Zusammenfassung und Dank
Ergebnisse der Diskussion
Ich danke allen für die rege Mitwirkung. Hier mein Versuch, daraus
und aus Internetquellen zu jeder meiner Thesen eine Antwort
abzuleiten:
- Hochdeutsch existiert nicht.
Doch, ‚Hochdeutsch’ gibt es, und zwar in mindestens drei Ausprägungen
– je als Standarddeutsch in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Die Verwendung des Begriffs ‚Hochdeutsch’ kann jedoch
missverständlich sein.
- Hingegen gibt es 3 gleichwertige > Standarddeutsch – je eines in
Deutschland, Österreich und der Schweiz; das Standarddeutsch in
Deutschland steht also nicht über den beiden andern Standards.
Die unterschiedlichenStandarddeutsch der drei Länder werden hier
bestätigt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Standardsprache
http://de.wikipedia.org/wiki/Diglossie#Begriffsgesch…
Die Gleichwertigkeit wird hier bestätigt:
http://www.grin.com/de/preview/21401.html
- Standarddeutsch wird – mündlich wie schriftlich – dort angewandt,
wo die Verständigung im ganzen Land gesichert werden soll.
Wird von Wikipedia bestätigt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Standardsprache
- Deshalb werden in jedem der drei Standarddeutsch bestimmte von
einander abweichende Begriffe und Wendungen gepflegt; massgeblich
sind vor allem amtliche Verwendung und Medien. Bei diesen Begriffen
handelt es sich NICHT um > Dialekt.
These 4 wird hier sinngemäss bestätigt:
„ Sprachliche Standardisierung umfasst unter anderem die
Allgemeinverbindlichkeit einer sprachlichen Norm, deren Kodifizierung
in Grammatiken und Wörterbüchern, die Verwendbarkeit der Sprache für
alle wichtigen Lebensbereiche (Polyvalenz) sowie die dafür
erforderliche stilistische Differenzierung. …“
http://de.wikipedia.org/wiki/Standardsprache
- Dialekt ist alles, was nicht Standarddeutsch ist.
Es wird besser Standarddeutsch und Nichtstandarddeutsch
unterschieden. Zum letzteren gehören alle nicht standardisierten
Varietäten, u. a. Dialekte und Regionalsprachen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Standardsprache
- Die Bewohner/innen des deutschsprachigen Raums wachsen mündlich
und schriftlich zweisprachig auf - mit einem Dialekt und dem
Standarddeutsch ihres Landes. (Diese besondere > Zweisprachigkeit mit
zwei eng verwandten > Sprachvarietäten heisst > Diglossie.)
Das wird für die Schweiz und bestätigt (Ferguson), für Deutschland
nicht:
„… Da aber beispielsweise im deutschen Sprachraum der
Bundesrepublik Deutschland (…) inzwischen viele Menschen keinen
Dialekt mehr sprechen, kann die Standardsprache auch in all jenen
Situationen benutzt werden, in denen sonst der Dialekt vorherrscht(e)
– im Gegensatz zu einer echten Diglossie wie sie noch heute in der
Deutschschweiz besteht, wo die Einheimischen in Alltagssituationen
(fast) ausschließlich ihre Dialekte sprechen und der Gebrauch der
Standardsprache völlig inakzeptabel ist. …“
http://de.wikipedia.org/wiki/Diglossie
Hier wird die These 6 auch für Österreich bestätigt:
„… Verwendet man den weitgefassten Begriff von Bilinguismus, so
haben wir es in Österreich eindeutig mit einer diglossalen
sprachlichen Situation zu tun, einer Diglossie zwischen regi-
onalen Dialekten und Hochsprache. …“
http://www.sprachen.ac.at/download/sprachen.pdf
- Die beiden Sprachvarietäten werden getrennt angewandt; man springt
also nicht im selben Satz vom Standarddeutsch zum Dialekt und zurück,
sondern setzt beide von Situation zu Situation ein. Jedermann weiss,
in welcher Situation Standarddeutsch bzw. Dialekt – geschrieben oder
gesprochen - am Platz ist. Funktional wird also klar zwischen diesen
zwei eng verwandten Sprachvarietäten differenziert.
Siehe Antwort zu These 6.
Die Definition der Diglossie wird hier bestätigt:
„… In einer echt diglossischen Situation sind die Grenzen niemals
fließend. …“
http://de.wikipedia.org/wiki/Diglossie
In den Ländern mit Diglossie nimmt möglicherweise das Phänomen des
‚Code-Switchings’ zu:
„… Code-Switching (auch Sprachwechsel, Kodewechsel, Kode-
Umschaltung) bezeichnet in der Sprachwissenschaft den Vorgang, dass
ein bilingualer Sprecher innerhalb eines Gespräches von einer Sprache
in eine andere (bzw. in einen Dialekt) wechselt. Der Kodewechsel
hängt oft vom jeweiligen Kontext ab. Das Phänomen kann sowohl beim
Sprechen als auch beim Schreiben auftreten. …“
http://de.wikipedia.org/wiki/Code-Switching
„… Allerdings unterscheidet die neue Code-Switching-Forschung
zwischen konversationellem Code-Switching auf der einen Seite, das
funktional ist, das eine Strategie darstellt und das die
zugrundeliegende Existenz zweier Codes (zweier Sprachen als
unterschiedene Ganzheiten bei den SprecherInnen) voraussetzt und
bilingualem Code-Switching auf der anderen Seite, das auf einem
gemischten Code beruht (Auer 1998, 49) und dort als Ausdruck ganz
normalen variablen Sprachverhaltens gesehen wird (So Franceschini
1998, 52). …“
http://www.germa.unibas.ch/seminar/whoiswho/publikat…
ahaecki_psycholinguistik.pdf
Mit freundlichem Gruss
Rolfus