staat das Gewaltmonopol, aber ebenso wie im geschilderten Fall sieht dieser auch in zahlreichen anderen keinen Handlungsbedarf. Da hat das Opfer halt Pech, das es nur mit Worten erniedrigt wurde und nicht geschlagen. Wenn sowas einem Menschen widerfährt, den ich liebe, dann stellt sich für mich überhaupt nicht die Frage, ob ich da eine Grenze überschreite oder nicht, das nehme ich ganz bewusst in Kauf. Das als „asozial“ zu bezeichnen, ist für mich ein Indiz einer einseitig verzerrten Wahrnehmung.
So und nun geh Deine Lichterkette organisieren, bei all den schlimmen Sachen, die Du hier lesen musstest.

4 „Gefällt mir“

Hallo Tobi,

ich frage mich, ob es zu deiner Frage wirkliche eine Auskunft geben kann, die rechtliche Möglichkeiten aufzeigt.

Du sagst z.B., die Frau scheue eine Anzeige gegen ihren Mann. Wegen was - glaubst du - könnte sie ihn überhaupt anzeigen? Wegen des Verbots eine z.B. Blumenvase auf den Wohnzimmertisch zu stellen? Wegen der Anstiftung der Kinder rübelhaftes Verhalten zu zeigen?

Ja, das Haus gehört beiden gemeinsam. Aber welche Hälfte gehört jetzt ihr, so dass sie dort tun und lassen könnte, was sie wollte?

Nein, dieser Fall muss anders gelöst werden. Und wenn die Frau nicht selbst die Hufe unter den Leib bringt und mit diesem von dannen trabt, wird sich nichts ändern. Sie muss etwas tun, sich entweder behaupten oder gehen und dann kann sie per Recht und Gesetz ihre Forderungen im Rahmen z.B. eines Scheidungsverfahrens stellen.

Solange die Frau sich das Verhalten ihrer „Lieben“ bieten lässt, wird sich nichts tun und Herr X sorgt sich zwar um seine Schwester hat aber in deren Haushalt noch weniger Rechte und Zugriffsmöglichkeiten.

Gruß
Nita

Hallo,

ich frage mich, ob es zu deiner Frage wirkliche eine Auskunft
geben kann, die rechtliche Möglichkeiten aufzeigt.

mh, ich glaube schon. Zb weil er eben Dinge aus ihrem Besitz wegschmeißt, verschenkt … Das ist mMn einfach Diebstahl.

Du sagst z.B., die Frau scheue eine Anzeige gegen ihren Mann.

wie so oft. Lebt man in der Beziehung sieht man selten die Gewalt. Ich habs selbst erlebt.

Wegen was - glaubst du - könnte sie ihn überhaupt anzeigen?
Wegen des Verbots eine z.B. Blumenvase auf den Wohnzimmertisch
zu stellen? Wegen der Anstiftung der Kinder rübelhaftes
Verhalten zu zeigen?

s. o.
Zum Verhalten der Kinder - da könnte sie zumindest beim Jugendamt Hilfe erfragen.
Ich weiß zwar nicht ob es sowas gibt, aber es wird ja überall über Mobbing geredet und das ist hier der Fall.

Ja, das Haus gehört beiden gemeinsam. Aber welche Hälfte
gehört jetzt ihr, so dass sie dort tun und lassen könnte, was
sie wollte?

ne, das ist klar. Aber es geht einfach darum dass er ihr - verbal - das Hauseigentum sozusagen abspricht. Sprich: das Recht eigene Entscheidungen zu treffen.

Nein, dieser Fall muss anders gelöst werden. Und wenn die Frau
nicht selbst die Hufe unter den Leib bringt und mit diesem von
dannen trabt, wird sich nichts ändern. Sie muss etwas tun,
sich entweder behaupten oder gehen und dann kann sie per Recht
und Gesetz ihre Forderungen im Rahmen z.B. eines
Scheidungsverfahrens stellen.

Herr X hat heute noch einmal mit ihr geschrieben dass sie doch eine Woche zu ihm kommen könnte. Antwort: da wäre dann Chaos pur und das könne sie ja nicht ohne Abstimmung oder so besprechen (da ja eine Familie, Einheit …). Sie erkennt nicht (obwohl immer wieder geschrieben) dass hier kein „gemeinsamer Weg“ geplant werden muss sondern ihr eigener Schutz (das was man bei jedem „Hinzukommen zu einem Unfall“ lernt: die eigene Sicherheit)… :frowning:

Solange die Frau sich das Verhalten ihrer „Lieben“ bieten
lässt, wird sich nichts tun und Herr X sorgt sich zwar um
seine Schwester hat aber in deren Haushalt noch weniger Rechte
und Zugriffsmöglichkeiten.

und du meinst dass Herr X nicht wegen Mobbing, Diebstahl zur Polizei oder so gehen kann?

LG und danke für die Reaktionen

Hallo

. Zb weil er eben Dinge aus ihrem Besitz wegschmeißt, verschenkt … Das ist mMn einfach Diebstahl.

Wenn sie ohne Gütertrennung verheiratet sind, gehört doch - wenn ich nicht falsch unterrichtet bin - alles beiden. - Eine Ehe funktioniert einfach nicht ohne gegenseitige Achtung. Wenn man sich in der Ehe sowas gefallen lässt, dann ist die Ehe eben so.

wie so oft. Lebt man in der Beziehung sieht man selten die Gewalt.

Heißt das, dass da in Wirklichkeit doch Gewalt stattfindet?

Zum Verhalten der Kinder - da könnte sie zumindest beim Jugendamt Hilfe erfragen.
Ich weiß zwar nicht ob es sowas gibt, aber es wird ja überall über Mobbing geredet und das ist hier der Fall.

Da aber nicht die Kinder, sondern die Mutter gemobbt wird, ist das Jugendamt nicht zuständig.

Eine Erziehungsberatung könnte sie allerdings in Anspruch nehmen, zumal sie den Kindern durch ihr Verhalten beibringt, dass Frauen nicht geachtet werden müssen. Das ist für die Kinder verhängnisvoll, egal, ob es Jungs oder Mädchen sind. Sie sollte sich und ihrer Rolle als Vorbild und ihrer damit zusammenhängenden Verantwortung den Kindern gegenüber so bald wie möglich bewusst werden.

Herr X hat heute noch einmal mit ihr geschrieben dass sie doch
eine Woche zu ihm kommen könnte. Antwort: da wäre dann Chaos pur und das könne sie ja nicht ohne Abstimmung oder so besprechen (da ja eine Familie, Einheit …).

Wenn sie es als Familie und eine Einheit ansieht, kannst du gar nicht machen. Dann findet sie es nicht so schlecht, wie es dir vorkommt. - Vielleicht erzählt sie dir auch nur die negativen Sachen und lässt die positiven weg.

Viele Grüße

Hallo,

selbst wenn ein Anwalt oder ein Polizist Handlungsbedarf oder -möglichkeiten erkennen würde, müsste doch die Schwester von Herrn X die treibende Kraft sein, also die Geschädigte.

Den Willen dazu kann ich aus der Schilderung nicht erkennen. Und in einer schlechten Ehe ist es ein wenig so wie bei einem Suchtkranken: Wenn die Einsicht fehlt, ist die Aussicht auf Erfolg bezüglich einer Änderung gaaanz gering.

Im kleinen und im großen hat wohl jeder schon mal schwer die Zähne zusammengebissen und sich gefragt, was Mitmenschen so mit sich machen lassen und warum. Man kann nur geduldig immer wieder Hilfe anbieten, oder ungeduldig darum bitten, mit weiteren Jammereien verschont zu werden. Wie es einem selbst beliebt.

Gruß
Nita

Grußlos,

Irrtum, das Problem ist, das Leute wie der fiktive Herr Y tun
und lassen können, was sie wollen, solange ihnen niemand
offensiv gegenübetritt. Warum sollen die ihr Verhalten ändern,
solange alle kuschen oder man ihnen maximal verbal sagt, das
man ihr Verhalten missbilligt? Sowas interessiert die nicht,
im Gegenteil, die lachen sich kaputt und machen genauso
weiter, wie zuvor oder gar schlimmer. Sicherlich hat der Staat
das Gewaltmonopol, aber ebenso wie im geschilderten Fall sieht
dieser auch in zahlreichen anderen keinen Handlungsbedarf. Da
hat das Opfer halt Pech, das es nur mit Worten erniedrigt
wurde und nicht geschlagen. Wenn sowas einem Menschen
widerfährt, den ich liebe, dann stellt sich für mich überhaupt
nicht die Frage, ob ich da eine Grenze überschreite oder
nicht, das nehme ich ganz bewusst in Kauf.

Das ist in sich schon total unlogisch - du redest davon, das der Staat das Gewaltmonopol hat, aber man bei „Menschen, die man liebt“ ja gern mal Grenzen überschreiten darf.

Herzlichen Glückwunsch - dann wir sind in einem rechtsfreien Staat ohne Gesetze. Außerdem ist wohl jeder von irgendwem „ein geliebter Mensch“. Also darf mitunter jeder auf jeden einprügeln, weil er ja „gute Gründe dafür hat“

Ich bin bei dir, dass man so etwas nicht so hinnehmen kann und darf. Weder das Verhalten von Herrn Y, noch das tatenlose Zusehen von Behörden.

Das als „asozial“
zu bezeichnen, ist für mich ein Indiz einer einseitig
verzerrten Wahrnehmung.

Es gibt aber ganz andere Lösungswege als Gewalt (einige wurden im Thread ja bereits genannt) und hier in einem Forum auch noch Gewalt als Lösung vorzuschlagen, zeigt mich schon soziale Unreife.

Natürlich kann er ihm eine reinhauen. Ich bin kein Pazifist - aber das jemand sowas öffentlich vorschlägt und so verquer argumentiert…

1 „Gefällt mir“

Hallo,

Wenn sie ohne Gütertrennung verheiratet sind, gehört doch -
wenn ich nicht falsch unterrichtet bin - alles beiden.

das ist nicht richtig. Nur was gemeinsam angeschafft wurde (zb Haus, Küche, Bücher) gehört beiden. Geschenke an EINE Person ist auch in dem Eigentum der EINEN Person.
Das geht sogar soweit dass zb Hochzeitsgeschenke der Eltern bei dem Ehepartner verbleiben (außer man einigt sich anders) dessen Kind es auch ist.

  • Eine Ehe funktioniert einfach nicht ohne gegenseitige Achtung. :Wenn man sich in der Ehe sowas gefallen lässt, dann ist die Ehe
    eben so.

Da bin ich anderer Meinung. Wenn einer also sagen würde: ich möchte mich töten lassen (er es also so will) dann ist es eben so. Was würde passieren wenn du dazu kämst und nichts unternimmst? Dann würdest du wegen unterlassener Hilfeleistung angezeigt werden (können). Und ob sie „es so will“ oder ob - im Laufe der Zeit - sich die Situation so entwickelt hat und man gar nicht richtig merkt was passiert, das ist noch ein Unterschied.

wie so oft. Lebt man in der Beziehung sieht man selten die Gewalt.

Heißt das, dass da in Wirklichkeit doch Gewalt stattfindet?

ja, verbale, psychische.

Zum Verhalten der Kinder - da könnte sie zumindest beim Jugendamt Hilfe erfragen.
Ich weiß zwar nicht ob es sowas gibt, aber es wird ja überall über Mobbing geredet und das ist hier der Fall.

Da aber nicht die Kinder, sondern die Mutter gemobbt wird, ist
das Jugendamt nicht zuständig.

das mit dem Jugendamt sollte nur ein Gedanke sein a la „wenn mit den Kids was ist können sie sich ans JA wenden“, doch an wen wendet sich ein Elternteil wenn die Kinder mobben?

Eine Erziehungsberatung könnte sie allerdings in Anspruch
nehmen, zumal sie den Kindern durch ihr Verhalten beibringt,
dass Frauen nicht geachtet werden müssen. Das ist für die
Kinder verhängnisvoll, egal, ob es Jungs oder Mädchen sind.
Sie sollte sich und ihrer Rolle als Vorbild und ihrer damit
zusammenhängenden Verantwortung den Kindern gegenüber so bald
wie möglich bewusst werden.

das ist ein guter Ansatz.

Herr X hat heute noch einmal mit ihr geschrieben dass sie doch
eine Woche zu ihm kommen könnte. Antwort: da wäre dann Chaos pur und das könne sie ja nicht ohne Abstimmung oder so besprechen (da ja eine Familie, Einheit …).

Wenn sie es als Familie und eine Einheit ansieht, kannst du
gar nicht machen. Dann findet sie es nicht so schlecht, wie es
dir vorkommt.

Ja, aber auch wenn sie „Diebstahl“ etc. vielleicht „nicht als schlecht“ empfindet heißt es nicht dass ich nichts dagegen tun kann. Nur was?

  • Vielleicht erzählt sie dir auch nur die
    negativen Sachen und lässt die positiven weg.

das ist gut möglich. Aber wie ist es denn: die schlechten Sachen, die einem zum Hals raushängen, die merkt man sich eben doch eher. Aber sie ist trotzdem keine Person die bewusst lügt oder jemand anderen schlecht macht. Dazu kennt Herr X sie zu gut.

LG