Liebe Andrea,
auf Deine Fragen möchte ich Dir nicht polemisch, nicht
abwertend, nicht hochfahrend antworten: ich habe den Eindruck,
daß Du eine Bekenntniskirche haben möchtest, eine Kirche, die
nicht nur ein Bekenntnis zu Gott und Christus ablegt, sondern
auch genaue Vorstellungen davon hat, was im Alltag richtig und
falsch ist, diese Vorstellungen deutlich ausspricht und sie
dann auch durchsetzt. Durchsetzt unter anderem mit der
sogenannten „Kirchenzucht“ - der Sünder oder die Sünderin wird
aus der Gemeinde ausgeschlossen für kürzere oder längere Zeit,
bis er/sie Buße getan hat; für immer, wenn er/sie diese Buße
ablehnt.
Nun ging es in diesem Faden um die Trauung/Hochzeit, und da
liegt das Thema Geschlechtlichkeit natürlich nahe. Es liegt
nahe, aber es ist nicht zwangsläufig, daran in diesem
Zusammenhang zu denken. Darf ich mich verwundert zeigen - ohne
alle Polemik! -, daß Dir gerade dieses Thema einfällt? Ich
ziehe daraus keinerlei Schlüsse; aber ganz allgemein bin ich
immer wieder erstaunt, wie sehr das Thema Sex die Menschen
gerade im Zusammenhang mit der Ethik/Moral/Kirche/Glaube
beschäftigt. Ich bin einfach bloß erstaunt und ziehe daraus
immer noch keine Schlüsse; die kommen vielleicht später.
All die Dinge, die Du angesprochen hast, gehören in das
seelsorgerliche Gespräch, das aber ist ein Gespräch zwischen
dem Pfarrer und dem Christen/der Christin, und darüber hat der
Pfarrer zu schweigen. Also kann außer den beiden niemand
wissen, was gesagt worden ist, ob der Pfarrer nicht vielleicht
doch all das gesagt hat, was Dir zu fehlen scheint.
Nun geht es aber weiter: Du findest nicht für alle Fragen
unseres Lebens in der heutigen Zeit klare Anweisungen in der
Bibel. Was ist mit dem Menschen, der nach einem kleinen
Autounfall gleich auch noch die Beulen beseitigen läßt, die
schon lange dawaren und mit dem Unfall gar nichts zu tun
haben? Was ist mit dem Menschen, der in der pharmazeutischen
Fabrik arbeitet und sagen wir mal an der Entwicklung von
Contergan, Lipobay, Vioxx mitmacht und Menschenleben
gefährdet?
Was ist mit den Menschen in der Rüstungsindustie? In der
Nahrungsmittelindustrie, wenn sie sich daran beteiligen,
natürliche Ingredienzien durch künstliche Aromastoffe und
anderen Müll zu ersetzen - nur um des Gewinns willen? Sollen
die auch aus der Gemeinde ausgestoßen werden?
Mag sein, daß Du all diese Fragen unfair findest, vor allem,
da Du Dich ja erst seit einigen Monaten intensiv mit dem
Glauben beschäftigst. Ich finde es großartig, daß Du das tust
und wünsche Dir dazu Gottes Segen und Seinen Geist.
Ein letzter Satz: das alles paßt nicht zu Deinem Bild von Gott
(Deine Worte). Was aber, wenn Du Dir gar kein Bild machen
solltest?
Glaube weiter und denke weiter!
Herzlichst - Rolf
Hallo Rolf,
da ich in einer Art „Findungsphase“ bin, sind meine Gedanken noch relativ wirr zu diesem Thema, mir fehlen viele Einblicke, die ich mir leider durch enormen Zeitmangel leider nicht so schnell aneignen kann.
Ich nehme mir die Zeit, die ich habe, die viell. zu wenig ist für dieses komplexe Thema.
Ich versuch einigermaßen auf dein Beitrag einzugehen.
Ich will nicht, dass eine christliche Einrichtung einem das Alltagsleben vorschreibt, ganz im Gegenteil, denn die Bibel sagt aus, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist u jeder einen freien Willen besitzt.
Nur frage ich mich manchmal, wenn es eine Bibel gibt, die man durch eine Taufe oder spätere Erkenntis (dies sage ich aufgrund der Kindstaufe, da man sich ja da eigentlich noch gar nicht entscheiden konnte, sondern jem. die Entscheidung dafür abnahm) als das Wort Gottes annimmt, sollte man sich doch an diese halten bzw. danach streben (weil wir unvollkommen sind).
Das mir natürlich Sex vor der Ehe als Thema einfällt, liegt wahrscheinlich erst einmal an dem Ausgangsthread u weil ich finde, dass ein offensichtlicher Verstoß gg. die Bibel ist, wenn 2 Personen unverheiratet zusammenleben. (viell. liegt es auch daran, dass ich selbst mit diesem Thema „Erfahrung“ habe)
Klar weiß ich nicht, ob der Pfarrer über solch ein Thema mit der betroffenden Christin/Christ spricht, aber leider scheint dieses Thema einfach geduldet zu sein - man geht eben mit der Zeit.
Wirklich ein Vorgehen gg. solch ein Fehlverhalten habe ich nohc nicht erlebt (im Freundes u Bekanntenkreis leben Menschen, die sich der katholischen Kirche zugehörig fühlen u auch zu ihren Pflichtveranstaltungen gehen, die sich als Katholiken bezeichnen, aber trotzdem gg. die Bibel leben).
Unter Vorgehen verstehe ich jetzt nicht sofort die Peitsche rauszuholen u den Sündiger auszupeitschen, nein, aber hat den ein Pfarrer o Pastor o wie sie alle heißen, nicht die Aufgabe jedem einzelnem Mitglied zur Hilfe zu stehen? Gehört nicht auch dazu, dass man jem. auf seine Fehler hinweist u ihn unterstützt, diese wieder zu bereinigen?
Hilft es dann der betroffenen Person, wenn einfach darüber hinweggegangen wird?
Meines ERachtens nicht!
Wozu dann eine Gemeinde, wenn diese einem nicht unterstützend beisteht?
Hat Jesu nicht gesagt, Christen sollen sich versammeln um Kraft zu tanken u nicht vom Weg abzukommen?
Deine Aufzählung bzgl. Arbeiter in bestimmten Berufen!
Nun ist die Frage, wieso geht es der Welt so schlecht? Sind es auch Bewährungsproben, denen wir trotzen müssen,die wir durchstehen sollten, wie Hiob?
Wenn man also als Christ in der Rüstungsindustrie arbeiten sollte, muss man sich fragen, ob man es mit sich u dem Glauben zu Gott u seinen Vorsätzen vereinbaren kann?
Kann man es tatsächlich gut heißen, dass das was man herstellt, andere Menschen offensichtlich töten wird?
Meines Erachtens stehen bei Christen Gott u seine Gebote an erster Stelle. Was wäre zu tun?
Meine Meinung ist dazu, seinen Job aufzugeben u sich einen andere Arbeit zu suchen, ich könnte es nciht mit mir vereinbaren… aber dafür gibt es bestimmt andere Personen, die es mit sich vereinbaren könnten…
Wenn man in der Pharmaindustrie arbeitet u im Nachhinein Ergebnisse zeigten, dass bestimmte Produkte nachhaltig Schäden bei einnehmenden Personen verursachte, finde ich nicht, dass man daran arbeitet, Menschen zu töten, sondern eher das Gegenteil. Das war, meines Erachtens vorher nicht abzusehen. NIcht so, wie wenn man Panzer herstellt, oder???
Bzgl. des Thema Krieges frage ich mich, was ist das für eine Kirche, die die Truppen segnet, damit sie in den Krieg zieht.
WEnn 2 christl. Länder an der Grenze stehen, um sich gg.seitig zu töten u die jeweiligen Kirchenoberste die eigenen Truppen segnen - wem soll Gott helfen?
DAs doch Irrsinn, oder? U steht nicht in der Bibel, du sollst nicht töten?
Da stellt sich doch für mich die Frage, ob diese oben erwähnten Kirchen nicht die falschen Propheten sind, von den Jesu sprach?
Ich weiß man soll sich von Gott kein Bild machen, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Eher meinte ich damit, dass Gott Eigenschaften verkörpert. in der Bibel wird geraten, sich diese Eigenschaften zu nutze zu machen… manchmal sehe ich das als Widerspruch zu den Taten u Gebräuchen der Kirche.
Daher entsprechen sie für mich nicht die Verkörperung Gottes o wie man es auch gerne hört „das Sprachrohr Gottes“
Ich hoffe meine Ausführungen sind nicht so verwirrend… wie gesagt, ich versuche sie noch selbst zu ordnen.
Daher bin ich gern zu einem Gedankenaustausch bereit u begrüße es sogar, natürlich in einer angenehmen Art.
Liebe Grüße
Andrea