Hat die Religion das nötig?

Hallo Datafox,

ein mindestkriterium für wissenschaft
intersubjektivität.
d.h. JEDER muß in der lage sein, die aufgestellten theorien,
axiome, gesetze und beobachtungen nachvollziehen zu können.

ja, das ist ein interessanter Ansatz. Ich habe zwei Einwände:
a. Intersubjektivität ist zwar notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung, denn man kann auch außerhalb von Wissenschaft Intersubjektivität sinnvoll fordern.
b. In der Theologie ist dieses Kriterium erfüllt. Die Existenz Gottes gehört nur in der Dogmatik zu den Axiomen, und auch da nur in der späteren Systematik. Man hat jahrhundertelang darüber gestritten, ob Gott existiert und wie er existiert, wie also der Gottesbegriff verstanden werden kann. Du stellst dir das zu einfach vor. Innerhalb der Theologien unterscheidet man z. B. zwischen Theologie als Gotteswissenschaft und Theologie als Glaubenswissenschaft. Und hier wird - jedenfalls an den Universitäten - ganz gesittet gestritten.

wenn aber eine wissenschaft von den bedingungen ausgeht „es
gibt einen gott und er hat einen sohn der für unsere sünden
gestorben ist“, dann ist es eben nicht mehr intersubjektiv und
damit nicht wissenschaftlich. ebensogut könnte man auch sagen
„auf dem planeten vulkan lebt mister spock“.

Die Physiker setzen auch Dinge voraus, die nicht mehr überprüft werden: bspw. Materie, Zeit, Raum. Freilich ist da in den letzten hundert Jahren einiges geschehen. Aber das gilt eben auch für die Theologie. Stichworte wie „anonymes Christentum“, „Entmythologisierung“, „interkultureller Dialog“ (auch mit dem Buddhismus, also einer nichttheistischen Religion), „Mystik“, die Vorstellung von einem „allgemeinen“ Gott, meinetwegen auch die feministische Theologie sind Beispiele für solche Grundlagendiskussionen, die dem Kriterium der Intersubjektivität durchaus genügen.

Bevor du es einwendest: Ich selbst bin überhaupt nicht gläubig, wohl aber habe ich Theologie (katholische) studiert, obwohl ich evangelisch sozialisiert bin. Ich habe sehr interessante - und vor allem wissenschaftliche - Gespräche geführt. Wenn du Theologie den Wissenschaftscharakter absprechen möchtest, dann tust du das, weil du eine falsche Vorstellung davon hast, was in der Theologie gemacht wird; du verkürzt die Theologie auf die Verkündungstätigkeit.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

a. Intersubjektivität ist zwar notwendige, aber nicht
hinreichende Bedingung

ja, es ist notwendige bedingung.

b. In der Theologie ist dieses Kriterium erfüllt.

kannst du das begründen? ich denke, daß das kriterium eben nicht erfüllt ist. das begründe ich so: jemand der nicht dran glaubt, kann nicht sinnvoll theologie betreiben, er kann nur „so tun als ob“. anderes beispiel: ich kann lernen wie man horoskope erstellt. ich kann dann tatsächlich horoskope erstellen, aber für mich ist das immer noch ein „so tun als ob“, da für mich astrologie schwachsinn ist. (für andere natürlich nicht, aber das ist eben das wesen eines bekenntnisses im gegensatz zu einer wissenschaft.)

Die Existenz
Gottes gehört nur in der Dogmatik zu den Axiomen

…und dogmatik ist wie ich von taju gehört habe ein teil der theologie.

Innerhalb der Theologien unterscheidet
man z. B. zwischen Theologie als Gotteswissenschaft und
Theologie als Glaubenswissenschaft.

was soll „gotteswissenschaft“ denn sein? das klingt für mich wie ein widerspruch im begriff. an einen gott kann man glauben (oder nicht) aber wissenschaftlich erforschen kann man ihn nicht. „glaubenswissenschaft“ ergibt eher einen sinn. darunter kann man sich zb. vorstellen zu überlegen, woran maoris glauben = religionswissenschaft =/= theologie.

Die Physiker setzen auch Dinge voraus, die nicht mehr
überprüft werden: bspw. Materie, Zeit, Raum. Freilich ist da
in den letzten hundert Jahren einiges geschehen. Aber das gilt
eben auch für die Theologie.

es gibt nur eine physik aber genau so viele theologien wie es religionen gibt. welche ist denn „die theologie“?

verkürzt die Theologie auf die Verkündungstätigkeit.

sag bloß, das ist auch teil der theologie an der universität.

gruß
datafox

Hallo Renee,

wußte ich doch, daß zumindestens ein Hardcore-Christ darauf
einsteigt… *lach*

wenn es Dir wirklich um die Sache geht, können wir gerne darüber diskutieren.

Nein, ich habe keine Vorurteile, aber der (katholischen)
Kirche ist Logik für gewöhnlich zuwider.

Mit Logik habe ich kein Problem :wink:

Gruss Harald

Hallo datafox,

daß Theologie an der
Universität nicht bedeutet, daß die Studenten sich nicht mit
gängigen, geisteswissenschaftlichen Methoden bedienen müssen.

auf so eine dumme idee würde ich nie kommen! :smile:

Du vielleicht nicht:wink: I.d.R. (und Du hast ja unten die Gründe genannt) habe die Leute aber eine diffuse Vorstellung, was Theologiestudieren bedeutet.
Auch hier kommt es ja oft vor, daß einfach durcheinandergehauen wird, ob nun ein Theologe (= der, der es studiert hat) wissenschaftlich denken kann, oder ob Theologie an sich (und hier, glaube ich, ist immer Dogmatik gemeint) Wissenschaft sind.

kleiner Einspruch: Gerade in Zeiten zunehmender religiöser
Fundamentalisierung halte ich es schon für wichtig, daß auch
die, die einer Religion fern stehen, ihre „Denke“
nachvollziehen können.

das verstehe ich jetzt aber nicht! „fundamentalisierung“ - was
meinst du damit? ich finde grade nicht, daß religiöse „denke“
dadurch einen besseren „ruf“ bekommt, wenn sie auf der uni
gelehrt wird. eher im gegenteil.

Nun gut, meine Erfahrungen beziehen sich aus einem Land (D), in dem es Uni-Theologie gibt und eben „Bibelschulen“. Man muß dabei berücksichtigen, daß die oft aus dem Protest gegen die universitäre, in ihren Augen zu weltliche und ungläubige Theologie der Unis, leben. Es sind auch nicht alle gleich. Aber christlichen Fundamentalismus in einer Form, die ich nicht immer für verfassungskonform halte, habe ich nur dort kennengelernt. Eine Abschottung nach außen, nur der wahrhaft Gläubige (zu denen ich trotz meiner angeblich schwarzen Theologie in deren Augen nicht gehöre:wink: kommt hinein… Hier findet sich durch die Betonung der historischen Fragestellung an Universitätsfakultäten auch z.B. die längst überholte Ansicht einer grundsätzlichen Überlegenheit gegenüber anderen Religionen, eines „judenfeindlichen“ Jesus etc. Diese „Denke“ macht mir teilweise Angst.

ich bin für meinungsfreiheit und trennung von staat und
religion.

Nun ja, ich auch.

richtig! mal im ernst: welcher nichtchrist, nichtreligiöse,
nichtevangelische würde sich ernsthaft mit dem gedanken tragen
„theologie“ zu studieren oder zumindest mal dort
reinschnuppern (ist ja öffentlich)? würde es
„christentumskunde“ heißen (analog zu judaistik,
islamwissenschaften) sähe das GANZ anders aus. der

Immerhin, es werden mehr, die es aus wissenschaftlichen Interesse studieren, insbesondere im AT finden sich immer mehr Orientalisten, bei uns in der KG immer mehr Historiker. Das Interesse ist hier recht eindeutig: Man merkt, daß man für das Studium der Geschichte des Abendlandes durchaus christliche „Denke“ kennen muß (selbst „Wessis“ wissen nicht mehr, was die trinititätslehre ist, worum es im Investiturstreit ging, bzw. womit argumentiert wurde - ob es darum ging, ist ja immer eine andere FRage -, verstehen immer weniger aufgrund dessen, daß so etwas wie eine Allgemeinbildung bzgl. Christentum fehlt. Als Beispiel seien die vielen Protestanten genannt, die wg. des Papstes aus der Kirche austreten).

plötzlich wissenschaft - und das mit recht. eine schöne
bezeichnung müßte man noch erfinden. „christliche
wissenschaften“ geht leider nicht, da denkt jeder an
fundikirchen. „christentumswissenschaften“… hmmmm…
„christologie“ ist was leicht anderes… schwer! aber
THEOlogie?? nö bitte nicht :smile:

Wobei ja „Theologie“ ursprünglich ein BEgriff der antiken, paganen Philosophie ist.
Allerdings sei gleich gesagt, bis sich da was bewegt, sind wir beide schon lange nicht mehr dabei:wink:

Grüße,
taju

gruß
datafox

Hallo Datafox,

b. In der Theologie ist dieses Kriterium erfüllt.

kannst du das begründen? ich denke, daß das kriterium eben
nicht erfüllt ist. das begründe ich so: jemand der nicht dran
glaubt, kann nicht sinnvoll theologie
betreiben, er kann nur „so tun als ob“. anderes beispiel: ich
kann lernen wie man horoskope erstellt. ich kann dann
tatsächlich horoskope erstellen, aber für mich ist das immer
noch ein „so tun als ob“, da für mich astrologie
schwachsinn ist. (für andere natürlich nicht, aber das ist
eben das wesen eines bekenntnisses im gegensatz zu
einer wissenschaft.)

ja, das stimmt in gewisser Hinsicht, aber das gilt natürlich auch für andere Wissenschaften. Ich kann auch so tun, als wenn ich Medizin oder Physik studiere. Ich kann als Arzt Medikamente verschreiben, auch wenn ich nicht an deren Wirkung glaube, oder ich kann Placebos verschreiben (dann liegt der Fall freilich etwas anders, aber in gewisser Hinsicht jedenfalls ähnlich). Die Physik arbeitet mit Grundbegriffen, die recht schwammig sind und jedenfalls der Definition nicht in jeder Hinsicht zugänglich (ich hatte den Materiebegriff schon genannt). Es führt für unsere Diskussion jetzt ein wenig weit, Einzelbeispiele zu bringen, aber es ist in der Tat so, dass sich in jeder (!) Wissenschaft ein solcher Rest findet, der von der jeweiligen Wissenschaft selbst nicht mehr thematisiert, sondern vorausgesetzt wird.

…und dogmatik ist wie ich von taju gehört habe ein teil der
theologie.

Ja, das stimmt.

Innerhalb der Theologien unterscheidet
man z. B. zwischen Theologie als Gotteswissenschaft und
Theologie als Glaubenswissenschaft.

was soll „gotteswissenschaft“ denn sein? das klingt für mich
wie ein widerspruch im begriff.

Das ist ein Irrtum des neuzeitlich geprägten Naturwissenschaftlers. Man kann in gewisser Hinsicht schon von Gotteswissenschaft sprechen. Maßgebende Theologen haben das getan (Karl Rahner wird dir vielleicht bekannt sein, aber er ist nicht der einzige moderne Theologe, der diese These vertritt). Eine Frage einer Gotteswissenschaft wäre z. B. die, welche Bedingungen gegeben sein müssten, damit ein Gott existieren könnte. Oder man könnte auch fragen, wie ein existierender Gott vorstellbar wäre, also wie er sein müsste, um existieren zu können.

an einen gott kann man glauben (oder nicht) aber wissenschaftlich
erforschen kann man ihn nicht.

Man kann ihn (wenn es ihn geben sollte) aufgrund seiner Transzendenz nicht empirisch erforschen, aber diese Gleichsetzung von wissenschaftlich und empirisch ist nicht zwingend. Im Übrigen gibt es in der gesamten Geschichte der Theologie bis heute die zwei Richtungen, von denen die eine behauptet, glauben und wissen seien unvereinbar, während die andere versucht, diese beiden zusammenzubringen (auf verschiedene Weisen).

„glaubenswissenschaft“ ergibt eher einen sinn. darunter
kann man sich zb. vorstellen zu überlegen, woran maoris
glauben = religionswissenschaft =/= theologie.

Der Begriff der Glaubenswissenschaft ist eher eine protestantische Denkweise, die sich nicht an der „Person Gottes“ orientiert wie die Gotteswissenschaft, sondern die Bedingungen von Glauben untersucht. Da geht es dann nicht darum, welche Bedingungen gegeben sein müssen, um z. B. Gott Eigenschaften wie Allmacht, Güte etc. zuzuschreiben, sondern eher darum, warum bzw. ob überhaupt die Bibel als religiöse Quelle Autorität beabspruchen kann und wie man sich diese vorstellt bzw. warum gerade so.

es gibt nur eine physik aber genau so viele theologien
wie es religionen gibt. welche ist denn „die theologie“?

Es gibt nicht nur eine Physik, es gibt eine herrschende Richtung der Physik, aber es gibt sehr wohl einen Streit zwischen reinen Empiristen, Konstruktivisten und anderen Richtungen der Physik. Nur hat die herrschende Richtung (ob richtigerweise oder nicht, lasse ich jetzt unbeantwortet) die anderen Richtungen weitgehend verdrängt (eben weil sie anscheinend/scheinbar - ich will das jetzt gar nicht werten - die erfolgreicher ist).

Ich denke, es ist auch nicht richtig zu sagen, dass es ebenso viele Theologien wie Religionen gibt. Aber selbst wenn man das sagen könnte, wäre es nicht nötig, nur eine Theologie zu haben. Wissenschaften kann man nach dem Gegenstand bestimmen oder nach der Methode. Wenn man Theologie dem Gegenstand nach definiert, schließt sie Religionswissenschaft ein, wenn man sie hingegen nach der Methode definiert, ist das nicht der Fall. Denn die Methode der Religionswissenschaft ist eher historisch-systematisch (beschreibend) geprägt, wohingegen die Theologie methodisch eher logisch-systematisch (vorschreibend) vorgeht. Über die Richtigkeit dieser Vorschriften kann man natürlich wieder diskutieren, wenn man möchte auch auf hypothetische Weise (Beispiel: Soll man sich nur dann ethisch verhalten, wenn (!) es Gott gibt, oder gibt es auch andere Gründe für ethisches [also nicht ökonomisches] Verhalten).

verkürzt die Theologie auf die Verkündungstätigkeit.

sag bloß, das ist auch teil der theologie an der universität.

Das muss man sich so ähnlich vorstellen wie in anderen Wissenschaften die Fachdidaktik. Wer Didaktik der Mathematik unterrichtet, lenkt seine Blick eben auf die Verkündigung mathematischer Regeln, nicht auf deren Entwicklung. :smile:

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Harald,

wenn es Dir wirklich um die Sache geht, können wir gerne
darüber diskutieren.

Ähem… Worum soll es mir sonst gehen? ‚Hardcore-Christ‘ war auch nicht als Beleidigung gemeint, sondern als Bezeichnung für diejenigen welchen, die - da staune ich immer wieder - z. B. stets sofort die passenden Zitate bzw. Bibelstellen aus dem Ärmel schütten. Ich wüßte nicht einmal ansatzweise, wo ich in der Bibel graben sollte. :wink:

Mit Logik habe ich kein Problem :wink:

Das ist fein! *lach*

Grüßle

Renee

ob nun ein Theologe (= der, der es
studiert hat) wissenschaftlich denken kann, oder ob Theologie
an sich (und hier, glaube ich, ist immer Dogmatik gemeint)
Wissenschaft sind.

das habe auch ich gemeint: der teil dogmatik ist es, der dort nichts zu suchen hat. ich sage auf keinen fall, daß die gesamten inhalte zu verschwinden haben. 90% der theologie scheinen sich aus teilbereichen anderer wissenschaften zusammenzusetzen und 10% sind nicht wissenschaftlich.

die längst überholte
Ansicht einer grundsätzlichen Überlegenheit gegenüber anderen
Religionen

das ist wohl teil fast aller religionen.

Immerhin, es werden mehr, die es aus wissenschaftlichen
Interesse studieren, insbesondere im AT finden sich immer mehr
Orientalisten, bei uns in der KG immer mehr Historiker.

d.h. es gibt immer noch viele die es *nicht* aus wissenschaftlichem interesse machen? welche aufgabe hat denn eine universität!? damit bestätigt sich doch nur was ich gesagt habe: diejenigen, die das volle programm „theologie“ studieren, tun es nicht (nur) aus wissenschaftlichem interesse. und das ist problematisch. menschen die aus religiösem oder spirituellem interesse etwas studieren wollen, sind auf einer bibelschule besser aufgehoben. das argument gegen den fundamenalismus lasse ich nicht gelten. solange diese institute keine verfassungsfeindlichen inhalten propagieren, sollen sie sagen dürfen was sie wollen. religionsfreiheit! der staat hat das nicht zu kontrollieren.

Man merkt, daß man für das
Studium der Geschichte des Abendlandes durchaus christliche
„Denke“ kennen muß

richtig. dazu ist aber theologie nicht nötig sondern eher religionswissenschaft, kultur- und geistesgeschichte, philosophie des mittelalters usw usf.

Wobei ja „Theologie“ ursprünglich ein BEgriff der antiken,
paganen Philosophie ist.

pagan? wie war das mit der überlegenheit nochmal.

gruß
datafox

ja, das stimmt in gewisser Hinsicht, aber das gilt natürlich
auch für andere Wissenschaften.

nochmal die gründe warum theologie keine wissenschaft ist, die physik aber schon:

  1. die theologie ist konfessionsgebunden. nicht nur dem namen nach, sondern auch die professoren sind alle konfessionell gebunden:


An den deutschen theologischen Fakultäten kann niemand ohne Taufschein und ohne Zustimmung der jeweiligen Kirchen eine Professur erhalten; ein Jude darf weder auf einen Lehrstuhl der theologischen Fakultäten berufen werden noch die dafür notwendige Qualifikation anstreben; er kann sich ungetauft weder zum Examen melden noch mit einer Arbeit über den Juden Jesus promovieren
http://wwwuser.gwdg.de/~gluedem/ger/t101007.htm (hervorhebung von mir)

gibt es für die aufnahme an der physikalischen fakultät etwa derartige einschränkungen? (ich meine außer zwischen 33 und 45??) man stelle sich vor, ein derartiges vorgehen wäre in israel praxis, wo araber nicht religionswissenschaft unterrichten dürften…! was für ein aufschrei wäre das. es hieße, die israelischen universitäten wären allesamt talibanisiert. und das zurecht!

  1. die theologie (zumindest die dogmatik - darum geht es mir) hat als axiome, daß die bibel wahr ist. das ist unwissenschaftlich!

Ich kann als Arzt
Medikamente verschreiben, auch wenn ich nicht an deren Wirkung
glaube

sie wirken aber trotzdem und das ist der punkt! bei religion wirkt nichts faktisch, es eine spirituelle, persönliche angelegenheit.

Man kann in gewisser Hinsicht schon von
Gotteswissenschaft sprechen. Maßgebende Theologen haben das
getan

das ist ein zirkelschluß. es geht doch grade drum zu argumentieren, daß die theologie mit gotteswissenschaft keine wissenschaft ist. also ist es nicht zulässig zu behaupten, daß „maßgebende theologen“ dem widersprechen!

Eine Frage einer Gotteswissenschaft wäre z. B. die, welche
Bedingungen gegeben sein müssten, damit ein Gott existieren
könnte. Oder man könnte auch fragen, wie ein existierender Gott
vorstellbar wäre, also wie er sein müsste, um existieren zu
können.

das sind allesamt fragen der philosophie, genauer der religionskritik und religionsphilosophie.

ewarum bzw. ob überhaupt die Bibel als religiöse
Quelle Autorität beabspruchen kann und wie man sich diese
vorstellt bzw. warum gerade so.

ebenfalls fragen der philosophie, zb. „ethik der absoluten werte und deren begründungen durch die religion“

Es gibt nicht nur eine Physik, es gibt eine herrschende
Richtung der Physik, aber es gibt sehr wohl einen Streit
zwischen reinen Empiristen, Konstruktivisten und anderen
Richtungen der Physik.

ja, aber es gibt keinen „konstruktivistischen lehrstuhl“, auf dem nur physiker mit „konstruktivistenausweis“ sitzen!

Das muss man sich so ähnlich vorstellen wie in anderen
Wissenschaften die Fachdidaktik. Wer Didaktik der Mathematik
unterrichtet, lenkt seine Blick eben auf die Verkündigung
mathematischer Regeln, nicht auf deren Entwicklung. :smile:

mathematik wird nicht verkündigt.

gruß
datafox

Hallo Oliver

Aus nichts kann es gemäss Wissenschaft aber nichts geben.

Aber nur gemäß der Wissenschaft des 19. Jahrhunderts. Heute
weiß man, dass durchaus aus dem Nichts etwas entstehen kann.
Sog. virtuelle Teilchen entstehen aus dem Nichts, leben eine
Zeit lang, um sich dann gegenseitig wieder zu vernichten.

Wow, wer haT DAFÜR DEN OBELPREIS BEKOMMEN? Wäre mir neu, dass der diesbezügliche Hauptsatz der Thermodynamik umgestossen wurde

Also
ist die wissenschaftlicghe erklärung entweder falsch oder
nicht ausreichend

Sie war nicht ausreichend und wurde durch die sog.
„Quantentheorie“ erweitert.

Und jetzt ist sie ausreichend?
Nebenbei, wieso sind die Planeten in unserem Sonnensystem aus verschiedenen Elementen und Elementanteilen, wenn sie doch aus dem selben „Staubnebel“ des Urknalles kommen sollen???

Gruss
Beat

OK, Du vielleicht nicht, aber viele schon.
Die fRAGE IST AUSSERDEM, WER JETZT DIE kINDER SIND… SMILE

Gruss
Beat

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Oh doch, die Bibel erklärt es genau, nicht bewesibar, aber
auch nicht widerlegbar

So,so. Die Bibel ERKLÄRT es also. Dann zitiere bitte mal.

Am Anfang war das Wort (die All-Macht) und das Wort war bei Gott.

Oh doch, die Bibel erklärt es genau, nicht bewesibar, aber
auch nicht widerlegbar

…und damit nicht gebrauchbar.

Oh, wenn alles unbrauchbar wäre, was nicht bewiesen werden könnte, wäre kaum was brauchbar. zB die ganze Mathematik baut auf unbeweisbare Grundlagen (Axiome) auf.

Gruss
Beat

Hallo Beat,

Aber nur gemäß der Wissenschaft des 19. Jahrhunderts. Heute
weiß man, dass durchaus aus dem Nichts etwas entstehen kann.
Sog. virtuelle Teilchen entstehen aus dem Nichts, leben eine
Zeit lang, um sich dann gegenseitig wieder zu vernichten.

Wow, wer haT DAFÜR DEN OBELPREIS BEKOMMEN? Wäre mir neu, dass
der diesbezügliche Hauptsatz der Thermodynamik umgestossen
wurde

Wurde er auch nicht. Stichwort Unschärferelation.

Sie war nicht ausreichend und wurde durch die sog.
„Quantentheorie“ erweitert.

Und jetzt ist sie ausreichend?

Nein, immer noch nicht. Aber schon wesentlich besser.

Nebenbei, wieso sind die Planeten in unserem Sonnensystem aus
verschiedenen Elementen und Elementanteilen, wenn sie doch aus
dem selben „Staubnebel“ des Urknalles kommen sollen???

Weil dazwischen schon ein paar Sonnengenerationen weitere Elemente gebacken und verteilt haben.

Gruß Kubi

Hallo,

  1. die theologie ist konfessionsgebunden. nicht nur dem
    namen nach, sondern auch die professoren sind alle
    konfessionell gebunden:

das gilt nur für die Dogmatik, in der sich die beiden christlichen Kirchen eben unterscheiden. Außerdem ist die Konfessionsgebundenheit nicht zwingend. Gerade in Zeiten der Ökomene muss man sehen, dass es zwar immer wieder Rückschläge gibt (insbesondere von römischer Seite), dass aber die überwiegende Mehrheit der Theologen die Konfession als nicht primär ansieht (Dogmatiker sind hier wieder ausgenommen, eben weil es ihr Job ist, das Gegensätzliche zu betonen).


An den deutschen theologischen Fakultäten kann niemand ohne
Taufschein
und ohne Zustimmung der jeweiligen Kirchen
eine Professur erhalten; ein Jude darf weder auf einen
Lehrstuhl der theologischen Fakultäten berufen werden noch die
dafür notwendige Qualifikation anstreben; er kann sich
ungetauft weder zum Examen melden noch mit einer Arbeit
über den Juden Jesus promovieren

Auch das ist nicht ganz richtig, denn ich z. B. habe ja kath. Theol. studiert, obwohl ich ev. bin (es handelt sich zwar nur um ein Nebenfach, aber examiniert worden bin ich schon). Nun kann man aber nicht von Katholischen Fakultäten verlangen, dass sie evangelische Theologen zulässt und umgekehrt natürlich, denn man wird ja auch einen Zahnmediziner mich als Psychiater lehren lassen.

http://wwwuser.gwdg.de/~gluedem/ger/t101007.htm (hervorhebung
von mir)

Wenn du ausgewiesene Kirchenkritiker zum Thema befragst, kannst du natürlich auch nicht damit rechnen, eine unabhängige Meinung zu erhalten.


"Anmerkung: Mir wurde als ausgewiesenem Neutestamentler die Bezeichnung meines Lehrstuhls als Lehrstuhl für Neues Testament vom Präsidenten der Universität Göttingen als Folge der Beanstandung meiner Lehre durch die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen verboten, weil ich mich in meinen Veröffentlichungen und in meiner wissenschaftlichen Arbeit kritisch mit Fragen des evangelischen Bekenntnisses auseinandergesetzt habe und die Ergebnisse meiner Forschungsarbeit den evangelischen Kirchen in Niedersachsen und der Leitung der Universität Göttingen nicht genehm sind.
(aus: http://www.gerdluedemann.de/ )

Selbstverständlich darf man auch die Kirche selbst nicht fragen, denn es ist ja sehr einleuchtend, wie ich schon betont habe, dass der Begriff der Wissenschaft interessenbetont benutzt wird, nämlich um die eigene Position aufzuwerten.

gibt es für die aufnahme an der physikalischen fakultät etwa
derartige einschränkungen? (ich meine außer zwischen 33 und
45??) man stelle sich vor, ein derartiges vorgehen wäre in
israel praxis, wo araber nicht religionswissenschaft
unterrichten dürften…! was für ein aufschrei wäre das. es
hieße, die israelischen universitäten wären allesamt
talibanisiert. und das zurecht!

Über Israelische Verhältnisse weiß ich zu wenig, entschuldige bitte. Es gibt aber sehr wohl Einschränkungen, die sich z. B. an der Habilitation orientieren - Umhabilitierungen sind möglich. Dass es problematische Fälle gibt, bei denen die Kirche in die Universitätsautonomie eingreift, bestreite ich ja gar nicht, aber in diesen Fällen geht es nicht um wissenschaftliche Probleme, sondern um Wertungen. Wenn also etwa Herr Wolfssohn, seines Zeichens Professor an einer Hochschule, Folter als legitimes Mittel gutheißt, dann kann er im Prinzip nicht mehr Professor an einer Hochschule sein, es sei denn, die Universitätsverwaltung ist so schwach oder tendentiös, dass er das doch darf. Dann aber ist es nur eine Frage der Umsetzung, also der Verwaltung.

  1. die theologie (zumindest die dogmatik - darum geht es mir)
    hat als axiome, daß die bibel wahr ist. das ist
    unwissenschaftlich!

Nein, dass die Bibel wahr ist, ist kein theologisches Axiom. Und selbst wenn es eines wäre, könnte man immer noch über die Bedeutung des Begriffes „wahr“ streiten.

Ich kann als Arzt
Medikamente verschreiben, auch wenn ich nicht an deren Wirkung
glaube

sie wirken aber trotzdem und das ist der punkt! bei religion
wirkt nichts faktisch, es eine spirituelle, persönliche
angelegenheit.

Das ist auch nicht ganz richtig, denn für oder gegen spirituelle und persönliche Angelegenheiten gibt es keine Argumente, wohl aber etwa für solche Dinge wie Jungfrauengeburten etc. (wohlgemerkt: dafür UND dagegen, also diskutierbar, mithin intersubjektiv).

Man kann in gewisser Hinsicht schon von
Gotteswissenschaft sprechen. Maßgebende Theologen haben das
getan

das ist ein zirkelschluß. es geht doch grade drum zu
argumentieren, daß die theologie mit gotteswissenschaft keine
wissenschaft ist. also ist es nicht zulässig zu behaupten, daß
„maßgebende theologen“ dem widersprechen!

Na, meinetwegen, aber ich wollte nur zeigen, dass es diese Vorstellung gibt, sie nicht verteidigen. Übrigens berufst du dich ja auch auf Kirchenkritiker …

Eine Frage einer Gotteswissenschaft wäre z. B. die, welche
Bedingungen gegeben sein müssten, damit ein Gott existieren
könnte. Oder man könnte auch fragen, wie ein existierender Gott
vorstellbar wäre, also wie er sein müsste, um existieren zu
können.

das sind allesamt fragen der philosophie, genauer der
religionskritik und religionsphilosophie.

Deswegen ist dem theologischen Studium ja auch immer ein philosophischer Teil inhärent. Das bedeutet aber nicht, dass das ganze Studium bzw. alle Aspekte dieser Fragen philosophischer Natur sind. Die Philosophie erschöpft sich ja auch nicht in der Diskussion von Axiomen, sondern in systematisch späteren Teilen der Philosophie werden durchaus gewisse Axiome erst einmal akzeptiert. So eben auch in der Theologie.

ewarum bzw. ob überhaupt die Bibel als religiöse
Quelle Autorität beabspruchen kann und wie man sich diese
vorstellt bzw. warum gerade so.

ebenfalls fragen der philosophie, zb. „ethik der absoluten
werte und deren begründungen durch die religion“

Das sehe ich nicht so, denn die Bibel ist ja kein philosophisches Buch.

Es gibt nicht nur eine Physik, es gibt eine herrschende
Richtung der Physik, aber es gibt sehr wohl einen Streit
zwischen reinen Empiristen, Konstruktivisten und anderen
Richtungen der Physik.

ja, aber es gibt keinen „konstruktivistischen lehrstuhl“, auf
dem nur physiker mit „konstruktivistenausweis“ sitzen!

De fakto muss man Empiriker sein oder theoretischer Physiker. Konstruktivisten erhalten höchstens philosophische Lehrstühle.

Das muss man sich so ähnlich vorstellen wie in anderen
Wissenschaften die Fachdidaktik. Wer Didaktik der Mathematik
unterrichtet, lenkt seine Blick eben auf die Verkündigung
mathematischer Regeln, nicht auf deren Entwicklung. :smile:

mathematik wird nicht verkündigt.

Nein? Hast du schon mal versucht, in einem mathematischen Seminar die Grundaxiome (Kommunikativgesetz etc.) zu leugnen? :smile:

Herzliche Grüße

Thomas Miller

P. S. Ich merke, dass du ein bisschen ärgerlich darüber bist, dass ich die Wissenschaftlichkeit der Theol. hier verteidige. Es liegt mir nichts ferner als dich zu kränken, und ich möchte auch eigentlich nicht die Theologie verteidigen. Worum es mir geht, ist, dass der Wissenschaftsbegriff in der Regel - und eben auch hier - missbraucht wird, und zwar über alle Grenzen hinweg und von allen Seiten. Das hingegen möchte ich schon behaupten und darlegen.

das gilt nur für die Dogmatik, in der sich die beiden
christlichen Kirchen eben unterscheiden.

das ist genug für mich :smile: den rest habe ich nie angetastet.

Außerdem ist die
Konfessionsgebundenheit nicht zwingend.

dann stimmt es also nicht, was ich zitiert habe?

Gerade in Zeiten der
Ökomene muss man sehen

ökumene von christen war ja auch nicht betroffen, sondern der taufschein.

Auch das ist nicht ganz richtig, denn ich z. B. habe ja kath.
Theol. studiert, obwohl ich ev. bin

das stand ja auch nicht da, sondern es stand taufschein. stimmt es nun was da stand oder nicht? ich habe keine ahnung davon.

Nun
kann man aber nicht von Katholischen Fakultäten verlangen,
dass sie evangelische Theologen zulässt und umgekehrt
natürlich, denn man wird ja auch einen Zahnmediziner mich als
Psychiater lehren lassen.

zahnmedizin und psychiatrie sind an der uni selbst erworbene qualifikationen, während die mitgliedschaft bei einer kirche ein weltanschauliches bekenntnis ist!

Wenn du ausgewiesene Kirchenkritiker zum Thema befragst,
kannst du natürlich auch nicht damit rechnen, eine unabhängige
Meinung zu erhalten.

ich habe keine meinung dort zitiert sondern ein angebliches faktum: dort steht, 1. daß für die zulassung zur professur ein taufschein notwendig ist. 2. ein ungetaufter darf nicht examiniert werden. stimmt’s oder stimmt’s nicht? (übrigens: mit kirchenkritik habe ich nichts am hut. ich finde es im gegenteil sogar wichtig, daß religiöse tradition bewahrt wird und würde mich hüten an dingen herumzukritisieren, die mich gar nicht betreffen.)

Selbstverständlich darf man auch die Kirche selbst nicht
fragen, denn es ist ja sehr einleuchtend, wie ich schon betont
habe, dass der Begriff der Wissenschaft interessenbetont
benutzt wird, nämlich um die eigene Position aufzuwerten.

es ist absolut in ordnung, wenn kirchen oder sonstige glaubensgruppen ihre positionen aufwerten, ihren interessen nachgehen und und und. aber warum theologie an der uni unterrichten, noch dazu auf kosten der steuerzahler - auch jener, die nicht getauft worden sind und dort gar nicht zugelassen wären? das widerspricht sogar dem grundgesetz, das sagt, daß niemand aufgrund seiner religion diskriminiert werden darf.

nein, dass die Bibel wahr ist, ist kein theologisches Axiom.

warum liest man dann dieses buch und nicht moby dick?

wohl aber etwa für solche Dinge wie
Jungfrauengeburten etc. (wohlgemerkt: dafür UND dagegen, also
diskutierbar, mithin intersubjektiv).

allein die voraussetzung, daß es eine diskutierenswerte frage sei, ob es jungfrauengeburten gibt oder nicht, ist bereits so eine konfessionelle und somit unwissenschaftliche bedingung für das betreiben von theologie :smile:

Übrigens berufst du
dich ja auch auf Kirchenkritiker …

sicher nicht. sondern auf allgemein anerkannte bedingungen für eine wissenschaft. mit kirche hat das nichts zu tun. dieselbe „kritik“ kriegen von mir auch alle anderen theologien.

Das sehe ich nicht so, denn die Bibel ist ja kein
philosophisches Buch.

sondern? :smile:

De fakto muss man Empiriker sein oder theoretischer Physiker.
Konstruktivisten erhalten höchstens philosophische Lehrstühle.

eben.

Nein? Hast du schon mal versucht, in einem mathematischen
Seminar die Grundaxiome (Kommunikativgesetz etc.) zu leugnen?

zumindest darf man dran teilnehmen, wenn man das tut.

gruß
datafox

Oh, wenn alles unbrauchbar wäre, was nicht bewiesen werden
könnte, wäre kaum was brauchbar. zB die ganze Mathematik baut
auf unbeweisbare Grundlagen (Axiome) auf.

Die Mathematik ist ja auch keine Naturwissenschaft. Ein naturwissenschaftliches Modell muss widerlegbar sein, sonst ist es keines.

Wow, wer haT DAFÜR DEN OBELPREIS BEKOMMEN?

Werner Heißenberg im Jahre 1932.

Wäre mir neu, dass
der diesbezügliche Hauptsatz der Thermodynamik
umgestossen
wurde

Wurde er auch nicht. Der Witz an der Sacht ist, dass die in den Hauptsatz eingehenden Energien nicht scharf sind, sondern eine gewisse Unschärfe haben.

Gruß
Oliver

Hallo Renee,

‚Hardcore-Christ‘ war
auch nicht als Beleidigung gemeint, sondern als Bezeichnung
für diejenigen welchen, die - da staune ich immer wieder - z.
B. stets sofort die passenden Zitate bzw. Bibelstellen aus dem
Ärmel schütten.

oh, danke schön, das ist ja ein Kompliment :wink:

Ich wüßte nicht einmal ansatzweise, wo ich in
der Bibel graben sollte. :wink:

Dafür findest Du im Internet Dinge, von denen ich nichtmal angenommen hätte, dass sowas zu finden sei :wink:

Also dann wolln wir mal:

Außerdem sollen die Frauen am Grab gar nicht dem
auferstandenen Jesus (der konnte gar nicht auferstehen, weil
ihm am Kreuz die Beine gebrochen wurden), sondern Jakobus -
seinem Bruder - begegnet sein.

(Zitat aus Deinem früheren Posting)

Joh.19
32 Da kamen die Soldaten und brachen dem ersten die Beine und auch dem andern, der mit ihm gekreuzigt war.
33 Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht;

Also gehen konnte er.

Joh 20
11 Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, schaute sie in das Grab
12 und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten.
13 Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.
14 Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, daß es Jesus ist.
15 Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast; dann will ich ihn holen.
16 Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister!
17 Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.
18 Maria von Magdala geht und verkündigt den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und das hat er zu mir gesagt.

Es ist unmöglich, dass Maria Jakobus für seinen Bruder Jesus gahalten hat. Natürlich kannte Maria den Jakobus. Den auferstandenen Jesus hat sie aber nicht auf den ersten Blick wiedererkannt.
Ähnlich erging es den Jüngern aus Emmaus (Luk.24,13-32)

Paulus schreibt an die Korinther (1.Kor.15)
3 Daß Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift;
4 und daß er begraben worden ist; und daß er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift;
5 und daß er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen.
6 Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen.

Wäre Jesus nicht auferstanden, hätten die Gegner der Apostel doch nur den Leichnam Jesu vorzuzeigen brauchen. Und die Sache wäre gegessen gewesen.

Warum ist die Auferstehung für uns Christen so wichtig?

1.Kor.15
17 Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden;
18 so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren.

Ohne Auferstehung ist das Christentum wertlos.

Jetzt wird es schon etwas schwerer *g*

Dein Zitat:

Eine
jungfräuliche Empfängnis ist auch aus wissenschaftlicher Sicht
durchaus möglich (Stichwort: Hymenform und -elastizität;
Lusttropfen). Klar, bei einer ‚natürlichen‘ Geburt, ist jedes
Hymen zum Teufel. Was aber, wenn die Gutste per SC entbunden
wird? Dann kann sie auch nach der Geburt
quasi-praktisch-sozusagen Jungfrau sein.

Das christliche Weltbild setzt einen Schöpfer-Gott voraus.
Dieser Gott hat das Universum inkl. des Planeten Erde und allem was darauf lebt erschaffen. „jedes nach seiner Art“ Genesis 1,24

Einem Gott, der das kann, ist es doch leicht möglich, eine künstliche Befruchtung durchzuführen. Und dass Maria auch nach der Geburt von Jesus Jungfrau geblieben sei, findet sich nicht in der Bibel. Das ist eine Erfindung der späteren katholischen Kirche.

Hingegen finden sich namentlich die Brüder Jesu in Matth.13,55.

Zu guter Letzt noch ein Zitat von Dir:

Alles
Unbequeme - ob nun das Thomas-Evangelium, die Apokryphen oder
auch die Magdalenen-Rollen - schlummert vermutlich auf
Nimmerwiedersehen in den vatikanischen Archiven oder wurde im
Laufe der Zeit ausradiert, weil nicht sein darf, was der
heiligen Mutter Kirche nicht genehm ist…

Hier gebe ich Dir zum Teil Recht. Der Vatikan versucht, das Volk unwissend zu halten. Aber in der heutigen Zeit geht das nicht mehr so einfach wie im Mittelalter. Das Thomasevangelium ist großteils bekannt.
http://www-user.uni-bremen.de/~wie/texteapo/thomas.html

Aber ich habe darin keine garvierenden Gegensätze zu den „herkömmlichen“ Evangelien gefunden. Und in denen stehen schon Dinge, die dem Vatikan mehr als unangenehm sein müßten.

Gruss Harald

Hallo Datafox,

das gilt nur für die Dogmatik, in der sich die beiden
christlichen Kirchen eben unterscheiden.

das ist genug für mich :smile: den rest habe ich nie angetastet.

Dogmatik ist nicht gleich, sondern Teil der Theologie. Wenn du die Theologie schlechthin als unwissenschaftlich bezeichnen willst, dann tastest du auch den Rest an, denke ich. Alternativ bliebe nur die Lösung, dass du sagst, dass der Rest aus anderen Wissenschaften besteht. Das wäre zwar zum Teil richtig, aber eben auch nur zum Teil.

Außerdem ist die Konfessionsgebundenheit nicht zwingend.

dann stimmt es also nicht, was ich zitiert habe?

Es ist nicht in erster Linie eine Frage der Fakten, sondern auch eine Frage, der Wertung dieser Fakten.

ökumene von christen war ja auch nicht betroffen, sondern der
taufschein.

Ökomene geht über die christlichen Konfessionen hinaus. Wenn sie sich nur in der Annäherung von kath. und ev. Kirche erschöpfen würde, wäre nicht viel getan. Ökomene zwischen christlicher und jüdischer Religion etwa wäre ein weitere Schritt, der nächste würde dann den Islam mit einbeziehen. Zu fernöstlichen Religionen wäre der Weg noch weiter, aus der Ansicht einiger Ökomene-Theoretiker aber sehr wohl möglich. Wie gesagt: Dass ein Mediziner Professor für Physik wird, ist auch unwahrscheinlich.

Auch das ist nicht ganz richtig, denn ich z. B. habe ja kath.
Theol. studiert, obwohl ich ev. bin

das stand ja auch nicht da, sondern es stand
taufschein. stimmt es nun was da stand oder nicht? ich
habe keine ahnung davon.

Ich weiß es nicht genau, ich vermute einmal, dass es stimmt. Aber es stimmt, wenn es stimmt, nicht aus religösen Gründen, sondern aus quasi „verwaltungstechnischen“ Gründen, wenn ich einmal so sagen darf.

zahnmedizin und psychiatrie sind an der uni selbst erworbene
qualifikationen, während die mitgliedschaft bei einer kirche
ein weltanschauliches bekenntnis ist!

Die Zugehörigkeit zur Kirche ist ja auch nicht die Qualifikation, mit der man Professor wird, sondern es sind die wissenschaftlichen Leistungen, die das möglich machen. Die Konfessin ist zusätzliche Bedingung.

  1. daß für die zulassung zur professur ein taufschein notwendig ist.

Das mag eben sein, ist aber mehr Verwaltungsakt als Qualifikation. Du machst es nur in deiner Sichtweise zu einer Qualifikation. So ganz kann ich mir das auch nicht vorstellen, denn soweit ich mich erinnere, gab es auch formale Nichtchristen unter den Lehrenden, freilich wenige. (Aber das kann ich nicht genau sagen.)

  1. ein ungetaufter darf nicht examiniert werden. stimmt’s oder
    stimmt’s nicht?

Das ist meiner Erinnerung nach auch fraglich. Jedenfalls kann ich mich an Moslems erinnern, die mit mir zusammen studiert haben. Ob sie examiniert wurden, weiß ich freilich nicht.

es ist absolut in ordnung, wenn kirchen oder sonstige
glaubensgruppen ihre positionen aufwerten, ihren interessen
nachgehen und und und. aber warum theologie an der uni
unterrichten, noch dazu auf kosten der steuerzahler - auch
jener, die nicht getauft worden sind und dort gar nicht
zugelassen wären? das widerspricht sogar dem grundgesetz, das
sagt, daß niemand aufgrund seiner religion diskriminiert
werden darf.

Die Verbindung von Staat und Kirche ist in der Tat ein Problem, allerdings ein anderes, weshalb ich dazu im Moment nichts sagen will, um das Posting nicht aufzublähen. Wichtig aber scheint mir hier zu sein, dass du nicht unterscheidest zwischen Theologie und Kirche. Die Steuerung der Fakultät durch die Kirche ist freilich ein Missstand, der auch der akad. Selbtsverwaltung entgegen steht und der Freiheit der Lehre auch. Aber diese Freiheit der Lehre ist innerhalb gewisser Grenzen durchaus gegeben. Und so wird immerhin gewährleistet, dass zumindest ein gewisser Prozentsatz der Theologen, die dann später in der Kirche arbeiten, wissenschaftlich ausgebildet ist. Das was an der Uni gelehrt wird, ist ja nicht die Priesterausbildung, sondern die schließt sich an das Studium erst an. Das ist wie bei den Diplompsychologen. Die haben zwar schon die eine oder andere Therapie gesehen, aber therapieren dürfen sie erst nach Zusatzausbildung.

nein, dass die Bibel wahr ist, ist kein theologisches Axiom.

warum liest man dann dieses buch und nicht moby dick?

Weil Moby Dick wenig religiöse Aussagen enthält. Die Bibel freilich gilt den wenigsten Theologen als wahr, jedenfalls nicht in dem Sinne, in dem du das verstehst. Die Bibel gilt den meisten Theologen als historisches Buch, als historische Grundlage ihrer Religion. Evangelikale Gemüter (also Bibelfanatiker) sind vom theol. Studium in der Regel abgeschreckt).

wohl aber etwa für solche Dinge wie
Jungfrauengeburten etc. (wohlgemerkt: dafür UND dagegen, also
diskutierbar, mithin intersubjektiv).

allein die voraussetzung, daß es eine diskutierenswerte frage

sei, ob es jungfrauengeburten gibt oder nicht, ist bereits so
eine konfessionelle und somit unwissenschaftliche bedingung
für das betreiben von theologie :smile:

Die Frage der Denkbarkeit einer Jungfrauengeburt würde in religionswissenschaftlichen Studien gar nicht berührt werden, sie würde nur als Behauptung registriert werden.

Übrigens berufst du dich ja auch auf Kirchenkritiker …

sicher nicht. sondern auf allgemein anerkannte bedingungen für
eine wissenschaft.

Solche allgemein anerkannten Bedingungen gibt es nicht. Die Frage, wo man die Grenze zwischen Wissenschaft und Nichtwissenschaft ziehen will, ist fließend und zwar mit Gründen, aber nur willkürlich gewählt entscheidbar. Ich denke jetzt gerade an den Streit in der Psychologie, ob Psychoanalyse eine Wissenschaft sei oder nicht. Die Psychoanalytiker bejahen das natürlich, andere bestreiten das. Und je nachdem, welches Kriterium man anlegt, steht man auf der einen oder auf der anderen Seite. Genauso ist es bei der Theologie, je nach angelegtem Kriterium ist sie eine Wissenschaft oder eben nicht.

mit kirche hat das nichts zu tun. dieselbe
„kritik“ kriegen von mir auch alle anderen theologien.

Das ist nun wieder erstaunlich, denn deine Kritik trifft eigentlich vor allem die Kirche, nicht aber die Theologie.

Das sehe ich nicht so, denn die Bibel ist ja kein
philosophisches Buch.

sondern? :smile:

Ein Buch, das sich aus sehr verschiedenen Teilen zusammensetzt: Israelitische Geschichte, Prophetengeschichten, Liedersammlungen etc. Philosophisch ist es vor allem nicht, weil es hauptsächlich lehrt und kaum begründet. Begründungen aber sind notwendig, um ein Buch philosophisch zu machen. Ausnahmen sind gewisse fernöstliche „Philosophien“, die dann aber eben keine Philosophien sind, sondern lediglich „philosophie-ähnlich“.

Nein? Hast du schon mal versucht, in einem mathematischen
Seminar die Grundaxiome (Kommunikativgesetz etc.) zu leugnen?

zumindest darf man dran teilnehmen, wenn man das tut.

Du kannst jederzeit an Seminaren der Theologien teilnehmen. Niemand wird dich hinauswerfen, denke ich. Ich vermute, man würde deine Erfahrungen sogar begierig aufnehmen (von Fanatikern spreche ich hier natürlich nicht). Der interreligiöse Dialog ist auf den Universitäten nach meiner Einschätzung sogar auf dem Vormarsch (trotz JP II).

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Alternativ bliebe nur die Lösung, dass du sagst, dass der Rest
aus anderen Wissenschaften besteht

das schrieb ich an anderer stelle.

Das wäre zwar zum Teil
richtig, aber eben auch nur zum Teil.

warum?

Ich weiß es nicht genau, ich vermute einmal, dass es stimmt.

dann ist ja alles klar!

Aber es stimmt, wenn es stimmt, nicht aus religösen Gründen,
sondern aus quasi „verwaltungstechnischen“ Gründen, wenn ich
einmal so sagen darf.

du meinst, die kirche mischt sich in die verwaltung der universität ein?

Die Zugehörigkeit zur Kirche ist ja auch nicht die
Qualifikation, mit der man Professor wird, sondern es sind die
wissenschaftlichen Leistungen, die das möglich machen. Die
Konfessin ist zusätzliche Bedingung.

ja das ist es ja :smile: das macht es unwissenschaftlich. ein bekenntnis darf nicht über die einstellbarkeit eines uniprofs entscheiden.

Die Verbindung von Staat und Kirche ist in der Tat ein
Problem, allerdings ein anderes, weshalb ich dazu im Moment
nichts sagen will, um das Posting nicht aufzublähen.

ich denke es ist exakt DAS problem. aber meine kritik richtet sich nicht gegen kirchen sondern gegen den staat, der es ja wohl ist, der die regeln für unis aufstellt.

gewährleistet, dass zumindest ein gewisser Prozentsatz der
Theologen, die dann später in der Kirche arbeiten,
wissenschaftlich ausgebildet ist.

warum kann das die kirche nicht selbst leisten? oder anders gefragt: warum traut der staat (!) ihr das nicht zu?

Die Bibel gilt
den meisten Theologen als historisches Buch, als historische
Grundlage ihrer Religion.

ja ihrer religion.

Die Frage der Denkbarkeit einer Jungfrauengeburt würde in
religionswissenschaftlichen Studien gar nicht berührt werden,
sie würde nur als Behauptung registriert werden.

was wissenschaftlich wäre. was drüber hinausgeht gehört in die bibelschule.

mit kirche hat das nichts zu tun. dieselbe
„kritik“ kriegen von mir auch alle anderen theologien.

Das ist nun wieder erstaunlich, denn deine Kritik trifft
eigentlich vor allem die Kirche, nicht aber die Theologie.

sie trifft weder noch. sie trifft den staat, das universitätswesen und die gesetze dazu. theologie, egal welche, und jede kirche dieser welt, hat ihre berechtigung. drüber was zu wissen und zu lernen kann nur ein zugewinn sein.

Du kannst jederzeit an Seminaren der Theologien teilnehmen.

habe ich sogar :smile: zumindest habe ich althebräisch 3 semester gemacht.

Niemand wird dich hinauswerfen, denke ich.

nö das sicher nicht :smile: das waren top professoren, liebe studenten und interessante inhalten. es wurde weder gepredigt noch dogmatisiert, obwohl wie die bibel gelesen (übersetzt) haben. ich finde es jammerschade (ehrlich!), daß das gesamte wissenschaftliche (!) wissen, das 90% der theologie ausmacht, sich derart vernichtende kritik gefallen lassen muß, nur wegen 10% religionslehre = dogmatik und diskriminierende tendenziöse einstellungsbedingungen.

gruß
datafox