Hashimoto-Thyreoiditis

Hallo!

Bei mir wurde vor Kurzem eine chronische Schilddrüsenentzündung
(Hashimoto-Thyreoiditis) per Zufallsbefund diagnostiziert.
FT3 und FT4 und Thyr.-Antikörper sind im Normbereich, mikrosom.
Antikörper hoch (1120) TSH war vor 8 Wochen 5,9, vor 4 Wochen 4,22 und vor 2 Wochen 2,96. Der Arzt meinte, ich brauche keine
Schilddrüsenhormone, die Werte sollen nur erstmal alle 1-2 Monate kontrolliert werden. Ist das richtig, daß ich kein Thyroxin kriege oder wäre es besser?

Viele Grüße von Roberta

Hallo Roberta,

eine Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto-Thyreoiditis) ist die häufigste Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion.

Wurde bei dir bereits ein Stimulationstest (TRH-Test) gemacht?

Während basale TSH-Konzentrationen zwischen 0,1 und 3,5 µU/ml eine manifeste Funktionsstörung ausschließen, ist in den Übergangsbereichen (siehe vor 4 und 8 Wochen) die Durchführung einer TRH-Stimulation zum Nachweis bzw. Ausschluss einer latenten Funktionsstörung notwendig (= TRH-Test).

Hierbei werden 2 Blutentnahmen vorgenommen:

    1. Entnahme: Bestimmung von TSH basal
      Nach der 1. Entnahme wird ein Hormon (Thyreotropin-Releasing-Hormon) betont langsam i.v. gespritzt, das die Hypophyse stimuliert und dadurch die Bildung von TSH in Gang setzt.
    1. Entnahme genau 30 Min. nach i.v.-Gabe. Bestimmung von TSH nach Stimulation.
      Dies ist die beste Möglichkeit eine Unterfunktion zu diagnostizieren. Für eine Unterfunktion spricht dann ein zu hoher TSH-Wert.
      Die ersten beiden oben von dir angegebenen Werte (vor 4 u. 8 Wochen) wären somit grenzwertig zu hoch.

Eine Hormonsubstitution mit Thyroxin wäre sinnvoll, bei Unterfunktion und bei Normalfunktion (Euthyreose) wenn (kalte) Knotenbildung besteht, bzw. Vermeidung von drohender Knotenbildung. Die Eigenproduktion wird dann zurückgefahren, das Schilddrüsengewebe „geschont“.

Durch Zufall fand ich hier dieses Forum:
http://www.schilddruesenselbsthilfe.de/

Viele Grüße, Renate

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Hallo Roberta,

ich bin selber Betroffene, kann Dir allerdings natürlich keinen medizinischen Rat geben. Haben die bei Dir denn ein Szintigramm gemacht oder zumindest einen Ultraschall? Wenn Du sicherer sein willst, solltest Du zu einer Endokrinologin gehen. Oder zu einem Radiologen.

Ich habe die langjährige Erfahrung gemacht, dass die meisten Ärzte und Ärztinnen nicht allzuviel über Schilddrüsenerkrankungen wissen. Daher muss man sich selber damit gut auskennen, um Fehlbehandlungen vorzubeugen. Insofern ist es schon mal gut, dass Du hier fragst. Noch bessere Informationen wirst Du wohl im Schilddrüsenforum http://www.schilddruesenforum.de/ oder bei http://www.HashimotoThyreoiditis.de/ finden.

Insgesamt möchte ich Dir noch sagen, dass diese Erkrankung fast immer ohne Probleme behandelbar ist. Ich hab sie seit 20 Jahren und lebe ganz normal. Also keine Angst. Nur eben regelmäßig zur Kontrolle gehen.

Grüße
Trilli

PS: Die MAKs sind manchmal extrem hoch, ohne dass es eine spürbare Auswirkung auf das Befinden hat. Meine waren mal bei fast 10.000. Und auch ich musste mehrere Jahre nicht mit SD-Hormonen behandelt werden, also, es kann schon stimmen, was Dein Arzt sagt.

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