Herr der Ringe I - Knüller oder Flop?

Hallo allerseits.

So, nachdem ich nun gerade den so groß und breit beworbenen Film „Herr der Ringe - Die Gefährten“ gesehen habe, streiten sich in mir zwei Gefühle:

  1. Ein toller Film der eine spannende Story mit sehr schönen Bildern und in guter Besetzung bietet.
    Diesen Eindruck dürfte das Werk - diesen Titel trägt es ungeachtet des unten geschriebenen zu Recht! - bei all denen hinterlassen, die die Geschichte gar nicht oder nur oberflächlich kennen.
    Zwischenbilanz: Absolut sehenswert

  2. Absoluter Humbug!

VORSICHT: Hier werden ein paar nicht ganz unwichtige Teile der Story erzählt! Nur lesen, wenn man’s selber schon gesehen hat oder sowieso nicht sehen will!

Wer immer das Buch gut kennt (wie ich es auch von mir selbst behaupte) wird sich nach spätestens 10 Minuten das erste Mal angewidert abwenden. Da werden nicht nur einfach mal eben 17 Jahre aus der Geschichte Mittelerdes gestrichen. Nein, zu allem Überflüss wird die gesamte Reise von Beutelsend bis Bree in etwa einem Tag absolviert und Merry und Pippin sind eigentlich mehr zufällig dabei. Nichts von wegen „Jugendfreunde“ und „durch dick und dünn miteinander gehen“ - sondern eher „mitgefangen mitgeh(g)angen“.
Die Elben auf der Durchreise, Bauer Maggott, Tom Bombadil, Lutz Farning, Gerstenmann Butterblume und seine treuen Angestellten Hinz und Kunz, das sind Personen, auf die der Filmzuschauer leider ganz oder teilweise verzichten muß.
die Hobbits verlassen sich auf Gut Glück auf die Führung durch Streicher - und ganz Bree fällt ausgesprochen kurz aus. Auf der Wetterspitze betätigt sich Aragorn als Säbelschwingender Kung-Fu-Kämpfer, dem jegliche Würde abgeht.
Aber der eigentliche Hammer ist, daß die kleine Gruppe danach nicht zufällig auf Glorfindel trifft, der Frodo allein (!) auf seinem Pferd nach Rivendell schickt. Stattdessen findet Arwen die Gruppe und reitet mit Frodo durch die Furt. Sie selbst beschwört die Wasser des Bruinen. Kein Hauch von der Magie der Furt bleibt.
Und so weiter und so fort…
Allein der Abschnitt in den Minen von Moria ist sehr nah an der Originalgeschichte, selbst wenn Gandalfs Abgang ein bißchen zu melodramatisch geworden ist.
Insgesamt hatte ich den Eindruck, daß sich die Macher dieses films entlang der Route der Gemeinschaft die „spannendsten“ Punkte rausgepickt haben und das ganze dann mit durchaus sehenswerten Landschaftsaufnahmen irgendwie verknüpft haben.
Von der Motivation für die eine oder andere Entscheidung bleibt so gut wie nichts übrig.
Zwischenbilanz: Schauderhaft!

Ein extrem zwiespältiger Eindruck, der wohl auch so bestehen bleiben wird.
Also ich werde mir den 2. Teil wohl nicht anschauen. Vielleicht werde ich im Dezember 2003 mal eine Filmnacht mit allen drei Teilen besuchen - aber das war’s dann auch.

So, das mußte ich dann doch mal eben loswerden,
fröhliche Weihnachten,
der Guido

Wer immer das Buch gut kennt (wie ich es auch von mir selbst
behaupte) wird sich nach spätestens 10 Minuten das erste Mal
angewidert abwenden. Da werden nicht nur einfach mal eben 17
Jahre aus der Geschichte Mittelerdes gestrichen.

Stimmt, das ist etwas zu kurz gekommen, wird aber spätestens klar als Frodo Bilbo wiedertrifft, der inzwischen deutlich gealtert ist.

Nein, zu

allem Überflüss wird die gesamte Reise von Beutelsend bis Bree
in etwa einem Tag absolviert und Merry und Pippin sind
eigentlich mehr zufällig dabei. Nichts von wegen
„Jugendfreunde“ und „durch dick und dünn miteinander gehen“ -
sondern eher „mitgefangen mitgeh(g)angen“.
Die Elben auf der Durchreise, Bauer Maggott, Tom Bombadil,
Lutz Farning, Gerstenmann Butterblume und seine treuen
Angestellten Hinz und Kunz, das sind Personen, auf die der
Filmzuschauer leider ganz oder teilweise verzichten muß.

Naja, das Buch bietet eine Menge Stoff und ein Kinofilm dauert nunmal höchstens drei Stunden. Daß da einige Kürzungen stattfinden mußten ist doch einsichtig.
Ich persönlich konnte Tom Bombadil noch nie ausstehen und war froh, ihn nicht sehen zu müssen.

die Hobbits verlassen sich auf Gut Glück auf die Führung durch
Streicher - und ganz Bree fällt ausgesprochen kurz aus. Auf
der Wetterspitze betätigt sich Aragorn als Säbelschwingender
Kung-Fu-Kämpfer, dem jegliche Würde abgeht.

Auch in der Buchvorlage rettet er die Hobbits vor den Ringgeistern. Der Kampf auf der Wetterspitze geht noch als nicht übertrieben durch. Da gibt’s in der Filmgeschichte schlimmeres.

Aber der eigentliche Hammer ist, daß die kleine Gruppe danach
nicht zufällig auf Glorfindel trifft, der Frodo allein (!) auf
seinem Pferd nach Rivendell schickt. Stattdessen findet Arwen
die Gruppe und reitet mit Frodo durch die Furt. Sie selbst
beschwört die Wasser des Bruinen. Kein Hauch von der Magie der
Furt bleibt.

Wenn Arwen nicht aufgetreten wäre hätte es in diesem Film keinen Filmkuß gegeben. Im ersten Teil des Buches wird sie ja nur mal am Rande erwähnt und im dritten Teil fällt dann Streicher plötzlich ein, daß es da noch eine alte Flamme von ihm gibt. Glorfindel ist jetzt nicht sooo wichtig, daß er unbedingt in den Film mit reinmuß.

Und so weiter und so fort…
Allein der Abschnitt in den Minen von Moria ist sehr nah an
der Originalgeschichte, selbst wenn Gandalfs Abgang ein
bißchen zu melodramatisch geworden ist.
Insgesamt hatte ich den Eindruck, daß sich die Macher dieses
films entlang der Route der Gemeinschaft die „spannendsten“
Punkte rausgepickt haben und das ganze dann mit durchaus
sehenswerten Landschaftsaufnahmen irgendwie verknüpft haben.

Auch wenn ich hier gleich wegen Blasphemie gesteinigt werde: Das Buch hat teilweise strunzlangweilige Stellen, die möchte ich nicht auch noch im Film sehen.

So, das mußte ich dann doch mal eben loswerden,
fröhliche Weihnachten,
der Guido

gleichfalls ein frohes Fest

Tomcat

Wer immer das Buch gut kennt (wie ich es auch von mir selbst
behaupte) wird sich nach spätestens 10 Minuten das erste Mal
angewidert abwenden.

Ich kenne das Buch recht gut, und ich habe mich nicht abgewendet, siondern mich 3 Stunden, die wie im Fluge vergingen, ausgezeichnet unterhalten lassen.
Dabei kannte ich ziemlich viel schon von den Bildern, von den Trailern, von den Hintergrundberichten und Making ofs, aber es gelang trotzdem, eine wunderbare Geschichte mit atemberaubenden Schauplätzen entstehen zu lassen.
Aber ist ist ganz, ganz wichtig (und dies wurde doch immer wieder gesagt und betont), sich klar zu machen, daß Buch und Film zwei verschiedene Medien sind. Das war mir klar, und das würde ich jedem Kinobesucher empfehlen, das gilt ja generall für Literaturverfilmungen und dürfte eigentlich hinlänglich bekannt sein.
Ich wußte vorher, daß Tom Bombadil gestrichen war, und daß Arwen Glorfindels Rolle übernimmt, daß das Letzte Bündnis als Prolog kommt; doch angesichts dieser ungeheuren Leistung von Peter Jackson ist man bereit, diese filmdramaturgisch anscheinend richtigen Veränderungen zu verzeihen, sie fielen für mich auch nicht mehr ins Gewicht. Mir ist bewußt, daß eine Geschichte auf verschiedenste Art und Weise erztählt werden kann, und die Art, wie PJ sie erzählt hat, hat mich durchaus gefesselt und überzeugt.
Zu einem Lieblingsbuch scheint nun ein Lieblingfilm gekommen zusein.

A Elbreteh! Gilthoniel!

Da werden nicht nur einfach mal eben 17
Jahre aus der Geschichte Mittelerdes gestrichen.

Stimmt, das ist etwas zu kurz gekommen, wird aber spätestens
klar als Frodo Bilbo wiedertrifft, der inzwischen deutlich
gealtert ist.

Falsch. In dem Film altert Bilbo „überschnell“. er sagt selbst, daß ihn die „geliehenen“ Jahre eingeholt hätten. Frodo, Sam, Pippin und Merry sind nicht gealtert.

Wenn Arwen nicht aufgetreten wäre hätte es in diesem Film
keinen Filmkuß gegeben.

Na und?!

Auch wenn ich hier gleich wegen Blasphemie gesteinigt werde:

Keine Angst - sowas käme mir so schnell nicht in den Sinn :smile:

Das Buch hat teilweise strunzlangweilige Stellen, die möchte
ich nicht auch noch im Film sehen.

Hmmm… Sollte ich jetzt doch Steinchen sammeln? :wink:)

Aber mal im Ernst:
Es geht mir gar nicht darum, z. B. die Reise von Beutelsend bis zum Prancing Pony in allen Einzelheiten im Film wiederzufinden. Wir sind uns wohl soweit einig, daß das unmöglich und auch unsinnig ist. Allein dieser Abschnitt könnte 3 oder mehr Stunden Film füllen.
Was ich aber sehr schade finde ist die Tatsache, daß der Film nicht nur einfach verkürzt, sondern das Original bestenfalls verzerrt wiedergibt. Zu viele Motivationen und Zusammenhänge aus dem Buch gehen verloren oder werden auf die Bedürfnisse des Films zurechtgebogen.
Der Film in sich wirkt dadurch rund und stimmig.
Aber als Nacherzählung des Buches geht er für mich einfach nicht durch.

Tschö,
der Guido

Hallo Guido,

es ist eine Weile her, dass ich die drei Bücher gelesen habe.
Aber ich persönlich bin der Meinung, dass der Film exzellent ist.

Dass man die drei Wälzer nicht mal annähernd in einem Film von 90 Minuten unterbringen kann ist klar und das Filme eine andere Dramaturgie haben als Bücher, wurde schon erwähnt.

Das bemerkenswerte an der Verfilmung ist zunächst, dass der Produzent den Stoff über drei Filme (= drei Bücher) verteilt.
Dadurch verzichtet er bei ersten Film auf ein Happy-end, was für das heutige Publikum teilweise schwer zu schlucken ist.
(Im Kino reagierte ein Kind mit offenen Unverständnis bezüglich des Schluß :smile:)

Der Film gibt viel von der Atmosphäre und der Charaktere der Bücher wieder. Elfen sind dort Elfen und der Zwerk ist dort ein Zwerg.

Und zu guter Schluß, wie hätte man die Bücher besser verfilmen können? (Bitte nicht mit dem Argument der Unverfilmbarkeit kommen. Dann wären viele Meisterwerke der filmgeschichtet nicht gedreht worden.)

Gruß
Carlos

Elfen sind dort Elfen und der Zwerk ist dort
ein Zwerg.

Sorry, aber es taucht in dem ganzen Film nicht eine einzige Elfe auf… Und das ist auch gut so. Denn nur von Elb draufsteht ist auch ein Elb drin. Und die Unterschiede zwischen Tolkiens Elben und den mythologischen Elfen sind gravierend.

Und zu guter Schluß, wie hätte man die Bücher besser verfilmen
können?

Ich habe keine Ahnung, ob und wenn ja, wie es besser gehen könnte. Aber bloß weil es nicht besser geht, muß es noch lange nicht gut sein!

Und um nochmal auf meinen Ursprungsartikel zurückzukommen: Der Film an sich ist genial! Nur leider wird er für mich dem Anspruch einer Verfilmung des Herrn der Ringe nicht gerecht.

Tschö,
der Guido

Moin moin

Wenn Arwen nicht aufgetreten wäre hätte es in diesem Film
keinen Filmkuß gegeben.

Na und?!

Wenn es keine Lovestory gibt, dann ist die Story nur bedingt Mainstream geeignet. Der Mainstream ist allerdings notwendig, um so einen Film in dieser Qualität (sprich zu diesen Kosten) herstellen zu können.

Aber mal im Ernst:
Es geht mir gar nicht darum, z. B. die Reise von Beutelsend
bis zum Prancing Pony in allen Einzelheiten im Film
wiederzufinden. Wir sind uns wohl soweit einig, daß das
unmöglich und auch unsinnig ist. Allein dieser Abschnitt
könnte 3 oder mehr Stunden Film füllen.

eben

Was ich aber sehr schade finde ist die Tatsache, daß der Film
nicht nur einfach verkürzt, sondern das Original bestenfalls
verzerrt wiedergibt. Zu viele Motivationen und Zusammenhänge
aus dem Buch gehen verloren oder werden auf die Bedürfnisse
des Films zurechtgebogen.

Der Film in sich wirkt dadurch rund und stimmig.
Aber als Nacherzählung des Buches geht er für mich einfach
nicht durch.

Das war auch von vornherein garnicht möglich. Das wusste jeder; aber wenn man bedenkt, was von der Vorlage noch da ist, so ist das jede Menge mehr als von vielen anderen Vorlagen übrigblieb. Und da betrachte ich den Fans des Buches Herr-der-Ringe mal genauso wie einen Fan des Buches xy, und da haben wir doch einiges an Glück gehabt. Insbesondere, weil trotz der hohen Kosten dann doch ein Film nah am Buch geworden ist.

Gruß

ALex

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Elves?
Hallo Guido,

Sorry, aber es taucht in dem ganzen Film nicht eine einzige
Elfe auf… Und das ist auch gut so. Denn nur von Elb
draufsteht ist auch ein Elb drin.

Da ich die Buecher nur in Englisch gelesen habe - da gibt’s ‚elves‘. So?

Tschuess, Elke

Sorry, aber es taucht in dem ganzen Film nicht eine einzige
Elfe auf… Und das ist auch gut so. Denn nur von Elb
draufsteht ist auch ein Elb drin.

Da ich die Buecher nur in Englisch gelesen habe - da gibt’s
‚elves‘. So?

Richtig. Und Tolkien selbst sagte dazu (nicht wörtlich!), der Begriff „Elves“ sei eine unglückliche Übersetzung des Wortes „Quendi“ aus der elbischen Sprache.
Daher war er mit der deutschen Übersetzung von M. Carroux mehr als zufrieden, die aus seinen „Elves“ nämlich „Elben“ und nicht Elfen machte, und sie damit weiter von den klassischen Sagengestalten, den „Fairies“ entfernte.
Die Tolkienschen „Elves“ haben keine mythologische Vorlage wenn man einmal davon absieht, daß auch die Sagen-Elfen zum Teil als unsterblich geschildert werden. Schon ihre äußere Erscheinung ist ganz anders als die der mythologischen „Fairies“.

Einiges über die Herkunft von Elben und Menschen findet sich im Silmarilion, wo sehr deutlich wird, daß ihre Verwandschaft mit den Fairies beinahe ausschließlich auf der sprachlichen Ebene zu finden ist.

Grüße,
der Guido

Und zu guter Schluß, wie hätte man die Bücher besser verfilmen
können?

Genauso wie auch Tolkien sein Werk hätte noch bessr machen können: Länger!!! Ich hätte kein Problem mit 5 stunden gehabt. echt nich.

gruß k.

Ganz allgemein…
Hi Guido und Ihr anderen,

ich habe die Erfahrung gemacht, dass man GRUNDSÄTZLICH von der verfilmung enttäuscht ist, wenn man zuvor das Buch gelesen hat.

Überleg´ mal, wie lange Du das erste Buch gelesen hast, sofern der Film den ganzen Buchinhalt wiedergeben soll, müsste er ja auch so lang sein, oder?

Und man hat ja nach dem Lesen eines Buches immer seine ganz eigene Vorstellung der Charaktere und der Landschaften.

Mir ging das so bei der unendlichen Geschichte, The green Mile undundund.

Ich gehöre zu den wenigen, die den Herrn der Ringe noch gar nicht gelesen haben, so sehe ich mir ganz „unvorbelastet“ den Film an, und dann werde ich das Buch geniessen…

In kribbeliger Vorfreude - Anna

Hallo Konrad,

Und zu guter Schluß, wie hätte man die Bücher besser verfilmen
können?

Genauso wie auch Tolkien sein Werk hätte noch bessr machen
können: Länger!!! Ich hätte kein Problem mit 5 stunden
gehabt. echt nich.

Willst du das wirklich? Zunächst einmal haben Filme über 3 Stunden eine geringe Akzeptanz bei Kinobesitzern und Besuchern (oder sollen die doppelte Eintrittspreise bezahlen).
Eine detailgetreue Serie hätte einen Umfang von 20-40 Stunden. Als Kinofilme wäre dies nicht realisierbar. Also könnte man nur eine Fernsehserie daraus machen.
Natürlich können auch Fernsehserie teilweise gute Qualität erreichen (ich persönlich liebe StarTreck NG und Voyager). Aber die Szenerien und Masken, die in der Kinoverfilmung so beeindruckend sind, wirst du nicht bekommen. Der Kinofilm hat immerhin 190 Millionen $ gekostet. Außerdem werden Fernsehserien häufig eng an den Puplikumsgeschmack entwickelt.

Vielleicht wird es irgendwann eine Fersehserie geben. Beschwer dich dann nicht. :wink:

Gruß
Carlos

ganz einfach. 6 Filme (a 2-3 Stunden) drehen. (HdR war doch auch in 6 Bücher unterteilt) Im Jahre 2007 hätten wir dann auch den letzten Teil gesehen *g* und es konnte eine fast exakte Buchverfilmung gemacht werden. Ok, das würde allerdings vielen Kinobesuchern nicht gefallen *g* Und der Preis und Drehaufwand wäre natürlich auch gestiegen… Und nochwas: Blind Guardian und Therion hätten den Soundtrack machen sollen, Therion für den Orchestralen Part, und Blind Guardian für die Lagerfeuerliedchen und so :smiley:
cu

Genauso wie auch Tolkien sein Werk hätte noch bessr machen
können: Länger!!! Ich hätte kein Problem mit 5 stunden
gehabt. echt nich.

5 Stunden hätten aber niemals gereicht. Ich würd eher sagen 6 Filme a 3-4 Stunden. Das würde eher hinhauen. Dir ist aber dann auch klar, das erstens dein Hintern dir weh tut (vor allem wenn dann irgendwann die Filme in einem Stück zu sehen ist) und zweitens die jetzt immer noch am drehen wären, VIELLEICHT wäre der erste Teil vom erstem Teil gezeigt worden, und irgendwann… vielleicht 2006-2007 wäre es dann fertig… na dann viel Spaß beim warten (als ob 2003 nicht schon mehr als genug ist).

Peter Jackson hat in einem Interview gesagt, dass er manchmal bewusst vom Buch abgewichen ist. Einige Elemente im Buch seien filmisch einfach nicht umsetzbar gewesen. Also: Detailgetreu oder unterhaltsam sein? Er hat sich für Letzteres entschieden.

Mal sehen, ob die Wahl gut war, werde am Mittwoch reingehen.

Gruß

jun

hallihallo!

ich habe den film bis jetzt dreimal gesehen, heute abend folgt ein viertes mal - ich bin ein großer fan der bücher, ich LIEBE die hobbits und ich liebte auch sehr die wanderung von beutelsend nach bree wie sie im buch war (besonders die ganze episode in krickloch). dennoch fand ich den film nahezu perfekt; nichts von den änderungen hat mir missfallen, dass einzige problem das ich hatte und nach wie vor habe, sind einige bekanntlich rausgeschnittene szenen und ein gewisser mangel an erklärungen:

  • warum kamen merry und pippin mit? ein satz auf der fähre oder vielleicht bei einer kurzen wanderszene am anderen ufer hätte gereicht: „frodo, das könnte gefährlich werden, du wirst hilfe brauchen, wir sind deine freunde, als kommen wir mit…“

  • warum waren die nazgul so leicht zu besiegen? weil sie im prinzip blindfische sind. die sehen doch nur verschwommene schatten, und das einzig wirklich gefährliche an ihnen ist die gefahr, vom schwarzen atem getroffen zu werden, wenn man ihnen zu nah kommt. das hätte mal erwähnt werden können. außerdem hätten sie dann durchaus ein kleines bisschen schneller und entschlossener handeln können, als frodo auf der wetterspitze den ring aufsetzt, denn dann konnten sie ihn ja klar sehen und ihn theoretisch einfach plattmachen ;o)

  • gandalf hätte frodo in bruchtal eine kleine erklärung seiner rettung durch seinen alten kumpel gwaihir geben können, der wirkte nämlich ein wenig willkürlich „wir brauchten halt nen großen adler, oder wie sonst hätten wir gandalf von dem turm kriegen sollen?“-mäßig. es kamen sogar kommentare wie: „oh, fernet branca? *hahaha*“

  • das pony lutz hätte ein _ganz klein bisschen_ mehr beachtung kriegen können. naja, aber das ist wirklich nur ein kleiner kritikpunkt.

  • am westtor von moria hätte kurz erklärt werden sollen, wieso auf dem tor denn elbische buchstaben stehen, wo doch elben und zwerge sich bekanntlich nicht leiden können. einfach nur ein „das stammt noch aus alter zeit, als elben und zwerge sich noch einigermaßen grün waren.“

  • der wächter im wasser hätte vielleicht auch einen satz der erklärung verdient. ich kann mich zwar nicht mal an eine richtige erklärung im buch erinnern, und dass er da sein MUSSTE, um den rückzug unmöglich zu machen ist auch klar… aber er wirkte halt auch so ein bisschen willkürlich eingepflanzt…

  • der anstoß zur freundschaft legolas’ und gimli’s in lorien hätte doch ein bisschen mehr beachtung verdient. angeblich wurde ja sogar die augenbinden-szene gedreht, aber rausgeschnitten… und gimli’s begeisterung für galadriel ebenso. vor allem aber fehlte mir die übergabe der elbenmäntel, ferner auch der anderen geschenke an die gefährten, aber vor allem halt die mäntel, denn die haben sie ja alle hinterher offensichtlich an, bloß weiß keiner warum (wenn er nicht das buch gelesen hat).

ich glaube, das war’s an kritik von mir. ansonsten fand ich den film wiegesagt echt wundervoll. ich mochte auch arwen und die leichte dramaturgische änderung von gandalfs fall. arwen hat übrigens nach meiner auffassung die flut nicht alleine beschworen, sie sagte doch vorher zu aragorn: wenn ich den fluss überquert habe, wir die macht meines volkes uns beschützen.
es stand also ihr volk mit vereinter kraft hinter ihr, und ich fand die szene SEHR gelungen!

ich kann nur hoffen, dass die fehlenden szenen auf der dvd sein werden, oder vielleicht sogar new line sich das ganze nochmal überlegt, und vor dem zweiten teil eine längere fassung in die kinos bringt.
es soll auch eine wirtshausszene in hobbingen dabeigewesen sein, sowie der marsch durch die mückenwassermoore! ich würd das soooo gern sehen, das hätte den film wirklich nahezu perfekt gemacht!

ciao und schöne feiertage noch,
annie

Hallo Annika.

Ich kann Deinen Kritikpunkten nur zustimmen, auch wenn mir sicher noch 12 bis 16 andere einfallen würden, die ich hier nicht aufzählen möchte…

Aber zu ein paar Punkten möchte ich dann doch noch was schreiben:

hätten sie dann durchaus ein kleines bisschen schneller und
entschlossener handeln können, als frodo auf der wetterspitze
den ring aufsetzt, denn dann konnten sie ihn ja klar sehen und
ihn theoretisch einfach plattmachen ;o)

Klar hätten sie können. Aber as paßte halt nicht zu Jacksons Version der Geschichte, weil Aragorn ja seinen heldenhaften Auftritt brauchte, anstatt bei den Hobbits zu bleiben.

  • das pony lutz hätte ein _ganz klein bisschen_ mehr beachtung
    kriegen können.

Hmmmm. Da hat mir nun wirklich Jacksons Version gefallen, wenn auch nur bis zu dem Punkt, an dem Sam sich von Lutz trennen muß. Warum muß Sams Sorge überhaupt angesprochen werden, wenn das Pony vorher niemals auch nur ansatzweise erwähnt wurde?! Auch hier zeigt sich (wie an viel zu vielen anderen Stellen) daß Jackson die Geschichte zwar verändert, dann aber seinen eigenen Veränderungen nicht treu bleibt, um die eine oder andere Szene krampfhaft einzuflechten.

  • der wächter im wasser hätte vielleicht auch einen satz der
    erklärung verdient. ich kann mich zwar nicht mal an eine
    richtige erklärung im buch erinnern,

Er wird auch im Buch nicht wirklich erklärt. Das passt schon.

es stand also ihr volk mit vereinter kraft hinter ihr, und ich
fand die szene SEHR gelungen!

Ja, die Szene mit der Flut war sehr schön. Nur leider kein bißchen logisch. Daß Frodo alleine am anderen Ufer anhält um seine Verfolger „fortzuschicken“ macht Sinn. Daß Arwen anhält, mit einem todkranken Hobbit im Arm der schnellstens Elronds Hilfe braucht, macht leider gar keinen Sinn. Warum verläßt sie sich nicht auf die Macht des Bruinen?!
Hier verändert Jackson wieder die Geschichte, aber er führt seine eigene Veränderung nicht konsequent fort sondern nimmt Frodos Warten wieder auf weil es so hübsch dramatisch ist. Warum zum Beispiel überläßt ihm Arwen nicht einfach ihr Pferd und läßt ihn alleine reiten? Dann hätte es wieder gepaßt.

Insgesamt finde ich - wie jetzt in diesem Thread schon öfter angemerkt - es ist ein toller Film der nur leider zu weit vom Original entfernt ist.

Und wenn ich mir Zahl und Qualität Deiner Kritik so anschaue, klingt das nicht viel anders.

Fröhlichen abend noch,
der Guido

Hallo Konrad,

Und zu guter Schluß, wie hätte man die Bücher besser verfilmen
können?

Genauso wie auch Tolkien sein Werk hätte noch bessr machen
können: Länger!!! Ich hätte kein Problem mit 5 stunden
gehabt. echt nich.

Zum Thema Filmlänge: Irgendwann ist ja auch mal die maximale Größe einer Filmrolle erreicht. Längeres geht wahrscheinlich nicht mehr in den Projektor rein. :o)

Hallo allerseits.
Knüller, meines Erachtens.
Aber ich verstehe die Aufregung der Leute nicht, die so eifrig Textstellen aus den Büchern herausgreifen und dies bemängeln und jenes bedauern.
Buch und Film sind zwei völlig unterschiedliche Medien!
Das Buch spricht die Phantasie an, der Film zeigt einem die Phantasie einer Person. Der Unterschied liegt auf der Hand.
Seht euch doch einfach mal den Film an und laßt eure Phantasie (so gut es eben beim Film geht) schweifen, anstatt mit eurem Wissen dazusitzen und erwartungsfroh(?) zu lechzen: „So und jetzt kommt Tom Bombadil und dann taucht der auf“ und so fort…
Gruß
Tyll

Buch und Film sind zwei völlig unterschiedliche Medien!

Obwohl es dafür etliche Beispiele gibt (z.B. Dune) kann man das nicht oft genug betonen. Die Hervorhebung der Handlungsteile die den Stärken des Medums Film entgegenkommen und die vernachlässigung von Szenen, die sich nur schwer oder garnicht verfilmen lassen, halte ich nicht nur für gerechtfertigt, sondern sogar für notwendig. viel schlimmer als inhaltliche Änderungen ist ein Film der sich sich sklavisch an das Original hält aber nicht anzusehen ist.

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