Heutiger Unterricht - Schule lieber nur absitzen?

Hallo,

ich würde gerne eure Meinungen und Erfahrungen einmal hören - unbedingt auch mal von Schülern :smile:

Ich gebe dem Sohn meiner Freundin, der in der Realschule die 10. Klasse besucht, Nachhilfe bzw. Unterstützung in einigen Fächern. Wir kommen hier auch immer mal wieder auf den Unterrichtsstil einiger Lehrer zu sprechen. Manchmal wundert es mich jedoch, dass unsere Ansichten von qualitativem Unterricht auseinandergehen. Oft höre ich, dass Schule langweilig sei. Berichtet er aber mal von etwas, von dem ich den Eindruck habe, hier erleben die Schüler mal etwas, höre ich von ihm, dass das anstrengend sei und viel verlangt…

Zum Beispiel berichtete er letztens, dass sie eine neue Religionslehrerin hätten. Sie sei zwar super nett (is wohl jung und hübsch), aber anstrengend, was die Inhalte betrifft. Die Klasse sei vom alten Lehrer einen Stuhlkreis gewöhnt (und das in der 9.!) und sie hätten nur geredet und diskutiert. [Anmerkung von mir: Wenn ich an meine Schulzeit denke, frage ich mich, wer da wohl die ganze Zeit reden wird…?]. Der Junge meint aber, dass es viel leichter, sei über Labern eine gute Note zu kriegen. Die neue Lehrerin hat hingegen Projekte vor, welche sie benotet und dafür auf Klassenarbeiten verzichtet.

Mit einem Projekt haben sie nun begonnen, welches dann auch in der Stadtbibliothek ausgestellt werden wird. So vom Hören fand ich das Projekt richtig interessant. In aller Kürze: Die Schüler müssen Interviews mit Schülern der Schule über gewisse Lebensaspekte führen und die Antworten/ Ergebnisse sollen dann nach Belieben visualisiert werden. Seine Gruppe macht eine Fotowand auf ein dreidimensionales Objekt, eine andere Gruppe entwirft ein Mobile, andere drehen einen Film usw. Was ich gut finde ist, dass er mit seiner Gruppe einen Zeitplan aufstellen muss: was sie bis wann fertig stellen müssen, wo sie Materialien herbekommen, wer was organisiert etc. Selbst bei der Bewertung haben sie in Form von Selbst- und Gruppenevaluation Mitspracherecht.

In einem anderen Projekt wollen sie dann für ältere Menschen einen PC- und Handykurs vorbereiten, der dann auch von den Schülern gehalten werden soll.

Ich war sehr angetan - im Gegensatz zu dem Jungen, der das als anstrengend und aufwendig betitelt und der die Religionsstunden lieber mit Reden verbringen würde (oder viel mehr träumen? *lächel*).

Da ich aus der Wirtschaft komme und mit jungen Menschen zu tun habe, die frisch von der Schule kommen, bin ich - ehrlich gesagt - sogar begeistert: Teamarbeit, Projektpläne, Eigenständigkeit etc. wird hier in Erfahrung gebracht. Oft habe ich nämlich das Gefühl, dass Projekte in der Schule selten durchgeführt werden - es mag dahingestellt sein, welche verschiedenen Gründe es dafür hat.

Ganz in den Kopf will mir nicht, warum man als Schüler sich darüber nicht freuen kann. Das ist doch mal was anderes als das stupide Aufnehmen von Inhalten. Hier können die Schüler selbst kreativ werden und es wird auch noch ausgestellt oder bringt anderen Menschen einen Nutzen - und den Schülern jede Menge Erfahrung was das Organisieren und Planen und Evaluieren betrifft.

Und nun meine Frage: Sitzt man denn Schule wirklich lieber nur auf seinen 4 Buchstaben ab?

Mich würden hier auch mal Meinungen von anderen Schülern interessieren!

Viele Grüße von Kim

Hallo Kim,

ich denke das ist eher eine Frage der Gewohnheit, wenn die Kids nur Frontalunterricht gewöhnt sind fällt es schwer mit den Teamanforderungen bei solchen Projektarbeiten umzugehen.

Hut ab vor Lehrern die sich dann trotzdem mühen und diese Form des Unterrichts durchziehen.

Ich sage das weil mein Sohn seit mitte des letzten Schuljahres in English einen neuen Lehrer hat der eben diesen Unterrichtsumbau in dieser Klasse durchgeführt hat. Und man muss sagen das die Klasse (jetzt siebte) massiv gemeutert hat.
Mittlerweile ist es aber so das die Kids diese Form des Unterrichts, obwohl aufwendiger, nicht mehr missen wollen. Sie haben diesen Lehrer auch zu ihrem Liebling neben dem Klassenlehrer erkoren und respektieren ihn.

Im großen und ganzen ist es halt eine Frage wie die Kinder eben bisher unterrichtet wurden.
Schön wäre es wenn bereits im Grundschulbereich viel mehr mit dieser Unterrichtsform unterrichtet werden würde weil es die Selbstständigkeit extrem fördert und die Kids so schon früh lernen sich Lerninhalte selbst zu erarbeiten.

Leider ist es noch nicht so weit…

Ich hoffe du bist jetzt etwas schlauer *grins*

Nordische Grüße
Andrea

Altersabhängig
Hallo,

diese Haltung: Es ist zu anstrengend, das ist langweilig, das ist mir Wurst und sowieso ist alle Sch… beginnt - meiner Erfahrung nach, wobei es natürlich Frühstarter und Spätzünder gibt - im neunten Schuljahr und hält sich bis ins elfte bei fast allen.

Ich spreche vom Gymnasium.

Vorher sind die Schüler für fast alles zu kriegen, zu begeistern, interessieren sich für alles und machen fast alles mit.

Hinterher scheiden sich die Böcke von den Schafen; die meisten kriegen die Kurve wieder zur Mitarbeit, Leistungswillen, Lernbereitschaft, denn sie sehen, dass ein guter Abschluss wichtig ist.
Die die diese Kurve nicht kriegen, schmeißen meist hin oder quälen sich und die Lehrer zum Abitur.

Gruß Fritz

hi Corinne,

ich würde das mit den unmotivierten Schülern heutzutage nicht so schwarz sehen. es handelt sich doch hierbei wohl hauptsächlich um den religionsunterricht, oder?! aus meiner eigenen schulkarriere kann ich sagen, dass es erholsam war, in einem fach mal nur labern zu können. das ist ja auch mal was anderes, als tausend fakten,daten,formeln,formen etc. auswendig lernen zu müssen.

religion wird auch allgemein als nicht gleichwertiges fach beachtet von den schülern (ging mir übrigens ganz genauso…).
es gibt dort oftmals auch lehrer, die die klassen nicht so im griff haben, jedenfalls ist mir eine gewisse korrelation zwischen religionslehrer sein und mangelnden erzieherischen fähigkeiten aufgefallen in meiner schulzeit, die jetzt seit fünf jahren vorbei ist.

nicht zu vergessen sind vielleicht auch die folgen der 68er!
soweit ich die grundessenzen dieser bewegung richtig verstanden habe, war es damals ganz wichtig, gut „labern“ zu können und die 68er sind nach ihrer stürmischen phase oftmals auch erfolgreich im beruf!
dass mir das mit dem labern übrigens auch ganz gut gefällt, daraus mache ich keinen hehl…wenn es sich in grenzen hält natürlich! :smiley:

übrigens frage ich mich, warum es ein fach wie religion überhaupt geben muss, wenn es hauptsächlich um stoff geht, der oftmals schon im deutsch- und geschichtsunterricht abgedeckt wird.
ethik/philosophie als pflichtfächer wären vielleicht angemessener.

so, bin vielleicht ein bisschen abgeschweift, deshalb möchte ich noch einmal betonen, dass ich keinesfalls finde, dass die kinder heute den unterricht auf ihren vier buchstaben absitzen. jedenfalls nicht mehr als früher.
jedoch fände ich es nicht unlogisch, wenn die kinder es mehr tun würden, schließlich sehen auch sie, dass man es ohne nennenswerte fähigkeiten oder engagement zu etwas bringen kann, solange man sich verkaufen (also labern) kann. man sehe unter anderem in politik und wirtschaft.

sodele, das wars von mir,
gruß,

peter

H wie Hola.

Ich gebe dem Sohn meiner Freundin, der in der Realschule die
10. Klasse besucht, Nachhilfe bzw. Unterstützung in einigen
Fächern. Wir kommen hier auch immer mal wieder auf den
Unterrichtsstil einiger Lehrer zu sprechen. Manchmal wundert
es mich jedoch, dass unsere Ansichten von qualitativem
Unterricht auseinandergehen. Oft höre ich, dass Schule
langweilig sei. Berichtet er aber mal von etwas, von dem ich
den Eindruck habe, hier erleben die Schüler mal etwas, höre
ich von ihm, dass das anstrengend sei und viel verlangt…

Hier bist Du mit einem problematischen Phänomen der aktuellen Schülergeneration konfrontiert. Es geht bei der Erziehung los, also der nicht stattfindenen Erziehung, zieht sich durch das völlig desolate Schulsystem (Frühselektion, Dreigliedrigkeit, Ballungsschulen, …), und endet bei der heutigen Mentalität gegenüber Leistung, Schule, allgemein gegenüber abhanden gekommenen Werten.

Auf der anderen Seite stellt sich natürlich immer die Frage, was man erwartet, wenn für die Mehrzahl der Schüler fast schon unabänderlich seit frühesten JAhren feststeht, daß sie nichts werden im Leben. Besser: nichts werden können. Perspektivlosigkeit, Arbeitslosigkeit, das starre, überalterte politische System et cetera.

Schlägt man also harsch in die eine Richtung (keine Werte, degenerierte Haltung zur Welt), darf man zumindest nicht die Kehrseite der Medaille vergessen.

Letztendlich kommt man am besten, wenn man die Kinder wieder etwas härter und fairer an die Hand nimmt. In den Sachen, wo ich in der Lehre involviert bin, hat sich das alte Rezept der „liebevollen Strenge“ hervorragend bewährt.

Das ist jedoch vom Stil her (autoritär, „streng“, fordernd, konsequent, stringent, hilfsbereit, ausgewogen) **unvereinbar** mit diesem unerträglichen Herumgesitze im Kreis, samt dem weichgespülten Gerede.
Bei Fernsehbeiträgen geht die Alarmglocke schon auf Brechreiz, wenn man diese Sitzordnungen von heute sieht.

Um den Frontalunterricht derart unter Beschuß nehmen zu können, wie es von den ideologisch verblendeten Anhängern vermeintlich „moderner Konzepte“ immer getan wird, müßte erst einmal wieder vernünftiger Frontalunterricht eingeführt werden. Fakt ist (auch historisch), daß guter Frontalunterricht eher besser für einen herkömmlichen Schulverlauf ist.

Dieses Gerede um solche neudeutschen Erfindungen wie „Teamkompetenzen“ zieht auch nicht, denn wenn man es logisch durchdenkt, basiert das alles auf einer gesunden, zwischenmenschlichen Erziehung. Wer nicht in Kinderjahren lernt, sich in Gruppen einzufügen, mit anderen Menschen konstruktiv umzugehen, und, und, und, der wird das auch später in irgendwelchen traumtänzerischen Unterrichtsformen nur bedingt ausgleichen können - wenn überhaupt.

Es ist wieder die alte Frage nach der berühmten „Milieutheorie“ und dem fundamentalen philosophischen Problem, was mit diesem Konstrukt untrennbar verbunden ist.

Zum Beispiel berichtete er letztens, dass sie eine neue
Religionslehrerin hätten. Sie sei zwar super nett (is wohl
jung und hübsch), aber anstrengend, was die Inhalte betrifft.
Die Klasse sei vom alten Lehrer einen Stuhlkreis gewöhnt (und
das in der 9.!) und sie hätten nur geredet und diskutiert.
[Anmerkung von mir: Wenn ich an meine Schulzeit denke, frage
ich mich, wer da wohl die ganze Zeit reden wird…?]. Der
Junge meint aber, dass es viel leichter, sei über Labern eine
gute Note zu kriegen. Die neue Lehrerin hat hingegen Projekte
vor, welche sie benotet und dafür auf Klassenarbeiten
verzichtet.

Was erwartest Du? Der Weg des geringsten Widerstandes ist eine logische Konsequenz der letzten Jahrzehnte deutscher Geschichte (historisch notgedrungen bezogen auf die Alten Länder).

Mit einem Projekt haben sie nun begonnen, welches dann auch in
der Stadtbibliothek ausgestellt werden wird. So vom Hören fand
ich das Projekt richtig interessant. In aller Kürze: Die
Schüler müssen Interviews mit Schülern der Schule über gewisse
Lebensaspekte führen und die Antworten/ Ergebnisse sollen dann
nach Belieben visualisiert werden. Seine Gruppe macht eine
Fotowand auf ein dreidimensionales Objekt, eine andere Gruppe
entwirft ein Mobile, andere drehen einen Film usw. Was ich gut
finde ist, dass er mit seiner Gruppe einen Zeitplan aufstellen
muss: was sie bis wann fertig stellen müssen, wo sie
Materialien herbekommen, wer was organisiert etc. Selbst bei
der Bewertung haben sie in Form von Selbst- und
Gruppenevaluation Mitspracherecht.

Sowas gab es schon zu meiner Zeit in der 7. Klasse im Profilunterricht. Wieder nur ein Beweis dafür, daß die Position des Lehrers über alle Maßen gestärkt werden muß, um wieder mehr Eigeninitiative des Lehrpersonals in Sachen Unterrichtsführung zu erreichen.

Ich war sehr angetan - im Gegensatz zu dem Jungen, der das als
anstrengend und aufwendig betitelt und der die
Religionsstunden lieber mit Reden verbringen würde (oder viel
mehr träumen? *lächel*).

Religion ist sowieso eine ganz groteske Sache. Normalerweise gehört der Religionsunterricht (das Fach „Religion“) dorthin, wo der Pfeffer wächst.

Ganz in den Kopf will mir nicht, warum man als Schüler sich
darüber nicht freuen kann. Das ist doch mal was anderes als
das stupide Aufnehmen von Inhalten. Hier können die Schüler
selbst kreativ werden und es wird auch noch ausgestellt oder
bringt anderen Menschen einen Nutzen - und den Schülern jede
Menge Erfahrung was das Organisieren und Planen und Evaluieren
betrifft.

Was glaubst Du, wie wichtig Dir andere Unterrichtsformen wären, wenn Du gegenüber JEDWEDEM schulischen Unterricht komplett abgestumpft wärst?

Und nun meine Frage: Sitzt man denn Schule wirklich lieber nur
auf seinen 4 Buchstaben ab?

Ketzerische Gegenfrage: Wie wäre es, gar nicht mehr hinzugehen?
Auf den vier Buchstaben abzuhängen, wäre doch ohne Schule noch bequemer…

MfG

Hi,

ich weiß nicht, ob du mich missverstanden hast. Mir geht es nicht um irgendwelche Unterrichtsformen, von der die Schule glaubt, sie seien neu. Ich denke, darüber müssen wir nicht diskutieren. Das, was die Schule für neu hält, ist in meiner Berufsbranche schon längst altbacken und der Drang in einigen branchen innovativer zu sein als innovativ ist auch ein anderes Thema. Auch will ich auf solch eine Diskussion gar nicht erst raus. Wäre ein anderes Thema, bei demsich auch die Geister scheiden.

Mir stellt sich schlicht nur die Frage, warum dies den Kids keinen Spaß macht. Ich erlebe den Jungen in seiner Freizet und würde sagen, da ist er auch nicht nur fremdbestimmt, da er zu den Kids gehört, die lieber aktiv sind anstatt an PC-Fieber zu leiden.

Vielleicht mag ich als Projektmanagerin gefärbt sein, aber ich kann mich tatsächlich an meine Schulzeit erinnern (lächel). Das, was mir Spaß gemacht hat, waren die Projekte, in der ich als Schüler das Gefühl hatte, selbst auch mal was entscheiden zu dürfen oder das Gesülze meines Lehrers in jeder Stunde hören zu müssen. Und jetzt habe ich das Gefühl, dass den heutigen Schülern dieses Gesülze fast lieber wäre.

In punkto Ausbildung ist mir alles selbst sehr wohl bekannt - da müsste ich einen anderen Thread aufmachen. Mir ging es wirklich nur darum, ob es in der Schule - oder besser am Unterricht - etwas gibt, woran sich Schüler heute noch „erfreuen“.

Viele Grüße von Kim

Hallo,

nein, nein, nein - darum geht es doch gar nicht :smile: Bitte genau lesen. Es ist doch Wurscht, ob es jetzt Reli ist oder nicht. Das war jetzt das von mir genannte Beispiel, weil es aktuell ist. An sich geht es um Projektgedanken oder Aufgaben, die von den Schülern fordern, selbst aktiv zu sein und auf den vorkauenden labernden Lehrer verzichten zu müssen. Mein Eindruck.

Ähnlichen Kommentar hörte ich von ihm auch bei einem Deutschprojekt, bei dem die Klasse sogar Geld erwirtschaftete und sich die 9er-Abschlussfahrt davon leisten konnte und in der Zeitung erschien. Spricht man ihn heute drauf an, ist er ganz stolz drauf und das Projekt war dann doch nicht so schlecht.

Es ist für mich nicht so einfach das nachzuvollziehen. Wie gerne hätte ich in meiner Schulzeit solche Projekte gehabt. Ich kann gerade mal von zweien reden. Klar wars anstregend, aber wir waren unter uns, haben selbst bestimmt und waren sehr stolz auf unser Ergebnis.

Natürlich kenne ich durch meine Funktion in der Ausbildung solche Aussagen zur Genüge - obwohl sich die jungen Leute auch bemühen, die Chancen zu nutzen. Aber es geht mir nicht so in meinen Kopf, warum sich das so über die Schullaufbahn zieht. Ob unser heutiges Schulsystem Sinn macht - darum geht es mir nicht. Aber mich stören diese Erlebnisse, dass viele junge Leute nicht mehr zu begeistern sind.

Jede Generation hat/hatte mit seinen Problemen zu kämpfen - aus der eigenen Sicht ist es immer die eigene Zeit, welche die die schwierigste ist. Darum geht es mir nicht.

Aber wo ist der Antrieb etwas draus zu machen?

übrigens frage ich mich, warum es ein fach wie religion
überhaupt geben muss, wenn es hauptsächlich um stoff geht, der
oftmals schon im deutsch- und geschichtsunterricht abgedeckt
wird.
ethik/philosophie als pflichtfächer wären vielleicht
angemessener.

Sehe ich ähnlich - aber war jetzt nicht das, worauf ich hinaus wollte. Wobei ich finde, dass dann dieses Projekt - ob Reli oder nicht - mal wirklich was anderes ist.

Viele Grüße von Kim

Nicht unbedingt…
Hi,

meiner Meinung nach kann man nicht sagen, dass diese „Arbeitsunlust“ altersabhängig ist. Es gibt sicher auch Fünftklässler, die absolut demotiviert in die Schule kommen und garantiert findet man irgendwo noch jemanden, der in der zwölften Klasse sehr viel Spaß am Unterricht hat…

Ich selbst bin in der zehnten Klasse eines Gymnasiums und niemand, der den Lernstoff gern vorgekaut bekommt. Vielleicht bin ich auch die Ausnahme, aber mir macht Schule wahnsinnig viel Spaß - ich setze mich auch daheim gerne nach den Hausaufgaben noch einmal hin und suche mir weitere, unterrichtsunabhängige Infos über bestimmte Themen heraus…(Nein, keine Angst, ich habe auch noch Hobbys, die NICHTS mit Schule zu tun haben :smile:)

Gerade in den Naturwissenschaften finde ich, dass Projekte so ziemlich das Sinnvollste sind, was ein Lehrer machen kann, um den Schülern den Stoff auf interessante Art und Weise näher zu bringen (ein Beispiel wäre etwa überwachte, aber dennoch selbstständige Laborarbeit etc.).
Auch in Wirtschaftslehre oder Politik können durch Gruppenarbeiten komplizierte und eher „uninteressante“ Themen spannend gemacht werden.

Natürlich muss bei allen Projekten etc. darauf geachtet werden, dass sie sich nicht zu lang ziehen („Die nächsten paar Wochen malt ihr bitte Plakate zu dem und dem Thema.“), nicht zu unausgewogen unter den SchülerInnen verteilt werden („Ich lese das und du machst den Rest. Sind ja nur zehn Seiten aufzuschreiben, das schaffst du doch bis morgen.“) und das der Lehrer gewisse Vorgaben gibt (also nicht „Macht mal.“).

Im Allgemeinen kann man meiner Meinung nach sagen, dass guter Unterricht (der nicht zu anstrengend ist) aus einer Mischung von Projekten (inklusive Referaten), Diskussionen, Hausaufgaben und gemeinsam mit dem Lehrer Erarbeitetes besteht.

Liebe Grüße,
TG

Und nun meine Frage: Sitzt man denn Schule wirklich lieber nur
auf seinen 4 Buchstaben ab?

Hallo, Kim.

Ich gehe seit diesem Jahr in die 13. und kann die Frage fast nur mit ja beantworten, jedenfalls was mich angeht und ich denke ich spreche da auch im Namen von meinen Mitschülern.

Diese Projektarbeit fing bei uns schlagartig in der 8. Klasse an, damals war ich im zweiten Jahr auf dem Gymnasium und seitdem wird man an meiner Schule davon schlichtweg überrollt und dabei schließe ich auch Gruppenarbeiten, die sich über eine oder mehrere Stunden erstrecken mit ein.
Momentan habe ich in für ein Geschichts-Projekt (Kurzfassung: Ein Buch lesen, einen Film sehen, beides analysieren, Text über das Buch verfassen, Referat vorbereiten und den Film für eine 10. Klasse einfach zusammenfassen, mit ihnen darüber sprechen und vorführen, etc.) dafür habe ich zwei Monate Zeit und arbeite mit drei weiteren Schülern daran.

Dazu muss ich sagen, dass ich mich wirklich mit fast allen Menschen irgendwie arrangieren kann, aber die Menschen in meiner Gruppe (Geschichte) sind schlicht nur als unerträglich zu bezeichnen, sodass es einfach keinen Spaß mehr macht.

Gruppenarbeit an sich finde ich mittlerweile so grauselig, es ist schlicht und einfach zu viel des Guten. Bei dem vielen Gerede von Teamwork usw., scheinen die Lehrer nicht zu bemerken, dass eigenverantwortliches Arbeiten schon total in Vergessenheit geraten ist.
Außerdem verliert man sehr viel Zeit durch solche Sachen, A liest Text X, B liest Text Y, die A’s treffen sich und reden über Text X und umgekehrt, ein A und ein B tun sich zusammen und erklären sich gegenseitig ihren Text, ein B und ein A tun sich zusammen und erklären sich den neuen Text, usw. usf.
Die meisten stöhnen also nur noch auf, wenn irgendein Lehrer wieder mit Gruppenarbeit kommt, die meisten haben irgendwann genug davon und wünschen sich Frontalunterricht statt Rollenspielen, was der Großteil der Lehrer allerdings ignoriert. Das heisst allerdings nicht, dass mein Jahrgang komplett unmotiviert ist, solche Phasen hat allerdings jeder Mal, grade jetzt, denn die letzten paar Monate ziehen sich :smile:
Bei solchen Sachen werden oftmals nur noch die Zähne zusammengebissen und los gehts, dass man dagegen anscheinend keine Chancen mehr hat, ist mittlerweile jedem klar geworden :smiley:

Und ja, den Sitzkreis gibt es bei uns auch noch, obwohl ich gegen den eigentlich nichts habe :smile:

Hallo Canding,

Hier bist Du mit einem problematischen Phänomen der aktuellen
Schülergeneration konfrontiert. Es geht bei der Erziehung los,
also der nicht stattfindenen Erziehung, zieht sich durch das
völlig desolate Schulsystem (Frühselektion, Dreigliedrigkeit,
Ballungsschulen, …), und endet bei der heutigen Mentalität
gegenüber Leistung, Schule, allgemein gegenüber abhanden
gekommenen Werten.

Deine überzogenen Verallgemeinerungen sind schon langsam etwas abgegriffen und es ist nicht ein aktuelles Problem sondern eins das in allen Generationen, auch in denen vor der Teilung Deutschlands, vorhanden war.
Es ist schon immer so gewesen das man sich über mangelnde Motivation der Schüler, gerade in diesem Alter, beschwerte.

Deine politischen Exkursionen gehören hier nicht hin und schweifen mal wieder weit vom Thema ab.

Letztendlich kommt man am besten, wenn man die Kinder wieder
etwas härter und fairer an die Hand nimmt. In den Sachen, wo
ich in der Lehre involviert bin, hat sich das alte Rezept der
„liebevollen Strenge“ hervorragend bewährt.

Das ist jedoch vom Stil her (autoritär, „streng“, fordernd,
konsequent, stringent, hilfsbereit, ausgewogen)
**unvereinbar** mit diesem unerträglichen Herumgesitze im
Kreis, samt dem weichgespülten Gerede.
Bei Fernsehbeiträgen geht die Alarmglocke schon auf Brechreiz,
wenn man diese Sitzordnungen von heute sieht.

Man kann auch Autorität haben und trotzdem im Kreis sitzen, das hat nichts mit der Sitzordnung zu tun, nur mit dem Lehrer der sich bei einer frontalen Sitzordnung sicherer fühlt!!!

Dieses Gerede um solche neudeutschen Erfindungen wie
„Teamkompetenzen“ zieht auch nicht, denn wenn man es logisch
durchdenkt, basiert das alles auf einer gesunden,
zwischenmenschlichen Erziehung. Wer nicht in Kinderjahren
lernt, sich in Gruppen einzufügen, mit anderen Menschen
konstruktiv umzugehen, und, und, und, der wird das auch später
in irgendwelchen traumtänzerischen Unterrichtsformen nur
bedingt ausgleichen können - wenn überhaupt.

Du sprichst hier leider nur von einem Aspekt der bei Teamkompetenzen erforderlich ist es gibt noch weitere die im familiären Bereich nicht lernbar sind. Jedenfalls bei der heutigen Familienstruktur einer Klein- oder Kleinstfamilie.

Es ist wieder die alte Frage nach der berühmten
„Milieutheorie“ und dem fundamentalen philosophischen Problem,
was mit diesem Konstrukt untrennbar verbunden ist.

Kein Kommentar das führt zu weit…

Was erwartest Du? Der Weg des geringsten Widerstandes ist eine
logische Konsequenz der letzten Jahrzehnte deutscher
Geschichte (historisch notgedrungen bezogen auf die Alten
Länder).

Sorry, aber nur weil die Bürger neuen Länder (ehemals DDR) sich nach gut 30 Jahren gegen ihr totalitäres Regime erhoben haben war ihr Verhalten über Jahrzehnte nicht besser. Sie waren auch gut 3 Jahrzehnte lang angepasst. Sie sind genauso den Weg des geringsten Widerstandes gegangen in dieser Zeit. Also nimm mal die Rosa Brille ab bitte und hör auf es immer auf die Westdeutschen Länder zu beziehen.

Sowas gab es schon zu meiner Zeit in der 7. Klasse im
Profilunterricht. Wieder nur ein Beweis dafür, daß die
Position des Lehrers über alle Maßen gestärkt werden muß, um
wieder mehr Eigeninitiative des Lehrpersonals in Sachen
Unterrichtsführung zu erreichen.

  1. Klasse da warst du ca 12 und somit war das vor ca 10 bis 11 Jahren (1995/1996!) nach deinem Profil. Hmm, da gab es doch schon das „vereinheitlichte“ Schulsystem, oder?

Religion ist sowieso eine ganz groteske Sache. Normalerweise
gehört der Religionsunterricht (das Fach „Religion“) dorthin,
wo der Pfeffer wächst.

Das ist reine Ansichts und Intressenssache, oder? Vielleicht sollte man es nicht Religion sondern Theologie nennen!?

Was glaubst Du, wie wichtig Dir andere Unterrichtsformen
wären, wenn Du gegenüber JEDWEDEM schulischen Unterricht
komplett abgestumpft wärst?

Auch das ist wiederum eine gräßliche Verallgemeinerung. Es gibt sie sicher, jene die komplett Lernunwillig sind, aber es gibt viel mehr von denen die auch etwas lernen wollen.

Und nun meine Frage: Sitzt man denn Schule wirklich lieber nur
auf seinen 4 Buchstaben ab?

Ketzerische Gegenfrage: Wie wäre es, gar nicht mehr
hinzugehen?
Auf den vier Buchstaben abzuhängen, wäre doch ohne Schule noch
bequemer…

Das würde dir gefallen nicht wahr? Es wäre genau das was du als Bestätigung deiner Theorien bräuchtest… mal so ganz ketzerisch hinzugefügt…

Gruß
Andrea

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H wie Hola.

Deine überzogenen Verallgemeinerungen sind schon langsam etwas
abgegriffen und es ist nicht ein aktuelles Problem sondern
eins das in allen Generationen, auch in denen vor der Teilung
Deutschlands, vorhanden war.
Es ist schon immer so gewesen das man sich über mangelnde
Motivation der Schüler, gerade in diesem Alter, beschwerte.

Manchmal fragt sich der geneigte Leser dieses Brettes, ob man bei Dir gegen eine Wand redet. Verfolgst Du eigentlich irgendwelche Entwicklungen zu dem Thema? In guter Regelmäßigkeit (bspw. im Internet) sind genügend Berichte und Ergebnisse von Studien zu lesen, die immer wieder bestätigen, daß die Tendenzen der letzten 30 Jahre eine noch nie dagewesene Qualität besitzen.

Wenn Du nur einen Augenblick lang etwas weitschweifender darüber nachgedacht hättest, wären Dir auch die Gründe dafür klar. Hätte nur noch gefehlt, daß Du mit dem alten, zigfach mißbrauchten Aristoteles-Zitat angekommen wärst.

Ich sage nur als Schlagworte (damit auch Du einen entscheidenden Denkanstoß bekommst): Reizüberflutung, zwischenmenschliche Verfremdung, sprachliche Degeneration. Hinzu kommen zeitgleich enorme politische und wirtschaftliche Umwälzungen. Wohlstandsphänomene, Emanzipation und Feminismus, Religionen in der Krise.
Mich wundert immer wieder, wie oft man es Dir vorbeten kann und mit welcher Lern- und Erkenntnisresistenz Du solche, eine Gesellschaft grundlegend beeinflussende Faktoren ignorierst.

Deine politischen Exkursionen gehören hier nicht hin und
schweifen mal wieder weit vom Thema ab.

Eben nicht - aber für (notwendige) Themeneinordnungen in größere Zusammenhänge warst Du in Diskussionen hier noch nie zu haben.

Man kann auch Autorität haben und trotzdem im Kreis sitzen,
das hat nichts mit der Sitzordnung zu tun, nur mit dem Lehrer
der sich bei einer frontalen Sitzordnung sicherer fühlt!!!

Der erste Teil ist überflüssig zu erwähnen, denn dem habe ich nicht widersprochen. Ich räume auch ein, daß natürlich bei mir eine gewisse Prägung zu einer ordentlich strukturierten Sitzordnung vorhanden ist; das ändert jedoch nichts daran, daß heute oft absurde Anordnungen von Tischen praktiziert werden, bei denen oft Schüler mit dem Rücken zur Tafel sitzen und all solche Dinge. Hier plädiere ich schlicht für die Rückkehr zur Sachlichkeit und das man sich wenigstens zivilisiert vor den Lehrer setzt.

Ob ein Lehrer sich bei einer frontalen Sitzordnung sicherer fühlt, ist anzuzweifeln. Wenn ich in meinen Kursen Unterricht betreibe, würde ich mich höchstens extrem blöd vorkommen, wenn ich vorne engagiert etwas erkläre und die Hälfte der Schüler sitzt bspw. mit dem Rücken zu mir.

Pädagogischer Dialog - wie auch respektvolle Kommunikation überall - basiert (auch) auf Augenkontakt und Haltung.

Hast Du jemals in einem Hörsaal gesessen und der Professor hat 90 Minuten lang permanent Schreibkrampf gehabt, irgendwelche Laute von sich gegeben, die man sowieso nicht verstehen konnte, weil er auf Grund des Zeit- und Stoffdruckes nur in Richtung Tafel gesprochen hat?

Das sind so Sachen, die stark mit Anstand, Respekt und Rücksichtnahme verwoben sind. Das müßte sogar Dir inzwischen klar sein.

Dieses Gerede um solche neudeutschen Erfindungen wie
„Teamkompetenzen“ zieht auch nicht, denn wenn man es logisch
durchdenkt, basiert das alles auf einer gesunden,
zwischenmenschlichen Erziehung. Wer nicht in Kinderjahren
lernt, sich in Gruppen einzufügen, mit anderen Menschen
konstruktiv umzugehen, und, und, und, der wird das auch später
in irgendwelchen traumtänzerischen Unterrichtsformen nur
bedingt ausgleichen können - wenn überhaupt.

Du sprichst hier leider nur von einem Aspekt der bei
Teamkompetenzen erforderlich ist; es gibt noch weitere die im
familiären Bereich nicht lernbar sind. Jedenfalls bei der
heutigen Familienstruktur einer Klein- oder Kleinstfamilie.

Erstens beinhaltet das eine Behauptung - was wären denn Dinge, die nicht mit gesundem Menschenverstand und ausgewogener, werteorientierter Erziehung zu vermitteln wären? Anders herum sprach ich auch nicht von einem Erlernen im familiären Umfeld, sondern ich stellte es so dar, daß ich heute in den Vordergrung gerückte „Kompetenzen“ lediglich als Fortsetzung von Selbstverständlichkeiten in der Erziehung sehe.
Diese jeweils auf konkrete Situationen anzuwenden, sollte im Leistungsvermögen jedes Menschen liegen, denn mit neuartigen Situationen ist man ständig konfrontiert.

Es ist wieder die alte Frage nach der berühmten
„Milieutheorie“ und dem fundamentalen philosophischen Problem,
was mit diesem Konstrukt untrennbar verbunden ist.

Kein Kommentar das führt zu weit…

Das führt überhaupt nicht zuweit, im Gegenteil. Hier liegt der Hase im Pfeffer. Die Frage ist: Ist man wirklich desillusioniert vom Verhalten vieler Schüler heutzutage oder ist es nicht eine alte Erkenntnis; „Umgang formt den Menschen“. Spätestens hier sollte der Würfel fallen (für Dich).

Was erwartest Du? Der Weg des geringsten Widerstandes ist eine
logische Konsequenz der letzten Jahrzehnte deutscher
Geschichte (historisch notgedrungen bezogen auf die Alten
Länder).

Sorry, aber nur weil die Bürger neuen Länder (ehemals DDR)
sich nach gut 30 Jahren gegen ihr totalitäres Regime erhoben
haben war ihr Verhalten über Jahrzehnte nicht besser. Sie
waren auch gut 3 Jahrzehnte lang angepasst. Sie sind genauso
den Weg des geringsten Widerstandes gegangen in dieser Zeit.
Also nimm mal die Rosa Brille ab bitte und hör auf es immer
auf die Westdeutschen Länder zu beziehen.

Und wieder die alte Leier. Du bist auch so ein Kandidat, er auf nüchterne historische Erkenntnisse sofort ideologisch anspringt wie ein V6-Motor. Allerdings war das ein Eigentor, denn die Erkenntnis, daß in den Alten Ländern bis 1989 quasi jede Erziehung aufgehört hatte, kommt von Demographen und Sozialwissenschaftlern eben aus den Alten Ländern. Nur die Verspätung dieser Feststellungen von 15 bis 20 Jahren ist etwas ärgerlich.
Und erzieherisch den Weg des geringsten Widerstandes (in dem Sinne, wie ich formulierte) auch auf die DDR zu beziehen, ist schlicht falsch von Dir und zuegt von wenig Sachkenntnis.
Wie willst Du bitte begründen, daß in einer Mangelgesellschaft wie der DDR die gleichen degenerativen Prozesse stattgefunden haben sollen, wie im ehemaligen Westblock?
Du hast nur die Tragweite nicht verstanden, was mit den Bemerkungen weiter oben (entlang des Roten Fadens) gemeint gewesen ist.

Ich habe nicht behauptet, im ehemaligen Ostblock oder zu früheren Zeiten wären die Schüler deutlich enthusiastischer gewesen; es ging lediglich um die Ausartungen, um die Tendenzen von heute, um die Intensität und die Quantität, mit denen gewisse Probleme mehr und mehr umsichgreifen. Und das gab es eben in der Form noch nicht.

Wie immer kann ich Dich aber nicht hindern, irgendwelche Hirngespinste und Unterstellungen in gewisse Schilderungen hineinzuinterpretieren.
Nur weiter so :wink:

Sowas gab es schon zu meiner Zeit in der 7. Klasse im
Profilunterricht. Wieder nur ein Beweis dafür, daß die
Position des Lehrers über alle Maßen gestärkt werden muß, um
wieder mehr Eigeninitiative des Lehrpersonals in Sachen
Unterrichtsführung zu erreichen.

  1. Klasse da warst du ca. 12 und somit war das vor ca 10 bis 11
    Jahren (1995/1996!) nach deinem Profil. Hmm, da gab es doch
    schon das „vereinheitlichte“ Schulsystem, oder?

Das was?

Zu der Zeit besuchte ich eine solide Realschule und genoß einen hervorragenden Technikunterricht. Neben wunderbarem Frontalunterricht im Stile der alten Schule, gab es immer wieder ausgedehnte praktische Aufgaben und Projektarbeiten. Bei manchen benoteten die Gruppen sich gegenseitig und diese Zensuren wurden mit einer Bewertung vom Lehrer verrechnet, um die objektive Balance zu wahren.

Alles bekannte Dinge; Selbstverständlichkeiten für guten, niveauvollen Frontalunterricht.

„Vereinheitlich“ war das System in dem Sinne, daß sich die BRD ihrer gewaltigsten Chance beraubt hatte, ein weltweit führendes Bildungs- und Betreuungssystem gratis in die Hände bekommen zu haben. Finnland war in dieser Sache klüger…

Religion ist sowieso eine ganz groteske Sache. Normalerweise
gehört der Religionsunterricht (das Fach „Religion“) dorthin,
wo der Pfeffer wächst.

Das ist reine Ansichts und Intressenssache, oder?

Nein, sowohl staatstheoretisch, als auch philosophisch hat das Unterrichtsfach „Religion“ aus einer staatlichen Schule zu verschwinden. Denk 'mal darüber nach, warum das logisch so sein müßte.

Was glaubst Du, wie wichtig Dir andere Unterrichtsformen
wären, wenn Du gegenüber JEDWEDEM schulischen Unterricht
komplett abgestumpft wärst?

Auch das ist wiederum eine gräßliche Verallgemeinerung. Es
gibt sie sicher, jene die komplett lernunwillig sind, aber es
gibt viel mehr von denen die auch etwas lernen wollen.

Keine „gräßliche Verallgemeinerung“ - sondern eine angekündigte (!!!), intellektuelle Provokation in Richtung der zentralen Frage, die der Ausgangskommentar an dieser Stelle aufwarf - gewürzt mit ein bißchen Zynismus.

Ketzerische Gegenfrage: Wie wäre es, gar nicht mehr
hinzugehen?
Auf den vier Buchstaben abzuhängen, wäre doch ohne Schule noch
bequemer…

Das würde dir gefallen nicht wahr? Es wäre genau das was du
als Bestätigung deiner Theorien bräuchtest… mal so ganz
ketzerisch hinzugefügt…

Und was man auch tendenziell mehr und mehr beobachten kann.
In dem Sinne - wenn sich die Politik weiter so verhält, bin ich schon richtig euphorisch, die intellektuelle Apokalypse auf deutschem Boden aus der ersten Reihe miterleben zu dürfen … :smiley:

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. :smile:

MfG

Hallo,

*grins* ich wusste du würdest anspringen…

Manchmal fragt sich der geneigte Leser dieses Brettes, ob man
bei Dir gegen eine Wand redet.

Selbiges kannst du dir selbst auch vorhalten, zumal du Diskussionen wo Menschen eben nicht deiner Überzeugung sind und nicht deiner Theorie folgen gerne kommentarlos beendest ohne das sie zu Ende ist.

Verfolgst Du eigentlich irgendwelche Entwicklungen zu dem Thema? In guter
Regelmäßigkeit (bspw. im Internet) sind genügend Berichte und
Ergebnisse von Studien zu lesen, die immer wieder bestätigen,
daß die Tendenzen der letzten 30 Jahre eine noch nie
dagewesene Qualität besitzen.

Doch ich verfolge, doch bin ich weder Mediengläubig noch unkritisch gegenüber solchen Veröffentlichungen.
Und zu den Tendenzen und deiner „Lösung“ mal vorweg ein Zitat:

Zitat F._Mauthner, Wörterbuch der Philosophie 1910

…Alle Reformatoren der Pädagogik glaubten, die Kinder lieb zu haben; aber alle waren sie ruchlose Weltverbesserer, ruchlose Optimisten, welche die Kinder irgend einer Zucht unterwarfen, die Schule zum Zuchthaus machten, um der Zukunft willen, um einer Utopie willen, um der Kinder Land nach ihrer eigenen Phantasie zu gestalten. Ob vaterlandslos oder kosmopolitisch wie Pestalozzi, ob vaterländisch wie Fichte, ob kirchlich wie die Jesuiten und die Pietisten, ob antikirchlich wie die Prediger der freien Gemeinden, all diese Kinderfreunde wurden zu Kindermördern, so edle Menschen sie waren, weil sie Weltverbesserer waren, weil ihnen der Kinder zukünftiges Land wertvoller dünkte, als des Kindes gegenwärtiges Glück. Auch der Staat hatte keine böse Absicht dabei, da er die Schule, auf die er stolz ist, so errichtete, daß sie dem alten Moloch ähnlicher geworden ist als einem Kindergarten. Ob die Kinder für einen unbekannten Gott verbrannt werden oder ob sie für eine unbekannte Zukunft sieben bis siebzehn Jahre gemartert werden, es ist die gleiche Verirrung…

Zitat Ende

Wenn Du nur einen Augenblick lang etwas weitschweifender
darüber nachgedacht hättest, wären Dir auch die Gründe dafür
klar. Hätte nur noch gefehlt, daß Du mit dem alten, zigfach
mißbrauchten Aristoteles-Zitat angekommen wärst.

Das brauch ich nicht du hast es ja selbst im Kopf *gg* und um beim Thema zu bleiben es geht nicht um das politische, soziale Umfeld sondern um den/die Jugendlichen selbst. Und das gros dieser Jugendlichen schert sich einen Dreck (sorry) um genau diese Sachen, oft verwenden sie diese Argumentation auch nur deshelb weil sie ihnen so schön vorgebetet wurde. Irgendwann glaubt man halt was einem immer wieder vorgebetet wird und dies um so leichter wenn man noch jung und ungefestigt ist.

Ich sage nur als Schlagworte (damit auch Du einen
entscheidenden Denkanstoß bekommst): Reizüberflutung,
zwischenmenschliche Verfremdung, sprachliche Degeneration.
Hinzu kommen zeitgleich enorme politische und wirtschaftliche
Umwälzungen. Wohlstandsphänomene, Emanzipation und Feminismus,
Religionen in der Krise.
Mich wundert immer wieder, wie oft man es Dir vorbeten kann
und mit welcher Lern- und Erkenntnisresistenz Du solche, eine
Gesellschaft grundlegend beeinflussende Faktoren ignorierst.

Ich bin weder Lern- noch Erkenntnisresistent, das sind vielleicht Adjektive die du für dich selbst in gewissen Bereichen in Anspruch nehmen solltest.
Diese Faktoren sind sicher Gesellschaftsbeieinflussend jedoch ist die Beeinflussung stark von der jeweiligen persönlichen Aufnahme abhängig und nicht unbedingt negativ.
Man stelle sich mal vor der Kirchliche und somit Christliche Einfluß auf Politil und Bildung wäre nicht geschrumpft, so würden heute noch nur Männer bestimmter „Stände“ unterrichtet werden. Somit hatte diese Krise definitiv etwas positives…
Wenn du jedoch Emanzipation und Feminismus hier als negativ belegten Aspekt anbringst stellst du dich selbst ins Abseits.
Der mensch neigt dazu viele Strömungen und Bewegungen recht exessiv aufzunehmen und umzusetzen, leider. In Maßen ist nämlich alles zu genießen und sehr positiv für die Entwicklung.

Deine politischen Exkursionen gehören hier nicht hin und
schweifen mal wieder weit vom Thema ab.

Eben nicht - aber für (notwendige) Themeneinordnungen in
größere Zusammenhänge warst Du in Diskussionen hier noch nie
zu haben.

Nun, anstatt die Threats anderer für eben diese Diskussion zu mißbrauchen soltest du einen eigen auf dieses Thema abgestimmten Threat eröffnen wenn du die globalen Zusammenhänge darstellen willst.

Der erste Teil ist überflüssig zu erwähnen, denn dem habe ich
nicht widersprochen. Ich räume auch ein, daß natürlich bei mir
eine gewisse Prägung zu einer ordentlich strukturierten
Sitzordnung vorhanden ist; das ändert jedoch nichts daran, daß
heute oft absurde Anordnungen von Tischen praktiziert werden,
bei denen oft Schüler mit dem Rücken zur Tafel sitzen und all
solche Dinge. Hier plädiere ich schlicht für die Rückkehr zur
Sachlichkeit und das man sich wenigstens zivilisiert vor den
Lehrer setzt.

Also eine Kreisförmige Anordnung nur der Schüler ist mir nicht bekannt und wird auch nicht empfohlen. *grins* man findet sogar Software im Net wo Lehrer sich die pädagogisch sinnvollste Sitzordung erstellen lassen kann (http://www.cornelsen.de/kts/1.c.316517.de) und siehe da da gibt es nur Frontal in Reihen, in Blöcken und/oder als U-Form.

Ich kenne die U-Form noch aus meiner Schulzeit, es war die beliebteste Sitzordnung der Schüler. Oft auch so angeordnet das der Lehrerpult vorne in der Mitte war was auch einen imaginären Kreis darstellt nur das der Lehrer mit integriert ist.
Diese Sitzordnung hat so einige Vorteile vor allem Akustische, schließlich gibt es in Schulen so gut wie keine Hörsäle mehr.

Ob ein Lehrer sich bei einer frontalen Sitzordnung sicherer
fühlt, ist anzuzweifeln. Wenn ich in meinen Kursen Unterricht
betreibe, würde ich mich höchstens extrem blöd vorkommen, wenn
ich vorne engagiert etwas erkläre und die Hälfte der Schüler
sitzt bspw. mit dem Rücken zu mir.

Wie gesagt eine solche Kreisförmige Sitzordnung alleine nur der Schüler ist mir nirgendwo bekannt, deshalb zweifel ich dies auch an. Vorstellbar halte ich dies bei Projektarbeiten aber nicht im Regelunterricht.

Pädagogischer Dialog - wie auch respektvolle Kommunikation
überall - basiert (auch) auf Augenkontakt und Haltung.

Das bezweifel ich nicht, nur das Beispiel das du anführst bezweifel ich.

Hast Du jemals in einem Hörsaal gesessen und der Professor hat
90 Minuten lang permanent Schreibkrampf gehabt, irgendwelche
Laute von sich gegeben, die man sowieso nicht verstehen
konnte, weil er auf Grund des Zeit- und Stoffdruckes nur in
Richtung Tafel gesprochen hat?

Nein, aber in der letzten Reihe einer von dir propagierten Sitzordnung in der ich trotz der Tatsache das mein Lehrer zur Klasse sprach nur gut 60% verstanden habe da der Geräuschpegel meiner Mitschüler vor mir wie eine Schallwand waren.
Meine häufigen Nachfragen und die derjenigen die ebenso wie ich hinten saßen führten schließlich zu U-Form.

Erstens beinhaltet das eine Behauptung - was wären denn Dinge,
die nicht mit gesundem Menschenverstand und ausgewogener,
werteorientierter Erziehung zu vermitteln wären? Anders herum
sprach ich auch nicht von einem Erlernen im familiären Umfeld,
sondern ich stellte es so dar, daß ich heute in den
Vordergrung gerückte „Kompetenzen“ lediglich als Fortsetzung
von Selbstverständlichkeiten in der Erziehung sehe.
Diese jeweils auf konkrete Situationen anzuwenden, sollte im
Leistungsvermögen jedes Menschen liegen, denn mit neuartigen
Situationen ist man ständig konfrontiert.

Du kommst eben nicht aus sogenannten Klein- oder Kleinstfamilie, ansonsten wüßtest du was ich damit meine. Es sind Dinge die man nur im Umgang mit Gleichaltrigen oder halbwegs gleichaltrigen Geschwistern lernt. Sowie Dinge die man nur im nahezu täglichen Umgang mit der Generation der Großeltern lernt. Oft unbewußt werden diese Dinge einem in einer Großfamilie näher gebracht, da sie zum alltäglichen Zusammenleben gehören. In einer Kleinfamilie hat man es nicht nötig da es viel weniger Personen sind und viel weniger Kompetenzen im sozialen Bereich benötigt werden.

Das führt überhaupt nicht zuweit, im Gegenteil. Hier liegt der
Hase im Pfeffer. Die Frage ist: Ist man wirklich
desillusioniert vom Verhalten vieler Schüler heutzutage oder
ist es nicht eine alte Erkenntnis; „Umgang formt den
Menschen“. Spätestens hier sollte der Würfel fallen (für
Dich).

Man kann sich nur desillusioniern lassen wenn man seine eigenen Ansprüche an sich und andere zu hoch setzt. Wenn man selbst kleine Erfolge nicht mehr zu schätzen weiß und wenn man nicht in der Lage ist richtig zu reflektieren um diese kleinen Erfolge auch zu sehen.

Sorry, aber nur weil die Bürger neuen Länder (ehemals DDR)
sich nach gut 30 Jahren gegen ihr totalitäres Regime erhoben
haben war ihr Verhalten über Jahrzehnte nicht besser. Sie
waren auch gut 3 Jahrzehnte lang angepasst. Sie sind genauso
den Weg des geringsten Widerstandes gegangen in dieser Zeit.
Also nimm mal die Rosa Brille ab bitte und hör auf es immer
auf die Westdeutschen Länder zu beziehen.

Und wieder die alte Leier. Du bist auch so ein Kandidat, er
auf nüchterne historische Erkenntnisse sofort ideologisch
anspringt wie ein V6-Motor. Allerdings war das ein Eigentor,
denn die Erkenntnis, daß in den Alten Ländern bis 1989 quasi
jede Erziehung aufgehört hatte, kommt von Demographen und
Sozialwissenschaftlern eben aus den Alten Ländern. Nur die
Verspätung dieser Feststellungen von 15 bis 20 Jahren ist
etwas ärgerlich.

Oh je ich hab keine Erziehung genossen… Im übrigen hast du die Alten Bundesländer erwähnt, sprich du hast hier einen politischen Wert eingeführt. Und was die ausführungen von diesen Sozialwissenschaftlern angeht, sorry, hier spielen wohl noch ganz andere Aspekte mit hinein. Wie staatliche Zwänge die in der ehemaligen DDR herrschten usw. soll heißen das es absurd ist die Erziehung in diesen beiden Staatsformen zu vergleichen, denn hier wurden diese Aspekte wohlweislich ausgesparrt bzw vernachlässigt.
Wie sagtest du oben so schön „Umgang formt den Menschen“ und weiterhin hast du die äusseren Einflüße auf die Gesellschaft angeführt die in beiden Staatsformen extrem unterschiedlich waren.

Und erzieherisch den Weg des geringsten Widerstandes (in dem
Sinne, wie ich formulierte) auch auf die DDR zu beziehen, ist
schlicht falsch von Dir und zuegt von wenig Sachkenntnis.
Wie willst Du bitte begründen, daß in einer Mangelgesellschaft
wie der DDR die gleichen degenerativen Prozesse stattgefunden
haben sollen, wie im ehemaligen Westblock?

Also gut, stellen wir doch mal die Frage warum gerade in den neuen Bundesländern den die Desillosionierung so verbreitet ist?
Weil es ihnen so ergangen ist wie den Auswanderern des beginnenden 19. Jahrhunderts nach Amerika, im Glauben das dort/hier das Leben viel einfacher ist haben sie etwas in Bewegung gebracht und schließlich erreicht ohne wirklich zu wissen was dies bedeutet.
Man erhoffte sich bessere Zeiten mit mehr Geld, Gütern, besserer Lebensqualität einer gesicherten Zukunft. Man erwartete das die Politik eben für all diese Dinge sorgen würde, man war es ja auch bisher so gewöhnt.
Nur das dies eben kein Arbeiter und Bauernstaat ist sondern eine Demokratische auf Kapital und wirtschaftlichen Aspekten basierende Gesellschaft und Staatsform. Hier wurde und wird immer noch Eigeninitiative gefordert. Das war vor der (vorschnellen) Vereinigung schon so und ist auch heute noch so. Viele junge Ostdeutsche haben dies begriffen, wenn ich sie mir so betrachte als Auszubildende bei uns. Nur gibt es einen ebensogroßen Anteil die sich dieser Erkenntnis sperren. Und in der Älteren Generation ist diese noch viel schlimmer vorhanden und eben jene sind es die diese negative Einstellung weiter verbreiten.

Ich habe nicht behauptet, im ehemaligen Ostblock oder zu
früheren Zeiten wären die Schüler deutlich enthusiastischer
gewesen; es ging lediglich um die Ausartungen, um die
Tendenzen von heute, um die Intensität und die Quantität, mit
denen gewisse Probleme mehr und mehr umsichgreifen. Und das
gab es eben in der Form noch nicht.

Wie auch, sorry bedenke mal das Staatsprinzip.Mein Stiefvater (OT ich hasse dieses Wort, kennt jemand ein anderes?) kam aus der DDR als Junger Mann in den Westen weil man ihn für unbequem hielt. Er wurde des Gymnasiums verwiesen weil er zu viele kritische Fragen gestellt hat und durfte dannach dann problemlos ausreisen (1954 seine Großeltern nicht) Man wollte keine Regimekritiker, später hat man dann solche Leute weggesperrt. Erfahrungsberichte dazu sind viele zu finden.
Zudem wurden die Kinder schon vom Kleinkindalter an ideologisch getrimmt, wohl kaum vergleichbar. dann sollte man wohl eher in andere westliche Nationen schauen, und dort findet man diese tendenzen und Intensität sowie Quantität ebenso. Sogar in Nationen die angeblich ein viel besseres Schulsystem haben…

Wie immer kann ich Dich aber nicht hindern, irgendwelche
Hirngespinste und Unterstellungen in gewisse Schilderungen
hineinzuinterpretieren.
Nur weiter so :wink:

Hirngespinste, Unterstellungen - ich interpretiere eine andere Möglichkeit hat man hier ja wohl kaum…und wenn du deine Texte so verfasst das sie sich so interpretieren lassen solltest du vielleicht mal drüber nachdenken.

  1. Klasse da warst du ca. 12 und somit war das vor ca 10 bis 11
    Jahren (1995/1996!) nach deinem Profil. Hmm, da gab es doch
    schon das „vereinheitlichte“ Schulsystem, oder?

Das was?

Zu der Zeit besuchte ich eine solide Realschule und genoß
einen hervorragenden Technikunterricht. Neben wunderbarem
Frontalunterricht im Stile der alten Schule, gab es immer
wieder ausgedehnte praktische Aufgaben und Projektarbeiten.
Bei manchen benoteten die Gruppen sich gegenseitig und diese
Zensuren wurden mit einer Bewertung vom Lehrer verrechnet, um
die objektive Balance zu wahren.

Ist das nicht genau das was unsere Ursprungsposterin angeführt hat?
Es ist nicht das was ich in der Schule hatte. Projektarbeit gab es nur während der Projektwoche, Gruppenarbeit nur in wenigen WPKs, ansonsten war nur Frontalunterricht angesagt. Offenere Sitzordnung erst nachdem man kapierte das so alle die gleiche Möglichkeit des Akustischen Verstehens haben.
Wenn du also zukünftig von der Untterichtsform sprichst die dir so verschwebt dann solltest du sie wie hier oben geschehen genauer beschreiben. Weil wenn hier von Frontalunterricht gesprochen wird dann wohl eher in der Form wie ich ihn erfahren habe als wie in der Form wie du ihn erfahren hast. Im übrigen halte ich sehr viel davon wenn man auch beim Frontalunterricht die Schüler in das Erarbeiten des Stoffes miteinbezieht und nicht nur vorträgt und erwartet das es dann jeder kapiert hat und verständnislos auf Fragen reagiert. Wie viel zu oft schon geschehen.

Alles bekannte Dinge; Selbstverständlichkeiten für guten,
niveauvollen Frontalunterricht.

Definiere mal den niveauvollen Frontalunterricht genauer, bitte?

„Vereinheitlich“ war das System in dem Sinne, daß sich die BRD
ihrer gewaltigsten Chance beraubt hatte, ein weltweit
führendes Bildungs- und Betreuungssystem gratis in die Hände
bekommen zu haben. Finnland war in dieser Sache klüger…

Gratis war bei der Wiedervereinigung gar nichts, im Gegenteil es waren erhebliche Kosten die da auf sich genommen wurden. Kosten deren Folgen wir heute alle spüren, oder glaubst du tatsächlich das die Sparzwänge der Regierung sich nur aus der Mißwirtschaft der BRD ergeben haben, nein auch durch die immensen Kosten die die Vereinigung mit sich gebracht hat.

Das ist reine Ansichts und Intressenssache, oder?

Nein, sowohl staatstheoretisch, als auch philosophisch hat das
Unterrichtsfach „Religion“ aus einer staatlichen Schule zu
verschwinden. Denk 'mal darüber nach, warum das logisch so
sein müßte.

Du hast fein säuberlich meinen Vorschlag es Theologie zu nennen ausgeklammert, warum?
Ich fand und finde dieses Fach gar nicht schlimm. Mit einem gutem Lehrer sogar durchaus interessant. So haben wir z.B. die Religionen im objektivem Vergleich betrachtet nachdem wir uns mit den einzelnen Religionen an sich auseinandergesetzt haben (alles gleich gewichtet und an der weiterführenden Schule wohlbemerkt). Dieses Fach sollte zum Verständnis der eigenen und auch aller anderen Religionen beitragen.
Schlimmer finde ich es wenn man Philosophie hat und der Lehrer nur die eigene Auslegung eines philosophischem Themas zuläßt und jede ander Meinung als falsch bewertet und entsprechend benotet.

Und was man auch tendenziell mehr und mehr beobachten kann.
In dem Sinne - wenn sich die Politik weiter so verhält, bin
ich schon richtig euphorisch, die intellektuelle Apokalypse
auf deutschem Boden aus der ersten Reihe miterleben zu dürfen
:smiley:

Ja es immer leicht nach der Politik zu schreien wenn man selber nicht mehr klarkommt. Die Politik schafft nur den Rahmen der Inhalt wird von den Menschen gefüllt gerade bei der Bildungspolitik.
Und das selbst in einem starrem System flexible Arbeit möglich ist weiß ich als Mitarbeiter in diesem starrem System sehr genau weil selbst erlebt und praktiziert.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. :smile:

Dies ist eine Aussage der ich zur Abwechselung mal voll zustimmen kann.

MfG

Und immer noch persönlich grüßend
Andrea

1 „Gefällt mir“

H wie Halo.

*grins* ich wusste du würdest anspringen…

Erzähl noch einen.

Manchmal fragt sich der geneigte Leser dieses Brettes, ob man
bei Dir gegen eine Wand redet.

Selbiges kannst du dir selbst auch vorhalten,

Im Ggs. zu Dir habe ich aber weitestgehend recht und fange nicht an, einen verqueren Mix aus den Aussagen zu basteln, so daß sich die Diskussion ellenlang hinzieht, weil man erstmal mit dem Korrigieren des vorherigen Kommentars beschäftigt ist.

Schau ins Archiv der letzten 10 Monate und es ist immer wieder das gleiche mit Dir, hier und da höchstens in unterschiedlicher Ausprägung. Keine Spur von Fortentwicklung - ich muß mich mit meinem Standpunkt nicht bewegen, weil er sehr gut ist, so wie er ist. Stattdessen kommt bei Dir eine der nervigsten Eigenschaften von Frauen durch: Stundenlang kann man noch so schlüssig argumentieren, am Ende verharrt das Eva-Prinzip uneinsichtig bei irgendwelchen irrationalen Ansichten und man ist am Ausgangspunkt zurück - man dreht sich im Kreis. Zum einen Ohr rein, zum anderen raus. Wie gesagt, wenn Du wenigstens logisch-analytisch wärst…

zumal du
Diskussionen wo Menschen eben nicht deiner Überzeugung sind
und nicht deiner Theorie folgen gerne kommentarlos beendest
ohne das sie zu Ende ist.

Was natürlich in guter Tradition von Dir Blödsinn ist.
Man beendet, wenn ein Totpunkt erreicht ist - normalerweise sogar früher, so daß sich keiner der Diskussionspartner verrennt.

Doch ich verfolge, doch bin ich weder Mediengläubig noch
unkritisch gegenüber solchen Veröffentlichungen.

Klar, und wieder sind es wie so oft bei Dir dann die Medien oder die stets gefälschten Statistiken, damit erstmal ein diffuser Grundverdacht über alles gelegt werden kann. Daß Du Dir nicht selbst langsam bei soviel Verfolgungswahn zu blöd vorkommst; entsprechend korrekt zu filtern kannst Du mir getrost zutrauen.
Hier haben Dirgegenüber schon Leute härteste Statistiken verlinkt oder als lesbare Quelle angegeben - und immer und immer und immer und immer wieder kamen irgendwelche, oft emotional verblendeten Generalverdachtsmomente…

Langsam kommt mir für soviel Ignoranz von Deiner Seite her nur noch Nietzsches Spruch in den Sinn: „Gegen einen Kopf voller Dummheit, hilft nur die geballte Faust…“.

Und zu den Tendenzen und deiner „Lösung“ mal vorweg ein Zitat:

Zitat F._Mauthner, Wörterbuch der Philosophie 1910

Soll ich jetzt lachen oder heulen?

…Alle Reformatoren der Pädagogik glaubten, die Kinder lieb
zu haben; aber alle waren sie ruchlose Weltverbesserer,
ruchlose Optimisten, welche die Kinder irgend einer Zucht
unterwarfen, die Schule zum Zuchthaus machten, um der Zukunft
willen, um einer Utopie willen, um der Kinder Land nach ihrer
eigenen Phantasie zu gestalten. Ob vaterlandslos oder
kosmopolitisch wie Pestalozzi, ob vaterländisch wie Fichte, ob
kirchlich wie die Jesuiten und die Pietisten, ob antikirchlich
wie die Prediger der freien Gemeinden, all diese Kinderfreunde
wurden zu Kindermördern, so edle Menschen sie waren, weil sie
Weltverbesserer waren, weil ihnen der Kinder zukünftiges Land
wertvoller dünkte, als des Kindes gegenwärtiges Glück. Auch
der Staat hatte keine böse Absicht dabei, da er die Schule,
auf die er stolz ist, so errichtete, daß sie dem alten Moloch
ähnlicher geworden ist als einem Kindergarten. Ob die Kinder
für einen unbekannten Gott verbrannt werden oder ob sie für
eine unbekannte Zukunft sieben bis siebzehn Jahre gemartert
werden, es ist die gleiche Verirrung…

Zitat Ende

Und wenn Du jetzt noch die historischen Realitäten der letzten Jahrzehnte dagegenstellst, siehst Du, wie erstens überholt, zweitens wie einseitig der Inhalt des Zitats ist und drittens auch Philosophen absolut fehlbar sind.

Das brauch ich nicht du hast es ja selbst im Kopf *gg* und um
beim Thema zu bleiben es geht nicht um das politische, soziale
Umfeld sondern um den/die Jugendlichen selbst.

Woran man merkt, daß Du es schlichtweg nicht begriffen hast.

Und auch noch zu ignorant respektive faul gewesen bist, Dir wenigstens einen Halbsatz zur Milieutheorie durch den Kopf gehen zu lassen.

Es sollte Dich langsam nicht mehr wundern, woher die Tendenz kommt, solche Debatten mit Dir abwürgen zu wollen.

Ich bin weder lern- noch erkenntnisresistent,

Oh doch, sogar in extremem Maße. Die Harmatia, unter der Du leidest, macht es höchstens für Dich ertragbar.

Diese Faktoren sind sicher gesellschaftsbeieinflussend jedoch
ist die Beeinflussung stark von der jeweiligen persönlichen
Aufnahme abhängig

Womit Du Deine bisherigen Äußerungen ad absurdum führst (besser gesagt, deren Zweck): Denke doch einmal nach, welcher mediale Umbruch und welche Veränderungen im ganzen Lebenswandel in den letzten 30 Jahre stattgefunden haben. Dann kommst Du vielleicht darauf, wie problematisch eben diese „jeweilige persönliche Aufnahme“ ist.

Man stelle sich mal vor, der kirchliche und somit christliche
Einfluß auf Politik und Bildung wäre nicht geschrumpft, so
würden heute noch nur Männer bestimmter „Stände“ unterrichtet
werden. Somit hatte diese Krise definitiv etwas Positives…

Das überzeichnest Du viel zu sehr. Die Kirche ist bereits seit mehr als einem Jahrhundert in der Krise, auch was ihren Einfluß angeht.

Es ging um die nicht unerhebliche Gruppe von Menschen, die durch religiöse Krisen selbst gewissen Identititätsfragen ausgesetzt sind.

Zwar bin ich Atheist, doch das große Entfremdungsproblem der modernen Gesellschaft(was schon die Expressionisten nach 1900 hatten) analysiert die Kirche durchaus richtig. In den letzten Jahrzehnten hat sich das sogar so verschärft, daß es inzwischen in die Kinderzimmer getragen wurde. Folgen davon sind eben die stetig zunehmenden Sprachstörungen, Störungen des Sozialverhaltens.
Hieran sieht man schon, wie verwoben gewisse Entwicklungen in Wirklichkeit sind und das bei allen radikalen Tendenzen, gewisse liberale islamische Führer durchaus richtig erkannt haben, daß das ganze westliche Wertesystem in einer tiefen Krise steckt.
Du kannst es drehen, wie Du willst: Deine Äußerungen greifen in erschreckender Weise zu kurz und sind zu eindimensional, um der in Wirklichkeit komplexen Frage des Ausgangskommentars gerecht zu werden.

Wenn du jedoch Emanzipation und Feminismus hier als negativ
belegten Aspekt anbringst, stellst du dich selbst ins Abseits.

Bla, bla, bla. Manchmal hat man den Eindruck, Du möchtest regelrecht alle Welt partout mißverstehen.
Eine simple Frage: Kannst Du richtig lesen? Oder kannst Du bitte (wenigstens) einmal vernünftig nachdenken, bevor Du hier Dein Halbgares vom Stapel läßt?

Darüber hinaus ist die Äußerung an sich schon blödsinnig. Obwohl die Diskussion um das „Eva-Prinzip“ viel Wirbel entfacht hat, so steht doch **außer Frage**, daß Feminismus/Emanzipation natürlich auch negative Seiten haben. Das ist eigentlich eine Binsenweisheit - ich glaube, selbst Dir sollte klar sein, daß alles zwei Seiten hat.
Und so auch Emanzipation/Feminismus.
Doch um Dir zur Abwechslung auch einmal etwas geistig vorzukauen (was sonst bekanntermaßen nicht meine Art ist): Ich zielte auf Spannungen und Identitätsprobleme zwischen den Geschlechtern an (durch die Veränderungen im Rollenverständnis). Auch das betrifft die heutigen Jugendlichen zu gut Deutsch volle Pulle.

Der Mensch neigt dazu viele Strömungen und Bewegungen recht
exessiv aufzunehmen und umzusetzen, leider. In Maßen ist
nämlich alles zu genießen und sehr positiv für die
Entwicklung.

Ach plötzlich sprudeln die gerade eben noch absolut nicht verstandenen Binsenweisheiten doch heraus?!

Nun, anstatt die Threats anderer für eben diese Diskussion zu
mißbrauchen solltest du einen eigens auf dieses Thema
abgestimmten Threat eröffnen wenn du die globalen
Zusammenhänge darstellen willst.

Sehr toller Unsinn. Erstens ist das mit dem „mißbrauchen“ natürlich die erwartungsgemäß eingetretene, stumpfsinnige Polemik. Zweitens ist es wieder Dein altes Problem: Wenn Dir das Denken zu anstrengend wird, reißt Du einfach wichtige Gedankengänge auseinander und implizierst, daß das alles zuweit führe, nichts mit dem Thema zu tun hätte und wer sowas macht, eigentlich doch bitte woanders schreiben solle, damit er Dir nicht Deine heile, einfache Welt der infantilen Sichtweisen zur Sau bringt, et cetera, et cetera, et cetera.

Also eine Kreisförmige Anordnung nur der Schüler ist mir nicht
bekannt und wird auch nicht empfohlen. *grins*

sogar Software im Net wo Lehrer sich die pädagogisch

sinnvollste Sitzordung erstellen lassen kann
(http://www.cornelsen.de/kts/1.c.316517.de) und siehe da da
gibt es nur Frontal in Reihen, in Blöcken und/oder als U-Form.

Wo dort oben die Stelle zum Grinsen ist, bleibt wie immer nur Dein Geheimnis. In wirklich vielen Schulen warst Du definitiv auch noch nicht, denn sonst wüßtest Du, daß eben dieses Zusammenrücken zu Tischgruppen oft zu finden ist; oder geometrisch regelrecht überladene Formen wie bspw. das „Mühle-Spielfeld“.

Wie gesagt eine solche Kreisförmige Sitzordnung alleine nur
der Schüler ist mir nirgendwo bekannt, deshalb zweifel ich
dies auch an. Vorstellbar halte ich dies bei Projektarbeiten
aber nicht im Regelunterricht.

Was hast Du denn immer mit dem Kreis? Nur weil jemand mit dem Rücken zum Lehrer sitzt, heißt das noch nicht, daß es geometrisch um einen Kreis geht.

Pädagogischer Dialog - wie auch respektvolle Kommunikation
überall - basiert (auch) auf Augenkontakt und Haltung.

Das bezweifel ich nicht, nur das Beispiel das du anführst
bezweifel ich.

Du bezweifelst viel, wenn der Tag lang ist, doch zumeist nur, weil es um das Bezweifeln an sich geht.

Nein, aber in der letzten Reihe einer von dir propagierten
Sitzordnung in der ich trotz der Tatsache das mein Lehrer zur
Klasse sprach nur gut 60% verstanden habe da der Geräuschpegel
meiner Mitschüler vor mir wie eine Schallwand waren.

Lustig - auch hier kannst Du Ursache und Wirkung nicht auseinanderhalten. Es ist doch kein Problem der klassischen Sitzordnung in bspw. drei Reihen, wenn Du nur die Hälfte verstehst.
Abgesehen davon, daß Du Dich auch hättest weiter vorne hinsetzen können, hast Du den Grund selbst genannt: Deine undisziplinierten Mitschüler. Was für ein „genialer“ argumentativer Schlag ins Wasser.

Jetzt mußte ich doch spontan lachen, Du hast es geschafft!

Du kommst eben nicht aus sogenannten Klein- oder
Kleinstfamilie, ansonsten wüßtest du was ich damit meine. Es
sind Dinge die man nur im Umgang mit Gleichaltrigen oder
halbwegs gleichaltrigen Geschwistern lernt. Sowie Dinge die
man nur im nahezu täglichen Umgang mit der Generation der
Großeltern lernt. Oft unbewußt werden diese Dinge einem in
einer Großfamilie näher gebracht, da sie zum alltäglichen
Zusammenleben gehören. In einer Kleinfamilie hat man es nicht
nötig da es viel weniger Personen sind und viel weniger
Kompetenzen im sozialen Bereich benötigt werden.

Werde doch einmal konkret - ich muß es auch immer werden, wenn Du wieder auf dem Schlauch stehst.

Mir fällt spontan nichts, absolut nichts an sozialen Fähigkeiten ein, die nicht eine gute Mutter und ein guter Kindergarten vermitteln könnte (und die im Anschluß wichtig für das Arbeitsleben sein könnten).

Das führt überhaupt nicht zuweit, im Gegenteil. Hier liegt der
Hase im Pfeffer. Die Frage ist: Ist man wirklich
desillusioniert vom Verhalten vieler Schüler heutzutage oder
ist es nicht eine alte Erkenntnis; „Umgang formt den
Menschen“. Spätestens hier sollte der Würfel fallen (für
Dich).

Man kann sich nur desillusioniern lassen wenn man seine
eigenen Ansprüche an sich und andere zu hoch setzt. Wenn man
selbst kleine Erfolge nicht mehr zu schätzen weiß und wenn man
nicht in der Lage ist richtig zu reflektieren um diese kleinen
Erfolge auch zu sehen.

Schön, daß Du plötzlich solche Weisheiten für Dich entdeckt hast. Die Frage ist immer noch (wie beim Absatz zuvor): Was schwebt Dir genau vor? Welche kleinen Erfolge, welche (zu) hohen Ansprüche? Du darfst ruhig konkret werden.

Oh je ich hab keine Erziehung genossen… Im übrigen hast du
die Alten Bundesländer erwähnt, sprich du hast hier einen
politischen Wert eingeführt.

Und? Hat das jetzt schlimmere Konsequenzen (außer, daß Du wieder nicht weit genug gedacht hast)? Notgedrungen muß man diesen „politischen Wert“ einführen, da es nunmal vier Jahrzehnte lang ZWEI deutsche Staaten gegeben hat.

Es ist schlicht eine notwendige Präzisierung.

Genauso muß man bei Äußerungen wie bspw. (erst gestern im Fernsehen von einem Prof. für Sozialwissenschaften zu hören gewesen) „Wir haben es in Deutschland 30 Jahre lang verschlafen, ein funktionierendes Netz an Kindertagesstätten und Ganztagsschulbetreuung einzurichten…“ IMMER dazusagen, daß die alte BRD damit gemeint ist, weil schlicht und ergreifend die politisch-sozialen Realitäten für die damalige DDR anders aussahen. Nicht mehr und nicht weniger.

Vielmehr bist es doch hier permanent Du, der immer und immer und immer und immer und immer wieder ideologisch auf irgendwelche historischen Fakten anspringt. Es ist ja nicht das erste Mal, daß Du so reagierst - und jetzt auch noch Deine Verständnisverfehlungen auf andere (in dem Falle mich) abschieben. Aber walte Hugo… !

Und was die Ausführungen von
diesen Sozialwissenschaftlern angeht, sorry, hier spielen wohl
noch ganz andere Aspekte mit hinein. Wie staatliche Zwänge die
in der ehemaligen DDR herrschten usw., soll heißen das es
absurd ist die Erziehung in diesen beiden Staatsformen zu
vergleichen, denn hier wurden diese Aspekte wohlweislich
ausgesparrt bzw. vernachlässigt.

Erstens welche „staatlichen Zwänge“ denn genau?
Zweitens irrst Du in dem Punkt, hier wieder zu versuchen (wie auch so manch anderer), den Vergleich zweier blanker Sozialstrukturen zu verhindern. Sicherlich ist es politisch in den Alten Ländern eher zu ertragen, den Blick auf Finnland zu richten, statt in die „Zone“ :smiley: … ändert aber nichts daran, daß speziell das Bildungssystem der DDR ein gutes Beispiel dafür ist, wie totalitäre Systeme schon beinahe groteske Stilblüten treiben.

Hast Du Dich noch nie gefragt, wie eine Diktatur auf die Idee kam, ein dermaßen modernes und fortschrittliches System zu etablieren, was schlußendlich vom Selbstanspruch her geradwegs zum Aufbegehren der Bevölkerung führen **mußte**?

Schau Dir unvoreingenommen das geisteswissenschaftlich-ideologische Theoriegebäude des Sozialismus an, stelle das realsozialistische Modell „DDR“ dagegen (was ja eigentlich leninistisch-stalinistisch war); dann fällt Dir eine geradezu amüsante Eigenschaft auf, die schon Goethe im Faust mehrfach beschrieben hat. Ändert zwar nichts an den zweifelsohne vorhandene totalitären und mit Hintergedanken verknüpften Auswüchsen des Systems, doch wirft es ein anderes Licht auf alles.

Also gut, stellen wir doch mal die Frage warum gerade in den
neuen Bundesländern den die Desillosionierung so verbreitet
ist?

Das grenzt schon an böswillige Sabotage einer Debatte, da diese harmlos ausschauende Frage noch brisanter als die Hauptfrage aus dem Ausgangskommentar ist. Jetzt lehn Dich nicht soweit aus dem Fenster.

Weil es ihnen so ergangen ist wie den Auswanderern des
beginnenden 19. Jahrhunderts nach Amerika, im Glauben das
dort/hier das Leben viel einfacher ist, haben sie etwas in
Bewegung gebracht und schließlich erreicht, ohne wirklich zu
wissen, was dies bedeutet.

Das entspricht nicht der Wendegeschichte. Die Menschen, und besonders die liberalen politischen Organisationen, wollten alles andere, als den Staat DDR zu Fall bringen oder „in den Westen“.

Man erhoffte sich bessere Zeiten mit mehr Geld, Gütern,
besserer Lebensqualität einer gesicherten Zukunft. Man
erwartete das die Politik eben für all diese Dinge sorgen
würde, man war es ja auch bisher so gewöhnt.

Das ist höchstens für den unmittelbaren Zeitraum direkt nach dem Anschluß der DDR richtig.

Und abgesehen von dieser Naivität auf der einen Seite, so ist diese Haltung im Kern logisch vertretbar. Das Problem von zuviel Staat auf der einen Seite und von zuwenig Staat auf der anderen Seite gibt es doch jetzt auch. Von fundamentalen Problemen des politischen Systems brauchen wir gar nicht anfangen. Herr Dr. Kohl tat auch seinen gewichtigen Anteil mit den „blühenden Landschaften“ und dem zeitgleichen Betrug des Grundgesetzes.

Nur das dies eben kein Arbeiter und Bauernstaat ist, sondern
eine demokratische auf Kapital und wirtschaftlichen Aspekten
basierende Gesellschaft und Staatsform.

Formal ist der Sozialismus doch ironischerweise nichts anderes.

Und das Problem, daß auch eine Demokratie mit Marktwirtschaft einen entsprechend aufgestellten Staat benötigt, bekommst Du mit dieser Floskel nicht aus dem Wege geräumt.

Hier wurde und wird immer noch Eigeninitiative gefordert.

Zu diesem Sätzlein fällt mir ein:
„Ach wie gut, daß niemand weiß, daß ich soooooo gerne latente, unverschämte Diffamierungen von mir gebe.“ (die auch noch historisch fragwürdig sind).

Das war vor der
(vorschnellen) Vereinigung schon so und ist auch heute noch
so. Viele junge Ostdeutsche haben dies begriffen, wenn ich sie
mir so betrachte als Auszubildende bei uns. Nur gibt es einen
ebensogroßen Anteil die sich dieser Erkenntnis sperren. Und in
der Älteren Generation ist diese noch viel schlimmer vorhanden
und eben jene sind es die diese negative Einstellung weiter
verbreiten.

Paßt haargenau auch auf die gesamten Alten Länder.

Wie auch, sorry, bedenke mal das Staatsprinzip. Mein Stiefvater
(OT ich hasse dieses Wort, kennt jemand ein anderes?) kam aus
der DDR als junger Mann in den Westen, weil man ihn für
unbequem hielt. Er wurde des Gymnasiums verwiesen weil er zu
viele kritische Fragen gestellt hat und durfte dannach dann
problemlos ausreisen (1954 seine Großeltern nicht). Man wollte
keine Regimekritiker, später hat man dann solche Leute
weggesperrt. Erfahrungsberichte dazu sind viele zu finden.
Zudem wurden die Kinder schon vom Kleinkindalter an
ideologisch getrimmt, wohl kaum vergleichbar. Dann sollte man
wohl eher in andere westliche Nationen schauen, und dort
findet man diese Tendenzen und Intensität sowie Quantität
ebenso. Sogar in Nationen die angeblich ein viel besseres
Schulsystem haben…

Was natürlich wieder so einen häßlichen Beigeschmack führt.
Erstens hat die ideologische „Trimmung“ in der DDR nie geklappt, genauso wenig wie übrigens im Westen. Dieses „Argument“ ist ein irreführender, abgegriffener Hut.
Mit den „Tendenzen“ meinte ich das, was ich schon weiter oben konkret benannt hatte, und was Du einmal mehr umetikettierst, wie es Dir gerade paßt. Ich sprach von Wohlstandserscheinungen (einer Überflußgesellschaft), Problemen des Sozialstaats, Problemen einer modernen Industriegesellschaft, Religionskrise, Reizüberflutung und (implizit) von den umgekippten 68ern.

Hirngespinste, Unterstellungen - ich interpretiere… eine andere
Möglichkeit hat man hier ja wohl kaum…und wenn du deine
Texte so verfasst das sie sich so interpretieren lassen
solltest du vielleicht 'mal drüber nachdenken.

Klar, nur weil Du unfähig bist, Texte nicht mit Deinen wirren Implikationen zu verschandeln, sollen andere gefälligst idiotensicher formulieren? Abgesehen davon, daß das lächerlich infantil ist (und einmal mehr Usache und Wirkung vertauscht), geht dieser Mist doch von Dir aus. Schon diese Antwort von mir beinhaltet wieder unzählige Beispiele, wie Du selbst am eigentlich Offensichtlichen scheiterst.

Daß dies und das einer Nachfrage (einer Präzisierung also) bedarf, ist kein Problem und selbstverständlich - kommt bei jeder Debatte vor. Doch Du bastelst gleich unerträgliche Schlüsse heraus, die unter einer Vielzahl von Krankheiten leiden: einmal zu kurz gedacht, dann wieder irgendwelche Vorurteile, Überinterpretation, permanentes Implizieren (anstatt objektiv bei der Sache zu bleiben), infantile Vereinfachungen, und, und, und.

  1. Klasse da warst du ca. 12 und somit war das vor ca 10 bis 11
    Jahren (1995/1996!) nach deinem Profil. Hmm, da gab es doch
    schon das „vereinheitlichte“ Schulsystem, oder?

Das was?

Zu der Zeit besuchte ich eine solide Realschule und genoß
einen hervorragenden Technikunterricht. Neben wunderbarem
Frontalunterricht im Stile der alten Schule, gab es immer
wieder ausgedehnte praktische Aufgaben und Projektarbeiten.
Bei manchen benoteten die Gruppen sich gegenseitig und diese
Zensuren wurden mit einer Bewertung vom Lehrer verrechnet, um
die objektive Balance zu wahren.

Ist das nicht genau das was unsere Ursprungsposterin angeführt
hat?

Genau das habe ich doch gesagt/bestätigt.

Mal ernsthaft: Willst Du hier alle nur verarschen, oder stellst Du Dich wirklich wie der erste Mensch an?

Es ist nicht das was ich in der Schule hatte. Projektarbeit
gab es nur während der Projektwoche, Gruppenarbeit nur in
wenigen WPKs, ansonsten war nur Frontalunterricht angesagt.

Auch das teilte ich wenig später genau in der Form mit.

Offenere Sitzordnung erst nachdem, man kapierte das so alle die
gleiche Möglichkeit des akustischen Verstehens haben.

Vielleicht hätte „man“ lieber kapieren sollen, daß Ruhe im Unterricht zu sein hat, denn dann verstünde auch die auf den hintersten Reihen alles.

Auch wieder nur ein kleines Beispiel dafür, was schief läuft im System: Anstatt den Schüler entsprechend zurechtzustutzen, wird lieber die Sitzordnung geändert. Die eigentliche Ursache - das Gequatsche - wurde nicht erkannt und/oder ignoriert. Manchmal hat man wirklich den Eindruck, es ist eine Facette der neueren deutschen Mentalität, Dinge zu komplizieren, wo es auch einfach ginge.

Alles bekannte Dinge; Selbstverständlichkeiten für guten,
niveauvollen Frontalunterricht.

Definiere mal den niveauvollen Frontalunterricht genauer,
bitte?

Habe ich eindeutig getan. Frontalunterricht braucht Auflockerung in Form von ab und zu stattfindener Gruppenarbeit, Projektarbeit etc…
Das kenne ich sogar schon aus den ersten Klassen zu DDR-Zeiten.

Manchmal frage ich mich echt, wo Du zur Schule gegangen bist, denn bei jedem Bildungsthema hast Du wunderbarste (selbsterlebte) Horrorphantasien und Negativbeispiele bei der Hand.

„Vereinheitlich“ war das System in dem Sinne, daß sich die BRD
ihrer gewaltigsten Chance beraubt hatte, ein weltweit
führendes Bildungs- und Betreuungssystem gratis in die Hände
bekommen zu haben. Finnland war in dieser Sache klüger…

Gratis war bei der Wiedervereinigung gar nichts, im Gegenteil
es waren erhebliche Kosten die da auf sich genommen wurden.
Kosten deren Folgen wir heute alle spüren, oder glaubst du
tatsächlich das die Sparzwänge der Regierung sich nur aus der
Mißwirtschaft der BRD ergeben haben, nein auch durch die
immensen Kosten die die Vereinigung mit sich gebracht hat.

Ehm…Lesen ‚5‘? Oder hat schon wieder einmal die Großhirnrinde abgeschaltet…

Das ist reine Ansichts und Intressenssache, oder?

Nein, sowohl staatstheoretisch, als auch philosophisch hat das
Unterrichtsfach „Religion“ aus einer staatlichen Schule zu
verschwinden. Denk 'mal darüber nach, warum das logisch so
sein müßte.

Du hast fein säuberlich meinen Vorschlag es Theologie zu
nennen ausgeklammert, warum?

Weil es von der Anlage her immer noch Schwachsinn wäre.

Theologie soll doch bitte jeder genießen, der das möchte - dann aber nicht in einer staatlichen Schule. Soll er doch in eine Klosterschule gehen für derartigen Unterricht.

Und die bloße Umbenennung von „Religion“ in „Theologie“ ist doch keine Lösung, sondern pure Selbsttäuschung. Die Lösung heißt „Ethik“, das Fach „Ethik“, denn dort wird aus einer atheistischen Sicht auf Weltreligionen und metaphysische Dinge geblickt.

Und was man auch tendenziell mehr und mehr beobachten kann.
In dem Sinne - wenn sich die Politik weiter so verhält, bin
ich schon richtig euphorisch, die intellektuelle Apokalypse
auf deutschem Boden aus der ersten Reihe miterleben zu dürfen
:smiley:

Ja es immer leicht nach der Politik zu schreien wenn man
selber nicht mehr klarkommt. Die Politik schafft nur den
Rahmen der Inhalt wird von den Menschen gefüllt gerade bei der
Bildungspolitik.

Und es ist ja immer so leicht, sofort so einen plakativen, propagandistischen Spruch unterzubringen, Hauptsache damit der andere als unselbständiger Depp dasteht, der ach herje nur nach der Politik schreien kann.

Im zweiten Abschnitt des Absatzes stolpest Du übrigens wieder.
Außerdem bewahrheitet sich meine scharfe Analyse von ganz weit oben: Man hat intensiv (auch schon über Bildungspolitik) diskutiert, und plötzlich kommt so ein irrationaler Satz, der die ganze Sache wieder an den Ausgangspunkt zurückwirft. Wenn Du immer noch nicht begriffen hast, daß nur die Politik dieses Land aus dem Dreck karren kann, ist Dir auch nicht mehr zu helfen.

Der Spruch, Politik schaffe nur den Rahmen, ist übrigens durchaus streitbar und klingt eher neoliberal-hohl.

Beste Grüße
Du weißt ja, ich meine es wie immer nur gut.

*rotfl*:

Im Ggs. zu Dir habe ich aber weitestgehend recht

ich muß mich mit meinem Standpunkt nicht bewegen, weil er sehr
gut ist, so wie er ist.

Aufhören!
Ich kann nicht mehr!
Bitte ins Witzebrett verschieben.

Elke

Hallo ,
also ich bin selbst Schüler und muss sagen
das der Unterricht (wenn er „Normal“ durchgeführt wird)
sehr gut und lehrreich ist und man viel sinnvolles lernen kann.
Zwar fällt bei mir seit der „Unterrichtsgarantie+“ eine Menge mehr aus(das muss ich einfach anmerken ->Die Lehrer die da sind werden bevorzug in Unterstufen eingesetzt,da bleibt der Rest außenvor) ,
z.B hatte ich erst nach knapp 4 Wochen meinen ersten Deutschunterricht , bio wurde mal wieder mit Hausaufgabenstunde vertreten …man kennt das als Schüler (ich will mich nicht weiter beklagen aber so sieht die Praxis aus und mir tut es weh wenn man die Sprüche „Heute wieder keine Stunde ausgefallen“ auf Plakaten ließt , das ist für mich lächerlich , die Schüler bleiben zwar in der Schule , aber die Fächer als Vertretung bringen zu mindest mir gar nichts!)

Abgesehen von diesen Ausrutschern würde ich sagen das man in einem Gymnasium ganz gut vorran kommen kann , das hängt natürlich auch von den Lehrern hab. Bei mir selbst gibt es jetzt erstmal viel nachzuholen…

Grüße aus Hessen.

MarceL

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

H wie Hola.

Sowas kann nur von einer Frau, und speziell von Dir, kommen.
Selbes Syndrom. Unheilbar.

MfG

Hallo,

danke für deine Antwort. Vielelicht verliere ich wirklich aus den Augen, dass man 5 Tage zur Schule geht und dabei meist zwischen 6 und 8 Stunden Unterricht hat…

hallo corinne!

ich bin grad raus aus der schule, hab im sommer abi gemacht.

ich muss mal etwas weiter ausholen, weil wir uns über das auf was ich hinaus will, erst am samstag im freundeskreis unterhalten haben.
das kurssystem in der oberstufe in sachsen wird in den nächsten jahren gekappt. im prinzip werden dann alle fächer aus klasse zehn weiter betrieben und leistungskurse kann man nur noch in mathe, deutsch und englisch belegen. es wird dann also einen klassenverband geben und je nachdem welche zwei von den drei zur auswahl stehenden leistungskursen man genommen hat, hat man da zusatzstunden.
was uns abiturienten nun aufregt an diesem system, ist der immense arbeitsaufwand für nichts und wieder nichts. in klasse zehn hatte ich etwa 15 fächer. in der oberstufe nur noch 10…und glaub mir, neben einer abivorbereitung noch 15 fächer im laufenden stoff bedienen ist hart. es hat schon bei 10 gereicht und ich bin da eher marke „der fliegt es zu“.
so, und nun kommen wir zu deinem posting. ähnlich ist es, wenn der 10. klässler nun anstatt ner klassenarbeit ein projekt abgeben muss. für eine klassenarbeit lernt er ein paar tage vorher und dann ist es gegessen. das projekt braucht zeit und ideen, man muss sich in der gruppe bequatschen, man muss die befragung durchführn, visualisiern usw. da gehn paar nachmittage für drauf, mal ganz abgesehen, dass bei uns aufm dorf z.b. das von A nach B kommen auch nicht ganz unproblematisch ist. und nun wird ja sowas nicht nur die hübsche junge religionslehrerin verlangen. das ist dann öfters mein problem mit solchen projekten, die lehrer meinens im prinzip gut und denken, sie schenken uns ne gute note, vergessen aber den aufwand und dass ihr fach weder das einzige, noch das einzig seligmachende ist.

trotzdem halt ich nen stuhlkreis mit diskussionen auch für verwöhnprogramm. :smile:

kurz und gut: mal ein projekt mag gehn, sobald das aber dauerzustand wird und auch noch mehrere fächer betrifft wird es wirklich stress, weil man sich nicht gut mehr aufs wesentlichere konzentrieren kann.

gruß
yvi

Hallo,

also jetzt kommt mal raus wessen Geistes Kind du bist…

Zitat Antwort an Elke:

Mal abgesehen von deinem Machogerede sind es solche Aussagen deinerseits die mich immer wieder animieren auf deine Postings zu reagieren.

Ich bin weder lern- noch erkenntnisresistent,

Oh doch, sogar in extremem Maße. Die Harmatia, unter der Du
leidest, macht es höchstens für Dich ertragbar.

Mal abgesehen von der steten Verwendung von Fremdwörtern ist dein Posting extrem abwertend zu meiner Person.
Und nur um klar zu stellen bei dieser Aussage frage ich mich welche Sünde ich den begangen haben soll?

Deine „Harmatia“ ist jedenfalls der Hochmut, welcher bekanntlich vor dem Fall kommt.

Und das du nicht verstehen kannst das ich Diskussionen versuche sichtbar aufzulockern zeigt weiterhin wie unreif du zu sein scheinst.

Du bist in keiner Weise bisher bereit gewesen konstruktiv zu diskutieren sondern wiederholst stets und ständig deine Meinung ohne dich auch nur um einen µm zu bewegen.
Mir geht diese ewige Schwarzseherei gänzlich gegen den Strich. Im Gegensatz zu dir bin ich überzeugt davon das alles negative auch immer etwas positives in sich birgt oder zu etwas positivem führt.

Und um mal deine Block- und Schachbrettsitzordnungen aufzugreifen und die Tatsache das man/du als Lehrer keine vernünftige Unterrichtsführung bei dieser Sitzordnung für möglich hälst…
Ich denke jeder Lehrer hat da seine eigene Vorliebe und zwei Möglichkeiten, entweder er sucht das Gespräch mit dem Klassenlehrer und versucht einen Kompromiss für eine gute Sitzordnung zu finden oder er sorgt dafür das die Schüler vor seiner Stunde oder am Beginn der Stunde die Tische in eine ihm genehme Sitzordnung umbauen. Was meist längerfristig auch zu einem Kompromiss führt.
Die Sitzordnung wird ja nur bedingt von den Schülern mit Zustimmung des Lehrkörpers ausgesucht.

Und was meine Sitzposition anbetraf, die durfte ich mir nicht aussuchen, weit gefehlt. Und ich habe auch nie geschrieben das die Geräusch kulisse vor mir von nicht zum Unterricht gehörenden Unterhaltungen oder Gesprächen war. Es waren ganz normale Geräusche wie umblättern, von normalen Bewegungen, räuspern usw. die sich in unserem Klasseraum vervielfachten da dieser Raum und auch das ganze gros der anderen einen extremen Hall hatte.
Hier hast du etwas impliziert was ich nicht gesagt habe…

Doch um Dir zur Abwechslung auch einmal etwas geistig vorzukauen
(was sonst bekanntermaßen nicht meine Art ist): Ich zielte auf
Spannungen und Identitätsprobleme zwischen den Geschlechtern an
(durch die Veränderungen im Rollenverständnis). Auch das
betrifft die heutigen Jugendlichen zu gut Deutsch volle Pulle.

Nun bekanntermaßen geht ein pupertierender Jugendlicher grundsätzlich durch eine solche Identitätskrise mit noch viel mehr Facetten wie z.B. der Frage „Bin ich erwachsen und doch noch Kind?“ oder umgedreht. Dies ist aber schon immer so gewesen und je nach Generation waren es immer noch andere zusätzliche Probleme die das finden des eigenen gesellschaftlichen Standes anbetraf. Wo stehe ich wo will ich hin?

Durch diese Spannungen und Identitätprobleme in der Jugend hat sich unsere Gesellschft ja so entwickelt wie sie heute ist. Weil man immer alles besser machen will als die Elterngeneration, dem kann sich keiner entziehen.

Und was die Kompetenzen angeht die du gerne hören willst, es sind gerade Anstand, Respekt und Rücksichtnahme die man in einer Großfamilie viel eher und schneller lernt als eben nur durch Mutter (wo ist da eigentlich der Vater?) und Kindergarten.
Schau doch mal in unsere Kigas rein, da sind Gruppengrößen von 24 Kinder die Regel oftmals nur mit einer regelrecht überforderten Kindergärtnerin und einer Hilfskraft für zwei Gruppen. Nein zu viele Kinder lernen hier eben nicht die Kompetenzen die ich und du hier einfordern. Im Gegenteil sie lernen wer am lautesten Schreit bekommt was er will, die sogenannte Ellenbogenmentalität.
Gut es gibt sicher Beispiele von kleine privaten Kindergärten wo es anders ist, aber leider sind diese nun mal nicht die Regel sondern die Ausnahme.
Und ohne Eigeninitiative und Mitarbeit von Eltern würde es sogar noch schlimmer sein. Wobei dann die Funktion des Kindergartens Ad Absurdum geführt wird.

Im übrigen machst du es dir recht leicht wenn du meine Meinung als ignorant, blödsinnig usw sowie als Produkt des „Eva-Prinzips“ hinstellst.
Es zeigt deutlich wie wenig du gerade jenen Mensachen zutraust die du in die Pflicht nehmen willst, nämlich Müttern. Zudem scheinst du die Väter gerne ausklammern zu wollen, jedenfalls werden sie nicht von dir erwähnt.

Bekanntlich ist die Vaterfigur in der Erziehung aber ebenso wichtig wie die Mutter. Und damit könnte man den von dir gewünschten Milieusprung machen, was ich aber nicht tue.

Die Zeiten ändern sich, die Anforderungen ändern sich die in der Pupertät auf einen Menschen einströmen. Nur der eigentliche Entwicklungsschritt selbst hat sich nicht geändert.
Und ich kann mich gut erinnern das auch ich mal Bocklosigkeitphasen in diesem Alter hatte und das ich auch Klassenkameraden hatte die die Unterrichtszeit nur abgesessen haben. Auch das es eine Phase gab in der es massenweise Tadel und Rügen in der Klasse hagelte, das war so und heute ist es im Grunde genommen genauso.

Nordisch4e Grüße
Andrea

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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