Hats jemand bemerkt?

hi,

vor einigen wochen war hier im EF eine heisse diskussion zum thema 5.000 x 5.000 um VW und die gewerkschaft, stimmts?

so, nun kommt schröderchen aus dem urlaub, die arbeitslosenzahlen gallopieren, die wirtschaft stagniert und fällt und was hört man nebenbei? :

das projekt 5.000 x 5.000 wird wieder aus der taufe gehoben und man einigt sich nun doch… tja, welch zufall, was?

gruss

showbee

na ja

hi,

vor einigen wochen war hier im EF eine heisse diskussion zum
thema 5.000 x 5.000 um VW und die gewerkschaft, stimmts?

ja

so, nun kommt schröderchen aus dem urlaub, die
arbeitslosenzahlen gallopieren, die wirtschaft stagniert und
fällt und was hört man nebenbei? :

das projekt 5.000 x 5.000 wird wieder aus der taufe gehoben
und man einigt sich nun doch… tja, welch zufall, was?

gruss

showbee

Hallo,
geeinigt haben die sich noch lange nicht!! Es wurde dem Kanzler lediglich versprochen, dass man sich einigen wird und darauf haben die sich die Hand gegeben. Mehr nicht!!!

Gruß Mic
http://www.mibor.de

Hallo,
geeinigt haben die sich noch lange nicht!! Es wurde dem
Kanzler lediglich versprochen, dass man sich einigen wird und
darauf haben die sich die Hand gegeben. Mehr nicht!!!

hi mic,

naja, wenn das mal nicht ein anfang ist. mich würde nur interessieren, von wem nun die initiative aus ging! waren es nochmal die arbeitgeber oder die gewerkschaft auf druck vom schröder hin?

finde nichts im netz dazu …

gruss

showbee

Irrationales Vorgehen hierzulande
Bemerkt ja, aber nicht begrüsst, Showbee. Weniger Lohn als tariflich vorgesehen und mehr Arbeitsstunden dient weiterhin nur der Unterhöhlung der Arbeitnehmerrechte. (Die gerade die Gewerkschaften seit Jahren nur noch träge verteidigen, weshalb sie sich über Mitgliederschwund nicht wundern müssen.) Ausserdem sind es erst einmal 4.500 DM, die die Leute erhalten sollen; den Rest nur, wenn das Produktionsziel erreicht wurde.
   Aber mit dem Zauberwort „Arbeitsplätze“ ist heutzutage alles möglich, doch es ist so völlig irrational, was in diesem Land vorgeht. Da sollen also bei VW die Leute mehr Stunden arbeiten. Da spricht ein Roland Koch populistisch von Arbeitsbeschaffungsprogrammen und will damit die Zahl der Sozialhilfeeempfänger halbieren (während er gleichzeitig insgeheim Millionen für diese „Arbeit statt Sozialhilfe“-Programme streicht, wie etwa im Main-Kinzig-Kreis geschehen). Da gibt es alle erdenklichen AB- und Umschuldungsmassnahmen über die Arbeitsämter. Doch wozu dies alles?
   Offiziell haben wir 3,8 Mio. Arbeitslose, wobei nicht klar ist, wie viele davon nun Sozialhilfe oder „nur“ Arbeitslosengeld bzw. -hilfe beziehen, weshalb man davon ausgehen kann, dass es nicht allein 3,8 Mio. sind, für die ein Job gesucht werden soll. Politik und Industrie greifen heftigst die Schwächsten der Gesellschaft an, weil sie damit den Sozialneid gegenüber jenen, die noch einen festen Arbeitsplatz haben, schüren können. Bedauerlicherweise gelingen solche dumben und einfach zu durchschauenden Äusserungen, ohne dass sich sonderlicher Widerspruch regt. Dabei ist es doch so simpel: Wenn nicht mehr Arbeitsplätze vorhanden sind, können auch nicht mehr vergeben werden. Ich kann nicht mehr von einer Ware auf dem Markt verkaufen, wenn ich sie nicht besitze.
   Also geht man das Problem nicht an, sondern stigmatisiert die Arbeitslosen- und Sozialhilfebezieher als Verursacher des Problems. Ihre Leistungsfähigkeit wird in Frage gestellt, dabei werden diese Menschen nicht - von Kindern einmal abgesehen - als Bezieher staatlicher Leistungen geboren, obwohl viele in Lohn und Brot standen, bevor sie für die Industrie wertlos wurden. Diese Menschen gelten eben nur als Kostenverursacher, und aus diesem Grund sollen ja weniger Arbeitnehmer mehr Arbeit zu weniger Lohn verrichten, um noch mehr einzusparen und noch mehr Gewinn verbuchen zu können.
   Schaue ich mir den DAX der letzten zehn Jahre an, ergab sich eine Steigerung bis heute von über 400 Prozent, in der Spitze sogar über 600 Prozent! Also der Wirtschaft geht es wahrlich nicht schlecht; schlecht geht es nur den Menschen, die von Wirtschaft und Industrie weiter in Abhängigkeiten gestürzt werden. Denn wer abhängig ist, kann nicht mehr frei entscheiden.
   Der Irrsinn in den oben genannten diversen Arbeitsbeschaffungsmassnahmen setzt sich zudem in der Weise fort, dass davon allein die Wirtschaft profitiert, denn durch die Massnahmen mögen die Menschen zwar bisweilen einen Job erhalten, aber damit ist keineswegs festgelegt, dass sie davon auch ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Vielmehr ist es so, dass sie trotz Job weiterhin auf staatliche Zuschüsse angewiesen sind, womit die Wirtschaft von diesem Umgang mit Arbeitslosen profitiert, während die Kosten wiederum auf alle Steuerzahler umgeschlagen werden. Merkwürdiger reicht die „Intelligenz“ der Masse nicht so weit, die Wirtschaft als Nutzniesser dieses Systems, also als die eigentlichen Sozialschmarotzer zu betrachten. Der Sozialneid wird unverschämterweise nur nach unten, nicht nach oben weitergegeben, was verdeutlich, wie sehr mit zwei Ellen gemessen wird.
   Überspitzen wir einmal die Sache und lasst und auf den Tag warten, an dem das kalte, rationelle Denken so weit gediehen ist, dass man Rentner und Arbeitslose gleich an die Wand stellt, weil sie für das Sozialprodukt unnütz geworden und nur noch als Belastung empfunden werden. Bis jetzt läuft der „Gnadenschuss“ noch auf subtilere Art und Weise ab.

Marco

Hallo M.M.!

Bemerkt ja, aber nicht begrüsst, Showbee. Weniger Lohn als
tariflich vorgesehen und mehr Arbeitsstunden dient weiterhin
nur der Unterhöhlung der Arbeitnehmerrechte. (Die gerade die
Gewerkschaften seit Jahren nur noch träge verteidigen, weshalb
sie sich über Mitgliederschwund nicht wundern müssen.)

Wir haben hierzulande viel zu viele Arbeitnehmerrechte.
Das deutsche Arbeitsgesetz schütz die Arbeitnehmer zu tode. Denn es verhindert die Schaffung neuer oder befristeter Arbeitsplätze.
Zudem werden 42 h pro Woche gefordert!
Das ist doch sowieso schon Halbtagesjobniveau!
Bislang scheint man bei VW ja dara gewöhnt zu sein, gar nichts mehr zu tun.
Davon wird man sich wohl verabschieden müssen, und das ist auch gut so!
In der Großindustrie wird die 35 h Woche staatlich subventioniert, und die KMUs machen die Arbeit und werden jedes Jahr noch übler ausgequetscht.
Das kann auf Dauer nicht gehen.

Ausserdem sind es erst einmal 4.500 DM, die die Leute erhalten
sollen; den Rest nur, wenn das Produktionsziel erreicht wurde.

Daran werden sich wohl die allermeisten AN in D gewöhnen müssen.
Es wird in Zukunft immer öfter vorkommen, daß variable Gehaltsanteile vereinbart werden, die in Abhängigkeit der Erreichung eines vorab definierten Jahresziels für die Firma und daneben für den einzelnen AN vereinbart wurden.

   Aber mit dem Zauberwort „Arbeitsplätze“ ist heutzutage
alles möglich, doch es ist so völlig irrational, was in diesem
Land vorgeht. Da sollen also bei VW die Leute mehr Stunden
arbeiten. Da spricht ein Roland Koch populistisch von
Arbeitsbeschaffungsprogrammen und will damit die Zahl der
Sozialhilfeeempfänger halbieren (während er gleichzeitig
insgeheim Millionen für diese „Arbeit statt
Sozialhilfe“-Programme streicht, wie etwa im Main-Kinzig-Kreis
geschehen). Da gibt es alle erdenklichen AB- und
Umschuldungsmassnahmen über die Arbeitsämter. Doch wozu dies
alles?

Um den Leuten, die eigentlich etwas tun könnten, Dampf zu machen.
Das halte ich für unbedingt nötig.

   Offiziell haben wir 3,8 Mio. Arbeitslose, wobei nicht klar
ist, wie viele davon nun Sozialhilfe oder „nur“
Arbeitslosengeld bzw. -hilfe beziehen, weshalb man davon
ausgehen kann, dass es nicht allein 3,8 Mio. sind, für die ein
Job gesucht werden soll.

Es sind jedenfalls bestimmt 500.000, die andauernd Jobs ablehnen und daher auch keine Investition in sie mehr rechtfertigen.

Politik und Industrie greifen
heftigst die Schwächsten der Gesellschaft an, weil sie damit
den Sozialneid gegenüber jenen, die noch einen festen
Arbeitsplatz haben, schüren können. Bedauerlicherweise
gelingen solche dumben und einfach zu durchschauenden
Äusserungen, ohne dass sich sonderlicher Widerspruch regt.

Von welcher Seite ist klar…

Dabei ist es doch so simpel: Wenn nicht mehr Arbeitsplätze
vorhanden sind, können auch nicht mehr vergeben werden. Ich
kann nicht mehr von einer Ware auf dem Markt verkaufen, wenn
ich sie nicht besitze.

Käse. Es gibt ca. 1 Mio. freie Stellen.
Nur werden diese nicht gewollt oder die Qualifikation reicht nicht aus.
Daran muß man arbeiten.

   Also geht man das Problem nicht an, sondern stigmatisiert
die Arbeitslosen- und Sozialhilfebezieher als Verursacher des
Problems. Ihre Leistungsfähigkeit wird in Frage gestellt,
dabei werden diese Menschen nicht - von Kindern einmal
abgesehen - als Bezieher staatlicher Leistungen geboren,
obwohl viele in Lohn und Brot standen, bevor sie für die
Industrie wertlos wurden. Diese Menschen gelten eben nur als
Kostenverursacher, und aus diesem Grund sollen ja weniger
Arbeitnehmer mehr Arbeit zu weniger Lohn verrichten, um noch
mehr einzusparen und noch mehr Gewinn verbuchen zu können.

Das ist eine Sichtweise, die heute nicht mehr zutrifft.
Allerdings ist es richtig, daß viele Leute für die Industrie wertlos wurden, weil sie den Trend zur lebenslangen Weiterbildung verschlafen hatten. Oder sich gar nicht erst haben ausbilden lassen. Und das aus purem Desinteresse.
Nicht jeder Arbeitslose ist ein alter Kohlenveteran oder Hafenarbeiter!

   Schaue ich mir den DAX der letzten zehn Jahre an, ergab
sich eine Steigerung bis heute von über 400 Prozent, in der
Spitze sogar über 600 Prozent! Also der Wirtschaft geht es
wahrlich nicht schlecht; schlecht geht es nur den Menschen,
die von Wirtschaft und Industrie weiter in Abhängigkeiten
gestürzt werden. Denn wer abhängig ist, kann nicht mehr frei
entscheiden.

Tja, die zahlreichen Angebote der Startunterstützungen für Existenzgründer werden nicht allzu begeistert aufgenommen.
Was erwartest Du denn?
Als Angestellter muß man sch nun mal in das Unternehmensgefüge integrieren.
Oder man macht sich selbständig, aber hierzu fehlt den Leuten doch der Mut.
Was willst Du also?

   Der Irrsinn in den oben genannten diversen
Arbeitsbeschaffungsmassnahmen setzt sich zudem in der Weise
fort, dass davon allein die Wirtschaft profitiert, denn durch
die Massnahmen mögen die Menschen zwar bisweilen einen Job
erhalten, aber damit ist keineswegs festgelegt, dass sie davon
auch ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Vielmehr ist es
so, dass sie trotz Job weiterhin auf staatliche Zuschüsse
angewiesen sind, womit die Wirtschaft von diesem Umgang mit
Arbeitslosen profitiert, während die Kosten wiederum auf alle
Steuerzahler umgeschlagen werden.

Es sind dann aber weitaus weniger Kosten, als wenn die Person weiterhin arbeitslos wäre.
Außerdem profitiert die Wirtschaft natürlich von der Arbeitskraft eines jeden AN. Aber dafür bezahlen sie ja auch Lohn.

Merkwürdiger reicht die
„Intelligenz“ der Masse nicht so weit, die Wirtschaft als
Nutzniesser dieses Systems, also als die eigentlichen
Sozialschmarotzer zu betrachten. Der Sozialneid wird
unverschämterweise nur nach unten, nicht nach oben
weitergegeben, was verdeutlich, wie sehr mit zwei Ellen
gemessen wird.

Quatsch.
Der Neid reicht immer zunächst von unten nach oben.
Warum denn sonst die zahlreiechen Vorstöße seit `98 zur Umverteilung großer Vermögen?
Die größten Schmarotzer am System sind zunächst unsere einige Hunderttausend zählenden Arbeitsunwilligen. Danach folgt die Großindustrie mit ihren Subventionsforderungen.
Hierauf wiederum folgen die Leute, die das bezahlen.

   Überspitzen wir einmal die Sache und lasst und auf den Tag
warten, an dem das kalte, rationelle Denken so weit gediehen
ist, dass man Rentner und Arbeitslose gleich an die Wand
stellt, weil sie für das Sozialprodukt unnütz geworden und nur
noch als Belastung empfunden werden. Bis jetzt läuft der
„Gnadenschuss“ noch auf subtilere Art und Weise ab.

Bis jetzt werden die genannten Gruppen ganz im Gegenteil fett gefüttert und nicht angetastet.
Ich würde eine Lösung zwischen Deinem Szenario und der aktuellen Situation als völlig ausreichend empfinden.
Nämlich eine absolute Minimalpolitik bei Sozialmaßnahmen für nicht wirklich Bedürftige.

Grüße,

Mathias

Hallo Matthias,

Käse. Es gibt ca. 1 Mio. freie Stellen.
Nur werden diese nicht gewollt oder die Qualifikation reicht
nicht aus.
Daran muß man arbeiten.

Leider gibt es auch von Seiten der Wirtschaft her scharfe Ausschlußkriterien.

Alter
Gesundheit
Behinderungen
Beschränkte Fähigkeiten

Wenn man selber eine junge gesunde Spitzenkraft ist, vergisst man schnell, dass es auf dem Arbeitsmarkt massenhaft ältere (alles über 35 gemäß Arbeitgeber), kranke, behinderte und mäßig begabte Menschen gibt. Es gibt genug Menschen, die nicht mal dann eine Arbeit hätten, wenn wir „Vollbeschäftigung“ hätten.

Gruß
Carlos

Hallo shoowbee,
es gibt dazu nichts, weil es einfach nichts gibt. Man hat sich am Rande einer Geburtagsfeier getroffen, Betriebsrat, Schröder,
Gewerkschaft und Arbeitgeber, darauf geeinigt, dass man es noch einmal versuchen will. Dieses „Ergebnis“ wurde von Schröder medienwirksam zur Schau gestellt.

Gruß Mic

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

noch was
aus der TAZ,

Einigung in Sicht
Die Verhandlungen zwischen der IG Metall und VW über das
Modell „5000 x 5000“ werden in Kürze wieder aufgenommen.
VW-Arbeitsdirektor Hartz und Ministerpräsident Gabriel (SPD)
gehen von einer Einigung und damit insgesamt 5.000 neuen
Arbeitsplätzen aus. (dpa)

Gruß Mic

Hallo Mathias!

Das deutsche Arbeitsgesetz schütz die Arbeitnehmer zu tode.
Denn es verhindert die Schaffung neuer oder befristeter
Arbeitsplätze.

Du sprichst weiter unten in Deinem Text davon, dass es „ca. 1 Mio. freie Stellen“ gibt. Doch weil die Argumentation hier hakt, äusserst Du unbelegt, dass diese „nicht gewollt“ werden oder die Qualifikation nicht ausreicht. Das Problem ist jedoch nicht, dass man keine Stellen schaffen könnte. Denn abgesehen davon, dass dies nur überdeutlich die drastischen Versäumnisse von Politik und Wirtschaft aufzeigt, lassen sich Stellen sehr leicht schaffen. Die Frage hierbei ist nur: Welcher Art sind diese Stellen und wie sieht die Bezahlung aus. Noch mehr McJobs?
   Ich weiss nicht, ob es bei diesen ständigen Diskussionen über den Arbeitsmarkt unterschwellige Befürchtigungen vor dem dem Verlust des eigenen Berufes sind, dass selbst Arbeitnehmer den Ansichten der Arbeitgebern so sehr beipflichten. Dies erinnert doch stark an eine Unterwürfigkeitsmentalität, der grosse Hund möge uns nicht beissen, wenn wir als Hündchen alle viere von uns strecken und ihm die Schnauze lecken. Einsicht scheint erst zu existieren, wenn trotz der Beipflichtungen der eigene Arbeitsplatz bedroht ist, weil man eben doch nicht den Wert für die Firma besass, den man selbst vermutete, was einen typischen Fall von Überschätung darstellt: Jeder hält sich für unentbehrlich.

Das ist eine Sichtweise, die heute nicht mehr zutrifft.
Allerdings ist es richtig, daß viele Leute für die Industrie
wertlos wurden, weil sie den Trend zur lebenslangen
Weiterbildung verschlafen hatten. Oder sich gar nicht erst
haben ausbilden lassen. Und das aus purem Desinteresse.
Nicht jeder Arbeitslose ist ein alter Kohlenveteran oder
Hafenarbeiter!

Wenn also Dein letzter Satz nicht zutrifft, dann haben sich die Menschen ja für andere Bereiche qualifiziert. Und nicht jeder Beruf bedingt lebenslange Weiterbildung. Zudem werden solche Weiterbildungen ja von den Betrieben gefördert, wie etwa in der jüngeren Vergangenheit das Umlernen auf PC-Arbeiten. Du sprichst hier ständig von den Arbeitsunwilligen, aber Du wirst mir doch nicht erzählen wollen, dass etwa die ganze Schar von (Büro-, Industrie- usw.) Kaufleuten sich gegenüber diese Weiterbildung geweigert haben!
   Es mag für Dich aus Deiner Warte gleichgültig sein, welche Jobs die Menschen annehmen, aber es ist nicht zu akzeptieren, dass die Industrie erst die Menschen entlässt, weil sie angeblich überflüssig geworden sind, diese sich anschliessend anhören müssen, sie wären Arbeitsverweigerer, weil sie nicht gegen miserable Bezahlung Unkraut im Stadtpark jäten wollen, sondern völlig berechtigt einen gescheiten Beruf fordern - ohne dass sie ständig von einer Umschulung zur anderen geschickt werden -, für den sie nicht überqualifiziert sind und der Einkommen beschert, mit den sich der Lebensunterhalt bestreiten lässt.
   Permanent sind diese Menschen jenen Vorwürfen ausgesetzt, die bei hellem Licht betrachtet der blossen Programmatik entspricht, Löhne und Gehälter immer weiter zu drücken. Dann lässt sich auch wiederum einfacher über Arbeitlosen- und Sozialhilfebezieher polemisieren, denn der Mindestlohn wurde so stark gedrückt, dass er das Niveau der Sozialhilfe erreicht hat. Dann kommen solche Leute wie Schröder und Koch daher, die in populistischer Weise noch einmal auf jene Menschen draufschlagen, damit sich ja die veröffentlichte Meinung dahingehend manifestiert, Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger wären selbst schuld an ihrer Situation, weshalb es ihnen kein Pardon zu geben gilt.
   Allerdings scheint sich kaum jemand die Frage zu stellen, weshalb auf diese Art und Weise polemisiert, ja beinahe schon agitiert wird. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Man kennt die Antwort bereits und weiss, an den Zuständen nichts ändern zu können, also lenkt man davon ab, indem man die Schuld nicht bei sich selbst sucht - was einen Verlust an Autorität und Macht bedeuten würde -, sondern bei anderen. Oder man ist, ganz einfach gesehen, völlig inkompetent, weil man zwar schöne nichtssagende Reden halten kann, aber über keinerlei Sachverstand verfügt. Was etwa qualifiziert einen Schröder zum Bundeskanzler, einen Scharping zum Verteidigungsminister!

Tja, die zahlreichen Angebote der Startunterstützungen für
Existenzgründer werden nicht allzu begeistert aufgenommen.
Was erwartest Du denn?

Und wie siehst Du das in letzter Konsequenz: Dass jeder Arbeitsfähige selbständig wird?

Die größten Schmarotzer am System sind zunächst unsere einige
Hunderttausend zählenden Arbeitsunwilligen. Danach folgt die
Großindustrie mit ihren Subventionsforderungen.

Die Kommunen mussten 1996 50 Mrd. an Sozialhilfe aufbringen, wobei konservative Schätzung schätzen, dass 5 Mrd. zu Unrecht ausbezahlt wurden. Im gleichen Jahr wurden nach Schätzungen der Steuergewerkschaft 130 Mrd. an Steuern hinterzogen. Dies zeigt auf, wo die wahren Schmarotzer sitzen. Die Arbeitsunwilligen können es kaum sein, zahlen sie doch während des Zeitraums der „Arbeitsunwilligkeit“ keine Steuern. Und was die Wirtschaft angeht, so fordert sie ja immer wieder, der Staat möge sich nicht in den freien Markt einmischen, andererseits wollen sie nicht nur Subventionen, sondern schieben die Verantwortung für die durch sie arbeitlos gewordenen Menschen dem Staat bzw. der Gemeinschaft zu.

Marco

hi carlos,

Wenn man selber eine junge gesunde Spitzenkraft ist, vergisst
man schnell, dass es auf dem Arbeitsmarkt massenhaft ältere
(alles über 35 gemäß Arbeitgeber), kranke, behinderte und
mäßig begabte Menschen gibt. Es gibt genug Menschen, die nicht
mal dann eine Arbeit hätten, wenn wir „Vollbeschäftigung“
hätten.

dies sind wohl kaum in dem maße personen, die „arbeitsunwillig“ sind, oder? meist sind es gerade diejenigen, die an jeder umschulungsmaßnahme teilnehmen um ggf. wieder einen job zu bekommen. diese muessen weiterhin unterstützt werden. das problem sind aber diejenigen, welche unflexibel sind und nichts neues anderes machen möchten. siehe mein anderer beitrag!

gruss

showbee

hi ihr 2,

Du sprichst weiter unten in Deinem Text davon, dass es „ca. 1
Mio. freie Stellen“ gibt. Doch weil die Argumentation hier
hakt, äusserst Du unbelegt, dass diese „nicht gewollt“ werden
oder die Qualifikation nicht ausreicht. Das Problem ist jedoch
nicht, dass man keine Stellen schaffen könnte. Denn abgesehen
davon, dass dies nur überdeutlich die drastischen Versäumnisse
von Politik und Wirtschaft aufzeigt, lassen sich Stellen sehr
leicht schaffen. Die Frage hierbei ist nur: Welcher Art sind
diese Stellen und wie sieht die Bezahlung aus. Noch mehr
McJobs?

also marco, das ist doch die falsche denkweise. es ist heute nun mal so, das man den job den man mit 25. gelernt und erhalten hat nicht 40 jahre beibehalten kann, so wie es noch vor 20 jahren war. auch eine betriebszugehörigkeit über jahrzehnte wird immer mehr unmöglich aus diesem grunde eben.

der arbeitnehmer als „abhängiges“ geschöpf muss das erkennen und sich ständig bewusst machen. wir leben heute nicht mehr in einer gesellschaft wo ich montag früh schon aufs wochenende warte. ein wenig identifikation mit dem unternehmen ist von nöten. ein gewinnabhängige lohnerhöhung wie bei VW ist doch hier ein korrekter anreiz!

ich weiss auch nicht, was du an dem „McJobs“ schlecht findest. imho kann man hier auch geld verdiehnen. jeder mensch und arbeitnehmer (sofern er bis zur rente einer bleibt) muss sich im klaren sein, das es mal durststrecken geben kann, für notzeiten soll hier auch das sozialsystem des staates eingreifen und ein sozialen abrutsch verhindern, aber eine finanzierung eines lebens auf dauer kann nicht aufgabe des staates oder der arbeitenten bevölkerung sein. dies haben nur alte und kinder nötig. ein 40 oder auch 55 jähriger muss die auch noch selber bewerkstelligen können. das zur bewerkstelligung auch mal über zeit und jahre auch ein „hilfsjob“ herhalten muss, muss in die köpfe. es ist doch nicht sinnvoll, das es noch bürger in dem staat gibt die sich sagen: „lieber 1.300 sozi und 0 stunden arbeit als 1.500 netto bei 40 stunden McDonalds“ … das ist immer auf kosten des staates (wobei der staat hier die finanzierende bevölkerung ist)!

[…] Du sprichst hier ständig von den
Arbeitsunwilligen, aber Du wirst mir doch nicht erzählen
wollen, dass etwa die ganze Schar von (Büro-, Industrie- usw.)
Kaufleuten sich gegenüber diese Weiterbildung geweigert haben!

nein, meint er nicht, aber die mangelnde bereitschaft sein brot in einem völlig anderen erwerbszweig zu verdiehnen!!!

Es mag für Dich aus Deiner Warte gleichgültig sein, welche
Jobs die Menschen annehmen, aber es ist nicht zu akzeptieren,
dass die Industrie erst die Menschen entlässt, weil sie
angeblich überflüssig geworden sind, diese sich anschliessend
anhören müssen, sie wären Arbeitsverweigerer, weil sie nicht
gegen miserable Bezahlung Unkraut im Stadtpark jäten wollen,
sondern völlig berechtigt einen gescheiten Beruf fordern -
ohne dass sie ständig von einer Umschulung zur anderen
geschickt werden -, für den sie nicht überqualifiziert sind
und der Einkommen beschert, mit den sich der Lebensunterhalt
bestreiten lässt.

mittlerweile ist es doch wohl nicht zu bestreiten, das fliessbandarbeit durch roboter übernommen werden kann, wer spricht hier von „angeblich überflüssig“. sorry, wer vor 20 jahren nur den beruf „schraubenfestdreher am laufband“ gelernt hat und seit dem sich nicht umorientiert hat, ist selber zu 90% schuld. 10% gebe ich auch dem staat, der durch soziales netz ein umdenken bisher nicht von nöten machte!

s.o. warum soll es nicht mal möglich sein, im park unkraut zu zupfen? ich persönlich würde lieber einen hilfsjob machen als im sozialamt wöchentlich meine piepen abzuholen. sicher gibt es auch personen, die sozialhilfe als unterstüzung brauchen, die lassen wir hier mal aussen vor, immerhin geht es nicht um diese leistungsempfänger. ich persönlich könnte genausowenig steuern hinterziehen wie leistungen der allg. erschleichen…

Permanent sind diese Menschen jenen Vorwürfen ausgesetzt,
die bei hellem Licht betrachtet der blossen Programmatik
entspricht, Löhne und Gehälter immer weiter zu drücken. Dann
lässt sich auch wiederum einfacher über Arbeitlosen- und
Sozialhilfebezieher polemisieren, denn der Mindestlohn wurde
so stark gedrückt, dass er das Niveau der Sozialhilfe erreicht
hat. Dann kommen solche Leute wie Schröder und Koch daher, die
in populistischer Weise noch einmal auf jene Menschen
draufschlagen, damit sich ja die veröffentlichte Meinung
dahingehend manifestiert, Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger
wären selbst schuld an ihrer Situation, weshalb es ihnen kein
Pardon zu geben gilt.

die frage von mich an dich: was ist lebensstandart? was ist existenzminimum? gehört ein kleinwagen, der alljährliche mallorcaurlaub, alle 10 jahre neue möbel zum existenzminimum oder ist es ein lebensstandart?

das ist das problem: man gewöhnt sich zu schnell an die schönen dinge des lebens! es gehört nicht zum existenzminimum alle 5 jahre sich einen golf zu kaufen, das ist schon luxus des kleinen mannes, genauso wie die unterhaltung des selbigen!

wenn ich 5.000 brutto in der LSt klasse I bei 13,5% krankenkasse habe, dann sind das netto: 3.016,26 DM. nun sag mir einer, das sei „knapp am rande des existenzminimums“ … PAAAAHHHHH!

Was etwa qualifiziert einen Schröder zum
Bundeskanzler, einen Scharping zum Verteidigungsminister!

hmm. das frag ich mich auch immer, wenn ich den im fernsehen sehe. sorry, aber einen 08/15 anwalt als kanzler und einen zivi als bundeswehrchef, einen linken 68er als aussen/innenminister.

wer hat die gewählt? ICH NICHT!

gruss

vom showbee

Hallo Showbee,

das problem sind aber diejenigen, welche unflexibel

sind und nichts neues anderes machen möchten.

Stimmt, aber was willst du mit Menschen machen, die sich nicht in den modernen Techniken weiterbilden, weil die Ängste zu groß sind und die geistige Flexibilität zu gering ist?

Gruss
Carlos

Hallo Showbee!

also marco, das ist doch die falsche denkweise. es ist heute
nun mal so, das man den job den man mit 25. gelernt und
erhalten hat nicht 40 jahre beibehalten kann, so wie es noch
vor 20 jahren war. auch eine betriebszugehörigkeit über
jahrzehnte wird immer mehr unmöglich aus diesem grunde eben.

Dann sag’ mir doch einmal, wer die ganzen Menschen sind, von denen die Rede ist, sie müssten allesamt umlernen. Wir haben zwar durch die Computer erhebliche Umwälzungen in den letzten Jahren erlebt, aber sie waren nicht derart einschneidend, dass etwa handwerkliche Berufe keinen „goldenen Boden“ mehr haben. Auch Kaufleute werden nach wie vor gebraucht, nur sitzen sie eben heute vor dem PC statt vor Karteikarten. Neue Berufszweige sind durch das Internet entstanden, aber wie wir doch sehen mussten (Stichworte: 20.000 Inder, Green Card), ist es nicht das Versäumnis der Bevölkerung, dass wir hier in einen Nachteil geraten sind, sondern konkret Versäumnisse von Wirtschaft und Politik. Mir fällt kein rechtes Wort dafür ein, aber weshalb wird eine Bevölkerung in diesem Bereich verantwortlich gemacht, während die wirklich Verantwortlichen sich dadurch aus der Affäre ziehen, die Menschen wären nicht flexibel genug! Um flexibel zu sein, muss auch das Angebot vorhanden sein, und dieses hat Wirtschaft und Politik nun einmal zu schaffen. Ansonsten sollten sie ihre Ämter niederlegen, damit wir eine echte Basisdemokratie einführen könnten - - dann könnte man tatsächlich die Verantwortung bei den Menschen selbst suchen.

ich weiss auch nicht, was du an dem „McJobs“ schlecht findest.
imho kann man hier auch geld verdiehnen. jeder mensch und
arbeitnehmer (sofern er bis zur rente einer bleibt) muss sich
im klaren sein, das es mal durststrecken geben kann, für
notzeiten soll hier auch das sozialsystem des staates
eingreifen und ein sozialen abrutsch verhindern, (…)

Entschuldige bitte, aber das klingt für mich nun so, als wäre es unbedacht einer Politikerrede oder der Zeitung entnommen. Olaf Henkel sagte ja zu früheren Tagen, dass sie [die Arbeitgeberverbände] das Problem gehabt hätten, ihre Standpunkte zu verdeutlichen, bis sie sich an BILD und andere Blätter gewandt hätten. Naturgemäss waren diese Standpunkte nicht arbeitnehmerfreundlich. Hier traten Arbeitgeber für ihre Gewinnmaximierung ein, und diese musste der Bevölkerung durch vorgeschobene Argumente verkauft werden. Sie waren erfolgreich damit. Warum dies allerdings als die absolute Wahrheit von vielen Menschen begriffen wird, ist unverständlich. Anscheinend, weil es in der Zeitung stand, und was schwarz auf weiss widergegeben wird, scheint noch immer einen hohen Wahrheitsgehalt zu geniessen. Dem ist nicht so, denn es ging um um einseitige, um parteiische Standpunkte. Denn ebenso könnten auch die Arbeitnehmer Gegenargumente bringen, wenn sie über die gleichen Möglichkeiten verfügten, ihre Standpunkte in ebenso öffentlich zu verdeutlichen. Dies ist naturgemäss nicht möglich, denn Zeitungen zieht es, ob gewollt oder nicht, eher zur Arbeitgeberseite. (Etwa wg. von ihnen geschalteten Anzeigen.)

wenn ich 5.000 brutto in der LSt klasse I bei 13,5%
krankenkasse habe, dann sind das netto: 3.016,26 DM. nun sag
mir einer, das sei „knapp am rande des existenzminimums“ …
PAAAAHHHHH!

Ich weiss nicht, wer das gesagt haben soll. Fakt ist jedenfalls, dass es zum einen nach wie vor um 4.500, nicht 5.000 DM geht, zum anderen die Bezahlung unter dem üblichen Tarif bei VW liegt. Hier, wie leider auch auf vielen anderen Gebieten, dient der Begriff der Arbeitsplatzbeschaffung nur als blosses Argument dafür, Löhne durch die Hintertür drücken zu wollen. Auf den ersten Blick sind die Standpunkte auch schlüssig und nachvollziehbar, denn wer hätte schon etwas gegen die Schaffung von Arbeitsplätzen einzuwenden.
   Doch weshalb schafft man dann keine richtigen Arbeitsplätze zu den üblichen VW-Tarifen? Die Volkswagen AG hat nach Steuern 1999 einen Gewinn von 652 Mio. Euro (1,3 Mrd. DM), 2000 824 Mio. Euro (1,6 Mrd. DM) Gewinn gemacht. Der gesamte Volkswagen-Konzern erwirtschaftete 1999 844 Mio. Euro (1,6 Mrd. DM), 2000 2,06 Mrd. Euro (4 Mrd. DM); im ersten Halbjahr 2001 beläuft sich der Gewinn nach Steuern auf 833 Mio. Euro (1,6 Mrd DM). (Quelle: http://ir.volkswagen-ir.de/deutsch) Wie ich schon einmal das arabische Sprichwort zitierte: „Das Jammern ist der Gruss des Kaufmannes.“

Marco

keine presse!
rehi marco,

Dann sag’ mir doch einmal, wer die ganzen Menschen sind, von
denen die Rede ist, sie müssten allesamt umlernen. Wir haben
zwar durch die Computer erhebliche Umwälzungen in den letzten
Jahren erlebt, aber sie waren nicht derart einschneidend, dass
etwa handwerkliche Berufe keinen „goldenen Boden“ mehr haben.

sorry, ich kann leider keine statistiken aufweisen, welche berufsgruppen wie hoch vertreten sind unter den langzeitarbeitslosen. ich denke mal, es sind eher die jobs, welche keine hohe vorbildung benötigen. kann auch wieder ein vorurteil sein, da das hier aber ein diskussionsforum ist, bringe ich mal meine meinung dar. ich denke hier vorallem auch an die vielen vielen kohlekumpel, die es wahrlich nicht nur im ruhrpott, sondern auch im osten gibt. daneben die vielen menschen, die nur manuelle fliessbandarbeit ausgeübt haben (stellwerksangestellte etc.), ich denke das könnte ich nun noch weiterspinnen. ich meine aber einfach jobs, jobs die durch monotonie etc. gekennzeichnet sind, eben der art, das maschinen sie leicht übernehmen können.

Auch Kaufleute werden nach wie vor gebraucht, nur sitzen sie
eben heute vor dem PC statt vor Karteikarten.

ja, klar, du erkennst es selber, früher brauchte man durch alte technik in einem steuerbüro 20 angestellte für die arbeit die heute 10 machen, da einfach computer und maschinen arbeiten abnehmen, die maschinell sogar schneller und effizienter erledigt werden können!

Neue
Berufszweige sind durch das Internet entstanden, aber wie wir
doch sehen mussten (Stichworte: 20.000 Inder, Green Card), ist
es nicht das Versäumnis der Bevölkerung, dass wir hier in
einen Nachteil geraten sind, sondern konkret Versäumnisse von
Wirtschaft und Politik.

das kann man sehen wie ein dachdecker :wink: - du denkst bestimmt genauso einseitig wie ich. du schiebst es auf die politik und die wirtschaft. holen wir noch die arbeitnehmer ins boot und beschuldigen alle zu gleichen teilen, gehe ich mit.

sicherlich ist es ein versäumnis des staates, das die bildung i.S. informatik zu langwierig ist. das viele innovationen in der branche trotzdem aus deutschen unternehmen stammen, zeigt, das es auch unternehmen und personen in deutschland gibt, die den umschwung mitgestaltet haben. hier sehe ich immer die starke trägheit der deutschen, denen man viele sachen erst 10x vorkauen muss, bis sie schmackhaft erscheinen. dann muessen womöglich vorher alle risiken und probleme aus dem weg geräumt sein (durch andere!) und dann kanns langsam losegehn. hier fehlt wirklich die flexibilität, von heute auf morgen mal was auszuprobieren. dafür ist natuerlich indirekt auch der staat und die gesellschaft schuldig, aber ich denke, mein standpunkt ist deutlcih geworden!

Mir fällt kein rechtes Wort dafür ein,
aber weshalb wird eine Bevölkerung in diesem Bereich
verantwortlich gemacht, während die wirklich Verantwortlichen
sich dadurch aus der Affäre ziehen, die Menschen wären nicht
flexibel genug! Um flexibel zu sein, muss auch das Angebot
vorhanden sein, und dieses hat Wirtschaft und Politik nun
einmal zu schaffen.

warum trennst du „unflexible arbeitnehmer“ von der wirtschaft? der arbeitnehmer gehört genauso zur wirtschaft wie der kapitalgeber und der gesetzgeber!!!

daraus folgere ich: mitschuld der nun arbeitslosen unzureichend ausgebildeten!

Ansonsten sollten sie ihre Ämter
niederlegen, damit wir eine echte Basisdemokratie einführen
könnten - - dann könnte man tatsächlich die Verantwortung bei
den Menschen selbst suchen.

nene, das will ich wahrlich nicht!!!

Entschuldige bitte, aber das klingt für mich nun so, als wäre
es unbedacht einer Politikerrede oder der Zeitung entnommen.

NEIN, den satz habe ich mir wirklich selber ausgedacht und formuliert. wie du meiner VIKA entnehmen kannst, bin ich auch kein „bonze“ oder „kapitalist“, ich bin stinknormaler arbeitnehmer, aber leider einer, der nah an der wirtschaft ist und probleme auch mal von anderer seite sieht!

[…]

Ich weiss nicht, wer das gesagt haben soll. Fakt ist
jedenfalls, dass es zum einen nach wie vor um 4.500, nicht
5.000 DM geht,

okay, 2.788,91 DM sind aber auch noch nicht unter existenzminimum, oder? auf die frage hast du mir nicht geantwortet!!! ist dies in deinen augen ein billigjob???

zum anderen die Bezahlung unter dem üblichen
Tarif bei VW liegt.
Hier, wie leider auch auf vielen anderen
Gebieten, dient der Begriff der Arbeitsplatzbeschaffung nur
als blosses Argument dafür, Löhne durch die Hintertür drücken
zu wollen. Auf den ersten Blick sind die Standpunkte auch
schlüssig und nachvollziehbar, denn wer hätte schon etwas
gegen die Schaffung von Arbeitsplätzen einzuwenden.
Doch weshalb schafft man dann keine richtigen Arbeitsplätze
zu den üblichen VW-Tarifen?

sei mir nicht böse, ich möchte den tariflohn für einen förderbandangestellten gar nicht wissen, ich bekomme sonst einen üblen reiz zwischen magen und gaumen, der mich veranlasst mein abendbrot wiederzusehen :wink:

im ernst: sind die tarifverträge nicht indirekt auch grund für die schlechte position deutschlands im gesamtbild europa? ich meine, wenn der „ich baue hier die sitze in den neuen lupo ein“ schrauber 6.900 DM brutto hat, ist es kein wunder, das diese autos zu teuer sind, das ich dann doch eher den koreaner fahre. das kann man m.E. nach, auch auf andere produkte ableiten!

Die Volkswagen AG hat nach Steuern
1999 einen Gewinn von 652 Mio. Euro (1,3 Mrd. DM), 2000 824
Mio. Euro (1,6 Mrd. DM) Gewinn gemacht. Der gesamte
Volkswagen-Konzern erwirtschaftete 1999 844 Mio. Euro (1,6
Mrd. DM), 2000 2,06 Mrd. Euro (4 Mrd. DM); im ersten Halbjahr
2001 beläuft sich der Gewinn nach Steuern auf 833 Mio. Euro
(1,6 Mrd DM). (Quelle: http://ir.volkswagen-ir.de/deutsch) Wie
ich schon einmal das arabische Sprichwort zitierte: „Das
Jammern ist der Gruss des Kaufmannes.“

824.000.000 euro gewinn! okay. bleiben wir bei den zahlen:

418.308.000 aktien hat die VW AG insgesamt ausgegeben.
kurs 52,94 Euro eine aktie heute. nennwertlose stückaktien.

(angaben von off. VW internetseite!)

etwas gerechnet: der gewinn verteilt sich auf die aktien,
dann bleiben pro aktie 1,9698 euro gewinn. bei heutigem kauf der aktie und hoffnung auf bleibende gewinne, bedeutet dieser gewinn eine verzinsung meines einsatzes von gerade einmal 3,72%. das ist nun wahrlich nicht berauschend, wobei man noch die momentan ohnehin schlechten kurse beachten muss.

also, grosse zahlen sind immer dann gross, wenn man sie nicht ins verhaeltnis setzt!

ich folgere: wenn ich bei dieser AG anteilseigner von ein paar wesentlichen % wäre, würde ich mal nachfragen ob das alles ist, was sie aus ihrer fa. rausholen!

sorry, unter wirtschaftlicher betrachtungsweise ist das so.

also, ein paar fragen für dich auf deren antwort ich mich freue.

gruss

vom showbee

Hallo Showbee!

sorry, ich kann leider keine statistiken aufweisen, welche
berufsgruppen wie hoch vertreten sind unter den
langzeitarbeitslosen. ich denke mal, es sind eher die jobs,
welche keine hohe vorbildung benötigen. (…)daneben die vielen
menschen, die nur manuelle fliessbandarbeit ausgeübt haben
(stellwerksangestellte etc.), ich denke das könnte ich nun
noch weiterspinnen. ich meine aber einfach jobs, jobs die
durch monotonie etc. gekennzeichnet sind, eben der art, das
maschinen sie leicht übernehmen können.

Ich will Dir keine persönlichen Vorwürfe machen, aber genau hier hakt es doch, wenn es um Nennung konkreter Zahlen geht. Man erfährt aus den Medien, wenn Arbeitgebervertreter sich dazu äussern, die Bürger dürften nicht mehr glauben, ein Leben lang den gleichen Beruf auszuüben, und schon geht diese Ansicht durch die Öffentlichkeit. Was ich aber von diesen Vertretern vermisse, sind exemplarische Beispiele für derartige Aussagen! Und hier komme ich wieder darauf zurück, dass es hakt; denn kalklierte, programmatische Äusserung sind die eine Sache, der Wahrheitsgehalt und die Nachprüfbarkeit eine andere. Das wird leider zu oft übersehen.
   Dies ist ein Grund dafür, weshalb ich stets versuche, zu meinen Behauptungen oder Berichten auch Quellen beizufügen, damit jeder es nachprüfen kann, wenn er will. Ansonsten könnte man wirklich das Blaue vom Himmel erzählen. Interessanterweise scheint man zum Beispiel hier kritischer gegenüber Äusserungen anderer zu sein, als etwa bei Aussagen im Fernsehen. (So kommt es mir zumindest vor.) Man müsste eben solche Aussagen überprüfen, und diese Zeit nehmen sich eben die meisten nicht, sondern hören es und damit hat es sich.
   Natürlich werden die meisten von sich behaupten, dass es zumindest bei ihnen nicht so ist, aber hierzu genügt ein Blick in die Anfangspostings. Es werden insbesondere Themen aufgegriffen, die gerade aktuell in den Medien sind. Wenn diese Themen verschwinden, dann scheint es so, als hätten sich die darin besprochenen und bisweilen heiss diskutierten Standpunkte sowie das ursprüngliche Problem wie von selbst erledigt und gelöst.
   Nachrichten der etablierten Medien sind eben nicht mehr als eine Handelsware, die sehr schnell an Wert verliert, dass gewisse Informationen aussen vor bleiben, weil sie entweder schlecht recherchiert wurden oder z. B. von der Chefredaktion herausgenommen wurden. (Nur als angerissenes Beispiel: Gestern berichtete die ARD von Roland Kochs Äusserungen, seinem Besuch in Wisconsins und dem dortigen sogenannten Sozialprogramm. In dem Bericht fehlten jedoch mehr oder minder wichtige Informationen, etwa dass die Hälfte der Menschen nach 18 Monaten ihren Job wieder los ist, Koch „Arbeit statt Sozialhilfe“-Programme zusammengestrichen hat und noch vor zwei Jahren dieses Wisconsins-Modell nicht auf Deutschland übertragbar sah. Nun behauptet er das Gegenteil, während Schröder es vor drei Tagen für nicht anwendbar hielt. Der Ausschluss von Informationen ergibt ein verzerrtes Bild.)
   Zurück zum Thema: Natürlich kann es Fliessbandarbeiter geben, die umgeschult werden, sofern es ihre Vorbildung zulässt. Aber es wird ja zum einen auch weiterhin monotone Berufe wie Fliessbandtätigkeiten geben, zum anderen sind das Gros der Berufe, die bei den Arbeitsämtern zur Umschulung angeboten, die üblichen altbekannten Berufe. (Siehe Arbeitsamt-Seiten.) Da stimmt doch etwas in dem ganzen System nicht, und meine Vermutung ist, dass viele dieser Menschen gute Berufe gelernt hatten - was ebenso Zeit und Geld kostete -, durch Rationalisierungen arbeitslos wurden und nun etwas anderes lernen sollen. An anderer Stelle wird es womöglich umgekehrt laufen: Da schult dann einer auf einen Beruf um, den ein anderer gerade verloren hat. Ich werde zwar mit dieser Meinung ziemlich allein stehen, weil ich sie nicht belegen kann - ich sollte im Fernsehen auftreten, dann glaubt man sie mir eher -, aber für mich gleicht das einem Verschieben innerhalb eines Arbeitsmarktes, in dem die offenen Stellen (ich spreche nicht von schnell zu schaffenden Jobs) wegen der Rationalisierungen und Umstellungen immer weniger werden und die Leute tatsächlich keine Arbeit finden. Durch das Verschieben gelangen sie erst einmal nicht in die Statistik hinein. Einige werden dann mehr oder weniger einen Beruf erhalten, wenn auch für weniger Lohn (häufig sind es ja auch erst einmal Zeitverträge, die sie erhalten), andere hingegen nicht, weil sie entbehrlich sind. Somit landen sie dann erneut beim Arbeits- und vielleicht auch beim Sozialamt, und das Spiel wiederholt sich.
   Ich hätte gerne einmal genaue Zahlen zu diesem Thema, aber bisher wurde ich von einer Flut von Treffern erschlagen, durch die ich mich jetzt nicht mühen will.

ja, klar, du erkennst es selber, früher brauchte man durch
alte technik in einem steuerbüro 20 angestellte für die arbeit
die heute 10 machen, da einfach computer und maschinen
arbeiten abnehmen, die maschinell sogar schneller und
effizienter erledigt werden können!

Und was macht man mit jenen zehn Angestellten, die überbleiben, wenn diese Umstellung überall geschieht?

hier sehe ich immer die
starke trägheit der deutschen, denen man viele sachen erst 10x
vorkauen muss, bis sie schmackhaft erscheinen. dann muessen
womöglich vorher alle risiken und probleme aus dem weg geräumt
sein (durch andere!) und dann kanns langsam losegehn. hier
fehlt wirklich die flexibilität, von heute auf morgen mal was
auszuprobieren.

Was heisst „10x vorkauen“ in der Praxis? Ich meine damit: Sprechen die arbeitslosen oder arbeitslos gewordenen Leute beim Arbeitsamt vor, lassen sich den Beruf erklären und gehen anschliessend wieder nach Hause, um die nächsten Monate darüber nachzudenken? Es gibt Berufsfindungsmassnahmen seitens des Arbeitsamtes, bei denen man sechs Wochen in verschiedene Berufszweige ausprobieren kann, und dann zeigt sich ja, für was man geeignet ist.
   Einen Punkt vergessen wir allerdings, wenn von Flexibilität die Rede ist, den man nicht ganz ausser acht lassen sollte. Denn wir reden von bzw. über Menschen, als könnten wir sie wie in einem Schachspiel hin- und herschieben, ohne dass sich irgendeine Empfindung bei ihnen regt. (So scheinen zumindest Politiker zu denken, wenn sie von den Bürgern „draussen im Lande“ sprechen. Sie sind drin, die anderen weit weg.) Wer etwa sein halbes Leben lang einen Beruf ausübte und plötzlich umschulen soll, der schafft das eben nicht mehr von heute auf morgen. Oder wenn eine Frau früher arbeitete und dann zwischenzeitlich Mutter und Hausfrau war, wird auch für sie der erneute Einstieg ins Berufsleben eine grosse Umstellung sein. (Bei allen natürlich vorausgesetzt, dass sie überhaupt einen neuen Beruf bekommen, und nicht einen blossen Job.) Wenn man Flexibilität der anderen fordert, muss man erst einmal beobachten, wie es bei einem selbst damit steht. Solange es einem einigermassen gut geht, ist die Motivation besonders vorhanden; natürlich wäre man flexibel. Doch wie sähe es aus, wenn man von hier auf jetzt etwas völlig anderes machen soll, weniger Lohn bekommt und/oder einem die zukünftige Arbeit absolut nicht zusagt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Motivation weiterhin auf hohem Niveau bewegen wird. Wir müssen akzeptieren, dass wir hier nach wie vor von Menschen sprechen - nicht Maschinen.

warum trennst du „unflexible arbeitnehmer“ von der wirtschaft?
der arbeitnehmer gehört genauso zur wirtschaft wie der
kapitalgeber und der gesetzgeber!!!

Das stellt doch keine Trennung dar, wenn ich die Verantwortung der Wirtschaft und der Politik aufbürde. Wir hatten hier doch vor einiger Zeit die Diskussion über die Verantwortlichkeit, als ich äusserte, wieviel Geld Manager kassieren. Dies wurde mit deren Verantwortung entgegnet. Dann mögen sie diese auch einmal beweisen und sich flexibel zeigen, denn das „Hire and Fire“ kann jeder Primat ausüben.

okay, 2.788,91 DM sind aber auch noch nicht unter
existenzminimum, oder? auf die frage hast du mir nicht
geantwortet!!! ist dies in deinen augen ein billigjob???

Nein, wenn Du es so getrennt betrachtest. Ja, wenn Du es im Zusammenhang siehst. Ich hatte Dir die Argumente bereits genannt, aber ich kann statt dessen auch auf das Interview mit dem IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine verweisen: http://www.igmetall.de/tarife/nachrichten/vw/meine_i…

im ernst: sind die tarifverträge nicht indirekt auch grund für
die schlechte position deutschlands im gesamtbild europa? ich
meine, wenn der „ich baue hier die sitze in den neuen lupo
ein“ schrauber 6.900 DM brutto hat, ist es kein wunder, das
diese autos zu teuer sind, das ich dann doch eher den koreaner
fahre.

Wobei hier aber die Problematik - viel zu viele sehen es gar nicht als solche an, was sehr bedauerlich ist -, wie es zu den billigen Arbeitskräften im Ausland erst kommt. Selbst die USA mischt hier bereits kräftig mit, und da ich mir nicht „den Mund fusselig reden“ will, verweise ich erneut auf das Buch „Clintons Vision - ‚Freier Markt‘ und Abschottung“, Noam Chomsky, Trotzdem-Verlag.

824.000.000 euro gewinn! okay. bleiben wir bei den zahlen:

418.308.000 aktien hat die VW AG insgesamt ausgegeben.
kurs 52,94 Euro eine aktie heute. nennwertlose stückaktien.

(angaben von off. VW internetseite!)

etwas gerechnet: der gewinn verteilt sich auf die aktien,
dann bleiben pro aktie 1,9698 euro gewinn. bei heutigem kauf
der aktie und hoffnung auf bleibende gewinne, bedeutet dieser
gewinn eine verzinsung meines einsatzes von gerade einmal
3,72%. das ist nun wahrlich nicht berauschend, wobei man noch
die momentan ohnehin schlechten kurse beachten muss.

(Ergo sollte die Aktie möglichst tief sinken, damit das Verhältnis besser ist. Dann warte also ab, bis die Aktie ins Bodenlose gefallen ist. Das erhöht die Dividendenrendite enorm! )
   Ginge es allein nach der Dividende, dürfte man überhaupt keine Aktien kaufen. Volkswagen gibt in seinen Geschäftsbericht an, 507 Mio. Euro an Dividende ausgezahlt zu haben, was die Rendite noch einmal wesentlich verschlechtert, als in Deiner Rechnung. Primär zählen die Kursgewinne, die man mit einer Aktie erreichen kann.

Marco

Hi M.M.!

Es ist solange nötig, immer wieder „Öl ins Feuer“ zu gießen,
bis die SED, äh PDS in der Versenkung verschwindet.

Dies klingt, als müsste man die Menschen immer wieder daran
erinnern, was in der DDR geschah, weil sie es selbst vergessen
haben und damit auch nicht selbst über die Entscheidungsgewalt
verfügen, eine PDS zu akzeptieren oder nicht.

Ja, das scheint erschreckenderweise so zu sein.

Anscheinend
folgen nicht alle Ostler den Werbeversuchen der Westpolitiker,
weshalb man sie daran erinnern muss, dass drüben nur Terror
und hier der goldene Westen herrschte. Dass es sich hierbei
aber nur um Blattgold handelte, das bei Bewährungsproben
jederzeit abblättern kann, mussten die Menschen im nachhinein
erfahren. Diese Erfahrungen lassen sich nicht durch schöne
oder gängelnde Worte der Politiker beseitigen, sondern nur
durch Taten. Du glaubst doch der PDS ebensowenig, dass sie
nicht die SED ist, und dieser Glaube ist Dir durch keine
Argumente zu entgegnen. Ebenso sieht es bei den Ostlern aus,
für die nach der Wende vieles eben nicht besser geworden ist:
Sie haben Schwarz-Blau und Rot-Grün erlebt und trotzdem hat
sich ihre Lage nicht verbessert. Also wählen sie die PDS - ob
dies begründet ist, wird die Zukunft zeigen müssen.

Naja, es bleibt zu hoffen, daß die Ossis dann langsam mal Demokratie lernen. Und wenn es nur die höchst unviollkommene Form der Demokratie des deutschen Westens ist, ein Fortschritt wäre das allemal.
Dieses ganze Gerede, die Erwartungen der Ossis seien nicht erfüllt oder gar enttäuscht worden, ist doch absoluter Mist!
Ohne die Wiedervereinigung hätten sie mittlerweile kaum noch was zu essen! Oder denkst Du ernsthaft, die DDR wäre an die BRD zurückgefallen, wenn sie nicht absolut oberpleite gewesen wäre??

Leute, die noch vor 12 Jahren befohlen hatten, Ausreisewillige
an der Grenze zu erschiessen, sollen heute unsere Hauptstadt
regieren?

Ich kann mich nicht entsinnen, dass ein OB-Kandidat Gysi
befohlen hatte, „Republikflüchtige“ zu erschiessen. Auch
spricht er sich ja gegen dieses Regimeterror aus.

Und da wirkt auch der Vergleich mit den Altnazis in der CDU
recht schal, denn erstens gab es damals kaum unbelastete
Politiker und es musste ja irgendwie weitergehen, und zweitens
ist das fast 60 Jahre her.

Kiesingers Amtszeit war 1966 bis 1969, wenn ich mich richtig
erinnere, also erst recht kein Zeitraum dafür, dass es
„irgendwie weitergehen“ musste. Und Du glaubst doch nicht,
dass sich nach einer Generation der Nazis alles wie von
Zauberhand in Wohlgefallen auflöst und sich die gesamte
Bevölkerung in Demokraten verwandelt.
   Unbelastete Menschen gab es selbstverständlich, aber hier
wurden gleich wieder Befürchtungen der Amerikaner laut, es
könne sich bei den Anti-Faschisten um Kommunisten handeln, was
selbstverständlich vermieden werden musste. Also machte man
für die Öffentlichkeit einige Kriegsverbrecherprozesse, damit
sich die Emotionen abkühlen, um anschliessend die ehemaligen
Nazis wieder in Ämter und Würden zu setzen. (Und Du weisst ja,
dass die USA Nazi-Wissenschaftler in ihre eigenen Dienste
stellte und später gerne rechte Regime in Latein- und
Südamerika unterstütze.)
   Während die Bevölkerung immer wieder dazu aufgerufen wurde,
sich der Vergangenheit zu stellen, scheint dieser Wille bei
den Politikern nur bedingt vorhanden gewesen zu sein.

Marco:Hallo Mathias!

Das deutsche Arbeitsgesetz schütz die Arbeitnehmer zu tode.
Denn es verhindert die Schaffung neuer oder befristeter
Arbeitsplätze.

Du sprichst weiter unten in Deinem Text davon, dass es „ca. 1
Mio. freie Stellen“ gibt. Doch weil die Argumentation hier
hakt, äusserst Du unbelegt, dass diese „nicht gewollt“ werden
oder die Qualifikation nicht ausreicht. Das Problem ist jedoch
nicht, dass man keine Stellen schaffen könnte. Denn abgesehen
davon, dass dies nur überdeutlich die drastischen Versäumnisse
von Politik und Wirtschaft aufzeigt, lassen sich Stellen sehr
leicht schaffen. Die Frage hierbei ist nur: Welcher Art sind
diese Stellen und wie sieht die Bezahlung aus. Noch mehr
McJobs?
   Ich weiss nicht, ob es bei diesen ständigen Diskussionen
über den Arbeitsmarkt unterschwellige Befürchtigungen vor dem
dem Verlust des eigenen Berufes sind, dass selbst Arbeitnehmer
den Ansichten der Arbeitgebern so sehr beipflichten. Dies
erinnert doch stark an eine Unterwürfigkeitsmentalität, der
grosse Hund möge uns nicht beissen, wenn wir als Hündchen alle
viere von uns strecken und ihm die Schnauze lecken. Einsicht
scheint erst zu existieren, wenn trotz der Beipflichtungen der
eigene Arbeitsplatz bedroht ist, weil man eben doch nicht den
Wert für die Firma besass, den man selbst vermutete, was einen
typischen Fall von Überschätung darstellt: Jeder hält sich für
unentbehrlich.

Das ist eine Sichtweise, die heute nicht mehr zutrifft.
Allerdings ist es richtig, daß viele Leute für die Industrie
wertlos wurden, weil sie den Trend zur lebenslangen
Weiterbildung verschlafen hatten. Oder sich gar nicht erst
haben ausbilden lassen. Und das aus purem Desinteresse.
Nicht jeder Arbeitslose ist ein alter Kohlenveteran oder
Hafenarbeiter!

Wenn also Dein letzter Satz nicht zutrifft, dann haben sich
die Menschen ja für andere Bereiche qualifiziert. Und nicht
jeder Beruf bedingt lebenslange Weiterbildung. Zudem werden
solche Weiterbildungen ja von den Betrieben gefördert, wie
etwa in der jüngeren Vergangenheit das Umlernen auf
PC-Arbeiten. Du sprichst hier ständig von den
Arbeitsunwilligen, aber Du wirst mir doch nicht erzählen
wollen, dass etwa die ganze Schar von (Büro-, Industrie- usw.)
Kaufleuten sich gegenüber diese Weiterbildung geweigert haben!

Anscheinend schon. Oder weswegen entsprechen ihre Fähigkeiten nicht den aktuellen Anforderungen?

   Es mag für Dich aus Deiner Warte gleichgültig sein, welche
Jobs die Menschen annehmen, aber es ist nicht zu akzeptieren,
dass die Industrie erst die Menschen entlässt, weil sie
angeblich überflüssig geworden sind, diese sich anschliessend
anhören müssen, sie wären Arbeitsverweigerer, weil sie nicht
gegen miserable Bezahlung Unkraut im Stadtpark jäten wollen,
sondern völlig berechtigt einen gescheiten Beruf fordern -
ohne dass sie ständig von einer Umschulung zur anderen
geschickt werden -, für den sie nicht überqualifiziert sind
und der Einkommen beschert, mit den sich der Lebensunterhalt
bestreiten lässt.

gegenfrage: weswegen sollte ich mit meinen Abgaben jemanden füttern, der sich für den ihm angebiotenen Job zu fein ist?
Zunächst besteht einmal die Pflicht, seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen und das nicht die anderen machen zu lassen.
Dann kann man sich darum kümmern, seinen Wunschjob zu machen.
Kennst Du die Marslow`sche Bedürfnispyramide?
Das Problem hier ist, daß wir bestimmte Leute hier zu hoch auf dieser Pyramide einsteigen lassen.

   Permanent sind diese Menschen jenen Vorwürfen ausgesetzt,
die bei hellem Licht betrachtet der blossen Programmatik
entspricht, Löhne und Gehälter immer weiter zu drücken. Dann
lässt sich auch wiederum einfacher über Arbeitlosen- und
Sozialhilfebezieher polemisieren, denn der Mindestlohn wurde
so stark gedrückt, dass er das Niveau der Sozialhilfe erreicht
hat.

Anscheinend ist das Minimum noch zu hoch. Die MOtivation zur Arbeit ist noch nicht groß genug.

Dann kommen solche Leute wie Schröder und Koch daher, die
in populistischer Weise noch einmal auf jene Menschen
draufschlagen, damit sich ja die veröffentlichte Meinung
dahingehend manifestiert, Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger
wären selbst schuld an ihrer Situation, weshalb es ihnen kein
Pardon zu geben gilt.

Laß mich da raus. Ich habe eine derart pauschale Aussage nicht getroffen.

   Allerdings scheint sich kaum jemand die Frage zu stellen,
weshalb auf diese Art und Weise polemisiert, ja beinahe schon
agitiert wird. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Man kennt die
Antwort bereits und weiss, an den Zuständen nichts ändern zu
können, also lenkt man davon ab, indem man die Schuld nicht
bei sich selbst sucht - was einen Verlust an Autorität und
Macht bedeuten würde -, sondern bei anderen. Oder man ist,
ganz einfach gesehen, völlig inkompetent, weil man zwar schöne
nichtssagende Reden halten kann, aber über keinerlei
Sachverstand verfügt. Was etwa qualifiziert einen Schröder zum
Bundeskanzler, einen Scharping zum Verteidigungsminister!

Nichts, aber das ist ein anderes Thema.

Tja, die zahlreichen Angebote der Startunterstützungen für
Existenzgründer werden nicht allzu begeistert aufgenommen.
Was erwartest Du denn?

Und wie siehst Du das in letzter Konsequenz: Dass jeder
Arbeitsfähige selbständig wird?

Blödsinn. Aber für einige könnte das ein Weg sein.
Einzig es fehlt an Motivation von außen über die Geldschraube.

Die größten Schmarotzer am System sind zunächst unsere einige
Hunderttausend zählenden Arbeitsunwilligen. Danach folgt die
Großindustrie mit ihren Subventionsforderungen.

Die Kommunen mussten 1996 50 Mrd. an Sozialhilfe aufbringen,
wobei konservative Schätzung schätzen, dass 5 Mrd. zu Unrecht
ausbezahlt wurden. Im gleichen Jahr wurden nach Schätzungen
der Steuergewerkschaft 130 Mrd. an Steuern hinterzogen. Dies
zeigt auf, wo die wahren Schmarotzer sitzen. Die
Arbeitsunwilligen können es kaum sein, zahlen sie doch während
des Zeitraums der „Arbeitsunwilligkeit“ keine Steuern. Und was
die Wirtschaft angeht, so fordert sie ja immer wieder, der
Staat möge sich nicht in den freien Markt einmischen,
andererseits wollen sie nicht nur Subventionen, sondern
schieben die Verantwortung für die durch sie arbeitlos
gewordenen Menschen dem Staat bzw. der Gemeinschaft zu.

Nein, sie bezahlen über Steuern den Lebensunterhalt dieser Leute. Daß einzelne Großunternehmen kaum noch Steuern bezahlen, dafür kann ich auch nichts.
Der Großteil der Arbeitgeber sind aber KMUs, und da sieht das anders aus.

Des weiteren wird doch sowieso sukzessive das Steuerschlupflochunwesen ausgemerzt.

Warum also nicht zunächst mal die 5 Mrd. Falschzahlungen einsparen?

Grüße,
Mathias

Hi!

Käse. Es gibt ca. 1 Mio. freie Stellen.
Nur werden diese nicht gewollt oder die Qualifikation reicht
nicht aus.
Daran muß man arbeiten.

Leider gibt es auch von Seiten der Wirtschaft her scharfe
Ausschlußkriterien.

Alter
Gesundheit
Behinderungen
Beschränkte Fähigkeiten

Das unterschreibe ich so pauschal nicht.

Alter: Siemens stellt 55-jährige nicht mehr ein, sondern schickt sie in Frührente. O.K.
Die eigentliche Wirtschaft aber, die KMUs, leisten sich gerne mal jemanden mit Erfahrung. Bei uns ist das auch so.

Gesundheit: kein Kommentar, wer krank ist, bekommt natürlich zu recht staatliche Unterstützung.
Das gilt auch für schwere Behinderungen, leichte Behinderungen sind mittlerweile kein großes Problem mehr.

Beschränkte Fähigkeiten: das ist das Thema: hier muß der Mensch selbst ran und was lernen. Ist doch in D auch kein Problem.

Wenn man selber eine junge gesunde Spitzenkraft ist, vergisst
man schnell, dass es auf dem Arbeitsmarkt massenhaft ältere
(alles über 35 gemäß Arbeitgeber), kranke, behinderte und
mäßig begabte Menschen gibt. Es gibt genug Menschen, die nicht
mal dann eine Arbeit hätten, wenn wir „Vollbeschäftigung“
hätten.

Wieviele? 150.000? Die gibt das System schon her.
Aber 2 Mio. nicht mehr, und hier wird das dann auch langsam unglaubwürdig.

Grüße,

Mathias

dies sind wohl kaum in dem maße personen, die
„arbeitsunwillig“ sind, oder? meist sind es gerade diejenigen,
die an jeder umschulungsmaßnahme teilnehmen um ggf. wieder
einen job zu bekommen. diese muessen weiterhin unterstützt
werden. das problem sind aber diejenigen, welche unflexibel
sind und nichts neues anderes machen möchten. siehe mein
anderer beitrag!

Hallo Showbee,

dann wüsste ich gerne einmal, wie viele denn tatsächlich „arbeitsunwillig“ - wie sieht eigentlich die Definition dafür aus? - sind und welche Kosten sie derzeit verursachen, damit auch einmal Butter bei die Fische kommt, wenn permanent über die Arbeitsunwilligen gesprochen wird.

Marco

Hallo Showbee,

dann wüsste ich gerne einmal, wie viele denn tatsächlich
„arbeitsunwillig“ - wie sieht eigentlich die Definition dafür
aus? - sind und welche Kosten sie derzeit verursachen, damit
auch einmal Butter bei die Fische kommt, wenn permanent über
die Arbeitsunwilligen gesprochen wird.

Marco

rehi marco,

also, ich kann dir keine statistiken geben. wird wohl keiner, der nicht direkt am menshen arbeitet. ich kann nur beschreiben was ich sehe.

das vor allem bei uns im bekanntenkreis und auch die leute, die ich beruflich kenne …

da gibt es zb.

jugendliche die nach dem bund ersteinmal 2-6 monate ALG beziehen und „urlaub“ machen, obwohl ausbildung in erreichbarer naehe und mama eh noch für alles aufkommt.

dann die ganzen randgruppen (netter begriff), aber ich kenne genug leute die „in den tag hinein leben“. morgens um 11 aufstehen, ein bierchen trinken und gammeln. wohnen in einer wohngeldwhg. und und und.

sorry, wenn das nun sehr populistisch klingt, ich könnte dir aber auf die schnelle 10-20 leute meiner schulabgangsklassen nennen …

alles in allem, gibt es m.E. zu schnell für viele geld vom staat, obwohl mit etwas gürtel enger schnallen, gerade bei jugendlichen (ich meine nicht die alten langzeitarbeitslosen), zu sparen ist.

was ich auch noch finde, in den naechsten 3- jahren muesste auch eingeführt werden, das ALG nur ab dem 4. monat der arbeitslosigkeit gezahlt wird, ausser man steht vorm abgrund. hier muss private vorsorge geschaffen werden, welche z.b. auch über senkung der AV beitraege zu erreichen ist. m.M. würden viele menschen, welche eigentlich nur in den „wechselmonaten“ sind - also bis 31.3. arbeiten und wissen, dass sie am 1.7. wieder arbeit bekommen, keinen bezahlten urlaub haben, sondern entweder vom gesparten leben oder auch mal einen zwischenjob annehmen. ich weiss nicht wie hoch hier das einsparpotential ist, aber auf jedenfall liegt im sozialen netz viel im argen!

gruss

showbee

Hi,

ich misch mich mal kurz ein, wenn ich darf:

Ich will Dir keine persönlichen Vorwürfe machen, aber genau
hier hakt es doch, wenn es um Nennung konkreter Zahlen geht.

Äh, für so was gibt es die reichlich ausführlichen Publikationen der Bundesanstalt für Arbeit. Jeder, der mag, kann sich das unter http://www.arbeitsamt.de zu Gemüte führen.

Tatsächlich ist es so, dass bei Langzeitarbeitslosen, z. Zt. rund 1,3 Mio, etwa 530tsd keine Berufsausbildung haben. Ähnlich kritisch sieht es bei den Jungen (unter 25) aus, hier haben haben von den rund 500tsd die Hälfte keine abgeschlossene Berufsausbildung, 10% nicht mal einen Schulabschluss. Bei den Älteren (über 45), rund 1,8 Mio, haben ein Drittel keine Berufs- und ebenfalls 10% keinen Schulabschluss.

Man erfährt aus den Medien…

Sorry, aber diese Binsenwahrheit haben uns doch schon die alten Lateiner gelehrt: non scholam, sed vitam discimus! nicht wahr?
Flexibilität und Bereitschaft zur Weiterbildung gehören nun mal zu den Schlüsselqualifikationen.

Man müsste eben solche Aussagen überprüfen

Diesen Punkt kann ich nur unterstützen!

Aber es wird ja zum einen auch weiterhin monotone
Berufe wie Fliessbandtätigkeiten geben, zum anderen sind das
Gros der Berufe, die bei den Arbeitsämtern zur Umschulung
angeboten, die üblichen altbekannten Berufe.

a) Wohl eher nicht, ausser vieleicht im untersten Niveau. Alles andere lässt sich durch Maschinen i.d.R. effizienter erledigen
b) Wohl wahr. Das Problem ist aber, dass das Arbeitsamt nur Umschulungen anbieten kann, die dem durchsch. Qualifikationsniveau der Umzuschulenden entsprechen. Und dieses Niveau ist, s.o., leider reichlich dürftig.

Und was macht man mit jenen zehn Angestellten, die
überbleiben, wenn diese Umstellung überall geschieht?

Willkommen in der Statistik! Oder: Mut zur Qualifikation aus privatem Interesse und Antrieb.

Was heisst „10x vorkauen“ in der Praxis? Ich meine damit:
Sprechen die arbeitslosen oder arbeitslos gewordenen Leute
beim Arbeitsamt vor, lassen sich den Beruf erklären und gehen
anschliessend wieder nach Hause, um die nächsten Monate
darüber nachzudenken? Es gibt Berufsfindungsmassnahmen seitens
des Arbeitsamtes, bei denen man sechs Wochen in verschiedene
Berufszweige ausprobieren kann, und dann zeigt sich ja, für
was man geeignet ist.

Sorry, das meinst Du jetzt nicht ernst, oder? Unglücklicherweise mussten wir immer wieder feststellen, dass an solchen Orientierungsmassnahmen (kann allerdings hier nur von Berufsanfängern sprechen) nicht unbedingt die Creme, sondern eher der Bodensatz der Arbeitssuchenden teilnimmt. Für die Betriebe ist da i.d.R. nix dabei.

Gruss
Feanor