Hallo Datafox,
ich denke, wir kommen uns näher. 
Alternativ bliebe nur die Lösung, dass du sagst, dass der Rest
aus anderen Wissenschaften bestehtdas schrieb ich an anderer stelle.
Selbst wenn das unter dem Blickwinkel der Methode stimmte, würde es für die Sichtweise bezüglich des Gegenstandes nicht gelten. Denn der Gegenstand etwa der Religionswissenschaft ist die Religion als Kulturphänomen, der Gegenstand der Theologie ist Religion aus anderer Sicht, nämlich - wie es bei Thomas von Aquin etwa heißt - sub specie äeternitatis (aus der Sicht der Ewigkeit) oder sub ratione Dei (aus der Sicht Gottes). Dadurch verschiebt sich die Thematik, mögen auch die angewandten Methoden die anderer Wissenschaften sein, die Betrachtung unter dem Sinnaspekt ist so zwar auch (!) philosophisch, aber nicht nur.
Ich weiß es nicht genau, ich vermute einmal, dass es stimmt.
dann ist ja alles klar!
Nein, denn …
du meinst, die kirche mischt sich in die verwaltung der
universität ein?
Genau.
ja das ist es ja
das macht es unwissenschaftlich. ein
bekenntnis darf nicht über die einstellbarkeit eines uniprofs
entscheiden.
Nein, nur weil ein Teil unwissenschaftlich ist, ist nicht das Ganze unwissenschaftlich.
ich denke es ist exakt DAS problem. aber meine kritik richtet
sich nicht gegen kirchen sondern gegen den staat, der es ja
wohl ist, der die regeln für unis aufstellt.
Innerhalb eines gewissen Rahmens (der manchmal von Seiten des Staates unrechtmäßig überschritten wird) genießen die Hochschulen Autonomie, auch in der Theologie. Das das eben in der Praxis nicht immer beachtet wird, steht auf einem anderen Blatt: Dann müsste man nämlich nur die Ausführung „unwissenschaftlich“ nennen. Du aber möchtest ja die ganze Disziplin so bezeichnen.
gewährleistet, dass zumindest ein gewisser Prozentsatz der
Theologen, die dann später in der Kirche arbeiten,
wissenschaftlich ausgebildet ist.warum kann das die kirche nicht selbst leisten? oder anders
gefragt: warum traut der staat (!) ihr das nicht zu?
Naja, man darf natürlich auch nicht vergessen, dass die universitären Strukturen historisch gewachsen sind.
Die Bibel gilt
den meisten Theologen als historisches Buch, als historische
Grundlage ihrer Religion.ja ihrer religion.
Die Juristen legen auch die deutschen Gesetze zugrunde und nicht die israelischen. 
Die Frage der Denkbarkeit einer Jungfrauengeburt würde in
religionswissenschaftlichen Studien gar nicht berührt werden,
sie würde nur als Behauptung registriert werden.was wissenschaftlich wäre. was drüber hinausgeht gehört in die
bibelschule.
Du möchtest gerne als „wissenschaftlich“ nur das bezeichnen, was positiv gesagt werden kann. Diese Grenze als „wissenschaftlich“ anzusetzen, ist jedoch willkürlich, weil der Begriff mehrdeutig ist. Du suchst dir eine Bedeutung heraus, die dir zu passen scheint, und wendest sie auf alle Gebiete an. Wenn es so wäre, wie du sagst, dürften Mediziner und Psychologen nicht therapieren, Juristen keine Gesetze anwenden.
Niemand wird dich hinauswerfen, denke ich.
nö das sicher nicht
das waren top professoren, liebe
studenten und interessante inhalten. es wurde weder gepredigt
noch dogmatisiert, obwohl wie die bibel gelesen (übersetzt)
haben.
Das ist doch zumindest ein Beleg dafür, dass die Dogmatik (die ich ja auch nicht mit Wissenschaft gleichsetzen möchte) draußen bleiben kann (!).
ich finde es jammerschade (ehrlich!), daß das gesamte
wissenschaftliche (!) wissen, das 90% der theologie ausmacht,
sich derart vernichtende kritik gefallen lassen muß, nur wegen
10% religionslehre = dogmatik und diskriminierende tendenziöse
einstellungsbedingungen.
Das muss aus deiner Sicht nur so sein, weil du voraussetzt, dass Wissenschaft zu 100% Wissenschaft im positivistischen Sinn sein muss. Das muss es aber nicht und ist es in der Regel auch nicht.
Herzliche Grüße
Thomas Miller