Hallo jaZoo,
Ich bin zwar nur werdender Arzt,
das entschuldigt vieler Deiner wunderschön-blumigen theoretischen Aussagen, die sich allesamt fantastisch anhören, aber leider in keinster Weise der Realität entsprechen.
Die ärztliche Versorgung
basiert heutzutage so stark auf vielfach wissenschaftlich
verifizierten Richtlinien und Behandlungsplänen
welche von der Pharma-Industrie vorgegeben werden
, die
regelmäßig durch kritisch betrachtete Studien akutalisiert und
modifiziert werden.
von der Pharma-Industrie, damit die Pharma-Industrie noch mehr verdient. Diese ist nämlich gar nicht daran interessiert, dass die Patienten schnell wieder gesund werden. - Zum Schaden unserer gesamten Volkswirtschaft, nur leider sehen das die Politiker und die Krankenkassen entweder nicht, oder aber sie spielen mit (was ich nicht hoffen möchte), weil sie auch noch dran verdienen. Und Urlaube auf Luxusjachten sind da noch das wenigste… Erst neulich war wieder ein entsprechender Bericht darüber im Fernsehen (in einer dieser Reportage-Sendungen, ich weiß nicht mehr, ob es „Monitor“, „Report“, „Fakt“ oder was ähnliches war, ist auch egal)
Mit der Behauptung, Ärzte würden nicht mit
gesicherten Methoden arbeiten, ist das absolut nicht zu
vereinbaren.
Du tutst ja so, als würden die lieben guten menschenfreundlichen Ärzte ganz allein selbstlos zum Wohle der Patienten handeln und völlig unbeeinflusst sein von regelmäßigen Besuchen von Pharma-Vertretern. Das ist wohl etwas naiv. Schöne Theorie.
Der Beruf des Arztes dürfte wohl zu jenen gehören, die in
unserer Gesellschaft am stärksten an den aktuellen
Entwicklungen der Wissenschaft orientiert ist.
Was nachweislich nicht richtig ist. Da werden Forschungsergebnisse aus den USA und von anderenorts einfach verschwiegen, weil es der Pharma-Lobby nicht in den Kram passt. Diese haben obendrein das Geld, diese seriösen Wissenschaftler dann mit entsprechenden Kampagnen zu verunglimpfen und in den Schmutz zu ziehen und ihre eigenen, ihnen wohlgesonnenen Weißkittel mittels „Unterstützung für die Forschungsvorhaben“ so an sich zu binden, dass diese dann Gegengutachten (von wem sind die wohl in Auftrag gegeben??) publizieren, die die Ergebnisse der unabhängigen Forscher lautstark widerlegen.
Ich sag Dir Eines: Wenn Du dieses Berufs-Ethos wirklich hast, welches Du hier von Dir gibts, dann mache Dich schon mal drauf gefasst, dass Du niemals in Deinem Beruf erfolgreich sein wirst. Dafür sorgt schon die Pharma-Industrie. Sei versichert.
Wenn es Dir aber wirklich am Wohl der Patienten gelegen ist, dann hast Du mit Sicherheit die Sympathie und Unterstützung der „kleinen Leute“, denn das ist es, was einen guten Arzt ausmacht. Offenheit für den Patienten und für neue (objektive) Forschungs-Erkenntnisse. Und letztlich würdest Du mit dieser Einstellung unserem gesamten Gemeinwesen ungeheuer viel Geld sparen und hättest dennoch eine höhere Heilungsrate als „mitschwimmende“ Ärzte.
Ich gebe hier was weiter, was aus einer Arztpraxis nach draußen gedrungen ist: Junger Arzt steigt bei altem Arzt (der wenig später in Ruhestand gehen will) in die Praxis ein. Bald wird der alte Arzt kurzzeitig krank. Als er wieder kommt, erzählt der junge dem alten, dass er dem Hr. XY, welcher schon jahrelang in die Praxis wegen des gleichen Leidens kam, das Medikament yz gegeben habe (nachdem er zuvor jahrelang das Medikament zyx bekommen hatte) und jetzt Hr. XY vollständig binnen weniger Tage wieder vollkommen gesund sei. Daraufhin fängt der alte Arzt zu fluchen und zu schimpfen an mit seinem jungen Nachfolger: „Wie kann man nur so blöd sein und dem Hr. XY das Medikament yz verschreiben, an dem Patient hätten Sie sich eine goldene Nase verdienen können! Man verschreibt so ein Medikament, womit der Patient gerade noch arbeitsfähig ist, was aber garantiert, dass der Patient wieder kommt!“ Auch wenn ich diese Begebenheit nur mündlich und über Dritte weiß, so glaube ich das auf das erste Wort. Aber genau das ist die Haltung, die unserem Gesundheitswesen das Genick bricht. Leider hat das die Politik immer noch nicht verstanden.
Und das ist
auch gut so. Wissenschaftliche Erkenntnisse finden innerhalb
kürzester Zeit Eingang in die gängigen Lehrbücher für
Studenten, Facharztanwärter und alle anderen seit vielen
Jahren schon praktizierenden Ärzten.
blanke Theorie. Schön wäre es ja.
Zudem sorgt ein dichtes
Netz an Fortbildungsveranstaltungen
finanziert von der Pharma-Industrie
für die nötige Aktualität
und Vernebelung der Ärzteschaft
im Berufsalltag. Nicht zu vergessen die an den meisten
Universitätskliniken vorgeschriebene Forschungs- und
Lehrtätigkeit für alle ärztlichen Mitarbeiter.
welche oftmals von der Pharma-Industrie zumindest mitfinanziert wird. Der Staat hat schon lange kein Geld mehr für eigene Forschung.
Schon alleine durch dieses rasante Tempo ist jeder einzelne,
ob Student oder Arzt, ständig dazu angehalten, alles zu
hinterfragen und es mit altem Wissen zu verknüpfen. Wer sich
nicht mit der Materie auskennt, weil er schlicht und
ergreifend nicht das nötige Detailwissen hat, sieht da schnell
alt aus.
Vor allem das Unter-den-Teppich-Kehren ist - besonders bei chronischen Krankheiten - gefragt.
(Ganz davon
abgesehen, dass in diesem Falle aufgrund international
angesehener ethischer Grundsätze der Entzug der Approbation
drohen würde…)
wo kein Kläger da kein Richter. Und dass ein Patient gegen einen Arzt klagt und auch noch gewinnt, das ist immer noch die Seltenheit. Dem Patienten fehlt oftmals schlicht das Wissen, dass ein (teilweise über Jahre andauernder) Behandlungsfehler vorliegt.
Es gibt Untersuchungen, wonach sich die allermeisten Ärzte nur mit den 50 häufigsten Krankheiten so einigermaßen auskennen. Alle anderen Krankheiten werden oft nicht erkannt (= falsche Diagnose mit der Folge einer falschen, oft für den Patienten fatalen, Therapie) oder im günstigsten Fall noch zu einem Facharzt überwiesen, wobei für diese das oben gesagte genau so gilt. Würden alle Ärzte nach Deinen Aussagen handeln, so hätten wir ca. 80% weniger Chroniker in unserer Gesellschaft.
Behalte Dir Deine guten Vorsätze! Und viel Erfolg für das weitere Studium
Mit freundlichem Gruß
Alexander