Hilfe-meine Tochter verliert alles

Hallo,liebe Eltern,
habe ein Problem,besser gesagt, meine Tochter,6, hat es.
Sie kann überhaupt nicht auf materielle Dinge achtgeben und verliert so ziehmlich alles,auch das,was ihr wirklich etwas bedeutet, früher oder später.Sie weiß es,vor ein paar Tagen sagte sie „Mama,ich kann einfach nicht aufpassen“,als mal wieder was weg war,dabei war sie traurig.
Das kann ich nicht vergessen,denn ich fühle deutlich die unbewußte Aufforderung"zeig mir,wie es geht".
Aber wie?
Ich selber lebe ihr Achtsamkeit vor,denn meine Eltern haben noch den Krieg erlebt,die wußten sehr genau,wie sie mir das vermitteln können.
Ich selber schaffe es oft auch nur mit System,die wichtigen Dinge immer an denselben Ort legen und so weiter.
Aber ich habe das Gefühl,das Problem liegt tiefer,mit Technik und Konsequenz geht es nur begrenzt…oder?
Die Kinder haben unserer Tage sowieso viel zu viel,aber meins hat nicht mehr,als andere auch,eher weniger,weil mir der ganze Konsumkrampf eine Gänsehaut verursacht.Aber unterversorgt ist sie sicher nicht,denn ich kaufe mir auch gern jede Menge schöner Sachen,und lasse sie nicht zu kurz kommen, nur pass ich auf die eben auch gut auf,und sie nicht.
Es ist ein Zeitproblem , wie sollen wir unseren Kindern,die erleben,daß das Geld aus dem Automaten kommt-ihrer Meinung nach unbegrenzt- Wertschätzung vorleben,es herrscht nun mal keine Armut,die uns das erleichtert. Und es ist aber auch ein individuelles Problem speziell meiner Tochter und da wäre ich für jede Inspiration dankbar.
Viele Grüße,Mina

Hallo Mina,

auch wenn du etwas anderes erwartest: Ich meine, dass nicht deine Tochter ein Problem hat, sondern dass du selbst das Problem hast, nämlich das Problem, dass du deine Tochter überforderst.

Sie kann überhaupt nicht auf materielle Dinge achtgeben und
verliert so ziehmlich alles,auch das,was ihr wirklich etwas
bedeutet, früher oder später.

Das ist für Sechsjährige doch nicht ungewöhnlich.

Sie weiß es,vor ein paar Tagen
sagte sie „Mama,ich kann einfach nicht aufpassen“,als mal
wieder was weg war,dabei war sie traurig.

Das klingt nicht wie die Kundgebung ihrer Traurigkeit, sondern wie der kindliche Ausdruck für frühere Vorwürfe durch dich. Diese Art von Ausdruck spricht eher dafür, dass dein Kind nicht weiß, wie es mit deiner (nicht mit seiner eigenen) Angst umgehen soll.

Das kann ich nicht vergessen,denn ich fühle deutlich die
unbewußte Aufforderung"zeig mir,wie es geht".

Das halte ich für eine Fehlinterpretation.

Ich selber lebe ihr Achtsamkeit vor,denn meine Eltern haben
noch den Krieg erlebt,die wußten sehr genau,wie sie mir das
vermitteln können.

Genau das ist der Fehler: Was hat denn deine sechsjährige Tochter mit deinen Eltern und dem Krieg zu tun? Um es ganz deutlich zu sagen: gar nichts.

Ich selber schaffe es oft auch nur mit System,die wichtigen
Dinge immer an denselben Ort legen und so weiter.

Na also, du hast das Problem.

Aber ich habe das Gefühl,das Problem liegt tiefer,mit Technik
und Konsequenz geht es nur begrenzt…oder?

Mit deiner Einsicht in die falsche Richtung deiner Vermutung.

Es ist ein Zeitproblem , wie sollen wir unseren Kindern,die
erleben,daß das Geld aus dem Automaten kommt-ihrer Meinung
nach unbegrenzt- Wertschätzung vorleben,es herrscht nun mal
keine Armut,die uns das erleichtert. Und es ist aber auch ein
individuelles Problem speziell meiner Tochter und da wäre ich
für jede Inspiration dankbar.

Noch einmal: Es ist weder ein Zeitproblem noch ein Problem deiner Kinder - es ist dein eigenes. Du bist es, die Dinge vermitteln möchte, die ein sechsjähriges Kind schwer verdauen kann. Ich vermute, dass du ihr Vorwürfe machst, womöglich noch in einer wenig kindgemäßen Weise. Und das vermute ich, weil deine Ausdrucksweise mir von Menschen bekannt ist, die in ihren eigenen Problemen so verstrickt sind, dass sie gar nicht merken, dass sie mit der Art ihrer Äußerungen - bei ihren Kindern - Schaden anrichten.

Liebe Mina,

es tut mir Leid, aber ich glaube nicht, dass deiner Tochter geholfen werden muss, allenfalls mittelbar. Unmittelbar scheint es mir wichtiger, dass dir geholfen wird. Ich hoffe du bist nicht ganz beleidigt, wenn ich dir eine psychologische Therapie für dich empfehle. Aber vielleicht wäre dir schon mit einigen wenigen gesprächstherapeutischen Sitzungen geholfen. Dein Grundfehler scheint mir darin zu liegen, dass du die Dinge zu sehr auf dich selbst bezogen siehst und vielen Dingen eine Bedeutung zumisst, die ihnen nicht zusteht.

Wie ich darauf komme? Dein Sprachduktus ist mir nur allzu geläufig. Menschen, die sich auf diese Weise ausdrücken, haben oft Probleme damit, ein Problem von verschiedenen Gesichtspunkten aus zu betrachten. Das führt dann oft dazu, dass sie ihre Meinung verabsolutieren, - und das Problem an der falschen Stelle lokalisieren.

Bitte verstehe mich nicht falsch:
Ich bin nicht sicher, ob das Gesagte bei dir zutrifft. Aber nach meiner Erfahrung spricht vieles dafür. Wenn du noch Fragen haben solltest, beantworte ich sie gern.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Verdammt noch mal, Thomas …
… da beschreibt M. eine Alltagssituation und du empfiehlst ihr eine psychologische Therapie … und maßt dir an, das Verhalten der Kleinen, das du aus ein paar Zeilen kennst, besser zu interpretieren als Mina …

*kopfschüttel*

Täubchen

1 „Gefällt mir“

Hallo Täubchen,

… da beschreibt M. eine Alltagssituation und du empfiehlst
ihr eine psychologische Therapie … und maßt dir an, das
Verhalten der Kleinen, das du aus ein paar Zeilen kennst,
besser zu interpretieren als Mina …
*kopfschüttel*

ich habe mir sehr genau überlegt, was ich tue. Der Zusammenhang der Beobachtungen und Argumente (im Zusammenhang mit Äußerungen Minas in anderen Brettern) haben mich zu diesem Schluss kommen lassen. Ich habe auch - ich denke, das geht aus meiner Diktion hervor - versucht, einfühlsam und verständlich zu sein. Wenn mir das aus deiner Sicht nicht gelungen ist, tut mir das Leid. Dass die Situation für Mina schwer ist, glaube ich, aber - um es etwas krasser zu formulieren - Mina hat auch nicht das Recht, ihre eigenen Probleme (die hier aus meiner Sicht hauptsächlich in Frage stehen) ihrer Tochter überzustülpen.

Wenn ich Mina verletzt haben sollte, so war das nicht meine Absicht, sondern ich habe versucht, die Situation aus der Sicht eines nicht beteiligten Beobachters zu beurteilen - und dennoch ihre Belange zu berücksichtigen (aber auch die Belange ihrer Tochter). Wenn ich formuliert hätte: „Du nimmst dich zu wichtig“ oder ähnlich, dann könnte ich dir Recht geben. So aber …

Ob es gleich eine Therapie sein muss, na gut, aber dass Mina sich mit anderen Menschen austauschen sollte, das scheint mir außer Frage. Nur habe ich mit Selbsthilfegruppen von Eltern keine guten Erfahrungen.

Liebe Mina, du kannst dich ja mal bei mir persönlich melden, dann reden wir per Email noch einmal darüber. (Von Freitag bis Montag bin ich allerdings nicht zu erreichen.)

Herzliche Grüße

Thomas Miller

1 „Gefällt mir“

Hallo Mina,

sagte sie „Mama,ich kann einfach nicht aufpassen“,als mal
wieder was weg war,dabei war sie traurig.
Das kann ich nicht vergessen,denn ich fühle deutlich die
unbewußte Aufforderung"zeig mir,wie es geht".

Das brauchst Du Dir nicht so zu Herzen zu nehmen. Kinder sagen manchmal so tiefgründig erscheinende Sachen, aber psychologisierenden Selbstzweifel oder tiefes Nachdenken braucht man da nicht hineinzugeheimnissen.

Ich selber schaffe es oft auch nur mit System,die wichtigen
Dinge immer an denselben Ort legen und so weiter.
Aber ich habe das Gefühl,das Problem liegt tiefer,mit Technik
und Konsequenz geht es nur begrenzt…oder?

Das glaube ich auch, ob jemand schlampig oder ordentlich ist – das ist wohl angeboren und sehr tief verankert, wenn auch nicht sehr regelhaft vererbt.

keine Armut,die uns das erleichtert. Und es ist aber auch ein
individuelles Problem speziell meiner Tochter und da wäre ich

Das wird es wohl auch bleiben. Man könnte natürlich das Ordnunghalten zum obersten Erziehungsziel machen, doch zu empfehlen ist das nicht.

Gruß
Wolfgang Berger

gelassener werden
Liebe Mina,

in einem bin ich mir sicher, dass hier ganz viele Eltern ein Lied vom Verlieren singen können.

Nun darf man nicht vergessen, dass Kinder mit 6 Jahren, vorallem wenn sie sehr empfindsam für ihr Umfeld sind, sich mit allem beschäftigen, was um sie herum geschieht: „was hat jetzt die Erzieherin/Lehrerin gesagt? Was der wieder für eine Blödsinn macht? Die raufen gleich, ob das gefährlich wird? Andauernd ärgert mich meine Nachbarin“…usw. Da ist schon ziemlich viel Konzentrationsvermögen gefordert, so nebenbei an sämtliche Taschen und Jacken zu denken, auf Kleinteile zu achten, die runtergefallen sind, an Schlüssel und Kuscheltiere, die noch irgendwo liegengeblieben sind. Weißt Du was ich meine? Ein sensibles Kind ist mit der Aufmerksamkeit für ihre Belange und für wichtige Gegenstände manchmal überfordert.

Dann gibt es wohl noch das Prinzip, das ich an mir auch schon erlebt habe, dass ich besonders dann Erwartungshaltungen nicht gerecht werden kann, wenn sie groß sind und bei Nichteinhaltung Enttäuschung beim anderen nach sich ziehen. Ich kann mir noch soviel Mühe geben, ich schaffe es nicht was ich schaffen soll.

Ich glaube auch, dass Deine Tochter wirklich traurig ist, wenn sie etwas verloren hat, weil sie in dem Moment sich schämt. Weil sie Dir keine Kummer bereiten will. Weil an ihr der Makel von Unvollkommenheit klebt, wie ein Kaugummi, und sie möchte es Dir schon recht machen. Weil sie sich selber gegenüber machtlos ist.

Du bist die Klügere und hast Deine Tochter lieb. Also: „schade, dass das Teil weg ist. Wie ist das denn passiert.“ Beim darüber nachdenken, bekommt man das Gefühl im Nachhinein wenigstens Bewußtsein geschaffen zu haben (von wegen Machtlosigkeit).
„hast Du eine Idee, wie wir das verhindern können?“ Vielleicht muß sie auf zuviele Dinge aufpassen. Vielleicht kann sie sich Denkhilfen schaffen: rotes Bändchen am Handgelenk = Mütze und Handschuhe mitnehmen. Glöckchen an der Schultasche = Turnbeutel mitnehmen. knallgrüner Dino in der Schultasche = Fahrradhelm mitnehmen usw. Wenn die Tochter mitüberlegt, wird sie aktiv und bekommt die Gelegenheit diese „Scharte“ (eigentlich wirklich unwichtig) auszuwetzen.
In dem Moment, wo Du der Sache gelassener gegenüberstehst, entlastest Du ihr Gemüt von der Furcht etwas zu vergessen, und der Kopf ist freier sich zu konzentrieren.
Wenn sie wieder etwas vergißt, würde ich ihr schon mitteilen, dass es ärgerlich ist, und sie soll sich überlegen, wie dies zu verhindern gilt. Und dann Schwamm drüber.

Aus meinem Nähkästchen: letzten Winter haben meine beiden Töchter einen Wachstumsschub gemacht, und waren in dieser Zeit irgendwie neben sich. Ich habe 3! Mützen und 4 Paar Handschuhe ersetzen müssen. Da wir es finanziell nicht so dicke haben, kaufe ich viel auf Basaren ein. Neukauf- da wäre ich bald arm. Aber 2-4DM für eine Mütze, deswegen bekomme ich und meine Kinder keine grauen Haare.
Wertvollere Dinge kaufe ich nicht so schnell nach. Manches müssen sie sich selber kaufen. Große Tochter verliert mit Vorliebe Fahrradschlüssel. Das nächste Schloß geht auf ihre Rechnung (mit kleinem Zuschuss meinerseits). Es geht mir darum, dass sie sich über die Folgen im Klaren sind, nicht dass sie mir auf irgendeine Weise einen Gefallen tun.

viele Grüße
Claudia

Hallo Mina,

auch wenn du etwas anderes erwartest: Ich meine, dass nicht
deine Tochter ein Problem hat, sondern dass du selbst das
Problem hast, nämlich das Problem, dass du deine Tochter
überforderst.

Sie kann überhaupt nicht auf materielle Dinge achtgeben und
verliert so ziehmlich alles,auch das,was ihr wirklich etwas
bedeutet, früher oder später.

Das ist für Sechsjährige doch nicht ungewöhnlich.

Viele Sechsjährige können ihr Sach sehr wohl beieinanderhalten.
Und ein ausgeprägt schlampiges Kind verursacht immer wieder zeitraubende Suchkrisen. Ihr Kind dafür zu schimpfen, ist gutes Recht der Eltern und kein Ausdruck von Angst.

Genau das ist der Fehler: Was hat denn deine sechsjährige
Tochter mit deinen Eltern und dem Krieg zu tun? Um es ganz
deutlich zu sagen: gar nichts.

Aus Minas unbeholfen formulierter Diskussion der Frage „Schlampig – erblich oder erworben?“ saugst Du aber eine Menge psychologischen Honig.

gesprächstherapeutischen Sitzungen geholfen. Dein Grundfehler
scheint mir darin zu liegen, dass du die Dinge zu sehr auf
dich selbst bezogen siehst und vielen Dingen eine Bedeutung
zumisst, die ihnen nicht zusteht.
Wie ich darauf komme? Dein Sprachduktus ist mir nur allzu

Das mit dem Sprachduktus würde mich mal näher interessieren. Aus welchen Ausdrucksweisen geht eine Verabsolutierung der eigenen Meinung hervor?
Sind „ererbt“, „durch die allgemeinen Umstände erworben“ und „erziehungsbedingt“ nicht verschiedene Gesichtspunkte?
Woran sieht man bei Deinem Sprachduktus, daß du das Problem von verschiedenen Gesichtspunkten aus betrachtest?

Gruß
Wolfgang

Rückfragen
Hallo Wolfgang,

Viele Sechsjährige können ihr Sach sehr wohl
beieinanderhalten.

viele eben auch nicht, ich habe von „nicht ungewöhnlich“ gesprochen.

Genau das ist der Fehler: Was hat denn deine sechsjährige
Tochter mit deinen Eltern und dem Krieg zu tun? Um es ganz
deutlich zu sagen: gar nichts.

Aus Minas unbeholfen formulierter Diskussion der Frage
„Schlampig – erblich oder erworben?“ saugst Du aber eine
Menge psychologischen Honig.

Mina schrieb: ich selber lebe ihr Achtsamkeit vor, denn meine Eltern
Wenn das nicht meine Interpretation stützt …

Aus welchen Ausdrucksweisen geht eine Verabsolutierung der
eigenen Meinung hervor?

Von „Verabsolutierung“ habe ich nicht gesprochen. Es ist aber zumindest auffällig, dass sie sich fortwährend mit ihrer Tochter vergleicht. Auffällig ist auch die Formulierung " ich fühle deutlich die unbewusste Aufforderung", also etwas, was sie in das Kind hineininterpretiert.

Sind „ererbt“, „durch die allgemeinen Umstände erworben“ und
„erziehungsbedingt“ nicht verschiedene Gesichtspunkte?
Woran sieht man bei Deinem Sprachduktus, daß du das Problem
von verschiedenen Gesichtspunkten aus betrachtest?

Eben daran, dass das Problem von verschiedenen Seiten, sprich einigermaßen rational erfasst und nicht rein emotional erlebt wird. (Achtung: Das ist keine Verteufelung von Gefühlen. Nur wenn Probleme auftauchen, sind in der Regel die Gefühle schuld und nicht die Logik.)

Und jetzt die Gegenfragen:

  1. Warum bezeichnest du die Frage „zeig mir, wie es geht“ als „tiefgründig“? (Ansonsten hast du mit diesem Ansatz sicher Recht.)
  2. Wie kommst du zu der Behauptung, dass das beschriebene Verhalten „angeboren“ (merkwürdigerweise dann aber doch nicht regelhaft vererbt), und „sehr tief verankert“ (eine merkwürdig farblose Beschreibung) ist?
  3. Findest du deinen letzten Satz in der Antwort an Mina nicht merkwürdig. Zitat: „Man könnte natürlich das Ordnungshalten zum obersten Erziehungsziel machen …“ Das tut Mina ja schon fast.
    „zu empfehlen ist das nicht“: Meine Rede, ich wollte Mina ja gerade vermitteln, dass sie diesen ihren Punkt nicht an ihre Tochter heranträgt.

Fazit: Wer im Glashaus sitzt …

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Das ist wieder eine sehr gute Antwort! o.w.T.

danke…
…dieses Kompliment besonders aus Deiner „Feder“ hat mir gut getan.
herzliche Grüße
Claudia :smile:

Thomas,
so sehr ich Deine Antworten schätze,dies geht völlig an unserer realität vorbei.Es wird mir auch nochmal klarer,warum wir in der anderen Diskussion nicht auf einen Nenner je kämen.
Leider muß ich gleich wieder los,und will mir morgen Zeit nehmen,das nochmal ausführlicher zu beantworten.
Grundsätzlich aber ist es gut hier die verschiedensten Antworten zu bekommen, die mich bewegen und die ich jetzt erstmal eine Weile wirken lassen möchte.
Auchg den anderen herzlichen Dank,werde mich morgen wieder melden,
liebe Grüße,Mina

:wink:

Ich bin leider erst am Dienstag wieder da. o.w.T.

Hallo Thomas,

Aus Minas unbeholfen formulierter Diskussion der Frage
„Schlampig – erblich oder erworben?“ saugst Du aber eine
Menge psychologischen Honig.

Mina schrieb: ich selber lebe ihr Achtsamkeit
vor, denn meine Eltern
Wenn das nicht meine Interpretation stEzt …

Also kommt hinzu: „Die Bedeutung des elterlichen Vorbildes beim schlampigen Kind“.

Von „Verabsolutierung“ habe ich nicht gesprochen. Es ist aber
zumindest auffällig, dass sie sich fortwährend mit ihrer
Tochter vergleicht. Auffällig ist auch die Formulierung

Fortwährend? Naja. Aber alleinerziehend mit Einzelkind, so wie das hier durchaus sein könnte, hat man halt weniger andere Vergleichsmöglichkeiten.

" ich fEle deutlich die unbewusste
Aufforderung
", also etwas, was sie in das Kind
hineininterpretiert.

Jaja, das mit dem Hineininterpretieren macht man ja gerne mal, wenn man sein erstes Kind ohne viel Anleitung durch Ältere erzieht.

Eben daran, dass das Problem von verschiedenen Seiten, sprich
einigermaßen rational erfasst und nicht rein emotional erlebt
wird. (Achtung: Das ist keine Verteufelung von GefElen. Nur
wenn Probleme auftauchen, sind in der Regel die GefEle schuld
und nicht die Logik.)

Hier wurde in emotionaler Sprache eine Thematik beschrieben. Rational gehst Du auf diese jedoch kaum ein, sondern vielmehr auf die Emotionalität selber, die Du dann als krankhaft und dme Kinde schädlich bezeichnest.

Und jetzt die Gegenfragen:

  1. Warum bezeichnest du die Frage „zeig mir, wie es geht“ als
    „tiefgrEdig“? (Ansonsten hast du mit diesem Ansatz sicher
    Recht.)

Weil ich die geschilderte Situation so empfunden habe, aufgrund eigener Erfahrung so empfinden konnte.

  1. Wie kommst du zu der Behauptung, dass das beschriebene
    Verhalten „angeboren“ (merkwEdigerweise dann aber doch nicht
    regelhaft vererbt), und „sehr tief verankert“ (eine merkwEdig
    farblose Beschreibung) ist?

Das ist eine interessante Frage.
Es gibt nämlich schlampige, ordentliche und so mittlere Menschen. Sowohl die schlampigen als auch die ordentlichen zeigen entsprechende Verhaltensweisen noch bevor das Ordentlichsein überhaupt zum Thema der Erziehung wird.
Auch meine Vermutung einer nicht sehr regelhaften Vererbung dieses Merkmals beruht auf empirischer Beobachtung.

Was glaubst Du denn, wie Zufall, Vererbung, allgemeine Umstände, Erziehungsbemühungen und tatsächliches Vorbildhandeln der Eltern darauf einwirken, ob ein Kind schlampig oder ordentlich ist oder wird? Davon handelte schließlich die eingangs gestellte Frage.

  1. Findest du deinen letzten Satz in der Antwort an Mina nicht
    merkwEdig. Zitat: „Man könnte natElich das Ordnungshalten
    zum obersten Erziehungsziel machen …“ Das tut Mina ja schon
    fast.

Ihr das zu unterstellen, fand ich keinen Anlaß. Aber Du sagst ja, daß Du sie schon länger kennst, während ich nur auf ihre Frage einging.

„zu empfehlen ist das nicht“: Meine Rede, ich wollte Mina ja
gerade vermitteln, dass sie diesen ihren Punkt nicht an ihre
Tochter heranträgt.

Nona, herantragen läßt sich nicht vermeiden. Der Mensch ist keine Maschine, und es schadet dem Kinde nicht, wenn es geschimpft wird, weil sich die Mama recht ärgert, wenn man z.B. eh schon zu spät dran ist und nicht wegkommt wegen irgend so einem Scheiß-Plastikteil, das irgendwo herumliegt. Das gilt auch dann, wenn z.B. die Mama selber ein Schlamperle ist und nur mit Mühe ein nur unvollkommenes Vorbild sein kann.
Und bald wird ja die Grundschule auch mit dem Herantragen anfangen, viel Pardon wird da nicht mehr gegeben.

Fazit: Wer im Glashaus sitzt …

Nicht hier. Die Eltern haben nicht die Pflicht, ihren Kindern ein vollkommenes Vorbild zu sein. Man sollte nicht Leuten ein schlechtes Gewissen machen, indem man ihnen unerfüllbare Pflichten einredet.

Gruß
Wolfgang Berger

Verständnisschwierigkeiten
Hallo Wolfgang,

du musst entschuldigen, aber ich kann in einigen deiner Bemerkungen den Bezug nicht erkennen. Ich habe mich gefragt, woran das liegt. Dann habe ich gesehen, dass du japanisch übersetzt. Kann das daran liegen? Es ist nicht böse gemeint - wirklich nicht -, um das zu beweisen, gehe ich auf jede deiner Bemerkungen kurz ein. Kein Witz! Keine Ironie!

Also kommt hinzu: „Die Bedeutung des elterlichen Vorbildes
beim schlampigen Kind“.

Das verstehe ich nicht.

Jaja, das mit dem Hineininterpretieren macht man ja gerne mal,
wenn man sein erstes Kind ohne viel Anleitung durch Ältere
erzieht.

Das verstehe ich nicht.

Hier wurde in emotionaler Sprache eine Thematik beschrieben.
Rational gehst Du auf diese jedoch kaum ein, sondern vielmehr
auf die Emotionalität selber, die Du dann als krankhaft und
dme Kinde schädlich bezeichnest.

Die Diskussionsebene muss schon die des Fragestellers sein.

Fazit: Wer im Glashaus sitzt …

Nicht hier. Die Eltern haben nicht die Pflicht, ihren Kindern
ein vollkommenes Vorbild zu sein. Man sollte nicht Leuten ein
schlechtes Gewissen machen, indem man ihnen unerfüllbare
Pflichten einredet.

Das verstehe ich nicht.

Entschuldigung, aber ich verstehe viele deiner Sätze einfach nicht, ebenso wie den Bezug. Ich bin aber bereit darauf einzugehen, wenn du es nochmal versuchst.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Claudia,
danke Dir für die lange Antwort.
Ich denke,ich habe mich mißverständlich ausgedrückt, war müde,wie jetzt auch und es fällt mir momentan nicht leicht,auszudrücken,was ich meine,und hab einfach drauflosgeschrieben.
Es geht mir nicht darum,daß meine Tochter Dinge verliert.
Das ist für ein 6-jähriges Kind normal.Verliert sie ihre Handschuhe etc ärgere ich mich erstmal über mich selber,denn ich habe das klare Gefühl,daß dafür noch ich zuständig bin.
Ein Problem ist es für mich,verliert sie Dinge,die IHR lieb und teuer sind.Und darüber ist sie dann auch traurig und ich nehme sehr deutlich wahr,daß sie gerne besser aufpassen könnte.Zu diesen Dingen gehören Schmuck,seit Monaten fällt ihr immer wieder ein,daß ihre goldene Kette weg ist,auf die sie sehr stolz war,ohne daß ich sie je daran erinnert hätte.Dazu gehören „Glitzerhaarspangen“,die sie liebt.Kaum bekommen,schon weg.
Vielleicht erwarte ich wirklich zuviel,wenn ich mir wünsche,daß sie achtsamer mit ihren Sachen umgeht,mit 6.Da lasse ich mich gerne belehren.Dann muß ich mir überlegen,was ich tun kann,um mitaufzupassen,oder die Verluste mit aushalten.
Um Stellungnahmen dazu ging es mir.Daß ich gleich für therapiebedürftig gehalten werde,nun ja,kostete mich etwas Kraft,mir diesen Schuh nicht anzuziehen, denn irgendwas macht man immer falsch mit seinem Kind und das sind immer empfindliche Punkte.

Nun darf man nicht vergessen, dass Kinder mit 6 Jahren,
vorallem wenn sie sehr empfindsam für ihr Umfeld sind, sich
mit allem beschäftigen, was um sie herum geschieht: „was hat
jetzt die Erzieherin/Lehrerin gesagt? Was der wieder für eine
Blödsinn macht? Die raufen gleich, ob das gefährlich wird?
Andauernd ärgert mich meine Nachbarin“…usw. Da ist schon
ziemlich viel Konzentrationsvermögen gefordert, so nebenbei an
sämtliche Taschen und Jacken zu denken, auf Kleinteile zu
achten, die runtergefallen sind, an Schlüssel und
Kuscheltiere, die noch irgendwo liegengeblieben sind. Weißt Du
was ich meine? Ein sensibles Kind ist mit der Aufmerksamkeit
für ihre Belange und für wichtige Gegenstände manchmal
überfordert.

Ja, das kann ich gut verstehen,und Paula ist da recht sensibel.Nun ist die Frage,wo beginnt die Überforderung,und wo kann ich ihr was zutrauen,und was kann ich für sie tun.

Dann gibt es wohl noch das Prinzip, das ich an mir auch schon
erlebt habe, dass ich besonders dann Erwartungshaltungen nicht
gerecht werden kann, wenn sie groß sind und bei
Nichteinhaltung Enttäuschung beim anderen nach sich ziehen.
Ich kann mir noch soviel Mühe geben, ich schaffe es nicht was
ich schaffen soll.

Ich erwarte es nicht von ihr,ich nehme ihren Wunsch wahr,ihre Lieblingsdinge zu behalten.Um Sachen,die nur mir wichtig sind geht es weniger.

Ich glaube auch, dass Deine Tochter wirklich traurig ist, wenn
sie etwas verloren hat, weil sie in dem Moment sich schämt.
Weil sie Dir keine Kummer bereiten will. Weil an ihr der Makel
von Unvollkommenheit klebt, wie ein Kaugummi, und sie möchte
es Dir schon recht machen. Weil sie sich selber gegenüber
machtlos ist.

Sie schämt sich ganz sicher nicht.Und für unvollkommen hält sie sich nicht,weil ich das nicht tue,weil ihr Vater das nicht tut ,also,warum sollte sie es dann tun?

Du bist die Klügere und hast Deine Tochter lieb. Also:
„schade, dass das Teil weg ist. Wie ist das denn passiert.“
Beim darüber nachdenken, bekommt man das Gefühl im Nachhinein
wenigstens Bewußtsein geschaffen zu haben (von wegen
Machtlosigkeit).
„hast Du eine Idee, wie wir das verhindern können?“ Vielleicht
muß sie auf zuviele Dinge aufpassen. Vielleicht kann sie sich
Denkhilfen schaffen: rotes Bändchen am Handgelenk = Mütze und
Handschuhe mitnehmen. Glöckchen an der Schultasche =
Turnbeutel mitnehmen. knallgrüner Dino in der Schultasche =
Fahrradhelm mitnehmen usw. Wenn die Tochter mitüberlegt, wird
sie aktiv und bekommt die Gelegenheit diese „Scharte“
(eigentlich wirklich unwichtig) auszuwetzen.

Das ist eine gute Idee für später mal,wenn es denn nötig s4ein sollte,aber ich glaube deutlich gemacht zu haben,daß es darum jetzt nicht geht.

In dem Moment, wo Du der Sache gelassener gegenüberstehst,
entlastest Du ihr Gemüt von der Furcht etwas zu vergessen, und
der Kopf ist freier sich zu konzentrieren.
Wenn sie wieder etwas vergißt, würde ich ihr schon mitteilen,
dass es ärgerlich ist, und sie soll sich überlegen, wie dies
zu verhindern gilt. Und dann Schwamm drüber.

Aus meinem Nähkästchen: letzten Winter haben meine beiden
Töchter einen Wachstumsschub gemacht, und waren in dieser Zeit
irgendwie neben sich. Ich habe 3! Mützen und 4 Paar Handschuhe
ersetzen müssen. Da wir es finanziell nicht so dicke haben,
kaufe ich viel auf Basaren ein. Neukauf- da wäre ich bald arm.
Aber 2-4DM für eine Mütze, deswegen bekomme ich und meine
Kinder keine grauen Haare.
Wertvollere Dinge kaufe ich nicht so schnell nach. Manches
müssen sie sich selber kaufen. Große Tochter verliert mit
Vorliebe Fahrradschlüssel. Das nächste Schloß geht auf ihre
Rechnung (mit kleinem Zuschuss meinerseits). Es geht mir
darum, dass sie sich über die Folgen im Klaren sind, nicht
dass sie mir auf irgendeine Weise einen Gefallen tun.

Ja,um die Folgen geht es in meinem „Erziehungskonzept“ auch,nicht um Strafe und um Esmirrechtmachen.
Also in unserem Fall,hat sie ihre gerade bekommene und geliebte Glitzerspange am nächsten tag verloren,die Folge ist,es ist weg.Schlimm genug,wie kann ich ihr helfen,nächstes Mal?
Und.die Ebene des Zuvielhabens und Konsum etc.,sollte ich einfach dafür sorgen,daß sie,wenn sie Dinge schnell verliert,weniger bekommt,weil sie vielleicht überfüttert ist?Bei diesem Gedanken habe ich aber ein „Störgefühl“,irgendwie fühlt sich diese Lösung als nicht stimmig an.
Hm,vielleicht fällt Dir ja noch was ein.
Viele Grüße,Mina

viele Grüße
Claudia

Hallo Thomas,in diesem Posting wird mir Dein Mißverstehen meiner Situation am deutlichsten,darum hier eine Antwort.
Habe mich offensichtlich auch mißverständlich ausgedrückt,da es mir zur Zeit sehr schwer fällt,mich eindeutig auszudrücken,und ich chronisch übermüdet bin.Wie schon an Claudia geschrieben geht es mir nicht darum,daß Paula,so heißt das arme Kind der Deiner Meinung nach therapiebedürftigen Mutter, unordentlich ist,oder Sachen verliert,die mir wichtig sind.Sie ist in der Tat schlampig und die Aufräumaktionen nerven mich sehr,aber das darf ein 6-jähriges Kind sein,auch seine Mütze darf es verlieren und einiges mehr.
Worum es mir geht ist,daß sie Dinge verliert,die IHR hinterher fehlen,siehe oben in meiner Antwort an Claudia.

Viele Sechsjährige können ihr Sach sehr wohl
beieinanderhalten.

viele eben auch nicht, ich habe von „nicht ungewöhnlich“
gesprochen.

Ja,sie kann es also nicht,und das ist in der Tat nicht ungewöhnlich.

Genau das ist der Fehler: Was hat denn deine sechsjährige
Tochter mit deinen Eltern und dem Krieg zu tun? Um es ganz
deutlich zu sagen: gar nichts.

Aus Minas unbeholfen formulierter Diskussion der Frage
„Schlampig – erblich oder erworben?“ saugst Du aber eine
Menge psychologischen Honig.

Mina schrieb: ich selber lebe ihr Achtsamkeit
vor, denn meine Eltern
Wenn das nicht meine Interpretation stützt …

Deine Interpretation ist eben eine Interpretetion.Was ich damit meinte war,daß ich es so sehe,daß in ihrem Alter Erziehung noch primär über das Vorleben,Vorbildsein geht.
Also gucke ich,lebe ich ihr das auch wirklich authentisch vor…ja…tue ich.Meine Eltern haben mir das auch vorgelebt,unter anderem darum vielleicht kann ich einigermaßen auf die mir bedeutsamen Dinge achtgeben.
Das war also so zu verstehen,das ist mein Konzept,werde ich diesem Konzept gerecht,ja, also,woran hapert es dennoch?

Aus welchen Ausdrucksweisen geht eine Verabsolutierung der
eigenen Meinung hervor?

Von „Verabsolutierung“ habe ich nicht gesprochen. Es ist aber
zumindest auffällig, dass sie sich fortwährend mit ihrer
Tochter vergleicht. Auffällig ist auch die Formulierung
" ich fühle deutlich die unbewusste
Aufforderung
", also etwas, was sie in das Kind
hineininterpretiert.

Ja,fühle ich,könnte auch sagen,nehme ich wahr.
Und das ist auch immer noch so.Ich trete mit meiner Umwelt,und schon gar nicht mit der,die mir was bedeutet, nicht über den Kopf in Kontakt,ich versuche die Menschen wahrzunehmen,zu fühlen.
Hierzu bitte keine Grundsatzdiskussion,es geht mir hier nur darum,das Problem zu lösen.Und ich empfinde solche Interpretationen in der Tat als anmaßend,mal zu schweigen von Deinem Vorschlag,mich in Therapie zu begeben.
Ich denke,daß ich mich und mein Kind ganz gut wahrnehme und Du kennst mich überhaupt nicht.
Ganz sicher nicht aus den Austauschen (oh je,was ist die Mehrzahl von Austausch,war das wohl richtig?),die wir hier hatten.
Du hast mit einem Gedankenkonzept auf mich reagiert und ich habe nicht das Gefühl gehabt,daß Du mich überhaupt verstehst,auch wenn Du mir einiges klargemacht hast,vor allem,wo ich mich klarer und genauer ausdrücken muß oder lieber gleich schweigen.Habe mich da für letzteres entschieden.

Sind „ererbt“, „durch die allgemeinen Umstände erworben“ und
„erziehungsbedingt“ nicht verschiedene Gesichtspunkte?
Woran sieht man bei Deinem Sprachduktus, daß du das Problem
von verschiedenen Gesichtspunkten aus betrachtest?

Eben daran, dass das Problem von verschiedenen Seiten, sprich
einigermaßen rational erfasst und nicht rein emotional erlebt
wird. (Achtung: Das ist keine Verteufelung von Gefühlen. Nur
wenn Probleme auftauchen, sind in der Regel die Gefühle schuld
und nicht die Logik.

Das ist für mich-sorry- absoluter Quatsch.Wohlgemerkt für mich.
Mit rationalem erfassen kann ich Philosophieren,vielleicht und bis zu einer gewissen Grenze.Aber wenn ich mich auf einen Menschen einlasse,dann komme ich mit Rationalität nicht sehr weit.Ich möchte fühlen mal durch wahrnehmen ersetzen und konkretisieren.Auf rationaler ebene bleibe ich immer distanziert.
Ich ziehe es vor,mich berühren zu lassen und meiner Wahrnehmung zu trauen.Diese kann zwar auch mal falsch sein,aber ich habe gelernt,daß sie in den meisten Fällen stimmig ist,viel treffsicherer als rationale Spekulationen und Interpretationen.

Und jetzt die Gegenfragen:

  1. Warum bezeichnest du die Frage „zeig mir, wie es geht“ als
    „tiefgründig“? (Ansonsten hast du mit diesem Ansatz sicher
    Recht.)

Mit tiefgründig bezeichneter er meiner Meinung nach die Aussage meiner Tochter,sie könne nicht aufpassen.

  1. Wie kommst du zu der Behauptung, dass das beschriebene
    Verhalten „angeboren“ (merkwürdigerweise dann aber doch nicht
    regelhaft vererbt), und „sehr tief verankert“ (eine merkwürdig
    farblose Beschreibung) ist?

Weil eben Kinder verschieden sind,und weil ich sage,daß ich dieses Verhalten mit den entsprechenden Gefühlen bei Paula wahrnehme.
Wie kommst Du zu der Behauptung,ich würde ihr meins überstülpen…

  1. Findest du deinen letzten Satz in der Antwort an Mina nicht
    merkwürdig. Zitat: „Man könnte natürlich das Ordnungshalten
    zum obersten Erziehungsziel machen …“ Das tut Mina ja schon
    fast.

Thomas,das ist absolut über die Grenze gegangen, für mein Empfinden.
Ich könnte jetzt auf Deiner bevorzugten,der rationalen Ebemne fragen,wie kommst Du darauf,aber das ist mir nicht so wichtig.
Wenn Du mich kennen würdest,würdest Du über diese Aussage grinsen.Denn das ist eher etwas,was ich ein wenig vernachlässige in der erziehung,und auch für meine tochter noch nicht so wichtig finde.

„zu empfehlen ist das nicht“: Meine Rede, ich wollte Mina ja
gerade vermitteln, dass sie diesen ihren Punkt nicht an ihre
Tochter heranträgt.

Es ist dieses nicht mein Punkt,ich bin lediglich unsicher,was ich ihr zutrauen kann,denn es ist dieses mein erstes Kind und alle meine Ansprechpartner haben auch nur erste Kinder und kennen dieses Problem so auch nicht.

Fazit: Wer im Glashaus sitzt …

Was das heissen soll,ich weiß es nicht.
Mein Fazit ist,Du bist zu weit gegangen.Es gibt keine Mutter,die nicht Zweifel hätte an ihrer Erziehung,ob sie gut genug ist,es richtig macht und so weiter.Ich bin da jedenfalls angreifbar und verletzbar.
Kommt dann einer,der ein nicht unnormales Problem,das absolut im Rahmen bleibt, mit Therapievorschlägen beantwortet,danke,da hätte ich vielleicht doch erstmal mit meiner Freundin über das Thema reden sollen,vielleicht wäre mir dann ein mieser Start in diesen Tag erspart geblieben.Aber eigentlich ist auch das OK,denn nach einigen Stunden habe ich mein Gleichgewicht wiedergefunden und bin nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss gekommen,daß ich schon normal und OK bin und Du es warst,der eine Grenze überschritten hat.
Konkret zum Thema,habe nicht wenige Jahre Psychoanalyse gemacht,und weiß ganz gut,wann ich Hilfe auf dueser Ebene brauche und scheue mich nicht,sie mir dann auch zu holen.

Schönen Gruß,Mina

thomas, frechheit
Hallo Thomas,

bei allem respekt vor deinem alter (ich bin wohl noch um einiges jünger), deiner psychologischen und philosophischen erfahrung und deinem wissen muss ich doch sagen das ich das was du hier geschrieben hast eine unglaubliche frechheit finde.

du gehst her und interpretierst einen kurzen text einer person die dir nicht bekannt ist, einer person die ein kleines problem hat und sich hier vielleicht den ein oder anderen tip erhofft hat und möchtest diese person in eine therapie, am besten gleich zu einem psychologen schicken.

meiner meinung nach bist du hier weit über das ziel herausgeschossen. eigentlich komme ich fast in versuchung
dir eine therapie vorzuschlagen, da ich einfach nicht fassen kann
was du hier von dir gegeben hast. ich meine das kann doch nicht wirklich dein ernst sein.

ich zumindest kann mir nicht vorstellen das IRGENDEIN psychologe
nach diesem text darauf kommen würde das die verfasserin dringend eine therapie benötigt.

mich würde mal interessieren wie du meinen text jetzt interprtierst…
habe ich vieleicht komplexe weil ich immer nur klein schreibe?
oder vielleicht bin ich ein potenzieller sexualstraftäter weil
ich mich hier nur noch schwer unter kontrolle halten kann?

wie auch immer, ich bin froh das jeder mensch eine andere art zu sprechen, zu schreiben, sich auszudrücken, zu gehen, zu essen…
hat. ich bin froh das es menschen gibt die sich nicht voreilig ein bild über andere bilden
und ich bin froh das meine ELTERN mich so erzogen haben wie sie das getan haben und ich werde mir einige sachen davon abschauen wenn ich einmal meine eigenen kinder erziehe…
(ups, bin ich etwa ich-bezogen und was soll jetzt dieser verweis auf meine eltern? - dies überlasse ich dir…)

hochachtungsvoll

zs

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Hallo Mina,

in früher jugendzeit hatte ich das gleiche problem. ständig habe ich alles vergessen (schlüssel, kleidungsstücke, spielzeug…)

irgendwann bin ich selber auf eine lösung gekommen die mir sehr geholfen hat. ist ungefähr das geliche was die claudia schon geschrieben hat (bändel am arm für schlüssel…).

ich habe mir einfach einen bezug von sachen die ich ständig sehe auf sachen die ich ständig verliere hergestellt. z.b. habe ich mir immer gesagt: schlüssel…kette kette…schlüssel…
irgendwann habe ich automatisch jedesmal wenn ich meine halskette berührt habe an meinen schlüssel gedacht und gleich kontrolliert ob er noch bei mir ist.
das hat wunderbar funktioniert.
das selbe wenn ich aus dem haus ging… jedesmal wenn ich die haustür berührte ist mir eingefallen meine kontrolle durchzuführen… schlüssel, dabei. geldbeutel, dabei…
nach einiger zeit habe ich mich so daran gewöhnt ständig alles nachzukontrollieren das es von selbst ging.
inzwischen habe ich meine halskette verlore… aber meinen schlüssel vergesse ich trotzdem nicht mehr.

du kannst dich ja mal mit deiner tochter zusammensetzen und ein paar sinnvolle bezüge herstellen. am besten erfindet man noch eine kurzgeschichte zu diesem bezug… denn bilder prägen sich einfach besser ein…
und du wirst sehen, wenn deine tochter sich mal ein paar tage daran hält wird dies so zur gewohnheit das es mit der vergesslichkeit besser werden KÖNNTE…

das ist das einzige was mir einfällt, denn ich glaube dein „vorleben“ bringt deiner tochter auch nichts wenn sie
erstmal unterwegs ist und mit freunden spielt…

mfg

zs

Das probier ich mal aus
Hallo Zweistein,
da ich ratlos bin,werde ich jeden Vorschlag,der vernünftig klingt ausprobieren,und das,was Du sagst,klingt so,als wäre es den Versuch wert.Wäre toll,wenn es klappt.
Merke ausserdem,daß sich allein dadurch,daß das jetzt mal thematisiert ist, ein weg anbahnt.
Herzlichen Dank Dir,und ich will später mal berichten.
Mina