Hauskauf und Reparaturen

Hallo zusammen,
ich hoffe, mit meiner Frage bin ich hier richtig.
Ich spiele mit dem Gedanken, ein altes Haus zu kaufen: Baujahr 1940, 70 qm, mit 700 qm Grundstück. Ich habe die Möglichkeit, dieses Haus sehr günstig zu erwerben für ca 35.000 EUR. allerdings kaufe ich so nur Außenmauer mit neuen Fenstern, stabilem Dach, Keller und Gartengrundstück. Im Inneren muss alles komplett renoviert, sogar vielleicht entkernt werden, wobei ich das nicht unbedingt will. Ich würde alles renovieren, auf einen passablen funktionstüchtigen Zustand bringen. Luxus, teure Sachen, Schnick-Schnack sind für mich Fremdwörter. Daher meine Frage, ob dieser Gedanke vertretbar ist. Oder ist mein Vorhaben ein gefährliches Unterfangen, wo ich im Endeffekt fast ein neues Haus könnte. Ich selbst plane ich zusätzlich mit Kosten in Höhe von ca 30.000 EUR, ist das realistisch?
Danke und Grüße,
Erwinus

Hallo.

Im Inneren muss
alles komplett renoviert, sogar vielleicht entkernt werden,
wobei ich das nicht unbedingt will.

Aber du möchtest in 20 Jahren sicher nicht in einer Ruine leben.
Die Bausubstanz eines solchen Hauses ist nicht selten grottenschlecht. Du willst ein Loch bohren und dir bricht ein ganzer Stein entzwei… Da wird aus Kleinigkeiten schnell ein Mammutprojekt.

Daher meine Frage, ob dieser Gedanke vertretbar
ist. Oder ist mein Vorhaben ein gefährliches Unterfangen, wo
ich im Endeffekt fast ein neues Haus könnte.

Gebrauchte Häuser zu kaufen ist immer gefährlich. Oft wird als Kaufpreis Grundstückswert - Abrißkosten angesetzt.

Ich selbst plane
ich zusätzlich mit Kosten in Höhe von ca 30.000 EUR, ist das
realistisch?

Ohne das Haus gesehen zu haben: Höchstwahrscheinlich nicht.
Investiere vor dem Kauf ein paar 100 Euro für einen fähigen Gutachter. Der kann dir nach einer Besichtigung vor Ort sagen, was gemacht werden muß und wie teuer das ungefähr kommt.

Gruß

Michael

Hallo!
Du zahlst den Grundstückspreis und bekommst das Bauwerk kostenlos dazu.
MfG
airblue21

Hi,
ich bin nicht vom Fach, finde das Thema aber interessant und habe mehrere Freunde, die sich beruflich mit dem Thema befassen und öfter davon erzählen.
Ich kenne mehrere Fälle im Bekanntenkreis, in denen ein älteres Haus gekauft wurde und es ein Faß ohne Boden war. Die Käufer hatten handwerklich selber einiges auf dem Kasten, sind also nicht total unbedarft da herangegangen. Und ich kenne keinen Fall, in dem die Renovierung eines alten Hauses so lief wie geplant. So ein Projekt kann auch eine Beziehung extrem belasten.
Die Idee mit dem GUtachter des vorherigen Schreibers finde ich sehr gut. Aber er wird wohl kaum bestätigen, daß Elektroleitungen, Heizung, Dach, Rohre noch top sind. Selbst wenn Du noch 10 jahre Deine Ruhe hast, irgendwann geht es los mit den Reparaturen bzw. helfen Reparaturen dann nicht mehr, sondern irgendwas muß grunderneuert werden, kurz danach das nächste etc.
Und dann leidet die Lebensqualität, auch wenn man nur bescheidene Ansprüche hat. Der Hauskauf soll ja doch der Lebensqualität dienen.
Alleine schon die viel höheren Heizkosten durch eine veraltete Heizung oder Fenster. Wenn Du nicht völlig auf die alte Bausubstanz abfährst und das Grundstück alleine den Preis wert ist, reiß doch besser ab und baue neu. (Und baue ein paar schöne alte Holzbalken ins neue WOhnzimmer ein oder so) Das Geld ist zur Zeit unfaßbar günstig. Ein befreundetes Paar von mir, beide in eher schlecht bezahlten Berufen, aber mit unbefristeten Verträgen, hat gerade eine Wohnung gekauft und komplett finanziert mit 1,6% Zinsen. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift cash ist das gerade Titelthema. Bei der KfW gibt es für jeden Neu-Eigentümer ein Darlehen bis zu ich glaube 30.000 für ich glaube 1,5%.
Viele Grüße!

Hauptsache billig - koste es, was es wolle
Moin Edgar,

sei mir nicht böse, aber mein Betreff war der erste Gedanke, der mir nach dem Lesen Deines Textes in den Sinn kam.

Was soll das? Slbst wenn hier 100.000 Leute Dir sagen, dass es super ist, nützt Dir das gar nichts, wenn Du bei/mit dem Projekt scheiterst und/oder womöglich bankrott gehst.

Du hast offenbar herzlich wenig Ahnung, lässt Dich vom vermeintich günstigen Preis blenden und willst eine solche Investiton ohne Informationen (hier kriegst Du die NICHT, hier gibt´s Meinungen und max. Einschätzungen) tätigen.

Bevor Du auch nur 10.000 EURO zahlst, solltest Du Dir einen Fachmann kaufen (Ja, das kostet Geld, weil der von seinem Fachwissen lebt - und Du eventuell [finanziell] überlebst), der sich das Objekt anschaut und Dir VERBINDLICH was dazu sagt - alles andere kann für Dich Harakiri sein oder werden . . .

Hallo,

ohne das Haus gründlich untersucht zu haben kann man das nicht wirklich beantworten.

Wenn die Bausubstanz ordentlich ist kann man durchaus so zu einem nutzbaren Haus kommen. Ich habe das als junger Mann selbst mal so gemacht, war ein 300 Jahre altes Fachwerkhaus, Kaufpreis seinerzeit DM 50,000,- Nach und nach habe ich dann ungefähr nochmal den gleichen Betrag reingesteckt, und wirklich unzählige Arbeitsstunden Eigenleistung. Gerade das sollte man nicht unterschätzen, man kann durchaus 10 Jahre seines Lebens dafür verwenden…
Es kann aber auch ein Fass ohne Boden und Eurograb werden. Es gibt Hütten die sind grottenschlecht und verbaut, da wird niemehr was ordentliches draus. Jeder dort verbaute Taler ist versenkte Kohle.

Du solltest also entweder jemand kennen der sich wirklich mit sowas auskennt und der sich das mal anschaut. Da du anscheinend niemand kennst, da Du hier fragst musst Du jemand FACHKUNDIGES beauftragen, das wird ein paar Mark kosten, lohnt sich aber.

Ausserdem sollte man sowas auch nur angehen, wenn man einigermassen handwerklich begabt ist, Ein paar gute Freunde die handwerkliche Berufe haben und einen unterstützen sind auch nicht schlecht.

Gruß elmore

Hallo,

du hast also ein Haus, das während des Krieges gebaut wurde.
Nun war die Versorgungslage 1940 noch nicht sooo schlecht, aber auch nicht wirklich gut…
Das „gute Zeugs“ ging ausschliesslich an die Wehrmacht.

Ich tendiere zu komplettem Neubau.

Nachdem ich 5 Jahre in solch einem Haus zur Miete wohnte und keine zwei Dübel nebeneinander in die Wände brachte und ständig irgendwelcher Schimmel zu entfernen war, obwohl ich in eine sanierte Wohnung gezogen war…

Nö, nix reparieren, für 30.000 sowieso nicht. Nicht bei dieser Bausubstanz.
Ist ein billiges Grundstück, der Abriss ist hoffentlich mit eingepreist gewesen.

Grüße
miamei

… noch was:
Hi,

vor dem Kauf würde ich mich ausserdem an jemanden wenden der sich damit auskennt,

es gibt z. B.
http://www.vpb.de/

oder

https://www.bsb-ev.de/

google mal, was es da in deiner Umgebung gibt, Stichwort Bausachverständige, die können für wenig Geld da mal einen Ortstermin machen und sich die Sache genauer ansehen.

Jeder macht sich richtig Gedanken wenn er sich für 60.000 € ein Auto kauft, macht Probefahrten, fragt Hinz und Kunz und ist Wochenlang unterwegs, wenns aber mal um 350.000 € für Haus und Grund geht, wird einfach wild drauf los gekauft oder gebaut…

Gut dass du dir vorher Gedanken machst!

Grüße
miamei

Hallo,

wie heißt es doch so schön: „Ein altes Haus zu sanieren kostet nur das Doppelte und dauert auch nur drei Mal so lange, wie ein neues Haus zu kaufen.“

Also verabschiede Dich bitte ganz schnell von den Gedanken, irgendeine Hütte nach jahrelanger Eigenarbeit für ein Taschengeld in ein Traumschloss verwandelt zu haben.

Klar, die Summe für ein anständiges Objekt und der dafür notwendige Kredit mit entsprechender Ratenhöhe schockt sofort und deutlich. Aber mehr oder weniger da landest Du auch mit dem klassischen „Selbst-ist-der-Mann-Ansatz“. Denn wenn Du jede Woche über Ewigkeiten den ein oder anderen Hunderter zum Baumarkt schleppst, wird das Material nicht billiger, sondern regelmäßig unter dem Strich teurer, weil die ganzen endkundenfreundlichen Kleinmengen, die man sich ohne Kredit „so nebenbei“ leistet echte Apothekenpreise haben. Von den ganzen Kosten für notwendige Werkzeuge, die man üblicherweise auch nicht vorab im Keller liegen hat, ganz zu schweigen.

Zudem wird der Anteil der Arbeitskosten regelmäßig vom Laien falsch eingeschätzt. Nur weil Du für eine Kleinigkeit fünf Stunden brauchst, spart Du ja nicht fünf Stunden Lohn, die Du von den Gesamtkosten eines professionellen Baus abziehen kannst. Vielmehr hätte es der Profi in einer Stunde hin bekommen, und ist dessen Lohnkostenanteil am Gesamtpreis daher ein ganz anderer (zwar höherer Stundensatz, aber eben erheblich weniger Stunden). D.h. Du schuftest Dich für einen Hungerlohn krumm, wenn Du fünf Stunden für etwas brauchst, dass der Profi in einer geschafft hätte.

Ganz abgesehen davon muss der Profi Gewährleistung für seine Arbeit übernehmen. Die ganze Laienarbeit (die natürlich in der Betrachtung der Selbermacher immer 1A und viel besser als die jedes noch so guten Profis ist), ist unter dem Strich betrachtet vielfach grober Pfusch und Kulissenmalerei, die nicht annähernd so lange hält, wie die Arbeit eines Profis. Und zweimal gemacht ist dann immer teuerer, als einmal vom Profi richtig gemacht. Nur wenige Leute sind in der Lage quer über diverse Gewerke auch nur annähernd professionelle Arbeit zu erbringen. Dies wird aber nur zu gerne so lange ignoriert, bis die nicht richtig angeschlossene Badewanne dann plötzlich eine Etage tiefer steht, weil das ganze minimal austretende Wasser über Jahre die Decke mürbe gemacht hat.

Was das Objekt selbst angeht, wurde ja schon viel geschrieben, insbesondere zum Thema Sachverständige. Ich würde aber noch auf einen Punkt hinweisen wollen. Du sprichst von 70m². Das ist - auch ohne Luxus - keine Größenordnung in der sich ein Haus rechnet und dann auch einen gewissen Wiederverkaufswert hat. Da werden schnell Bedürfnisse nach mehr Platz an der ein oder anderen Ecke entstehen, wenn man schon Eigentümer eines Hauses ist, sein ganzes Baumaterial, sein Werkzeug, die vielen „noch brauchbaren“ Dinge für weitere Umbauten lagern will, und trotzdem noch mal nicht nur im Bett fernsehen schauen will.

Gruß vom Wiz

Vielen Dank an alle für eure Meinungen, Erfahrungen, Ratschläge.
Jeder Beitrag hat in irgendeiner Weise seine Berechtigung und gut gemeinte Vorschläge oder Kritikpunkte.
Ehrlich gesagt, so eine negative Resonanz habe ich nicht erwartet.
Jetzt mehr zu den Hintergründen, wieso ich mit dem Gedanken spiele, das Haus zu kaufen etc:
Ich war tatsächlich nicht im Begriff, ein Haus zu kaufen. Es hat sich zufällig ergeben. Wenn ich wirklich das Haus kaufen will, dann werde ich ganz sicher einen Gutachter einschalten. Aber so weit ist es noch nicht.
Darüber hinaus bin ich kein Schnäppchenjäger, denn das Haus will ich nicht deshalb kaufen, weil es billig ist, Sondern das Haus will ich sozusagen kaufen wegen des Gartens.
Des Weiteren will ich erwähnen, das Haus ist keine Ruine. Es muss zwar viel gemacht, investiert und erneuert werden, aber das Haus zerfällt nicht auf der Stelle auseinander.
Des Weiteren hat das Haus 3 Stockwerke: Keller bzw. Kartoffelkeller (ich habe keine Ahnung, was das sein soll oder ob das gut/schlecht ist), 1 OG als Wohnraum und 2 OG als Schlafzimmer etc. Mein Ziel ist, die oberste Etage zu renovieren, sodass ich meinen Lebensraum habe, den Rest peu a peu erledigen, weil ich es nicht eilig habe.
Ferner will ich betonen, dass ich seit Jahrzehnten (männlich, 42 Jahre) in der Stadt, sogar im Zentrum wohne. Nach der Scheidung und turbulenten Beziehungen will ich auf dem Land meine Ruhe haben und ein neues Leben anfangen. Beruflich bin ich flexible, weil ich ggf. bundesweit jederzeit einen neuen Job finden kann. Ich will ohnehin meine Arbeitszeiten reduzieren und mich auf dem Landleben meiner Freizeit widmen.
Letzten Endes habe ich große Befürchtungen, wenn da was schiefgehen sollte, da ich keinen finanziellen Spielraum mehr habe. Das ist meine größte Sorge, weil ich dann nicht mehr Vollzeit arbeiten möchte. Ich bin leider handwerklich schlecht und habe zudem leider keine Freunde, die handwerklich begabt sind.
Ich meine, alles in Einem läuft alles ins Leere hinaus :frowning:
Vielen Dank und viele Grüße
Erwinus

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Überraschungsei
Hallo,

zwei Freundinnen haben Häuser gekauft.
Haus Nr. 1 ca 100 Jahre alt, Bauernhof.
Erste Überraschung, nicht nur neue Böden mussten rein ( das war dem Ehepaar klar) nö der ganze Unterboden war verfault.
Später stellte sich raus, es gibt diese Sperre gegen Feuchtigkeit nicht. Die Nässe zieht hoch, Schimmel im Bad

Zweite Freundin Haus Nr 2
aus den 70er Jahren
Flachdach, Wasser war schon fast vorprogrammiert von oben
inzwischen ist Spitzdach drauf.
Dann kamen die Wasserleitungen, ein Sieb. Sämtliche Böden wurden von unten durchwässert. Das konnte nicht mal ein Gutachter sehen.

Ich bin kein Bauexperte, das waren einfach life Berichte.

Gruß
Kati

Hallo!

Kartoffelkeller (ich habe keine Ahnung, was das sein soll oder ob das gut/schlecht ist),

Ein Kartoffelkeller, so wie ich das kenne, ist ein lichtloser, eher in gebückter Haltung betretbarer Raum mit gestampftem Boden, als Wohnfläche kannst Du den vergessen.
MfG
airblue21

Hallo!

Vieles wurde ja schon gesagt - hier meine Meinung:

Für 35.000 Eur ein tolles Grundstück von 700qm, da kann man eigentlich nichts verkehrt machen, wenn einem die Umgebung/Nachbarschaft/Infrastruktur zusagt. Ein überaus großes Glück, wenn man dazu ein Häuschen geschenkt bekommt, das einem für die eigenen Wohnbedürfnisse als ausreichend erscheint - mit neuem Dach (Deckung/Dachstuhl?), neuen Fenstern (samt Fensterbänken außen/innen? nach dem aktuellen Stand der Technik eingebaut?) … ein bischen renovieren.

Aber wenn man anfangen möchte zu renovieren, dann ist wirklich die Hauptfrage, ob Investitionen in das Häuschen überhaupt sinnvoll sind.
Also: wie gut ist die Bausubstanz? tragende Teile? Feuchtigkeitsisolierung? (Keller/aufsteigende Feuchtigkeit/Horizontalsperre) wie wird das Gebäude überhaupt beheizt?

Wo fängt man an/wo hört man auf mit den Renovierungen?
Bei Baujahr 1940er sind mit Sicherheit zu erneuern: Elektroinstallation, Frischwasser-/Abwasser-Installation samt Wasser-Hausanschluss, Heizungsinstallation/Heizungsanlage (sofern überhaupt vorhanden) - der ganze Installations-/Rohrleitungskram bringt natürlich Vor-/Folgearbeiten mit sich = Wände aufkloppen/Decken-Durchführungen schaffen und alles wieder verschliessen - aber der Putz dürfte nach >70 Jahren eh’ „aufgebraucht“/überaltert sein, d.h. wenn Du da einen Nagel in die Wand schlagen willst, könnten gleich ganze Placken abfallen oder größere Flächen absanden - ziemlich sicher hat man damals noch Kalkputz verbaut, der sich auch wieder „auffrischen“ lässt.
http://www.ib-rauch.de/tips/wandputz.html
Verputzt habe ich selbst schon Lehmputz, an Kalkputz traue ich mir nur Ausbesserungen zu - keine ganze Wandflächen - aber Handwerker die sich das noch ohne Tiefengrund+Gewebe zutrauen, finden sich leider nicht mehr ohne weiteres.

Dann sicher noch „alles was man sieht“ schön machen > Bodenbeläge, Türen/Zargen aufarbeiten, Decken/Wände, neuzeitliches Bad, Haustüre …
Mit ein, zwei ganz sicher kommenden kleinen Überraschungen sind ganz schnell mal 50.000-100.000 Euro dafür weg - je nachdem, wieviel man „eigenleisten“ kann/will.
Dafür bekommt man nie und nimmer ein neues Haus …
Allerdings sind die ganz grossen, üblen Überraschungen, die durchaus auch vorkommen können, dabei nicht einkalkuliert.

Ich selbst plane ich zusätzlich mit Kosten in Höhe von ca 30.000 EUR, ist das realistisch?

m.E.: NEIN, das ist völlig unrealistisch - aber es kommt halt total darauf an, was absolut zwingend renoviert werden muss und was man zusätzlich gerne renovieren möchte.
Dazu auch noch die Frage, ob man energetisch aufrüsten möchte oder ob man die gesetzlich verordneten Nachrüstpflichten der ENeV vielleicht sogar völlig ignorieren möchte - Stichworte: oberste Geschossdecke/Heizkessel (evtl. auch nur bis einem der Schornsteinfegermeister Heizkessel/Kamin zwangszweise stilllegt)
http://www.enev-online.com/enev_praxishilfen/verglei…

Befasse Dich vielleicht vorab mal mit der Lebensdauer von Bauteilen - hier eine recht einfache Aufstellung
http://www.baumarkt.de/nxs/267///baumarkt/schablone1…
Damit weisst Du zumindest mal, was alles so anstehen könnte - am Anfang des 2. Weltkrieges hat man ja glücklicherweise noch keinen Kunststoff/Asbest/Holzschutz gekannt und möglicherweise noch über ausreichend ordentliches Baumaterial verfügt.

Lies Dich mal durch Infos/Checklisten von Baujahrstypischen Schwachstellen an Häusern, z.B.
http://baupraxis.de/magazin/hausbau/lbs-baujahr-schw…
http://www.focus.de/immobilien/kaufen/tid-18077/haus…
http://www.bau-doch-selber.de/bautipps/baujahr-20er…
http://www.baumarkt.de/nxs/561///baumarkt/schablone1…
(und unzählige andere mehr)
Dann kannst Du schonmal besser abschätzen, was auf Dich zukommen könnte.

Aber bevor Du dann tatsächlich überhaupt einen Euro in das Häuschen steckst, hol Dir unbedingt noch fachlichen Rat! (Bausachverständiger/Architekt - die begutachten/beraten auch stundenweise)

Nebenbei, aber ganz wichtig: ist das Häuschen denn baunutzungsrechtlich überhaupt für dauerhaftes Wohnen zugelassen? (Baugenehmigungsunterlagen? Erschliessung?)

Ich habe in meinem Leben schon ein Fachwerkhaus von ~1800 saniert, ebenso ein Backsteingebäude von 1896, 1995 neu ein MFH in Holzständerbauweise gebaut (das Gebäude ist heute noch energetisch up-to-date). Inzwischen bin ich auf meinem Traum-Grundstück „angekommen“ und lebe glücklich in meinem frisch renovierten (und auch energetisch aufgerüsteten) Haus von 1967 umgeben von meinen alten Obstbäumen/Weinstöcken …
Ich wünsche Dir das gleiche Glück :smile:

Grüsse Rudi

Hallo,

wenns aber mal um 350.000 € für Haus
und Grund geht, wird einfach wild drauf los gekauft oder
gebaut…

ja nu’, wenn du noch eine Null streichst, hättest du den Preis, der im UP angegeben war. Nicht, dass man das Geld kopflos ausgeben sollte, aber es ist doch eine „etwas“ andere Größenordnung.

Gruß
Christa

Hallo zusammen,

tja, ich wollte heute mit dem Makler einen Besichtigungstermin vereinbaren. Er sagte, das Haus wurde heute mündlich verkauft, demnächst geht es um Formalitäten. Er bot mir trotzdem eine Besichtigung an, falls da irgendwas schief gehen sollte, was ich abgelehnt habe, denn das Haus befindet sich ca 70 km entfernt von meinem Wohnort. Die Mühe wollte ich mir ersparen. Allerdings hat er sich vorsorglich meine Daten vermerkt.

Ich hatte in dieser Situatioen 3 Freunde: Bei dem einen hat alles wunderbar geklappt, für wenig Geld hat er jetzt ein Schloss, bei dem anderen ist alles auch gut gegangen und bei dem letzten läuft alles außerplanmäßig, seit Jahren wie ein Faß ohne Boden, trotzdem gibt er sich zufrieden. Er meint, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat.

Ich dachte, für das Geld mache ich wenig falsch. Hier in der Stadt zahle ich ca 500 EUR für eine kleine Wohnung (aber für hiesige Verhältnisse sehr günstig). Jeden Abend wache ich zwischendurch 2 mal wegen Lärm auf. Manchmal sind das Besoffene, manchmal ein lauter Nachbar, manchmal Hupen von Autos, manchmal Türknall. manchmal Ehestreit usw. Früher habe ich solche Sachen gar nicht mitbekommen. Ich denke, inzwischen bin ich überempfindlich geworden und suche daher eine Lösung. Hinzu kommen die Probleme, die ich schon mal beschrieben habe.

Nach meiner Rechnung zahle ich in ca 15 Jahren 90.000 EUR an Miete. Das Geld wollte ich in ein Haus investieren und ein neues Leben anfangen. Ob mein Vorhaben wie geplant aufgehen könnte, weiss ich natürlich nicht.

Ich bleibe aber weiterhin am Ball :smile: Mal sehen, was sich dabei ergibt.
Schönes Wochenende,
Erwinus

Ich hätte eine Frage:
Welche Baumaßnahmen sind gesetzlich verpflichtend? Welche Arbeiten müssen aufrund bautechnischer Vorschriften zwingend durchgeführt und abgenommen werden? Ich meine z.B., Kaminschau, Energieausweis, Heizkessel etc.? Gibt es evtl. neue Vorschriften, wodurch diese Maßnahmen/Abnahmen verschärft oder neue eingeführt werden?
Darüber hinaus mit welchen Fixkosten rechnet man als Hauseigentümer? Ich kenne z.B. Grundsteuer, Kaminkehrer, Müll- Abwassergebühren? Was gibt es sonst noch?
Danke und Grüße,
Erwinus

Hallo,

Darüber hinaus mit welchen Fixkosten rechnet man als
Hauseigentümer? Ich kenne z.B. Grundsteuer, Kaminkehrer, Müll-
Abwassergebühren? Was gibt es sonst noch?

Strom und Wasser, ggf. Gas oder Öl, kommen auch noch dazu. Dann die Wohngebäudeversicherung (anscheinend nur noch verpflichtend, wenn die Bank darauf besteht). Mehr fällt mir gerade nicht ein.

Gruß
Christa

Moin,

Darüber hinaus mit welchen Fixkosten rechnet man als
Hauseigentümer?

sicher nicht alle für Dich zutreffend, und wohl auch nicht komplett, aber recht umfangreich

http://www.gesetze-im-internet.de/betrkv/__2.html

Gandalf

Hallo

Der Abschluss einer Gebäudefeuerversicherung war früher tatsächlich mal gesetzlich vorgeschrieben - das ist definitiv entfallen.

Was neben den normalen Betriebskosten noch kommen kann - aber durchaus große Posten sein können:
Erschliessungsbeträge und Strassenausbaubeträge > ob alle Erschliessungsbeträge gezahlt sind bzw. wie die Strassenausbaubeiträge örtlich geregelt sind und welche Massnahmen in den nächsten Jahren geplant sind, erfährt man auf der Gemeinde
http://de.wikipedia.org/wiki/Stra%C3%9Fenbaubeitrag
http://www.erwin-ruff.de/strassenbeitrag.html

nachrüstpflichten ENeV 2014
http://www.zuhause.de/enev-2014-vorschriften-fuer-ne…
http://www.enev-online.com/enev_praxishilfen/verglei…
http://www.energie-fachberater.de/news/enev-2014-nac…
http://www2.haus-und-grund.com/enev2014.html
Kurz sind das: alte Heizkessel = Austauschpflicht, Dämmpflicht oberste Geschossdecke und Rohrleitungen

Energieausweis ist für den Privatnutzer nicht vorgeschrieben, muss allerdings laut Gesetz vom Verkäufer dem Käufer ausgehändigt werden.

Grüsse Rudi

Den Schnapp des Lebens vergeit…
Hei.

War leider en paar tage offline, sonst hätt ich mich früher gemeldet - denn ich seh das völlig anders als hier der allgemeine Tenor ist - und spiel jetzt mal den Advocatus Diaboli.

Un um dieser meiner Meinung angemessen Nachdruck zu verleihen:
Du bist ein Depp.

Ist nicht persönlich gemeint - nur um das folgende zu unterstreichen.

Bei so einem Angebot wär ich dreissig Sekunden später ins Auto gehüpft und hätt mir die Bude angesehen - und - so das keine völlige Bruchbude ist - noch am gleichen Tag eine Kaufzusage erteilt.
Wieso?

Wenn ich das richtig verstanden habe, bezahlst du derzeit 500 Euro Miete.
Damit hättest du das Ding selbst bei einer 100% Finanzierung bei marktüblichen Zinsen von 2% in weniger als 6 1/2 Jahren abbezahlt. Okay, das ist vermutlich eine Milchmädchen-Rechnung, weil du länger/weiter zur Arbeit brauchst, also mehr Geld für Benzin ausgibst, und die Nebenkosten vermutlich höher sind - aber dafür hast du ein Haus! Keine Nachbarn, also Ruhe. Kannst machen, was du willst, ohne anderen auf den Sack zu gehen. Und hast einen großen Garten.

Selbst wenn du an der Hütte nichts oder nur das allernötigste machst, einfach nur einziehst und es dir gutgehen lässt und das Haus ansonsten langsam verfallen lässt, bist du nach 7 Jahren schon im Plus!

Ich sehe da zwei denkbare (Extrem)-Szenarien.

  1. Wie schon beschrieben einfach einziehen und (fast) nichts machen. Wenn ich lese, das das Haus ein ordentliches Dach und neue Fenster hat, bin ich mir schon ziemlich sicher das der Restzustand nicht völlig hoffungslos ist, das es diese Zeit allemal durchhält. Es muss ja kein Palast sein, auch in einem Hexenhäuschen kann man prima wohnen. Wenn alles abbezahlt ist, nimmt man einen neuen Kredit auf und kann dann auf dem schon bezahlten Grundstück ein neues Haus bauen. Wenn das Grundstück das her gibt, kann man das sogar an einer anderen Stelle errichten und solange im alten Haus weiterwohnen. Und das nach Fertigstellung und Umzug abreissen - oder nur bis auf die Grundmauern niederreisen und eine Garage oder Hobbyraum draus machen.

  2. Oder wie von dir angedacht sanieren. Und im Gegensatz zu den Unkenrufern hier halte ich die von dir eingeplanten 30.000 - unter der Vorraussetzung, das du handwerklich begabt bist und dir Zeit nehmen willst (und kannst) - für durchaus machbar.

Und zwar aus eigener Erfahrung:

Ich hab mir eine alte Sparkasse gekauft und baue die nach und nach zu meinem „Traumhaus“ um. Und das ist noch um einges härter als bei dir, weil Sparkassen ja weder Badezimmer noch Küchen haben. Ich muss neben der kompletten Gas-, Wasser-, Abwasser- und Strominstallation auch alle Fenster erneuern, außerdem will ich überall Fußbodenheizung haben, also Estrich raus und auch komplett neu.
Ich hab gerade grob Halbzeit und meine Ausgaben stehen bei knapp über 14.000 - 30.000 ist also durchaus realistisch - wenn man fast alles selber macht. Okay, ich arbeite auch seit fünf Jahren an dem Projekt, allerdings nicht Vollzeit, sondern nur, wenn ich Lust dazu habe. Ich hab aber auch keine Familie, die Druck macht und kein Problem damit, einige Jahre im Prinzip auf einer Baustelle zu wohnen. Ich lebe ganz normal, das einizige, was sich geändert hat, ich fahr nicht mehr in Urlaub, die Zeit baue ich lieber irgendwas. Und nur um das klarzustellen: ich bin studierter Chemiker, der eigentlich von dem ganze Zeug keine Ahnung hat. Aber ich bin bereit, mich überall einzulesen - und man findet im Netzt alles, wirklich alles - und auch hier im Bord hat man mir vielfach weitergeholfen. Und witzigerweise kann ich einiges von dem, was ich dabei gelernt habe, tatsächlich sogar in meinem Beruf anwenden.

Klar, wenn man die Arbeitszeit in Geld rechnet, kommen Handwerker auch nicht viel teurer. Aber sollte man das? Was machst du denn sonst so in deiner Freizeit? Wär etwas Bauen nicht vieleicht auch ein tolles Hobby? Mir macht das Bauen die meiste Zeit richtig Spass, und ich kann voller Stolz sagen: Hab ich alles selbst gemacht!
Und ganz ehrlich, ich bin nicht der einzige in meinem Bekanntenkreis, der baut/saniert. Was wir von Handwerkern schon an Pfusch gesehen haben… das kann ich allemal.

Der ganze Trick dabei ist:
eBay!
Täglich stellen Dutzende von Häuslebauern die ganzen Reste und Fehlkäufe von ihren Bauprojekten bei eBay ein. Mit etwas Planung, Geduld und einer Sniper-Software kann man 80% des benötigten Baumaterials auf eBay für den sprichwörtlichen Appel und 'n Ei erbeuten. Ich hab den Toilettentrakt der Sparkasse komplett entkernt und mir da ein schönes Badezimmer gebaut. Mit bodentiefer Duschtasse (45€) mit Kristallverglasung (120€), riesiger Doppelbadewanne (160€ plus 200km Abhol-Fahrt), wandhängendem Klo (1€ (!!)), bildschönem Waschtisch (128 €, Sofortkauf wäre 2400 € gewesen (!!)), Fußbodenheizung, zwei extrabreiten Handtuchheizkörpern, Fliesen mit Bordüre aus Mosaik, LED-Beleuchtung, sämtlichen Installationen und Armaturen sowie neuem Iso-Fenster mit Schallschutzverglasung hat mich das knapp unter 2000 Euro gekostet - ich kenn Leute, die haben mehr für ihre Badewanne mit Zubehör bezahlt.

Ich persönlich hätte das Haus gekauft, wär erst mal eingezogen und hätte mir ein Jahr Zeit für die weitere Entscheidung und Planung genommen. Letztlich: was hast du zu verlieren? Das Geld ist ja nicht weg, du besitzt ein Grundstück. Schlimmstenfalls kannst du es nach einigen Jahren für plus minus das Gleiche wieder verkaufen.

Aus der Sicht eines begeisterten Heimwerkers:
Du hast dir da den Schnapp deines Lebens durch die Finger gleiten lassen.
Solltest du nochmal zu so einer Gelegenheit kommen: Schneller ansehen, schneller nachdenken - und ggf. vorher schon mal ein paar Finanzierungsszenarien durchspielen, damit man vorher weiß, was machbar ist.

lg, mabuse