Heimat-los

Mit meinem Artikel starte ich wieder einmal einen Versuch, eine Frage zu klären, die mich schon seit ich denken kann beschäftigt. Vielleicht weiß jemand etwas dazu?
Was könnte Ursache dafür sein, dass sich jemand nirgendwo wirklich „zuhause“ fühlt? Weder dort, wo derjenige (geboren und) aufgewachsen ist, noch überall dort, wo er jemals gewohnt hat. Wie kommt das?
Mal habe ich gedacht, dieses „lose“ Gefühl hängt von den Menschen ab, mit denen man lebt (Familie, nähere Umgebung), aber das war nicht der Grund. Dann dachte ich, es ist so, weil man den Lebensraum nicht mag (Stadt zB), aber am Land war’s nicht anders.

Hat jemand Erfahrung mit Menschen, die so empfinden?

Was könnte Ursache dafür sein, dass sich jemand nirgendwo
wirklich „zuhause“ fühlt? Weder dort, wo derjenige (geboren
und) aufgewachsen ist, noch überall dort, wo er jemals gewohnt
hat. Wie kommt das?

Du fühlst Dich als Fremder unter Fremden, nehme ich an.

Da kann ich Dir nur eine Antwort geben: Du stehst geistig über der allgemeinen Menschheit. Anderenfalls würdest Du Dich unter Menschen wohl fühlen.

mfg
rolf

Hat jemand Erfahrung mit Menschen, die so empfinden?

Ja, habe ich - mit mir nämlich. Und mit manch anderen Menschen.
Ich bin gerade nach 13 Jahren Ausland wieder in Deutschland - nicht erst jetzt fange ich mir die Frage, was ich als ‚Heimat‘, wo ich zu Hause bin, ansehe. Aber jetzt kommt zusätzlich noch ne riesige Identitätskrise dazu. Nicht eine, die mich fertigmacht - es ist eher witzig, zumindest jetzt, wo Leute meine Situation verstanden haben.
Jetzt kann ich mich darüber nämlich mit Freunden austauschen, und es kommt immer mehr und mehr interessantes, allgemeingültiges, was Kultur und Kulturen anbetrifft, bei raus.

'tschuldige, bin gerade so etwas in Fahrt, weil ich seit Tagen quasi nichts mehr anderes denke. Ich könnte echt nen Buch schreiben über meine völlig bizarren Erlebnisse hier, als ‚Ausländerin in meinem eigenen Land‘.

Aber darum geht es Dir ja gar nicht.
Wenn Du Dich über Deine Frage austauschen willst, mail mich an.
Ich hätte da so’n paar Ansatzpunkte (angefangen mit Deiner ViKa - eh, neugierig, kommunikativ & …?).

Anyway, best of luck,
Isabel

Da kann ich Dir nur eine Antwort geben: Du stehst geistig über
der allgemeinen Menschheit. Anderenfalls würdest Du Dich unter
Menschen wohl fühlen.

Na wusch, jetzt bin ich baff … also, Rolf, wenn ich nicht ganz genau wüßte, dass es definitiv NICHT so ist, würde ich das glatt als Kompliment werten *mirdieWortefehlen* …

Nein, jetzt im Ernst, so kann’s nicht sein. Denn überall, wo ich jemals in meinem Leben war, hab’ ich „meinesgleichen“ getroffen - wie es übrigens jedem Anderen auch ergeht. Außerdem könnt’ ich nicht sagen, dass ich mich unwohl fühle dort, wo ich wohne bzw. gewohnt hab’ - von den Menschen um mich herum mein’ ich. Neinnein, diesen Grund kann ich ausschließen.
Überdies: Wo hatte ich erwähnt, dass ich mit der Beschreibung mich gemeint hab?? *michdochsehrverwundere*

Überdies: Wo hatte ich erwähnt, dass ich mit der Beschreibung
mich gemeint hab?? *michdochsehrverwundere*

Hm, das hatte ich übersehen. Aber es stimmt schon, dieses Gefühl taucht nur bei Menschen auf die sehr bewußt sind. Sie empfinden die Trennung durch das Ego sehr intensiv und fühlen sich daher nirgendwo richtig zu Hause.

rolf

Hi!

Interessante Frage! :wink:

Eine Antwort hab ich auch nicht wirklich, erst recht keine allgemeingültige. Ich denk mal, es ist bei jedem „heimatlos“-fühlenden anders…

Ich fühl mich auch heimatlos, hängt aber von der Definition ab. Ich definiere sich-heimisch-fühlen so: man hat schon immer/sehr lange an einem Ort gelebt, verbindet mit dort viele (wertvolle?) Erinnerungen und möchte dort gar nicht weg. Zieht man doch weg, hat man aber den Wunsch, wieder irgendwann zurückzukehren.

Ich bin in jungen Jahren (so mit 5) nach Deutschland gekommen und dann paar wenige Male innerhalb der BRD umgezogen. Ich sehe mich deswegen als heimatlos, weil es keinen Ort gibt auf der Welt, an den ich UNBEDINGT zurückkehren will. Ich könnte überall leben, auch im Ausland, und auch woanders fühle ich mich durchaus wohl, bin aber nicht zwangsweise an den Ort gebunden.

Vielleicht liegt es daran, daß meine Erinnerungen - Kindheit und auch jüngste Zeit - nicht an einen bestimmten Ort gebunden sind. Viele müssen ja nur durch ihren Ort laufen und „sehen“ praktisch ihre Vergangenheit: „ach, und da bin ich zur Schule gegangen…Von diesem Baum fiel ich mal runter…“ etc.
Ich hingegen mußte mir die Erinnerungen anders bewahren, also ohne so eine „Gedächtnisstütze“ *g*

Ich weiß nciht, ob es wirklich daran liegt, aber so habe ich es mir bisher immer erklärt.

Gruß,
Sharon

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*scharfnachdenkundnichtdraufkomm* … Inwiefern „Trennung durch das Ego“? Trennung wovon?

*scharfnachdenkundnichtdraufkomm* … Inwiefern „Trennung
durch das Ego“? Trennung wovon?

Trennung vom Ursprung, von der Einheit.

rolf

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Was ist bloß mit der Heimat los?
Hallo Profound
Mir gehts da noch ein bißchen anders. Ich bin seit meiner Kindheit eigentlich mit (mindestens) zwei Landschaften identifiziert bzw. fühle mich in beiden zuhause: Berlin und Ascona. Es würde mir schwer fallen, auf eins von beiden zu verzichten. Dazu kommt noch, dass ich gerne ein „zweites Standbein“ habe im Leben. Man sollte ja auch nicht sein ganzes Vermögen auf eine Aktie setzen, oder?
Ich weiß schon, Du meinst etwas anderes mit Deinem eher negativ getönten Gefühl von Heimatlosigkeit, ich wollte das hiermit auch keineswegs „wegbügeln“, sondern nur einfach mal assoziativ mein Heimat- oder Lebens-Gefühl daneben stellen.
Übrigens fühle ich mich auch sehr in Europa allgemein zuhause (nicht nur jetzt aktuell als „alter Europäer“, dank der Aufälle der US-Regierung); ich fühle mich gleichsam von Europa umgeben wie vom mütterlichen Morgenmantel, wenn man sich früh-frierend in der Küche ein warmes Glas Kakao holen wollte als Kind.
Gruss, Branden

Lieber Rolf,

Trennung vom Ursprung, von der Einheit.

Ich kann Dir da nur zustimmen. Wenn ich nicht bei mir bin, kann ich auch nirgendwo anders „sein“.
Aber es scheint mir nicht nur die Abtrennung vom „Selbst“. Als meine Mutter starb, fühlte ich mich plötzlich furchtbar einsam, ein Gefühl, dass ich in dem Maße nicht kannte. Und in dieser Einsamkeit verlor ich auch den Bezug zu meiner Umgebung, d.h. ich war Heimat-los, bis die Trauer zurücktrat und nicht mehr Lebensmittelpunkt war.
Herzlichen Gruß,
Anja

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Hai, Profound,

ich denke, ein Teil dieses Gefühls ist, schicht und ergreifend, genetisch bedingt.
Mein Gedanke hinter dieser Aussage ist folgender: die Menschheit hat sich vor x-tausend Jahren, als der Ackerbau entdeckt wurde, in zwei Gruppen aufgeteilt - die Seßhaften und die nicht-Seßhaften.
Für die nicht-Seßhaften ist es unbedingt notwendig, regelmäßig die Umgebung zu wechseln, um die natürlichen Ressourcen nicht zu sehr zu strapazieren - eine „innere Unruhe“ verhindert, daß die Gruppe zu lange an einem Ort bleibt, ist also von Vorteil.
Anders bei den Seßhaften: dauernd woanders hinzuwollen ist von Nachteil, weil Äcker z.B. ja rund ums Jahr gepflegt sein wollen…

Ich denke, daß die, die sich unter den Seßhaften befanden, diese Unruhe, den Wandertrieb, aber weiter stark empfanden, irgendwann ihre Gruppe verlassen haben, um dem Drang nachzugeben und andererseits die, die zu den Wandernden gehörten, aber den Drang nicht so stark empfanden, irgendwann bei einer Seßhaften Gruppe „hängen blieben“. Das Ergebnis war eine Trennung, die ein paar Jahrtausende Zeit hatte, sich zu verstärken.

Obwohl hier in Mitteleuropa der größte Teil der Bevölkerung seßhaft ist, gibt es doch immer wieder Menschen, bei denen der Drang zu Wandern so stark ist, daß sich das Gefühl „hierher zu gehören“ bei ihnen nie einstellt.

Natürlich ist das kein Entweder-Oder, es gibt in der Beziehung unendlich viele Abstufungen - ich glaube, diese Abstufungen kann man an dem Urlaubsverhalten der Menschen erkennen: manche müssen mindestens einmal im Jahr den Ort wechseln, was anderes sehen, eben „wandern“, andere bleiben zuhause oder fahren immer an den gleichen Ort (möglichst in der gleichen Klimazone, noch besser im gleichen Land) und die Extreme an beiden Enden sind die Menschen, die ständig unterwegs sein müssen, um glücklich zu sein (unterhalte Dich mal mit Schaustellern) und die Menschen, für die eine Urlaubsreise fast schon eine Form von Folter ist (ich erinnere mich an einen Artikel hier im w-w-w von jemand, der immer entsetzlich unglücklich war, wenn’s in Urlaub ging…)

Oder das ganze in kurz: Menschen kommen in allen Farben und Formen, manche schwarzhaarig, andere blond, manche sanft, manche aggressiv, manche sind seßhaft, manche müssen unterwegs sein…

Ihre Gefühle sind eben dazu passend und wir brauchen sie alle…

Gruß
Sibylle (seßhaft)

Trennung vom Ursprung, von der Einheit …

… dieses Gefühl taucht nur bei Menschen auf die sehr bewußt sind. Sie empfinden die Trennung durch das Ego sehr intensiv …

Hm, das würde zusammengefasst bedeuten:
Jemand, der „bewusst“ ist, ist von sich selbst getrennt, anders ausgedrückt uneinig mit sich selbst, mit sich selbst nicht im Reinen. Meinst Du das so, Rolf??
Die profunde Esoterik vereint das Sich-Bewusst-Sein jedoch mit der Einheit mit dem Selbst. Und, offen gestanden, für mich persönlich ist die Sache einfach rund, wenn ich’s grade umgekehrt betrachte. Dass der plötzliche Verlust einer starken Bezugsperson wie bei Dir, Anja, zu solchen Empfindungen führt, kann ich gut nachvollziehen. Aber bei mir war kein solcher vorhanden. Zumindest nicht in dieser Weise. Hm, … müsst ich mal drüber nachdenken …

Und in dieser Einsamkeit verlor ich auch den Bezug zu meiner Umgebung

Deinen Bezug zur Einsamkeit in dieser Hinsicht finde ich nachdenkenswert. Ich stelle eben sehr überrascht fest, dass an dieses heimatlose Gefühl tatsächlich Einsamkeit gekoppelt zu sein scheint. Zwingend? Oder ergibt eine zutiefst einsame Seele automatisch „Bezugslosigkeit“ zur Umgebung (egal, welche Menschen um einen herum sind), und damit die Heimat-Losigkeit?

Branden, kannst Du einen (oder mehrere) spezifische Gründe verifizieren, der Dich zu Deiner Identifikation mit (u.a.) Berlin und Ascona veranlasst?

Ich bin seit meiner Kindheit eigentlich mit (mindestens) zwei Landschaften identifiziert bzw. fühle mich in beiden zuhause: Berlin und Ascona.

Weil Du damit im Zusammenhang „Lebensgefühl“ erwähnst: ist es die dortige Kultur, die Mentalität der Menschen dort, oder das, was Du in subjektiver Weise (aufgrund Erfahrung, Erzählung, …) damit verbindest?

Du meinst, Sharon, die Heimatverbundenheit hängt an den (im Grunde) angenehmen Erinnerungen, die man an einem (meist Kindheits-) Ort sammelt? … Mag sein, dass dies bei vielen (oder sogar im Normalfall?) DIE Heimat ausmacht. Für mich gibt es da keinerlei Zusammenhang, beides sind absolut voneinander getrennte Themen. Zwar wird man einen Ort (an dem man sich lange aufgehalten hat oder gar als wohnhaft gemeldet war) durch positive Ereignisse in angenehmer Erinnerung haben, aber das dies die Heimat ausmache, kann ich absolut nicht nachvollziehen. Was aber nicht heißt, dass es nicht so ist, das will ich hier nochmals festhalten.

Sorry, wenn ich in einer einzigen Antwort auf alle Eure Kommentare Bezug nehme, aber ich weiß ehrlich gesagt nicht wirklich, wie ich das sonst machen könnte. Auf jeden Beitrag eine extra Antwort zu schreiben erscheint mir sowohl für Euch, aber auch für mich sehr mühsam zu sein. Ihr könnt mir aber ruhig sagen, was Sache ist :wink:

In diesem Sinne bin ich hocherfreut, so vielseitige Gedankenanstösse zu bekommen!

Es gibt auch die Umkehrung, die aber irgendwie auf dasselbe hinauskommt:

„Überall (sofort) zu Hause!“

Dazu gehöre ich !

Gruß
Merkur

Es gibt auch die Umkehrung, die aber irgendwie auf dasselbe
hinauskommt:

„Überall (sofort) zu Hause!“

Dazu gehöre ich !

Das glaub ich Dir nicht so ganz - eh, nicht, dass Du dich nicht gleich überall zu Hause fühlst, denn zu den Menschen gehöre ich auch.
Ich meine, dass es eine Umkehrung ist - da hast Du schon recht, sie kommt auf dasselbe raus.

Weiss nicht, was Du treibst, wo Du lebst, wie alt Du bist, und an wievielen verschiedenen Orten & Plätzen in der Welt Du schon gelebt hast. Dass man sich überall auf ersten Anhieb pudelwohl fühlt, ja, das kenne ich, und das ist ja auch toll.

Aber, wenn Du Dich jetzt, von heute auf morgen, zB weil Du ne Frau bist und gerade festgestellt hast, dass Du schwanger bist, entscheiden musst: Bleib ich hier? Geh ich heim?
Und sich bei der Frage ‚geh ich heim?‘ sofort die Frage stellt, eh, ja, wo könnte ich denn hingehen, ich hab ja gar keine Heimat??,
dann merkst Du nämlich, dass es in der Tat bei beidem aufs gleiche rauskommt.

Gruss, Isabel

Ich bin höchstens in mir zu Hause, und das auch nicht immer. Das mag daher rühren das ich oft das Gefühl hatte nicht dazu zu gehören und mich eher als störend empfunden habe. Das ging soweit das ich einer Beziehung nicht nachvollziehen bzw. mir vorstellen konnte geliebt zu werden. Die Ursache dafür ist glaub ich einfach ein höllischer Minderwertigkeitskomplex (wer hätte das gedacht…) oder einfach die Tatsache das es mir unmöglich ist mein wirklichstes Inneres das ich als nichtsprachlich empfinde in Gesten und Sprache zu fassen und soetwas wie eine Einbindung herzustellen, die letzendlich zu Zusammenhängen führen würde die mir soetws wie ein Zuhause geben würde. Hört sich schlimm an, ist es für mich aber nicht (mehr). Ich kann gut ohne zu Hause leben und empfinde die Abgetrenntheit einfach als normal und prinzipiell, nicht das ich nicht teilnehmen könnte, das ist es nicht, die Reichweite ist für mich einfach nicht gegeben und ich kann einfach keine wahre Bindung, also eine Bindung die bindend wäre, empfinden. Ich bin aber sehrwohl liebesfähig, nur bedeutet für mich Lieben an dem Leben anderer teilzuhaben, indem ich sie subjektiv wahrnehme. Ich ergötze mich an dem Leben des Geliebten ohne Festes zu fordern. Oder um es mit Tricky zu sagen: ‚this one will break your bones, can’t build a steady home‘…
T.

Hallo profund !

Mit meinem Artikel starte ich wieder einmal einen Versuch,
eine Frage zu klären, die mich schon seit ich denken kann
beschäftigt. Vielleicht weiß jemand etwas dazu?

Mal schaun.

Was könnte Ursache dafür sein, dass sich jemand nirgendwo
wirklich „zuhause“ fühlt? Weder dort, wo derjenige (geboren
und) aufgewachsen ist, noch überall dort, wo er jemals gewohnt
hat. Wie kommt das?

Für „jemand“ schwierig zu beantworten. Vermutlich gibts fürs fehlende Heimatgefühl auch mehrere Gründe.

Mal habe ich gedacht, dieses „lose“ Gefühl hängt von den
Menschen ab, mit denen man lebt (Familie, nähere Umgebung),
aber das war nicht der Grund. Dann dachte ich, es ist so, weil
man den Lebensraum nicht mag (Stadt zB), aber am Land war’s
nicht anders.
Hat jemand Erfahrung mit Menschen, die so empfinden?

Ja, ich, mit mir. Das „Sich-Nirgendwo-Zuhause-Fühlen“ kenn ich sehr gut. Ich bin insgesamt neun Mal übersiedelt mit teilweise weiten Entfernungen zwischen den Orten.
Angefangen hats als Kind: Das erste Mal bin ich mit 3 gesiedelt, das zweite Mal (daran kann ich mich erinnern) war ich 5 Jahre alt. Meine weiteste Übersiedlung hatte ich als 8-Jähriger (Distanz 220km), mit 9 1/2, dann mit 11 (50km), mit 18 (10km), mit 19 2mal (studien- [200km] und Familien-gründungs-bedingt *grins*) und dann noch Mal mit 25 (6km). Die Übersiedlungen ohne Kilometerangabe fanden am gleichen Ort statt.
Meist fällt mir das „Sich-Nirgendwo-Zuhause-Fühlen“-Gefühl gar nicht besonders auf, ich kann gut mit Menschen. Wenn emotional was quer rennt - ist sehr selten der Fall - oder ich mich bewusst mit diesem Gefühl auseinandersetz, dann schon, allerdings tut das Gefühl eher weh, ist zumindest unangenehm.
Für mich erklären kann ichs schon, nur gegens Wehtun hilft die rationale Erklärung leider nicht. Zuhause-Sein heißt für mich zwischenmenschliche Bindungen aufbauen können und Übersiedeln bedeutete für mich fast immer den kompletten Abbau aller aufgebauten Beziehungen. Das heißt also, dass ich als Kind und auch noch als Erwachsener mehrfach fast mein komplettes Beziehungsgeflecht wieder neu aufbauen musste. Als Kind ist das gar nicht so einfach, vor allem dann, wenn Du in vorgeformte Gruppen kommst (Schule). Allerdings ist diese Erfahrung und das Aufbauen-Müssen auch von Vorteil. Ich tu mich beim Aufbau neuer Beziehungen nicht schwer.

Grüße
Wolkenstein

Trennung vom Ursprung, von der Einheit …

… dieses Gefühl taucht nur bei Menschen auf die sehr bewußt sind. Sie empfinden die Trennung durch das Ego sehr intensiv …

Hm, das würde zusammengefasst bedeuten:
Jemand, der „bewusst“ ist, ist von sich selbst getrennt,
anders ausgedrückt uneinig mit sich selbst, mit sich selbst
nicht im Reinen. Meinst Du das so, Rolf??
Die profunde Esoterik vereint das Sich-Bewusst-Sein jedoch mit
der Einheit mit dem Selbst.

Nein, die Trennung geschieht automatisch durch die Geburt ins Leben. Das Resultat ist das trennende Ego. Das seelische Wesen hat diese Trennung nicht, es lebt in der Einheit des Seins.

Je bewußter ein Mensch ist, desto eher spürt er diesen Verlust und leidet folgedessen.

rolf

Zuhause-Sein heißt für mich
zwischenmenschliche Bindungen aufbauen können

Ja, Wolkenstein, das dachte ich auch lange Zeit. Aber nachdem sich Freundschaften bei mir ungewöhnlich leicht entwickeln, in der Regel sehr dauerhaft sind (trotz Ortswechsel) und ich diese auch immer wahrhaft gepflegt habe, habe ich nie dieses Gefühl verspürt, irgendwo „eingebettet“ zu sein. Deshalb der Schluß, dass zu Hause für mich unabhängig von meinen mitmenschlichen Kontakten ist.

Allerdings ist diese Erfahrung und das Aufbauen-Müssen auch
von Vorteil.

So empfinde ich das auch, ich würde es sogar „erfrischend“ bezeichnen :wink:

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Je bewußter ein Mensch ist, desto eher spürt er diesen Verlust
und leidet folgedessen.

Ok, Rolf … wenn Du von dieser Ansicht ausgehst, muss diese starke Empfindung des Getrennt-Seins einen ganz bestimmten (Lern-) Zweck haben. Welchen?

Und mit dem bewußten Wissen ob dieser Trennung muss ich (und das nicht nur theoretisch) fähig sein, trotz des „trennenden Ego’s“ Einheit in meinem Sein zu (er-)leben. Mit dem hohen Ziel, dies immer so tun zu können. Was dann dazu führen müsste, sich seiner Lebensaufgabe bewußt zu werden und diese natürlich dann auch erfüllen zu können.

Naja, das ist jetzt alles seeeehr theoretisch. Bei dem Grund für meine Heimat-Losigkeit kann ich mir also aussuchen, wo ich anfange zu überlegen. Irgendwie hab’ ich gedacht, die Antwort wäre wesentlich leichter zu eruieren. Aber wer weiß, vielleicht bin ich ja gar von einem anderen Stern und nur irrtümlich hier auf der Erde?? Alles ist möglich …
*michleichtentmutigtfühl* und einfach nicht akzeptieren will, dass alles so kompliziert sein muss!! *grummelgrummel*

Niemand soll sich jetzt bitte persönlich angegriffen fühlen, es ist nur so meine Art, die Dinge so zu schreiben, wie ich sie empfinde.

Danke,
profound

Mögliche Diagnose
Hi,

Das seelische Wesen
hat diese Trennung nicht, es lebt in der Einheit des Seins.

Je bewußter ein Mensch ist, desto eher spürt er diesen Verlust
und leidet folgedessen.

was du beschreibst, ist schlichtweg eine Dissoziations-Störung, das kann als Symptom auf verschiedene Störungen hinweisen. Du berichtest ja in dem anderen Thread auch über Halluzinationen (Geruch von Menschen mit schizoider Persönlichkeitsstörung), beides zusammen könnte man als Hinweis sehen, daß eine behandlungsbedürftige psychische Störung vorliegt, z.B. Borderline-Störung.

Gruß

Yoyi

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