über hochbegabte Kinder und wie handeln ! *lang*
huhu,
ich möchte primär auf Marions Artikel weiter unten eingehen, danach allgemein:
der Artikel ist soweit in Ordnung, nur hier:
Das Problem bei solchen Kinder ist nicht, dass sie mit 3
Jahren lesen und schreiben können. Das Problem ist, dass sie
etwas „besonderes“ sind. „Besonders“ sein sondert aus. Die
Probleme entstehen dann im sozialen Bereich bei der
Interaktion mit anderen Kindern. Dein Kind weiß nicht, dass er
was „besonderes“ ist, dass er sich in diesem Bereich von
anderen Kinder unterscheidet. Gib du ihm nicht das Gefühl.
Pfeif auch eventuell Großeltern o.ä. zurück, die enventuell
regelmäßig Begeisterungsschreie ausstoßen, wenn dein Kind das
Alphabet rezitiert. Manche Verwandet tendieren dazu, solche
Kinder zu „Vorführkaspern“ zu machen, um anderen zu
demonstrieren, wie gut ihr Kind irgendwas schon kann. Lass das
nicht zu. Dein Kind ist kein Clown. Es ist aus seiner Sicht
ein ganz normales Kind. Behandle es auch so.
Ein hochintelligentes Kind merkt, dass die anderen Kinder in seinem Alter nicht mehr auf seinem Level sind. Es kann mit ihnen nix mehr anfangen und sondert sich von selbst aus, sucht Kontakt zu größeren, die nicht wollen, dass er mit ihnen spielt, weil er ja noch ein „Kleiner“ ist. In der Grundschule gehen dann die Probleme richtig los. Da viele (wie hier auch überall erwähnt) das Kind beim Lesen und Rechnen im Kindergartenalter fördern, langweilt sich das Kind in der Grundschule, und nicht jedes Kind schafft den wechsel vom Störenfried zum Klassenbesten, wie oben erwähnt wurde.
Diese Kinder werden innerlich unruhig, weil sie nicht mehr gefordert werden und darum auffällig. Das Sozialverhalten ist auch nur begrenzt, durch eben dieses „Level“ der Kommunikation zum Beispiel.
Jedoch: Man sollte Kinder nicht bremsen. Aber „nicht bremsen“ heißt auch nicht direkt fördern. Wenn ein Kind im Kindergarten unbedingt lesen will, kann man das verstehen. Ich würde ihm nur soweit geben, wie er fragt. Ansonsten (damit sind wir gut gefahren - zwei hochintelligente Kinder) haben wir die Kinder (sie kannten die ersten Buchstaben vor dem Kindergarten und legten die ersten einfachen Worte wie „Eis“ und „Pizza“ und Namen) in einen deutsch-französischen Kindergarten gebracht. Dort hatten sie dann wieder „INPUT“, was sie vom schreiben und rechnen (wir rechneten mit Gummibärchen „Wenn Dany eins wegisst *mampf* wieviele hast du dann?“ „heeeee“ *g*)ein wenig ablenkte. Das finde ich wichtig. Denn gerade hochbegabte Kinder haben einen Hang zur einseitigen Richtung, weil sie da (aufgrund ihrer Nachfragen) dort besonders gefördert werden. Durch den dt.-frz. Kindergarten (der beiden Kindern unheimlich gut tat) ging die Suche nach einer Grundschule los.
Wir wollten eine mit Musikförderung, aber die nahmen den Kleinen nicht, da er erst 5 war und körperlich zierlich. Das wäre inhaltlich allerdings genau das gewesen was er gebraucht hätte. So kam er in die nahe gelegene Grundschule. Dort war er von Beginn an Klassenbester, wurde jedoch mit der Zeit Klassenclown. Er war immer als erster fertig (mit denken, nicht mit schreiben - die Motorik konnte noch nicht umsetzen, wie er das wollte -> unruhig). Gespräche mit der Lehrerin ergaben dann eine Reihe von freiwilligen Zusatzaufgaben.
Leider ist diese Lehrerin nicht erfahren mit Hochbegabung. Meine Schwester hatte mehr Glück. Erstens brachte er ihr immer das selbst gelernte bei (die beiden laufen mit Rechenblöckchen durch die Gegend, ich hätte mich erschossen, wenn ich außerhalb der Schularbeiten noch hätte rechnen müssen -.- die beiden stellen sich Matheaufgaben, als würden sie sich Witze erzählen), zweitens hatte sie eine Lehrerin, die auf sie einging. Die Lehrerin führte ein „Zusatzaufgabensystem“ ein. 21 Lernblätter. Wer früher fertig ist, oder wer möchte kann die Aufgaben auf den Blättern machen, auch gerne zu Hause. Im Schnitt haben die Kinder etwa 8 Blätter im ersten halben Jahr durch. Meine Schwester alle 21, freiwillig und von sich aus. Meine Mutter hat sie da in keiner Weise beeinflusst. Diese Blätter sind eine gezielte Weiterbildung fürs 2. Schuljahr. Sie ist nun in den Osterferien in die 2. Klasse zu ihrem Bruder gewechselt. Er überspringt erst, wenn es auf eine weiterbildende Schule geht, da er den Klassenzusammenhalt bruacht, er ist mehr den sensible Typ.
Um das soziale und die Motorik auszugleichen machen die Kinder Musik nebenher. Sie musizieren (haben bald eine Aufführung als Mozart und seine Schwester - richtig in Kostüm) gerne und sehr gut. Sie merken, dass sie das ein bischen ausgleicht. Für die Motorik geht mein Bruder reiten, zusätzlich geht meine Mutter oft mit beiden ins Schwimmbad. Meine Schwester hat ihren Lieblingssport von selbst gewählt - fechten. Meine Eltern waren etwas erstaunt, wie sie dazu kam, aber sie liebt es tatsächlich und ist auch gut darin. Zudem gehen beide Kinder viel raus spielen. Es ist wichtig, dass gerade hochbegabte Kinder auch Kinder sein dürfen. Wenn sie immer nur gefo(ö)rdert werden, bringt sie das zwar primär weiter, aber es fehlt ihnen etwas an ihrer Kindheit. Bei hocbegabten Kindern vergisst man, dass ein 6-jähriges Kind emotional auch erst sechs ist, wenn es auch kopfmäßig weiter denken kann. Aber darum kann man das Kind nicht wie einen Erwachsenen behandeln. Es muss genauso weinen, motzen, schimpfen und lachen dürfen, wie andere sechsjährige. Denn emotional sind auch hochbegabte Kinder nicht weiter als andere! Das vergessen viele gerne, das das Kind ja „reifer erscheint“.
Hochbegabung bei Kindern bedeutet Stress und viel Arbeit für Eltern. Das geht schon bei der Kindergartensuche los, und hört nicht mehr auf. Man muss wie bei allen Kindern zahllose Fragen beantworten, oft aber mehr in die Tiefe gehende, was so manchen an die eigenen Grenzen bringt.
Hochbegabung ist NICHT, da stimmt ich dir zuu, Marion, wenn ein 1,5-jähriger in der eigenen Sprache ein Wort sagt, das in unserer ein ganzer Satz wäre. Es wäre eine Sprachbegabung vorhanden, wenn er schon 3-Wort-Sätze sprechen würde :o) in unserer Sprache.
Ich persönlich finde „Babysprache“ eh überflüssig. Wenn das Kind „balla“ sagt, ok, aber die Eltern können weiterhin Ball sagen. So muss das Kind erst die Babysprache lernen (Balla, tut-tut, wau-wau) und danach umlernen auf unsere Sprache, das ist ein Umweg. Das ist ein Auto und das MACHT tut-tut, das ist ein Hund und der MACHT wau-wau. SO sprechen Kinder vielleicht nicht ganz sooo früh, sondern minimal später, dafür müssen die Kinder danach aber nicht mehr umlernen und können die Energie in etwas anderes stecken.
So, mein Monsterartikel ist zu Ende, wer Lust hat mich zu zerreißen, weil ihm irgendwas nicht passt, BITTE ;o)
Ansonsten hoff ich, dass der Artikel für mache auch eine Bereicherung ist.
Liebe Grüße,
Dany