Hallo Tom,
Haferkleie zusammen mit viel Flüssigkeit wird empfohlen, wenn jemand zu Verstopfung neigt. Könnte es daher sein, dass dein Arzt Haferschleim meinte? Der Anbieter spielt zunächst keine Rolle. Bei Ökotest oder Stiftung Warentest ist der teuerste Anbieter selten auch der beste, also kauf die preiswerte Ware.
Wenn die Diagnostik rund um den Magen keine pathologischen (krankhaften) Befunde ergeben hat, aber die Beschwerden über Wochen und Monate bestehen bleiben, lautet die Ausschlussdiagnose häufig (nervöser) Reizmagen. Gelegentlich werden schleimhautschonende Gele verabreicht oder zwischendurch Säureblocker, die je nach Situation mit Bedacht zu nehmen sind, da sie die Eisenaufnahme aus der Nahrung verhindern.
Früher bekam man eine sog. Magenschonkost verordnet, die aus Haferschleim (nicht Haferkleie), Reis, Weißbrot, Milchsuppen, säurearmen Kompotten, Zwieback, evt. auch zarten Erbsen, wenig gedünstetem Fleisch, usw., Fenchel- und Kamillentee und stillem Wasser bestand.
Heute weiß man, dies ist eine Mangelernährung, der die Vitamine und Mineralien aus Obst und Gemüse fehlen.
Hat man allerdings akute starke Probleme, so kann die o. g. Ernährungsform vorübergehend praktiziert werden. Wenn auch Durchfall im Spiel ist, muss die Ernährung auch kurzzeitig fettfrei sein.
Magerquark kann in der Situation für eine gute Eiweißversorgung genutzt werden. Magerquark enthält statt des Fettes einen höheren Eiweißanteil. Er wird natürlich zubereitet, mit etwas fettarmer Milch verrührt, damit er eine angenehme Konsistenz bekommt. Wenn er als Brotaufstrich verwendet wird, kann man ihn mild würzen und mit verträglichen Kräutern (kein Pfeffer, keine Zwiebeln) zubereiten. Als Quarkspeise kann er mild gesüßt werden und mit Kompott oder säurearmen Früchten (keine Zitrusfrüchte) gegessen werden.
Es empfielt sich bei akuten Problemen Kamillentee, Fencheltee und/oder stilles Wasser zu trinken.
Man verzichtet auf scharfe oder fette Speisen und isst nur kleine Mengen. Verzicht auf Alkohol, Nikotin, Aspirin, Rheumamittel, Fruchtsäfte und Kaffee.
Sobald die Situation es zulässt, ernährt man sich wieder möglichst ausgewogen mit säurefreiem Obst, zartem Gemüse, Quark, wenig Fleisch, und auch mit Vollkornbrot (das Korn sollte gemahlen oder geschrotet sein).
Man meidet weiterhin scharf Gewürztes, Gebratenes, Fettes, Saures, schwer Verdauliches, ebenso wie Genussmittel oder stark gezuckerte Speisen, die die Magensäureproduktion steigern bzw. den Magen reizen.
In der Regel hilft hier langfristig und wirkungsvoll erst eine Ortsveränderung, Situationsveränderung, Abschalten, Verbesserung des persönlichen Umfeldes, wenn wie bereits gesagt, alles Pathologische (Zwerchfellbruch, Geschwüre, Entzündungen, Neubildungen, usw.) ausgeschlossen werden konnte.
Gute Besserung wünscht
Renate
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