Hauswert zu hoch geschätzt, Schrott?

Hallo,

wir haben 2003 unser Haus neu finanziert! Unsere Schulden derzeit 200000 Euro. Das Haus wurde in 2003 von der Bausparkasse auf 245.000 Euro geschätzt. Mittlerweile hatten wir drei Gutachter in unserem Haus und alle drei haben das Haus zwischen 140000 und 150000 Euro geschätzt.

Wie kann das denn sein? Das bedeute wir haben 100000 Euro zuviel aufnehmen dürfen? Was ist wenn wir jetzt Zahlungsunfähig werden, z.b. durch Krankheit? Ich verkaufe das HAus und habe 50000 Euro Schulden???

Kann man da rechtliche Schritte gegen die Bausparkasse einleiten oder gar einen Vergleich. Die Belastungen sind sehr hoch und wir quälen uns sehr, dachten schon an eine private Insolvenz.

Das Haus ist ein Bungalow, L-Förmig, Blechdach und Eternitdach, ein Stromhäuschen steht mitten im Garten, rundum Grenzbebauung und mein Vater hat den Nießbrauch. Kein wärmegedämmtes Dach, Ölheizung 25 JAhre alt, halb unterkellert.

Welche Möglichkeiten haben wir , von diesem Schuldenberg runterzukommen? Danke schon heute für gute Tipps.

Gruß Ronald

Moin,
es gibt so einiges was ich hier nicht verstehe:
Was hat die Bausparkasse mit dem Kaufpreis zu tun, normalerweise ist eine Sparkasse ein Finanzierer des geforderten Kaufpreises. Oder war die BSparkasse auch der Verkäufer?
Warum lies man das Haus vor dem Kauf nicht von einem unabhägigen Gutachter schätzten?
Wieso hat man das Haus hinterher mehrfach schätzen lassen? Das kostet doch auch Geld, oder waren das selbst ernannte Spezialgutachter?

Aus der Sicht des Verkäufers: Jeden Morgen steht ein Dummer auf, man muss ihn nur finden.
Aus der Sicht des Käufers: Klar ist der Sprit an der Tankstelle 17 Ecken weiter 1Ct billiger, da bin ich informiert…

vnA

Hallo,

die Bausparkasse könnt ihr nicht haftbar machen. Wie das Wort schon sagt haben sie damals den Wert geschätzt und nicht garantiert.
Es nützt einem ohnehin keine Schätzung wenn niemand das Haus zu dem Preis kaufen will.
Die Schätzung bezog sich auch auf das Jahr 2003. Inzwischen hat sich auch einiges geändert. Eine schlechte Wärmedämmung zum Beispiel wird bei den stark gestiegenen Energiepreisen heute wesntlich negativer auf den Gebäudewert auswirken wie noch 2003.
Allgmein sind in vielen Regionen die Immobilenpreise auch deutlich gesunken.

Gruß elmore

Hallo,

Was hat die Bausparkasse mit dem Kaufpreis zu tun,
normalerweise ist eine Sparkasse ein Finanzierer des
geforderten Kaufpreises. Oder war die BSparkasse auch der
Verkäufer?

die Bausparkasse dürfte eigentlich kein Interesse haben, einen überteuerten Kaufpreis zu finanzieren, weil sie dann keine Sicherheit hat, bei einer Zwangsversteigerung genug von ihrem Geld zurückzubekommen.

Ich nehme mal an, dass sie deswegen den Wert damals geschätzt hat. Vielleicht ist dabei etwas schief gegangen (Wurden die Belastungen - Nießbrauch, Leitungsrecht - damals „vergessen“?), vielleicht wurde der Wert auch nachträglich gemindert (Nießbrauch nachträglich eingeräumt?).

Ein Nießbrauch ist mehr oder weniger die Entwertung jeder Immobilie, weil ein potenzieller Käufer für viele Jahre (wie lange, weiß er nicht mal genau) keine Erträge hat, aber trotzdem für die Instandhaltung muss.

Wenn die letzten Wertgutachten professionell gemacht wurden, dann muss eindeutig daraus hervorgehen, um wieviel der Nießbrauch den Wert mindert. Vielleicht gibt es die Möglichkeit, den Nießbrauch aufzuheben. Der Vater dürfte auch kein Interesse daran haben, die Familie zu ruinieren.

Gruß

Hallo Ronald,

Das Haus wurde in 2003 von der
Bausparkasse auf 245.000 Euro geschätzt. Mittlerweile hatten
wir drei Gutachter in unserem Haus und alle drei haben das
Haus zwischen 140000 und 150000 Euro geschätzt.

Als wir unser Haus vor etlichen Jahren kauften, hab wir einen Preis X gezahlt.
Im Rahmen meiner Scheidung wurde ein Wertgutachten eines vereidigten Sachverständigen angefertigt. Meine Ex hatte sich schon einen groben Preis (Kaufpreis x + ins Haus gesteckte Summe y - Restschulden z dividiert durch zwei) ausgerechnet und war bass erstaunt, daß eine weit geringere Summe herauskam.
Begründung: Preisentwicklung des Immobilienmarktes an dieser Örtlichkeit , aber auch allgemein. Zudem kann man den Betrag y auch nicht 1:1 einrechnen.
Mir kams entgegen, weil ich so weniger Geld zahlen mußte.

Ich verkaufe das
Haus und habe 50000 Euro Schulden???

Das kann durchaus passieren, Markt eben oder Lebensrisiko.

Kann man da rechtliche Schritte gegen die Bausparkasse
einleiten oder gar einen Vergleich. Die Belastungen sind sehr
hoch und wir quälen uns sehr, dachten schon an eine private
Insolvenz.

Da wird mit großer Sicherheit nichts bei rumkommen.
Euch war das Haus damals so viel wert wie ihr bezahlt habt. Was hat die Bank mit dieser Einschätzung zu tun?
Ihr seid erwachsene Menschen und geschäftsfähig. Über die Höhe der Raten ward ihr euch (hoffentlich) vor dem Kauf im Klaren.

Welche Möglichkeiten haben wir , von diesem Schuldenberg
runterzukommen? Danke schon heute für gute Tipps.

Blöde gesagt, weiter abtragen, oder wie schon erwähnt die Private Insolvent, aber das wäre die wohl schlechteste Lösung.

Gandalf

Moin, Ronald,

das ist die Immobilienblase im Kleinen, nichts anderes ist in den USA passiert: Die Immobilienpreise rauschen in den Keller, die Schulden bleiben stehen.

Der Kreditgeber hat, genau wie Ihr, darauf vertraut, dass der Wert der Immobilie zumindest nicht fällt, sonst hätte er das Haus nicht als Sicherheit angesehen. Wenn Ihr nun eine private Insolvenz hinlegt, ist er sein Geld genauso los wie Ihr das Haus.

Das Haus ist zwar kein Schrott, aber immer ( immer! ) nur soviel wert, wie ein Käufer dafür auf den Tisch legt. Such Dir einen, der Deine Preisvorstellung bedient, und Du bist aus dem Schneider.

Gruß Ralf

Wie wäre es denn mit einem Vergleich. Ich meine, wenn wir in die Inso gehen, dass Haus lange in der Zwangsversteigerung steht, bekommt die Bank doch sowieso nix mehr. dann ist es doch besser jetzt 50000 nnachzulassen, seitens der Bank (Bausparkasse)? ODER, träum ich?

Gruß Heike

Wie wäre es denn mit einem Vergleich. Ich meine, wenn wir in
die Inso gehen, dass Haus lange in der Zwangsversteigerung
steht, bekommt die Bank doch sowieso nix mehr. dann ist es
doch besser jetzt 50000 nnachzulassen, seitens der Bank
(Bausparkasse)? ODER, träum ich?

Ja, offenbar. Aus Deiner Schilderung geht nicht hervor, wieso Du die Bank/Bausparkasse für Euren Schuldenstand verantwortlich machst. Was Du erwartest ist mit anderen Worten beschrieben, dass die Bank Euch 50.000 € schenkt oder Ihr Insolvenz anmeldet. Dass die Bank „sowieso nix mehr“ aus der ZV bekommt, ist auch noch nicht gesagt. Also mit der Argumentation werdet Ihr bei der Bank nicht durchkommen.

Ja, offenbar. Aus Deiner Schilderung geht nicht hervor, wieso
Du die Bank/Bausparkasse für Euren Schuldenstand
verantwortlich machst.

Weil wir der Meinung sind, dass das Haus viel zu hoch geschätzt wurde, die Idee kam vom letzten Gutachter. Auch die Wirtschaftskrise erklärt nicht 100000 Euro differenz.

Was Du erwartest ist mit anderen Worten

beschrieben, dass die Bank Euch 50.000 € schenkt oder Ihr
Insolvenz anmeldet. Najaa schenken. Ich seh das nicht so. DDas Haus ist 150000 Euro Wert, naach Zwangsversteigerung durch alle Instanzen, dda dieses Haus keiner bewohnen will (Da L–förmig gebaut, stromhaus etc.) Gehts vielleicht zum Grundstückswert von 100000 Euro weg. Da macht doch die Bank einen Verlust von 100000 Euro (200TE finanziert)

Dass die Bank „sowieso nix mehr“ aus der

ZV bekommt, ist auch noch nicht gesagt. Also mit der
Argumentation werdet Ihr bei der Bank nicht durchkommen.

Ich werde es versuchen.

Danke

Gruß Heike

Moin,

Weil wir der Meinung sind, dass das Haus viel zu hoch
geschätzt wurde, die Idee kam vom letzten Gutachter. Auch die
Wirtschaftskrise erklärt nicht 100000 Euro differenz.

Wann wurde denn dieser Niesbrauch eingetragen? Mit dem Kauf,nach dem Kauf oder bestand der schon, als ihr das Haus gekauft habt?

Meine ganz ehrliche Meinung: ein Niesbrauch kann schonmal eine sehr hohe Wertminderung erklären.

Gruß
Marion

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Weil wir der Meinung sind, dass das Haus viel zu hoch
geschätzt wurde,

Was hat das mit Euren Schulden zu tun ? Wenn Ihr ein Haus zu einem überhöhten Preis kauft, ist das Euer Problem, nicht das der Bank. Die Bank ermittelt einen Beleihungswert, aber der verpflichtet den Käufer zu nichts.

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Hallo,
ich lese, der Wert der Immobilie ist heute geringer als 2003 die Bausparkasse finanziert hat. Die Raten quaelen Euch.

Wo ist das Problem?
Die Schaetzung? Vergangenheit. Der Kredit? Der Wert? Ist Vergangenheit oder nicht zu aendern. Den Niessbrauch rausnehmen? Selbst wenn der Wert dann steigt, waere es fuer die Schuldensituation egal.
Die Rate?
Bausparkredite haben meist hohe Tilgungsleistungen bei kurzen Laufzeiten, im Vergleich zur Hypothek. Vlt kann eine Umschuldung auf eine Hypothek die Monatsrate reduzieren, bei geringerer Tilgung allerdings, dabei laengerer Zinszahlung und mehr Zinsen, die sich vertraeglicher auf mehr Jahre verteilen.
Ein unabhaengiger Finanzierungsberater kann Varianten durchrechnen und Wege aufzeigen.
Gruss Helmut

Ja genau, die Bausparkasse ermittelt einen Beleihungswert. Da darf doch sowas nicht passieren, das die Bank dir 100.000 Euro mehr Geld gibt wie das es Wert ist? Ist doch nicht normal, finde ich! Da war damals einer von der Bausparkasse da und hat sich das HAus angeschaut.

Der Nießbrauch war vor der Finanzierung.

Ich hoffe, das sich der Anwalt bald meldet. Ich werde Euch berichten, was der mir erzählt.

Gruß Heike

Hallo Heike,

ein Mitarbeiter einer Bausparkasse ist in der Regel Vermittler von Finanzdienstleistungen und kein Bausachvertändiger oder Architekt. Ihr hattet da wohl falsche Vorstellungen was Qualität und Wert dieser Schätzung angeht.
Ich fürchte ein Anwalt wird euch kaum weiterhelfen können.

Ein Verkauf mit Niesbrauch, alter Heiztechnik und schlechter Wärmedämmung, nur Teilunterklellerung usw. erscheint mir schlicht unmöglich, da wird nicht mal jemand den untersten Schätzwert für bieten.

Gruß elmore

Ja genau, die Bausparkasse ermittelt einen Beleihungswert. Da
darf doch sowas nicht passieren, das die Bank dir 100.000 Euro
mehr Geld gibt wie das es Wert ist? Ist doch nicht normal,
finde ich! Da war damals einer von der Bausparkasse da und hat
sich das HAus angeschaut.

Hallo Heike,

warum darf das nicht passieren? Wenn eine Bank dir einen Kredit geben möchte und du ihn haben willst, warum sollte sie es nicht tun? Es ist doch ihr Risiko und ihr Geschäft.

Als ich mich mal mit Baufinanzierung beschäftigt hatte und mir mal ausrechnen ließ, wieviel ich aufnehmen könnte, habe ich bei dem entstandenen Betrag herzlich gelacht und später ca. 20 % davon aufgenommen. Banken wollen Kredite verkaufen. Es sind keine wohlmeinenden Eltern, die einen vor Fehlern bewahren wollen. Die Bank hat damals geglaubt, sie würde entweder das Geld von dir zurückbekommen oder durch eine Zwangsversteigerung soviel erzielen, dass sie bereit ist, das Zahlungsausfall-Risiko auf sich zu nehmen.

Du selbst bist dafür verantwortlich, wieviel Geld du dir leihst. Die Bank muss und wird dafür sorgen, dass sie ihr Geld wiedersieht. So oder so.

Mein Vorschlag an dich: Ignoriere das Gutachten. Verwende das Haus so, wie du es 2003 geplant hast und tilge dein Darlehen. Du hast doch dein Haus und genau die Belastung, die du dir selbst zugemutet hast. Es ist doch egal, wie hoch das Haus eingeschätzt wird, solange es nicht den Besitzer wechselt.

Weltweit gibt es Millionen von Häusern, die heute weniger wert sind als vor ein paar Jahren. Aber was soll’s? Es ist ein Haus, man kann darin wohnen und man bezahlt dafür.

Mieter zahlen jetzt auch nicht plötzlich weniger, nur weil ihre Wohnungen rechnerisch heute weniger wert sind, als 2 Jahre vorher.

Viele Grüße

Anne

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darf doch sowas nicht passieren, das die Bank dir 100.000 Euro
mehr Geld gibt wie das es Wert ist? Ist doch nicht normal,

… wer hat den Kredit den beantragt und den Darlehensvertrag unterschrieben ? Ich weiß ehrlich gsagt noch immer nicht worauf Du hinauswillst. Wenn Du der Bank/Bausparkasse einen überteuerten Verkauf vorwerfen willst, wirst du Dich fragen lassen müssen, warum Du erst nach dem Kauf Gutachten eingeholt hast.

Leider scheint es inzwischen Gang und Gäbe bei Bausparkassen, Banken und deren Immobilienabteilungen etc. zu sein/werden, Immobilien viel zu hoch zu bewerten um so hohe Verkaufspreise oder Finanzierungen zu ermöglichen.

Früher mussten Häuser von vereidigten Bausachverständigen taxiert werden, heute machen das die Mitarbeiter der Immobilienabteilung der Bank.

Schlimm wird es, wenn ein Objekt in die ZV kommt. Dann puscht die Bank den Zeitwert extrem hoch um bestens rauszukommen. Ein solcher Fall wird derzeit durch uns für ca. 40.000 EUR saniert. (Siehe auch unsere Homepage)

Unser Tipp:
Anwalt einschalten - hierzu ist nicht immer eine Rechtsschutzversicherung notwendig. Unter bestimmten Vorraussetzungen übernimmt auch der Staat EURE Anwalts- und Gerichtskosten.

Hallo Nordlicht,

vielleicht kann ich das nicht richtig rüberbringen. Ich erklärte doch schon in eimem Thread weiter oben, dass wir das Haus in 2003 neu finanziert haben! Der Darlehnsgeber ist eine Bausparkasse. Das Haus wurde damals von einem Gutachter geschätzt! Und 2008 hat ein Imobilienmakler das HAus bewertet, dann haben wir noch einen Bekannten der ebenfalls Gutachter ist, der dieses Haus auch bewertet hat und der als Zweiter meinte, wir sollten das unbedingt abklären, das Haus wäre definitiv zu hoch bewertet worden seitens der Bausparkasse. Was verstehst du denn daran nicht?
Ich habe das weiter oben auch schon gesagt, das wir eine Vergleich anstreben wollen, mit Hilfe eines Anwalts. Evtl. eine Neufinanzierung erreichen wodurch wir weniger Tilgung im Monat zahlen, irgendetwas was es uns ermöglich das HAus noch weitere

Wir wollten einfach mal Eure Meinungen hier dazu hören. Nordlicht, ich hoffe ich konnte alle Unklarheiten beseitigen?

Lieben Gruß Heike

Hallo Anne,

wir würden das HAus gerne behalten,wir wohnen gerne hier. Aber ich habe Angst das wir es nicht schaffen. Wenn mein Vater heute nicht mehr mitzahlt, schaffen wir das auch nicht. Deshalb möchte ich irgendwdas versuchen um die Raten zu drücken, wenn nicht heute vielleicht in ein paar Jahren. Ich habe echt null Ahnung. Nur eins weiß ich das wir es so nicht lange durchhalten.

Gruß Heike

Genau so sehen wir es auch. Dieses Haus ist Quasi unverkäuflich! Wobei ich denke wenn es hart auf hart käme, würde es einer für denGrundstückspreis kaufen, der immerhin bei 90.000 Euro liegt. Der reißt dann die Hütte hier ab und stellt zwei schnuckelige Doppelhaushälften drauf und gut ist. Oder nicht?

Aber da es mein Elternhaus ist, wohne ich schon gerne hier. Mein Mann auch. Die Lage ist halt einzigartig. 5 min zur Stadtmitte zu Fuß, und und zu 3 Seiten hin Wald und Wiesen.

Wir können keine Rücklagen bilden und wissen so nicht wie wir da Haus Instand halten können, dass ist das Problem. Als wir damals abgeschlossen haben, haben wir noch mehr verdient.

Gruß Heike