Hochbegabung: Ab wann feststellbar?

Hiho,

ich weiß, das Thema war schon öfter da, aber ich interessiere mich mal für Folgendes:

Ab wann, meint Ihr, sei eine Hochbegabung bei einem Kind feststellbar? Wir diskutierten kürzlich darüber, und die Meinungen gingen sehr weit auseinander. Klar mag es eindeutige Fälle geben, wenn der junge Mozart mit 2 Jahren schon Tonleitern auf dem Klavier klimpert. Aber HB ist doch nicht immer so eindeutig festzustellen und einzugrenzen. Oder? Dann gäbe es ja nicht so viele „verkannte“ hochbegabte Kinder.

Über eine angeregte Diskussion würde ich mich freuen.

Liebe Grüße,
Nike

HOHI!

also wir haben die Erfahrung gemacht das HB nicht einfach HB is. Es gibt hi und da jemanden der saugut rechnen kann oder schreiben oder musizieren oder malen oder oder oder - HB im eigentlichen Sinne ist wenn er saugut rechnen kann und schreiben und musizieren und malen

Und auch wenn ein Kind hb is - was tun?
Welche Unterstuezung bekommt man welche braucht man!

Gruss Manuel

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Hi Nike,

Ab wann, meint Ihr, sei eine Hochbegabung bei einem Kind
feststellbar?

manchmal sehr schnell, manchmal nie.

Aber HB ist doch nicht
immer so eindeutig festzustellen und einzugrenzen. Oder?

Welche Begabung meinst Du

  • soziale Begabung
  • sportliche
  • musische
  • logische

  • Ein Kind, das eine hohe sportliche Begabung hat, kann eine lausige soziale haben und umgekehrt.
    Wächst das Kind in einem Umfeld auf, daß die jeweilige Begabung nicht erkennt bzw. gutheißt, kann sie unerkannt bleiben …

Dann
gäbe es ja nicht so viele „verkannte“ hochbegabte Kinder.

Die gibt es sicher. Ich erinnere mich an eine Studie, in der behauptet wurde, daß ein nicht geringer Teil der Schul- und Lebensversager verkannte bzw. nicht adequat geförderte Hochbegabte sind.

Aber ein Experte nenn ich mich nun nicht (schließlich wurde meine Hochbegabung auch verkannt :wink: )

Gandalf

Hallo Manuel,

HB im
eigentlichen Sinne ist wenn er saugut rechnen kann und
schreiben und musizieren und malen

Was hochbegabt ist ist eindeutig festgelegt: ein IQ ab 130 aufwärts. Wo die speziellen Talente liegen ist dabei völlig irrelevant.

VG

gipsy

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Was hochbegabt ist ist eindeutig festgelegt: ein IQ ab 130
aufwärts. Wo die speziellen Talente liegen ist dabei völlig
irrelevant.

Genau so schaut es aus - und dafür auch * - ich bin nämlich auch HB und die größte künstlerische Leistung die ich zustande bringe ist ein Strichmännchen und außerdem bin ich unmusikalisch wie ein Krückstock. :wink:

Viele Grüße
Anja

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Hallo

HB im eigentlichen Sinne ist wenn er saugut rechnen kann und
schreiben und musizieren und malen

Was hochbegabt ist ist eindeutig festgelegt: ein IQ ab 130
aufwärts. Wo die speziellen Talente liegen ist dabei völlig
irrelevant.

LOL, ja, dann ist man „hochbegabt“ beim Ausfüllen
eines IQ-Tests … (hoffentlich wars nicht dieser
Test hier: (http://www.salemctr.com/iqtestb.html)

 ...
 19) Time as we know it is actually:
 a) a vibrational barrier to group ascension
 b) an illusionary linear concept
 c) a sixth dimensional paradigm
 ...

Hoffentlich weiss man dann nach dem Ausfüllen noch,
ob man zum Mittagessen gehen wollte oder gerade vom
Mittagessen kommt :wink:)

Grüße

CMБ

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LOL, ja, dann ist man „hochbegabt“ beim Ausfüllen
eines IQ-Tests … (hoffentlich wars nicht dieser
Test hier: (http://www.salemctr.com/iqtestb.html)


19) Time as we know it is actually:
a) a vibrational barrier to group ascension
b) an illusionary linear concept
c) a sixth dimensional paradigm

Hoffentlich weiss man dann nach dem Ausfüllen noch,
ob man zum Mittagessen gehen wollte oder gerade vom
Mittagessen kommt :wink:)

Hallo CMБ,

IQ-Test ist nicht gleich IQ-Test! Das Zeug, was im Internet rumgeistert ist zum größten Teil Spielerei und praktisch wertlos. Erstens fehlt fast immer die Zeitbegrenzung und zweitens wird ein Test, den ein Psychologe mühsam erarbeitet hat, damit er vernünftig ist, nicht einfach mal kostenlos im Internet angeboten!
Ein guter Test umfasst relativ viele verschiedene Gebiete und ist meist nur unter Aufsicht zu machen. Es gibt allerdings auch Heim-Tests. Soweit ich weiß gibt es für Mensa-USA Eignungstests, die daheim bearbeitet werden können. Wie das allerdings funktioniert weiß ich nicht.
Und wie willst du HB anders feststellen? Nur weil jemand in einem bestimmten Bereich richtig gut ist, heißt das noch nicht, daß er gleich hochbegabt ist. Klar, dann ist er möglicherweise hochbegabt für genau das Gebiet, aber ansonsten möglicherweise „nur“ Durchschnitt. Genau darum werden ja bei richtigen IQ-Tests mehrere Gebiete getestet.

Viele Grüße
Anja

Hallo Nike,

es gibt Psychologen, die darauf spezialisiert sind, Hochbegabung schon im Vorschulalter zu testen. Im klassischen Sinne wird HB über den IQ festgestellt und kann damit realtiv gut und genau „eingegrenzt“ werden.

Falls es dich interessiert hier mal ein Stern-Artikel zum Thema Hochbegabung bei Kindern. Im weiterführenden Link werden auch die „Probleme“ mit hochbegabten Kindern angesprochen. Und auch warum viele HB-Kids „verkannt“ sind.

http://stern.de/tv/sterntv/index.html?id=522123&nv=c…

Ich versuche gerade herauszufinden, wie alt das jüngste Mensa-Mitglied ist, aber irgendwie will mir das nicht gelingen *lol* Entweder wurde es mir nur gesagt oder ich bin blind. Auf jeden Fall hat Mensa eine eigene Gruppe für 6-12jährige. Allerdings macht Mensa selbst die Tests erst ab einem Alter von 14 Jahren, weil es für jüngere spezieller Tests bedarf. Aber wie ich dem Stern-Artikel entnehme ist ein Test etwa ab einem Alter von 4 1/2 Jahren sinnvoll möglich.

Ich hoffe, dir damit geholfen zu haben.

Viele Grüße
Anja

Hallo ausnahmefall,

LOL, ja, dann ist man „hochbegabt“ beim Ausfüllen
eines IQ-Tests …

IQ-Test ist nicht gleich IQ-Test! Das Zeug, was im Internet
rumgeistert ist zum größten Teil Spielerei und praktisch
wertlos. Erstens fehlt fast immer die Zeitbegrenzung und
zweitens wird ein Test, den ein Psychologe mühsam erarbeitet
hat, damit er vernünftig ist, nicht einfach mal kostenlos im
Internet angeboten!

Warte mal, die Amerikaner nehmen iirc nahezu immer
den Stanford-Binet, der sehr „grafik- und geometrie-
orientiert“ ist (http://www.healthatoz.com/healthatoz/Atoz/ency/stanf…)
Ein „guter Test“, wie Du schreibst, wird in den meisten
Fällen „wertlos“ sein, da seine Resultate nicht ver-
gleichbar (ausser zum Test selbst) sind.

„Intelligenztest“, das hat für mich immer einen
Beigeschmack von „omnipotentem Wunschdenken“, ist
demnach entweder eine nette Spielerei oder eine
kompensatorische Aktivität :wink:

Und wie willst du HB anders feststellen? Nur weil jemand in
einem bestimmten Bereich richtig gut ist, heißt das noch
nicht, daß er gleich hochbegabt ist.

„Hochbegabung“ bringt in den allermeisten Fällen
eine krasse Verringerung der Lebensqualität mit
sich - demnach könnte „Hochbegabung“ tatsächlich
eine psychopathologische Kategorie im Sinne von
Inadäquatheit sein, wer weiss. Ich würde die
„Hochbegabung“ meiner Kinder fürchten wie der
Teufel das Weihwasser.

Klar, dann ist er möglicherweise hochbegabt für
genau das Gebiet, aber ansonsten möglicherweise
„nur“ Durchschnitt. Genau darum werden ja bei
richtigen IQ-Tests mehrere Gebiete getestet.

Das ganze läuft am Ende auf eine fatale Erscheinung
der Neuzeit hin, die z.B. von Günther Anders philo-
sophisch thematisiert wurde: Der Mensch gestaltet
sich selbst zum „vollkommenen technischen Produkt“
um (sinng.). Mir tun nur die Kinder leid, die
dazu verdammt sind, ihre Eltern mit „Stolz auf
ihre Hochbegabung“ zu erfüllen.

Uuups, schon spät - ab in die Kiste :wink:

Grüße

CMБ

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Hallo Anja,
es gibt 7 Mensa-Mitglieder, die 6 Jahre alt sind (davon ist eins mit 5 eingetreten). Jünger als 6 ist aktuell keines.
Grüße
Ulla

Ich versuche gerade herauszufinden, wie alt das jüngste
Mensa-Mitglied ist, aber irgendwie will mir das nicht gelingen
*lol* Entweder wurde es mir nur gesagt oder ich bin blind. Auf
jeden Fall hat Mensa eine eigene Gruppe für 6-12jährige.
Allerdings macht Mensa selbst die Tests erst ab einem Alter
von 14 Jahren, weil es für jüngere spezieller Tests bedarf.
Aber wie ich dem Stern-Artikel entnehme ist ein Test etwa ab
einem Alter von 4 1/2 Jahren sinnvoll möglich.

Ich hoffe, dir damit geholfen zu haben.

Viele Grüße
Anja

Hallo CMБ,

Warte mal, die Amerikaner nehmen iirc nahezu immer
den Stanford-Binet, der sehr „grafik- und geometrie-
orientiert“ ist
(http://www.healthatoz.com/healthatoz/Atoz/ency/stanf…)

Wie gesagt, das weiß ich nicht. Ich kenne nur den Vor-Test von der Mensa-USA HP… Und den habe ich noch nichtmal genauer betrachtet. Keine Lust, keine Zeit whatsoever :wink:

Ein „guter Test“, wie Du schreibst, wird in den meisten
Fällen „wertlos“ sein, da seine Resultate nicht ver-
gleichbar (ausser zum Test selbst) sind.

Damit, daß der Test nur zum Test selbst vergleichbar ist, hast du absolut recht. Dazu mal eine Erklärung von Mensa, die ich jetzt nicht nur einfach kopieren möchte.

http://www.mensa.de/index.php?id=59

„Intelligenztest“, das hat für mich immer einen
Beigeschmack von „omnipotentem Wunschdenken“, ist
demnach entweder eine nette Spielerei oder eine
kompensatorische Aktivität :wink:

Wenn der Intelligenztest spielerisch und nicht professionell gemacht wird magst du mit deiner Einstellung dazu gar nicht mal so falsch liegen. Aber wie möchtest du Intelligenz oder auch Hochbegabung sonst definieren, wenn nicht über einen klassischen Intelligenztest? Es gibt da faktisch keine andere Möglichkeit.

„Hochbegabung“ bringt in den allermeisten Fällen
eine krasse Verringerung der Lebensqualität mit
sich - demnach könnte „Hochbegabung“ tatsächlich
eine psychopathologische Kategorie im Sinne von
Inadäquatheit sein, wer weiss. Ich würde die
„Hochbegabung“ meiner Kinder fürchten wie der
Teufel das Weihwasser.

Nun, eine Hochbegabung sucht man sich ja nicht aus! Und glaube mir, dein Kind würde dir mit Sicherheit dankbarer für eine Förderung der Intelligenz sein, als wenn du es verleugnest und dein Kind dadurch unterfordert ist. Schaue dir doch bitte mal den Link an, den ich in meiner Antwort direkt an Nike gepostet habe.

Ein Mit-Mensaner postete gerade neulich was hübsches: „Sagt meiner Mutter nicht, dass ich Mensa Mitglied bin - sie glaubt, ich spiele Klavier in einem Bordell.“ Das war ironisch gemeint, spiegelt aber tatsächlich das Verhältnis einiger Eltern zur Hochbegabung ihrer Kinder wider. Aber warum muß ich meinen Kindern dahingehend auch noch Steine in den Weg legen? Wie du schon sagtest, eine Hochbegabung zu haben ist schwierig genug - wobei ich mit Sicherheit nicht von einer geringeren Lebensqualität sprechen würde.

Das ganze läuft am Ende auf eine fatale Erscheinung
der Neuzeit hin, die z.B. von Günther Anders philo-
sophisch thematisiert wurde: Der Mensch gestaltet
sich selbst zum „vollkommenen technischen Produkt“
um (sinng.). Mir tun nur die Kinder leid, die
dazu verdammt sind, ihre Eltern mit „Stolz auf
ihre Hochbegabung“ zu erfüllen.

Joa, DIE Kinder tuen mir auch leid. Aber genauso leid tuen mir die Kinder, die unter ihrer nicht erkannten Hochbegabung zu leiden haben, weil die Eltern so wie du sich lieber einen Arm abhacken, als die Hochbegabung ihrer Kinder zu erkennen, zu akzeptieren und vor allem zu fördern.

Ich bin ehrlich froh über meine Eltern, die es zwar auch nicht erkannt haben (ich wurde halt zusehens schlechter in der Schule etc.) aber es voll akzeptieren und auch „stolz“ auf mich sind, ohne mich aber mit ihrem „Stolz“ zu erdrücken. Sie „geben“ damit auch nicht überall „an“! Es ist halt so und gut. Nicht mehr und nicht weniger. Aber eins weiß ich ganz genau. Wenn ich noch Kind gewesen wäre, als es „entdeckt“ wurde, dann hätten sie mich nach bestem Wissen und Gewissen gefördert ohne mich je zu irgendetwas zu zwingen! In der Schule war ich zwischendrin in einer Mathe-AG, das wurde gefördert, aber als ich nicht mehr wollte, wurde auch kein großes Trara drum gemacht.

Was ich nicht verstehe ist, daß in der heutigen Gesellschaft ein normaler Umgang mit dem Thema Intelligenz fast nicht möglich ist. Warum kann ich nicht sagen, daß ich eine IQ >130 habe, ohne daß ich gleich als überheblich gelte. Wenn ein Sportler erzählt, daß er gestern einen Marathon gelaufen ist rollt ja auch keiner mit den Augen.
Intelligenz ist die einzige Begabung, die sehr oft mit Mißtrauen betrachtet wird - warum auch immer.

Uuups, schon spät - ab in die Kiste :wink:

Und ich muß noch bis 6:30 Uhr arbeiten :wink: Dir aber eine gute Nacht :smile:

Viele Grüße
Anja

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Hallo Ulla,

joa, ich habe gerade ins eMVZ geschaut :wink: Also gilt das für Deutschland. Dann bezog sich meine vage Erinnerung evtl. auf Mensa-International, denn irgendwie habe ich da was mit einem sehr jungen Mitglied im Kopf. Aber ich mag mich auch irren :wink: Naja, ist ja auch nicht so wirklich wichtig :wink:

Viele Grüße
Anja

Also dann mal STOP! Selbst eine Mutter eines „hochgebagten Kindes“ (was das Kind selbst gar nicht weiss) kann ICH nur sagen: arme Eltern!

Sicherlich mag es (leider) einige Eltern geben die sich mit der HB ihres Kindes brüsten wollen - aber im Sinne der KInder (sie sich dann selbst unter einen Leistungsdruck stellen) habe ich mich dazu entschieden das nicht zu tun und ausser eine Handvoll Menschen in unserem engsten Umfeld weiss keiner davon!

HB heisst auch nicht das das Kind überall SUPER ist - auch das Meinige bringt als Schulnoten ab und an mal ne 5 nach Hause - und zwar meistens dann wenn es dem Kind nicht ersichtlich warum es DAS oder JENES einfach lernen soll! Macht es allerdings im Kopf dann KLICK oder liegt es im Bereich seiner Interessen - kein Problem!

Und ausserdem darf man vor allem nicht vergessen das es sich trotzdem um KINDER handelt die ein RECHT auf KINDHEIT haben und das heisst nicht nur pauken, lernen und Wissen einflössen sonder auch Spielen, Hosen kaputt bekommen und streiten!

Fördern ist zwar recht und gut - auch in der Freizeit - aber wenn man die Kinder „machen lässt“ merkt man recht schnell wie weit sie etwas wissen wollen und wann es dann erstmal gut ist mit Erklärungen um dan Neue Verabeiten zu können! Und je älter sie werden um so häufiger wird man von sich selbst den Satz hören: ich weiss es nicht! *seufz*

Wie auch immer, man kann Kinder im Schulalter testen lassen (schulpsychologischer Beratungsdienst) die auch recht vorsichtig und alternsentsprechen mit den Test umgehen was nicht nur allein auf den IQ abzielt sonder auch auf die Art wie ein Kind mit etwas Neuem umgeht, wie schnell die Auffassungsgabe ist, wie es sich verhält usw…
Ich jedenfalls habe mit dieser Stelle nur positive Erfahrungen gemacht - was ich von dem was „danach“ kam nicht immer behaupten kann!

Als Falsch würde ich es allerdings auch ansehen, eine HB bei einem Kind einfach „unter den Tisch zu kehren“! Meisten wollen die Kinder von sich aus und entwickeln (ebenso von sich aus) einen enormen Ehrgeiz! (hat meiner leider auch - aber BESTIMMT nicht von mir!) und setzen sich selbst und einen Leistungsdruch (ich kann mich noch gut an seine erst Klassenarbeit erinnern auf der eine 4 stand! Weltuntergang! Ich kramte dann meine alten Zeugnisse heraus um zu beweisen das ich selbst in Zeugnissen solche Noten hatte!)

Somit ist es nicht einfach als Eltern eines HB-Kinds und man sollte einfach auch ein wenig auf sein Kind hören - zumindest habe ich bis jetzt die positivsten Erfahrnungen damit gemacht. Ob es richtig oder falsch ist werde ich wohl auch erst in 10 Jahren wissen - und bis dahin muss ich mich wohl weiter mit dieser „Gratwanderung“ abfinden!

Gruss
Angelika

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Hallo gibsy,

ja stimmt - (man merkt ICH bin ned hb :wink:))

Gruss Manuel!

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Anmerkungen
Hallo Anja,

ein paar „Entschuldigungen“ für Eltern, die mit der HB ihrer Kinder Probleme haben:

Ein Mit-Mensaner postete gerade neulich was hübsches: „Sagt
meiner Mutter nicht, dass ich Mensa Mitglied bin - sie glaubt,
ich spiele Klavier in einem Bordell.“ Das war ironisch
gemeint, spiegelt aber tatsächlich das Verhältnis einiger
Eltern zur Hochbegabung ihrer Kinder wider. Aber warum muß ich
meinen Kindern dahingehend auch noch Steine in den Weg legen?
Wie du schon sagtest, eine Hochbegabung zu haben ist schwierig
genug - wobei ich mit Sicherheit nicht von einer geringeren
Lebensqualität sprechen würde.

Ich kann mir vorstellen, dass gerade für Eltern, die eher „einfache“ Berufe ausüben oder sich in einem bildungsferneren Umfeld bewegen, HB sehr bedrohlich sein muss. Wobei nicht auszuschließen ist, dass diese Eltern selbst hb sind, aber es niemals festgestellt wurde.

Joa, DIE Kinder tuen mir auch leid. Aber genauso leid tuen mir
die Kinder, die unter ihrer nicht erkannten Hochbegabung zu
leiden haben, weil die Eltern so wie du sich lieber einen Arm
abhacken, als die Hochbegabung ihrer Kinder zu erkennen, zu
akzeptieren und vor allem zu fördern.

Ich habe hochbegabte Kinder.

In D wird ein Mensch von Geburt an in Schemen gepresst. Angefangen vom gelben Vorsorgeheft (dessen Sinn ich durchaus nachvollziehen kann): Größe, Gewicht, alles sollte am besten im DURCHSCHNITT sein.

Sobald die intellektuelle Seite eines Kindes „öffentlich“ aus dem Rahmen fällt, so ab dem Kindergartenbesuch spätestens, müssen Eltern sich warm anziehen. Der erste Verdacht lautet meistens, dass die Kinder zu sehr gefördert werden. Dass man ihnen die Kindheit raubt, sie mehr draußen spielen sollten, konsequenter erzogen werden sollten und, und, und.

Die Kinder erfahren sehr subtil, dass sie anders sind: Meiner ältesten Tochter wurde im Kiga alles, was nicht für Dreijährige vorgesehen war, weggenommen mit der Bemerkung „Das ist noch viel zu schwer für dich!“.

Jahre später, anderer Kiga, auch Erzieherinnen sind offener: mein Sohn durfte das Puzzle für Vorschulkinder immerhin nehmen mit der Bemerkung „Das ist noch viel zu schwer für dich!“. Als er nach 5 Minuten fertig war, blankes Entsetzen und die Frage an mich, ob ich sooo viel daheim mit ihm üben würde ?

In der Schule steht man dann noch mehr unter Druck: Sowohl Lehrer als auch ehrgeizige Miteltern haben ein genaues Auge darauf, dass da keiner davonschießt…

Sicher ist das nun pointiert dargestellt, und es gibt auch positive Momente (auch bei uns *g*), Fakt ist aber, dass man HB am besten im Real Life nicht erwähnt. Kommt einfach nicht gut.

Ich gebe zu, dass ich nicht unglücklich wäre, wenn bei meinem Sohn, der gerade in der Testung ist (auf ADHS, aber die Psychologin klärt auch HB mit ab), KEINE HB vorliegen würde.

Wenn ich noch Kind gewesen wäre, als es „entdeckt“ wurde, dann

hätten sie mich nach bestem Wissen und Gewissen gefördert ohne
mich je zu irgendetwas zu zwingen! In der Schule war ich
zwischendrin in einer Mathe-AG, das wurde gefördert, aber als
ich nicht mehr wollte, wurde auch kein großes Trara drum
gemacht.

So halten wir es mit unseren Kindern auch. Übrigens ist meine Älteste stinkfaul und wurstelt sich mit Minimumaufwand durch’s Gymnasium - so what, sie muss selbst erfahren, dass Lernen sich auch lohnt.

Was ich nicht verstehe ist, daß in der heutigen Gesellschaft
ein normaler Umgang mit dem Thema Intelligenz fast nicht
möglich ist. Warum kann ich nicht sagen, daß ich eine IQ
>130 habe, ohne daß ich gleich als überheblich gelte. Wenn
ein Sportler erzählt, daß er gestern einen Marathon gelaufen
ist rollt ja auch keiner mit den Augen.
Intelligenz ist die einzige Begabung, die sehr oft mit
Mißtrauen betrachtet wird - warum auch immer.

Neid !

Sportliche Leistung ist für jeden leichter durchschaubar - wer soundsoviele Sekunden schneller rennt, ist eben besser. Da aber nicht jeder Leistungssport treibt, ist das dann auch keine Konkurenz.

Ein IQ ist so etwas nebulöses, Intelligenz nicht greifbar, aber irgendwie hat ja jeder einen IQ… somit fühlt sich ein nicht-hochbegabter Gesprächspartner wohl sofort minderwertig.

Uuups, schon spät - ab in die Kiste :wink:

Und ich muss noch Geld verdienen :wink:

Viele Grüße,

Inselchen

Da gehen die Meinungen wohl auseinander…
Hi!

Ich glaube, die meisten seriösen Psychologen sagen, dass ein Test so ungefähr ab 6 Jahren sinnvoll ist (oder besser: Sein kann), habe allerdings auch schon gehört, dass 4-jährige Kids getestet wurden.

Das große Problem für hoch begabte (ich schreibe es absichtlich nicht zusammen(-:smile: Kinder sind wenige die Kinder, als vielmehr ihr Umfeld!

Zu meiner Zeit war das Thema noch weitestgehend unbekannt, was mich dazu bewegte, das Gymnasium nach 1,5 Jahren zu verlassen und die Hauptschule zu besuchen. Dort hatte ich dann keinerlei Probleme (auf dem Gymnasium waren sie auch eher seelischer Natur, was mich lediglich zu einem durchschnittlichen aber nicht wirklich schlechten Schüler machte), was ich mal den vergleichsweise sehr guten Lehrern (die die Schule halt nicht nur als Lehrvermittlungsamt sahen) und deren enge Beziehung zu fast jedem einzelnen Schüler zuschreibe.

Mit 27 Jahren habe ich einen IQ-Test unter psychologischer Aufsicht gemacht, da mein Arbeitgeber mir das (aus Gründen, die ich jetzt nicht erläutern mag) anbot.
Danach hatte ich eine Ausrede, warum ich kein Abitur gemacht habe - besser wäre dieser Test mit den heutigen Erkenntnissen über Hochbegabung allerdings gut 17 Jahre früher gewesen!

Ich grübel gerade, ob mir die Erkenntnis meines IQ in irgendeiner Art geholfen hat…
Eigentlich nicht! Ich war mehrfach arbeitslos und musste meinen Arsch auch erst wieder „hoch kriegen“, um nicht völlig abzustürzen.
Aber die Tatsachen, dass ich meinen Sohn genau beobachte, ihn förder, wo und wann er das will, ihn in Ruhe spielen lasse, wo und wann er das will (und es möglich ist), engen Kontakt zu seiner Schule und den Lehrkräften suche (fällt wohl auch unter „Beobachtung“) - all diese Dinge schiebe ich auf die gewonnenen Erkenntnisse zum Thema „Hochbegabung“.

Bislang habe ich ihn nicht testen lassen, da ich keinen Anlass sehe!
Er ist ein außergewöhnlich guter Schüler mit den völlig gewöhnlichen „Ausfallerscheinungen“, hat gute soziale Kontakte zu seinen Klassenkameraden… wieso also?

Was mich ein wenig stört, ist die Tatsache, dass er Dinge, die ihn so gar nicht interessieren völlig vernachlässigt (aber ist das nicht bei JEDEM Kind so?).

Wenn ich also keine Anzeichen von Problemen sehe, werde ich ihn auch nicht testen lassen!

LG
Guido, der nicht weiß, ob das irgendwie hilft oder völlig am Thema vorbei geht

Was hochbegabt ist ist eindeutig festgelegt: ein IQ ab 130
aufwärts. Wo die speziellen Talente liegen ist dabei völlig
irrelevant.

Von mir auch ein Sternchen. Mein IQ liegt auch bei 131, hab bereits mit 3 Jahren ganze Maerchenbuecher selbst gelesen (hatte keine Lust, zu warten, bis sie mir jemand vorgelesen hat .-)) und fuehl mich aber absolut nicht hochbegabt (gerade in Bezug auf Zeichnen, Musikalisch etc.)

Nun gut: vor 25 Jahren war das Thema nun einfach noch nciht so in den Medien „hochgepuscht“. Dafuer hab ich in der Grundschule immer ABSICHTLICH fehler gemacht, damit meine Freundinnen nicht so traurig waren ueber ihre eigenen Fehler…

Liebe Gruesse Tata

Hallo Inselchen,

ein paar „Entschuldigungen“ für Eltern, die mit der HB ihrer
Kinder Probleme haben:

Ich verstehe schon, daß HB-Kinder zu haben nicht immer einfach ist. Aber es ist nichts, was man ändern könnte. Es einfach zu ignorieren oder gar entgegen zu wirken ist einfach nur schädlich für das Kind.

Ich kann mir vorstellen, dass gerade für Eltern, die eher
„einfache“ Berufe ausüben oder sich in einem bildungsferneren
Umfeld bewegen, HB sehr bedrohlich sein muss. Wobei nicht
auszuschließen ist, dass diese Eltern selbst hb sind, aber es
niemals festgestellt wurde.

Mein Papa ist auch „nur“ Kraftfahrer und meine Mama PKA - Pharmazeutisch Kaufmännische Angestellte. Also auch „einfache“ Berufe… Und ich selbst arbeite „nur“ im Sicherheitsdienst…

Ich habe hochbegabte Kinder.

Ich habe gar keine, darum kann ich mich natürlich auch nicht wirklich in die Lage versetzen. Ich weiß nur, wie meine eigene Schulzeit ablief. An den Kindergarten kann ich mich kaum noch erinnern :wink:

In D wird ein Mensch von Geburt an in Schemen gepresst.
Angefangen vom gelben Vorsorgeheft (dessen Sinn ich durchaus
nachvollziehen kann): Größe, Gewicht, alles sollte am besten
im DURCHSCHNITT sein.

Aber dann kommen sehr oft so Sprüche wie „Mein IQ ist NUR 100“ Das ist Durchschnitt, wird aber relativ oft schon abwertend betrachtet. Was „darf“ man denn heutzutage haben um „normal“ zu sein? :wink:

Sobald die intellektuelle Seite eines Kindes „öffentlich“ aus
dem Rahmen fällt, so ab dem Kindergartenbesuch spätestens,
müssen Eltern sich warm anziehen. Der erste Verdacht lautet
meistens, dass die Kinder zu sehr gefördert werden. Dass man
ihnen die Kindheit raubt, sie mehr draußen spielen sollten,
konsequenter erzogen werden sollten und, und, und.

Gut, damit habe ich dann keine Erfahrung. Aber gibt es nicht spezielle Fördereinrichtungen für HB-Kinder? Außerdem, was hat man für eine Alternative? Man kann ja die Intelligenz nicht wirklich unterdrücken.

Die Kinder erfahren sehr subtil, dass sie anders sind: Meiner
ältesten Tochter wurde im Kiga alles, was nicht für
Dreijährige vorgesehen war, weggenommen mit der Bemerkung „Das
ist noch viel zu schwer für dich!“.

Ist es nicht möglich, daß da die Eltern durch Gespräche versuchen Verständnis zu wecken?

Jahre später, anderer Kiga, auch Erzieherinnen sind offener:
mein Sohn durfte das Puzzle für Vorschulkinder immerhin nehmen
mit der Bemerkung „Das ist noch viel zu schwer für dich!“. Als
er nach 5 Minuten fertig war, blankes Entsetzen und die Frage
an mich, ob ich sooo viel daheim mit ihm üben würde ?

Und Erklärungen, daß das Kind ganz ohne euer Zutun nunmal hoch begabt ist fruchten nicht? Ich persönlich finde, Erzieher die eine HB SO konsequent ignorieren haben ihren Beruf verfehlt…

In der Schule steht man dann noch mehr unter Druck: Sowohl
Lehrer als auch ehrgeizige Miteltern haben ein genaues Auge
darauf, dass da keiner davonschießt…

Klasse überspringen? Spezielle Förderschulen? Man kann doch ein Kind nicht in seiner geistigen Entwicklung einfach blockieren. Ehrlich, ich finde eine solche Einstellung von Lehrern und Miteltern erschreckend. Bloß weil das eigene Kind nicht das intelligenteste Kind der Klasse ist, muß ich selbiges blockieren? Ich weiß natürlich auch nicht, inwiefern man da als Eltern selbst diese Aktionen unterbinden kann.

Sicher ist das nun pointiert dargestellt, und es gibt auch
positive Momente (auch bei uns *g*), Fakt ist aber, dass man
HB am besten im Real Life nicht erwähnt. Kommt einfach nicht
gut.

Aber es wird dennoch immer auffallen und es ist ja nichts, was man ändern oder - ohne dem Kind zu schaden - beeinflussen kann. Ich meine, ich erzähle es nun auch nicht gerade Gott und der Welt. Und die einzigen, die meinen genauen IQ wissen, sind meine Eltern und so wird es auch bleiben. Dennoch finde ich auch ein kosequentes totschweigen nicht das richtige Mittel, um auf die Bedürfnisse und (auch sozialen) Besonderheiten von HB-Kindern hinzuweisen. Klar, wenn es jeder nur totschweigt, dann bleibt es auch suspekt. Und das ist ja nicht nur bei HB so…

Ich gebe zu, dass ich nicht unglücklich wäre, wenn bei meinem
Sohn, der gerade in der Testung ist (auf ADHS, aber die
Psychologin klärt auch HB mit ab), KEINE HB vorliegen würde.

Aber du kannst es trotzdem nicht ändern :wink: Deine Kinder haben, wenn ihnen die nötige Förderung zuteil wird, aber dafür viel höhere Chancen, daß sie sich für einen gut bezahlten Job qualifizieren können. Das ist gerade in der heutigen Zeit alles andere als zu verachten.

So halten wir es mit unseren Kindern auch. Übrigens ist meine
Älteste stinkfaul und wurstelt sich mit Minimumaufwand durch’s
Gymnasium - so what, sie muss selbst erfahren, dass Lernen
sich auch lohnt.

*räusper* *breitgrins* Hey, so war ich auch :smile: Allerdings habe ich das Gymnasium irgendwann einfach geschmissen. Daß lernen sich lohnt - zumindest was die Berufschancen, und damit den Verdienst, betrifft - habe ich „leider“ viel zu spät begriffen.

Neid !

Sportliche Leistung ist für jeden leichter durchschaubar - wer
soundsoviele Sekunden schneller rennt, ist eben besser. Da
aber nicht jeder Leistungssport treibt, ist das dann auch
keine Konkurenz.

Ein IQ ist so etwas nebulöses, Intelligenz nicht greifbar,
aber irgendwie hat ja jeder einen IQ… somit fühlt sich ein
nicht-hochbegabter Gesprächspartner wohl sofort minderwertig.

Okay, Sport war ein doofes Beispiel, ich geb’s zu. Anderes Beispiel: Warum wird Schönheit nicht mit soviel Skepsis betrachtet? :wink: Jemand der „schön“ ist, wird doch auch nicht gleich geächtet, im Gegenteil. Und jeder schaut ja auch irgendwie aus. Ich bin auch nicht gerade Claudia Schiffer oder Heidi Klum oder wie sie alle heißen, aber ich fühle mich in Gegenwart eines schönen Menschen auch nicht minderwertig.

Ich finde es einfach so schade, daß so viele HB-Kinder nicht ausreichend gefördert werden und sich dadurch leider eine Vielzahl anderer Probleme einstellen. Nicht selten sind unterforderte HB-Kinder schwierige und verhaltensauffällige Kinder. Es mag sein, daß eine Hochbegabung gesellschaftlich problematisch für die Kinder und Eltern ist, aber sie ist ja trotzdem da, auch wenn man sie ignoriert oder nicht haben möchte.

Und ich muss noch Geld verdienen :wink:

Ich auch noch 1 1/2 Stunden :wink:

Viele Grüße
Anja

Hallo Anja,

wir sind uns völlig einig - nur unsere Umwelt nicht *g* !

Ich verstehe schon, daß HB-Kinder zu haben nicht immer einfach
ist. Aber es ist nichts, was man ändern könnte. Es einfach zu
ignorieren oder gar entgegen zu wirken ist einfach nur
schädlich für das Kind.

Nun ja, ICH bin nicht unglücklich darüber, dass alle meine Kinder schon sehr früh beispielsweise wenigstens „Mensch-ärgere-dich-nicht“ gespielt haben, als Gleichaltrige noch mit den ganz schlichten und somit für die zwangsweise mitspielenden Eltern sterbenslangweiligen Kleinkinderspielen beschäftigt waren :wink:

Ich finde es prima, dass sie Bücher lieben, und zwar schon immer und auch hier relativ schnell eher Stoff für Ältere.

Nur, und das wirst Du kennen - im Kontakt mit anderen Kindern ist es dann vor allem im Kindergartenalter manchmal etwas schwierig. In der Regel halten diese einfach kein längeres Spiel durch (ist auch völlig normal). Meine Kinder haben sich zwar immer angepasst (machen sie auch heute noch), aber der Preis einiger Freundschaften ist für sie leider auch, eine gewisse Langweile auszuhalten *seufz*.

Ich kann mir vorstellen, dass gerade für Eltern, die eher
„einfache“ Berufe ausüben oder sich in einem bildungsferneren
Umfeld bewegen, HB sehr bedrohlich sein muss. Wobei nicht
auszuschließen ist, dass diese Eltern selbst hb sind, aber es
niemals festgestellt wurde.

Mein Papa ist auch „nur“ Kraftfahrer und meine Mama PKA -
Pharmazeutisch Kaufmännische Angestellte. Also auch „einfache“
Berufe… Und ich selbst arbeite „nur“ im Sicherheitsdienst…

Ich könnte da jetzt ketzerisch fragen, ob Dein Beruf Dich auslastet :wink:, aber weiter unten gibst Du indirekt eine Antwort.

Aber dann kommen sehr oft so Sprüche wie „Mein IQ ist NUR 100“
Das ist Durchschnitt, wird aber relativ oft schon abwertend
betrachtet. Was „darf“ man denn heutzutage haben um „normal“
zu sein? :wink:

115 Minimum *läster*

Sobald die intellektuelle Seite eines Kindes „öffentlich“ aus
dem Rahmen fällt, so ab dem Kindergartenbesuch spätestens,
müssen Eltern sich warm anziehen. Der erste Verdacht lautet
meistens, dass die Kinder zu sehr gefördert werden. Dass man
ihnen die Kindheit raubt, sie mehr draußen spielen sollten,
konsequenter erzogen werden sollten und, und, und.

Gut, damit habe ich dann keine Erfahrung. Aber gibt es nicht
spezielle Fördereinrichtungen für HB-Kinder? Außerdem, was hat
man für eine Alternative? Man kann ja die Intelligenz nicht
wirklich unterdrücken.

Ab und zu erscheinen wunderbare Zeitungsartikel oder TV-Reportagen, nach deren Aussage es eine Fülle von Förderung gibt. Selbst die Lehrerin meiner ältesten Tochter ist darauf hereingefallen - da gibt es nämlich etliche „Haken“ - später mehr.

Im Kindergartenalter ist eine HB ja meistens noch nicht bekannt, es ist mit 3 Jahren (=Kigaeintritt bei uns) auch noch sehr früh für einen IQ-Test. Früher wurde hilfweise der Kaufmann-ABC gemacht, der geht ab 2,irgendwas Jahren, ist aber eigentlich nur ein Entwicklungstest.

Die ersten Jahre, in denen das Kind meistens auffällt, sind also meistens die Phase, in denen Eltern und evtl. Erzieherinnen nach Gründen suchen, warum das Kind anders ist. An allererster Stelle liegt es natürlich an der Erziehung, genauer übrigens an der Mutter - Väter werden nach meiner Erfahrung von Erzieherinnen und Lehrerinnen nicht angesprochen, wenn es Klagen gibt *grummel* - mein Mann ist durchaus oft vor Ort, man KÖNNTE ihn auch ansprechen…

Die Kinder erfahren sehr subtil, dass sie anders sind: Meiner
ältesten Tochter wurde im Kiga alles, was nicht für
Dreijährige vorgesehen war, weggenommen mit der Bemerkung „Das
ist noch viel zu schwer für dich!“.

Ist es nicht möglich, daß da die Eltern durch Gespräche
versuchen Verständnis zu wecken?

Siehe oben - das setzt voraus, dass Eltern von HB wissen, wenigstens allgemein - wir hatten damals absolut keine Ahnung, und selbst wenn, hätten wir ganz lange niemals HB mit UNS in Verbindung gebracht :wink: Also diskutiert man vertrauensvoll mit der Erzieherin, was man besser machen könnte in der Erziehung *ggg*.

Klar ist das Puzzle-Problemchen meistens leicht zu lösen, aber etliche andere Dinge eben nicht.

Und Erklärungen, daß das Kind ganz ohne euer Zutun nunmal hoch
begabt ist fruchten nicht? Ich persönlich finde, Erzieher die
eine HB SO konsequent ignorieren haben ihren Beruf verfehlt…

Wenn sie wenigstens anerkennen, dass ein Kind eben „weiter“ ist, ist das schon toll - so ging, bzw. geht es uns im Kiga mit Kind Nr. 2 und Nr. 3 *erleichtertbin*. Da habe ich HB noch nie explizit erwähnt.

Das Erzieherteam unserer mittleren Tochter hat engagiert mit unterstützt, dass sie mit gerade 5 Jahren vorvorzeitig eingeschult werden konnte (damals noch absolut exotisch). Die Erzieherinnen brachten damals extra privates Material von den eigenen älteren Kindern mit, um Tochterherz zu beschäftigen *freu*. Der Vorteil damals war einfach, dass die ältere Schwester als HBchen bereits Türen geöffnet hatte für dieses Thema.

Klasse überspringen?

Unsere älteste Tochter hat eine Klasse übersprungen - ihre damalige Lehrerin hat das eingefädelt, war sehr kooperativ.

Die aufnehmende Lehrerin war eine Katastrophe, verleugnete HB total (Tochter war damals nicht getestet). Neue Miteltern, überwiegend Akademikerhaushalte mit großen Plänen für ihre Sprösslinge, waren superneidisch und gaben dies an ihre Kinder - die neuen Klassenkameraden - weiter.

Nach einigen Monaten verkündete unsere bisher superfröhliche Tochter, sie wolle nicht mehr leben.

Das war die Kurzform zum Thema „Überspringen“ :frowning:

Spezielle Förderschulen?

Gibt es zahlreiche - für lernschwache Kinder.

Wir haben übrigens ein HB-Internat in der Nähe. Nur - Aufnahme ab Klasse 7, nur in Internatsform. Dazu sind unsere Kinder noch zu jung und wir vermutlich auch nicht vermögend genug :frowning:

Aber es wird dennoch immer auffallen und es ist ja nichts, was
man ändern oder - ohne dem Kind zu schaden - beeinflussen
kann. Ich meine, ich erzähle es nun auch nicht gerade Gott und
der Welt. Und die einzigen, die meinen genauen IQ wissen, sind
meine Eltern und so wird es auch bleiben. Dennoch finde ich
auch ein kosequentes totschweigen nicht das richtige Mittel,
um auf die Bedürfnisse und (auch sozialen) Besonderheiten von
HB-Kindern hinzuweisen. Klar, wenn es jeder nur totschweigt,
dann bleibt es auch suspekt. Und das ist ja nicht nur bei HB
so…

Ja, es ist ein ziemlicher Zwiespalt und immer nur individuell zu entscheiden. Meine Älteste verleugnet ihre HB komplett, gibt ihr Alter meistens ein Jahr höher an, damit nicht auffällt, dass sie in der „falschen“ Klassenstufe ist, möchte unbedingt „normal“ sein *seufz*.

Tochter Nr. 2 ist da selbstbewußter und plappert bisher recht hemmungslos raus, dass sie Schule sooo langweilig findet, weil alles zu leicht ist. Das kommt zunehmend schlecht an bei Miteltern (wenn sie andere Mädchen besucht), weil diese mir sagen, dass sie eben mit ihren Kindern mühsam durch die Schulzeit gehen, und uns fliegt alles zu. Wenn die wüßten !

Der IQ-Wert ist außer uns niemandem bekannt, nicht einmal unseren Kindern.

Ich gebe zu, dass ich nicht unglücklich wäre, wenn bei meinem
Sohn, der gerade in der Testung ist (auf ADHS, aber die
Psychologin klärt auch HB mit ab), KEINE HB vorliegen würde.

Aber du kannst es trotzdem nicht ändern :wink: Deine Kinder
haben, wenn ihnen die nötige Förderung zuteil wird, aber dafür
viel höhere Chancen, daß sie sich für einen gut bezahlten Job
qualifizieren können. Das ist gerade in der heutigen Zeit
alles andere als zu verachten.

Damit trösten wir uns auch.

Nur - wenn wir sie nicht mühsam durch unser Schulsystem schleusen, ist eine höhere Qualifikation schnell verspielt. Du kennst das ja scheinbar :wink:, ich übrigens auch.

*räusper* *breitgrins* Hey, so war ich auch :smile: Allerdings
habe ich das Gymnasium irgendwann einfach geschmissen. Daß
lernen sich lohnt - zumindest was die Berufschancen, und damit
den Verdienst, betrifft - habe ich „leider“ viel zu spät
begriffen.

Abi habe ich gemacht, meine Eltern waren superhart und hätten mich vermutlich im Keller gefesselt, hätte ich schlechte Noten gehabt :frowning:, aber ansonsten bin ich beruflich leider auch nicht so wirklich ausgelastet *seufz*.

Neid !

Sportliche Leistung ist für jeden leichter durchschaubar - wer
soundsoviele Sekunden schneller rennt, ist eben besser. Da
aber nicht jeder Leistungssport treibt, ist das dann auch
keine Konkurenz.

Ein IQ ist so etwas nebulöses, Intelligenz nicht greifbar,
aber irgendwie hat ja jeder einen IQ… somit fühlt sich ein
nicht-hochbegabter Gesprächspartner wohl sofort minderwertig.

Okay, Sport war ein doofes Beispiel, ich geb’s zu.

Finde ich überhaupt nicht. Es gibt etliche Sportkindergärten, und niemand regt sich darüber auf… Für HBchens gibt es nix, siehe oben.

Anderes
Beispiel: Warum wird Schönheit nicht mit soviel Skepsis
betrachtet? :wink: Jemand der „schön“ ist, wird doch auch nicht
gleich geächtet, im Gegenteil.

Das glaube ich nicht, im Real Life haben sehr schöne Menschen es nicht leicht, weil jeder sie für schön, aber doof hält.

Ich finde es einfach so schade, daß so viele HB-Kinder nicht
ausreichend gefördert werden und sich dadurch leider eine
Vielzahl anderer Probleme einstellen. Nicht selten sind
unterforderte HB-Kinder schwierige und verhaltensauffällige
Kinder.

Wenn man Lehrern glaubt, ist momentan der Trend eher der, dass schwierige und auffällige Kinder schlecht erzogen sind und die Eltern sich wahlweise auf ADHS und/oder HB herausreden - OHNE Diagnose. Ob’s stimmt, weiß ich nicht, aber ich kenne auch unerträglich affige Eltern von Pseudo-HBchens, die nach einem angekündigten Test nie wieder darüber reden *g*.

Es mag sein, daß eine Hochbegabung gesellschaftlich
problematisch für die Kinder und Eltern ist, aber sie ist ja
trotzdem da, auch wenn man sie ignoriert oder nicht haben
möchte.

Stimmt. Aber es handelt sich schlicht um eine Randgruppe - 98 % der Bevölkerung haben damit nichts zu tun und werden daher immer misstrauisch diese komischen „Genies“ betrachten *seufz*.

Schönes Wochenende wünscht

Inselchen - deren Nachwuchs gerade ausnahmsweise friedlich spielt *aufHolzklopft*

Hallo,

Spezielle Förderschulen?

Gibt es zahlreiche - für lernschwache Kinder.
Wir haben übrigens ein HB-Internat in der Nähe. Nur - Aufnahme
ab Klasse 7, nur in Internatsform. Dazu sind unsere Kinder
noch zu jung und wir vermutlich auch nicht vermögend genug :frowning:

Für HBchens gibt es nix, siehe oben.

Wenn wir bei „Wünsch-Dir-Was“ wären, wie sollte die passende Förderung / die passende Einrichtung deiner Meinung nach aussehen?
Mich interessieren die Wünsche der Eltern und die der HB-Kinder.
Im „wir-basteln-jetzt-jeder-drei-Regenschirme-Kindergarten“ oder mit der „Elche-haben-Hörner-Erzieherin“ werden sie nicht ausreichend gefördert…

etwas vom Thema abweichende Grüße
Tato