Herausfinden, was man selbst will

Hallo,

wenn jemand sein Leben lang nicht versucht hat herauszufinden, was er selbst möchte (Gründe in der Vergangenheit sind, dass es die Eltern nicht interessiert hat, Talente ihrer Kinder zu fördern, bzw. sie mit ihren eigenen Problemen beschäftigt waren), es nun herauszufinden.

Es geht also darum, seine eigenen Talente kennen zu lernen, aber auch darum, sich an das zu halten, was man selbst will und sich nicht ständig ablenken zu lassen und zu denken, etwas bestimmtes anderes zu wollen (was bspw. eine idealisierte Person gerade tut oder das „Eltern-Ich“ erwarten könnte oder gesellschaftliche Anerkennung verspricht). Jeder ist mehr oder weniger beeinflussbar, aber was tut man am besten selbst, um das eigene Ich zu stärken, die eigene Stimme zu hören o.ä. und es so leichter hat, Entscheidungen zu fällen.

Psychotherapeuten fragen einen aus, „was fühlen Sie dabei?“, „können Sie sich vorstellen, dafür das und dies zu tun?“ - sehr detailliert (um die Eigenwahrnehmung zu stärken). Wenn man aber keinen Therapeuten zur Verfügung hat, sich selbst helfen möchte und diese strukturierte therapeutische Vorgehensweise nicht erlernt hat, wie macht man das?

Gruß, Anne

Psychotherapeuten fragen einen aus, „was fühlen Sie dabei?“,
„können Sie sich vorstellen, dafür das und dies zu tun?“ -
sehr detailliert (um die Eigenwahrnehmung zu stärken). Wenn
man aber keinen Therapeuten zur Verfügung hat, sich selbst
helfen möchte und diese strukturierte therapeutische
Vorgehensweise nicht erlernt hat, wie macht man das?

Ich weiß nicht, ob es dir weiterhilft und ich bin auch kein Psychologe, aber schau mal hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Focusing

Gruß
Micky

Wann lebt man authentisch und was bedeutet das???
Hi, Anne,

das hört sich für mich sehr bekannt an :smile:

Ein paar Postings unterhalb hab ich in der Richtung schon mal was geschrieben „Selbstkontakt und Authentizität“ vom 3.9.2008.

Candide hat sich sogar die Mühe gemacht und den Link zu besagtem Focus-Artikel rausgesucht.

Ich glaube, Deine Frage geht in diese Richtung.

Vielleicht kannst Du ja was damit anfangen.

LG, Rolo

Hallo

Wenn
man aber keinen Therapeuten zur Verfügung hat, sich selbst
helfen möchte und diese strukturierte therapeutische
Vorgehensweise nicht erlernt hat, wie macht man das?

man versucht herauszufinden was man selbst will !!
Du willst hier wieder gesagt bekommen wie man die Selbstfindung
betreibt.
Es ist DEINE Selbstfindung. Antworten hier sind die (eventuellen)
Selbstfindungen Anderer - also nicht Deine.
Mein (allgemein gehaltener) Tip:
Schau nach vorn und sehe ob Du Ziele für Dich findest.
Du wirst schon erkennen was Du willst.
„Rezepte“, „Vorgehensweisen“ ,„Therapien“ sind kontraproduktiv.
Begleitende Gespräche mit Vertrauenspersonen (nicht hier)können
hilfreich sein - mit der nötigen Distanz - sonst ist es wieder
nicht DEIN Weg, Dein Wille.
Gruß VIKTOR

Betriebsblindheit
Hi, Viktor,

interessantes Statement. Wenn das mal so leicht wäre. Was hältst Du von dem Phänomen der eigenen Betriebsblindheit? Ich meine das in erkenntnistheoretischer Hinsicht. Man schmort doch immer nur im eigenen Saft, das gilt natürlich auch für andere. Jeder schmort im eigenen Saft. Fichte war es glaub ich oder war es Schelling, der dieses Phänomen „den ewigen Regress“ nannte oder so ähnlich. Ich fand es für mich immer hilfreich, mir Anregungen von außen zu holen. Aber vielleicht war es gar nicht hilfreich und ich habe das irrtümlich nur so angenommen. Natürlich interpretiert man Anregungen von außen wieder mit seinem eigenen persönlichen Filter, wodurch man vieles zwangsläufig anders auffasst, als es vom Absender gemeint war. Und wer kann denn ernsthaft rekonstruieren, aufgrund welcher Umstände sein persönlicher Filter zustande gekommen ist? Aber vielleicht liegen die „Ratgeber“ ja auch falsch und man kann gleich nur für sich die Selbstfindung betreiben. Wenn man falsch liegt, wird man es wahrscheinlich eh nie rauskriegen :smile: Aber was heißt schon „falsch“ oder „richtig“ in diesem Zusammenhang? Vielleicht sollte man sich generell weniger Gedanken machen, weil alle Ergebnisse zu denen man gelangen kann,zwangsläufig untauglich sind.
Schönen Abend, Rolo

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Hi Rolo!

Sehr gut!!!

So geht mir das auch manchmal, wenn ich Fragen poste, allerdings in ganz anderen Brettern: Wie löse ich dieses und jendes Problem? Und kriege als Antwort: Das ist wirklich ein großes Problem, versuche, es zu lösen!

Sternchen von mir.

Grüße

Andreas

Wenn

man aber keinen Therapeuten zur Verfügung hat, sich selbst
helfen möchte und diese strukturierte therapeutische
Vorgehensweise nicht erlernt hat, wie macht man das?

So wie Freud, d.h. selber auf eigene Faust Traumanalytiker werden bzw. eine fundierte Methode zur Bewusstmachung der Inhalte des Unbewussten entwickeln. Wenn Du willst, könnte ich versuchen, Dir bei der Hilfe zur Selbsthilfe zu helfen, z.B. so: http://traumanalyse-einstiegsbeispiel.blogspot.com/

Hallo!

Dieses Problem lässt sich schon lösen, Meditation geht ja in diese Richtung, bewusste Selbstwahrnehmung. Es ist eine Lebensaufgabe, und ich glaube, das an erster Stelle das „bei sich bleiben“ steht, je nachdem, wie man strukturiert ist. Ich bin dankbar für den Link zum Focusing, vielleicht kennt auch jemand die „Partnermethode“ Co-Counseln, und mit analytischen (auch Selbst-)Gesprächen kommt man evtl. langsam auch dorthin. Wie weit das sich selbst ernst- bzw. wahrnehmen bei einem selbst ausgeprägt ist, wie selbstveständlich es ist, auf sich selbst zu hören, liegt m.E. nach an der Erziehung, dem Erlernten.

Danke auch schonmal für alle weiteren Hints.

Gruß, Anne