Hallo,
ich gebe hier mal eine umfassende Erklärung zu den Vorgängen, Verhaltensweisen usw. bezüglich der Probleme mit Wirbelsäule und Bandscheiben, weil diese Fragen hier häufig gestellt werden:
Beschwerden, die im Zusammenhang mit der Wirbelsäule stehen:
zuständig sind die Orthopäden und Neurologen, falls Nerven betroffen bzw. geschädigt sind. Am allerbesten wären aber Osteopathen und bei Massagen Physiotherapeuten, die die Osteopathie beherrschen. Gehe zu einem Osteopathen und laß dir von ihm die auf dich abgestimmten Übungen zeigen.
Schmerzmittel sind als Behandlung, schon wegen der Nebenwirkungen, nicht geeignet, allenfalls vorübergehend, um Schmerzen zu lindern, damit Gymnastik möglich wird.
Osteopathie ist eine sanfte und nachhaltige Methode, die die Ursachen behandelt und behebt. So mancher wurde ohne OP geheilt, obwohl die Mediziner nicht mehr weiter wußten. Infos hier: http://www.osteopathie.de
Diese Methode ist seit den 1930er Jahren eine medizinisch anerkannte Behandlungsmethode in den USA, seit ca. 20 auch in Frankreich und England anerkannt, in Deutschland erst seit ca. 2 Jahren.
Desweiteren gibt es noch die Atlastherapie nach Arlen - auch sie könnte helfen.
Wenn du einen Physiotherapeuten findest, der die Osteopathie beherrscht, laß dir vom Orthopäden/Neurologen Massagen verschreiben und bitte den Physiotherapeuten die Osteopathie anzuwenden. Das geht ohne weiteres.
Gymnastik:
Physiotherapeuten können dir am besten helfen und dir auch, die für dich passenden gymnastischen Übungen zeigen.
Jede Übung, die Schmerzen verursacht ist falsch. Wenn du Schmerzmittel nimmst und dann Übungen machst, wird diese Schmerzgrenze stets überschritten, weil man den Schmerz zu spät bemerkt, man muß die Übungen dann stark reduzieren, wobei aber schwierig ist, festzustellen an welchem Punkt man aufhören soll. Also Übungen möglichst nicht machen, wenn Schmerzmittel eingenommen wurden!
Einrenken:
Häufiges einrenken ist nicht zu empfehlen!
Wenn Wirbel oder Bandscheibe wieder an die richtige Position rutschen, sind die Bänder, Sehnen und Muskeln, die gedehnt waren, nicht in der Lage sich sofort der neuen und gesunden Position anzupassen. Deswegen verrutschen sie sehr schnell wieder. Rückengymnastik kann Bänder usw. wieder kräftigen, was aber einige Zeit dauert. Springen Wirbel immer wieder raus, kommt es auch immer zur Überdehnung.
Nerven:
Verteilen sich von der Wirbelsäule aus über den gesamten Körper, an der WS sind es dicke Stränge aus zahlreichen Fasern, die sich dann aufteilen, wie die Äste an einem Baum.
Nervenentzündung und -schmerzen entstehen, wenn Wirbel oder Bandscheiben die Austrittsöffnung an der WS verkleinert und auf die Nerven drücken, die Reizung führt zur Entzündung und diese zu Schwellungen, die den Raum weiter verengen. Sind die Nerven geschädigt kann es in allen Körperregionen zu Schmerzen, Stechen und Krämpfen führen. Kommt es zu Taubheitsgefühlen oder Lähmungserscheinung ist dies ein Alarmzeichen - der Arztbesuch ist dann schon fast ein Notfall.
Da die Nerven an motorischen, gefühlsmäßigen, funktionellen Vorgängen beteiligt sind, kann es z.B. zu funktionellen Störungen der Blase führen, absoluter Notfall!
Entzündungshemmende Tabletten allein lindern zwar momentan, beseitigen aber nicht die Ursache!
Verhalten:
Stehen allein kann schon schmerzhaft werden = verspannte Dauerhaltung mit Verkrampfung der Muskulatur.
Ein Hohlkreuz verstärkt die Schmerzen dann, weil die Gewichtsverteilung im System Wirbelsäule bzw. die Statik nicht mehr stimmt.
Empfehlenswert ist daher ein Ausgleichssport, Gymnastik, die die Rückenmuskulatur kräftigt, Rückenschwimmen und Kraulen etwa (nicht Bauchschwimmen) und anderes.
Tut man gar nichts, um einen Ausgleich zum vielen Stehen/Sitzen zu schaffen, wird es über kurz oder lang zu Bandscheibenschäden, evtl. zu einem Bandscheibenvorfall kommen. Sportarten die ruckhaft die Wirbelsäule Stauchen - z.B. mit dem Rad durch ein Schlagloch fahren, Tampolinspringen, Tennis, Springen u.ä.m. sind zu vermeiden ebenso wie längere Autofahrten.
Besonders jetzt in der kalten Jahreszeit immer darauf achten, daß der Rücken schön warm verpackt ist, Naturfasern wie Wolle, Leinen, Seide, Baumwolle wärmen am besten, Synthetik, besonders direkt auf der Haut ist ungeeignet.
Wer viel sitzt sollte z.B. regelmäßig schwimmen gehen - keine Bauchlage, sondern Rücken, Kraul. Gymnastikübungen zeigen lassen, die die Rückenmuskulatur stärken und diese jeden Morgen machen.
Beim sitzen darauf, daß der Rücken schön gerade ist, also keinen Buckel, hängende Schultern, zwischendurch immer mal aufstehen, herumgehen, Lockerungsübungen machen.
Schwereres heben : auf einen geraden Rücken achten und dabei in die Hocke gehen statt sich zu bücken. Statt Schultasche einen Rucksack tragen.
WICHTIG! ALLE HIER GESCHILDERTEN SCHMERZEN, EMPFINDUNGSSTÖRUNGEN, LÄHMUNGSERSCHEINUNGEN SOLLTEN IMMER VON EINEM ARZT UNTERSUCHT WERDEN, WEIL SIE AUCH ANDERE URSACHEN HABEN KÖNNEN.
Halswirbelsäule:
Wichtig: an der Halswirbelsäule nichts einrenken lassen und schon gar nicht von einem Orthopäden, Chiropraktiker oder Heilpraktiker. Diese Methode ist für diesen empfindlichen Bereich völlig ungeeignet! Dabei können Halsarterien und Nerven beschädigt werden.
Nach einem Auffahrunfall könnte ein Schleudertrauma an der Halswirbelsäule vorliegen. Oft zeigen sich Beschwerden wie Schmerzen, Schwindel usw. erst später. Eine Halskrause kann vorübergehend helfen, damit der Hals stabilisiert/ruhiggestellt wird.
HWS-Probleme können, weil hier der Hauptnervenstrang zum Kopf in einem recht engen Kanal verläuft, Auswirkungen auf den gesamten Körper haben. Kopfschmerzen, Schwindel, Schmerzen an Schläfen, Augen gehören ebenfalls dazu.
Brustwirbelsäule:
Probleme an der BWS können Funktionen im gesamten Oberkörper bis in die Magenebene behindern, Magenkrämpfe bei krummem Rücken, Herzinfarkt ähnliche Schmerzen - diese dann unbedingt sofort vom Arzt abklären lassen, Arme und Hände beeinträchtigen usw.
Lendenwirbelsäule:
Probleme hier können die Funktionen im gesamten Unterleib, Darm, Blase, Beine, Füße, beeinträchtigen, die Bandbreite der Schmerzen kann von dumpf, stechend, lokal bis weiter verbreitet gehen. Nervenschmerzen sind wohl die schlimmsten, die es gibt.
Ernährung - wer langfristig gesund bleiben will, muß auf eine gesunde Ernährung achten, Anregungen dazu finden sich auf den Webseiten von Dr. Bruker, Dr. Pirlet und Dr. Schnitzer.
Hier ein genereller Überblick zum besseren Verständnis, warum das so wichtig ist.
Generell benötigen die Bandscheiben, Bänder, Sehnen, Muskeln, ebenso wie der Organismus zahlreiche Substanzen (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Enzyme) und ausreichend Wasser, um gesund zu bleiben bzw. zu werden. Welche bei jemanden im Einzelnen fehlen, kann man nur mit extensiven Blutbildern feststellen, die die konventionelle Medizin nicht vornimmt.
Spezialisten auf diesem Gebiet sind Orthomolekularmediziner - eine Zusatzausbildung, die inzwischen gelegentlich auch von Kassenärzten gemacht wurde. So jemanden zu finden, ist aber immer noch recht schwierig.
Grundlage ist aber eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung, die auch Vollkornprodukte, viel frisches Obst und Gemüse enthalten sollte. Zu meiden ist dabei alles was industriell vorgefertigt ist - Fast Food, Tütensuppen, Cola usw.
Der Aufbau der Wirbelsäule hat eine statisch, anatomisch angepaßte Form. Bestehet in einem bestimmten Bereich ein Problem wird diese insgesamt gestört, woraus sich ergibt, daß dieses eine Problem kurz- oder langfristig auch die anderen Bereiche beeinflussen wird. Bei einer Operation, die manchmal tatsächlich in den o.g. Notfällen erforderlich sein kann, wird z.B. ein Teil der Bandscheibe oder die gesamte Bandscheibe entfernt. Dadurch wird die Statik der WS gestört, was langsfristig oft zu erneuten Problemen in anderen Bereichen der WS führt. Aus diesem Grund sollte eine OP ausschl. in Notfällen und auch dann nur erfolgen, wenn alle anderen konventionellen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden.
Gruß,
p+p