Hi,
wie kann man denn unterscheiden, „welche“ Phobie zutrifft?
bei einer Angst vor Höhe ist es eine isolierte Phobie. Diagnostische Kriterien dafür sind
- deutliche Furcht vor einem bestimmten Objekt oder einer bestimmten Situation (in deinem Fall Höhe)
- deutliche Vermeidung solcher Objekte oder Situationen
- Angstsymptome in der gefürchteten Situation (Angstsymptome sind Herzklopfen, erhöhter Puls, Schweißausbrüche, Tremor, Mundtrockenheit, Atembeschwerden, Beklemmungsgefühl, Thoraxschmerzen, Unruhegefühl im Magen, Schwindelgefühl, Unsicherheit, Schwäche, Benommenheit, Derealisations- und Depersonalisationsgefühle, Angst vor Kontrollverlust, Todesangst, Hitzewallung, Kälteschauer, Gefühllosigkeit, Kribbelgefühle)
- emotionale Belastung durch die Symptome oder durch das Vermeidungsverhalten sowie Einsicht in die Unangemessenheit der Symptome und des Verhaltens
Ich würde mich von keinem Therapeuten dazu bringen lassen,
mich mit meiner „Höhenphobie“ konfrontieren zu lassen - ausser
einer extremen „Stresssituation“ würde ich mir kein Ergebnis
erwarten.
Natürlich gehört von dir ein aktives Mitmachen dazu. Wenn dein Leidensdruck gering ist, wirst du vielleicht nicht bereit sein, die erforderliche Beteiligung zu bringen. Dann kann kein Therapeut der Welt etwas machen.
Vielleicht zum generellen Ablauf einer Therapie. Zu Beginn einer Therapie geht es zunächst um ein möglichst umfassendes Verständnis des Problems, um ein Erfraghen der Art der angstbesetzten Situationen und der individuelle Angstreaktion des Patienten auf den Ebenen Gedanken, Verhalten, körperliche Empfindungen.
Anschließend wird vermittelt, wie die Entstehung und die Aufrechterhaltung der Angst erklärt werden kann. Danach wird ein stufenweiser Plan für eine Konfrontationstherapie erarbeitet. Nur wenn du die Erfahrung machst, dass die Angst auszuhalten ist und auch langsam nachlässt, kann ein Umlernen stattfinden.
In der Therapie wird dann mit dem Patienten abgesprochen, wie er solche Konfrontationsübungen angehen möchte. Manche Menschen (zB Goethe) fangen gleich mit sehr hoch angstbesetzten Situationen an, andere steigern das schrittweise (Balkon erster Stock, dann dritter Stock…). Du wirst aber zu nichts gezwungen, es gibt auch keine Überraschungen.
Daneben wird in der Therapie deine kognitive Bewertung der Situation besprochen. Es wird mit dir daran gearbeitet, durch Veränderung der kognitiven Bewertung zu einer Veränderung der emotionalen Empfindung zu kommen.
In manchen Fällen gibt man auch ergänzend Medikamente, bei einer leichten Phobie aber normalerweise nicht.
Soweit kurz zur Verhaltenstherapie von Phobien.
Gruß
Yoyi
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