„Es war eine halbe Stunde vor Mitternacht, als sich der 24-jährige Stahnsdorfer am Sonntag daran machte, offenbar ein neues Rezept aus der modernen Molekularküche auszuprobieren. Dafür hatte sich der Koch auf noch unbekannte Weise flüssigen Stickstoff besorgt, mit dem er ins Badezimmer ging.“
Zitat aus Berliner Morgenpost vom 13.7.09
Hallo!
Beim Surfen bin ich auf diesen Artikel gestoßen.
Kann das wirklich Stickstoff gewesen sein?
Der ist doch inert.
Welche Bedingungen braucht man, damit so etwas passieren kann?
Kann das wirklich Stickstoff gewesen sein?
Der ist doch inert.
Welche Bedingungen braucht man, damit so etwas passieren kann?
Flüssiger Stickstoff!
Da gibt es gerne eine Siedepunktverzögerung und wenn alles
schlagartig verdampft nimmt das Volumen explosionsartig zu.
Da gibt es noch mehr Möglichkeiten. Er könnte den Stickstoff beispielsweise in ein Gefäß gefüllt und dieses verschlossen haben. Dazu muss der Deckel noch nicht einmal festgeschraubt werden. Festfrieren genügt völlig. Eine andere Variante ist das Auskondensieren von Luftsauerstoff, der dann mit irgend einem brennbaren Stoff (z.B. Staub) ein hochexplosives Gemisch bilden kann.
Das schon, aber aus einem Liter flüssigem Stickstoff werden rund 1000 Liter gasförmiger.
Welche Bedingungen braucht man, damit so etwas passieren kann?
Wenn man offen damit hantiert, passiert nichts, er muß schon irgendwie in einem geschlossenen Gefäß stecken.
Wenn man eine schlecht arbeitende Thermoskanne nutzt, oder den Stickstoff gar in eine normale Flasche füllt, kann es schon mal knallen.
Wir haben mal folgendes gemacht (aber bitte nicht weitersagen :
In einen Vakuumschlauch Trockeneisschnee gestopft, beide Enden mit Schlauchklemmen zu gemacht und gewartet.
Wir haben mal folgendes gemacht (aber bitte nicht weitersagen :
In einen Vakuumschlauch Trockeneisschnee gestopft, beide Enden
mit Schlauchklemmen zu gemacht und gewartet.
Genau das hatten wir in unserer RFA Anlage auch. Ein Germaniumkristall musste auf -70° gehalten werden. Kühlfinger in einem 30l Thermophor, der über eine Kupferleitung 1 mal/Woche nachgefüllt wurde. Nach Wassereis, war CO2-Eis am Rohr. Als das weg war tropfte regelmäßig eine Flüssigkeit am Rohr ab. Die haben wir aufgefangen und damit jede Menge Unsinn gemacht (Verpuffende Zigaretten und Ähnliches) Alle 3 Monate wurde der Behälter getauscht, da wir befürchteten, dass zuviel flüssiger Sauerstoff im Kühlfinger-Thermophor angesammelt sein könnte.