Hiroshima - das kleinere Übel?

Hi!

Vielleicht kann mir ja jemand heut abend noch helfen?
Wär echt toll…

wir sollen im Englischunterricht morgen ein Kurzreferat über Hiroshima halten. Dabei sollen wir ein provokatives Statement wählen und das näher erläutern.
Meine Partnerin und ich haben uns für „Hiroshima - das kleinere Übel?“ entschieden.
Nun ja… das auszuführen ist allerdings gar nicht so einfach.
Gemeint ist damit, dass durch den Abwurf der Atombomben der zweite Weltkrieg beendet wurde und somit weitere Todesopfer durch den Krieg verhindert wurden. Das ist die eine Seite, die andere ist halt…nun ja… dass es eine grausame Tat war…

Wie seht ihr das? Fällt euch noch etwas dazu ein?

Ich würde mich sehr freuen,

dankeschön,

Grüße,
Leah

Hallo

wir sollen im Englischunterricht morgen ein Kurzreferat über
Hiroshima halten. Dabei sollen wir ein provokatives Statement
wählen und das näher erläutern.
Meine Partnerin und ich haben uns für „Hiroshima - das
kleinere Übel?“ entschieden.

Das ist exakt die Truman-Propaganda.

Nun ja… das auszuführen ist allerdings gar nicht so einfach.

Oh doch.

Gemeint ist damit, dass durch den Abwurf der Atombomben der
zweite Weltkrieg beendet wurde und somit weitere Todesopfer
durch den Krieg verhindert wurden.

Du meinst, mit dem Tod von 300,000 Zivilisten
wurde der Tod von 10,000 Soldaten „verhindert“?

Das ist die eine Seite, die andere ist
halt…nun ja… dass es eine grausame Tat war…

Eine Frage am Rade, die OT ist, aber mich
hier interessiert: Was war Deiner Meinung nach
„grausamer“, wenn Deutsche Beamte früh mit dem Fahrrad
zur Arbeit ins Konzentrationslager fahren, aus einem
Zug 900 Leute nach links und 100 Leute nach rechts
schicken und dann das Zeichen zum Abmarsch für die 900
in Richtung „Waschbaracke“ gibt, während ein Mädchen-
orchester schöne Deutsche Volksmusik spielt
(und das beinahe jeden morgen); –

oder die absolute Verschonung einer japanischen Grosstadt,
um sie zur besseren Prüfung der Waffenwirkung vollständig
verbrennen zu können - und über der man dann in
mathematisch optimal berechneter Höhe eine Waffe
zündet, die diese Stadt mit einem Schlag völlig ausbrennt?

Wie seht ihr das? Fällt euch noch etwas dazu ein?

Für den Unterricht ist es sicher egal, aber für
Dich persönlich solltest Du etwas mehr versuchen,
die Hintergründe zu verstehen. Japan war am
Ende. Die Russen griffen Japan an. Die USA
wollte, dass Japan gegen sie selbst
kapituliert. Gleichzeitig war das ein
deutliches Signal gegen die Russen:
„Ihr habt viele Panzer - aber! Seht,
was wir unseren Feinden antun!“

Und diese zwei Punkte sind imho ausschlaggebend,
denn ansonsten. „Lenin in Japan und China (und Korea)“.

Grüße

CMБ

Hi!

Danke für Deine Antwort!

Also erstmal… ich hatte nicht vor, den Atombombenabwurf zu rechtfertigen. Es geht nur darum, eine provokative (!) These aufzustellen…

Hallo

wir sollen im Englischunterricht morgen ein Kurzreferat über
Hiroshima halten. Dabei sollen wir ein provokatives Statement
wählen und das näher erläutern.
Meine Partnerin und ich haben uns für „Hiroshima - das
kleinere Übel?“ entschieden.

Das ist exakt die Truman-Propaganda.

Nun ja… das auszuführen ist allerdings gar nicht so einfach.

Oh doch.

Gemeint ist damit, dass durch den Abwurf der Atombomben der
zweite Weltkrieg beendet wurde und somit weitere Todesopfer
durch den Krieg verhindert wurden.

Du meinst, mit dem Tod von 300,000 Zivilisten
wurde der Tod von 10,000 Soldaten „verhindert“?

Woher weißt Du, dass „nur“ 10 000 Soldaten im weiteren Verlauf gestorben wären?

Das ist die eine Seite, die andere ist
halt…nun ja… dass es eine grausame Tat war…

Eine Frage am Rade, die OT ist, aber mich
hier interessiert: Was war Deiner Meinung nach
„grausamer“, wenn Deutsche Beamte früh mit dem Fahrrad
zur Arbeit ins Konzentrationslager fahren, aus einem
Zug 900 Leute nach links und 100 Leute nach rechts
schicken und dann das Zeichen zum Abmarsch für die 900
in Richtung „Waschbaracke“ gibt, während ein Mädchen-
orchester schöne Deutsche Volksmusik spielt
(und das beinahe jeden morgen); –

oder die absolute Verschonung einer japanischen Grosstadt,
um sie zur besseren Prüfung der Waffenwirkung vollständig
verbrennen zu können - und über der man dann in
mathematisch optimal berechneter Höhe eine Waffe
zündet, die diese Stadt mit einem Schlag völlig ausbrennt?

Äh… du stellst Fragen.
Ich frage mich, ob man wirklich eine Grausamkeitsskala aufstellen sollte…

Aber ich persönlich glaube, dass es schwer ist, den Holocaust an Unmenschlichkeit zu übertreffen.
Oder meinst Du jetzt in Bezug auf exakt die Szene, die Du beschrieben hast?
Das wäre allerdings etwas seltsam…

Wie seht ihr das? Fällt euch noch etwas dazu ein?

Für den Unterricht ist es sicher egal, aber für
Dich persönlich solltest Du etwas mehr versuchen,
die Hintergründe zu verstehen. Japan war am
Ende. Die Russen griffen Japan an. Die USA
wollte, dass Japan gegen sie selbst
kapituliert. Gleichzeitig war das ein
deutliches Signal gegen die Russen:
„Ihr habt viele Panzer - aber! Seht,
was wir unseren Feinden antun!“

Und diese zwei Punkte sind imho ausschlaggebend,
denn ansonsten. „Lenin in Japan und China (und Korea)“.

Grüße

CMБ

Also ich hab eigentlich ein gutes Allgemeinwissen :wink: aber alles kann ich nu auch net wissen… (leider leider!!)
Aber Du hast Recht… man sollte sich immer versuchen, so komplex wie möglich zu informieren und es interessiert mich ja auch.

Jedenfalls waren meiner Partnerin und mir auch nicht mehr Pro-Punkte eingefallen, als „Der zweite Weltkrieg wurde beendet“… und das wär ja ein bisschen wenig… nun ja… obwohl… wenns nicht mehr gibt…gibts nicht mehr…

oder würdet ihr den Punkt: Die Auswirkungen einer Atombombe waren anschließend bekannt unter „Pro“ einordnen.
(Ja, klingt herzlos, aber ihr wisst vielleicht, was ich meine…).

Grüße,
Leah

Hallo,

der Krieg war für Japan zu dieser Zeit eh schon verloren.
Militärisch war die Verbichtung der beiden Städte wertlos. Es gab da weder eine nenneswerte Rüstungsproduktion, deren Fehlen sich innerhalb der nächsten Wochen ausgewirkt hätte noch eine Konzentration von Militär. Einzig und allein der moralische Effekt war da - und auch der hat ja nicht zur sofortigen Kapitulation geführt. Am Ende kapitulierte Japan ja wegen der Unmöglichkeit, den krieg militärisch entscheiden zu können und nicht wegen der beiden zerstörten Städte.

Die Hunderttausende mußten allein aus einem einzigen Grund sterben - es galkt die Russen zu beeindrucken. Die USA wollten sich als militärisch eindeutig ü+berkegen in Scene setzen. Der Abwurf der Bomben war mehr Nachkriegspolitik als Kriegsentscheidung.
Und als solcher ging er schief, weil er nur dazu geführt hat, daß Die Russen noch verbissener selber nach der Bombe gesucht haben. Aber das werden die blöden Amis nie begreifen - mit der Drohung durch eine Superwaffe und durch einen Angriff erzeugt man keinen Gehorsam, sonmdern nur die Suche nach einem eigenen militärischen Ausweg.

Gernot Geyer

hab noch einen
Hi!

Mir ist noch ein Pro-Punkt eingefallen…

Also, da die Auswirkungen der Atombombe nun bekannt waren, wurde die Eskalation im Kalten Krieg verhindert.
Ansonsten hätte man vielleicht schneller auf den roten Knopf gedrückt…

was meint ihr?

LG,
Leah

Vielleicht kann mir ja jemand heut abend noch helfen?
Wär echt toll…
wir sollen im Englischunterricht morgen ein Kurzreferat über
Hiroshima halten. Dabei sollen wir ein provokatives Statement …

Hallo Leah,
w-w-w ist kein Hausaufgabenbrett. Bei der Startseite und bei der Anmeldung erscheinen die Netiquette des Forums: http://www.wer-weiss-was.de/content/n… Beachte insbesondere Pkt. 17 des Leitfadens.
Du suchst nach Informationen und erhältst hier auf die Schnelle nur Meinungen. Versuche es demnächst früher. Dann wird dir hier im Forum noch lieber geholfen und du kannst dir aus der Fülle der Meinungen ein eigenes Bild machen. Oder interessiert dich das überhaupt nicht?
Mit freundlichen Grüßen
Ulf

Hi!

Hä?

Ich hab doch gar nicht nach Hausaufgaben gefragt…
ich habe mir bereits eigene Gedanken gemacht und wollte mir lediglich Anregungen bzw. Meinungen einholen.
Abgesehen davon interessieren mich alle geschichtlichen Dinge auch privat…

Grüße,
Leah

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

1 „Gefällt mir“

Hallo Lea

Die Nützlichkeit und die Grausamkeit dieses Aktes, bezeichnet lediglich die Position der Betroffenen.

Mach einen weiteren Schritt darüber hinaus. Rücke die Fragwürdigkeit des Krieges ins Licht. Hebe die Möglichkeit von Gewaltlosigkeit zwischen Völkern und Individuen hervor.

gruß
rolf

Servus!

Nicht, dass ich die Atombombenabwürfe verteidigen will. Nur - der Historiker verurteilt nicht, er versucht zu begreifen, und daher versucht er sich in die damaligen Köpfe hineinzuversetzen.
Und da kann ich mir vorstellen, dass die USA damals ganz anders dachten als Du heute - u.a. fällt mir dazu ein, dass man gar nicht einschätzen konnte, was man da eigentlich tat. Bei den ersten Tests hatte man ja auch US-Soldaten um den Testplatz postiert, weil man sehen wollte, ab wann es die Männekens umbläst…
Die Amis glaubten damals noch, dass sie halt einfach eine Megariesensuperbombe hätten, mit der sowohl Japaner als auch Russen SO beeindruckt wären, dass die einen endlich aufgeben und die anderen in Zukunft nicht aufmucken. Die Verstrahlung unterschätzte man - damals noch.
Um´s mal provokant zu formulieren (und um Provokation ging´s ja in diesem Thread von Anfang an): Von der Motivation her sind die Atombombenabwürfe durchaus auch mit der Bombardierung Dresdens oder Hamburgs zu vergleichen. Und die Amis dachten 1945 garantiert auch in diesen Bahnen: Die Zermürbungstaktik per Städtebombardierung hatten sie
schon in Deutschland angewandt. Nur hatten sie jetzt eine Bombe, die die vielen gefährlichen Flüge über feindliches Gebiet überflüssig machte. Ein Flugzeug, eine Bombe - gleicher Effekt.
Wie gesagt: Ich verteidige hier nichts. Eine militärische Führung, die ihre Soldaten schon seit langem verheizt, durch die Bombardierung von Zivilisten zum Aufgeben zwingen zu wollen, das ist hirnrissig (oder zeugt von Verzweiflung auf Seiten des Bombenwerfers) und ein Kriegsverbrechen, im Fall Dresden genauso wie in Hiroshima. Mir geht´s hier darum, die Motivation der Amis zu verstehen, die zu dem Verbrechen geführt hat.

der Krieg war für Japan zu dieser Zeit eh schon verloren.

Nur, von den Deutschen wusste man, wie lange sich so ein eh schon verlorener Krieg noch hinziehen konnte, wenn der Verlierer das partout nicht einsehen will. Schon beim „Inselhüpfen“ hatten die Amis ja die Erfahrung gemacht, dass Japaner im Zweifelsfall bis zum allerletzten Mann kämpfen. Is also kein Argument, den Amis den ganz schwarzen Peter zuzuschieben.

Militärisch war die Verbichtung der beiden Städte wertlos. Es
gab da weder eine nenneswerte Rüstungsproduktion, deren Fehlen
sich innerhalb der nächsten Wochen ausgewirkt hätte noch eine
Konzentration von Militär.

Äh?
Lies mal:
http://de.wikipedia.org/wiki/Atombombenabwurf_auf_Hi…
http://de.wikipedia.org/wiki/Nagasaki
Da steht: Nagasaki war Rüstungsschwerpunkt. Die Mitsubishi-Werke stellten Waffen her, in Nagasaki war ein Großteil der japanischen Flotte gebaut worden, und die Stadt war DER Ölhafen an der japanischen Westküste - im Japanischen Meer gibt´s Ölvorkommen, die damals ausgebeutet wurden und Japans einzige damals noch erreichbare Vorräte darstellten.
Hiroshima war Truppensammelpunkt, Hauptquartier der Seestreitkräfte und ebenfalls Rüstungsschwerpunkt (Mitsubishi-Werften).

Einzig und allein der moralische Effekt war da

Der war AUCH da - wobei ich nicht entscheiden will, welcher der verschiedenen Aspekte, die die USA zum Abwurf bewogen haben, wichtiger war. Die Masse hat´s halt gemacht. Man konnte dem Gegner empfindlich schaden und ihn moralisch fertig machen. Und gleichzeitig noch Stalin beeindrucken, damit er in Ostasien nicht zuviel fordert (die Kurilen hatte er ja noch schnell besetzt, und es stand zu fürchten, dass er noch mehr forderte)

  • und auch der hat ja nicht zur sofortigen
    Kapitulation geführt. Am Ende kapitulierte Japan ja wegen der
    Unmöglichkeit, den krieg militärisch entscheiden zu können und
    nicht wegen der beiden zerstörten Städte.

Japan kapitulierte 6 Tage nach Nagasaki! Ich denke schon, dass das mit dem Abwurf der A-Bomben zu tun hatte…

Die Hunderttausende mußten allein aus einem einzigen Grund
sterben - es galkt die Russen zu beeindrucken. Die USA wollten
sich als militärisch eindeutig ü+berkegen in Scene setzen. Der
Abwurf der Bomben war mehr Nachkriegspolitik als
Kriegsentscheidung.

Hätte Churchill die Bombe geworfen, würde ich dir zustimmen. Die USA hatten zwar auch schon spitzgekriegt, wes Geistes Kind Stalin war, aber deren Nachkriegspolitik begann so richtig erst nach dem Krieg, und war eine Reaktion darauf, dass Stalin während des Krieges was anderes sagte als er nach dem Krieg machte.

VG
Christian

Hallo,

Also erstmal… ich hatte nicht vor, den Atombombenabwurf zu
rechtfertigen.

Es gibt sogar viele Historiker, die das
mehr oder weniger „blumig“ versuchten
oder versuchen. Das kann daher kein
Vorwurf an Dich sein.

Es geht nur darum, eine provokative (!) These
aufzustellen…

Die These ist so „provokant“ wie ein
silbrig eingepackter Ziegenkäse im
Supermarkt. Ich habe diese These schon
10,000 mal gehört :wink:

Du meinst, mit dem Tod von 300,000 Zivilisten
wurde der Tod von 10,000 Soldaten „verhindert“?

Woher weißt Du, dass „nur“ 10 000 Soldaten im
weiteren Verlauf gestorben wären?

Ja, ich kenne die „Hochrechnungen“ der damaligen
amerikanischen Militärgeheimdienste im groben.
Da werden schon ganz andere Zahlen genannt.
Die wurden so „berechnet“, wie die Software-
industrie heute ihre „Verluste“ durch Raub-
kopierer berechnet. Aber nichtmal die füh-
renden US-Generäle haben damals an solche
Zahlen geglaubt.

Zum einen, weil eine solch enorme jap. Truppen-
konzentration bei der völlig desolaten Versorgungs-
lage innerhalb von 3 Wochen auf Knieen angekrochen
kommt. Es gab daher auch die (neuere) Strategie
Le May’s, einfach die wichtigsten Brücken und
Strassen zu zerstören. Das hätte in Japan fata-
le Auswirkungen, weil die Nahrung aus dem Norden
kommt. Dies tat man nicht!

Eine Frage am Rade, die OT ist, aber mich
hier interessiert: Was war Deiner Meinung nach
„grausamer“, wenn Deutsche Beamte früh mit dem Fahrrad

oder die absolute Verschonung einer japanischen Grosstadt,
um sie zur besseren Prüfung der Waffenwirkung vollständig
verbrennen zu können - und über der man dann in

Aber ich persönlich glaube, dass es schwer ist, den Holocaust
an Unmenschlichkeit zu übertreffen.

Ich wollte genau darauf hinaus. Beides sind imho
Verbrechen gegen die Menschheit.

Oder meinst Du jetzt in Bezug auf exakt die Szene, die Du
beschrieben hast? Das wäre allerdings etwas seltsam…

Während die unterschiedslose (unbeteiligte) Verbrennung
100,000’er in Japan „ohne Kontakt“, aus der Ferne,
geschah, wurden die Opfer in den KL zumindest
wahrgenommen. Nach diesem Gedanken wäre
also der KL-Tod durch Verbrennen, in dem Täter
und Opfer eine Position zueinander einnehmen,
„menschlicher“. Wie sähest Du das?

Jedenfalls waren meiner Partnerin und mir auch nicht mehr
Pro-Punkte eingefallen, als „Der zweite Weltkrieg wurde
beendet“… und das wär ja ein bisschen wenig… nun ja…
obwohl… wenns nicht mehr gibt…gibts nicht mehr…

Das stimmt iirc nicht einmal so. Der Krieg wurde
nicht unbedingt durch die „Atombombe“ beendet; noch
konnten das die Amerikaner vorher wissen oder vermuten -
auch wenn hier eine Kausalität vorzuliegen scheint.

Es kann ursächlich damit zu tun haben,
aber danzu müsste man die Positionen und Einflüsse
der Führngsmitgieder der japan. Elite kennen.

„Der Krieg wurde durch die Atombombe beendet“ ist
einfach eine nachträgliche Rechtfertigung im
Angesicht des von einem selbst ausgelösten Grauen.

Grüße

CMБ

3 „Gefällt mir“

Hallo Leah,

hier noch eine Ergänzung:

  • Aug. 6, 1945 - Hiroshima (http://de.wikipedia.org/wiki/Little_Boy)

  • Aug. 8, 1945, a week before Japan’s surrender
    in World War II, 1.5 million Soviet troops
    launched a massive surprise attack against
    Japanese occupation forces in northern China and
    Korea, an area the size of Western Europe.
    (http://goldsea.com/Asiagate/508/08soviet.html)

  • Aug. 9, 1945 - zum ersten mal trifft sich das
    jap. Kriegskabinett (die „Grossen 6“), Kantaro,
    Shigenori, Korechika, Mitsumasa, Yoshijiro, Soemu
    zum Thema „Kapitulation“.
    Die „Grossen 6“ diskutieren ernsthaft über Konditionen
    über die Beendigung des Krieges. Das Ende des Krieges
    und einige „Bedingungen“ wurden einstimmig beschlossen.
    (nach ISBN: 342627325X Buch anschauen)

Nur noch so als Anmerkung …

Grüße

CMБ

Atombomben hatten nichts mit der
japanischen Kapitulation zu tun“?

Das wäre doch mal ein frisches
Produkt im Supermarkt :wink:

Grüße

CMБ

1 „Gefällt mir“

Hallo CM5,

Es geht nur darum, eine provokative (!) These
aufzustellen…

Die These ist so „provokant“ wie ein
silbrig eingepackter Ziegenkäse im
Supermarkt. Ich habe diese These schon
10,000 mal gehört :wink:

Du meinst, mit dem Tod von 300,000 Zivilisten
wurde der Tod von 10,000 Soldaten „verhindert“?

Woher weißt Du, dass „nur“ 10 000 Soldaten im
weiteren Verlauf gestorben wären?

Ja, ich kenne die „Hochrechnungen“ der damaligen
amerikanischen Militärgeheimdienste im groben.
Da werden schon ganz andere Zahlen genannt.
Die wurden so „berechnet“, wie die Software-
industrie heute ihre „Verluste“ durch Raub-
kopierer berechnet. Aber nichtmal die füh-
renden US-Generäle haben damals an solche
Zahlen geglaubt.

Zum einen, weil (…)

10.000 scheint für Dich ja so etwas wie die zentrale Zahl zu sein … eine Zahl universeller Gültigkeit sozusagen.

Und ach … wärest Du nicht Russe sondern Indianer, so hießest Du nicht Semjon Michailowitsch, sondern der, der auf die Kacke haut.

Gruss Jacobias

Hallo Leah,

Hi!

Vielleicht kann mir ja jemand heut abend noch helfen?

Das wird wohl nichts mehr.

wir sollen im Englischunterricht morgen ein Kurzreferat über
Hiroshima halten. Dabei sollen wir ein provokatives Statement
wählen und das näher erläutern.
Meine Partnerin und ich haben uns für „Hiroshima - das
kleinere Übel?“ entschieden.
Nun ja… das auszuführen ist allerdings gar nicht so einfach.
Gemeint ist damit, dass durch den Abwurf der Atombomben der
zweite Weltkrieg beendet wurde und somit weitere Todesopfer
durch den Krieg verhindert wurden. Das ist die eine Seite, die
andere ist halt…nun ja… dass es eine grausame Tat war…

Wie seht ihr das? Fällt euch noch etwas dazu ein?

War es aber nicht trotzdem reiner Zufall, daß sich die Atombombenabwürfe als „kleineres Übel“ erwiesen haben? Genauso gut hätten die Japaner auch weiterhin Widerstand leisten können (so scheiterte z.B. ein Militärputsch nachdem die Kapitulationspläne bekannt wurden) und dann hätte man keine so schöne Begründung für die vielen Opfer gehabt.

In Großbritannien verloren 60.000 Zivilisten das Leben, weil Hitler und Göring der Meinung waren, die Bombardierung Londons und anderer Großstädte würde Großbritannien zur Kapitulation zwingen.

Deutschland kostete die Fehleinschätzung von „Butcher Harris“ ca. 500.000 Zivilisten das Leben, weil dieser dachte eine systematische und technisch-vollkommene Bombardierung würde Deutschland zu Kapitulation zwingen.

In beiden Fällen sollten militärische Opfer auf Kosten der Zivilbevölkerung vermieden werden, was allerding aus gutem Grund gegen sämtliche internationale Konventionen verstößt. Und nichts anderes tat auch die USA.

Hallo

10.000 scheint für Dich ja so etwas wie die zentrale
Zahl zu sein … eine Zahl universeller Gültigkeit sozusagen.

Ja, sowas wie die „40“ bei den Völkern Deines
Stammvaters Abraham und „42“ bei den Ägyptern.

Und ach … wärest Du nicht Russe sondern Indianer, so hießest
Du nicht Semjon Michailowitsch, sondern der, der auf
die Kacke haut
.

Fast richtig: „Xebitche – He who talks loud says nothing
wäre die richtige Antwort gewesen :wink:

Grüße

CMБ

2 „Gefällt mir“

Hallo!

auch wenn dein Referat nun schon vorbei ist, doch noch einige mehr oder weniger provokante Statements, die teilweise auch schon genannt wurden. Zunächst einige Fakten:

  1. Die Amerikaner hatten vorher in ungeheure verlustreichen Kämpfen die Japaner auf ihr Kernland zurückgedrängt. Eine Invasion dort, fürchtete man, würde bis zu 80.000 oder mehr tote Amerikaner kosten.
  2. Kaiser plus Regierung plus Generalität in Tokio wussten einige Tage gar nicht, was dort passiert war. Die Generalität hatte sich für Weiterkämpfen ausgesprochen. Erst ein Machtwort des Kaisers hat dann zur Kapitulation geführt.
  3. Es gab bekanntlich mehrere Alternativen, die Bombe einzusetzen: Neben dem, was dann passierte auch ein „Schauabwurf“ auf dem Meer vor Tokio, um den Japanern das Fürchten zu lehren.
  4. Trumann hat nach dem erfolgreichen Test der ersten Bombe in Nevada, was er auf der Reise nach Europa erfuhr, geglaubt, er könne Stalin mit der Aussage, was sie da haben, beeindrucken. Der hat dann aber nur mit den Schultern gezuckt. Natürlich war dann der Abwurf auf Hiroshima eindeutig gegen die Russen gerichtet!
  5. Die Japaner hatten keinerlei Luftabwehr mehr, die Amerikaner hatten die absolute und uneingeschränkte Lufthoheit.
  6. Nach der Testexplosion in Nevada (Juli 45) hatten die Amerikaner gerade noch zwei Bomben. Viel Spielraum für Experimente war da nicht mehr. Man wusste ja auch nicht, ob die beiden funktionieren werden.
  7. Viele Historiker sind heute der Meinung, dass das schlichter Völkermord war (wie Dresden auch).

Trotzdem nun meine provokanten Thesen:

  1. Man brauchte ein „lebendes Testobjekt“. Eine „Schauexplosion“ (siehe oben Nr. 3) hätte bei weitem nicht so viele „wissenschaftlich/militärische Erkenntnisse“ gebracht.
  2. Die Amerikaner haben bekanntlich nicht das geringste Gefühl für andere Denkweisen und Kulturen: Den Japanern ein Ultimatum mit bedingungsloser Kapitulation zu stellen, beruht auf einer grotesken Verkennung der japanischen Mentalität. Nach Lage der Dinge war eine japanische Kapitulation über kurz oder lang zu erwarten.
  3. Den Amerikanern war es ziemlich egal, was mit den „Japsen“ passiert, wieviel dabei ums Leben kommen. Das haben sie bekanntlich auch mit ihren eigenen Soldaten in den 50er Jahren gezeigt: Hunderte oder Tausende wurden bei Atomtests wissentlich verstrahlt, hatten Langzeitschäden. Bis vor kurzem oder gar bis heute laufen da noch Entschädigungsprozesse.
  4. Und jetzt noch ganz was Provokantes: Den Deutschen wird immer wieder angekreidet, dass sie im 1. WK Giftgas eingesetzt haben. Das war ohne wenn und aber eine Sauerei. Trotzdem muss man wohl mindestens ebenso den Amerikanern vorwerfen, sie haben als erste Massenvernichtungs-Waffen eingesetzt.

Traurige Grüße
Stucki

Hallo,

zu den Thesen:

  1. Man brauchte ein „lebendes Testobjekt“. Eine
    „Schauexplosion“ (siehe oben Nr. 3) hätte bei weitem nicht so
    viele „wissenschaftlich/militärische Erkenntnisse“ gebracht.

Das fiel wohl mehr oder weniger als Nebenprodukt mit ab. Natürlich wollten die Amerikaner wissen, welche zerstörung eine Bombe denn in einer Großstadt nun wirklich anrichtet. Aber ich denke, eine Untersuchung auf Langzeitgschäden war nicht so beabsichtigt - daß dioe solche Ausmaße annehmen würden und so lange nachwirken, damit hatte wohl echt niemand gerechnet. Da kann man den Amnerikanern höchstens vorwerfen, daß die Militärs diese Seite total unterschätzt und dur die direkte zerstörende Wirkung der Bombe gesehen haben, aber nicht, daß diese Langzeitfolgen so gewollt waren. (Ob die Wissenschaftler mehr gewußt bzw. geahnt haben, ist ne andere Sache - aber angesichts der Zerstörungskraft der Bombe dürfte auf die in dieser hinsicht keiner gehört haben.)

  1. Die Amerikaner haben bekanntlich nicht das geringste Gefühl
    für andere Denkweisen und Kulturen: Den Japanern ein Ultimatum
    mit bedingungsloser Kapitulation zu stellen, beruht auf einer
    grotesken Verkennung der japanischen Mentalität. Nach Lage der
    Dinge war eine japanische Kapitulation über kurz oder lang zu
    erwarten.

Das ist eindeutig der Fall. Und er ist erwiesen, daß sich die japanische Führung viel eher zu Verhandlungen bereit erklärt hätte, wenn die USA den bestand des japanischen Kaiserhauses garantiert hätten. Denn das war die größte Sorge des Kaisers und seiner Vertrauten.
Aber die USA bestanden auf eine bedingungslose Kapitulation - der tenno mußte also damit rechnen, entmachtet und u.U., sogar als Kriegsverbrecher verurteilt zu werden.
Da die Amerikaner aber die kaiserliche Dynastie hinterher wirklich bestehen ließen - sie existiert ja heute noch und der KLaiser ist niminell immer noch Staatsoberhaupt - hätte es die Amerikaner eigentlich nichts gekostet, da ein Entgegenkommen zu zeigen.
Aber wie gesagt - sie hatten keine Ahnung von der japanischen Mentalität und von dem inneren Kräfteverhältnis in Japan.

  1. Den Amerikanern war es ziemlich egal, was mit den „Japsen“
    passiert, wieviel dabei ums Leben kommen. Das haben sie
    bekanntlich auch mit ihren eigenen Soldaten in den 50er Jahren
    gezeigt: Hunderte oder Tausende wurden bei Atomtests
    wissentlich verstrahlt, hatten Langzeitschäden. Bis vor kurzem
    oder gar bis heute laufen da noch Entschädigungsprozesse.

Natürlich. Ein Amerikaner ist als Solcher schon was Besseres. Hast Du noch nicht gemerkt, daß Amerika immer erst kommt, wenn die Sache entweder schon entschieden oder zumindest eine totale materielle Überlegenheit garantiert ist? Die kämpfen mit Bomben - damit die Soldaten nicht zu nah an den Krieg ranmüssen. Und ob da ein par Tausend Unschuldige drauf gehen, ist allemal egal dabei.
Wenn das aber nicht fiunktioniert, und die Amis müssen echt in den Dreck - dann verlieren sie ja auch regelmäßig - siehe Vietnam und Korea.

  1. Und jetzt noch ganz was Provokantes: Den Deutschen wird
    immer wieder angekreidet, dass sie im 1. WK Giftgas eingesetzt
    haben. Das war ohne wenn und aber eine Sauerei. Trotzdem muss
    man wohl mindestens ebenso den Amerikanern vorwerfen, sie
    haben als erste Massenvernichtungs-Waffen eingesetzt.

Klar war es der Ersteinsatz einer Massenvernichtungswaffe und eigentlich wenig rühmlich in meinen Augen.
Allerdings steht uns Deutsche da auch echt nicht zu, uns aufs hohe Roß zusetzen, weil wir da selber genug Dreck am Stecken haben.

Gernot Geyer

Hallo,

Da kann man den Amnerikanern höchstens vorwerfen,
daß die Militärs diese Seite total unterschätzt und dur die
direkte zerstörende Wirkung der Bombe gesehen haben, aber
nicht, daß diese Langzeitfolgen so gewollt waren. (Ob die
Wissenschaftler mehr gewußt bzw. geahnt haben, ist ne andere
Sache - aber angesichts der Zerstörungskraft der Bombe dürfte
auf die in dieser hinsicht keiner gehört haben.)

Die Wissenschaftler haben schon mehr gewusst, schließlich haben sie jahrelang mit dem Zeug gearbeitet, einige sind auch verstrahlt worden und gestorben. Ich meine Leo Szilard war es, der dem berüchtigten „blauen Blitz“ bei seinen Experimenten ausgesetzt war und daran gestorben war.

Natürlich. Ein Amerikaner ist als Solcher schon was Besseres.

Nun ja, das die Amerikaner das so sehen, kann man ihnen in der Situation nicht verübeln. Das machen alle kriegführenden Staaten so, dass sie ihre eigenen Leute versuchen zu schützen.

Allerdings steht uns Deutsche da auch echt nicht zu, uns aufs
hohe Roß zusetzen, weil wir da selber genug Dreck am Stecken
haben.

Das will ich damit auf gar keinen Fall getan haben! Nur darf man die Dinge doch wohl nennen. Alfred Grosser hat bei anderer Gelegenheit gesagt (sinngemäß): „Nicht wegen Ausschwitz dürfen die Deutschen nichts sagen, gerade deswegen müssen sie etwas sagen!“ (zu den Verbrechen anderer).

Gruuß, Stucki

provokant??

Trotzdem nun meine provokanten Thesen:
2. Die Amerikaner haben bekanntlich nicht das geringste Gefühl
für andere Denkweisen und Kulturen:

  1. Den Amerikanern war es ziemlich egal…

„provokant“ heißt, daß man absichtlich GEGEN den mainstream stellt und auf harte weise „auch mal was ganz anderes“ hören läßt. was du vorführst, ist überhaupt nicht provokant, sondern würde von sehr vielen kopfnickend begrüßt. es gilt allgemein als anerkannt, daß amerikaner an sich eher schlecht als gut sind. kritik an selbigen gilt als normal. sogar pauschale verurteilungen wie „haben nicht das geringste gefühl“ sind absolut salonfähig. damit wirst du niemanden provozieren.

und das:

  1. Und jetzt noch ganz was Provokantes: Den Deutschen wird
    immer wieder angekreidet…

wird nicht selten zumindest klammheimlich oder anonym im internet kopfbenickt.

„provokant“ wäre etwas anderes: „der abwurf war eine völlig legitime kriegshandlung“ und „atomenergie allgemein ist wichtig und gut“ und „atombomben dienen dem schutz gegen den feind“ und „die japaner waren selbst schuld“. dann kannst du mal sehen, was provokant ist! :wink:

gruß
dataf0x

Dabei sollen wir ein provokatives Statement
wählen und das näher erläutern.

anscheinend haben hier alle das thema verfehlt! alle machen sich emsig daran, das geplante statement abzuschmettern LOL. dabei war es doch die AUFGABE, mit voller ABSICHT provokant zu sein!

also leah, dann mach mal munter los:

weiter unten habe ich ja schon ein paar tips gegeben, wie du mit sicherheit ein raunen im publikum erzeugen kannst:

zb. „der abwurf war nützlich, daher strategisch voll gerechtfertigt“ (weiter unten stehen schon ein paar argumente dafür).

aber um richtig zu provozieren würde ich das thema ausweiten und am besten sehr pauschal werden:

„atomenergie ist eine gute sache. atomwaffen sind wichtig und dienen der abschreckung.“

wenn das noch nicht genug ist, dann sage: „das leben des feindes ist immer weiter weg als das eigene.“

spätestens dann sollte sich der saal leeren.

und DANN, nur dann, war es provokant!!

(wenn du angst hast, man könnte meinen, das wäre deine meinung, bringe vorher einen disclaimer. das könnte deinem sozialen selbstmord zuvorkommen.)

viel spaß!

gruß
dataf0x