Hoher Ruhepuls

Hallo,
Seit Kind habe ich immer einen zu hohen Ruhepuls gehabt. Immer so über 100.
Meistens so 90-120.

Jetzt habe ich Betablocker bekommen ( 10 mg Bisoprolol) und jetzt ist er um die 55-65.

Woher kann es kommen dass der Puls so hoch ist? Organe wie Schilddrüse durchgecheckt.
Nichts auffälliges.
Herzrhytmusstörungen habe ich nur dass WPW Syndrom aber von dem kommt nicht der hohe Ruhepuls.
Kann es sein dass man für ihn einfach keine Ursache findet?

Und? Ist ein zu hoher Ruhepuls dauerfristig schädlich für Herz und Gefäße sodass der Betablocker gerrechtfertigt ist?

PS: Ausreichend Bewegen tue ich mich.Fahrrad und normale Bewegung.

LG Kai

für Kinder ist ein Ruhepuls von ca 100 gar nicht mal so unüblich. Bei gesunden erwachsenen sollte er irgendwo zwischen 50 und 100 liegen. wenn er über längere Zeit weit darüber ist, 120-130 Schläge und mehr, wird es dann aber doch bedenklich. In vielen Fällen geht ein Pulsanstieg mit einer Erhöhung des Blutdrucks einher. Hypertonie (zu hoher Blutdruck) ist sehr schlecht für die Gefäße im Herz und besonders im Gehirn.
Beim WPW-Syndrom will man mit den Betablockern wahrscheinlich eine Tachykardie verhindern.
Ursachen für einen zu hohen Ruhepuls kann es viele geben. Entzündungen, Hormonstörungen, Asthma, Störungen im Sympathikus/Parasympathikus (vegetatives Nervensystem), ein zu großer Herzmuskel, idiopathisch (ohne erkennbare Ursache), etc.
Da du ja in ärztlicher Behandlung bist, würde ich mir an deiner Stelle aber keine all zu großen Sorgen machen. Die meisten der o.g. Ursachen sind gut zu handhaben.

Ja, ich bin jetzt 16.
Ich hatte immer einen Puls von über 100.

Also dies ist behandlungsbedürftig?
Mit Betablockern?

Ist die Medikation gerechtfertigt?

LG Kai

Guten Tag,

Seit Kind habe ich immer einen zu hohen Ruhepuls gehabt. Immer
so über 100.

Hatte ich auch…

Jetzt habe ich Betablocker bekommen ( 10 mg Bisoprolol)

… ich auch (aber erst mit ca. 50 Jahren)

jetzt ist er um die 55-65.:

Bei mir ging er „nur“ auf 80 - 90 - leider.

Kann es sein dass man für ihn einfach keine Ursache findet?

So ist es: es liegt einfach ein erhöhter „adrenerger“ Zustand vor, d. h. alles steht etwas mehr unter Dampf als bei anderen.

Und? Ist ein zu hoher Ruhepuls dauerfristig schädlich für Herz
und Gefäße sodass der Betablocker gerechtfertigt ist?

Sicher stellt dieser „Dampfzustand“ eine erhöhte Belastung des Herz-Kreislauf-Systems dar: ob und wann man da mit einem entsprechenden Medikament intervenieren sollte kommt sicher auf die übrigen Risikofaktoren an: zusätzliche Erkrankungen, Lebensgewohnheiten (Sport, Rauchen, Übergewicht)etc.

PS: Ausreichend Bewegen tue ich mich.Fahrrad und normale
Bewegung.

Das ist auf jeden Fall super.

Gruß aus NRW.

Also ist es jetzt auch richtig wenn ich Betablocker mit 16 verschrieben bekommen habe?
Schaden werden sie nicht die Organe sagen alle…

Also weitermachen?

Ja, bitte. Und zwar so lange, bis dein behandelnder Arzt etwas anderes sagt (und nicht irgendwer in irgendeinem Forum).

Hallo,

du bist jetzt 16 Jahre alt.

Seit Kind habe ich immer einen zu hohen Ruhepuls gehabt. Immer
so über 100.
Meistens so 90-120.

Ist nicht zu hoch für ein Kind.

Jetzt habe ich Betablocker bekommen ( 10 mg Bisoprolol) und
jetzt ist er um die 55-65.

a) Der Blutdruck ist eher zu niedrig. Künstlich erzwungen, reduziert Leistungsfähigkeit, Aktivität.
b) Betablocker werden häufig zu Unrecht verschrieben, weil der Arzt nicht weiter weiß, er nichts anderes verordnen kann/darf/will.
c) Wechsle mal den Arzt.
d) Betablocker sind häufig langfristig und dauerhaft angesetzte Konzepte. Vordergründiges Problem beseitigt, Ursachen egal.

Woher kann es kommen dass der Puls so hoch ist? Organe wie
Schilddrüse durchgecheckt.
Nichts auffälliges.

Er ist erst einmal nicht bedrohlich, in deinem Alter zumindest. Ich würde an weitergehende Untersuchungen und an psychische Belastungen denken.

Herzrhytmusstörungen habe ich nur dass WPW Syndrom aber von
dem kommt nicht der hohe Ruhepuls.

Herzrhytmusstörungen haben sehr viele Menschen, unbedenklicher Art. Betablocker sind auch nicht unbedingt die richtige Medikamentation, wenn man WPW-Syndrom diagnostiziert hat. Wer auch immer.

Und? Ist ein zu hoher Ruhepuls dauerfristig schädlich für Herz
und Gefäße sodass der Betablocker gerrechtfertigt ist?

Ja (hoher Ruhepuls) und Nein (Rechtfertigung Betablocker).

Denk auch mal an „alternatives“ wie TCM neben psychischen Faktoren.

Grüße
Tommy

Ja, bitte. Und zwar so lange, bis dein behandelnder Arzt etwas
anderes sagt (und nicht irgendwer in irgendeinem Forum).

Findest Du nicht, dass der jetzt erreichte Puls für nen 16jährigen nicht Dauer-Hochleistungssportler eher niedrig ist?
Also mit der Dosierung vielleicht etwas zu hoch gegriffen wurde?

Ob es tatsächlich behandlungsbedürftig und gerechtfertigt ist sollte tatsächlich ein Arzt entscheiden, der dich näher untersucht hat. Zumindest ist es beobachtungs-bedürftig.
Die Betablocker sind prinzipiell nichts schlimmes und eigentlich eine ganz gute Wahl, soweit ich das aus der Ferne beurteilen kann. Sie tun ja auch nichts weiter als den Sinusrhytmus des Herzens etwas zu verlangsamen. Normalerweise werden Betablocker auch über einen längeren Zeitraum sehr gut vertragen. Man sollte nur daran denken, dass sie auf der Dopingliste stehen. Falls du Sport treibst ist das evt. nicht unwichtig.
Ich denke mal, dass es noch weitere Möglichkeiten der Medikation gibt, aber das ist Sache des Arztes.

Ja, finde ich.
Der behandelnde Arzt muss ja auch nicht zwangsläufig derselbe sein, wie derjenige, der die derzeitige Medikation angeordnet hat.

Im Klartext: Ich würde einen zweiten Arzt konsultieren, jedoch keinesfalls nach eigenem Gutdünken die Medikation ohne ärztliche Rücksprache (und zwar einem Arzt, der mich persönlich gesehen hat und nicht virtuell urteilt) absetzen oder einfach weniger nehmen. Stichwort: Reboundphänomen bei nicht ausschleichendem Absetzen von Betablockern, sonst drohen Tachykardie, Tremor, ACS oder plötzlicher Herztod.

du bist jetzt 16 Jahre alt.

Seit Kind habe ich immer einen zu hohen Ruhepuls gehabt. Immer
so über 100.
Meistens so 90-120.

Ist nicht zu hoch für ein Kind.

Jetzt habe ich Betablocker bekommen ( 10 mg Bisoprolol) und
jetzt ist er um die 55-65.

a) Der Blutdruck ist eher zu niedrig. Künstlich erzwungen,
reduziert Leistungsfähigkeit, Aktivität.

Wer redet hier eigentlich vom Blutdruck? Im ganzen Thread steht kein Wort davon.
Man sollte nicht schon wieder eine ß-Blocker-Diskussion eröffnen, bis jetzt ist die Medikation doch völlig o.k.

b) Betablocker werden häufig zu Unrecht verschrieben, weil der
Arzt nicht weiter weiß, er nichts anderes verordnen
kann/darf/will.

Da hätte ich gerne den Nachweis. Gibt es da Untersuchungen, auf die Sie Sich stützen können?

c) Wechsle mal den Arzt.

Guter Rat. Warum nicht gleich eine Herztranplantation? (Ironie off)

d) Betablocker sind häufig langfristig und dauerhaft
angesetzte Konzepte.

Also ich habe ß-Blocker bisher unter Medikamente eingereiht, nicht unter Konzepte.

Vordergründiges Problem beseitigt,
Ursachen egal.

Nachweis dieser Behauptung?

Woher kann es kommen dass der Puls so hoch ist? Organe wie
Schilddrüse durchgecheckt.
Nichts auffälliges.

Er ist erst einmal nicht bedrohlich, in deinem Alter
zumindest. Ich würde an weitergehende Untersuchungen und an
psychische Belastungen denken.

Aber wenn’s doch nichts bedrohliches ist? Was wollen wir mit dem armen Jungen denn noch anfangen?

Und? Ist ein zu hoher Ruhepuls dauerfristig schädlich für Herz
und Gefäße sodass der Betablocker gerrechtfertigt ist?

Ja (hoher Ruhepuls) und Nein (Rechtfertigung Betablocker).

Mutig, mutig!

Denk auch mal an „alternatives“ wie TCM neben psychischen
Faktoren.

TCM? Jetzt wird mir was klar. Villeicht statt ß-Blocker 1 Tasse Krötensaft mit Ringelnatternblut?

2 „Gefällt mir“

Guten Morgen,

Wer redet hier eigentlich vom Blutdruck? Im ganzen Thread
steht kein Wort davon.

Sorry, Wortverwechslung, Blutdruck- und Pulsruhefrequenzsenkung sind nun mal die wesentlichen Wirkungen von ß-Blockern, gehen miteinander her.

Man sollte nicht schon wieder eine ß-Blocker-Diskussion
eröffnen, bis jetzt ist die Medikation doch völlig o.k.

Finde ich absolut nicht. Die Ursache ist mehr oder weniger nicht bekannt (s. UP), sie wird auch nicht das Ziel des Medikaments sein.
Der Ruhepuls ist für einen 16-jährigen zu niedrig. Sogar im Beipackzettel des Medikaments steht unter Nebenwirkungen:
Verlangsamung des Herzschlags auf unter 60 Schläge pro Minute (Bradykardie) (Gelegentlich)
Und alles so auf Verdacht hin, mögliche Nebenwirkungen sind wohl auch noch zu berücksichtigen.

b) Betablocker werden häufig zu Unrecht verschrieben, weil der

Arzt nicht weiter weiß, er nichts anderes verordnen
kann/darf/will.
Da hätte ich gerne den Nachweis.

a) der beschriebene Fall
b) selbst erfahren
c) Google mal z.B. nach http://www.google.de/search?hl=de&newwindow=1&client…
Betablocker sind Modedroge geworden, ein verschreibungspflichtiges Medikament. Interessen von wem?

Gibt es da Untersuchungen, auf die Sie Sich stützen können?

Diese Quellen sind wohl nur Branchenfreunden zugänglich :smile:

d) Betablocker sind häufig langfristig und dauerhaft
angesetzte Konzepte.

Also ich habe ß-Blocker bisher unter Medikamente eingereiht,
nicht unter Konzepte.

Jaja, etwas lasch formuliert, ich weiß.

Vordergründiges Problem beseitigt, Ursachen egal.

Nachweis dieser Behauptung?

s. oben

Aber wenn’s doch nichts bedrohliches ist? Was wollen wir mit
dem armen Jungen denn noch anfangen?

Erst einmal keine Medikamente geben? Solange man nichts konkretes weiß?
Alternativen andenken?

TCM? Jetzt wird mir was klar. Villeicht statt ß-Blocker 1
Tasse Krötensaft mit Ringelnatternblut?

Mit den Rezepturen hast du es aber noch nicht so drauf, oder?

Grüße
Tommy

Jetzt geht es zu weit.
Ein Ruhepuls mit 55-65 ist für mein Alter nicht niedrig und wenn man es tolleriert dann ist es gut. Je niedriger er ist desto besser.
Ja ich habe ein WPW Syndrom und einem permanenten schnellen Sinusrhytmuss und dass von Herzfreqenzen von über 100 sogar daurhaft bis 110.
Und an pysische Sachen denke ich erst garnicht.
Du bist kein Arzt, Tommy.
Aber Priamos schon.
Also ich glaube nicht an deine Alternativ Sachen.

Wenn du nur über Betablocker erzählen willst und wie schlecht sie sind dann mach dass wo anders und nicht hier in meinem Thread.

Ich wollte nur wissen ob der erhöhte Ruhepuls auch behandlungsbedürftig wäre ( da ich ja schon Betablocker bekomme) währe?

LG Kai

1 „Gefällt mir“

Hallo,

auch wenn es dir zu weit geht:

Ein Ruhepuls mit 55-65 ist für mein Alter nicht niedrig und
wenn man es tolleriert dann ist es gut.

Und dazu noch ein medikamentös erzwungener, naja. Trotz aller Toleranz, auch dir werden irgendwann Überlegungen kommen, wenn du jahrelang Medikamente eingenommen hast, ohne Fortschritte.

Ja ich habe ein WPW Syndrom und einem permanenten schnellen
Sinusrhytmuss und dass von Herzfreqenzen von über 100 sogar
daurhaft bis 110.

Und die Ursache?

Und an pysische Sachen denke ich erst garnicht.

Das hast du vermutlich falsch verstanden. Ich denke an Belastungen und Probleme, die jeder irgendwie und irgendwo hat, mehr oder weniger umfangreich, und mehr oder weniger damit umgehen kann. Versteif nicht darauf, nur von einer „mechanischen“ Störung i.S. WPW auszugehen.

Du bist kein Arzt, Tommy.

Richtig.

Aber Priamos schon.

Davon gehe ich auch aus.

Also ich glaube nicht an deine Alternativ Sachen.

Musst du auch nicht.

Wenn du nur über Betablocker erzählen willst und wie schlecht
sie sind dann mach dass wo anders und nicht hier in meinem
Thread.

Wenn mir Priamos irgendwelche rhetorischen und spöttischen Erwiderungen schreibt, dann antworte ich ihm hier und direkt, auch wenn es „dein“ Thread ist :smile:
Du hattest vor meiner direkten Antwort an dich dreimal hier gefragt, ob ein erhöhter Ruhepuls die Behandlung mittels Betablocker rechtfertigt.
Wenn du nur Antworten von Ärzten haben möchtest (bei denen bist du doch eh schon in Behandlung), dann schreib es einfach hier rein. Wenn du nur Antworten in und aus eine® bestimmte(n) Richtung haben möchtest, dann vermerke es einfach.

Ich wollte nur wissen ob der erhöhte Ruhepuls auch
behandlungsbedürftig wäre ( da ich ja schon Betablocker
bekomme) währe?

Und was hatte ich dir anfangs geantwortet? Kommt darauf an?
Und hieraus kommt nicht nur eine Möglichkeit in Betracht.

Ich wollte und will dir mit Sicherheit nichts aufdrängen. Das war es jetzt auch von mir.

Grüße
Tommy

Gibt es da Untersuchungen, auf die Sie Sich stützen können?

Diese Quellen sind wohl nur Branchenfreunden zugänglich :smile:

Wem bitte?
Wenn jemand schreibt, Betablocker seien schlecht, wäre das - sofern es fachlich fundiert ist - etwas, das ich (und sicher auch Priamos) gern wissen möchte. Dann aber bitte evidenzbasiert.
Andernfalls interessiert mich die Meinung der ominösen Branchenfreunde ungefähr so sehr wie eine Diskussionsrunde von ewigen Veganern darüber, welches Fleisch das köstlichste ist.

_______________________________

Ansonsten, lieber Kai, bist du in der Schulmedizin nach meinem Dafürhalten vollkommen richtig aufgehoben. Der niedrige Ruhepuls an sich ist nicht behandlungsbedürftig, also man würde da nicht mit anderen Medis gegensteuern, sondern die bereits einzunehmenden (in dem Fall Betablocker) ggf. etwas niedriger dosieren (wichtig: der Arzt, nicht du im Eigenversuch).
Hat man dir denn schon verständlich erklärt, was es mit dem WPW-Syndrom auf sich hat? Woher das überhaupt kommt und was da anders ist im Vergleich zu anderen Herzen?

Ich weiß, dass eine elektrophysiologische Untersuchung der zusätzlichen Leitungsbahn, die beim WPW besteht (also gucken, wo genau die liegt), mit anschließender Ablation (die Leitungsbahn wird dann quasi unschädlich gemacht) bei schweren oder immer wiederkehrenden Symptomen eine Möglichkeit darstellen kann, wenn andere Ursachen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion) auszuschließen sind. Das entscheidet aber auch der zuständige Arzt.

1 „Gefällt mir“

Guten Morgen,

Gibt es da Untersuchungen, auf die Sie Sich stützen können?

Diese Quellen sind wohl nur Branchenfreunden zugänglich :smile:

Wem bitte?

Ein Beispiel (wenn auch nicht auf Betablocker bezogen):
1997 kam das Medikament Zyprexa in Deutschland auf den Markt. Hersteller Eli Lilly
http://de.wikipedia.org/wiki/Eli_Lilly_and_Company#K…
Aktuell hat das Unternehmen im jahrelangen Rechtsstreit als Strafzahlung 2009 einen Betrag in Höhe von 1,415 Milliarden Dollar akzeptiert und das „Fehlverhalten des Unternehmens“ am 15.01.2009 bedauert
http://newsroom.lilly.com/releasedetail.cfm?ReleaseI…
Dass die Kosten des Rechtsstreits mit einer Preiserhöhung des Medikaments in Deutschland teilweise kompensiert wurden, versteht sich von selbst.
Eli Lilly ist nur ein Beispiel für aggressive Marketingstrategie mit falschen Versprechen zu ihren Produkten, die hinsichtlich korrekter Angaben zu Wirkungsweise und Nebenwirkungen weit über die Zulassung hinausgehen. Interne Papiere, wie diese Instruktion an Vertriebsmitarbeiter zu Gesprächstechniken und Verschleierung von Informationen verdeutlichen dies:
http://www.furiousseasons.com/zyprexa%20documents/ZY…

Auch bei uns werden die erforderlichen Zulassungsunterlagen für ein neues Medikament von den Herstellern zusammengetragen, nicht von unabhängiger Seite. Welche Informationen zur Prüfung vorgelegt oder nicht vorgelegt werden, überlässt man den Herstellern nach wie vor.

Daher ist es schwierig bis unmöglich, Zugang zu den nicht veröffentlichten „negativen“ Ergebnissen interner Studien Zugang zu finden.

Andernfalls interessiert mich die Meinung der ominösen
Branchenfreunde ungefähr so sehr wie eine Diskussionsrunde von
ewigen Veganern darüber, welches Fleisch das köstlichste ist.

Es deutet aber auch auf Hilflosigkeit hin, wenn man eingeschränkte Lebensqualität lediglich durch eine andere ersetzt ohne an Alternativen zu denken. Etwas Schulter klopfen und „Feintuning“ empfehlen ist nach meinem Dafürhalten zu wenig.

Ansonsten, lieber Kai, bist du in der Schulmedizin nach meinem
Dafürhalten vollkommen richtig aufgehoben.

Und vor allem nicht kritisch denken und nachfragen.

Grüße
Tommy

Ein Beispiel (wenn auch nicht auf Betablocker bezogen):
1997 kam das Medikament Zyprexa in Deutschland auf den Markt.
Hersteller Eli Lilly
http://de.wikipedia.org/wiki/Eli_Lilly_and_Company#K…
Aktuell hat das Unternehmen im jahrelangen Rechtsstreit als
Strafzahlung 2009 einen Betrag in Höhe von 1,415 Milliarden
Dollar akzeptiert und das „Fehlverhalten des Unternehmens“ am
15.01.2009 bedauert
http://newsroom.lilly.com/releasedetail.cfm?ReleaseI…
Dass die Kosten des Rechtsstreits mit einer Preiserhöhung des
Medikaments in Deutschland teilweise kompensiert wurden,
versteht sich von selbst.
Eli Lilly ist nur ein Beispiel für aggressive
Marketingstrategie mit falschen Versprechen zu ihren
Produkten, die hinsichtlich korrekter Angaben zu Wirkungsweise
und Nebenwirkungen weit über die Zulassung hinausgehen.
Interne Papiere, wie diese Instruktion an Vertriebsmitarbeiter
zu Gesprächstechniken und Verschleierung von Informationen
verdeutlichen dies:
http://www.furiousseasons.com/zyprexa%20documents/ZY…

Auch bei uns werden die erforderlichen Zulassungsunterlagen
für ein neues Medikament von den Herstellern zusammengetragen,
nicht von unabhängiger Seite. Welche Informationen zur Prüfung
vorgelegt oder nicht vorgelegt werden, überlässt man den
Herstellern nach wie vor.

„Aha“. Ich frage mich nur, was das überhaupt noch mit der eigentlichen Fragestellung zu tun hat.
Mir fehlt immer noch die LOE-Klassifizierung.

Es deutet aber auch auf Hilflosigkeit hin, wenn man
eingeschränkte Lebensqualität lediglich durch eine andere
ersetzt ohne an Alternativen zu denken. Etwas Schulter klopfen
und „Feintuning“ empfehlen ist nach meinem Dafürhalten zu
wenig.

„Zu wenig“ ist ja dann quasi wieder homöopathisch :smiley:
Der Threadersteller hat sich nicht über eine niedrige Lebensqualität (im Gegenteil; dadurch dass die Betablocker die Tachykardie behoben haben, hat sie sich sogar erhöht) beschwert, sondern wollte sich nur erkundigen, ob der Ruhepuls so okay ist, wenn das mittlerweile der ein oder andere aus den Augen verloren hat.

Ansonsten, lieber Kai, bist du in der Schulmedizin nach meinem
Dafürhalten vollkommen richtig aufgehoben.

Und vor allem nicht kritisch denken und nachfragen.

Ich denke kritisch… insbesondere gegenüber TCM. Außerdem hat der Fragensteller eindeutig Position zu diesem Thema bezogen.
Fürs gute Gefühl und wenn der Geldbeutel ohnehin zu voll ist, kann man gern noch ein paar Zuckerkügelchen nehmen und Tee trinken, an einer richtigen Therapie führt aber kein Weg vorbei, wenn man mehr als ein kleines Zipperlein hat, was hier eindeutig der Fall ist.

Grüße
Liete, die der Meinung ist, dass sich diese Diskussion durch getrennte Schul- und Alternativmedizinforen gar nicht erst ergeben hätte und die auch mit einem Link aufwarten kann: http://www.youtube.com/watch?v=Uvvp2lYz1J8

Verbleibt eine Frage von mir…
Hallo Liete,

Mir fehlt immer noch die LOE-Klassifizierung.

Was ist das?

Grüße
Tommy

Neugierig, wie stets.
Meine erste ausführliche Antwort habe ich doch wieder gelöscht. Weil sie hier keinen ernsthaften Platz finden werden, die einfachen ernsthaften Diskussionen zu einfachen ernsthaften Dingen. Keinen Platz in diesem Brett, keinen Platz in diesem Forum. Schade.

Das steht für level of evidence, ein Kriterium für Therapieansätze, bei der eine empirisch nachgewiesene Wirksamkeit des angestrebten Heilkundeverfahrens gefordert wird, bevor es zu Entscheidungen bezüglich des Patienten und seiner Krankheit kommt.
Studienergebnisse werden zusammengetragen und entsprechend bewertet. Wenn Studien in ausreichend hoher Stückzahl und unter bestimmten Voraussetzungen (randomisiert, Doppelblind) belegen, dass eine bestimmte Therapie sinnvoll ist, ist das das beste zu erreichende Ergebnis (Level 1).
Wenn hingegen „nur“ Experten auf ihrem Gebiet der Meinung sind, dass eine gewisse Therapie sinnvoll ist, ohne dass o.g. Studien vorliegen (zum Beispiel ohne erforderliche Stückzahl), so hat diese Therapie ihre Wirksamkeit nicht so gut bewiesen, wie die für Level 1 und wird entsprechend niedriger eingestuft (Level 4b).

Entsprechend einfacher bzw. besser lässt sich argumentieren, warum man die Entscheidung für eine bestimmte Therapie fällt. „Bei 95% der 2000 Patienten führte Medikament A zu einem signifikanten Krankheitsrückgang gegenüber einem Placebo.“ klingt für mich überzeugender als „Dr. XY aus Berlin ist der Meinung, dass das Medikament gute Erfolge erzielt.“

Leider gibt es meines Wissens keine solchen Studien im homöopathischen Bereich.

ot: Ich habe mich bei den Verantwortlichen des Forums darum bemüht, dass Alternativheilkunde und Schulmedizin voneinander getrennt werden. Dann hätte jede der Gruppen den Platz für sich, den sie benötigt und es käme nicht zu den immer wieder entstehenden Reibereien um genau diese Thematik, wie wir sie hatten.

2 „Gefällt mir“

Hallo Liete,

Das steht für level of evidence, ein Kriterium für …

Vielen Dank für die ausführliche Information.

Leider gibt es meines Wissens keine solchen Studien im
homöopathischen Bereich.

Und in anderen Bereichen der Alternativmedizin ebenfalls fast nicht. Dennoch, zumindest Akupunktur ist schon einmal in den EBM-Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen. Wenn auch nur sehr dürftig, aber ich bin sicher, die Zukunft wird eine Zunahme der Alternativen mit sich bringen.

ot:…

„Der Kaas is gessen“. Letztendlich liegt es sicher nicht am Thema ein oder zwei Bretter (ich hatte trotzdem für zwei plädiert).
Schwer fällt aber jedes mal die Entscheidung, willst du noch auf eine Frage antworten oder lässt du es lieber doch sein. In der Gewissheit von ironischen, spöttischen, unsachlichen und überheblichen Rück-Antworten.

Grüße
Tommy