Hallo,
bitte helt mir. Ich weiss einfach nicht mehr weiter…
Meine Tochter ist 3 und hat überhaupt keine Lust zu essen. Seit sie ein Baby ist, ist sie schon ein schlechter Esser gewesen. Ich muss sie immer füttern, immernoch… sie WILL SELBER nicht essen. Ich finde es nicht normal und so stehen tagtäglich Kämpfe an, egal ob es um einen Teller Nudeln oder um ein Joghurt geht. Sie geht seit 2 Monaten in den Kindergarten. Die ersten 4 Wochen hat sich die Situation verbessert. Sie hat angefangen zu Hause selbst zu essen. Aber seit 4 Wochen will sie einfach nicht mehr. Im Kindi isst sie zum Teil selbst, zum Teil wird ihr geholfen (kommt auf die Erzieherin an). Aber zu Hause verwandelt sie sich in ein faules Baby, das nicht essen kann (sagt sie selbst). Ich bin mit meiner Geduld schon dermaßen am Ende, dass ich sie anschreie und ins Kinderzimmer schicke. Sie weint, kommt nach 10 Minuten wieder raus, sagt sie will jetzt doch essen, isst einen Löffel und dann geht das Theater wieder los… Was soll ich nur tun?
Hallo!
ich dachte Familienrituale, wie ein gemeinsames Abendessen,
wären wichtig.
Ich dachte, es geht um das selber essen versus gefüttert werden? Von gemeinsamen abendessen war in deinem Posting ja nicht die Rede. 
Soll ich jetzt als
Mami auf Abruf ihr dann essen servieren, wenn sie Lust hat???
Was ist mit Regeln und Grenzen setzen?
LG
Hi 
Nö.
DU entscheidest, wann es Essen gibt. Isst sie mit, ist gut. Wenn nicht, ist auch gut.
ABER bis zur nächsten Mahlzeit gibt es nichts. Kein Apfel, kein Keks, keine Schokolade, kein wasweissich und es ist wichtig, dass du hart bleibst. Gib ihr Mineralwasser, wenn sie Durst hat.
Und es ist wichtig, dass du sie nicht drängst zu essen oder drohst „Du weißt ja, Mami räumt das Essen weg und dann musst du hungern!“ oder so etwas in der Richtung.
Stell es hin, biete es an. Koche so, dass sie wenigstens eine Sache gerne isst (mein Neffe hat mal ein knappes Jahr fast ausschließlich von Kartoffeln und Nudeln gelebt. Das geht. Jetzt ist er 15 und ein Prachtkerl.)
Also: sie kann mitessen oder nicht. Sieh es gelassen, mach kein Drama draus. Essen ist was Normales. Und lasse sie helfen. Tisch decken oder Besteck hinlegen… am selbstgedeckten Tisch schmeckt es nochmal so gut und noch besser ist es, wenn man mitkochen konnte. Lasse sie Möhren schnippeln oder sonstwas. Mit drei ist man schon groß und kann viel helfen
.
Viele Grüße
Lilith
Es gibt Phasen, da schlagen Kinder richtig zu und essen viel, es gibt Phasen, da essen sie so gut wie nichts.
Das ist völlig normal.
Du solltest sie nicht zwingen, wenn sie nicht möchte.
Es ist ja nicht so, dass sie ihr Zimmer aufräumen müsste. Wenn ihr Körper nicht nach Essen schreit, dann ist das eben so.
Sonst kann es dir passieren, dass sie das Essen immer mit etwas Negativem verbindet…das möchtest du doch nicht, oder? Das wäre auch recht unklug.
Alternativ könntest du sie auch fragen, worauf sie Lust hätte, wenn es dir wirklich wichtig ist, dass sie was zu sich nimmt. Ich habe nämlich den Eindruck, dass du vorgibst, was sie essen soll bzw was sie essen könnte.
Sorg einfach dafür, dass sie gut trinkt
Das ist ja ohnehin wichtiger
Mach ihr auf alle Fälle klar, dass es nur jetzt etwas gibt und nicht erst später, weil dann auch alle mit dem Essen fertig sind.
So sorgst du auf alle Fälle dafür, dass sie weiß woran sie ist und was für sie die Konsequenz ist: nämlich, dass sie mit leerem Magen eben ins Bett muss, wenn sie jetzt nicht möchte (und wichtig ist dann deine Konsequenz und nicht nachgeben, sonst hast das Theater immer)
Aber es scheint mir, als ob du nicht alles erwähnt hast oder kommts mir nur so vor. Das hört sich für mich so an, als ob sie bestimmt, wann sie etwas zu essen kriegt und wann nicht. Nimmt sie sich ihre Portionen selber, wenn ihr gemeinsam am Tisch esst oder gibst du ihr etwas?
Hi,
viel Neues habe ich nciht beizutragen, nur ein bisschen zum Thema, was Kinder mit 3 schon entscheiden können. Und das ist jede Menge - eigentlich alles das, was ihre Bedürfnisse betrifft. Neugeborene können schon entscheiden, ob sie futter wollen oder nicht, sie können es nur nicht sagen, aber sie können brüllen. Da wird das deine Tochter wohl mit 3 auch können.
Dreijährige können auch schon ihre Bedürfnisse gegen die anderer Leute abwägen. Meine Nichte sieht mich selten (geographischer Abstand), und mit dreieinhalb war unser erstes Treffen, dass sie bewußt wahrnahm, also sie erinnerte sich an die früheren halt nicht und hat ein bisschen gefremdelt, als ich abends ankam. Morgens um acht kam sie dann in mein zimmer, nachschauen, ob ich schon wach war. War ich nicht ganz hab mich gerührt aber nicht geredet. Sie war aber neugierig, wer ich nun bin und hat sich danebengesetzt. Ganz still, kein Zappler, keinen Mucks. Bis sie gemerkt hat, dass ich ansprechbar bin, und dann hat sie ganz leise mit mir geredet
Das kann sie noch heute (5 1/2), sie beobachtet einen morgens ganz genau, bis sie sicher ist, dass man zu komplexeren Handlungen fähig ist, und dann kommt sie mit ihrem Spielzeug an. Dann ist sie aber auch wirklich dran! 
Also, ales zu seiner zeit, und wie die anderen schon gesagt haben: Du setzt die Regeln und damit den Rahmen in dem sie sich entscheiden kann. und wenn sie dann beschließt, nichts zu essen, dann isst sie eben nichts. Dann muss sie warten.
Wa sdie kleine nicht entscheiden kann, ist (wie wir das in der Regel können), sagen, welches von x Gerichten sie heute wann in welcher Menge zu sich nehmen will, und welche Konsequenzen Naschen zwischendurch hat etc. (wir Ollen Großen halten uns da auch nicht immer dran … aber das ist eine andere Diskussion)
Die Franzi
Hallo Irinka,
es ist noch kein Kind vor einem vollen Teller verhungert.
Meine beiden Damen haben auf die Art und Weise versucht, das in Bett gehen so lange wie möglich rauszuzögern.
Der Tip einer erfahrenen Kindergärtnerin brachte den Durchbruch:
Tisch gemeinsam decken, kleine Portionen, die sich sich selbst zusammenstellen dürfen. Dann wird gegessen - ohne Ermahnung, ohne auf evtl. Nichtessen überhaupt einzugehen. Und nach einer festgelegten Zeit (30 min) wird abgeräumt. Wieder ohne großes Tam-Tam. Und es wird alles weggeräumt, was zum Essen animieren könnte. Kein Bonbon, keine Schokolade, keine Kekse ect. Und natürlich auch keine süssen Säfte. Mineralwasser oder ungesüsster Tee. Denn TRINKEN müssen Kinder ausreichend.
Und das muß man dann auch durchhalten. Meine beiden Goldkinder waren nach drei Tagen wie ausgewechselt. Sie hatten ganz nebenbei erkannt: Sie MÜSSEN nicht essen, sie DÜRFEN essen. Natürlich haben sie bei dieser Aktion im Kindergarten bzw. in der Kinderkrippe ganz artig gegessen. Dafür sorgte schon der Gruppeneffekt.
Aber nach den - für mich zugegegen wirklich schweren Tagen war das Abendbrot immer die tollste Mahlzeit auch für die Kinder.
Also bei der nächsten Attacke Deines Sprößlings atme tief durch, entspanne, lächle und versuche die Tricks, die Dir auch schon meine Vorschreiber empfohlen haben.
Ich drücke Euch die Daumen.
MfG BM
Guten Abend,
Eure Situation hört sich ziemlich verfahren an. Dein Kind kann da nicht raus, also solltest Du den ersten Schritt machen. Sofort den Druck rausnehmen!!
Hier kam ja schon, dass niemand vor dem vollen Teller verhungert. Allerdings habe ich zu dem Hungern lassen eine andere Meinung, das finde ich brutal und fast menschenverachtend.
Soll nicht heißen, dass Du zu jeder tag und nacht zeit springen sollst, wenn dein Kind plötzlich essen will. Gib ihr doch einfach die Möglichkeit Lebensmittel selbst zu erreichen. Was spricht gegen eine Schale Obst in Reichweite oder belegte Brote.
Zu dem gemeinsamen am Tisch sitzen. Dies scheint ein Ritual, was Dir sehr wichtig ist. Stimmt das? Oder bist gehört sich das einfach nur so, weil man das so macht. Evtl. solltet ihr als Familie dieses Ritual hinterfragen, gemeinsam neuentwickeln. Man kann ja auch zu anderen Zeiten zusammensitzen. Für ne Dreijährige ist das gemeinsame am Tischsitzen evtl. zu lang und zu langweilig?
Ich habs schon sehr oft empfohlen, aber dieses Buch sollten einfach viel mehr Eltern lesen: Gonzales „Mein Kind will nicht essen“. Steht zwar viel über Babys drin, aber der Grundtenor gilt auch für ältere Kinder.
Vertrau Deinem Kind. Es weiß was es an Essen brauch.
Alles Gute
PP
Hallo
ABER bis zur nächsten Mahlzeit gibt es nichts. Kein Apfel, …
Das finde ich übertrieben. Obst kann es doch ruhig zwischendurch geben, wieso denn nicht? Wenn es das nicht zwischendurch gibt, dann wird es meistens gar nicht gegessen, und das wäre ja nicht sehr gut.
Im übrigen ist es sowieso nicht gesund, nur dreimal am Tag ganz viel zu essen. Mehrmals am Tag eine Kleinigkeit ist unter Umständen wesentlich besser.
Und überhaupt, was soll denn auch dieser Krampf, dass das Kind nichts kriegen soll, wenn es Hunger hat?
Natürlich, die gekochten Sachen, Süßigkeiten und meinetwegen auch belegte Brote oder sowas kann man ja an bestimmte Zeiten und Rituale verknüpfen, aber Obst und Gemüse muss man doch essen dürfen. Wenn man Gurke oder Apfel in kleine appetitliche Scheiben o.ä. schneidet und da hinstellt und nicht weiter drauf achtet, dann ist das meistens recht schnell weg. Das ist eine schöne Zwischenmahlzeit für nachmittags.
Die Sache ist nur schon so eingefahren, dass das Kind ja bereits keine Lust mehr zu essen hat. Das kann man ja schon als Essstörung bezeichnen. Ich weiß nicht, ob es klappt, wenn man einfach nur ein bisschen Druck wegnimmt, es wird möglicherweise etwas dauern, bis sie dann was isst, und möglicherweise würde der Druck ohne rechte Überzeugung weggenommen, und bei dem kleinsten Zweifel wieder aufgebaut.
Wenn es schwer fällt, keinen Druck beim Essen zu machen, würde ich raten, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sowas kann nämlich eine richtige Ess-Störung werden.
Ich hab schon öfters von Familien gehört, wo das Essen dann irgendwann jeden Tag zwei drei Stunden dauerte, bis das Kind nach Ansicht der Eltern genügend Nahrung aufgenommen hatte. Sowas muss nicht sein, und das verdirbt Eltern und Kindern die ganze Kindheit.
Viele Grüße
Simsy
Hallo,
das erinnert mich an meine Tochter, als sie im gleichen Alter war.
Ist sie denn gesund?
Wenn ja, dann lass sie. Wenn sie keine Mangelerscheinungen hat, dann lass sie essen was und wann sie möchte.
Wir haben es damals auch erst lernen müsen.
Gruß
Jörg Zabel
Hallo Pat!
Soll nicht heißen, dass Du zu jeder tag und nacht zeit
springen sollst, wenn dein Kind plötzlich essen will. Gib ihr
doch einfach die Möglichkeit Lebensmittel selbst zu erreichen.
Was spricht gegen eine Schale Obst in Reichweite oder belegte
Brote.
Da stimme ich zu. Wichtig ist meiner Meinung nach nur, daß das Kind merkt, daß a) sie einen freien Willen hat und b) die Mutter diesen aber auch hat. Das Kind muß nicht essen, aber die Mutter muß auch nicht springen, wenn das Kind das will. Und wenn das Kind Hunger hat, dann muß es vielleicht die Mutter bitten, ihr einen Apfel aufschneiden, aber nicht mit den Füßén aufstampfen und „Essen!“ plärren. Da würde ich hart bleiben.
Gruß,
Max
Hallo,
ABER bis zur nächsten Mahlzeit gibt es nichts. Kein Apfel, …
Das finde ich übertrieben. Obst kann es doch ruhig
zwischendurch geben, wieso denn nicht?
Warum sollte es dem Kind schaden, wenn es seine „Bedürfnisse“ mal zurückstellen muss?
Das Ess"problem" ist in den meisten Fällen hausgemacht. Die Ursprungsposterin sorgt sich seit das Kind ein Baby war darum, dass es nicht genug zu sich nimmt. Woher das kommt kann ich nur vermuten (und werde es deshalb für mich behalten) aber es wird höchste Zeit, dass sie aufhört sich zu sorgen.
Es gibt auch Kinder, die einfach nicht so viel brauchen. Sie essen sich am „Zwischendurch“ satt und sind dann am Tisch nicht zu ertragen. Was wirklich schade ist, denn gemeinsam essen ist eine feine Sache.
Wenn es das nicht
zwischendurch gibt, dann wird es meistens gar nicht gegessen,
und das wäre ja nicht sehr gut.
Man kann Obst und rohes Gemüse zu allen Mahlzeiten reichen. Wird immer gerne genommen.
Und überhaupt, was soll denn auch dieser Krampf, dass das Kind
nichts kriegen soll, wenn es Hunger hat?
Es hat keinen Hunger. Es terrorisiert seine Mutter.
Die Sache ist nur schon so eingefahren, dass das Kind ja
bereits keine Lust mehr zu essen hat. Das kann man ja schon
als Essstörung bezeichnen.
Ich halte es für ein Machtkämpfchen. So unterschiedlich können die Ansichten sein
.
Ich hab schon öfters von Familien gehört, wo das Essen dann
irgendwann jeden Tag zwei drei Stunden dauerte, bis das Kind
nach Ansicht der Eltern genügend Nahrung aufgenommen hatte.
Ich habe schon Eltern gesehen, die mit dem Essen hinter ihren Kindern hergelaufen sind, weil sie ja zu kurz kommen könnten. Gut erzogene Eltern, oder?
Was ist falsch daran die Essenszeiten festzulegen und zusammen zu essen? Für mich gehört das in meinen Tagesplan und mir würde im Traum nicht einfallen „Hab acht“ zu stehen und jedesmal wenn jemand „Hunger!“ schreit eine Extrawurst zu braten. Ich habe auch noch andere Dinge zu tun.
Meine Kinder sind zufrieden, ich kann keine schweren psychischen Schäden ausmachen
. Unsere gemeinsamen Mahlzeiten sind (meistens) harmonisch. Außer es gibt Sauerkraut.
Entspannte Grüße
Lilith
Hallo,
Meine Tochter ist 3 und hat überhaupt keine Lust zu essen.
Das mag durchaus sein. 3 ist ein typisches Alter wo sich das dann ganz klar rauskristallisiert. Ihr ist vermutlich die Lust am Essen genommen worden.
Seit sie ein Baby ist, ist sie schon ein schlechter Esser
gewesen.
Ich fürchte, dies ist der Knackpunkt. Wie kamst Du darauf, daß sie „schon immer“ ein schlechter Esser war? Wenn jetzt nicht außergewöhnliche Krankheiten vorliegen, nehmen Babys immer so viel zu sich wie sie gerade benötigen. Nur, das Problem „mit den schlechten Essern“ liegt meistens bei den Müttern (Vätern, Eltern, Omas etc.). Das sind dann so Aussagen ein paar Wochen nach der Geburt wie „Ich hab bestimmt zu wenig Milch, mein Baby trinkt zu wenig“ oder „Ich muß nun Brei zufüttern, damit das Baby mehr Kalorien bekommt, es ist so ein Hungerhaken, andere Babys sind viel pummeliger“ etc. Und dann wird alles versucht damit das Kind mehr zu sich nimmt, manche holen alle paar Minuten ihre Brust raus (eher die Minderheit), andere kaufen Regale voller Babybreis auf, einige kochen um die Wette um irgendetwas Schmackhaftes zu zaubern, was das Baby dann essen soll… Auf gut Deutsch, es wird ein gewisser Druck aufgebaut, den das Baby obgleich seines geringen Alters schon spüren kann.
Ich muss sie immer füttern, immernoch…
Ich fürchte, Du hast nie damit aufgehört, Du hast sie einfach immer weiter gefüttert, stimmt’s? Denn wenn Du sie gefüttert hast, dann hattest Du das zumindest ein klein wenig in der Hand wieviel sie ißt. Hättest Du sie gewähren lassen, dann wäre Dein Einfluß noch geringer gewesen. Das Kind hat das nie anderes kennengelernt, es hat das Essen immer mit einem gewissen Druck verbunden.
sie WILL
SELBER nicht essen.
Hmmm, warum auch? Hat sie es je anders kennengelernt? Es ist bequem. Und schließlich konnte sie ja auch schon früher wohl nicht bestimmen wann und wieviel sie ißt.
Ich finde es nicht normal und so stehen
tagtäglich Kämpfe an, egal ob es um einen Teller Nudeln oder
um ein Joghurt geht.
Da geb ich Dir recht, es ist nicht normal und ich beneide Dich nicht um die Situation mit der Du täglich umgehen mußt.
Sie geht seit 2 Monaten in den
Kindergarten. Die ersten 4 Wochen hat sich die Situation
verbessert. Sie hat angefangen zu Hause selbst zu essen. Aber
seit 4 Wochen will sie einfach nicht mehr. Im Kindi isst sie
zum Teil selbst, zum Teil wird ihr geholfen (kommt auf die
Erzieherin an).
Kindergarten ist ne andere Baustelle. Im Moment geht’s erstmal um die Eßsituation zu Hause. Was den Kindergarten betrifft, bin ich der Meinung ein 3jähriges Kind kann und sollte alleine essen. Ich gehe davon aus, daß das die Erzieherinnen wissen und Du solltest da auch keinen Einfluß ausüben. (So von wegen, können Sie mal drauf achten und evtl. ein bißchen füttern, mein Kind wollte noch nie gerne essen usw.)
Aber zu Hause verwandelt sie sich in ein
faules Baby, das nicht essen kann (sagt sie selbst).
Sie kennt es nicht anders. Sie ist nicht faul, sie wurde faul gemacht, von Anfang an. Es war schon immer ein Druck da, den sie mit dem Essen verbindet. Sie bekommt natürlich auch Gespräche von Dir mit anderen mit bei denen Du sie als „schlechter Esser“ vorstellst.
Ich bin
mit meiner Geduld schon dermaßen am Ende, dass ich sie
anschreie und ins Kinderzimmer schicke.
Verständlich, aber natürlich absolut falsch! So baust Du nur noch mehr Druck auf!
Sie weint, kommt nach
10 Minuten wieder raus, sagt sie will jetzt doch essen, isst
einen Löffel und dann geht das Theater wieder los…
Klar, ein Teufelskreis, schwierig da wieder rauszukommen. Noch dazu, weil Kinder gerade in diesem Alter sehr genau wissen wie und wo sie ihre Macht ausspielen können. Und das Kind hat Macht mittlerweile über das Essverhalten, hatte ja genug Zeit dies herauszufinden.
Was soll
ich nur tun?
Von vorne anfangen, ganz von vorne. Den Druck rausnehmen. Mit dem Kind reden - es versteht ALLES in diesem Alter. Aber vorher in Dich gehen, Du mußt davon überzeugt sein, daß Druck keine Lösung ist. Nur so kannst Du dann auch Dein Kind überzeugen.
Dein Kind muß nach dieser langen Zeit in der es gar nicht gelernt hat zu essen, wenn ihm danach war, erstmal die Erfahrung machen, daß man Lust auf Essen haben kann. Es kommt sicher keine leichte Zeit, aber Du mußt Dich von sämtlichen Druck auf’s Kind verabschieden. Biete Deinem Kind Essen an, regelmäßig, aber höre auf irgendeinen Zwang auszuüben. Von 3 festgelegten Eßzeiten und Zwischenzeiten in denen es gar nichts gibt halte ich nichts. Dein Kind kann nicht von heute auf morgen plötzlich einen Rhythmus entwickeln und genau zu 3 bestimmten Zeiten am Tag Lust auf Essen verspüren. Was spricht dagegen zu Hause eine Obstschale auf dem Tisch stehen zu haben, wo das Kind rankommt? Meine Tochter (2 3/4) nimmt sich gerne mal rohe Paprika oder rohen Kohlrabi zwischen durch…
Ach so, und noch was, höre auf mit bestimmten Titulierungen wie „schlechter Esser“, „Hungerhaken“, „Faulpelz“ etc. Dein Kind hat das zum Teil schon verinnerlicht und spielt diese Rolle weiter. Die Rolle, die Du ihm gegeben hast.
So, und bevor Du mir nun an die Gurgel springst, was ich geschrieben habe sind Vermutungen, sonst nichts. Ich mag mich irren… Es ist ein Ansatz, einfach mal ein Ansatz, den Du Dir mal durch den Kopf gehen lassen kannst.
Und, ich habe großes Verständnis dafür, daß Du momentan überaus verzweifelt bist. Auch wenn sich mein Text nicht unbedingt danach anhört.
Liebe Grüße,
Christiane
kleine Ergänzung
Hallo Christiane!
Du hast mir quasi mein Posting abgenommen 
So ein Kampfplatz Esstisch ist nur schwer wieder abzustellen, wenn sich das tägliche Gerangel um das Essen erst einmal eingespielt hat. Das Vertrauen in ein natürliches Hungergefühl muss man (in dem Fall beide Seiten) erst einmal wieder finden. Trotzdem halte ich genau das für enorm wichtig, wie soll das Kind sonst ein gesundes Essverhalten entwickeln?
Was ich noch dazu beitragen möchte, sind meine zwei Standard-Regeln für’s Essen:
Die Eltern bestimmen, was und wann es etwas zu essen gibt.
Das Kind bestimmt, wovon und wieviel es essen möchte.
Der Ursprungsfragerin halte ich die Daumen und wünsche ihr viele gute Nerven für die Umstellung.
Grüße
kernig
Wie kamst Du darauf, daß
sie „schon immer“ ein schlechter Esser war? Wenn jetzt nicht
außergewöhnliche Krankheiten vorliegen, nehmen Babys immer so
viel zu sich wie sie gerade benötigen. Nur, das Problem „mit
den schlechten Essern“ liegt meistens bei den Müttern (Vätern,
Eltern, Omas etc.). Das sind dann so Aussagen ein paar Wochen
nach der Geburt wie „Ich hab bestimmt zu wenig Milch, mein
Baby trinkt zu wenig“ oder „Ich muß nun Brei zufüttern, damit
das Baby mehr Kalorien bekommt, es ist so ein Hungerhaken,
andere Babys sind viel pummeliger“ etc. Und dann wird alles
versucht damit das Kind mehr zu sich nimmt, manche holen alle
paar Minuten ihre Brust raus (eher die Minderheit), andere
kaufen Regale voller Babybreis auf, einige kochen um die Wette
um irgendetwas Schmackhaftes zu zaubern, was das Baby dann
essen soll… Auf gut Deutsch, es wird ein gewisser Druck
aufgebaut, den das Baby obgleich seines geringen Alters schon
spüren kann.
Hallo Christiane,
das mit dem schlechten Esser als Baby wurde mir schon im Krankenhaus eingetrichtert, weil sie jede 3-4 Std. nur 10 Min. an einer Brust gesaugt hat. Nach 3-4 Std. war die andere Brust dran. Milch war genug vorhanden, musste sogar abpumpen. Die Krankenschwester sagte, ich soll sie ständig kitzeln und wachhalten, damit sie „genug“ trinkt.
Ich muss sie immer füttern, immernoch…
Ich fürchte, Du hast nie damit aufgehört, Du hast sie einfach
immer weiter gefüttert, stimmt’s? Denn wenn Du sie gefüttert
hast, dann hattest Du das zumindest ein klein wenig in der
Hand wieviel sie ißt. Hättest Du sie gewähren lassen, dann
wäre Dein Einfluß noch geringer gewesen. Das Kind hat das nie
anderes kennengelernt, es hat das Essen immer mit einem
gewissen Druck verbunden.
ja, da hast du recht.
Was soll
ich nur tun?Von vorne anfangen, ganz von vorne. Den Druck rausnehmen. Mit
dem Kind reden - es versteht ALLES in diesem Alter. Aber
vorher in Dich gehen, Du mußt davon überzeugt sein, daß Druck
keine Lösung ist. Nur so kannst Du dann auch Dein Kind
überzeugen.Dein Kind muß nach dieser langen Zeit in der es gar nicht
gelernt hat zu essen, wenn ihm danach war, erstmal die
Erfahrung machen, daß man Lust auf Essen haben kann. Es kommt
sicher keine leichte Zeit, aber Du mußt Dich von sämtlichen
Druck auf’s Kind verabschieden. Biete Deinem Kind Essen an,
regelmäßig, aber höre auf irgendeinen Zwang auszuüben. Von 3
festgelegten Eßzeiten und Zwischenzeiten in denen es gar
nichts gibt halte ich nichts. Dein Kind kann nicht von heute
auf morgen plötzlich einen Rhythmus entwickeln und genau zu 3
bestimmten Zeiten am Tag Lust auf Essen verspüren. Was spricht
dagegen zu Hause eine Obstschale auf dem Tisch stehen zu
haben, wo das Kind rankommt? Meine Tochter (2 3/4) nimmt sich
gerne mal rohe Paprika oder rohen Kohlrabi zwischen durch…Ach so, und noch was, höre auf mit bestimmten Titulierungen
wie „schlechter Esser“, „Hungerhaken“, „Faulpelz“ etc. Dein
Kind hat das zum Teil schon verinnerlicht und spielt diese
Rolle weiter. Die Rolle, die Du ihm gegeben hast.So, und bevor Du mir nun an die Gurgel springst, was ich
geschrieben habe sind Vermutungen, sonst nichts. Ich mag mich
irren… Es ist ein Ansatz, einfach mal ein Ansatz, den Du
Dir mal durch den Kopf gehen lassen kannst.
Keine Sorge, ich danke dir für deine Einschätzung. Habe gestern abend direkt mal damit angefangen. Das Essen stand auf dem Tisch, sie wollte nicht essen und war sehr erstaunt, als ich sagte dass es ok sei. Nachdem sie meinen Mann und mich 5 Minuten lang beobachtet hat, nahm sie ihre Gabel und fing an zu essen. Die Hälfte hat sie geschafft, die andere wollte sie 2 Stunden später essen.
Ich weiß, dass ich (und vor allem auch die Omas)jetzt konsequent sein müssen. Mir ist auch klar, dass es vielleicht nur ein Zufall gewesen sein mag und es auch Rückfälle geben kann, aber ich versuche mein bestes.
Jetzt habe ich noch eine Frage:
Ich bekomme in wenigen Wochen ein Baby. Ist es sinnvoll, dass meine Tochter auch mal das Baby füttert? Bewirkt es eher die Reaktion: Ich bin groß und kann selber essen, das Baby nicht. Oder: Ich will auch so gefüttert werden.
Was ich noch dazu beitragen möchte, sind meine zwei
Standard-Regeln für’s Essen:Die Eltern bestimmen, was und wann es etwas zu essen gibt.
Ich muß da mal einhaken. Diese Regel ist in meinen Augen kein guter Ansatz.
Ein Kind ernährt sich von allein ausgewogen, wenn es Zugang zu ausgewogener Nahrung hat. Gut möglich, dass es wochenlang nur Käse ist und Brot oder Gemüse verschmäht. Auch das ist ok.
Kein Mensch ist wie der andere und auch ich habe an unterschiedlichen Tagen zu verschiedenen Zeiten Hunger.
Klar ist Eltern sind nicht Dienstleister ihrer kinder und so kann es durchaus angemessen sein (wie jede Familie das für sich halt gestaltet)dass feste Zeiten füt z.B. warme Mahlzeiten festzulegen. Man sollte aber akzeptieren, dass dasKind dann evtl. keinen Hunger hat.
PP
Hi,
Man sollte aber akzeptieren, dass
dasKind dann evtl. keinen Hunger hat.
aber genau das sagte sie doch?
Das Kind bestimmt, wovon und wieviel es essen möchte.
Gruß
Cess
an dieser Stelle an alle, die mir helfen wollen!!!
Ich habe schon gesehen, Ich sollte meinem Kind vertrauen und sie essen lassen, wieviel sie will. Oft versucht, noch öfters gescheitert… Ich will jetzt konsequent bleiben!!! Vor allem, weil ich in wenigen Wochen das zweite Baby bekomme, möchte ich diesen Stress einfach nicht mehr haben.
Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich als Kind meinen Teller immer leer essen musste und so lange nicht vom Tisch aufstehen durfte. Gott, habe das gehasst. Und mir wurde jetzt erst klar, dass ich meiner Tochter das gleiche antue.