Hallo zusammen,
ich hätte da mal eine Frage zum Klettern und der Höhenangst.
Glaubt ihr das man durch Konzentration und immerwiederkehrender Begegnung mit der Angst diese überwinden kann?
Oder denkt ihr das diese Angst immer wieder kommen kann und gerade im falschen Augenblick,so das man dann vielleicht sogar vor Angst erstarrt und sich nicht mehr weiter bewegt?
Was sind eure Erfahrungen oder Thesen?
Oder anders gefragt: Worauf beruht die Höhenangst?
Liegt das an bestimmten körperlichen Vorraussetzungen?
Ist diese Angst einfach vererbt?
die auseinandersetzung mit der angst ist sogar eine methode die in der psychologie angewendet wird.
wenn man sich stück für stück mehr zutraut dann kann man solche ängste verlernen bzw. umlernen, d.h. sie unter bewusste kontrolle bringen.
die reaktion auf höhen allgemein scheint uns angeboren zu sein-das kann man in der entwicklung von kindern gut sehen.
wichtig scheint aber dabei zu sein welches umfeld vorhanden ist; wenn das kind weiss dass die eltern dabei sind und nichts passieren kann wird es weniger stark reagieren als wenn es alleine ist.
tschüss
matthias
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ich hätte da mal eine Frage zum Klettern und der Höhenangst.
Glaubt ihr das man durch Konzentration und
immerwiederkehrender Begegnung mit der Angst diese überwinden
kann?
Ja.
Oder denkt ihr das diese Angst immer wieder kommen kann
Das gehört schon auch dazu.
und
gerade im falschen Augenblick,so das man dann vielleicht sogar
vor Angst erstarrt und sich nicht mehr weiter bewegt?
Nein. Erstarren wirst Du im Klettergelände kaum - ich habe das weder bei mir noch bei anderen erlebt. Du wirst in so einem Fall eher eine „Nähmaschine“ (=unkontrolliertes Muskelzucken in Oberschenkel und Waden) bekommen. Das kommt dann von der durch Angst verkrampften Muskulatur. Weit kommt man so natürlich nicht … (im „Gehgelände“ kann das natürlich anders sein)
Es ist dann so, dass man die Tour abbricht und umkehrt, obwohl das objektiv nicht nötig gewesen wäre. Die psychische Stärke (Moral) ist beim Bergsteigen eben ein Schlüsselfaktor.
Was sind eure Erfahrungen oder Thesen?
s.o.
Problematisch finde ich eher, dass man mit der Zeit die Angst vor der Höhe verliert. Das verführt dann leicht dazu, die Gefahr zu unterschätzen und notwendige Sicherungsmassnahmen zu unterlassen. Die Ursache vieler (der meisten?) Bergunfälle ist die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten (also Fehler beim Risikomanagement). Dies ist die Kehrseite der Medaille.
Oder anders gefragt: Worauf beruht die Höhenangst?
Liegt das an bestimmten körperlichen Vorraussetzungen?
Ist diese Angst einfach vererbt?
ich denke eher, das dieser biologische Schutzmechanismus (=Angst) angeboren ist, genauso wie andere Mechanismen. Durch körperliches Training kann man diese Höhenangst nicht „besiegen“. Das findet einzig und allein im Kopf statt. Sicher hilft es, sich in Situationen zu begeben, die diese Angst hervorrufen. Doch das ist nur Mittel zum Zweck. Leider ist ein Test immer mit der Gefahr eines Unfalls verbunden, so etwa wie weit kann ich gehen, wo werde ich unsicher, wann weiß ich nicht mehr weiter. Wie im anderen Posting schon gesagt, die Gefahr, das diese Angst auch in echt brenzligen Sitationen nicht warnt, begünstigt einen Unfall, oder eher die Selbstüberschätzung.
Allein schon ein gut gedrehter Film kann Höhenangst auslösen, für manche reichen schon einige Leitersprossen zur Höhenangst.
Das Dumme daran ist, das man bei Angsterscheinungen nicht mehr rational reagiert, also nur noch reflexartig etwas versucht. Das geht natürlich uberproportional oft schief (ist aber auch trainierbar).
ich kletter und habe Höhenangst.
Das Problem ist aber eher der „Kampf“ im Kopf, der damit enden kann, dass man die Kontrolle übersich selbst verlieren kann.
Das gleiche gilt bei mir für Platzangst.
So lange mich jemand sichert dem ich vertraue, gewinnt mein Verstand immer und ich habe die Angst im Griff und sie ist auch garnicht relevant.
Als mich jemand mal schlecht gesichert hat und ich auf dem Boden landete konnte ich erstmal nicht mehr meine Angst unterdrücken.
Aber man muss ja auch nicht mit jedem klettern ;o)
cya anna
ich kletter mitlerweile schon seit über fünf jahren und nehme immer wieder freunde von mir mit. es waren auch ein paar dabei die ein bischen
höhenangst hatten… man muss es einfach ausprobieren obs klappt. wenn du in eine kletterhalle gehst dann frag einfach einen der mitarbeiter ob er dich sichern kann und du schaust mal wie weit du kommst. lass dich am anfang einfach mal aus ein bis zwei metern ins seil fallen und du wirst sehen das es eine absolut sicheres gefühl ist. Es kann nichts passieren !!! dei meisten unfälle passieren auf dem weg zum klettern!
post scriptum: auch die die höhenanast hatten sind bis nach ganz oben gekommen