Heiliger Hund

Hallo zusammen,

ich habe letztens in einem Buch gelesen, irgendwann
im früher Mittelalter wäre ein Hund heilig gesprochen
worden. Nun muss ich dazu sagen, es war ein Roman und
keine Fachliteratur, aber die Rahmenhandlung hat schon
was historisches.

Stimmt das mit dem Hund?

Viele Grüsse
Merit

Guineford:Wie die Heiligsprechung auf den Hund kam
Guten Tag, Merit

Stimmt das mit dem Hund?

Vielleicht findest du im Archiv eine historische Quellenangabe:
/t/hunde-und-die-bibel-hundeadventskalender/2604828

Hier auf jedenfall die Legende:
„… Dans le recueil d’exempla qu’il rédige dans les années 1250, le dominicain
Étienne de Bourbon consacre un chapitre à l’étrange « superstition » qu’il a
découverte dans la Dombes, au nord de Lyon. Les paysans y vénèrent « tel un
martyr » un « chien lévrier » enterré dans un bois où s’élevait jadis un
château. Un jour, alors qu’il dormait dans son berceau, le fils du seigneur de
ce château fut menacé par un « grand serpent ». Le lévrier du seigneur, qui se
trouvait dans la chambre, s’interposa et, après une lutte acharnée, il tua le
serpent. Quand le seigneur entra dans la chambre, il vit le chien ensanglanté
et, croyant qu’il avait dévoré son enfant, il le tua d’un coup d’épée.
Comprenant ensuite sa méprise, il fit mettre le lévrier en terre et fit planter
des arbres à l’endroit de son inhumation. C’est dans ce bois que les femmes de
la région, à l’époque de la prédication d’Étienne de Bourbon, « portaient leurs
enfants [malades] à saint Guinefort ». …“
http://assr.revues.org/document2848.html

Wie die Heiligsprechung auf den Hund kam:
„… Das neuzeitliche Verfahren unterscheidet sich beträchtlich von dem des
Mittelalters. Wundertätigkeit und kultische Verehrung waren im Mittelalter
Voraussetzungen für eine Heiligsprechung. Die letzte Instanz blieb auch hier
dem Papst vorbehalten, aus guten Gründen. Wäre doch sonst ein im Suff
erschlagener Schwede zur Ehre der Altäre gelangt. Seine Wundertätigkeit war bei
den Kirchenrechtlern unbestritten; nur die Tatsache, daß er im betrunkenen
Zustand erschlagen wurde, verhinderte seine Heiligsprechung: für trunkene
Menschen war das Himmelreich verschlossen1. Fast wäre die Ehre der Altäre
jedoch dem Windhund Guinefort in Burgund zuteilgeworden. Auch seine
Begräbnisstätte war ein beliebtes Ziel frommer Verehrung vieler Bäuerinnen. Die
von ihm bewirkten Wunder - er soll kranke Kinder geheilt haben - wurden nicht
bestritten, lediglich die Angemessenheit des Kultes. Denn hiermit wäre die
Heiligenverehrung im wahrsten Sinne des Wortes auf den Hund gekommen2. …“
http://www.zum.de/Faecher/kR/Heilige.htm

Der Hund, nein, der Heilige hiess - je nach Quelle:
Gelert, Guignefort, Guinefort, Millefort, Mimfort, Quinefort

Mit freundlichen Grüssen

Sanctus Rolfus

Hi,

wenn Du Bernhard Cornwell liest, dann kannst Du wahrscheinlich auch English: hier ist die Abschrift von Etienne’s Text über den Aberglauben in Lyon http://www.fordham.edu/halsall/source/guinefort.html

Grüsse
Y.-

Tiere im Mittelalter: Tierprozesse
Hallo,
im Mittelalter hatte man eine völlig andere Beziehung zu Tieren, dfa
ja auch sie Gschöpfe Gottes war. Tierprozesse wurden z.B. bis ins 19.
Jh. in ganz Europa durchgeführt. Oft wurden den Tieren Menscenkleider
angezogen:
Jahr Land Tier Anklagepunkt Bestrafung
13. Jh. Schweiz Schwein Kindesmord Galgen
14. Jh Unbekannt Stier Verletzung eines Menschen Galgen
1386 Großbritannien Schwein Kindesmord Galgen
1474 Schweiz, Basel Hahn legte ein Ei Scheiterhaufen
1516 Frankreich Heuschrecken Zerstörung der Ernte Verbannung
1519 Südtirol Mäuse Zerstörung der Vorräte Verbannung
1559 Deutschland Vögel Störung der heiligen Messe Verbannung
1740 Frankreich Kuh Zauberei Galgen
Bei den Prozessen ging es aber immer rechtens zuu, da extra für die
Vehandflung ei Advokat abgesttellt wurde, der Tie Tiere zu
verteidigen hatte. Übrigens wurden die Tiere nicht am Hasls
aufgehängt, sondern an den Beinen. Bis dann der Tod eintrat, das
dauerte oftmals mehrere Tage.
Alexander

Hallo,

im Mittelalter hatte man eine völlig andere Beziehung zu
Tieren, dfa ja auch sie Gschöpfe Gottes war.

Ich dachte, nach biblischer, christlicher Auffassung waren Tiere „willenlose Maschinen“, über die man beliebig verfügen, d.h. die man auch beliebig töten konnte.

Gruss
Laika

Arme Tiere
Hallo,

Ich dachte, nach biblischer, christlicher Auffassung waren
Tiere „willenlose Maschinen“, über die man beliebig verfügen,
d.h. die man auch beliebig töten konnte.

Es ist sehr schwer, Gottes Haltung zu seinen Geschöpfen erkennen zu
wollen. In der Bibel wird ja so ein ungeheuerlicher Terrorakt, bei dem
nur 8 Leute und ein Kahn voll Tiere überlebten. Dass die Mitglieder
aller monothestischer Religionen ganz abscheulich mit den Tieren
umgehen, ist ja bekannt. Gott hatte damals wohl eine Phobie für das,
was er da geschaffen hatte. Von den Buddisten — von denen sollten wir
lernen.
Zur VK:
Laika, der arme Sowjethund, starb bereits nach vier Stunden, weil das
Hitzeschild versagte.
Alexander

Dass die
Mitglieder
aller monothestischer Religionen ganz abscheulich mit
den Tieren
umgehen, ist ja bekannt.

Es lebe die Verallgemeinerung, aber sag doch bitte, wenn es nicht zuviel Mühe macht „Die Mitglieder aller monotheistischen Religionen außer Sonja.“ Ich habe, wenigstens seit ich einer Religion angehöre, wissentlich keinem Tier irgendwas zuleide getan und gehe höchstwahrscheinlich weniger abscheulich mit ihnen um als du.

(Kennst du das von Otto…schreiben sie doch bitte, das deutsche Volk außer xy erklärt ihnen hiermit den Krieg…)

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Es lebe die Verallgemeinerung, aber sag doch bitte, wenn es
nicht zuviel Mühe macht "Die Mitglieder aller monotheistischen
Religionen …

Ich weiß von Ultraorthodoxen Griechen, dass die mit Esen, Hund ung
Katzen barbarisch umgehen.
In Rom rennen am Kapitol hunderte von ganz armen Katzen herum.
In Algerien habe ich ganz entsetzliche Szenen gesehen, wie die armen
Tiere behandelt werden.
In Deutschland werden die Tiere meist gut gehalten. Allerdings wurden
in einem Nachbarort alles Vieh einem Bauer weggenommen, da er sei
Wochen seinen Stall nich ausgemistet hatte. Aber ich gebedir recht:
Meine Verallgemeinerung war echt nicht gut.
In Indien allerdings, da hat mich das Verhhältnis zu allen
Tieren stark beeindruckt.
Alexander, der die Verallgemeinerung nicht gut findet. Sorry