Hilfe, Messie!

Servus zusammen!

Ich brauche dringend Hilfe! Meine Mutter ist ein Messie wie er im Buche steht.
Kartons mit Krimskrams stapeln sich quasi in jedem Zimmer bis unter die Decke, die Wohnung ist kaum begehbar und auch der Keller und der Speicher schauen nicht anders aus. Kein Handwerker kann ins Haus um eventuell notwendige Reparaturen vorzunehmen und auch die Verwandtschaft ist nicht wirklich im Bilde über den Zustand im Haus.
Als ich noch jung war und zu Hause lebte konnte ich kaum einmal Freunde einladen – ich habe mich einfach zu sehr dafür geschämt. Nun lebe ich seit einigen Jahren woanders und je länger ich von dem Chaos zu Hause entfernt bin umso mehr mache ich mir Vorwürfe, dass ich nicht eher versucht habe ernsthaft etwas daran zu ändern.
Wenn ich nun allerdings versuche das Thema auf den Tisch zu bringen blockt sie komplett ab – flüchtet sich in Ausreden, lenkt konsequent vom Thema ab und wird regelrecht böse und aggressiv mir gegenüber. Ich bin es einerseits müde das immer wieder anzusprechen und so einen sicheren Streit vom Zaun zu brechen andererseits möchte ich sie nicht alleine lassen mit diesem Problem.
Das Bedauerliche ist, dass sie selbst diesen Zustand anscheinend nicht ändern will oder kann. Sie sieht auch gar nicht ein, dass sie da überhaupt ein Problem hat. Ich habe so oft versucht ihr mitzuteilen, dass ich es nur gut mit ihr meine und ich sie nicht angreifen will indem ich das Thema anschneide aber ich bin wahrscheinlich einfach zu ungeschickt und unfähig ihr das auch zu vermitteln. Hören tut sie’s, realisieren nicht.
Ich habe auch schon des Öfteren einfach mal das ein oder andere Zimmer in einer aufwendigen Aktion in Ordnung gebracht aber nach 3 Wochen war es wieder zugemüllt. Ich muss wohl einsehen, dass dies der falsche Weg zu sein scheint. Aber was sonst tun? Ich bin die einzige Person, die noch einigermaßen Zugang zu ihr und Einblick in die Situation hat. Einen Mann gibt es nicht mehr, ihre Mutter konfrontiert sie nur mit Vorwürfen und die sonstige Verwandtschaft ist wie gesagt außen vor. Zu einem Psychologen oder einer Selbsthilfegruppe kann ich sie nicht zwingen obwohl ich denke, dass so etwas in dieser Art dringend notwendig wäre.
Ich frage mich immer wieder, warum sie nicht selbst Hilfe sucht oder wenigstens einsieht, dass es ein Problem, ja eine Krankheit ist. Man sagt ja immer, dass das Erkennen dessen der erste Schritt ist nur wie bringe ich sie dazu? Wie gesagt, jeder Gesprächsversuch ist zum Scheitern verurteilt. Sie hat auch vernommen, dass mich das auch selbst sehr belastet und merkt, wie ich mich zusehends von ihr entferne aber selbst das scheint kein Alarmzeichen für sie zu sein.
Ich weiß einfach nicht weiter und wäre deshalb für jeden Kommentar, Vorschlag oder Lösungsansatz dankbar.

Gruß

___
Khi

Hallo Khi,

die Gegenfrage ist vielleicht blöd: Wem (einschließlich sich selber) schadet die Frau mit ihrer Lebensweise? Ist die Tragfähigkeit der Böden erschöpft?

Schöne Grüße

MM
(wäre „Messie“, wenn er an die reale Existenz dieser Störung glaubte)

Hallo

Ich brauche dringend Hilfe! Meine Mutter ist ein Messie wie er
im Buche steht.

Naja, wer Hilfe braucht müssen wir mal schauen.

Kartons mit Krimskrams stapeln sich quasi in jedem Zimmer bis
unter die Decke, die Wohnung ist kaum begehbar und auch der
Keller und der Speicher schauen nicht anders aus. Kein
Handwerker kann ins Haus um eventuell notwendige Reparaturen
vorzunehmen und auch die Verwandtschaft ist nicht wirklich im
Bilde über den Zustand im Haus.

Was ist „Krimskrams“, ich habe mit meiner Frau ein halbes Jahr kaum geredet, da sie „Krimskrams“ entsorgt hat, kaum zu ersetzende Original teile der Radio-Frühzeit.

Das Bedauerliche ist, dass sie selbst diesen Zustand
anscheinend nicht ändern will oder kann. Sie sieht auch gar
nicht ein, dass sie da überhaupt ein Problem hat.

Ich denke, dass du hier das Problem hast, sorry.

Einzig gelten lassen würde ich, Zugänge zu Versorgungsleitungen, Absperrvorrichtungen, Sicherungen freihalten, alles andere ist das Din g deine Muttern.

Gruß Volker

Findest Du das witzig? Sie schadet damit sich selbst, mir, ihrer Mutter, dem Wohnungseigentümer…

Gruß

Khi

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Echt? Ist es so einfach? Ihr Problem und fertig?
Krimskrams sind in ihrem Fall keine wertvollen Raritäten sondern irgendwelcher unnützer Plastikkram, Werbegeschenke, tausende von Prospekten, altes Kochgeschirr, alte Kleidung etc. Und es ist nicht so, dass sie vielleicht ein bisschen zuviel behält sondern die Räume stehen wirklich VOLL BIS UNTER DIE DECKE. Das ist keine Übertreibung. Selbst mein altes Zimmer ist inzwischen vollgestellt.
Es kann doch nicht sein, dass man da überhaupt nichts machen kann?! Hab ich das Problem weil es mich belastet? Sollte es das nicht? Ich find’s nämlich echt schlimm.

Gruß

___
Khi

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Servus Khi,

ich finde das nicht witzig:

Der Ernst scheint mir tatsächlich in der Frage zu liegen, worin genau der Schaden für andere hier besteht - ob und wann der Schaden für die Betroffene selber eine Einmischung erlaubt, ist nochmal ne ganz andere Frage.

Meines Wissens ist derzeit weder in der Psychologie noch in der Psychiatrie eine Störung oder Erkrankung namens „Messietum“ oder ähnlich bekannt.

Vor diesem Hintergrund nochmal:

Was ist dein Schaden?
Was ist der Schaden für den Wohnungseigentümer?
Was ist der Schaden für die beschriebene Person?

Und, etwas allgemeiner: Wie genau sind die Kriterien für „normales Leben“ definiert, die es erlauben, einen Menschen anzupassen, wenn er sie nicht erfüllt?

Schöne Grüße

MM

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Hallo Khi.

deine Mutter hat doch das Recht ihre Wohnung so einladend, abweisend zu lassen wie sie möchte.
probleme kann es doch erst dann geben, wenn, s. a. mein Posting, wenn die Sicherungen, Gasabsperrungen, etc. nicht mehr zur erreichen sind, evtl. durch zuviel Papier o.ä. eine „Brandlast“ entsteht, aber normal, Nix Problem.

Wühle mich gerade wieder durch Tüten mit Fotokopien.

Gruß Volker

hallo Khi

vielleicht hilft dir das weiter?

http://www.messie-selbsthilfe.de/

http://www.mieterverein-muenchen.de/reportage/messie…

http://www.femmessies.de/diplomarbeitManuEssen.pdf

Gruß Schiwa

Die beste Mam der Welt
Hallo Khi,
ich weiß jetzt nicht, ob Dir mein „Erguß“ weiterhilft, aber Du bist nicht allein. Ich kann sehr wohl nachvollziehen, was es heißt die Türen nicht mehr öffnen zu können, weil zuviel Papier davor liegt.

Auch meine Mutter ist jemand, den ich als messie bezeichnen würde. Sie kann die Wohnküche freihalten, der Rest ist voll. (wir wohnten auf 2x 180m²)Ich habe mich geschämt und habe mich geschämt, dass ich mich schäme.
Das klingt jetzt evtl. banal oder komisch, aber ich habe einfach aufgehört, mich zu schämen. Ich bereite Leute mittlerweile darauf vor, dass es bei mir zu Hause anders ist. Das ist ein Statement, keine Entschuldigung. Es ist so fertig.
Ich akzeptiere das Verhalten meiner Mutter als Hobby. (Andere bauen den Keller voll mit ner Modelleisenbahn, entschuldigung an alle Schienenfanatiker - euer Hobby erschließt sich mir auch nicht) Ich muß nicht verstehen, warum sie das macht. Es ist ok für mich, wenn sie daran Freude hat.
Trotzdem wünsche ich mir manchmal, dass es anders wäre. Das meine Mutter einfach so wie andere Mütter zu Hause den Kaffeetisch fertig hätte und man Besuch ohne Risiko mitbringen könnte. Das macht mich manchmal traurig. Naja aber es hat mir ja auch keiner versprochen, dass es immer so ist wie man es haben will.

Dafür ist bei ihr immer für jeden die Tür offen, kann man Schätze unerhörter art entdecken, ist meine Mutter gefüllt mit unerschütterlichen Vertrauen in die Fähigkeiten ihrer Kinder. Ich habe gelernt sie so zu lieben wie sie ist.

Solange sie nicht irgendjemanden anderen mit ihrem Verhalten in Gefahr bringt, soll sie sein. Ich verlange genau diese Toleranz von anderen Menschen auch.

Was ist schon normal?

P

Vielen Dank für die Links, Schiwa. Der zweite hat frappierende Ähnlichkeit zu meinem „Fall“.

Gruß

___
Khi

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Hmmm, danke für diese Sichtweise, Pat. Wenn ich es als Hobby sähe wäre es tatsächlich meine Intoleranz die das Problem ist und nicht etwa ihre Unordnung. Das ist schwer zu akzeptieren - ich bin immer noch der Meinung, daß es nicht normal ist sondern krankhaft. Ich kenne auch andere „unordentliche“ Menschen aber das finde ich schon noch im „Rahmen“. Das mit meiner Mutter ist doch eine andere Liga wie ich finde aber ich wenn man von außen wirklich nichts ändern kann werde ich mal versuchen mich damit zu arrangieren - auch wenn ich schon beim Schreiben dieses Vorsatzes Bauchweh bekomme.

Gruß

___
Khi

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hallo KHI,

ich sehe das ein wenig anders als die anderen beitragsantworter bisher.

meiner information nach ist es eine art sucht und eine sucht bzw. zwang und beides stellt eine erkrankung dar.

wenn du bei google mal bestimmte schlagworte eingibst wie - messi + Psychologie oder ähnliches, bekommst du eine menge seiten genannt.
eine wäre: http://persoenlichkeit-und-psyche.de/forum/index.php

ich weiss zwar, es gibt anlaufstellen für das problem und auch hilfe,
nur weiss ich nicht wer, wie, wo.

ich würde mich hier intensiv auf die suche machen, da ich nicht denke, das weitere unterhaltungen wie bisher abgelaufen für deine mutter eine hilfe sind. sie schützt ihre position und so denke ich, wie bei anderen „störungen“ auch, nutzt es nichts, wenn man subjektiv offensichtliches aufzeigt und sich erhofft den anderen zu erreichen.

wichtig ist, dass du dich umfassend informierst bevor du wieder an deine mutter herantrittst, nicht nur über die art des herantretens sondern auch über möglichkeiten, hilfen etc. - ihr also mit fakten
kommst, am besten ausgedruckt, schwarz auf weiss, damit sie in ruhe
und für sich allein lesen kann und selbst entscheiden kann, wo sie
hin will. letztlich aber kannst man sie nicht zwingen.

würde sie auch dann nicht erreichbar sein, bleibt dir nur für dich selbst zu entscheiden wie du damit umgehen willst (z.b die wohnung
nicht mehr zu betreten - ihr das nat. mitzuteilen). damit würdest
du die lage nat. nicht ändern, dich aber ein stück weit schützen
und meiner ansicht auch deiner mutter ein signal senden, das hier
„etwas“ nicht stimmt und du das nicht mehr mittragen willst und
kannst.

ich würde mich nat. auch umfassend informieren über die umstände,
die zu solchen verhaltensweisen führen und deren verlauf. hier
könnten wichtige informationen auf die warten, die dir auch über
das akute problem hinaus im umgang mit deiner mutter helfen könnten.

vielleicht gibt es ja sogar bei der stadt eine beratungsstelle,
würde jedenfalls alle register fahren, mich also wirklich schlau
machen.

leider kann ich dir nicht nützlicheres mitteilen. aber evtl motiviert
dich ja wie ich darüber denke - was nicht zuletzt mit der einen oder
anderen doku im TV zu tun hat, bei der es um messis ging. richtig gut
ging es übrigens keinem. aber anstatt das nun auszuführen schlage ich vor, du beliest dich. das ist sinnvoller als infos aus 3, 4, 5 hand…

LG
nina

Servus zusammen!

Servus Khi

Ich brauche dringend Hilfe! Meine Mutter ist ein Messie wie er
im Buche steht.

Warum brauchst Du gerade jetzt, zu DIESEM Zeitpunkt DRINGEND Hilfe?
Das Messietum Deiner Frau Mutter hat sich ja nun offenbar seit vielen Jahren abgezeichnet. Warum nervt es Dich gerade jetzt so?
Ich habe den Eindruck, dass man hier von außen die ganze Beziehungs-Dynamik zwischen Dir und Deiner Mutter und der Großmutter überhaupt nicht übersehen oder beurteilen kann. Da scheint mir doch der „Teufel im Detail“ zu stecken oder auf einem „Nebenkriegsschauplatz“ zu wohnen.
Wie Du an den vielen, zum Teil skeptischen Kommentaren hier sehen kannst, geht es um weit mehr als um die Messie-Wohnung Deiner Mutter. Es scheint mir um das gesamte Beziehungsgefüge zu gehen. Deshalb rate ich Euch allen zu einer Art Familientherapie. Wenn Mutter da nicht mitmachen will, kannst Du auch erstmal alleine einen Therapeuten aufsuchen. Alles andere ergibt sich dann.
Gruß,
Branden

Hallo an alle,

ich kann die Sache ein wenig verstehen, habe einen Messie mal kurz gekannt und der sauberste bin ich auch nicht. Und ich bin so glücklich, dass ich aus eigener Kraft meine Wohnung in Ordung halten kann, Dinge einfach im eBay verkaufe und somit loslassen kann.

Was mich an den Kommentaren stört:

Bitte ersetzt das Wort Messie durch Alkohol und dann lest die Sache nochmals. Dann frage ich mich, ob die Kommentare noch gleich ausfallen werden. Die Sache ist eine Sucht, genauso wie starker Internetkonsum eine Sucht ist.

Der Mutter sollte auf alle Fälle geholfen werden, wobei: wenn keine Selbsterkenntnis vorliegt, dann wird Sie dass sicher nicht zulassen.
Du mußt sicher noch warten, bis deine Mutter überhaupt nicht mehr in die Wohnung hinein kommt. Vlelleicht kannst Du ihr auch helfen indem Du ihr keine Vorwürfe machst sondern einfach einmal einen Tag mit Ihr einige Dinge ausräumst und besprichst, ob diese noch wichtig sind für ihr Leben.

Viele Grüße sendet,

Roland

Hallo Roland,
dann bin ich auch süchtig und zwanghaft und lehne entschieden jede Hilfe ab. Ich habe den Tick, meinen Besitz auf das Minimalste zu beschränken. Mir tut es richtig weh und es stört mich ganz entschieden, Sachen in meiner Wohnung zu haben, die ich nicht mindestens einmal die Woche benutze. Dh die fliegen dann sofort raus. Ich verstehe das durchaus als Tick, der anderen Leuten auf die Nerven geht. Ich verändere aber während des Auslebens dieses Zwanges, weder mein sonstiges Verhalten, noch meine Motorik oder Körperwerte.

Und da liegt für mich der entscheidende Unterschied. Ich bin dieser Tick, genauso wie meine Mutter ein Mensch mit einem sehr erweiterten Sammeldrang ist.

Und daher finde ich nicht, dass man Drogenabhängigkeit mit diesem Verhalten vergleichen sollte.
P

Hallo Khi,

Echt? Ist es so einfach? Ihr Problem und fertig?

Ja.

Krimskrams sind in ihrem Fall keine wertvollen Raritäten
sondern irgendwelcher unnützer Plastikkram, Werbegeschenke,
tausende von Prospekten, altes Kochgeschirr, alte Kleidung
etc. Und es ist nicht so, dass sie vielleicht ein bisschen
zuviel behält sondern die Räume stehen wirklich VOLL BIS UNTER
DIE DECKE. Das ist keine Übertreibung. Selbst mein altes
Zimmer ist inzwischen vollgestellt.

Bei meinem letzten großen Umzug musste ich (aus meiner Sicht) viele Mülltüten nachkontrollieren, da „hilfreiche“ Helfer vieles weggeworfen hätten, was für sie nicht erkennbar „aufbewahrenswert“ war.
Z.B. ein Deutsch-Türkisches Wörterbuch in Alt-Deutscher-Schrift, Kommentar auf meine Frage weshalb das weg soll: Das kann keiner lesen, und Türkische sprichst du ja auch nicht.
Aber, ich habe vor 30 J. eine Türkeireise gemacht und mein damaliger Bio-Lehrer hatte mir dieses Buch empfohlen und einige Bemerkungen hineingeschrieben, für mich sind das unersetzliche Erinnerungen, auch wenn es kein anderer versteht.
Ich habe als Student ALLES fotokopiert, was mir interessant erschien.
Hm, natürlich habe ich davon später nicht alles benötigt, aber ich habe alte Kopien, nach ca. 20 J., benutzt um Recherchen zu machen, sie waren für mich wertvoll (und haben auch zu einer Patenanmeldung geführt).
ICH SCHMEISSE NICHTS WEG.
Ich grüble noch was ich dir raten kann.
Erstmal liebe Grüße und nimm´s nicht so schwer, wir kriegen´s hin.
Gruß Volker

Hallo Martin,

meine ersten Gedanken beim Stichwort Messi sind Sammeln und Müll. Eben alles durcheinander, ggf. Essensreste gut verdeckt durch sonstige Dinge. Deswegen würde ich deine Fragen jetzt so beantworten:

Was ist dein Schaden?

Man ekelt sich vielleicht unbewußt vor der eigenen Mutter und man schämt sich für sie. Das wiederum ist beschämend für einen selbst, denn es „gehört“ sich einfach nicht, sich für seine Eltern zu schämen. Eltern sollten ja eigentlich Respektspersonen sein, sie haben uns schließlich das Leben geschenkt und uns großgezogen.

Was ist der Schaden für den Wohnungseigentümer?

Wenn es auch um Müll und sonstigen Unrat geht kann das durchaus Getier anlocken, abgesehen von Schimmel, Geruch etc… Das kann den Wert einer Wohnung dauerhaft mindern oder wenigstens nach Auszug hohe Renovierungskosten verursachen.

Was ist der Schaden für die beschriebene Person?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sonderlich gesund ist mit Kakerlaken und sonstigem Getier zusammenzuleben, Schimmelsporen einzuatmen etc.
Außerdem kann derjenige sich durchaus bewusst sein, dass er ein Problem hat, findet aber keine Möglichkeit das allein zu bewältigen. (Und vor der Tochter wird das Problem vielleicht als Scham bestritten)

Und, etwas allgemeiner: Wie genau sind die Kriterien für
„normales Leben“ definiert, die es erlauben, einen Menschen
anzupassen, wenn er sie nicht erfüllt?

„Normales Leben“ ist breit gefächert, aber wenn jemand seine Wohnung nur noch zur Hälfte oder noch weniger benutzen kann, weil sonst alles mit Dingen vollgestapelt ist (wohl gemerkt vollge_stapelt_, nicht „viel Krimskrams, nett positioniert“), die jeder andere wegwerfen würde sollte man zumindest hellhörig werden. Ich kann mir nämlich durchaus vorstellen, dass Menschen, die im Mittleren Alter so beginnen später ziemlich verwahrlosen, weil sie irgendwann nicht mehr wissen wo man das Aufräumen anfangen soll usw.
Da die Fragestellerin hier schreibt, dass es ihr schon als Kind peinlich war nehme ich einfach mal an, dass der „Sammeltrieb“ ihrer Mutter über das „normale“ hinausgeht. Schließlich ist man als Kind in der Regel recht tolerant den Eltern gegenüber und denkt zunächst mal so wie es zu Hause ist ist es normal. Wenn also nun schon das Kind merkt, dass das wohl doch nicht so normal ist sollte man diese Bedenken imho ernst nehmen. Und ich kann die Fragestellerin durchaus verstehen, ich wäre wohl genauso besorgt wie sie. Man will eben einfach nicht, dass die eigenen Eltern verwahrlosen.

Grüße,
Sue

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Hallo Pat,

dann bin ich auch süchtig und zwanghaft und lehne entschieden
jede Hilfe ab. Ich habe den Tick, meinen Besitz auf das
Minimalste zu beschränken.

deine Mutter hat also den Sammeltrieb, der dir zu schaffen machte und deswegen machst du genau das Gegenteil. Gibt es ja afaik öfter, dass die Kinder entweder genauso werden wie die Eltern oder das genaue Gegenteil.
Ein Kind aus einer Alkoholikerfamilie wird wohl entweder selbst Alkoholiker oder es achtet sehr auf den Alkoholkonsum, aber ein „normales“ Verhältnis wird es zum Alkohol wohl niemals haben (ich sehe das bei mir und meinen Geschwistern). Ein Kind aus einer überaus sauberen Familie (Mutter mit „Putzzwang“) wird später entweder selbst sehr reinlich oder sehr schlampig, quasi als späte Rebellion gegen die Reinlichkeit früher.

Mir tut es richtig weh und es stört
mich ganz entschieden, Sachen in meiner Wohnung zu haben, die
ich nicht mindestens einmal die Woche benutze. Dh die fliegen
dann sofort raus.

Genauso wie deine Mutter es wohl nicht erträgt Sachen wegzuwerfen, du bist also genau das Gegenteil von ihr.

Und da liegt für mich der entscheidende Unterschied. Ich bin
dieser Tick, genauso wie meine Mutter ein Mensch mit einem
sehr erweiterten Sammeldrang ist.

Die Frage ist nur, ob du deinen Tick so entwickelt hättest wenn sie ihren nicht gehabt hätte oder wenn dich das früher nicht so sehr gestört hätte.

Und daher finde ich nicht, dass man Drogenabhängigkeit mit
diesem Verhalten vergleichen sollte.

Ich finde schon man kann es vergleichen. Der Raucher weiß, dass Rauchen schädlich ist, kann aber nicht davon lassen (obwohl es durchaus möglich ist den körperlichen Entzug zu schaffen, aber der Kopf spielt halt bei den meisten nicht mit), der Messi weiß, dass es nicht gut ist die Wohnung bis an die Decke vollzustopfen (er wird wohl selbst merken, dass es schwierig wird an Schränke o.ä. ranzukommen, wenn davor zu viel Zeug liegt; er merkt, dass Essen anfängt zu stinken, wenn man es nicht entsorgt u.ä.) und kann sein Verhalten trotzdem nicht ändern.

Grüße,
Sue

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Hallo Sue,
Es ist leicht zu sagen, dass meine Mutter den Sammeltick hat und deswegen bin ich so wie ich bin. Mag sein, vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich mehrere Jahre aus dem Rucksack gelebt habe und daher ein anderes Verhältnis zu Besitz habe. Definitiv ein ganz großer Teil von meinem „Zwang“ liegt in meinem großem Wunsch nach schnell möglicher Mobilität.

Was ich aber eigentlich sagen will ist, ich habe für mich eine funktionierende strategie gefunden mit der ich mein Leben lebe. Andere nennen das Tick. Ich finde mich „clever“. Meine Mutter hat eine andere Strategie mit der sie prima durchs Leben kommt. Wir mögen beide für Leute mit noch anderen Strategien als krank aussehen. Ich weiß für mich, dass mein Verhalten für niemanden schädlich ist. So wie meine Mutter niemandem schadet. Sie würde Dich vollkommen verständnislos anstarren, wenn Du sagst „Es ist nicht gut, die Wohnung vollzustopfen“ Das ist für sie sehr wohl gut.

Meiner Ma und ich leben einfach unseren Normalzustand.

Ein Drogenabhängiger dagegen versetzt sich aus dem Normalzustand in dem er sich befindet in andere Zustände.
P

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Tach!

Man ekelt sich vielleicht unbewußt vor der eigenen Mutter und
man schämt sich für sie. Das wiederum ist beschämend für einen
selbst, denn es „gehört“ sich einfach nicht, sich für seine
Eltern zu schämen. Eltern sollten ja eigentlich
Respektspersonen sein, sie haben uns schließlich das Leben
geschenkt und uns großgezogen.

joah - aber die Eltern sind keineswegs dazu gezwungen Respektpersonen zu sein - jeder muß damit klarkommen, das auch seine Eltern (wie alle anderen auch) das Recht auf ein verkorkstes Leben haben.

Was ist der Schaden für den Wohnungseigentümer?

[…]
Schimmelsporen einzuatmen etc.

Hmmm? Ich habe schon öfter in Messiewohnungen gelebt, aber Ungeziefer gab es da keins - das ist viel seltener, als man annehmen könnte.
Und wenn man Essenreste nicht in irgendwelchen abgeschlossenen Behältern rumfliegen läßt, schimmeln die viel seltener als man so als Normalsterblicher denkt … sie trocknen ein, und schimmeln dann nicht.
Ansonsten sind Kakerlaken AFAIK nicht so besonders infektiös, nur „eklig“.

Die Wohnsubstanz wird dadurch auch nicht angegriffen, wenn man nicht gerade irgendwo Wasser stehen hat.

Alle vermüllten Wohnungen, aus denen ich ausgezogen bin, ließen sich relativ mühelos wieder in den Urzustand bringen.

Naja, den Rest schreibe ich in meinem eigenen Antwortposting …

Grüßlis!
Scrabz aka Philipp (aka Drache).

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