Heilfasten

Hallo!

Meine Frage bezieht sich auf das Heilfasten. Und zwar würde mich interessieren, was physiologisch dabei passiert, wenn man 5 Tage nur Wasser, Tee (höchstens mal einen halben Teelöffel Honig drin), mittags Gemüse- oder Tomatenbrühe (also ohne feste Gemüsestücke) und abends Obst- und Gemüsesäfte trinkt.

Außerdem benutzt man noch Glaubersalz oder Einläufe, um den Darm zu leeren. Das ganze ist streng organisiert:

  • Ein Entlastungstag, bei dem es nur Rohkost, Obst, Nüsse
    Leinsamen, Wasser gibt
  • 5 Fastentage sind wie oben erklärt
  • 6 Aufbautage in denen die Energiezufuhr langsam gesteigert
    wird: Apfel, Suppen, Buttermilch, Leinsamen oder Weizenkleie,
    Backobst, Getränke

Mir ist die Funktion der einzelnen Zutaten im Darmtrakt bekannt, aber wie sieht das in Bezug auf die Entgiftung des Körpers aus?

Mir reicht eine grobe Erläuterung, danke

Sebastian

Hallo!

Meine Frage bezieht sich auf das Heilfasten. Und zwar würde
mich interessieren, was physiologisch dabei passiert, wenn man
5 Tage nur Wasser, Tee (höchstens mal einen halben Teelöffel
Honig drin), mittags Gemüse- oder Tomatenbrühe (also ohne
feste Gemüsestücke) und abends Obst- und Gemüsesäfte trinkt.

Jeder Mensch hat eine gewissen Pool an essentiellen Bestandteilen (Glucose =Zucker, Proteine = Eiweiße, Fette und Aminosäuren), die er im Hunger- oder Fastenfall mobilisieren kann. Die Proteine, Fette und Aminosäuren reichen eine längere Zeit, nur die Glucosevorräte sind knapp. Problem dabei ist, das Gehirn ist auf Glucose angewiesen (zumindest eine gewissen Zeitspanne von einigen Tagen), alle anderen Organe können Alternativen verwerten.

Tritt Hunger auf, werden zur Energieversorgung Ketonkörper im Körper produziert. Diese können die Energieversorgung der meisten Organe sicher stellen. Nur das Gehirn wird dadurch nicht erreicht… Daher produziert die Leber aus andern Stoffen (Aminosäuren) Glucose, was ins Gehirn gelangt und damit auch da die Versorgung sicherstellt. Nach einigen Tagen jedoch ist das Gehirn in der Lage, auch diese Ketonkörper zu verwerten, d.h. der Körper ist vollständig auf Hunger eingestellt und hat damit auch keine Schwierigkeiten mehr, über einen gewissen Zeitraum klar zu kommen.

Ach ja, was ganz wichtig ist, man trinkt beim Fasten ja eine Menge Tee, aber bitte nicht mit Süßstoff süßen, ungesüßt oder mit Zucker süßen!! Denn der Süßstoff gaukelt dem Körper vor, er habe Glucose bekommen und dadurch wird Insulin freigesetzt, was den Glucosespiegel reduzieren soll. Ist der Glucosespiegel durch das Fasten ohnehin reduziert kann sich so eine zweite Reduktion fatal auswirken und zumindest die Leistungsfähigkeit einschränken! Wenn einem flau wird (ich hatte damals Probleme damit) sollte man daher einen Löffel Honig essen, damit kann man das meist schnell beheben.

Leisamen, frisches Obst und Gemüse, Buttermilch usw. beschleunigen die Magen- Darm- Passage, so daß der Körper (schneller) von dessen Inhaltstoffen gereinigt wird. Das Wasser bzw. der Tee sorgt dafür, daß die Nieren heftig was zutun bekommen, sodaß auch darüber vermehrt die Schadstoffe abtransportiert werden können.

Die Einstimmungstage vorm Fasten und die Aufbautage nach dem Fasten dienen nur dazu, dem Körper schonend beizubringen, was ihn bald blühen wird. Bei den Aufbautagen sollte man wirklich drauf achten, daß man sich salzarm ernährt, denn das kann den ganzen Effekt wieder zunichte machen oder zumindest die Wirkung des Ausschwemmens reduzieren!

Ich hoffe, es war nicht viel zu lang! Viel Spaß und die Erfahrung lohnt sich schon…

Nikola

Giftstoffe?
Danke dir für die ausführliche Erklärung. Habe aber noch eine weitere Frage:

Welche Giftstoffe sind es, die da abtransportiert werden?
Was meintest Du mit dem Effekt, der sich verringert, wenn man sich in den Aufbautagen nicht salzarm ernährt?

Sebastian

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Welche Giftstoffe sind es, die da abtransportiert werden?

Prinzipell sind das alles Stoffe, die der Körper nicht verwerten kann… Normalerweise nehmen wir ja mit der Nahrung immer irgendwelche „Schadstoffe“ auf, z.B. Schädlingsbekämfungsmittel, Bakterien, Pilze, Medikamente und vieles mehr. Das ist nicht schlimm, wenn wir genau soviel zu uns nehmen, wie unser Körper abbauen kann. Übersteigt aber die aufgenommene Menge die Ausscheidungskapazität, so sammeln sich die Stoffe in unserem Körper an. Führen wir unserem Körper jetzt eine gewisse Zeit lang keine neuen Schadstoffe zu (oder nur in veringerter Zahl, dadurch daß wir nicht mehr essen), dann kann das abgebaut werden, was sich angesammelt hat. Logisch, oder?!

Was meintest Du mit dem Effekt, der sich verringert, wenn man
sich in den Aufbautagen nicht salzarm ernährt?

Naja, da scheiden sich die Geister… Wenn man Salz in höheren Dosen zu sich nimmt, soll die Ausscheidung der Niere (aufgrund osmotischer Verhältnisse) herabgesetzt sein. Außerdem soll es durch osmotischen Verhältnisse zu einer vermehrten Wassereinstrom in den Körper, ins Blut und ins Gewebe kommen (ganz platt gesagt). Das ist der Grund, warum Personen mit einem hohem Blutdruck wenig Salz essen sollten, weil sonst der Druck noch höher werden könnte. Es würde dann insofern keinen Sinn machen, weil das, was ich erreichen will, nämlich möglichst viel auszuscheiden (über Urin und Stuhl), nicht erreicht würde. Ich würde dann im Gegenteil weniger ausscheiden als normal. Neue Erkenntnisse zweifeln diese Theorie aber an… Die Frage ist, ob dieser Effekt bei gesunden Personen eine Rolle spielt - der gesunde Körper ist eigentlich in der Lage, ziemlich gut den Salzhaushalt auszugleichen - ist erst recht fraglich.

Die Fastenkur soll aber ja auch bringen, daß man bewußter isst. Und das hat man in jedem Fall, wenn man sich auf die Speisen ansich konzentriert und nicht den Eigengeschmack mit Salz überdeckt! Dann ist es kein wirklicher physiologischer Grund, aber vielleicht auch nicht von der Hand zu weisen :wink:)

Nikola

Hallo Nikola
Damit bin ich nicht so ganz einverstanden

Prinzipell sind das alles Stoffe, die der Körper nicht
verwerten kann…

Was nicht verwertet werden kann, wird ausgeschieden.

Normalerweise nehmen wir ja mit der Nahrung

immer irgendwelche „Schadstoffe“ auf, z.B.
Schädlingsbekämfungsmittel, Bakterien, Pilze, Medikamente und
vieles mehr. Das ist nicht schlimm, wenn wir genau soviel zu
uns nehmen, wie unser Körper abbauen kann. Übersteigt aber die
aufgenommene Menge die Ausscheidungskapazität, so sammeln sich
die Stoffe in unserem Körper an.

Schädlingsbekämpfungsmittel, okay, aber Medikamente als Schadstoffe???
Schon eine eigenwillige Betrachtungsweise :wink:

Bakterien und Pilze haben mit der Ausscheidungskapazität nichts zu tun, dafür ist das Immunsystem zuständig, normalerweise killt das die recht zuverlässig.

Führen wir unserem Körper

jetzt eine gewisse Zeit lang keine neuen Schadstoffe zu (oder
nur in veringerter Zahl, dadurch daß wir nicht mehr essen),
dann kann das abgebaut werden, was sich angesammelt hat.
Logisch, oder?!

Einen solchen Mechanismus gibt es nicht.
Schadstoffe sammeln sich gerne in Fettzellen, wenn man jetzt durch Fasten abnimmt und das Fett verstoffwechselt wird, werden sie ausgeschieden, ein unbestritten positiver Aspekt beim Fasten.
Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, 3 Liter pro Tag oder mehr.
Hilfreich ist auch, die gewohnte Umgebung zu verlassen, zB. in einem Sanatorium oder einem Hotel zu fasten, das kann ganz neue Perspektiven eröffnen, eine gute Gelegenheit, über das, was man sich vom Leben erhofft, nachzudenken.
Gruß
Rainer

off topic
Komisch!

Wer gibt denn hier Fragen ein Sternchen?!

Guido

Holla

Was nicht verwertet werden kann, wird ausgeschieden.

Kommt auf die Definition von „Verwertung“ an.
Giftstoffe, die du unten erwaehnst, koennen im Koerper verbleiben, aber ich wuerde da nicht von Ver"wert"ung reden :wink:

Schadstoffe sammeln sich gerne in Fettzellen, wenn man jetzt
durch Fasten abnimmt und das Fett verstoffwechselt wird,
werden sie ausgeschieden, ein unbestritten positiver Aspekt
beim Fasten.

Wobei (wohl nur in Extremfaellen) das Freisetzen dieser Stoffe den Koerper auch belasten kann, denn sie sind ja nicht „sofort“ weg.

Gruss, Lutz

Hallo Rainer

Schädlingsbekämpfungsmittel, okay, aber Medikamente als
Schadstoffe???
Schon eine eigenwillige Betrachtungsweise :wink:

Was ist mit Hormonen im Kalbfleisch, Antibiotika in der Schweinemast, und wer was was sonst noch verfüttert wird ?
Mal abgesehen, daß die Schlachtviecher ja auch mal Wehwehchen haben.

Gruß
Ute

Holla

Was nicht verwertet werden kann, wird ausgeschieden.

Kommt auf die Definition von „Verwertung“ an.
Giftstoffe, die du unten erwaehnst, koennen im Koerper
verbleiben, aber ich wuerde da nicht von Ver"wert"ung reden
:wink:

Schadstoffe sammeln sich gerne in Fettzellen, wenn man jetzt
durch Fasten abnimmt und das Fett verstoffwechselt wird,
werden sie ausgeschieden, ein unbestritten positiver Aspekt
beim Fasten.

Wobei (wohl nur in Extremfaellen) das Freisetzen dieser Stoffe
den Koerper auch belasten kann, denn sie sind ja nicht
„sofort“ weg.

Hallo Lutz
Genau so ist es, deswegen hat man ja auch DDT und ähnliche Stoffe gottseidank verboten.
Gruß
Rainer

Hallo Rainer

Schädlingsbekämpfungsmittel, okay, aber Medikamente als
Schadstoffe???
Schon eine eigenwillige Betrachtungsweise :wink:

Was ist mit Hormonen im Kalbfleisch, Antibiotika in der
Schweinemast, und wer was was sonst noch verfüttert wird ?
Mal abgesehen, daß die Schlachtviecher ja auch mal Wehwehchen
haben.

Hallo Ute
Hormone sind nicht das Problem, die werden schon im Kalb oder Rind schnell abgebaut.
Antibiotika sind wirklich problematisch, die können zu resistenten Bakterien führen, gegen die es keine Therapie mehr gibt.
Seit einige Antibiotika in der Tierzucht verboten wurden, ist die Resistenztrate deutlich gesunken, sieht man an Krankenhausstatistiken.
Ich bin dafür, alle Antibiotika in der Tierzucht zu verbieten, die haben da nichts zu suchen, dienen nur dem Gewinnstreben der Züchter auf Kosten der Gesundheit der Verbraucher.
Damit muß endlich Schluß sein.
Gruß
Rainer

Holla

Seit einige Antibiotika in der Tierzucht verboten wurden, ist
die Resistenztrate deutlich gesunken, sieht man an
Krankenhausstatistiken.

Hm? Gibt es dazu Statistiken? (Hab auf die schnelle in Medline nichts gefunden.) Im Vetbereich werden doch (meines Wissens) schon lange Staemme eingesetzt, die in der Humanmedizin nicht (noch nicht? nicht mehr?) eingesetzt werden.
Falls es wirklich solche Statistiken gibt, fuehre ich das eher darauf zurueck, das auch im Humanbereich nicht mehr so damit rumgeschmissen wird…

Ich bin dafür, alle Antibiotika in der Tierzucht zu verbieten,
die haben da nichts zu suchen, dienen nur dem Gewinnstreben
der Züchter auf Kosten der Gesundheit der Verbraucher.
Damit muß endlich Schluß sein.

Trotz meiner skeptische Frage bin ich genau deiner Meinung.

Gruss, Lutz

Link gefunden
Also,

zufällig bin ich auf einen Link gestoßen, der interessant ist. Für alle, die es auch wissen wollen:

http://www.ugb.de/dmlc/0044629381635377615/6/139726/

Sebastian