Hasch legalisieren!

hiho zusammen,

würd mal gern eure meinung zum thema hören.
ich bin dafür, weils meiner meinung nach keinen unterschied macht, ob ich nikotin konsumiere oder sport treibe und literweise krombacher diebels becks etc dazu verbrauche…
also, wenn dann alles verbieten, oder aber hasch freigeben.
i fly so high *grins*
cu, rené

Hallo René,

seh ich im Prinzip genauso, Hasch ist meines Wissens nicht giftiger als die frei verkäuflichen Zigaretten und der volkswirtschaftliche Schaden von Alkohol?-Puh.
Aber Sport treiben? War wohl nur so dahin gesagt, vermute ich:smile:.

beste Gruesse, barbara

Hallo allerseits

seh ich im Prinzip genauso, Hasch ist meines Wissens nicht
giftiger als die frei verkäuflichen Zigaretten und der
volkswirtschaftliche Schaden von Alkohol?-Puh.

Wenn der vorkswirtschaftliche, soziale und gesundheitliche Schaden so klar ist, wäre der einzig sinnvolle Weg, Alkohol und Tabak zu verbieten… (nicht schlagen bitte :wink:)

Gruß
Carlos

Hallo Carlos,

Wenn der vorkswirtschaftliche, soziale und gesundheitliche
Schaden so klar ist, wäre der einzig sinnvolle Weg, Alkohol
und Tabak zu verbieten… (nicht schlagen bitte :wink:)

Das mit dem Verbieten funktioniert halt auch nicht besonders gut. Schau dir doch die Geschichte der Prohibition in Amerika an.
Oder schau dir die Skandinavier an, wo es ja eine Fast-Prohibition gibt (koscht halt 'n Glas Wein gut 25,–DM) . Die Jungs kommen dann auf den Kontinent und geben sich dann da die Kante.

Fest steht, dass ein Verbot von Drogen niemand davon abhält, solche zu sich zunehmen. Ich wäre ja ansich eh für eine völlig Aufhebung der Kriminialisierung von Drogen und für die Kaufmöglichkeit in Apotheken. Was würden die Drogenkartelle der Welt zusammenbrechen, da ist doch eine riesige kriminelle Infrastruktur im den illegalen Drogenhandel gewachsen.
Süchtige gehören ins Krankenhaus und nicht ins Gefängnis.

und rein egoistsiche Motive hab ich auch: mein Gläschen Dornfelder zum guten Essen will ich mir nur ungern verbieten lassen:smile:

Beste Gruesse, Barbara

wäre der einzig sinnvolle Weg, Alkohol
und Tabak zu verbieten… (nicht schlagen bitte :wink:)

Genau. Man sollte dann auch da Autofahren verbieten (ist ja gefährlich), Sport triben (sport ist bekanntlich Mord), Fleisch essen (auch gefährlich, heutzutage), fernsehen (die Leute könnten dabei verblöden), etc.etc.
Übertreiben wir nicht mit den Verboten, bitte.
Und genause wie jeder entscheiden darf, ob er sich zum Tode säuft, sollte man auch entscheiden dürfen, ob man sich „zum Tode bekifft“.
Ciao
Camilla

Wenn der vorkswirtschaftliche, soziale und gesundheitliche
Schaden so klar ist, wäre der einzig sinnvolle Weg, Alkohol
und Tabak zu verbieten… (nicht schlagen bitte :wink:)

genau. da das aber nicht durchsetzbar ist, muß man schon konsequent sein und auch die anderen drogen freigeben.
grüße, rené

viel zu lesen hier …

was die staatsanwaltschaft dazu meint …

nicht unterkriegen lassen beim lesen. ist interessant!

gruss shob

p.s. nun gehts los:


Gutachten der Staatsanwaltschaft Lübeck über einen Vergleich zwischen Cannabis und Alkohol

Jz.

  • 713 Js 16817/90 StA Luebeck -

  • 2 Ns (Kl. 167/90) -

Alkohol und Nikotin sind sowohl fuer den Einzelnen
als auch gesamtgesellschaftlich evident gefaehr-
licher als Cannabisprodukte. Aus Gruenden der Ver-
einfachung beziehen sich die nachfolgenden Aus-
fuehrungen nur auf das Verhaeltnis des Genusses von
Alkohol und Cannabisprodukten. Sie gelten aber
auch entsprechend fuer das Verhaeltnis von
Cannabisprodukten zum Nikotin.

a) Diese Auffassung der Kammer beruht auf den
ueberzeugenden Darlegungen der Sachverstaendigen
deren Meinungen sich die Kammer angeschlossen
hat. Die Kammer hat die Sachverstaendigen Herrn
Dr. Barchewitz und Herrn Prof. Dr. Dominiak
gehoert.

Herr Dr. Barchewitz ist Facharzt fuer
Psychiatrie und seit 15 Jahren im Therapiebe-
reich taetig. Zwei Drittel seiner fachlichen
Taetigkeit hat er in Suchtkliniken zugebracht.
Er hat auch fuenf Jahre im Bereich der Kinder-
und Jugendpsychiatrie gearbeitet. Seit 1986 ist
er Leiter der Fachklinik fuer Suchtkrankheiten
(Holstein-Klinik in Luebeck). Dort befinden sich
ueberwiegend alkohol- und medikamentenabhaengige
aber auch anderweit drogensuechtige Personen.
Herr Dr. Barchewitz verfuegt auch ueber
erhebliche Erfahrungen mit Drogenabhaengigen.
Diese gruenden sich auf seine Erfahrungen
waehrend seiner gesamten beruflichen Taetigkeit.

Der Sachverstaendige Prof. Dr. Dominiak ist
Facharzt fuer Pharmakologie und Toxikologie
sowie fuer klinische Pharmakologie. Er ist
Direktor des Instituts fuer Pharmakologie der
Medizinischen Universitaet zu Luebeck und hat
sich insbesondere in juengster Zeit intensiv mit
Wirkungen von Rauschgiften auseinandergesetzt
und beschaeftigt. Er hat im Dezember 1991 auf
einem Fachkongress von Rechtsmedizinern in
Luebeck ein umfassendes ,Referat zu den toxischen
und pharmakologischen Wirkungsweisen von Drogen
(auch der Cannabisprodukte) gehalten und dabei
die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse
auf diesem Gebiet analysiert und aufgearbeitet.

b) Aufgrund der Ausfuehrungen der Sachverstaendigen
und unter Beruecksichtigung vielfaeltiger, allge-
mein zugaenglicher Literatur, die mit den Sach-
verstaendigen und den Prozessbeteiligten im
Termin eroertert worden ist, ist die Kammer
zusammenfassend zur Frage der Gefaehrlichkeit
von Alkohol und Cannabisprodukten zu folgenden
Feststellungen gekommen:

  • Die koerperlichen Auswirkungen uebermaessigen
    Alkoholkonsums erreichen fast alle Organe
    und Organsysteme und koennen diese schwer
    schaedigen oder sogar zerstoeren, waehrend
    Cannabisprodukte nur geringfuegige koerper-
    liche Wirkungen herbeifuehren.

  • Nach dem Absetzen von Alkohol treten bei
    Alkoholabhaengigen schwere koerperliche Ent-
    zugserscheinungen auf, waehrend
    bei Cannabisprodukten praktisch keine koer-
    perlichen Entzugserscheinungen beobachtet
    werden.

  • uebermaessiger Alkoholkonsum kann schwere
    psychische Schaeden bewirken, waehrend
    bei Cannabisprodukten keine gravierenden
    psychischen Stoerungen zu erwarten sind und
    allenfalls mit einer geringfuegigen psychi-
    schen Abhaengigkeit gerechnet werden muss.

  • In der Bundesrepublik gibt es eine Vielzahl
    von Verbaenden, speziellen Krankenhaeusern und
    speziellen Therapien, die sich mit Alkohol-
    erkrankungen und Alkoholabhaengigkeiten be-
    schaeftigen, waehrend
    es weder eine spezielle Therapie fuer Canna-
    biskonsumenten noch spezielle Krankenhaeuser
    oder Verbaende gibt, die sich um Cannabis-
    konsumenten kuemmern.

  • In der Bundesrepublik einschliesslich der
    neuen Bundeslaender wird die Anzahl der Alko-
    holtoten auf 40.000 im Jahr geschaetzt,
    waehrend
    kein Fall (auch weltweit) bekannt ist. bei
    dem der Tod einer Person auf uebermaessigen
    Konsum von Haschisch zurueckzufuehren ist. Es
    gibt keine letale Dosis fuer Haschisch.

  • Die wirtschaftlichen Folgekosten aufgrund
    des Alkoholkonsums werden in der Bundesre-
    publik auf jaehrlich 50 Milliarden DM ge-
    schaetzt, waehrend
    bei Cannabisprodukten entsprechende Zahlen
    nicht existieren.

  • Der Alkoholkonsum hat erhebliche Auswirkun-
    gen auf den Arbeitsplatz (Arbeitsunfaelle
    Kuendigungen, Krankheitsfaelle, Einstellungen
    von Suchtberatern), waehrend
    bei Cannabisprodukten entsprechende Beobach-
    tungen und Schaetzungen nicht existieren.

  • Der Anteil von toedlichen Unfaellen, die im
    Zusammenhang mit Alkohol stehen, wird in der
    Bundesrepublik auf 5O % geschaetzt und die
    Zahl der Verkehrsunfaelle unter Alkoholein-
    fluss mit Personenschaeden auf gut 30.000 pro
    Jahr, waehrend
    bei Cannabisprodukten auf keine entsprechen-
    den Beobachtungen oder Schaetzungen zurueckge-

  • Nach der polizeilichen Kriminalstatistik des
    Bundeskriminalamtes aus dem Jahre 1990 wur-
    den in diesem Zeitraum mehr als 140.000 Tat-
    verdaechtige (knapp 10 % aller Tatverdaechti-
    gen) registriert, die nach polizeilichem
    Erkenntnisstand bei der Tatausfuehrung unter
    Alkoholeinfluss standen. Im Bereich der Ge-
    waltdelikte (z.B. Totschlag, Vergewaltigung,
    Sexualmord) liegt der Anteil der Tatverdaech-
    tigen unter Alkoholeinfluss ueber 36 %,
    waehrend
    bei Cannabisprodukten entsprechende stati-
    stische Erhebungen nicht durchgefuehrt wer-
    den.

Im einzelnen ist hierzu folgendes auszufuehren:

(1) Wirkungsweisen des Alkohols:

(a) Koerperliche und psychische Auswirkungen

aa.)
Alkoholintoxikationen reichen von leichter Geh-
Stoerung, starker Gehstoerung, Reflexlosigkeit bis
zur Bewusstlosigkeit und Kreislaufinsuffizienz,

bb.)
Leichte Alkoholraeusche (0,5 - 1,5) sind gekenn-
zeichnet durch Herabsetzung der psychomotorischen
Leistungsfaehigkeit, allgemeine Enthemmung, Beein-
traechtigung der Faehigkeit kritischer Selbstkon-
trolle; mittelgradige Raeusche (1,5 - 2,5) durch
euphorische Glueckstimmung oder aggressive Gereizt-
heit, Verminderung der Selbstkritik, Enthemmung,
Benommenheit, Psychomotorischer Unsicherheit, un-
reflektierter Bestrebung, triebhafte Beduerfnisse
zu befriedigen, Fehlen zielgerichteter Konstanz
und Bereitschaft zu primitiven, vorwiegend
explosiven Reaktionsweisen; schwere Rauschzustaende
(ueber 2,5) durch Bewusstseinsstoerungen und Verlust
realen Situationsbezuges, Desorientiertheit.
illusionaere situative Verkennung, motivlose Angst,
Gleichgewichtsstoerungen hin bis zur Ataxie,
Dysarthrie und Schwindel, Schaedel-Hirn-Trauma,
evtl. mit komplizierender intrakranieller Blutung.

cc.)
Die neuere Alkoholforschung laesst zehn psychopatho-
logische Syndrome erkennen, die einzeln oder in
verschiedenen Verbindungen auftreten (Stoerungen
des Bewusstseins und der Motorik, Stoerungen der
Orientierung, paranoid-halluzinatorisches Syndrom,
manisches, gereizt-aggressives, depressives
Syndrom, Angstsyndrom, Suizidalitaet, sexuelle
Erregung, amnestisches Syndrom).

dd.)
Das Alkoholentzugssyndrom wirkt sich
internistisch, vegetativ, neurologisch und
psychisch aus.

ee.)
Es gibt kaum ein Organsystem, an dem nicht
Syndrome oder Krankheiten gefunden wurden, die
nicht mit dem Alkoholismus ursaechlich in
Verbindung zu bringen sind: z.B. Fettleber,
chronische Lungenerkrankung, Traumata, Bluthoch-
druck, Mangelernaehrung, Anaemie, Gastritis,
Knochenbrueche, Hiatushernie, Leberzirrhose,
Magen-Darm-Geschwuere, chronischer Hirnschaden,
Fettsucht, Herzkrankheiten, gastrointestinale
Blutung, epileptische Anfaelle, Diabetes,
Harnwegsinfekt.

ff .)
Die alkoholische Leberzirrhose ist eine relativ
haeufige Erkrankung bei fortgeschrittenem Alkohol-
missbrauch. 30-50 % aller Leberzirrhosen sind auf
den Missbrauch zurueckzufuehren. Beschwerden sind
Appetitlosigkeit, Muedigkeit, Depressivitaet. Es
kommt gelegentlich zu Hautveraenderungen. Die Haut
ist pergamentpapierartig verduennt und zeigt weisse
Flecken. Koerperbehaarung und Schambehaarung laesst
nach. Potenz und Libido vermindern sich. Der
schwere, alkoholbedingte Leberschaden fuehrt ueber
tiefere Bewusstseinstruebung zum Koma.

gg.)
Alkoholiker neigen zu mehr Infektionen der Luft-
wege.

hh.)
Die akute Alkoholintoxikation, besonders bei chro-
nischen Alkoholikern, loest typische Knochenmarks-
veraenderungen aus und stoert somit das Immunsystem.

ii.)
Alkohol wirkt auf die Muskeln in der Weise, dass
die Muskulatur schwillt, stark druckempfindlich
und krampfanfaellig ist.

jj .)
Alkoholismus veraendert das Gehirn morphologisch
und funktionell mit der weiteren Folge psychischer
Veraenderungen. 3 - 5 % der Alkolholiker werden vom
sogenannten Wernicke-Korsakow-Syndrom befallen,
das durch folgende Stoerungen gekennzeichnet ist:

  • Verlust des Altgedaechtnisses, regelmaessig ver-
    bunden mit der Unfaehigkeit, sich neue Gedaecht-
    nisinhalte einsupraegen;
  • verminderte Faehigkeit der Reproduktion von
    Gedaechtnisinhalten;
  • eindeutige Verschlechterung der Auffassungs-
    faehigkeit;
  • Verminderung der Spontanitaet und Initiative;
  • Stoerungen der Konzentrationsfaehigkeit, der
    raeumlichen Organisation und der visuellen und
    verbalen Abstraktion.

kk.)
20 - 40 % aller Alkoholiker leiden an Polyneuropa-
thie, die mit schmerzhaften Missempfindungen,
Kribbelparaesthesien und Taubheitsgefuehl beginnt.
Danach kommt es zu ziehenden, brennenden und
stechenden Muskelschmerzen mit Kraempfen und
Muskelschwaeche.

ll.)
Tremorerscheinungen sind bei Alkoholikern sehr
haeufig. Sie sind anfangs reversibel, spaeter nicht.
Das Leiden beginnt als feinschlaegiger Tremor. Er
setzt an den Haenden ein, der sich spaeter ausbrei-
tet auf Zunge, Lippen, Augenlider, Kopf und Fuesse.

mm.)
Es gibt eine sogenannte Alkoholepilepsie bei
chronischen Alkholikern, die frueher keine latente
Krampfbereitschaft aufgewiesen haben.

nn.)
Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, ist
bei Maennern mit einem hohen Alkoholkonsum um mehr
als das Vierfache hoeher als bei Abstinenten oder
bei geringem Konsum.

oo.)
Das sogenannte Alkoholdelir ist gekennzeichnet von
Desorientiertheit in oertlicher, zeitlicher und
situativer Hinsicht. Es bestehen Auffassungsstoe-
rungen und illusionaere Verkennungen. Die Wahr-
nehmungsstoerungen koennen zu einer gesteigerten
Suggestibilitaet und Konfabulationen fuehren. Die
Stimmung ist schwankend, gekennzeichnet durch
Angst, Reizbarkeit und durch eine gewisse
Euphorie. Typisch ist psychomotorische Unruhe mit
nestelnden Bewegungen und Bettfluechtigkeit.

pp.)
Beim Alkoholiker gibt es verstaerkt Eifersuchts-
ideen und Eifersuchtswahn.

qq.)
Alkoholmissbrauch vor und waehrend der Schwanger-
schaft kann schwere Schaedigungen des Embryos ver-
ursachen. Fuer die Bundesrepublik wird eine jaehr-
liche Rate der Alkoholembryopathie von 1800 ge-
schaetzt. Deren wichtigsten Symptome sind Wachs-
tumsdefizit, Minderwuchs, Untergewicht, statomo-
torische und geistige Retardierung, Hyperaktivi-
taet, Muskelhypotonie, verkuerzter Nasenruecken,
schmale Lippen, auch Missbildungen.

(b) Gesellschaftliche Auswirkungen

aa.) Anzahl der Alkoholabhaengigen

Die Anzahl der Alkoholabhaengigen wird in der Bun-
desrepublik bei einer Geschlechterrelation von 1
(weiblich) zu 2 (maennlich) auf 2,5 Millionen
geschaetzt.

bb.) Wirtschaftliche Folgekosten

Die gesamtwirtschaftlichen Folgekosten des
Alkoholkonsums werden mit ca. 50 Mrd DM angegeben
(vgl. H.H. Kornhuber, in Sonderdruck „Deutsches
aerzteblatt“ - aerztliche Mitteilungen, Heft 19
Seite 1347 bis 1362 vom 12. Mai 1988, im
Sonderdruck Seite 2).

cc.) Auswirkungen auf dem Arbeitsplatz

25 % aller Arbeitsunfaelle in der Bundesrepublik
sind auf Alkohol zurueckzufuehren. Bei jeder 6. Kuen-
digung geht es um Alkohol, Alkoholkranke sind 2,5
mal haeufiger krank als andere Mitarbeiter. In ueber
800 Betrieben und Behoerden werden schon Suchtbera-
ter eingesetzt (vgl. Jahrbuch der Sucht 1991,
Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren,
Seite 29).

dd.) Auswirkungen im Strassenverkehr

Unter Beruecksichtigung von Dunkelzifferrelationen
wird der Anteil von toedlichen Unfaellen, die im
Zusammenhang mit Alkohol stehen, auf 5O % ge-
schaetzt (vgl. Stephan in Jahrbuch der Sucht 1991,
a.a.O., Seite 106, 107). Die Zahl der Verkehrs-
unfaelle unter Alkoholeinfluss mit Personenschaden
wird auf gut 30.000 pro Jahr geschaetzt.

ee.) Alkoholtoten

Die Zahl der Alkoholtoten wird in Deutschland
einschliesslich der neuen Bundeslaender mit ca.
40.000 jaehrlich angegeben.

ff.) Auswirkungen auf strafbare Handlungen

Nach der polizeilichen Kriminalstatistik des Bun-
deskriminalamtes aus dem Jahre 1990 wurden in
diesem Zeitraum 141.180 Tatverdaechtige (= 9,8 %
aller Tatverdaechtigen) registriert, die nach poli-
zeilichem Erkenntnisstand bei der Tatausfuehrung
unter Alkoholeinfluss standen (vgl. Polizeiliche
Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes 1990,
Seite 85). Die Wirkung des Alkohols, die Gewalt-
bereitschaft zu erhoehen, wird besonders deutlich,
wenn der Anteil der Tatverdaechtigen unter Alkohol-
einfluss in bestimmten von Gewalt gepraegten
Deliktsgruppen untersucht wird. So betrug der An-
teil der Tatverdaechtigen unter Alkoholeinfluss bei
„Widerstand gegen die Staatsgewalt“ 63,3 %. Bei
anderen Gewaltdelikten ergeben sich folgende
Zahlen:

  • Totschlag: 47,4 %
  • Koerperverletzung mit toedlichem Ausgang: 41,4 %
  • Vergewaltigung: 36,6 %
  • Vergewaltigung ueberfallartig durch Gruppen: 50 %
  • gefaehrliche und schwere Koerperverletzung: 33,9 %
  • Mord: 29,1 %
  • Sexualmord: 46,7 %
  • vorsaetzliche Brandstiftung: 29,1 %
  • sexuelle Noetigung: 28 %
    (vgl. Polizeiliche Kriminalstatistik, a.a.O.,
    Seite 85).

Diesen katastrophalen und verheerenden Wirkungen
individueller und gesamtgesellschaftlicher Art
stehen folgende Wirkungen des Haschischkonsums
gegenueber:

(2) Wirkungsweisen der Cannabisprodukte:

(a) Allgemeine Wirkungen

Zu den allgemeinen Eigenschaften der Droge hat die
Kammer folgende Feststellungen getroffen:

Der Hauptwirkstoff der Cannabisprodukte ist das
THC, genauer das Tetrahydrocannabinol, Das THC
wird im natuerlichen Cannabis durch eine Fuelle
weiterer Wirk- und Duftstoffe ergaenzt. Unter den
60 weiteren Cannabinoiden ragen hervor das
Cannabidiol (CBD), das beruhigend (sedativ) wirkt,
gelegentlich auch fuer Kopfschmerzen sorgen,
aber auch die THC-Wirkung verlaengern soll, sowie
das Cannabinol (CBN), ein Abbauprodukt des THC
(vgl. Quensel in: „Drogen und Drogenpolitik“, Ein
Handbuch, herausgegeben von Sebastian Scheerer u.
Irmgard Vogt, Campus 1989, Seite 380 m.w.N.).

Cannabis wird bei uns ueblicherweise geraucht und
zwar meist zusammen mit Tabak als „Joint“ oder
aber in der Pfeife. Neben der in der Forschung
haeufigeren Injektion und dem Einatmen von Canna-
bisdampf, kann man Cannabis auch als „Tee“ trinken
oder aufgeloest im Tee, als Gewuerz im Essen, aber
auch als Gebaeck zu sich nehmen (vgl. Quensel,
Drogen und Drogenpolitik, a.a.O., Seite 380). Das
THC wird ueber die Schleimhaeute aufgenommen und im
Koerper zu „Metaboliten“ verwandelt. Seine Wirkung
tritt beim Rauchen so rasch ein, dass die Dosishoehe
meist relativ einfach zu regulieren ist; beim
Essen und Trinken verzoegert der Umweg ueber die
Leber die Wirkung mitunter ueber eine Stunde,
weswegen Anfaenger aus Ungeduld leicht zu hohe
Dosen einnehmen, Mit einer THC-Dosis von 2-10 mg
beim Rauchen und etwa der dreifachen Menge beim
Essen und Trinken, das ist nach THC-Gehalt etwa
0,5 bis 1 Gramm Haschisch, erreicht man eine
Wirkungsdauer von etwa 1 - 4 Stunden (vgl.
Quensel, Drogen und Drogenpolitik, a.a.0., Seite
381).

Die kurz- wie langfristige Wirkung des Cannabis
haengt -wie bei vielen anderen Drogen- ebenso davon
ab, wieviel und wie haeufig man es konsumiert, wie
auch davon, in welchem sset und Setting" dies
geschieht, wobei alle Faktoren von einander abhaen-
gig sind. Dabei haengen Art und Weise des Erlebens
von Cannabisprodukten in besonderer Weise vom sset
und Setting" ab, also von der Situation, in der
man Cannabis einnimmt, vom eigenen persoenlichen
Zustand wie von der sozialen Umgebung, von den
eigenen aengsten und Hoffnungen und den in der
Gruppe wie in der umfassenderen Kultur mit diesem
Genuss verbundenen Erwartungen (vgl. hierzu Quensel,
Drogenelend, Campus 1982, Seite 76). Die Effekte,
die mit der Einnahme von Cannabisprodukten ver-
bunden sind, lassen sich sozial erlernen, wobei
die Erwartungshaltung eine grosse Rolle spielt
(vgl. Quensel, Drogen und Drogenpolitik, a.a.O.,
Seite 381). Bei staerkerer Dosis, also insbesondere
beim Trinken oder Essen oder bei der Verwendung
von Haschischoel, sind eindeutigere halluzinogene
Effekte zu erwarten (vgl. Quensel, Drogen und Dro-
genpolitik, a.a.O., Seite 382). Nicht nur das
Ausmass der Dosis -etwa die Art und Weise, wie man
einen „Joint“ fuellt- und Inhalte des Erlebens sind
soziokulturell erlernt, sondern auch die Haeufig-
keit des Konsums, was als leichter bzw. schwerer
Gebrauch gilt, zu welcher Gelegenheit man Cannabis
konsumiert und wann man damit aufhoeren soll (vgl.
Ouensel, Drogen und Drogenpolitik, a.a.0., Seite
382).

Die psychischen Wirkungen beschreibt Binder
(Haschisch und Marihuana, Deutsches aerzteblatt
1981, Seite 120) wie folgt:
„Nach dem Rauchen von 1 Gramm Marihuana entsteht
ein etwa drei Stunden dauernder Rauschzustand, der
durch ein Gefuehl von Losgeloestheit charakterisiert
ist, das eine meditative Versenkung oder eine Hin-
gabe an sensorische Stimuli erlaubt. Der Zustand
ist im allgemeinen frei von optischen und akusti-
schen Halluzinationen, die beim vier- bis fuenf-
fachen dieser Dosis auftreten koennen. Subjektiv
gesteigert wird die Gefuehlsintensitaet beim Hoeren
von Musik, beim Betrachten von Bildern, bei Essen
und Trinken und bei sexueller Aktivitaet. Der
Rausch ist zweiphasig und geht nach der Anregungs-
phase in eine milde Sedierung ueber. Bei der
genannten Dosierung dominiert eine passive
euphorische Bewusstseinslage, bei hoeherer Dosierung
kann es zu paranoiden Vorstellungen und Dysphorie
kommen… Die Droge fuehrt kaum zu Toleranzbildung
und die Konsumenten kommen ueber Jahre ohne
Dosissteigerung aus.“

Cannabis besass bis in dieses Jahrhundert auch bei
uns eine medizinische Bedeutung. Weltweit galt es
stets als wichtiger Bestandteil der Volksmedizin
(vgl. Ouensel, Drogen und Drogenpolitik, a.a.O.,
Seite 382 m.w.N.). In neuerer Ze,it untersucht man
die Wirkungen von Cannabis bei Glaukomen zur
Verminderung des Augeninnendrucks, bei spastischen
Kraempfen und Epilepsie sowie bei Asthma und
Anorexia nervosa. Eine ganz besondere Bedeutung
gewann es als Mittel gegen den Brechreiz bei
Anti-Krebs-Mitteln. In den USA hat man deshalb 500
Krankenhaeusern THC zur Bekaempfung dieses Er-
brechens praktisch freigegeben und in 23 Staaten
diese Behandlung dem Ermessen jedes Arztes ueber-
lassen (vgl. Ouensel, Drogen und Drogenpolitik,
a.a.O., Seite 382 m.w.N.).

Ein Blick auf Umfragedaten belegt, dass vornehmlich
juengere Menschen Cannabis konsumieren. Sie tun
dies, um ihre Stimmung zu heben (34 %), um den
Alltag zu vergessen (28 %), weil man sich
entspannt (25 %), Hemmungen ueberwindet (24 %),
intensiver hoert und sieht (19 %), und weil man
leichter Kontakt zueinander bekommt (17 %) (vgl.
Quensel, Drogenelend, a.a.O., Seite 76 m w.N.).

(Fortsetzung)

(b) Koerperliche und psychische Auswirkungen

aa.) Koerperliche Auswirkungen

Die koerperlichen Auswirkungen des Cannabisge-
brauches sind relativ gering. Herz und Kreislauf
werden nicht beeintraechtigt, wenn auch der Puls
aktiviert wird. Aus diesem Grunde besteht bei
Personen mit Kreislaufschaeden Anlass, mit dem Ge-
brauch von Cannabis vorsichtig umzugehen. Wissen-
schaftliche Beweise dafuer, dass der Konsum von
Cannabis sowohl bei der Fortpflanzung als auch im
Immunsystem Schaeden hervorruft, sind bislang nicht
vorgelegt worden. Der Sachverstaendige Prof. Dr.
Dominiak hat darauf verwiesen, dass es zwar in
Tierversuchen Hinweise fuer solche Wirkungen gebe,
er hat jedoch eine uebertragung der im Tierversuch
gewonnenen Erkenntnisse auf den menschlichen Orga-
nismus abgelehnt. Zur Begruendung hat er angefuehrt
dass der tierische Organismus haeufig in ganz
anderer Weise reagiere als der Mensch. Darueber
hinaus werde gerade bei den typischen kleinen
Saeugetieren mit Dosen gearbeitet, die knapp unter-
halb der bei Menschen praktisch nicht erreichbaren
Todesdosis liegen. Schliesslich fehle bei den
Labor- wie Tierversuchen der Blindversuch, nachdem
der Auswertende nicht wissen darf, welches Objekt
Cannabis erhielt und welches nicht (vgl. hierzu
Quensel, Drogen und Drogenpolitik, a.a.O., S.
385).

Darueber hinaus kann das Rauchen von Cannabis zu
Lungenschaeden fuehren. Dieser moegliche Schaden ist
jedoch im Vergleich mit dem Schaden, der durch das
Rauchen selbst verursacht wird, eher zweitrangig.
Da Haschisch aber auch in anderer Form konsumiert
werden kann (durch Trinken im Tee; durch Essen im
Kuchen) ist diese moegliche Schaedigung der Lunge
kein spezifisches Risiko des Cannabiskonsums,

bb.) Psychologische Auswirkungen

Es gibt derzeit keinen Beweis fuer den Abbau
zerebraler Funktionen und Intelligenzleistungen
durch chronischen Cannabisgebrauch. Jedoch ist die
zur Intelligenzleistung notwendige Funktion des
Kurzzeitgedaechtnisses unter Einfluss von Cannabis
reduziert (vgl. Schoenhoefer, Die Pharmakologie der
Cannabis-Wirkstoffe, in Arzneimittelforschung 23,
1973, Seite 55).

Es gibt auch keinen medizinischen Hinweis, dass der
Cannabiskonsum originaer Psychosen hervorruft. Der
Sachverstaendige Dr. Barchewitz hat ausgefuehrt, dass
der Cannabiskonsum allenfalls eine bereits
vorhandene Psychose zum Ausbruch bringen kann.
Diese lediglich ausloesende Funktion koennen auch
andere Rauschmittel oder entsprechende Medikamente
hervorrufen. Die eigentliche Schaedigung in der
Psyche hat nach den Angaben des Sachverstaendigen
jedoch bereits vorher stattgefunden. Zu diesen
Angaben des Sachverstaendigen passt auch die bei
Quensel (vgl. Drogen und Drogenpolitik, a.a.O.,
Seite 387) getroffene Feststellung:
„Zur Zeit gibt es keine zureichenden Gruende, die
dafuer sprechen, dass eine Cannabis-Psychose als
besonderer klinischer Befund existiert“. Der
Sachverstaendige Dr. Barchewitz hat auf entspre-
chenden Vorhalt diese Aussage bestaetigt.

Die Beweisaufnahme hat auch ergeben, dass das so-
genannte. aemotivationale Syndrom" keine
spezifische Folge des Cannabis-Konsums ist. Bei
dem aemotivationalen Syndrom" handelt es sich um
ein durch aepathie, Passivitaet und Euphorie
gekennzeichnetes Zustandsbild". Der
Sachverstaendige hat in uebereinstimmung mit
Schoenhoefer (vgl. a.a.O., Seite 55) ausgefuehrt, dass
es nicht moeglich sei, eine kausale Beziehung
zwischen dem Cannabisgebrauch und dem aemotiva-
tionalen Syndrom" herzustellen. Schoenhoefer
haelt hier vielmehr einen Umkehrschluss fuer zu-
laessig. Nach seiner Meinung machen die Elemente
des aemotivationalen Syndroms" erst das
Rauscherlebnis des Cannabiskonsums interessant und
bedingen somit diesen Konsum (vgl. Schoenhoefer,
a.a.O., S. 55). Auf diese Zusammenhaenge hat auch
der Sachverstaendige Dr. Barchewitz auf
entsprechenden Vorhalt hingewiesen. Dies
entspricht auch den Untersuchungen, auf die
Quensel (Drogen und Drogenpolitik, a.a.O., Seite
388) verweist. In empirischen Untersuchungen ist
nachgewiesen worden, dass Cannabiskonsumenten
„weniger sorgfaeltig, weniger diszipliniert und
nicht so strebsam“ sind wie eine Kontrollgruppe,
„was sich auch darin zeigt, dass sie signifikant
weniger nach Erfolg strebt“. Jedoch seien auch
potentielle Konsumenten, die nicht strikt gegen
Cannabis eingestellt gewesen seien, aber noch kein
Cannabis konsumiert haetten, ssignifikant weniger

Hi Shob!

fand’s total interessant, nur: am ende fehlt glaub’ ich ein Stück, hast Du 'nen Link wo’s das ganze komplett gibt?

Würd’ mich freuen!

Danke,

Dennis ;o)

ohhh sorry, den rest hat das forum geklaut. scheinbar kann man nur bestimmte masse schreiben. hier nun der rest. ich weiss auch nicht mehr wo ich es fand, fand es irgednwann letztes jahr, fand es vor ca. einer woche auf meiner platte und bei der anfrage fiel mir es gleich wieder ein …

also nun gehts weiter und bis zum ende!


[…] Jedoch seien auch
potentielle Konsumenten, die nicht strikt gegen
Cannabis eingestellt gewesen seien, aber noch kein
Cannabis konsumiert haetten, ssignifikant weniger
karriere-orientiert… als die Antikonsumenten".
Ouensel kommt daher zu der Auffassung, dass
Cannabis eingebunden in einen groesseren Lebensstil
sei, der schon vor dem Konsum vorhanden gewesen
sei und deswegen allenfalls als Symptom, jedoch
nicht als dessen Ursache zu begreifen sei.

Zusammenfassend lassen sich deswegen die Befunde
zum psychischen Bereich wie folgt beschreiben:

Nach derzeitigem Wissensstand sind keine
gravierenden Stoerungen zu erwarten, wenn auch
Personen mit Neigungen zu psychischen Stoerungen
ebenso auf Cannabis verzichten sollten wie
diejenigen, die sich damit sozial unertraeglichen
Situationen entziehen wollen.

cc.) Koerperliche Abhaengigkeit
Koerperliche Entzugserscheinungen sind bei Cannabis
-anders als bei Alkohol und harten Drogen- prak-
tisch nicht zu beobachten. Der Sachverstaendige
Prof. Dr. Dominiak hat hierzu ausgefuehrt, dass
allenfalls -vergleichbar wie beim Absetzen der
taeglichen Kaffeedosis- leichte Schlafstoerungen,
Irritierbarkeit und innere Unruhe auftreten
koennen. Auch seien Dosissteigerungen aus physiolo-
gischen Gruenden nicht festzustellen. Vielfach ist
sogar beobachtet worden, dass erfahrene Konsumenten
weniger Cannabis brauchen, um „high“ zu werden als
Anfaenger (vgl. Quensel, Drogen und Drogenpolitik,
a.a.O., Seite 389 m.w.N.).

Die Sachverstaendigen haben darueber hinaus ausge-
fuehrt, dass allenfalls eine leichte psychische Ab-
haengigkeit vorhanden sei. Diese sei aber nicht.
anders einzustufen, als die, die beim taeglichen
Kaffeetrinken entstehe. Quensel (Drogen und
Drogenpoltik, a.a.O., Seite 389) fuehrt hierzu
folgendes aus: „Eine Vorstellung von diesen
Schwierigkeiten kann man gewinnen, wenn man an das
eigene abendliche Glas Bier denkt, an den ueblichen
Morgenkaffee oder an die Leere, die entsteht, wenn
man das Rauchen aufgibt -dieselbe Leere ueberfaellt
uns, wenn der Fernseher repariert werden muss, die
Tageszeitung wegen Streiks fehlt, die Pruefung
bestanden ist oder bei Arbeitslosigkeit oder
Verrentung der alltaegliche Arbeitstrott ausfaellt.“

dd.) Toedliche Dosis
Bei dem Cannabiskonsum gibt es im Gegensatz ,zum
Alkohol, Nikotin und harten Drogenkonsum keine
wissenschaftlich ermittelte letale (= toedliche)
Dosis. Todesfaelle die auf exzessiven Konsum
zurueckzufuehren sind, sind bei Haschisch nicht
bekannt.

© Gesellschaftliche Auswirkungen

aa.) Anzahl der Haschischkonsumenten

Die Gesamtzahl der Konsumenten ist nicht bekannt.
Die Angaben hierueber schwanken. Koerner geht in
seinem Kommentar zum Betaeubungsmittelgesetz unter
Berufung auf die Zeitschrift Suchtreport 1988,
Heft 2 von ca. 3 bis 4 Mio Cannabisabhaengigen aus
(vgl… Koerner a.a.O., Einleitung Seite 9). In der
Auskunft des Bundesgesundheitsamtes vom 21. Dezem-
ber 1990 wird eine Zahl von mehreren Hunderttau-
send und 1 bis 2 Mio angegeben. Der Drogenexperte
Berndt Georg Thamm schaetzt in seinem Buch „Drogen-
freigabe-Kapitulation oder Ausweg ?“ (Verlag
Deutsche Polizeiliteratur GmbH, 1989) fuer die
Bundesrepublik eine Anzahl von ueber 2 Mio. Konsu-
menten von Cannabisprodukten (vgl. Thamm, a.a.O.,
Seite 232).

bb.) Haschischtherapie

Es gibt keine spezielle Haschischtherapie und auch
keine therapeutische Einrichtung fuer Haschischkon-
sumenten. Dort wo Haschischkonsumenten einer
psychologischen oder psychiatrischen Behandlung
beduerfen, ist nach den Darlegungen des Sachver-
staendigen Dr. Barchewitz der Haschischkonsum nicht
die Ursache. Vielmehr steckt dahinter ein persoen-
liches Problem. Ist dies behoben, dann schwindet
auch das Beduerfnis zum Konsum, da dieser koerper-
lich nicht bedingt ist.

cc.) Auswirkungen auf strafbare Handlungen

Im Gegensatz zum Alkohol und zu den sogenannten
harten Drogen wird die polizeiliche Kriminalsta-
tistik nicht unter dem Gesichtspunkt gefuehrt, ob
der Tatverdaechtige die Tat unter dem Einwirken von
Cannabiskonsum begangen hat. Es. gibt in der poli-
zeilichen Kriminalstatistik hierzu keine statisti-
schen Erhebungen. Daraus laesst sich entnehmen, dass
dies fuer die Begehung von Straftaten kein relevan-
ter Faktor ist. Dies verdient besondere Hervorhe-
bung im Verhaeltnis zum Alkohol, weil der Alkohol
haeufig eine stimulierende Wirkung hat, die insbe-
sondere die Bereitschaft zu Gewalttaetigkeiten foer-
dert. Haschisch hat eine im Grundsatz umgekehrte
Wirkungsweise. Der Konsum von Haschisch fuehrt zu
einer Hinwendung nach innen und begleitend dazu zu
einem Rueckzug von der aeusseren sozialen Realitaet
Dabei hat die Einnahme von Haschisch nach den Aus-
fuehrungen der Sachverstaendigen regelmaessig eine
mehr beruhigende und einschlaefernde Wirkung.
Allerdings sei davon auszugehen, dass sich insbe-
sondere diese Eigenschaften im Strassenverkehr
nachteilig bemerkbar machen koennten.

ff.) Einstiegsdroge

Im Gegensatz zu den Motiven des Gesetzgebers bei
der Neufassung des Betaeubungsmittelgesetzes im
Jahre 1971 steht zur ueberzeugung der Kammer nach
den Ausfuehrungen der Sachverstaendigen und der
dabei eroerterten und vorgehaltenen Literatur fest,
dass Haschisch keine „Einstiegsdroge“ fuer haertere
Drogen ist und auch keine Schrittmacherfunktion
entfaltet.
Die Sachverstaendigen haben in uebereinstimmung mit
der Auskunft des Bundesgesundheitsamtes zunaechst
festgestellt, dass es keinen medizinischen und bio-


logischen Ausloeser fuer die Behauptung gibt, dass

Konsumenten sogenannter weicher Drogen auf harte
Drogen umsteigen.

Das Schweizer Bundesgericht hat sich in seinem
Entscheid vom 29. August 1991 (vgl. Strafver-
teidiger, 1992, Seite 18 ff.) mit der angeblichen
Gefaehrlichkeit von Cannabisprodukten auseinander-
gesetzt und dabei auch zur Einstiegstheorie bzw.
zur Umsteigegefahr Stellung genommen. Dabei hat es
den Sachverstaendigen Prof. Kind zitiert, der dar-
gelegt hat, dass diese Behauptung (Einstiegsdroge)
heute eindeutig widerlegt sei. Abschliessend heisst
es in der Entscheidung des Schweizer Bundesge-
richts:

„Der Gebrauch von Cannabis fuehrt ferner keineswegs
zwangslaeufig zu jenem gefaehrlicherer Stoffe; nach
neuesten Schaetzungen greifen insgesamt etwa 5 %
aller Jugendlichen, die Erfahrung mit Cannabis
haben, zu haerteren Drogen (Geschwinde, a.a.O.,
Seite 44 N 166).“

Auch Koerner lehnt in seinem Kommentar zum Betaeu-
bungsmittelgesetz die Theorie von Haschisch als
Einstiegsdroge ab. Es helsst dort (a.a.O., Anhang C
1, Seite 1070):
Die Theorie von Haschisch als Einstiegsdroge ist
kein ueberzeugendes Argument, weil der Weg zum
Heroin ebenso haeufig ueber Alkohol und Tabletten-
konsum verlaeuft, ohne dass deshalb ein Verbot von
Alkohol oder Tabletten zu fordern waere."

Die Kammer lehnt daher in uebereinstimmung mit den
Sachverstaendigen und den vorstehenden zitierten
Autoren die Theorie von der „Einstiegsdroge“ ab.

Die Theorie von der sogenannten Einstiegsdroge
wird von der (unzutreffenden) Denkschablone
getragen, dass aus der Verwendung der Droge ein
Drang nach Dosissteigerung logisch folge und
dieser von der leichten zur starken Dosis fuehren
muesse (vgl. hierzu Quensel, Drogen und Drogenpoli-
tik, a.a.O., Seite 391). Dabei wird uebersehen und
unberuecksichtigt gelassen, ob die Drogen in ihrer
Wirkung miteinander vergleichbar sind und dass dann
doch der leichte und beliebig steigerbare Alkohol-
konsum als Alternative viel naeher liegt (vgl.
Quensel, Drogen und Drogenpolitik, a.a.O., S.
391).

Es wurde bereits darauf verwiesen, dass der
Cannabiskonsum in seiner Zielrichtung eine mehr,
beruhigende und sedierende Wirkung hat, waehrend
zum Beispiel die Drogen Kokain und Heroin stark
euphorisierende Auswirkungen haben. Diese Drogen
stellen daher von ihrer Wirkungsweise keine Stei-
gerung der Cannabisprodukte dar, sondern haben
eine vielmehr entgegengesetzte, dem Alkohol
aehnliche Wirkung. Deshalb fehlt es schon an
einer den Umstieg tragenden subjektiven Zielvor-
stellung, die darauf angelegt ist, die Wirkungs-
weise des bisherigen Rauschmittels zu steigern.
Darueber hinaus fuehrt gerade der Konsum von
Haschisch -wie bereits dargelegt- nicht zu einer
Toleranzausbildung, die nach immer staerkeren Dosen
draengt. Im Gegenteil: haschischgewoehnte Konsumen-
ten werden regelmaessig mit einer niedrigeren Dosis
„high“ als Anfaenger (vgl. oben S. 30).

Darueber hinaus wird der Versuch unternommen, die
Umstiegstheorie statistisch wie folgt zu begruenden
(vgl. dazu Taeschner, Das Cannabis-Problem 1979,
Seite 169; zitiert nach Kreuzer, NJW 1982. Seite
1311):

uentersucht man andererseits aber klinisch-statio-
naer behandelte Drogenabhaengige, meist
Heroinsuechtige oder Polytoxikomane, so stellt man
fest, dass sie ihre Drogenkarriere zu 98 bis 100 %
mit Haschisch begonnen hatten."

Kreuzer verweist in seinem Aufsatz auf Untersu-
chungen von Prof. Keub, wonach diese Theorie in
den USA sschon laengst tot war, als -scil. bei
uns- die Drogenwelle 1968 begann". Kreuzer fuehrt
weiterhin aus, dass Prof. Keub in einer Studie
nachgewiesen habe, dass Alkohol die Haupteinstiegs-
droge sei und dass bei einem Drogenkongress in Wien
alle anwesenden Experten verschiedener Disziplinen
die Einstiegstheorie verworfen haetten (vgl.
Kreuzer, a.a.O., Seite 1311 Fussnote 9). Kreuzer
fuehrt in seinem Aufsatz auch weitere Unter-
suchungen an, die fuer deutsche Verhaeltnisse die
Unhaltbarkeit der Einstiegstheorie ergeben haetten
(vgl. Kreuzer, a.a.O., Seite 1311 Fussnote 10).

Darueber hinaus laesst sich die Einstiegstheorie auch
anhand der statistischen Zahlen ueber die ge-
schaetzten Drogenabhaengigen widerlegen. Der
Pharmakologe Schoenhoefer hat in seinem Aufsatz
(a.a.O., Seite 54) die Umsteigetheorie an Zahlen,
die fuer Amerika gelten, ueberprueft. Woertlich heisst
es: „Der Direktor des „Natonal Institute of Mental
Health“ schaetzte in einem Hearing vor dem
ssubcommittee to Investigate Juvenile Delinquency“
am 17. September 1969 die Zahl der Jugendlichen
Marihuana-Konsumenten in USA auf 8 bis 12 Mio. Im
Mai und Oktober des gleichen Jahres
veroeffentlichte die „Washington Post“ Gallup-Um-
fragen, die die Zahl der Marihuana-Konsumenten mit
rund 10 Mio angaben. Nach der hier in der Bundes-
republik ueblichen Umsteigertheorie muessten also
heute rund 30 % dieser Menschen, mithin also 3
Millionen Heroinsuechtige sein. Das ist nicht der
Fall. Die Zahl der Heroinsuechtigen in den USA
liegt bei 200.000 mit einer geschaetzten Dunkel-
ziffer gleicher Groesse, also insgesamt bei 400.000.
Das sind zwischen zwei bis vier, rund also
hoechstens 5 % der Marihuana-Konsumenten."

Diese Zahlen belegen, dass ein Umstieg nur in
geringem Umfange stattfindet. Sie entsprechen den
Zahlen, die das Schweizer Bundesgericht zugrunde
gelegt hat, und die auch auf die Bundesrepublik
zutreffen. Nach den Ausfuehrungen des Sachverstaen-
digen Dr. Barchewitz ist davon auszugehen, dass es
in der Bundesrepublik ca. 100.000 Drogenabhaengige
gibt, die sogenannte harte Drogen konsumieren. Die
Zahl der Haschischkonsumenten liegt -wie bereits
dargelegt- zwischen 2 und 4 Mio… Dieses krasse
Missverhaeltnis von Cannabiskonsumenten zu Konsu-
menten „harter“ Drogen beweist, dass offensichtlich
kein kausaler Umsteigeeffekt vorhanden ist.

Dies haben auch die von der Kammer gehoerten Sach-
verstaendigen ausdruecklich bestaetigt. Sie haben
vielmehr darauf verwiesen, dass eine Suchtkarriere.
die einmal beim Heroin ende, typischerweise vom
fruehen Gebrauch von Nikotin oder Alkohol gepraegt
sei. Sie meinen daher, dass der Gebrauch dieser bei
uns ueblichen Konsumdrogen viel eher einen Ein-
stiegseffekt aufweise. Darueber hinaus haben die
Sachverstaendigen darauf hingewiesen, dass ein
Umsteigeeffekt allenfalls durch den gemeinsamen
illegalen Drogenmarkt erfolge. Sie haben hierzu
ausgefuehrt, dass der Haschischkonsument die Droge
vom gleichen Dealer bekomme, der auch ueber „harte“
Drogen verfuege. Aus diesem ssozialen Kontakt"
ergebe sich eine sehr viel groessere Gefahr des
Umsteigens als aus dem Konsum und den damit
verbundenen Wirkungen (so auch Binder, a.a.O.,
Seite 125).

Die Kammer weiss aus einem Referat des Amsterdamer
Strafrechtsprofessors Dr. Rueter, das auch insoweit
in der Hauptverhandlung eroertert worden ist, dass
gerade aus diesen Gruenden die niederlaendische
Drogenpolitik eine Trennung der Maerkte von
„weichen“ und „harten“ Drogen anstrebt.
Die Einrichtung von sogenannten „Coffee-Shops“, in
denen Cannabis-Produkte zum Konsum frei ver-
kaeuflich erworben werden koennen, ohne dass
strafrechtliche Verfolgung zu befuerchten ist, hat
zum Ziel, den ssozialen Kontakt" des Konsumenten
„weicher“ Drogen zu „harten“ Drogen beim Ankauf zu
unterbinden. Deswegen muessen die Inhaber von
„Coffee-Shops“ mit Bestrafungen und Schliessung
ihrer Geschaefte rechnen, wenn sie „harte“ Drogen
verkaufen. Durch diese Trennung der Maerkte wird
nach Auffassung der Niederlaender der moegliche
Umsteigeeffekt, der durch den ssozialen Kontakt"
mit dem gleichen Dealer bewirkt werden kann,
erheblich reduziert.

c) Zusammenfassend kann daher festgestellt werden.
dass die individuellen und gesamtgesellschaftlichen
Wirkungen von Haschisch denkbar gering sind.

(1) Das Schweizerische Bundesgericht hat in seiner
Entscheidung vom 29. August 1991 (a.a.O., Seite
19) hierzu folgendes festgestellt:
„Nach dem gegenwaertigen Stand der Erkenntnisse
laesst sich somit nicht sagen, dass Cannabis geeignet
sei, die koerperliche und seelische Gesundheit
vieler Menschen in eine naheliegende und
ernstliche Gefahr zu bringen.“

(2) Der Sachverstaendige Prof. Dr. Dominiak hat
erklaert, dass Cannabis nach seiner Kenntnis das
Rauschmittel mit den geringsten individuellen und
gesamtgesellschaftlichen Wirkungen sei, das es zur
Zeit auf der Welt gebe. Binder hat in seinem
Aufsatz im Deutschen aerzteblatt (a.a.O., Seite
124) ausgefuehrt:

„Medizinisch gesehen, duerfte der Genuss von ein bis
zwei Joints Marihuana (ein bis zwei Gramm
Marihuana, resorbierte THC-Menge 8-16 mg) pro Tag
unschaedlich sein, zumindest aber weniger schaedlich
sein, als der taegliche Konsum von Alkohol oder von
20 Zigaretten. Fuer alle drei Drogen gilt das
Prinzip ssola dosis facit venenum“ und somit waere
gegen den gelegentlichen Konsum von Marihuana im
Grunde genau so wenig einzuwenden wie gegen das
gelegentliche Glas Wein oder die gelegentliche
Zigarette, Jede Droge im uebermass genossen, ist
schaedlich."

(3) Soweit der exzessive Gebrauch von Cannabisproduk-
ten bei bestimmten Risikogruppen zu bestimmten
-nicht ernstlichen- Schaedigungen fuehren kann. ist
darauf hinzuweisen; dass dies grundsaetzlich fuer
fast alle Substanzen gilt, die der Mensch zu sich
nimmt (Zum Problem ,der fehlenden Relation zwischen
Extrem- und Normalkonsum aus sozialwis-
senschaftlicher Sicht vgl. Kreuzer, a.a.O., S.
1312). Auch der exzessive Gebrauch von Zucker kann
zu Schaedigungen fuehren. Darueber hinaus haben
zahlreiche rezeptpflichtige Schmerz-, Schlaf- und
Beruhigungsmittel bei langandauernden, uebermaessigen
Konsum Sucht und schwere gesundheitliche Schaeden
mit teils toedlichem Ausgang zur Folge.
Entzugstherapien bei Medikamentenabhaengigkeit sind
aufwendig. Medikamentenmissbrauch kann auch
Psychosen ausloesen. Auch nicht rezeptpflichtige
Schmerzmittel und sogar Vitamine koennen bei
uebermaessiger Dosierung zu schweren Gesundheitsschae-
den fuehren, Bei Aspirin drohen z.B. Magengeschwuere
z.B., wie sie durch die Einnahme von mehr als drei
Multivitamin-Tabletten geschehe, ueberschreitet bei
einer Leibesfrucht den Grenzwert und kann zu
Fruchtschaeden fuehren.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

nur mweil man den Teufel nicht austreiben kann, Beltzebub erlauben??? Entschulddigung für die religiösen Worte. Aber mir fiehl im Moment keine passenderen Worte ein.
Jede Art von Bewustsein trübemnde Mittel müsste abgeschafft werden. Da das aber nicht geht (schließlich wollen viele daran verdienen), sollte man nicht das nächste auch noch genehmigen!
Oder ist Hasch zum Überleben der Menschheit wichtig? Für die Rauschgiftproduzenten, die scheinbar immer einflussreicher werden, ja! Es ist eine sinnlose Diskusion. Es ist ein Rauschmittel und damit basta.
Als Medikament, ok.
Grüße
Raimund

hallo raimund,

Jede Art von Bewustsein trübemnde Mittel müsste abgeschafft
werden. Da das aber nicht geht (schließlich wollen viele daran
verdienen), sollte man nicht das nächste auch noch genehmigen!

nun ja, wenn schon denn schon: im sinne der gleichbehandlung muß man dann schon konsequent sein und andere rauschmittel neben alkohol und nikotin erlauben.

Oder ist Hasch zum Überleben der Menschheit wichtig?

ach gott, dran sterben tut man auch nicht unbedingt. ich glaub ein gemütliches gläschen wein kann man auch entbehren, ebenso wie mit 240km/h über die autobahn zu düsen oder unbedingt mit karacho neue pisten runterbrettern… alles nicht überlebensnotwendig, macht aber spaß!

Für die Rauschgiftproduzenten, die scheinbar immer :einflussreicher werden, ja!

ich bin mir da nicht ganz so sicher, ob der holländische hanfzüchter und ein kolumbianischer kokain-kartell-boß unbedingt miteinander zu vergleichen sind

Es ist eine sinnlose Diskusion. Es ist ein
Rauschmittel und damit basta.

sinnlos nicht, nur unbequem, weil man dann zugeben muß, daß entweder alle rauschmittel verboten , oder eben alle legalisiert
werden müßten.

grüße rené

Hallo, René,
Du hast mein Posting nicht richtig gelesen: ich bin gegen jede Art von Rauschmittel.
Nur weiß ich natürlich, dass das Verbot von Alkohol und Zigaretten zur richtigen Geschäftemacherei entartet: zum Schmuggel. Wir hätten Zustände wie zur Zeit der amerikanischen Prohibition. Ich selbst habe das Rauchen vor 19 Jahren aufgehört. An meinem Alkoholkonsum pro Jahr könnte nicht mal ein Hund von leben. Ich trinke im Jahr vielleicht 5 Flaschen Bier. Im Urlaub etwas Rotwein. Es gibt andere „Vergnüglichkeiten“, dazu muss ich mir nicht den Kopf volldröhnen. Obwohl ich irre Alkohol vertragen kann (war ja schließlich auch mal 25), war mir die Watte im Hirn immer extrem unangenehm.
Mit dem Alkohol hat es so seine Probleme: wir brauchen ihn für Medikamente, für die Industrie, für… Und wenn jeder Konsument nur so viel trinken würde, dass er keine bewustseinstrübung hätte, wäre ja dagegen überhaupt nichts einzuwenden. Doch wie mit allem, es wird masslos übertrieben. Also wäre es besser, er würde weltweit geächtet. Bei Nikotin ist überhaupt kein vorteil zu sehen. Hier bin ich strickt für ein Verbot. Und bei Hasch: so harmlos, wie in dem Artikel ist Hasch leider nicht. Einmal ist es ein feine Einstiegsdroge: „kuck mal, schadet mir nicht, und weg komme ich davon kinderleicht, und schön ist die Welt dabei, und außerdem: wenn ich davon schnell wieder los komme, schaff´ ich das bei heroin auch!“ Außerdem hilft es genau so wie Alkohol Ärger und Probleme zu übertönen. - vermeintlich. Ich habe so einige aus dem Freundeskreis meines Sohnes (der zum Glück Hasch zwar probiert hat, aber ansonsten nicht nimmt) so einige gesehen: Verschlecchterung der Schulleistungen, teilweise Desinteresse an der Umwelt (Flucht in den Rausch). die sind teilweise nur noch im Tran gewesen. Wenn das das erstrebte Ziel ist???
Grundsätzlich ist jedes Rauschmittel abzulehnen.
Erst wird Hasch für harmlos erklärt, dann kommt Koks, dann Heroin… Es lebe der Gewinn! Und die Steuereinnahmen. Die Regierung hechelt schon.
Grüße
Raimund

Hallo Raimund,

Du hast mein Posting nicht richtig gelesen: ich bin gegen jede
Art von Rauschmittel.

mööönsch, ihr gönnt einem aber auch gar keinen spass…:frowning:

Ich selbst habe das Rauchen vor 19 Jahren
aufgehört. An meinem Alkoholkonsum pro Jahr könnte nicht mal
ein Hund von leben. Ich trinke im Jahr vielleicht 5 Flaschen
Bier. Im Urlaub etwas Rotwein. Es gibt andere
„Vergnüglichkeiten“, dazu muss ich mir nicht den Kopf
volldröhnen.

…also, ich dröhn mir ja nicht gleich den kopf voll, wenn ich mal ein glässchen roten trinke- übrigends von einem kleinen weingut direkt vom erzeuger!! da verdient kein grosskapitalist dran:smile:)

irgendwie ist für mich diese drogenverbotsgeschichte puritanischer gesinnungsterror, am aggressivsten wird das ja auch in protestantisch dominierten ländern durchgezogen.

Also wäre es besser, er würde weltweit geächtet. Bei Nikotin
ist überhaupt kein vorteil zu sehen. Hier bin ich strickt für
ein Verbot. Und bei Hasch: so harmlos, wie in dem Artikel ist
Hasch leider nicht. Einmal ist es ein feine Einstiegsdroge:
„kuck mal, schadet mir nicht, und weg komme ich davon
kinderleicht, und schön ist die Welt dabei, und außerdem: wenn
ich davon schnell wieder los komme, schaff´ ich das bei heroin
auch!“

stimmt nicht, einer der vielen legenden. Hasch ist noch am ehsten eine einstiegsdroge für nikotin.

Außerdem hilft es genau so wie Alkohol Ärger und

Probleme zu übertönen. - vermeintlich.

alles in maßen, dann machts spass und schadet nicht. alkohol kann in maßen sogar gesundheitsfördenrd und lebensverlängert wirken. es kommt halt auf die menge an.

beste grüße, barbara

ps. ich habe noch nie geraucht und außer kaffee, tee und wein nehme ich keine drogen zu mir. (eben! kaffee und tee müssten auch verboten werden!!)

Hallo, Barbra

mööönsch, ihr gönnt einem aber auch gar keinen spass…:frowning:

doch, Barbara, trink Deinen Wein und lass´ ihn Dir schmecken.
Mir ging es ja ach nur um den oft daraus resultierenden Missbrauch. Allerdings, wie erwähnt, bei Nikotin seh ich kein: ach das bisschen!

…also, ich dröhn mir ja nicht gleich den kopf voll, wenn ich
mal ein glässchen roten trinke- übrigends von einem kleinen
weingut direkt vom erzeuger!! da verdient kein grosskapitalist
dran:smile:)

Glaube ich gerne. Und wenn diese Werbung für Alkohol nicht wäre, wenn den jugendlichen der Zugang zu Alkohol unmöglich wäre…, wäre ja dagegen mit Sicherheit nichts zu sagen. Täglich etwas Wein soll ja sogar gesund sein!

irgendwie ist für mich diese drogenverbotsgeschichte
puritanischer gesinnungsterror, am aggressivsten wird das ja
auch in protestantisch dominierten ländern durchgezogen.

Ich vermute mal, das war jetzt eine Spitze gegen BadenWürttemberg. Ich stamme aus Bayern! (bin immer noch stolzer Bayer)

alles in maßen, dann machts spass und schadet nicht. alkohol
kann in maßen sogar gesundheitsfördenrd und lebensverlängert
wirken. es kommt halt auf die menge an.

Das ist doch das Problem!
Übrigens habe auch ich meine „Sünden“ hinter mir. Bis hin zum Autofahren im Vollrausch! Ich bin heute noch entsetzt, was ich damals getrieben habe. Ich (und meine Mitmenschen) müssen einen besonders aktiven Schutzengel haben.
Vielleicht bin ich gerade deshalb, weil ich so viel Blödsinn getrieben und das erkannt habe, etwas krass.
Wie gesagt, man muss nicht aus dem Grund weil es einen Fehler gibt, den nächsten einführen und entschuldigen.
Grüße
Raimund

Hallo Raimund,

Glaube ich gerne. Und wenn diese Werbung für Alkohol nicht
wäre, wenn den jugendlichen der Zugang zu Alkohol unmöglich
wäre…, wäre ja dagegen mit Sicherheit nichts zu sagen.
Täglich etwas Wein soll ja sogar gesund sein!

ok, einigen wir uns doch auf ein totalverbot für alle drogenwerbung und ansonsten die gemeinsame erkenntnis, das alles in maßen zu konsumieren, wer es denn schon will und muss:smile:)

irgendwie ist für mich diese drogenverbotsgeschichte
puritanischer gesinnungsterror, am aggressivsten wird das ja
auch in protestantisch dominierten ländern durchgezogen.

Ich vermute mal, das war jetzt eine Spitze gegen
BadenWürttemberg. Ich stamme aus Bayern! (bin immer noch
stolzer Bayer)

nö, bin selbst aus BW, der Hinweis ging gegen die skandinavischen Staaten und Amerika/USA.

Übrigens habe auch ich meine „Sünden“ hinter mir. Bis hin zum
Autofahren im Vollrausch! Ich bin heute noch entsetzt, was ich
damals getrieben habe. Ich (und meine Mitmenschen) müssen
einen besonders aktiven Schutzengel haben.
Vielleicht bin ich gerade deshalb, weil ich so viel Blödsinn
getrieben und das erkannt habe, etwas krass.

habe auch schon die feststellung gemacht, dass exraucher die schlimmsten nikotinfeinde wurden, ist m.E. ein altes Konvertitenproblem:wink:

beste Gruesse, barbara

hallo, Barbara,
nein, ich bin kein militanter Nichtraucher. Ginge schon gar nicht: einmal raucht meine Holde und zum zweiten habe ich einen Beruf, in dem ich dauernd mit Rauchern zusammenkomme.
Nein, ich finde es nur irgendwie traurig, dass selbst Jugendliche, die genau wissen, dass sie sich den Tod ´reinsaugen, trotzdem rauchen. Leider mein Sohn auch. Da wird von den Gymnasiasten behauptet, sie wären besonders im Denken geschult. Und was machen sie? Sie rauchen! Es soll sogar noch eine Menge geben, die auf der Nadel sind! Zum Glück ist da seine Schule einigermaßen sauber (privates Gymnasium)
Wenn sich Erwachsene eine Zigarette anstecken, dann ist das schlimm genug. Doch heute rauchen doch schon die 14-jährigen! Und was kannst Du als Vater oder Mutter dagegen machen? Nichts! Wenn sie es nicht daheim dürfen, rauchen sie halt draußen. Und zusätzlich ist es ein Ansporn, so schnell wie möglich aus dem Haus auszuziehen. Also habe ich meinem Sohn gesagt, was ich davon halte und dass er daheim bitte das Rauchen bremsen soll. Er nimmt Rücksicht und raucht weniger, wenn ich da bin (habe mir von irgendwas ein blödes Leiden zugelegt: Asthma). Na, vielleicht schafft er es auch mal so vom Rauchen weg zu kommen wie ich: einfach aufhören! Ich hoffe spätestens, wenn er Papa wird. Da hab ich auch aufgehört. Mit dem Jubelschrei: Ich werde Vater!" war´s Schluß.
Grüße
Raimund

hallo raimund,

wie soll die gesellschaft also mit drogen und ähnlichem umgehen? grundsätzlich verbieten? dann boomt der schwarzmarkt und ich und viele andere werden auf ihr recht pochen, sowas ja wohl für sich selbst entscheiden zu dürfen. (übrigens: ich konsumiere kein hasch, aber verbieten lassen würd ich’S mir auch nicht)
bei einer totalen legalisierung besteht natürlich die gefahr, daß sich einige (nicht wirklich wenige nehm ich mal an) innnerhalb der neuen regeln alles an verstand wegsaufen bzw- -kiffen, -spritzen oder wie man’s sonst noch zu sich nehmen kann. so oder so, man hat ein problem?!
ich denke, wenn wir aufgeklärt mit der materie umgehen, dann wird die aufgeklärte gesellschaft auch vernünftig und in maßen mit „rauschmitteln“ umgehen. JAA, sooooo optimistisch bin ich tatsächlich, denn auch wenn’s weitere jahrzehnte/-hunderte bis zu einer durch und durch aufgeklärten gesellschaft braucht, die menschen werden irgendwann mal erkennen, daß sie so am gesündesten und längsten leben (ich mein natürlich mit 'ner aufgeklärten Gesellschaft). und in so einer gesellschaft werden die einzelnen gemäßigt und verantwortungsbewußt mit rauschmitteln umgehen können.
unter aufgeklärt versteh ich in bezug auf rauschmittel:
der staat darf keine rauschmittel zwecks steuern oder irgendwelcher kulturellen eigenheiten bevorzugen oder unterdrücken! sämtliche von rauschmitteln ausgehenden gefahren müssen klar und deutlich veröffentlicht werden, jeder einzelne soll sich genau ausrechnen können, welchen raubbau er mit seinem körper betreibt. es dürfen keine kulturdrogen bagatellisiert werden, von wegen:"…wir trinken hier schon immer bier, das ist gesund und macht männlich!" keine strafmildernde umstände für berauschte autofahrer, sexualverbrecher oder taschendiebe. wer sich besäuft,-kifft etc muß voll und ganz zur rechenschaft gezogen werden. nix da mit 2Promille und nicht zurechnugsfähig!
die liste läßt sich wohl noch fortsetzen, und unter all diesen umständen seh ich keinen grund für verbote. und eine aufgeklärte gesellschaft poppt nicht eines tages einfach so aus dem zauberhut, sonder man muß sie sich hart erarbeiten und dazu gehören auch mutige schritte die viel reiberei verursachen.

schöne sonntagsgrüße (trotz regen), rené

Hallo, René,
leider habe ich keine so gute Meinung von den Menschen. Wenn es in ist, schneiden sie sich selbst die Kehle durch. Das Volk ist nicht erziehbar. Gegen vermeintliche Genüsse schon erst recht nicht.
Es kommt noch ein Grund dazu, Rauschmittel so stark es geht einzudämmen: die Kosten für die Allgemeinheit! Es reicht schon, was wir für die Suchtbekämpfung (Alkohol, Drogen) ausgeben müssen und den Schaden, den solche Leute anrichten. Das hat mit freier Genussgestaltung und freien Bürgertum nichts mehr zu tun.
Nur, es liegt nicht im Interesse der Regierungen. Die Einnahmen aus dem Alkoholverkauf sind riesig. Wie schön wäre es noch, wenn sie auch noch Hasch besteuern dürften. Oder Heroin… Außerdem bin ich überzeugt, dass die OK schon längst im Bundestag sitzt.
Für mich ist ein Rauschgifthändler ein „aus niedrigen Gewinnstreben tötender Massen-Mörder“. Warum so einer 2-3 Jahre bekommt, wenn er so dumm war und sich erwischen hat lassen, ist bei der Schwere des Deliktes unbegreiflich. Eine angemessene Strafe wären 50 Jahre Steinbruch. Bis die Knochen brechen.
Grüße
Raimund

Hallo, Camilla,

Und genause wie jeder entscheiden darf, ob er sich zum Tode
säuft, sollte man auch entscheiden dürfen, ob man sich „zum
Tode bekifft“.

Genau das sollte er nicht entscheiden können. Denn die Kassen und Versicherungen, die Wirtschaft und der Staat allgemein sind ebenfalls die Leidtragenden.
Grüße
Raimund

hallo raimund, wie gesagt, man muß daß unter dem gesichtspunkt der gleichbehandlung betrachten, und dann wirds halt defizil.
die steuereinnahmen auf hasch kann man glaub ich sowieso vergessen, weil: das zeug kann sich jeder herrlich selber ziehen, fast so leicht wie tomaten züchten im blumenkasten :smile:

und die kosten für alkohol etc kranke, muß man halt da reinholen wo sie verursacht werden, wo ist da das problem?! das ist für mich aufgeklärt und verantwortungsbewußt. genauso bin ich übriges dafür, daß sich leute in risikosportarten entsprechend teurer versichern sollen (da kannst du wahrscheinlich einiges zu sagen). wer sich freiwillig in die gefahr eines beinbruches oder sonstiger brüche (skifahren, fallschirmspringen, motorradfahren etc etc) begibt, der kann von mir nicht erwarten, daß ich das mitmache wenn er zwei jahre reha finanziert bekommt.
jeder soll grundversorgt sein, den rest muß er sich selber finanzieren.

grüße, rené