Heisses Öl im Mittelalter

Guten Abend

In meiner Schulzeit hat sich plötzlich eine Frage ergeben, die ich bis heute nicht sicher beantwortet weiss. Deshalb wage ich hier eine Äusserung derselben.

Mein Physiklehrer meinte einmal, als die Rede davon war, ihm sei schleierhaft, wieso im Mittelalter Öl erhitzt und über die Feinde geschüttet wurde und nicht einfach Wasser. Beide Flüssigkeiten hätten nämlich dieselbe Wärmespeicherkapazität oder etwas Ähnliches (da bin ich mir nicht sicher, denn es ist schon etwas her und ich bin nicht vom Fach), er sehe keinen waffentechnischen Vorteil im Öl.
Nach meiner Empfindung verdampft Wasser leichter als Öl. Aber ich denke darauf wäre er als Physiker bestimmt als erstes gekommen. Deshalb meine Frage: Worin lag denn nun tatsächlich der Vorteil des Öles?

Gruss

Wiesel

Wenn mich nich alles täuscht ist es einfach so, dass der Siedepunkt von Öl höher liegt als der von Wasser? Man konnte es also heißer machen.
Oder täusche ich mich da (schon geschrieben: ich lerne noch :wink:)

Gruß
Christina

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Hallo!

Meine Erklärungen dazu:

  • Wasser lässt sich „nur“ auf 100°C erhitzen, Öl hingegen - abhängig von der Art - auf bis zu 200°C
  • die Haut lässt sich aufgrund ihrer lipophilen Eigenschaft besser durch Öl benetzen, als durch Wasser.
    Beides in Kombination verursacht schwere Verbrennungen, die die durch Wasser verursachten Verbrennungen (eher als Verbrühungen zu bezeichnen) in den Schatten stellen. Wer einmal eine Verbrennung durch flüssiges Fett gesehen hat, weiß, wovon ich spreche.

Es hatte also durchaus einen Sinn, soetwas Wertvolles wie Öl/Fett, zu verschwenden, indem man es dem Feind über den Leib gießt. Die psychologische Wirkung muss enorm gewesen sein.

mfG Dirk

Hallo!

Ich würde einfach mal tippen, weil Öl im Gegensatz zu Wasser brennt, wenn es vorher erhitzt ist…

Ich denke, das ist ein Vorteil, welcher Kriegstechnisch nicht Wirklich von der Hand zu weisen ist.

Lieben Gruß
Patrick

Hallo

Danke für Deine Antwort

Wenn mich nich alles täuscht ist es einfach so, dass der
Siedepunkt von Öl höher liegt als der von Wasser? Man konnte
es also heißer machen.

Das ist ja das, was ich bereits vermutet hatte. Aber Du scheisnt Dir nicht sicher zu sein. Ich möchte zu bedenken geben, dass der Mann Physiker war/ist. Des Rätsels Lösung kann doch daher nicht so simpel sein?!

Gruss

Wiesel

Ergänzung:
Das heiße Pech klebt auch noch so schön auf der Haut oder auf der Bekleidung. Das ist natürlich besonders schön, wenn es brennend vergossen wurde.
Mit freundlichen Grüßen

Ulf

Hallo Wiesel,

zusätzlich zu dem bereits Gesagten: heißes Öl wurde für gewöhnlich über Feinde gekippt, die die Frechheit besaßen, eine Burg per Leiter zu stürmen. Nun… Im Gegensatz zu heißem Wasser ist Öl auch so richtig schön glitschig. Wenn die Feinde also nicht schwerste Verbrühungen davon getragen haben, sind sie von der Leiter geplumpst und waren - weil sie sich bei dem Sturz vermutlich sämtliche Knochen gebrochen haben - kampfunfähig.

Gruß

Renee

Hallo

Das heiße Pech klebt auch noch so schön auf der Haut oder auf
der Bekleidung. Das ist natürlich besonders schön, wenn es
brennend vergossen wurde.

Ist Pech nicht etwas anderes als Öl?

Gruss

Wiesel

Man bedenke immer: Der Mann ist Physiklehrer, nicht zu verwechseln mit Physiker. Physiker wissen mehr und besser. Verständlich, wenn der Stoff, mit dem man zu tun hat relativ abdeckt. Und recht wenige beschäftigen sich (leider) noch außerhalb der Schule mit ihrem Fach (außer vielleicht mal Artikel zu lesen). Ausnahmen kann man aber auch finden, z.B. hier (Gruß an michael :wink:).
Die Antwort von Patri500k ist aber auch sehr einleuchtend. Aber sagen wir mal es ist beides zusammen… Im Prinzip ist auch beides simpel genug, als das der Lehrer eigentlich hätte drauf kommen müssen, oder?

Gruß
Christina

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Hallo Wiesel,
Pech war im Mittelalter ein Sammelbegriff. Wenn Erdöl aus dem Boden sickerte, und die leichten Bestandsteile verdunstet waren, nannte man es Erdpech. Pech wurde auch aus harzreichen Hölzern gewonnen und diente z.B. als Dichtstoff.
Mit freundlichen Grüßen

Ulf

Ist Pech nicht etwas anderes als Öl?

Zusätzlich zum Gesagten dürfte bei Öl auch die Abkühlung durch Verdunstung geringer sein als bei Wasser (Dampfdruck).

LG
Stuffi

Harharhar,
Hi,

Man bedenke immer: Der Mann ist Physiklehrer, nicht zu
verwechseln mit Physiker. Physiker wissen mehr und besser.

Ich bin Physiker. Und ich wäre so schnell nicht drauf gekommen.
Muss ich mich jetzt als Lehrer bewerben?

und wech.

Nee, man kann auch einfache Sachen nicht wissen bzw. nicht drauf kommen obwohl man eigentlich sollte ohne Lehrer zu sein.
Aber dass ihr Physiker Folgepfeile und Äquivalenzpfeile gern durcheinanderschmeißt hab ich schon gemerkt…

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Physiklehrer off-topic
Hallo

Man bedenke immer: Der Mann ist Physiklehrer, nicht zu
verwechseln mit Physiker. Physiker wissen mehr und besser.

Ich dachte eigentlich, dass man hierzulande (Schweiz) auf gymnasialer Ebene ein abgeschlossenes Studium des jeweiligen Faches benötigt, um unterrichten zu dürfen. Irre ich?

Gruss

Wiesel

Danke
Das ging ja schnell. Sehr interessant, Danke an alle.

Gruss

Wiesel

Rede ich von der Schweiz? Hier ist das Lehramtsstudium auf jeden Fall fachspezifisch sehr stark eingeschränkt. Wär ja auch total unsinnig, die würden ja nie fertig werden bei mindestens zwei Fächern. Wenn die Lehrer in der Schweiz auch zwei Fächer haben kann man allein aus Logikgründen davon ausgehen, dass sie kein abgeschlossenen Studium in den einzelnen Fächern haben…

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Hallo

Rede ich von der Schweiz?

Haste Deine Tage?

Grüsse

Wiesel

Hallo !

Öl?
War es nicht flüssiges Pech? Also Teer und ähnliche Teerprodkte?

Diese Flüssigkeit übers Gesicht zu bekommen war weitaus unangenehmer als Wasser. Wasser war auch meistens durch den Flugwind wieder abgekühlt. Im Teer hielt die Wärme länger.

mfgConrad

Verfolgst du nur Klischees? Wir können ewig weitermachen. Einfach kurz logisch drüber nachdenken ob es wohl möglich wär wenn jeder Lehrer seine Fächer komplett studiert hätte und die Sache ist gegessen. Für mich im übrigen sowieso…

Gruß
Christina

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Hallo

Verfolgst du nur Klischees?

Bitte? Wenn ich hier grundlos angezickt werde, bemühe ich gerne mal das ein oder andere Klischee.

Wir können ewig weitermachen.

Womit? Anstatt mit irgendetwas „ewig weiterzumachen“ schlage ich vor, Du änderst Deinen Umgangston.

Einfach kurz logisch drüber nachdenken ob es wohl möglich wär
wenn jeder Lehrer seine Fächer komplett studiert hätte und die
Sache ist gegessen.

Für die Langsamen: Darum ging es eben nicht, sondern um den Ton. Dein Beitrag zum Thema Lehrerausbildung war rein informationstechnisch sowieso nicht das Gelbe vom Ei. Dass man üblicherweise nicht zwei volle Studien aneinanderhängt, vor allem, wenn man es sich zum Ziel gesetzt hat, den Lehrerberuf auszuüben, versteht sich von selbst.

Grüsse

Wiesel