Hallo Veil,
Menschen mit Ängsten, chronischer Stressbelastung und Verspannung atmen flach und unergiebig aus dem oberen Brustkorb heraus und nutzen damit nur ein Drittel bis zur Hälfte der Lungenkapazität. Bei mehr Sauerstoffbedarf atmen sie noch stärker mit dem Brustkorb statt intensiver mit dem Zwerchfell. Durch die schnelle Atmung kommt es zum belastenden Herzrasen.
Den Betroffenen fällt die Hyperventilation oft gar nicht auf, so dass sie diese auch nicht als die Ursache ihres Herzrasens erkennen können.
Durch diese schnelle Atmung kommt es zu einer „respiratorischen Alkalose“. Bei starker Hyperventilation kann der Kohlendioxidanteil im Blut in weniger als 30 Sekunden um 50% abnehmen. Innerhalb einer Minute treten Symptome auf.
Hyperventilation führt über den Kalziumabfall zur Verkrampfung der Bronchien und der Stimmritzen. Wegen der zunehmenden Angst, keine Luft zu bekommen, und wegen des Drucks im Brustkorb, atmen die Betroffenen noch tiefer und heftiger.
Nicht einmal im Extremfall führt hyperventilationsbedingte Sauerstoffnot zur Ohnmacht, wie eine niederländische Studie an
Versuchspersonen ergab, die mindestens 90 Minuten lang so schnell und tief atmeten, als sie konnten.
Der Arzt verabreicht oft eine Kalziumspritze zur Krampflösung. Die künstliche Zufuhr von Kalzium löst rasch den Muskelkrampf (Tetanie).
Warum hilft akut die Kalziumgabe, obwohl im Körper, objektiv gesehen, gar kein Kalziummangel vorliegt:
Das freie Kalzium im Blut wird bedingt durch die heftige Atmung weniger, weil wegen des stark abgeatmeten Kohlendioxids mehr Stellen am Bluteiweiß frei werden, an die das freie Kalzium nun (erst einmal) andockt.
Das freie Kalzium im Blut ist u.a. dafür verantwortlich, dass die Muskeln geschmeidig arbeiten können. Wenn weniger freies Kalzium im Blut ist, werden die Nerven erregbarer, und die Muskeln beginnen sich zu verkrampfen.
http://www.panik-attacken.de/angst/hyperventilation…
Gute Besserung und viele Grüße
Renate
(deren ruhige und zurückhaltende Mutter vor etlichen Jahren unter o. g. Symptomatik litt, ohne dass EKG, Schilddrüsendiagnostik, etc. etwas erbracht hätten - Kalzium half. Kalziumtrinkampullen hatte sie auch griffbereit. Raus aus einer belastenden Situation (Ärger mit dem Haus, plötzl. Tod ihrer Eltern) und vor allem der entspannte Urlaub meiner Eltern irgendwo am Mittelmeer haben auf lange Sicht Wunder gewirkt.)
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