Heikel: Juden, ich und 'meine' Vergangenheit

Hallo Forum,

ich will ja nicht im Dreck wühlen, doch mich regt in der letzten Zeit immer mehr auf, dass ich als wirklich unbescholtener, friedliebender Bürger immer wieder mit der Nase auf die NS-Vergangenheit Deutschlands gestoßen werde. Wenn hier einer was sagt, wenn da einer ein Flugblatt herausgibt, wenn dort jemand einen Judenwitz macht, wenn - wie im Augenblick - ein bekannter Jude in einen „Skandal“, als den ich Friedmanns Affäre übrigens überhaupt nicht empfinde, verwickelt ist, wenn sonst irgendwas passiert, jedes Mal meldet sich irgend ein Kopf vom Zentralrat der Juden in Deutschland und haut mir mit einer nahezu beleidigenden Selbstsicherheit schon wieder auf die Finger. Wie einem kleinen Kind wird mir immer wieder unterschwellig suggeriert, dass ich selbst mit den unglaublichen Gräueltaten der NS-Zeit in Verbindung stehe und ich bekomme schon fast Schuldgefühle. Das bringt mich irgendwann noch zur Weißglut. Ich kann es einfach nicht mehr hören!!! Was zum Teufel habe ich damit zu tun?Soll mich doch die Judengemeinde einfach nur in Ruhe lassen!!! Ich empfinde die Haltung der Vertreter der Juden einfach nur als völlig überzogen. Mir ist egal, ob jemand Chinese, Indianer, Afrikaner, Deutscher, Jude, Mohammedaner, Buddist, Christ, Frau, Mann, Kind, Alkoholiker, Bergmann, Polizist oder Laubsammler ist. Alle sind für mich gleich und ich umgebe mich gerne mit Menschen unterschiedlichster Herkunft, Religion und Hautfarbe etc. Mir ist genauso egal, wer was über wen erzählt (so lange es nicht beleidigend und separatistisch ist) und wer welche Witze über wen macht. Ich lache einfach mit, auch wenn ich selbst mal Thema des Witzes bin. Aber immer wieder kommt da jemand mit erhobenem Zeigefinger wie aus dem Nichts und sagt mir: „Na na na, du kleiner böser Junge, aber nicht mit uns Juden!“ Mich regt das auf! Es nervt mich zu Tode! Wenn sich jede Gruppe, über die geredet und getratscht wird und Witze gemacht werden, sich so penetrant und persistierend zu Wort melden würden wie der Zentralrat, dann wäre es schon bald besser, einfach nur den Mund zu halten. Man kann es auch übertreiben. Und wenn man dann einfach nur seine Meinung sagen will, wird man dann auch noch schief angesehen. Und vor lauter Zurückhaltung und Pietät platzt einem dann irgendwann der Kragen. Nicht dass ich jetzt falsch verstanden werde: Ich trauere mit den Millionen von Angehörigen, die Ihre Nächsten während des „Dritten Reichs“ verloren haben und ich verurteile das unvorstellbare Leiden und den Tod so vieler Juden im Holocaust von ganzem Herzen. Aber mit welchem Recht wird mir repetitiv eine Mitschuld suggeriert!? Ich sage: mit keinem. Ich bin wohl der Meinung, dass man aud der Geschichte lernen muss, um zu vermeiden, dass bereits gemachte Fehler sich wiederholen und es ist die Aufgabe der Eltern, der Erzieher, der Schulen, der Politik etc. und auch von jedem selbst, das Gelernte umzusetzen, doch mit seiner Sonderstellung und seinem Im-Dreck-Wühlen erreicht doch der Zentralrat auf Dauer einfach nur das Gegenteil von dem, was er eigentlich erreichen will. Lasst doch die Geschichte einfach einmal ruhen! Gebt doch den Toten die Ruhe, die sie verdient haben und benutzt sie nicht ständig als politisches Druckmittel! Und wie schon Shakespeare sagt: „Confusion’s cure lives not in these confusions.“

Gruß

Heiliger Bimbam

Hi Heiliger Bimbam,

während ohne Ende den großen Deutschen wie Goethe, Schiller usw. gedacht wird, sie in den
Rang einer nationalen Institution erhoben werden und zum „Urdeutschen“ deklariert werden, will
man die Zeit von 1933 - 1945 natürlich lieber „ruhen“ lassen wie Du so schön sagst.
Kann ich verstehen! Aber Du bist nun mal als Deutscher geboren und hast die Geschichte dieses
Landes zu akzeptieren! UND die besondere Verantwortung die Du als Deutscher im Umgang mit
Menschen hast die den Holocaust noch persönlich erlebt haben (davon gibt es noch reichlich). Im
Namen des Nationalsozialismus sind seit 1990 in Deutschland laut Verfassungschutzbericht 130
Menschen ermordet worden. NS-Gedankengut ist also Teil der Gesellschaft und es ist verdammt
noch mal das Recht eines jeden einzelnen aber auch jeder Institution, insbesondere des ZdJ,
dagegen vorzugehen.
Außerdem kann ich Deine Haltung dem ZdJ nicht ganz verstehen. Spiegel (der seine gesamte
Familie verlor) ist doch ein unglaublich zurückhaltender Mensch. Du liest mehr von Vollidioten wie
Beckenbauer in der Zeitung als von Spiegel. Die Juden die ich persönlich kenne sind übrigens
ziemlich locker drauf. Mit denen kann man auch schon mal einen Witz über ihre Religion machen.
Egal, jedenfalls empfinde ich, der ich mich als Deutscher fühle, schon eine unglaubliche Wut über
die Vorgänge im Dritten Reich und eine tiefe Scham über großflächige Unterstützung der Nazis
während dieser Zeit. Insbesondere der latente Antisemitismus hierzulande macht mir Angst und
deshalb bin ich Stolz darauf, dass viele Menschen hier die Geschichte nicht totzuschweigen
versuchen, sondern im Gegenteil auf Misstände aufmerksam machen. Auch wenn das Menschen
wie Dich stört.

Gruß
Tom

Ein Anonymus?
Mutig, mutig lieber Bimbam!

Über den ZdJ schimpfen (ich mag einiges an Spiegel und Friedman auch nicht), aber immer schön anonym bleiben. Siehe Deine Visitenkarte.

Wat denn, keinen Arsch in der Hose? So jemand gehört aber dann nicht zu w-w-w, sondern ins Forum der anonymen Judenhasser…

Sehr gut, Tom! o.w.T.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Außerdem kann ich Deine Haltung dem ZdJ nicht ganz verstehen.
Spiegel (der seine gesamte

mit Verlaub, aber Du scheinst Herrn Spiegel nur von dessen Äußerungen in den Medien zu kennen. Wenn Du diesen Ausschnitt betrachtest, magst Du recht haben. Die Äußerungen über Herrn Spiegel von denjenigen, die ihn kennengelernt haben, fallen jedoch in der Mehrzahl - höflich ausgedrückt - anders aus.

Der wesentliche Unterschied zwischen Friedman und Spiegel ist, daß der eine seine schlechten Charakterzüge soweit kulitiviert hat, daß er sie quasi als Markenzeichen für seine TV-Auftritte verwendet.

Gruß
Christian

Hi!

mit Verlaub, aber Du scheinst Herrn Spiegel nur von dessen
Äußerungen in den Medien zu kennen. Wenn Du diesen Ausschnitt
betrachtest, magst Du recht haben. Die Äußerungen über Herrn
Spiegel von denjenigen, die ihn kennengelernt haben, fallen
jedoch in der Mehrzahl - höflich ausgedrückt - anders aus.

Natürlich kenne ich ihn nur aus den Medien. Genau wie jeden anderen Menschen über den hier
im Brett diskutiert wird. Darf ich mir aus diesem Grund keine Meinung erlauben?

Witzig finde ich folgendes: Ausser Spiegel und Friedmann kennt so gut wie niemad hier einen
Prominenten jüdischen Glaubens. Trotzdem wird Friedmann der „jüdischen Hetze“ beschuldigt.
Leider gilt auch heute noch: Die schlechten Taten eines Christen fallen auf ihn selbst zurück, die
schlechten Taten eines Judens auf alle seines Glaubens.

Warum spielt bei Friedmann die Religion eigentlich eine so große Rolle? Warum wird er „der Jude
Friedmann“ genannt während kein Mensch auf die Idee kommen würde vom Katholiken Stoiber zu
sprechen? Die Antwort ist, dass der Antisemitismus immer noch weit in unserer Gesellschaft
verankert ist. Antisemit ist man nicht erst, wenn man Juden verbal oder körperlich attackiert, es
fängt schon mit den kleinen Dingen an. Allein der Glaube „die“ (man beachte auch die
Pauschalisierung die in solchen Aussagen steckt) Juden seien irgendwie anders ist schon
antisemitisch, genau wie der Glaube die Schwarzen seien anders rassistisch ist.
Es reicht ja schon „nur“ zu sagen man sei jüdischen Glaubens und sofort denken die Leute sie
müssen jetzt besonders aufpassen was sie sagen und fühlen sich schon wieder in ihrer Freiheit
beschränkt. Nach dem Motto: Muss der jetzt schon wieder seine Religion raushängen lassen?
Obwohl kein einziger Jude den ich kenne irgendeinen Menschen der letzten zwei Generationen für
den Holocaust verantwortlich machen würde. Auch Spiegel und Friedmann machen es nicht und
trotzdem denken Menschen wie „Heiliger Bimbam“ sie würden es tun, und nehmen diese komplett
falsche Behauptung zur Grundlage irgendwelcher postings.

Das statement „Ich bin Jude“ stigmatisiert in weiten Kreisen der Gesellschaft ebenso wie die
Aussage man sei schwul. Sofort verfällt der Gegenüber in ein Handlungsmuster das den Umstand
mit einem Juden (bzw. einem Schwulen) zu tun zu haben höchste Priorität einräumt. Solches ist
aber a priori intolerant bzw. antisemitisch.

Gruß
Tom

ich will ja nicht im Dreck wühlen, doch mich regt in der
letzten Zeit immer mehr auf, dass ich als wirklich
unbescholtener, friedliebender Bürger immer wieder mit der
Nase auf die NS-Vergangenheit Deutschlands gestoßen werde.

Komisch, mir passiert das nicht *rätsel*.

Wenn hier einer was sagt, wenn da einer ein Flugblatt
herausgibt,

Ein Flugblatt dessen Thema u.a. Antisemitismus war. Klar spricht man dann darüber.

wenn dort jemand einen Judenwitz macht,

Ich mach auch keine „Neger-“ oder „Zigeunerwitze“!

wenn - wie
im Augenblick - ein bekannter Jude in einen „Skandal“, als den
ich Friedmanns Affäre übrigens überhaupt nicht empfinde,
verwickelt ist, wenn sonst irgendwas passiert, jedes Mal
meldet sich irgend ein Kopf vom Zentralrat der Juden in
Deutschland und haut mir mit einer nahezu beleidigenden
Selbstsicherheit schon wieder auf die Finger.

Wieso das? Sprach der ZdJ von Antisemitismus? Muss ich verpasst haben.
Er hat sich doch lediglich hinter Friedmann gestellt, wie andere Leute teilweise auch.

Das bringt mich irgendwann noch zur Weißglut (…)

Also irgendwie scheint mir das komischerweise nie zu passieren.
Klar hat D ein einschneidendes Kapitel Geschichte hinter sich und wir sind verdammt nochmal verpflichtet aus dieser Geschichte zu lernen. Wir sollten einfach etwas sensibler mit dem Thema umgehen, als es vielleicht der Rest der Welt tut. Vorbildfunktion nennt man sowas und ich finde das nichts schlechtes, im Gegenteil. Ich finde es auch in Ordnung, dass die deutsche Gesellschaft ihren Beitrag zum Wiederaufbau der jüdischen Gemeinden leistet. Schliesslich haben unsere Eltern und Großeltern auch ihren Beitrag dazu geleistet diese fast zu vernichten. Auch daraus entsteht wieder eine gewisse Verpflichtung.
Alles in allem bin ich überhaupt nicht unzufrieden mit der Situation. Solange man aus der Geschichte seine Lehren zieht, ist man anderen Menschen sogar ein Stück voraus.

Ciao
Kaj

Hallo HB,

ich will ja nicht im Dreck wühlen,

Und tust es doch.

doch mich regt in der
letzten Zeit immer mehr auf, dass ich als wirklich
unbescholtener, friedliebender Bürger immer wieder mit der
Nase auf die NS-Vergangenheit Deutschlands gestoßen werde.

Du hast ein emotionales Wahrnehmungsproblem der deutschen Vergangenheit, nicht mehr. Du nimmst den ZdJ relativ zu seinen Aussagen, seinen sonstigen Taetigkeiten und relativ zum Sportclub xyz oder der Agenda2010 oder Karnickelzuechterverein xyz einseitig wahr mit riesigen Vergroesserungsglaesern. Ach ja, eine ganze Menge nichtjuedischer Leute aus Politik und sonstwie trampeln dauernd auf der Vergangenheit herum. Die hast Du deutscher Michel auch glatt vergessen.

Du willst wahrnehmen, was Du wie wahrnimmst. Das glaubst Du mir nicht? Ich sage Dir, dass Du es in einem Maße nicht wahrnehmen willst, dass Du aufgrund dessen nur noch genau das wahrnimmst. Und dann auch noch falsch, siehe einen Absatz hoeher. Geschichtsemotionale Wahrnehmungsstoerung. That’s it! *g*

Wenn hier einer was sagt, wenn da einer ein Flugblatt
herausgibt, wenn dort jemand einen Judenwitz macht, wenn - wie

im Augenblick - ein bekannter Jude in einen „Skandal“, als den
ich Friedmanns Affäre übrigens überhaupt nicht empfinde,

verwickelt ist, wenn sonst irgendwas passiert, jedes Mal
meldet sich irgend ein Kopf vom Zentralrat der Juden in
Deutschland und haut mir mit einer nahezu beleidigenden
Selbstsicherheit schon wieder auf die Finger. Wie einem
kleinen Kind wird mir immer wieder unterschwellig suggeriert,
dass ich selbst mit den unglaublichen Gräueltaten der NS-Zeit
in Verbindung stehe und ich bekomme schon fast Schuldgefühle.
Das bringt mich irgendwann noch zur Weißglut. Ich kann es

einfach nicht mehr hören!!! Was zum Teufel habe ich damit zu
tun?Soll mich doch die Judengemeinde einfach nur in Ruhe
lassen!!! Ich empfinde die Haltung der Vertreter der Juden

Laesst sie doch! Weil erstens wie oben komplett falsch wahrnimmst und zweitens der ZdJ weder das Judentum noch deutsch-juedische Gemeinden darstellt in Gaenze ihrer Mitglieder. Letztere lachen darueber mehr als Du denkst statt Schuldgefuehle zu verbreiten und sie wuerden nur kopfschuettelnd lachend Deinen Beitrag lesen.

Der Vater ist nicht schuldig fuer seine Kinder und die Kinder nicht fuer die Taten ihres Vaters.

einfach nur als völlig überzogen. Mir ist egal, ob jemand
Chinese, Indianer, Afrikaner, Deutscher, Jude, Mohammedaner,
Buddist, Christ, Frau, Mann, Kind, Alkoholiker, Bergmann,
Polizist oder Laubsammler ist. Alle sind für mich gleich und

Das ist nur PC-Geschwaetz als Ausrede von Dir.

ich umgebe mich gerne mit Menschen unterschiedlichster
Herkunft, Religion und Hautfarbe etc.

Dito, PC-Geschwaetz.

viele gruesse, kommvon der palme runter und schluck deine froschpillen, peter

Moin
Und was haben die Charakterzüge der Herren mit ihrem Glauben zu tun?
Der Zusammenhang fehlt mir noch.

Gruß aus Mainz

Weikko

Witzig finde ich folgendes: Ausser Spiegel und Friedmann kennt
so gut wie niemad hier einen
Prominenten jüdischen GlaubEns.

Soll ich jetzt die ganze Hollywood-Elite aufzählen? Und Leute wie Einstein kennt sicher jeder.

Du meinst wohl eher: … BEZIEHT sich hier keiner etc. pp.

Antisemitismus und andere Verkrampftheiten
Hi Tom,

unabhängig davon, dass ich das Thema im allgemeinen und den Thread im besonderen für eher vermeidbar:wink: ansehe…

Warum spielt bei Friedmann die Religion eigentlich eine so
große Rolle? Warum wird er „der Jude
Friedmann“ genannt während kein Mensch auf die Idee kommen
würde vom Katholiken Stoiber zu
sprechen?

Weil er Vize einer explizit jüdischen Interessenvereinigung ist?

Die Antwort ist, dass der Antisemitismus immer noch
weit in unserer Gesellschaft
verankert ist.

Nicht alles, was scheint, ist auch… Ich sehe eher eine Verkrampftheit auf allen(!) Seiten im Umgang miteinander, eben auch bei denen, die sofort mit dem Stichwort Antisemitismus jegliche Diskussion zu erschlagen wünschen.

meint
Jürgen

Wieso das? Sprach der ZdJ von Antisemitismus? Muss ich
verpasst haben.
Er hat sich doch lediglich hinter Friedmann gestellt, wie
andere Leute teilweise auch.

Nein, Du hast nichts verpasst. Dies war eine Erklärung der Grünen Claudia Roth, die den Vorgang Friedmann als antisemitische Aktion eingestuft hat.

Dass Spiegel sich hinter oder vor Friedmann stellt ist Sache des ZdJ.

Was mich aber stört sind jene Hetzer, die sich an der Jagd auf Möllemann beteiligt haben, die dessen Tod billigend in Kauf genommen haben, die an jeder Vorverurteilung teilgenommen haben und heute für Friedmann jenen Schutz verlangen, den sie für andere nicht zubilligen. Aber dies ist kein Problem von Friedmann, auch nicht vom ZdJ. Es ist ein Problem einiger Pressevertreter und Politiker. Teilweise sind es auch dieselben, die Hetze gegen Daum betrieben haben. Heute nun, in Verbindung mit Friedmann - ich will dabei nicht beurteilen, ob oder ob nicht - was er genommen haben soll - es fehlen einfach die konkreten Hinweise - wird Kokain verherlicht und Menschenhandel ist plötzlich inkl. der Gewalt gegen diese verschleppten Frauen in DE etwas Normales.

Man kann doch nicht Verbrechen - an denen Friedmann mit Sicherheit nicht beteiligt ist - wie Menschenhandel und Drogenhandel nur deshalb verherrlichen und als Kleinigkeiten abtun, weil möglicherweise Friedmann mit einer der verschlepten Damen zu tun hatte.

Es ist schon zynisch, dass zur Verteidigung von Friedmann heute in DE Menschenhandel als etwas Normales gesehen wird und Kokain als „Droge der höheren Gesellschaft“ dafür herhalten muss, dass dubiose Forscher an 90 % der Geldscheine Koks gefunden haben wollen.

Mich stört nicht die Diskussion Friedmann. Eigennutzung ist nicht strafbar und der Besuch einer Dame ebenso nicht. Ob jemand, der für sich das Recht der Moral sehr hoch ansetzt, sich Gedanken machen soll, muss man dem Betroffenen überlassen. Diejenigen, die aber im TV und den Medien als Schützer von Friedmann auftreten sollten nicht so tun, als wären die missbrauchten Frauen, die durch Menschenhändler zum Sex gezwungen werden, weil der Namen Friedmann genannt wird nun plötzlich selbst schuld sind.

Das bringt mich irgendwann noch zur Weißglut (…)

Also irgendwie scheint mir das komischerweise nie zu
passieren.
Klar hat D ein einschneidendes Kapitel Geschichte hinter sich
und wir sind verdammt nochmal verpflichtet aus dieser
Geschichte zu lernen. Wir sollten einfach etwas sensibler mit
dem Thema umgehen, als es vielleicht der Rest der Welt tut.

Friedmann ist Deutscher. Für ihn sind deutsche Gesetze anzuwenden. Fertig !

GRuss Günter

Anonymität, Ignoranz und andere Krankheiten
Hallo „Heiliger Bimbam“,

ich finde bezeichnend, dass du dich hier anonym meldest. Warum denn? Wenn du so denkst, kannst du dazu stehen.

Zu dem Inhalt deines Beitrages:

Wenn wir auch für die Fehler unserer Eltern und Großeltern nichts können, müssen wir doch mit den Konsequenzen leben und daraus lernen. Nach all dem, was die Deutschen in der nazionalsozialistischer Zeit begangen haben, können und dürfen wir nicht die Augen zumachen und sagen: Es war einmal, dafür kann ich nichts, ich will nichts damit zu tun haben, schließen wir das Kapitel.

Ich erinnere dich daran, dass damals alle schuldig waren: Nicht nur diejenigen, die selbst etwas getan haben, sondern auch alle Mitläufer und auch die Mitwisser, die das zugelassen haben.
Jeder Mensch (ich sage bewusst „Mensch“ und nicht „Deutsche“) sollte sich schämen, dass so etwas geschehen konnte, dass Menschen anderen Mitmenschen so etwas angetan haben.

Nur wenn wir uns alle mit dem Thema auseinandersetzen und uns wirklich Gedanken darüber machen, können wir vermeiden, dass sich die Geschichte wiederholt.

Wer sich so wie du verhält, hat von der Geschichte nichts gelernt.

Gruß
Camilla

Jeder, der sich als „Deutscher“ bezeichnet, muss mit seiner Vergangenheit konfrontiert werden und sich selbst damit konfrontieren. Es kann und darf in der Bewältigung des Nationansozialismus keine Verdrängung geben, denn aus verdrängtem kann man keine Lehren ziehen. Sollen gerade WIR etwa beurteilen, ob das deutsche Volk die Lehren aus den letzten Jahrzehnten gezogen hat, die ein weiteres Drittes Reich für immer unmöglich machen? Ich vermag das jedenfalls nicht zu tun.

Die Erbschuld ist doch keine Schuld im Sinne von „Du hast mitgemacht“. Die Erbschuld ist die Auferlegung einer lebenslangen, in die Zukunft gerichteten Verantwortung für jeden Nachfahren einer nationalsozialistischen Gesellschaft - eine Mahnung sozusagen, daß wir es mit dem Wissen, das wir haben, nie wieder so weit kommen lassen dürfen.

Gruss, Joachim

Hallo

nur kurz, hättest Du geschrieben:

Nur wenn wir uns alle mit dem Thema neutral auseinandersetzen und uns
wirklich Gedanken darüber machen, können wir vermeiden, dass
sich die Geschichte wiederholt.

würde ich Dir zu 100% zustimmen. Aber da meiner Meinung nach dieses Wort auch in der Praxis nicht existiert, wiederholt sich die Geschichte bereits…

Wer sich so wie du verhält, hat von der Geschichte nichts
gelernt.

Allgemein: die Fragen an die Geschichte sollten sich manchmal vom ideologischen Hintergrund trennen, ein bissl Abstraktion schadet nicht…apropos deutsche Geschichte: Anonymität rettete Leben, eigenmächtige Definitionen von Krankheiten nicht.

Geschichte ist zum Lernen da.
Gruss,
Daniel

Jetzt aber hallo !!!
Hallo Forum,

einige der Kommentare finde ich gut, weil sachlich, und es wird hier und da eine ganz vernünftige und akzeptable Sichtweisen der Dinge vermittelt, wenngleich oft am eigentlichen Thema vorbei gegangen wird. Am liebsten würde ich jeden einzelnen Beitrag beantworten, doch dann säße ich wohl heutabend noch am PC.

Zuerst muss ich wohl hier, glaube ich, einige Missverständnisse ausräumen. Auch wenn es in meinem Beitrag den Anschein hat, ich bin ausdrücklich kein Antisemit. Ich wollte bloß zum Ausdruck bringen, was mich nervt. Aber genau die Tatsache, dass viele Leser des Beitrags mich als Judenhasser empfinden und in ihren Antworten auch bezeichnen, ist kennzeichnend für den Umstand, den ich anprangere. Also nochmal: Mir ist wirklich egal, wer welcher Religion angehört. Ich akzeptiere jeden Glauben, auch wenn ich selbst mich keiner Religion angehörig fühle. Das Verständnis zum Bedürfnis vieler Menschen, Sinn zu finden, ist bei mir aber vorhanden. Die Herkunft spielt bei meinem Umgang mit Menschen ebenfalls keine Rolle. Ich genoss eine sehr von Toleranz geprägte Erziehung und bin meinem Elternhaus dafür auch sehr dankbar.

Was meine Anonymität betrifft (Holger und Camilla), so kann ich nur auf meinen Originalbeitrag verweisen, in dem ja schon steht, dass man bei der geringsten derartigen Äußerung schief angesehen wird. Ich werde natürlich von vielen sofort als Judenhasser abgestempelt und in eine Schublade gesteckt. Seht euch doch mal die eine oder andere Antwort an! In den Sechzigern und Siebzigern, wurde man schnell wegen einer Bemerkung als Kommunist gebrandmarkt und man hatte sogar mit Folgen zu rechnen, zurzeit ist allein die Angehörigkeit zum Islam schon ein potentieller Überwachungsgrund durch den BND, was ich für genau so falsch halte, und, wie schon erwähnt, es sorgen Äußerungen wie die in meinem Originalposting sichtbar für Aufregung. Darum.

Und bezüglich des Vorwurfs, ich hätte aus der Geschichte nichts gelernt (Camilla), kann ich nur noch einmal betonen, dass ich mit aller Kraft, die mir als Bürger verliehen ist, dafür kämpfen werde, dass sich die Geschichte nicht wiederholt, sei es durch meine Wahlentscheidung, durch meinen aufrichtig freundlichen Umgang mit Menschen, durch die Reziehung meiner Kinder, durch so genannte Zivilcourage oder durch die Tatsache, dass auch ich schon mehrfach an Gegendemonstrationen zu nationalsozialistischen Kundgebungen teilgenommen habe. Was kann ich mehr tun? Doch das darf doch nicht ausschließen, dass ich meinen Missmut bezüglich der Kommentare „öffentlicher“ Juden äußere. In diesem speziellen Fall hat doch das eine mit dem anderen nichts zu tun! Und wenn mich der Zentralrat der Juden nervt, so heißt doch das lange nicht, dass mich alle Juden nerven. Wenn ich Uli Hoeneß scheiße finde, heißt das ja auch noch lange nicht, dass ich den gesamten FC Bayern München scheiße finde. (Da werden sich auch wieder die Geister scheiden. Aber dennoch.) Das ist definitiv ein Trugschluss, der aber wiederum aus der gesamten Diskussion herrührt.

Meine Behauptung, dass man doch die Geschichte besser mal ruhen lassen sollte, halte ich übrigens aufrecht. Es geht aber nicht darum, dass alles totgeschwiegen werden soll (Tom Meisinger), wie es auch bis heute die Amis mit den Indianern machen, sondern um einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Geschichte. Ich bin sehr wohl der Meinung, dass der Holocaust im Lehrplan der Schulen eine hohe Stellung annimmt, was übrigens in den Schulen bis hin zur Realschule häufig zugunsten der älteren Geschichte nicht der Fall ist. Ich bin sehr wohl der Ansicht, dass über das Thema diskutiert werden muss, doch bitte nicht auf diese Art. Ich will über Hitler genau so kontrovers diskutieren können wie man über Bismarck, Napoleon oder andere diskutieren kann. Wenn ich aber jedes Mal, wenn der Begriff „Holocaust“ fällt, erschaudere und vor lauter schlechtem Gewissen fast umfalle, das finde ich unangebracht, denn dieses wird allzu oft auf viel zu emotionaler Ebene behandelt und nur sehr selten wirklich sachlich, was man vielen der Antwortartikel, in denen übrigens z.T. sehr schöne Floskeln ohne wirkliche Argumente benutzt werden, eindeutig entnehmen kann.

Zum so genanntem „PC-Geschwätz“ (lego): Und wenn es doch so ist!? Du kennst mich gar nicht. Du hast keinen blassen Schimmer von mir, meiner Persönlichkeit, meinem Freundeskreis und meiner sozialen und politischen Gesinnung. Also würde ich mit Herabwürdigungen deiner Art etwas vorsichtiger umgehen. Ich gebe zu, dass die Formulierung „ich umgebe mich“ etwas unglücklich gewählt ist, doch die Tatsache, dass ich teilweise sehr engen Kontakt mit Menschen vielerlei Herkunft und Religion habe, ist einfach eine Tatsache und bleibt eine Tatsache, wie auch immer du das bewertest. Das Komische ist, dass ich mit diesen Leuten sehr offen reden kann. Das kann man hier im erlauchten Kreis mancher Wer-Weiss-Was-Mitglieder offensichtlich nicht.

Übrigens verstehen die auch Humor. Kaum zu glauben, gell :smile: Wir können über alles Witze machen, weil wir wissen, dass das alles nicht so gemeint ist und dass wir eine gesunde Einstellung dazu haben. Wenn aber der Kaj Beuter keine „Neger-“ oder „Zigeunerwitze“ macht, dann sehe ich bei ihm ein gestörtes Verhältnis, obwohl mir im Augenblick spontan kein derartiger Witz einfällt. Randgruppenwitze müssen aber doch trotzdem erlaubt sein. Wenn zum Teil sehr derbe Witze über Blondinen, Männer, Frauen, Politiker, Russen, Amerikaner, ja sogar Bin Laden und den 11.09. etc. gemacht werden, dann sind doch auch z.B. harmlose Judenwitze nichts gegen die Aggressivität manch anderer, hier zu Lande durchaus akzeptierter Witze. Dann würde ich besser zuerst die mal lassen.

Da seht ihr alle mal, was meine Bemerkungen für Reaktionen hervorrufen. Dabei rege ich mich nur darüber auf, dass viele öffentliche Juden meinen, den Moralapostel spielen zu müssen. Und wie schon oft gesagt, ich habe mit dem Holocaust nichts zu tun und ich wünsche, dass ich nicht immer wieder damit in Verbindung gebracht werde. Mir ist klar, was passiert ist und ich verabscheue das. Aber der Zentralrat soll sich um seine Juden und seine Religion kümmern und mich endlich in Ruhe lassen. Ich lasse jedem seine Ruhe und möchte einfach nur die Meinige. Nichts weiter. Aber das ist leider ausgeschlossen, da mittlerweile jeder derart auf das Wort „Juden“ sensibilisiert ist, dass gleich ein Höllemfeuer losbricht, sobald ich einfach nur versuche, die Bettdecke wieder auch nur ein Stückchen zu mir rüber zu ziehen.

Gruß

Heiliger Bimbam

Hallo,

Und was haben die Charakterzüge der Herren mit ihrem Glauben
zu tun?
Der Zusammenhang fehlt mir noch.

das kann ich Dir auch nicht erklären, weil ich derartiges nicht behauptet habe und auch keinen Grund habe, damit anzufangen.

Gruß
Christian

Das Problem…
…ist imho nicht, daß zur Nazizeit schreckliche Dinge geschehen sind. Die will ich (bspw.) weder verleugnen oder herunterspielen. Sie gehören zur Geschichte unseres Landes und müssen entsprechend „gewürdigt“ werden, bspw. durch kritische und offene Auseinandersetzung damit im Geschichtsunterricht o.ä.

WOMIT ich jedoch ein Problem habe, ist die Tatsache, daß es mir oft genug von irgendwelchen Leuten vorgeworfen wird, ich trüge noch Schuld daran - NEIN, das tu ich nicht. Es ist auch meine Verantwortung, daß so etwas nicht nochmal geschieht - wie die eines jeden Erdenbürgers! Da stehen die Deutschen nicht schlechter da als andere. Wir hatten Hitler, die Russen hatten Stalin mit 100.000.000 Ermordeten, die Amis haben unzählige Indianer auf dem Gewissen, usw. usf. In nahezu jedem Staat gab es in irgendeiner Form Epochen, die von Unfassbarem und Schrecklichem geprägt waren. Die Nazizeit belegt in diesen sicher eine herausragende Position, zum einen, weil Hitler verloren hat, und zum anderen, weil er systematischen Mord an einer Volksgruppe i.w. nach rassischen Kriterien unternommen hat. Man sollte jedoch nicht vergessen, daß sich das letztlich alle nichts nehmen - Mord ist Mord, Tod ist Tod, Willkühr ist Willkühr und Ungerechtigkeit ist Ungerechtigkeit.

Na klar bin ich mir der Historie unserer Nation bewusst. Aber nicht nur derer, und deshalb kann ich einem Ami (bspw.), der mir die Nazizeit vorwirft, nur vor die Füße spucken und sagen „Ja, Du hast Recht. Und Du?“. Er wird mir antworten, daß sei lange her und er habe weder einen Indianer gemetzelt noch einen Schwarzen versklavt oder aufgeknüpft. Korrekt. Ich hab auch keinen Juden vergast. In der Hinsicht der Schuld stehen alle Erdenbürger nebeneinander.

Gruß,

Malte.

Wieso das? Sprach der ZdJ von Antisemitismus? Muss ich
verpasst haben.
Er hat sich doch lediglich hinter Friedmann gestellt, wie
andere Leute teilweise auch.

Nein, Du hast nichts verpasst. Dies war eine Erklärung der
Grünen Claudia Roth, die den Vorgang Friedmann als
antisemitische Aktion eingestuft hat.

Wenigstens machen wir „Nicht-Juden“ uns unsere Probleme selbst :wink:

Was mich aber stört sind jene Hetzer, die sich an der Jagd auf
(…)

Auch wenn ich nicht in allem Punkten übereinstimmen würde, so ist das Fazit doch, dass es ein allgemeines Gesellschaftliches Problem ist, aber keines, das irgendwie mit „Juden“, „Deutschland“ und „Geschichte“ zu tun hat.

Friedmann ist Deutscher. Für ihn sind deutsche Gesetze
anzuwenden. Fertig !

Logisch!

Ciao
Kaj

Hi Malte,

WOMIT ich jedoch ein Problem habe, ist die Tatsache, daß es
mir oft genug von irgendwelchen Leuten vorgeworfen wird, ich
trüge noch Schuld daran - NEIN, das tu ich nicht.

ich weiß nicht, vor ein paar Jahren hätte ich ähnliches geschrieben.
Mittlerweile alt und weise geworden:wink: stelle ich bei ausreichender Reflexion der Situation fest, dass mir niemand (wirklich: niemand) jemals vorgeworfen hat, ich hätte schuld. Alleine ich hatte das Gefühl, andere könnten mich schuldig halten, was sehr bezeichnend ist.
Für mich ist das tatsächlich ein reines Binnenproblem in Deutschland zwischen Leuten, die offenbar weiterhin, warum auch immer Probleme mit der dt. Geschichte und mit dem Verhältnis zu den Juden haben und dem deutschen penetranten Gutmenschen…

Und deswegen verteidige ich auch nichts mehr (und schon gar nicht mehr mich), weil es mir einfach ziemlich egal ist… Und ich spüre auch keine „besondere“ Verantwortung mehr, denn die Verantwortung, die gemeint ist, hat jeder auf unserem Planeten. Mensch, wir Deutschen sind doch nichts besonderes, weder im guten noch im bösen!

Grüße
Jürgen