Historischer Ursprung religiöser Vorschriften

Solide Informationen - auch zum medizinischen Hintergrund -
findest Du bei
http://www.hagalil.com/judentum/koscher/schaechten.htm

Es handelt sich um Buchauszüge von Rabbiner Israel Levinger,
der zugleich promovierter Tiermediziner ist.

Viele Grüße

Iris

Liebe Iris :smile:

DANKE auch von meiner Seite !

Shalom
Dein Roland

Hallo Iris
darauf kann man sich wohl verlassen, daß einem gleich die Nazis unter die Nase gerieben werden.
Ich kenne die Seiten bei hagalil, da findet sich aber auch keine Erklärung.
Die meisten Vorschriften beispielsweise in Leviticus sind ja sehr vernünftig, wer Aas berührt, soll sich und seine Kleidung waschen usw, das würde man heute genau so machen.
Von daher dachte ich, es muß doch einen bestimmten Grund für das Verbot von Blut geben.
Das man aus dem Schlachten einen Ritus macht und ein Amt (Schochet) einführt, das dem Rabbinat untersteht, ist typisch Klerus, kennt man von anderen Kirchen auch, die Laien werden rausgehalten, so sichert man seine Autorität.
Vielleicht weiß ja doch noch jemand was.
Gruß
Rainer

wo findet die denn statt? klingt eher nach einer hetztirade
nach altbekanntem muster.

Viele Völker fühlen sich auserwählt und überlegen,

hoppla wenn da mal nicht die christen *glauben* die juden
*würden* sich so fühlen…

Achte auf Deine Gedanken,
denn sie werden Deine Worte.
Achte auf Deine Worte,
denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen,
denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten,
denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter,
denn er wird Dein Schicksal.

Vielleicht weißt Du ja, wo das steht :wink:
Gruß
Rainer

hallo rainer

Von daher dachte ich, es muß doch einen bestimmten Grund für
das Verbot von Blut geben.

okay, lassen wir mal den religiösen ansatz beiseite. blut ist hauptträger von tierkrankheiten. dieses möglichst nicht zu essen macht durchaus sinn. bse ist in israel z.b. eine unmöglichkeit.

Das man aus dem Schlachten einen Ritus macht und ein Amt
(Schochet) einführt, das dem Rabbinat untersteht, ist typisch
Klerus, kennt man von anderen Kirchen auch, die Laien werden
rausgehalten, so sichert man seine Autorität.

wie bitte? es gibt keinen klerus und keine laien im judentum. jeder kann ein schochet werden, wenn er das erlernt. daß aber nicht gleich jeder, der ein messer halten kann, viecher umbringen darf, finde ich sehr wichtig, nicht nur für die menschen, sondern auch für das tier. der schlachter muß anatomische kenntnisse besitzen, damit sein schnitt sofort tötet. das messer muß auch perfekt sein usw.

gruß und wie immer
lehitraot.

Aber warum das Verbot von Blut oder wie Du sagst rohem
Fleisch?

hallo nochmal

ich stimme da harald zu. über blut als träger der seele hängt ein absolutes tabu im judentum. wer es berührt ist „unrein“. essen ist ausgeschlossen. und mal ehrlich: erinnert dich das trinken von blut nicht auch an okkulte, satanische riten oder kannibalismus? allein den gedanken finde ich ekelhaft.

weges desselben tabus gehen observante jüdische frauen einmal im monat zur rituellen waschung. mit schmutz hat das nichts zu tun, auch wenn positive hygienische nebeneffekte (in früherer zeit) nicht von der hand zu weisen sind.

grüße und
lehitraot :smile:

Achte auf Deine Gedanken,

ja natürlich weiß ich woher das stammt, aber was hat das mit sichauserwähltfühlen zu tun?

Aber warum das Verbot von Blut oder wie Du sagst rohem
Fleisch?

hallo nochmal

ich stimme da harald zu. über blut als träger der seele hängt
ein absolutes tabu im judentum. wer es berührt ist „unrein“.
essen ist ausgeschlossen. und mal ehrlich: erinnert dich das
trinken von blut nicht auch an okkulte, satanische riten oder
kannibalismus? allein den gedanken finde ich ekelhaft.

Ja, danke, das war schon klar, einen Grund scheint also niemand zu kennen.
Ich habe übrigens keine Probleme damit, Blutwurst zu essen, bei den Spartanern im antiken Griechenland war die Blutsuppe ein wichtiges Nahrungsmittel, zu Satansriten oder Kannibalismus sehe ich da keine Verbindung.

weges desselben tabus gehen observante jüdische frauen einmal
im monat zur rituellen waschung. mit schmutz hat das nichts zu
tun, auch wenn positive hygienische nebeneffekte (in früherer
zeit) nicht von der hand zu weisen sind.

Traditionen in Ehren, ich will das ja nicht kritisieren, das ist im Christentum ähnlich.
Andererseits wirst du ja bestimmt nicht zwei Turteltauben opfern, wenn Du unregelmäßige Blutungen gehabt hast, nur weil es so geschrieben steht.
Auch Religionen entwickeln sich weiter.
Gruß
Rainer

Hallo Lehitraot

okay, lassen wir mal den religiösen ansatz beiseite. blut ist
hauptträger von tierkrankheiten. dieses möglichst nicht zu
essen macht durchaus sinn.

Ja, daran habe ich auch schon gedacht, mich wundert nur, daß die anderen Kulturvölker der Region, zB. die Ägypter, solche Praktiken nicht kennen.
Es ist nicht nur das Blut, auch Innereien und Fett sind verboten:

12 Und wenn seine Opfergabe eine Ziege ist, dann soll er sie vor den HERRN herbeibringen; 13 und er soll seine Hand auf ihren Kopf legen und sie vor dem Zelt der Begegnung schlachten; und die Söhne Aarons sollen ihr Blut ringsherum an den Altar sprengen. 14 Und er soll davon seine Opfergabe als Feueropfer dem HERRN darbringen: das Fett, das die Eingeweide bedeckt, und alles Fett, das an den Eingeweiden ist, 15 und die beiden Nieren und das Fett, das an ihnen [und] das an den Lenden ist, und den Lappen über der Leber: bei den Nieren soll er es abtrennen. 16 Und der Priester soll sie auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen: eine Speise des Feueropfers [ist es] als wohlgefälliger Geruch. Alles Fett gehört dem HERRN. 17 Eine ewige Ordnung bei euren Generationen in allen euren Wohnsitzen: Keinerlei Fett und keinerlei Blut dürft ihr essen!

Mir ist da noch eine andere Idee gekommen, das strenge Beachten des Kaschrut führt natürlich auch dazu, daß sich Fremde nur schwer integrieren.
So könnte eine kleine Nation wie Israel, die sich um ihr Fortbestehen sorgt, leichter seine Eigenständigkeit bewahren und die Assimilation in größeren Völkern verhindern.
Was hältst Du davon?
Gruß
Rainer

Hallo Rainer,

Keinerlei Fett und keinerlei Blut dürft ihr essen!

ist es nicht so, dass wir ohnehin zu fett essen?
Olivenöl ist doch wesentlich gesünder :wink:

Mir ist da noch eine andere Idee gekommen, das strenge
Beachten des Kaschrut führt natürlich auch dazu, daß sich
Fremde nur schwer integrieren.

Also ich hätte kein Problem damit. Kommt wohl auf die innere Einstellung drauf an.

So könnte eine kleine Nation wie Israel, die sich um ihr
Fortbestehen sorgt, leichter seine Eigenständigkeit bewahren
und die Assimilation in größeren Völkern verhindern.

Du zäumst das Pferd verkehrt rum auf.
Das Gesetz ist eindeutig von haSchem gegeben, ohne dass sich ein Priester was dabei gedacht hat.

Gruss Harald

Hallo Rainer,

„nur was für den Kopf gut ist, ist auch gut für den Bauch“
chinesisches Sprichwort

Ein interessantes Buch über Nahrungstabus:
Marvin Harris: Wohlgeschmack und Widerwillen
ISBN 3-423-30470-7 Buch anschauen
Natürlich ist ein Kapitel über Schweinefleisch enthalten, aber auch viele andere mit Erklärungsversuchen zu bestimmten Eßgewohnheiten.
Schöne Grüße
Sabine

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Korrektur
Hallo,
hab ich leider zu spät bemerkt.
Bei meinem Buch handelt es sich um ein Taschenbuch aus dem Jahre 1995.
Unter ISBN 3608931236 Buch anschauen habe ich das Buch in gebundener Form gefunden.
Schöne Grüße
Sabine

Hallo Rainer

im Prinip kann jeder Schächten. Es gibt einige Bedingungen dafür (ruhige Hand, Altersbegrenzung etc.). Den Beginn einer formalisierten Ausbildung gibt es in Deutschland erst durch eine Rabbinerversammlung im Jahr 1220. Sie dauert heute im Regelfall gut 2 Jahre, damit sichergestellt ist, daß der angehende Schächter alle Regeln, die sehr differenziert und minutiös sind, kennt. Bevor jemand selbständig Schächten darf muß er unter Aufsicht mindestens 3 Tiere (wobei Geflügel nicht mitzählt) geschächtet haben.

Es wird immer wieder unterstellt, daß Schächten grausam sei und den Tieren unnötigen Schmerz zufügen würde.

Davon kann nicht die Rede sein, denn das dahinter stehende Konzept „za’ar ba’alei chajim" besagt, daß jeder Schmerz so weitgehend wie möglich zu vermeiden sei und der Schächtvorgang ganz schnell durchgeführt werden muß.

Im Judentum ist Tierschutz ein sehr hoher Wert, und es gibt viele Regeln für den Umgang mit Tieren. So darf z.B. ein Ochse und ein Esel nicht zusammengespannt werden, weil im bergigen Gelände der Esel im Vorteil ist und im ebenen Gelände der Ochse.

Die Schabbatruhe gilt im Judentum übrigens auch für Tiere. Dazu gibt es eine sehr hübsche Geschichte:

Ein Jude verarmte, sodaß ihm nichts mehr anderes übrig blieb als seine Kuh an einen Nichtjuden zu verkaufen. Die Kuh war es gewöhnt am Schabbat zu ruhen, und trotz der Schläge, die ihr der neue Besitzer gab, war sie nicht zum Arbeiten zu bewegen. Der ging deshalb zum Vorbesitzer und beklagte sich über die Kuh: „Was hast Du mir da für eine Kuh verkauft. Das ist Betrug …".

Der Jude ging zu seiner ehemaligen Kuh und flüsterte ihr ins Ohr: „Liebe Kuh, Du gehörst jetzt nicht mehr mir, sondern einem Nichtjuden. Deshalb mußt Du am Schabbat arbeiten, denn der Nichtjude ist nicht verpflichtet den Schabbat einzuhalten und deshalb mußt du arbeiten, wenn er es will. Sei so gut und tu es. Ich verspreche dir, daß ich dich sobald es mir möglich ist, wieder zurückkaufe".

Die Kuh befolgte das und arbeitete auch am Schabbat. Der nichtjüdische Besitzer konnte sich keinen Reim darauf machen. Er befürchtete, die Kuh sei möglicherweise verhext worden und bekam Angst. So ging er zum Verkäufer und fragte ihn, ob er der Kuh Zaubersprüche ins Ohr geflüstert habe. Der Jude erzählte ihm alles. Der neue Besitzer war erschüttert und kam ins Nachdenken. Er trat zum Judentum über und wurde ein bekannter Gelehrter. Er suchte sich den Namen Rabbi Kuhsohn aus.

Ich denke, das ist einigermaßen anschaulich.
Viele Grüße

Iris

hi rainer

12 Und wenn seine Opfergabe eine Ziege ist,

*räusper* mit opfervorschriften hat kaschrut nicht wirklich was zu tun. es gibt keine tieropfer mehr, da es keinen tempel mehr gibt.

Mir ist da noch eine andere Idee gekommen, das strenge
Beachten des Kaschrut führt natürlich auch dazu, daß sich
Fremde nur schwer integrieren.

fremde als fremde integrieren sich eben gar nicht :wink: wer integriert wurde/wird, wird als jude integriert, das heißt, er lernt vorher mal schön, wie das so ist mit dem cheeseburger…

So könnte eine kleine Nation wie Israel, die sich um ihr
Fortbestehen sorgt, leichter seine Eigenständigkeit bewahren
und die Assimilation in größeren Völkern verhindern.
Was hältst Du davon?

genauso ist es auch. auf die gefahr hin, daß ich wieder ketzerisch bin - grade damals als der skandalöse eingottglaube aufkam, war es sehr wichtig, den nötigen abstand zu den umgebenden praktiken zu halten, die für die menschen anscheinend völlig „natürlich“ waren. das goldene kalb zum beispiel, aber auch ein menschenopfer auszuführen - dazu sind sie offensichtlich bereit gewesen, weil es damals eben so üblich war! was bietet sich besser an als speisetabus, um den umgang mit „den anderen“ zu erschweren?

lieben gruß und
lehitraot :smile:

Hallo Lehitraot

genauso ist es auch. auf die gefahr hin, daß ich wieder
ketzerisch bin - grade damals als der skandalöse eingottglaube
aufkam, war es sehr wichtig, den nötigen abstand zu den
umgebenden praktiken zu halten, die für die menschen
anscheinend völlig „natürlich“ waren. das goldene kalb zum
beispiel, aber auch ein menschenopfer auszuführen - dazu sind
sie offensichtlich bereit gewesen, weil es damals eben so
üblich war! was bietet sich besser an als speisetabus, um den
umgang mit „den anderen“ zu erschweren?

Nee, überhaupt nicht ketzerisch :wink:
Ganz im Gegenteil, hoffentlich war ich nicht allzu lästig mit meiner Neugier.
Aber das hat mich doch sehr beschäftigt, ist ja einmalig unter den Religionen.
Dank und Gruß
Rainer

Hallo Rainer.

das könnte damit zusammen hängen, daß solche Regeln eben nicht
nur von Gott kamen, wie die 10 Gebote, sondern von der
Priesterschaft […]

Warum sollten ausgerechnet nur das Zehnwort von G’tt kommen?

Ein Auflehnen gegen Traditionen empfindet der Klerus auch
heute noch als Angriff auf seine Autorität.

Im Judentum gibt es diese Form der Autorität nicht. Jeder besitzt hier Autorität, wenn er entsprechend argumentiert. In diesem Sinne ist die Halacha auch nicht von einer Institution sondern über Jahrtausende von vielen Rabbinern geprägt worden, welche wiederum keinerlei Macht haben.

Ich wüßte keinen vernünftigen Grund, warum man am Sabbat nicht
Fernsehen oder Autofahren sollte […]

Es ist der Tag an dem kein Werk verrichtet werden soll und nichts geschaffen werden soll. Weder direkt noch indirekt. Die Schöpfung soll an diesem Tag ruhen und der Mensch nicht eingreifen. Hierdurch kann der Mensch viel lernen und ich kann es nur einmal empfehlen.

Schalom,
Jehuda

Schalom Rainer.

Schächten ist so eine Sache, dazu noch ohne Betäubung, die
heute überhaupt keinen Sinn mehr hat, denke ich.
Oder doch?

Wenn man Fleisch essen will, muss man die Tiere töten. Darin liegt auch der Sinn beim Schächten. Der Tierschutz im Judentum ist ein hohen Gut und es gibt zahlreiche Vorschriften welchen densolchen betreffen. In diesem Sinn ist die Schächten der Versuch dieses mit anderen Geboten (kein Blut) in Einklang zu bringen.

Jehuda

Hallo Rainer.

Mir ist da noch eine andere Idee gekommen, das strenge
Beachten des Kaschrut führt natürlich auch dazu, daß sich
Fremde nur schwer integrieren.
So könnte eine kleine Nation wie Israel, die sich um ihr
Fortbestehen sorgt, leichter seine Eigenständigkeit bewahren
und die Assimilation in größeren Völkern verhindern.
Was hältst Du davon?

*g* Genau dieses liefert die Torah auch als einzigste Begründung für die ganze Kaschrut. Auch aus eigener Praxis weiss ich, dass dieses wirklich zutrifft, ganz im Gegensatz zu der Verbreiteten Annahme, dass es gesünder wäre.

Schalom,
Eli

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