Höhenangst

Hallo,

wie entsteht Höhenangst?

Ich leide unter Höhenangst.
Wenn ich vor einem Abgrund stehe und vor mir nur eine niedrige Mauer habe, muss ich auf die Knie, weil ich Gummiknie und Schweissausbrüche bekomme, ich habe dann das Gefühl, als ob es mich hinunter in die Tiefe zieht.

Vom Verstand her, ist es mir klar, dass eigentlich gar nichts passieren kann - ich kann mich aber gegen die körperlichen Reaktionen nicht wehren.
Anderes Beispiel, wenn ich Gittertreppen hochsteigen soll, die ein Geländer haben, bei denen man aber unter sich die Tiefe erahnen kann, bekomme ich die gleichen Symptome, wie bei dem Abgrund und der Mauer - ich kann dann einfach nicht weiter gehen und bin froh, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben.

Als Kind konnte ich von einem Rohbau im 2.Stock problemlos in einen Sandhaufen springen - jetzt würde ich nicht mal mehr die geländerlosen Bauleitern hochsteigen können.

Ich empfinde schon einen gewissen Verlust, weil ich bestimmte Situationen vermeiden muss.

Vielen Dank für eure Antworten!

Gruß
karin

Hi,

Höhenangst ist eine Phobie. Phobien treten sehr häufig auf, etwa 5-10% der Gesamtbevölkerung, etwas häufiger bei Frauen als bei Männern.

Man hat früher die Phobien nach den einzelnen Angstauslöser mit aus dem griechischen abgeleiteten Namen bedacht, heutzutage erkennt man aber, daß diese weitgehende Unterscheidung diagnostisch und therapeutisch unsinnig ist. Man unterscheidet heute noch nach Gruppen, nämlich Agoraphobien, soziale Phobien und isolierte Phobien mit jeweils äußerem Angstauslöser und Krankheitsphobien und Zwangsphobien mit jeweils innerem Angstauslöser. Höhenangst ist eine isolierte bzw. auch spezifische Phobie.

Wie Phobien entstehen, da streiten sich nun die Gelehrten, für die einen ist es eine symbolische Furcht vor einer inneren Bedrohung, die aus Gründen der Verdrängung nicht bewußt wird.

Die anderen sagen, es wäre eine falsch gelernte Angstreaktion, es käme z.B. durch die Koppelung eines ursprünglich neutralen Reizes (Höhe) mit einer traumatischen Situation oder durch Modelllernen, was z.B. die „Erblichkeit“ von Phobien erklären könnte.

Jedenfalls kann man Phobien sehr gut behandeln, wenige Therapiestunden bei einem kognitiven Verhaltenstherapeuten reichen meist, um eine isolierte Phobie zu beseitigen.

Gruß

Yoyi

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Ein Postsciptum und etwas Goethe
Hi,

du befindest dich übrigens in äußerst illustrer Gesellschaft, Johann Wolfgang von Goethe litt auch an Höhenangst, wobei man feststellen muß, es war nicht seine einzige und sicher auch nicht seine schwerste Macke. Er hatte auch ein Problem mit seiner Sexualität, war im Alter Suchtkrank (Alkoholiker) und und und…

Übrigens hat Goethe seine Höhenangst mit Hilfe verhaltenstherapeutischer Methoden (obwohl damals der Begriff noch nicht existierte) besiegt, nämlich mit einem Konfrontationstraining auf dem Strassburger Münster.

Also kannst du dich geschmeichelt fühlen.

Abschließen will ich mit einer Mahnung Goethes, die er nur als Vertreter der Verhaltenstherapie (s.o. Konfrontationstraining) an die Analytiker gerichtet haben kann:

„Einer neuen Wahrheit ist nichts schädlicher als ein alter Irrtum.“

Gruß

Yoyi

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Eine Frage
Hallo,

Man unterscheidet heute noch nach Gruppen, nämlich
Agoraphobien, soziale Phobien und isolierte Phobien mit
jeweils äußerem Angstauslöser und Krankheitsphobien und
Zwangsphobien mit jeweils innerem Angstauslöser. Höhenangst
ist eine isolierte bzw. auch spezifische Phobie.

Könntest du das näher erklären? Ich meine, ich verstehe natürlich den Unterschied zwischen äußerem und innerem Angstauslöser. Warum kann nicht ein innerer Angstauslöser Ursache von Höhenangst sein?
Es würde mich interessieren.

Danke und Gruß,
Camilla

Hi,

der Auslöser ist die Wahrnehmung einer Höhe. Das ist äußerlich. Die Ursache kann natürlich „innen“ gesucht werden, wenn man z.B. das tiefenpsychologische Modell akzeptiert, also eine unbewußte Phantasie, deren Inhalt verdrängt ist. Diese Phantasie bezieht sich im tiefenpsychologischen Modell auf intrapsychisch erlebte Gefahren, für die die in der Außenwelt erlebten Gefahren dann stellvertretend eintreten. Analytiker sprechen von einer Verschiebung des ANgstobjektes von innen nach außen, was dazu führt, daß das Angstobjekt gemieden werden kann, was wiederum zu einer situativen ANgstentlastung führt.

Alles klar?

Gruß

Yoyi

PS: Schön, das du wieder mit mir „sprichst“

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Hallo Yoyi,

Wie Phobien entstehen, da streiten sich nun die Gelehrten, für
die einen ist es eine symbolische Furcht vor einer inneren
Bedrohung, die aus Gründen der Verdrängung nicht bewußt wird.

Die anderen sagen, es wäre eine falsch gelernte Angstreaktion,
es käme z.B. durch die Koppelung eines ursprünglich neutralen
Reizes (Höhe) mit einer traumatischen Situation oder durch
Modelllernen, was z.B. die „Erblichkeit“ von Phobien erklären
könnte.

wie kann man denn unterscheiden, „welche“ Phobie zutrifft?

Jedenfalls kann man Phobien sehr gut behandeln, wenige
Therapiestunden bei einem kognitiven Verhaltenstherapeuten
reichen meist, um eine isolierte Phobie zu beseitigen.

Wie geht man das Problem dann an?
Ich würde mich von keinem Therapeuten dazu bringen lassen, mich mit meiner „Höhenphobie“ konfrontieren zu lassen - ausser einer extremen „Stresssituation“ würde ich mir kein Ergebnis erwarten.

Gruß
karin

Hi,

wie kann man denn unterscheiden, „welche“ Phobie zutrifft?

bei einer Angst vor Höhe ist es eine isolierte Phobie. Diagnostische Kriterien dafür sind

  • deutliche Furcht vor einem bestimmten Objekt oder einer bestimmten Situation (in deinem Fall Höhe)
  • deutliche Vermeidung solcher Objekte oder Situationen
  • Angstsymptome in der gefürchteten Situation (Angstsymptome sind Herzklopfen, erhöhter Puls, Schweißausbrüche, Tremor, Mundtrockenheit, Atembeschwerden, Beklemmungsgefühl, Thoraxschmerzen, Unruhegefühl im Magen, Schwindelgefühl, Unsicherheit, Schwäche, Benommenheit, Derealisations- und Depersonalisationsgefühle, Angst vor Kontrollverlust, Todesangst, Hitzewallung, Kälteschauer, Gefühllosigkeit, Kribbelgefühle)
  • emotionale Belastung durch die Symptome oder durch das Vermeidungsverhalten sowie Einsicht in die Unangemessenheit der Symptome und des Verhaltens

Ich würde mich von keinem Therapeuten dazu bringen lassen,
mich mit meiner „Höhenphobie“ konfrontieren zu lassen - ausser
einer extremen „Stresssituation“ würde ich mir kein Ergebnis
erwarten.

Natürlich gehört von dir ein aktives Mitmachen dazu. Wenn dein Leidensdruck gering ist, wirst du vielleicht nicht bereit sein, die erforderliche Beteiligung zu bringen. Dann kann kein Therapeut der Welt etwas machen.

Vielleicht zum generellen Ablauf einer Therapie. Zu Beginn einer Therapie geht es zunächst um ein möglichst umfassendes Verständnis des Problems, um ein Erfraghen der Art der angstbesetzten Situationen und der individuelle Angstreaktion des Patienten auf den Ebenen Gedanken, Verhalten, körperliche Empfindungen.

Anschließend wird vermittelt, wie die Entstehung und die Aufrechterhaltung der Angst erklärt werden kann. Danach wird ein stufenweiser Plan für eine Konfrontationstherapie erarbeitet. Nur wenn du die Erfahrung machst, dass die Angst auszuhalten ist und auch langsam nachlässt, kann ein Umlernen stattfinden.

In der Therapie wird dann mit dem Patienten abgesprochen, wie er solche Konfrontationsübungen angehen möchte. Manche Menschen (zB Goethe) fangen gleich mit sehr hoch angstbesetzten Situationen an, andere steigern das schrittweise (Balkon erster Stock, dann dritter Stock…). Du wirst aber zu nichts gezwungen, es gibt auch keine Überraschungen.

Daneben wird in der Therapie deine kognitive Bewertung der Situation besprochen. Es wird mit dir daran gearbeitet, durch Veränderung der kognitiven Bewertung zu einer Veränderung der emotionalen Empfindung zu kommen.

In manchen Fällen gibt man auch ergänzend Medikamente, bei einer leichten Phobie aber normalerweise nicht.

Soweit kurz zur Verhaltenstherapie von Phobien.

Gruß

Yoyi

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Hallo,

vielen Dank für die Erklärung. Ja, es ist alles klar, bis auf das:

intrapsychisch erlebte Gefahren,

kannst du mir das auch erklären? Was bedeutet intrapsychisch? Zwischen den Psychen???

Danke
Camilla

PS: Schön, das du wieder mit mir „sprichst“

Habe ich jemals geschwiegen?

Hi,

kannst du mir das auch erklären? Was bedeutet intrapsychisch?
Zwischen den Psychen???

Zwischen wäre „interpsychisch“, das ist aber kein mir bekannter Begriff. Intrapsychisch heißt innerhalb der Psyche ablaufend. Also z.B. keine Interaktion mit anderen Personen.

Gruß

Yoyi

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… meinte auch, daß man zur effektiven (!) Behandlung der Phobie doch etwas machen sollte, was wir heute als Exposition bezeichnen und eine verhaltenstherapeutische Standardmethode ist.

Gruß,

Oliver Walter

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Hallo Karin,

Yoyi hat schon kurz zwei Erklärungsansätze angeschnitten. Ich will den einen noch etwas weiter ausführen.

Klassisch werden Phobien mit der sogenannte Zwei-Faktoren-Theorie erklärt. Diese Theorie nimmt an, daß phobisches Verhalten erlerntes Verhalten ist. Zwei Faktoren werden - wie der Name sagt - als verantwortlich für das Erlernen und die Aufrechterhaltung des Verhaltens angenommen:

  1. Klassische Konditionierung und Reizgeneralisierung: Koppelung von ursprünglich neutralen, aber mit der Angst-Situation oft einhergehenden Reizen (z.B. Treppe, Geländer, Kante eines Abgrundes) mit ursprünglich angstauslösenden Situationen (z.B. Schauen in die Tiefe bei Gleichgewichtsverlust). Dadurch wird unwillkürlich gelernt, auf die einst neutralen Reize ebenfalls mit Angst zu reagieren. Reize, die so ähnlich wie die einst neutralen Reize sind, lösen auch Angst aus (Reizgeneralisierung).

  2. Operante Konditionierung: Die klassisch konditionierten Reize lösen in der Folge Angst und Flucht/Vermeidungsverhalten aus. Flucht/Vermeidungsverhalten wird immer wieder auftreten, weil unwillkürlich gelernt wird, daß Flucht/Vermeidung mit einem Angstabbau einhergeht. Dadurch wird aber nie die Erfahrung gemacht, daß die angstauslösenden Reize meistens gar nicht gefährlich sind und die Angst deshalb unnötig ist. Deshalb bleibt die Angst bestehen und wird nicht verlernt.

Eine Ergänzung dieser Zwei-Faktoren-Theorie kann durch die Preparedness-Theorie vorgenommen werden: Danach gibt es bestimmte Reize / Situationen, die aus stammesgeschichtlichen / evolutionären Gründen besonders dafür prädisponiert sind, Angst auszulösen. Das sind z.B. Spinnen, Schlangen, aber eben auch Höhen.

Die klassische verhaltenstherapeutische Behandlung sieht so aus, daß sich die Patientin gezielt den angstauslösenden Situationen / Reizen über eine längere Zeit aussetzt, damit sie lernt, daß nichts geschieht, wovor sie wirklich Angst haben müßte. Die Einsicht, daß nichts Schlimmes geschieht, ist dabei nicht das Entscheidende, denn Phobiker wissen, daß ihre Angst übertrieben ist. Das Entscheidende ist, daß die unwillkürlich gelernte Kopplung (-> Klassische Konditionierung) zerstört wird. Diese Kopplung ist keine durch den Willen steuerbare, sondern eben eine unwillkürliche.

Gruß,

Oliver Walter

Hallo,

Zwischen wäre „interpsychisch“, das ist aber kein mir
bekannter Begriff. Intrapsychisch heißt innerhalb der Psyche
ablaufend. Also z.B. keine Interaktion mit anderen Personen.

Mensch, eigentlich weiß ich das (nicht nur aus dem Latein, auf Italienisch heißt es genauso). Ich habe richtig gelesen und abgeschrieben, trotzdem falsch gedacht. Ob das was zu bedeuten hat?
:wink:

Gruß
Camilla

Hi Oliver,
Ich warte die ganze Zeit auf eine Erklärung, die auf mich zutreffen könnte. Ich bin ja bekanntlich fast fünfzig und war immer ein Kind des Übermuts, nichts schien mir zu gefährlich, begeistert bin ich auf die höchsten Gipfel geklettert und in Flieger gestiegen: staunend über die Welt da ganz tief unter mir - völlig angstfrei…
Seit etwa 10 Jahren ist das vorbei (auch wenn ich vor zwei Jahren es noch einmal gewagt habe, mich per Motorboot mit einem Schirm in die Lüfte tragen zu lassen, aber schon der Rückflug mit dem Flugzeug war ein Alptraum). Unfähig bin ich nun zu den ehemals geliebten Klettertouren in Südtirol, allein die Vorstellung, in ein Flugzeug steigen zu müssen, löst schon Panik aus…
meine Erklärung dafür ist, dass ich aufgrund der heute genaueren Kenntnis von Gefahren in den Bergen und dem x-fachen Verfolgen von Flugzeugabstürzen in den Medien meine Hybris verloren habe, zu glauben, dass mir nichts passieren kann (was in der Jugend doch der Fall ist). Bestätigen tut mir diese Erklärung nicht zuletzt die Tatsache, dass ich seit Eschede auch nicht mehr „vertrauensvoll“ in einen ICE steigen kann. Beim Autofahren (als Beifahrer) bin ich hysterisch, seit ich als 16jährige einen schweren Autounfall in Irland überlebte, bei dem es eine Tote und Schwerverletzte gab…
Das würde ich nicht als Phobie o.äh. bezeichnen, oder?
Bin neugierig auf Antworten,
Anja

Hallo Anja,

Das würde ich nicht als Phobie o.äh. bezeichnen, oder?

man kann nicht ausschließen, daß es sich um eine Phobie oder eine andere Angststörung handelt. Möglich ist es. Ob es so ist, kann per Internet aber nicht entschieden werden, sondern nur aufgrund einer psychiatrisch/psychologischen Untersuchung.

Grüße,

Oliver Walter

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Lieber Oliver,

Das würde ich nicht als Phobie o.äh. bezeichnen, oder?

man kann nicht ausschließen, daß es sich um eine Phobie oder
eine andere Angststörung handelt. Möglich ist es. Ob es so
ist, kann per Internet aber nicht entschieden werden, sondern
nur aufgrund einer psychiatrisch/psychologischen Untersuchung.

Da Flugzeugfliegen und Bergsteigen dann doch eher eine marginale Stellung in meinem Leben einnehmen und ich immer noch gerne auf Aussichtstürme klettere halte ich das nicht für notwendig :wink:
Aber ich gebe zu, die Frage ungenau formuliert zu haben. Es fehlte der Zusatz, ob diese Ängste sich aufgrund von Informationen über entsprechende Katastrophen und Erfahrungen sozusagen zu einem „Bild“ subsummieren können, dass in seinen Symptomen dem eines „echten“ Phobikers gleicht. Instinkte, die uns vor möglichen Gefahren warnen, sind doch m.E. als gesund zu betrachten…
Gruß,
Anja

Hi,

fehlte der Zusatz, ob diese Ängste sich aufgrund von
Informationen über entsprechende Katastrophen und Erfahrungen
sozusagen zu einem „Bild“ subsummieren können, dass in seinen
Symptomen dem eines „echten“ Phobikers gleicht. Instinkte, die

manche Patienten mit einer spezifischen Phobie können sich nicht an eine Ursprungssituation erinnern oder entwickeln starke Ängste vor Situationen, die sie noch nie selbst erlebt haben. Deswegen wird mittlerweile angenommen, dass oft mehr oder minder konkrete Informationen über eine Situation ausreichen, damit sich eine Phobie entwickelt. Außerdem kann sich eine Phobie auch über Modelllernen (Informationen der Eltern) entwickeln. Es muß nicht immer ein Trauma sein, denn sonst wären auch Phobien nicht so häufig. Egal, wie die Ursache sein mag, wenn die Symptome vorliegen ist es eine Phobie.

Zu den Symptomen siehe mein Posting im selben Thread http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv….

Gruß

Yoyi

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Liebe Anja,

Da Flugzeugfliegen und Bergsteigen dann doch eher eine
marginale Stellung in meinem Leben einnehmen und ich immer
noch gerne auf Aussichtstürme klettere halte ich das nicht für
notwendig :wink:

oh, ich wollte gar nicht, daß ich es für notwendig erachte. Ich wollte nur sagen, daß Deine Frage nicht per Internet beantwortbar ist.

Es fehlte der Zusatz, ob diese Ängste sich aufgrund von
Informationen über entsprechende Katastrophen und Erfahrungen
sozusagen zu einem „Bild“ subsummieren können, dass in seinen
Symptomen dem eines „echten“ Phobikers gleicht.

Es stellt sich in diesem Zusammenhang unmittelbar die Frage nach der Ursache einer Phobie. Diese Frage kann jedoch bei dem heutigen Forschungsstand nicht eindeutig beantwortet werden. Es gibt mehr oder minder gut bestätigte Ansätze zur Erklärung des Entstehens einer Phobie. Aber es tun sich immer Probleme auf, z.B. ist die Frage, was Klassische Konditionierung genau ist, nicht eindeutig geklärt. Dazu fällt mir spontan ein Artikel mit dem Titel „Pavlovian Conditioning: It´s not what you think“ in einer Fachzeitschrift ein.

Instinkte, die
uns vor möglichen Gefahren warnen, sind doch m.E. als gesund
zu betrachten…

Natürlich. Die Fähigkeit, Angst zu empfinden, ist in mehrerer Hinsicht nützlich. Eine phobische Angst kann jedoch als dysfunktionale Übertreibung aufgefaßt werden.

Grüße,

Oliver Walter

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Danke Dir&Yo… owT

Frage
woher, um Himmels Willen, weiß man dann, das Geothe sexuelle Probleme hatte? Hat er das in seinen Tagebüchern beschrieben?
Gruß Martina

Hi,

Goethe ist ja umfassend erforscht. Jedenfalls ist bekannt, daß er in seiner Jugend schwere psychische Krisen hatte. Auch die Episode mit der Höhenangst ist überliefert. Er hat sich seine jungfräulichkeit bis zum Alter von 37 oder 38 aufgespart, angeblich, da er eine phobisch anmutende Angst vor Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit hatte. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, dann weiß ich das auch nur vom hörensagen. Bin Psychiater, kein Literaturwissenschaftler :smile:

Gruß

Yoyi

woher, um Himmels Willen, weiß man dann, das Geothe sexuelle
Probleme hatte? Hat er das in seinen Tagebüchern beschrieben?
Gruß Martina