Hallo,
die Diskussion ist ermüdend.
1.) Die Bundesregierung Rot-Grün hat bei der Wahl der Abgeordneten die meisten Sitze im Bundestag bekommen.
2.) Somit sind Sie in der Lage, die Regierung zu bilden.
3.) Die Wahl fand nach demokratischen Grundsätzen statt.
4.) Um eine Regierung zu bilden, benötigt man nicht die absolute Mehrheit im Volk, sondern die absolute Mehrheit im Bundestag.
Zu der Behauptung, 60% der Bundesbürger haben die amtierende Regierung NICHT gewollt:
Man kann nicht einfach Fakten vorraussetzen, man muss Sie Prüfen.
Beth geht davon aus, daß 40% die SPD gewählt haben.
Sie folgert, daß die übrigen 60% die Rot-Grüne Regierung nicht gewollt haben.
Die Iplikaton ist aber falsch/unlogisch/dumm.
Darauf wollte ich hinweisen!
Wenn Du jetzt behauptest, z.B. die Regierung hätte noch nicht einmal 47,1% der Stimmen bei der letzten Bundestagswahl bekommen, hast Du recht, wenn man dies auf die STIMMEN ALLER WAHLBERECHTIGTER bezieht.
Wenn Du behauptest, die Regierung Rot-Grün hätte nich die absolute Mehrheit erhalten, hast Du auch recht (>50%).
Aber was solls: CDU + FDP war rechnerisch drunter.
Nichtwähler haben einen Grund, Ihre Stimme nicht abzugeben (Faulheit, Desinteresse, Protest etc). Sollte man Sie dennoch berücksichtigen?
Und last-but-not-least:
Wer sagt überhaupt, daß alle, die der SPD NICHT Ihre Stimme gegeben haben, dennoch gegen eine Regierungsbildung unter Beteiligung der SPD gewesen sind???
Vielleicht sind ja nicht alle Deutschen so intolerant und polarisierend, wie es dieses Forum gelegentlich wiederspiegelt.
Vielleicht sagt ja macher Wähler: „Ich habe zwar CDU gewählt, die hat verloren; wäre mir lieber, die hätten gewonnen; aber SPD ist auch OK“.
Oder vielleicht sind ja auch einige der Nicht-Wähler mit der Regierung durch die SPD einverstanden? Oder einige der PDS Wähler beispielsweise - die evtl. nur Protest gewählt haben (von anderen Parteien ganz zu schweigen).
Wenn Du mir zuverlässig nachweisen kannst, daß tatsächlich
60% der Wahlberechtigten Bundesbürger/innen gegen eine SPD Regierung sind, dann könnte man über Sinn und Unsinn des Wahlsystems in Deutschland nachdenken.
Aber bis das jemand behaupten kann, sollte man sich vor (dummen und überflüssigen) Pauschalisierungen hüten!
Gruß
Patrick