Heimlicher Aglizismus?

„Die Tür öffnet automatisch“ lese ich in der Bahn, wenn ich von einem Wagen in einen anderen gehe. Ist das eigentlich gutes Deutsch? Nach meinem Sprachgefühl müsste es heißen: „Die Tür öffnet sich automatisch.“
Ähnliches erlebe ich in der S-Bahn, wenn mich eine freundliche Stimme aus dem Lautsprecher informiert: „Türen öffnen links.“
Eine Tür kann nicht öffnen; sie kann aber geöffnet werden oder sich öffnen.
Da man im Englischen oft nicht zwischen transitiven und reflexiven Verben unterscheidet, vermute ich, dass sich hier ein heimlicher Anglizismus eingeschlichen hat. Oder?
Herzliche Grüße
Martin

Hallo,
ich gebe Folgendes zu bedenken:
Der Laden öffnet immer um 9 Uhr.
LG

Der könnte seine Türen öffnen. Dabei ist der Laden die „Gesellschaft“ dahinter.

mfg,
Ché Netzer

Der könnte seine Türen öffnen. Dabei ist der Laden die
„Gesellschaft“ dahinter.

wenn du meinst, aber dann gebe ich zu bedenken „das Ventil öffnet“. Niemand sagt „das Ventil öffnet sich“, und eine Tür ist nur ein Ventil für Menschen.

Gruss Reinhard

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Die Formulierung habe ich nie gehört… Immer nur „Das Ventil wird geöffnet“ oder „… öffnet das Ventil“.
Und das könnte ja genauso „falsch“ sein wie das mit den Türen. „öffnen“ kenne ich jedenfalls nur transitiv.

mfg,
Ché Netzer

Hi,

http://de.wikipedia.org/wiki/Metonymie

die Franzi

Nein, nein …
Hi Martin,

Nach meinem Sprachgefühl müsste es heißen: „Die
Tür öffnet sich automatisch.“

Das ist aber doch auch falsch! Nicht die Tür öffnet sich sondern wird durch irgendeine Mechanik geöffnet.

Ich vermute keine Wissenschaftlichkeit hinter diesen verkürzten Angaben oder Anweisungen sondern lediglich eine auf die absolut notwendigen Fakten verkürzte Auskunft.

Gruß,
Anja

Hallo Anja,

Das ist aber doch auch falsch! Nicht die Tür öffnet sich
sondern wird durch irgendeine Mechanik geöffnet.

Ja, abe diese Mechanik ist Teil der Automatik-Tür. Daher öffnet sie sich schon selbst (genau das unterscheidet sie von einer normalen Tür).

Gruß

Anwar

Die Formulierung habe ich nie gehört…

Möglicherweise kein Anglizsmus, sondern Technikerjargon.
Ich müsste mal in meiner älteren Literatur über Dampflokomotiven nachlesen, ob das da auch schon vorkam. könnte als solcher dann doch wuieder ein (alter) Anglizismus sein aus den nfangstagen der Dampfmaschine.

Lg,
Max

Das erklärt alles! :wink:
Danke!

OT: ‚Gruß‘

Gruss

Gruß mit „ß“!

Hallo Anja,

Nach meinem Sprachgefühl müsste es heißen: „Die
Tür öffnet sich automatisch.“

Das ist aber doch auch falsch! Nicht die Tür öffnet sich
sondern wird durch irgendeine Mechanik geöffnet.

Ist das ironisch gemeint? „Sich öffnen“ ist ja hier nicht transitiv mit einem einfach Reflexivpronomen (à la „der Vogel putzt sich“), sondern reflexiv. Mit „dir Tür öffnet sich“ vollführt die Tür keine Handlung an sich selbst, sondern es geschieht etwas mit ihr. Im Deutschen wird das (oft) mit „sich“ ausgedrückt. Es wäre ja auch töricht, sich über Ausdrücke wie „wie schreibt sich dieses Wort?“ lustig zu machen, denn sie sind völlig korrekt im Deutschen. Es gibt semantisch gesehen eben einen kleinen Unterschied zwischen transitiven und reflexiv gebrauchten Verben.

Gruß,

  • André
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…und, wo ich’s gerade wieder sehe:
DAS geht mir auch auf die Ketten, dieses Abwatschen im Vorbeigehen.

Gruss

Gruß mit „ß“!

Er kann seine Grüße schreiben, wie er mag. Tust du ja mit deinen daßen auch.

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…und, wo ich’s gerade wieder sehe:
DAS geht mir auch auf die Ketten, dieses Abwatschen im
Vorbeigehen.

Eine Belehrung ist KEIN „Abwatschen“!!! Eine Belehrung ist WERTVOLL!!

Gruss

Gruß mit „ß“!

Er kann seine Grüße schreiben, wie er mag. Tust du ja mit
deinen daßen auch.

Nein. „Gruß“ schreibt sich nach wie vor mit „ß“! „Daß“ ist gemäß der Klassischen Rechschreibung (die ich, wie Du vielleicht weißt, verwende) korrekt. „Gruss“ war noch nie korrekt und ist es auch gemäß den Regeln der RR nicht!

„Gruss“ war noch nie korrekt und ist es auch gemäß den Regeln der RR nicht!

Doch - in der Schweiz: http://www.canoo.net/services/GermanSpelling/ueberbl…

=^…^=

„Die spinnen, die Schweizer!“

Eine Belehrung ist KEIN „Abwatschen“!!! Eine Belehrung ist
WERTVOLL!!

WENN sie freundlich und erklärend vorgebracht wird schon.

Gruss

Gruß mit „ß“!

Er kann seine Grüße schreiben, wie er mag. Tust du ja mit
deinen daßen auch.

„Gruss“ war noch nie
korrekt und ist es auch gemäß den Regeln der RR nicht!

Darum geht es aber nicht.
Kunststoffflasche und Dampfschifffahrt schreibe ich (normalerweise) nicht, obwohl eines davon auch schon vor der RR korrekt war.
Hoffentlich muss ich dir nicht mal aus der Heimat schreiben, dann saehe das naemlich, tastaturbedingt, so aus.
Ginge dann die Welt unter ?
Gruesse

Eine Belehrung ist KEIN „Abwatschen“!!! Eine Belehrung ist
WERTVOLL!!

WENN sie freundlich und erklärend vorgebracht wird schon.

Gruss

Gruß mit „ß“!

Da gibts nichts zu erklären. Und freundlich genug ist es eh, da ich immerhin informierend-belehrend einschreite statt derartiges in arroganter Manier zu ignorieren!

.

„Gruss“ war noch nie korrekt und ist es auch gemäß den Regeln der RR nicht!

Darum geht es aber nicht.

Doch, genau DARUM geht es!!

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Herzlichen Dank für euer aller Interesse an meiner Frage nach dem mutmaßlichen heimlichen Anglizismus!
Ich bin erleichtert, dass ich, obwohl ich in der Überschrift ein wichtiges n ausgelassen hatte, nicht gebackpfeift worden bin. (Wir sollten jetzt nicht darüber diskutieren, ob es vielleicht „gebackpfiffen“ heißen müsste.)
Was mir wichtig wäre: eine kundige Antwort auf die Frage, ob die klammheimliche Umwandlung eines transitiven Verbs in ein intransitives, wenn nicht gar reflexives, eine Übernahme englischer Sprachgewohnheiten ist. Zur Erklärung: Das englische Verb „to grow“ heißt nicht nur „wachsen“, sondern auch „wachsen lassen“ oder „anpflanzen“, kann also sowohl intransitiv als auch transitiv sein. (Ähnliches gilt für „to run“.) Also: Englischer Einfluss, wenn eine „Tür öffnet“?
Herzliche Grüße
Martin

Ist denn schon geklärt, ob es sich überhaupt um eine solche Umwandlung handelt? Mir ist es nicht klar (geworden).

Was die „Grußauguste“ betrifft fallt mir ja nur Nestroy ein: Da streiten sich die Leut herum, oft um den Wert des Glücks, der eine heißt den andern dumm, am End weiß keiner nix.

Liebe Grüße
Livia