Hallo Rüdiger,
vor Jahren hatte ich mal einem guten Freund von mir
finanziell geholfen, weil dem das Wasser bis zum Hals
stand.
OK, sehr ehrenwert.
Das Geld wollte ich nie zurück haben.
Sehr dumm von Dir. Damit hast Du ihn beschämt.
Du hast ihm demonstriert, daß es Dir gar nichts
ausmacht, ihm etwas hinzuwerfen 
Du solltest (imho) in solchen Fällen das
Geld immer „verborgen“ - mit den Worten
„sobald Du es Dir leisten kannst, gibst
Du es mir zurück“. Dann demonstrierst
Du nämlich, dass Du es dem Anderen ohne
weiteres zutraust, wieder aus eigener
Kraft aus dem Sumpf zu kommen.
Heute geht es ihm gut und gestern am Telefon
hat der mir seinen Verdienst genannt, nur damit
ich wiedermal weiß, daß es ihm finanziell besser
geht als mir.
Nein, um Dir nachgerade beweisen zu können
(oder zu müssen?), dass er auch in der Lage
ist, sich aus eigener Kraft aus dem Sumpf zu
ziehen und zu halten. Bis dahin lebte er unter
dem Eindruck Deiner „Überlegenheit“.
Und vor gar nicht so langer Zeit hat der mir auf die Nase
gebunden, daß der sich ein Auto für über 20000 Euro gekauft
hat, (ich selber hatte noch nie eins), Kunststück, wenn man
fett erbt.
Ja, aus seinem Gefühl der langen Unterlegenheit
heraus - macht er das, was zu erwarten ist:
er kompensiert über
.
Als dem das Wasser noch bis zum Hals stand, ließ
der sich zweimal von mir Geld schenken und jetzt,
wo es ihm gut geht, gibt der mir das immerwieder
zu spüren. Was steckt hinter so einem Verhalten?
Komplexe?
s.o.
Die Frage nach der „Rangordnung“ steckt dahinter.
Er will jetzt als „mindestens gleichwertig“
betrachtet werden; aus seinem alten
"Unterlegenheitsleiden heraus schlägt
er dabei etwas über die Stränge 
Ich denke, das ist am Ende ziemlich normal.
Mein Senf
Grüße
CMБ