hola
Danke für die Blumen, ich muss Dir zumindest
teilweise widersprechen. Die US-Armee setzt solche „Spiele“
beispielsweise zur Konditionierung ihrer Rekruten ein und
scheint damit zumindest erfolgreich zu sein. Es geht ja um
das Training von Handlungsfähigkeit in interpersonalen
„Extremsituationen“
(a) ging es im UP nicht um die Vorbereitung auf Extremsituationen, sondern eben um die Basis
Seit nun vielleicht ca. 2 Jahren erfülle ich wirklich das Klischee von der heulenden Frau.
=> Dauerzustand
Diese Soldaten begeben sich in eine zeitlich befristete Extremsituation, für die sie zuvor auch hinsichtlich psychologischer Aspekte ausgesucht wurden. Ziel ist es, die im Spiel gesehenen und geübten Szenen und Abläufe in der Realität erfolgreich umzusetzen, analog zu einem Flugsimulator.
It teaches them how to interact with those people,
negotiate with these people.
…
„We’re using the game to help train soldiers to deal
with civilians, doctors, locals, priests and clerics,
and town leaders,“ …
Ziel ist es also nicht auf irgendwelche Leute zu ballern, um im Ernstfall weniger empathisch zu sein. Zur Erinnerung: Deine Überschrift lautete „Killerspiele helfen“ und Du plädiertest für Abstumpfung und Desensibilisierung.
Abgesehen davon bleibt es fraglich, ob es überhaupt einen objektiv messbaren Erfolg gibt und wenn es diesen gibt ob er auch tatsächlich auf den Einsatz solcher Programme und nicht auf andere Variablen zurückzuführen ist.
diskussionswürdig ist demnach
(a) Die amerikanische Regierung und ihre Armee hält die Einsätze X und Y für erfolgreich. (Was eine politische Diskussion würde)
(b) Extremsituationen sind zeitlich befristet
© die Rekruten für den Einsatz nach psychologischen Gesichtspunkten ausgewählt, optimaler Weise also psychisch gesund und (besonders) emotional belastbar
(d) das Training zielt auf Szenenerien, Überraschungsmomente und sicherheitsrelevante Abläufe ab, hat also null mit dem Alltag von Otto-Normal zu tun oder dessen „Überlebensstrategien“ von mittag bis abend.
…
Was dem einen ein Problem ist dem anderen ein Problemchen, damit wird es für Erstern aber nicht kleiner.
Was würdest Du sonst vorschlagen?
Entweder nehme ich denjenigen in seiner Wahrnehmung der Problematik ernst oder -ist es mir nicht möglich ihn ernst zu nehmen- halte mich da raus. Das beinhaltet nicht, dass ich demjenigen sagen muss, dass er es total schwer hat und es ist durchaus möglich einen kontroversen Standpunkt einzunehmen, aber „verarschen“ i.S.v. „woanders verhungern Leute und Du kommst mit sowas“ hilft überhaupt nicht weiter.
Wie gesagt- generelle Feststellung.
Der häufigste Auslöser für (nicht krankhafte) „Heulkrämpfe“
ist Stress und/oder Unzufriedenheit.
…
OK, es gibt aber imho auch genug gestresste/unzufriedene
Menschen, für die ein interpersonaler Kontakt *nicht*
gleich niederschmetternd wirkt.
Natürlich nicht. Das stand da auch zu keiner Zeit. Allerdings beinhaltete Dein erster Rat nicht den interpersonellen Kontakt im Sinne von Kommunikation- Geselligkeit und Austausch,
sondern das Desensibilisieren und Abstumpfen in dem man in einem PC-Spiel Leute abballert.
ich zitiere:
Ich denke, eine partielle Desensibilisierung und
Abstumpfung kann sehr gesund sein. Nach mehreren
Jahren der „Meisterschaft des Raketenwerfers“ heulst
Du mit Sicherheit nicht mehr wegen ‚non-problems‘.
Hier scheint es mir vielmehr um ein Selbstwert-Problem
zu gehen, dies kann man durch „Bewährung in schwierigen
Situationen zusammen mit Anderen“ bewältigen.
Um zusammen mit Anderen ging es in Deinem Posting nicht.
Es ging um Raketenwerfer und Spinnenphobien- die übrigens auch nicht erschlagen werden, damit man keine Angst mehr vor Ihnen hat. Allerdings ging es im UP auch nicht um die Angst vor Menschen, weshalb sich der Sinn zuzuglich entbehrt. Auch ging es nicht um die Angst vor Angriffen oder Tod, falls wer Ego-Shooter für in sensu-Übung anführen möchte.
Eine Selbstwertproblematik-
hätte das Posting dann nicht heißen müssen
„Kann es sein, dass Du ein geringes Selbstwertgefühl hast? Dagegen hilft es u.U. /mir, wenn man/ich Ego-shooter zockt/e, weil man eben mit etwas Übung schnell schwierige Situationen bewältigt, und das ist ein gutes Gefühl, stärkt das Selbstbewusstsein- insbesondere dann, wenn man sich (nach etwas Übung) mit anderen misst.“
Meine Anmerkung hätte dann geheißen:
geht auch mit Tetris und allen anderen Computerunabhängigen Aufgaben, deren Erfüllung mit etwas Übung ein realistisches Ziel ist.
Allerdings nur kurzfristig und nur in bestimmten Konstellationen- steht dahinter ein Problem X größerer Dimension, sollte man sich mit diesem beschäftigen, statt mit dem PC…
Und genau das schlug ich vor.
Wo das denn? Ich schreibs Dir gern hier nochmal hin:
Ich denke, eine partielle Desensibilisierung und
Abstumpfung kann sehr gesund sein. Nach mehreren
Jahren der „Meisterschaft des Raketenwerfers“ heulst
Du mit Sicherheit nicht mehr wegen ‚non-problems‘.
Mit Spinnen und dergleichen geht das ja auch, warum
also nicht mit Menschen.