Und das ist jetzt keine pauschale Aussage?
Natürlich. Fragt sich nur, ob es eine falsche Aussage ist. 
Stimmt, aber pauschale Aussagen sind in der Regel (und ich sage extra nicht „immer“) nicht die allerletzte Wahrheit. Das Gegenbeispiel zum Kundenorientierungsproblem der Finanzwirtschaft sitzt Dir gerade gegenüber, sozusagen.
Mal abgesehen
davon, daß ich keine Kunden in dem von Dir genannten Segment
habe,
In welchem? Im oberen oder unteren?
Im unteren (gilt für unser Haus). Ich persönlich habe - genauer gesagt - überhaupt keine Privatkunden.
gab und gibt es durchaus Kreditinstitute, bei denen ich
mich als Privatkunde wohlgefühlt habe.
Wieso Vergangenheit?
Da wäre der Satz zu lang geworden. Also dann: Es gab und gibt durchaus Kreditinstitute (also Banken und Sparkassen), bei denen ich mich als Privatkunde wohlgefühlt habe (d.h. ich bin umgezogen) und auch heute noch wohlfühle. Besser? 
Jein. Der Druck der Mitarbeiter nicht das beste Produkt für
den Kunden sondern das beste für die Bank zu verkaufen, ist ja
da.
Das ist ein Indiz für eine gute Bank: Wenn sie eben (z.B.) nicht nur Fonds aus dem eigenen Hause verkauft. Machen wir z.B. Unsere Fonds vertreiben Finanzdienstleister, wir selber verkaufen die nicht mehr, weil sie größtenteils einfach zu schlecht sind
OK, der Geldmarktfonds ist in Ordnung, da kann man nicht viel falsch machen. (Ist jetzt ein bißchen übertrieben, zugegeben.)
Das ist natürlich in anderen Geschäften auch so. Nur ist
das Image eines Bankangestellten halt ein anderes als das
eines Fernsehverkäufers. Außerdem besteht noch der Zeitdruck.
Eine stundenlange Beratung ist vielfach kaum noch möglich.
Wäre aber oft nötig.
Stimmt, aber auch das ist ein Indiz für eine gute Bank. Vor Aufnahme einer Geschäftsbeziehung gehe ich zu dem Verein und lasse mir ein paar Dinge empfehlen. Wenn ich merke, daß der mich in absoluter Unkenntnis des angeschnittenen Themas nach 5 Minuten mit Standardprodukten herauskomplimentieren will, suche ich mir eine andere. Zumindest die zeitliche Komponente kann auch der Laie beurteilen. Vorreiter in der „eigene Produkte verkaufen“ ist übrigens die von Dir schon angesprochene Deutsche Bank. Die Deutsche Bank ist keine Bank, sondern die Deutsche Bank. Für den hämischen Außenstehenden sind die aktuellen Entwicklungen dort nur die gerechte Strafe für jahrzehntelanges rücksichtsloses, unkollegiales und unfaires Verhalten.
Richtig. Ein Bankangestellter hat auch so ein Programm
angeworfen. Leider konnte er damit nicht umgehen.
Das ist natürlich in der Tat etwas unangenehm und nicht zu entschuldigen. Aber daraus zu schlußfolgern, diesem und allen Bankangestellten wäre(n) die Kunden egal, finde ich doch etwas übertrieben.
Es
macht der - aus meiner Sicht ohnehin schon fahrlässig
unseriösen - Stiftung Warentest natürlich einen Heidenspaß,
darzustellen, daß einige Bankmitarbeiter die ein oder andere
Grundrechenart nicht beherrschen.
Kam übrigens auch in WiSo (gefilmt mit versteckter Kamera).
Aber wahrscheinlich auch fahrlässig unseriös.
Eigentlich wollte ich keine Diskussion über SW und Wiso. Aber in der Tat: Auch Wiso ist fachlich eine Katastrophe. Wenn ich hin und wieder mal wieder den Fehler mache und einschalte, habe ich bisher in jedem Beitrag gravierende Fehler gefunden. Allerdings ist die Wirtschaftsredaktion vom ZDF noch nie ein Hort der wirtschaftlichen Fachkompetenz gewesen. Wenn mal der Bedarf nach peinlicher Unterhaltung besteht, sei der „Genuß“ der guten Frau Barrett aus dem ZDF-Morgenmagazin empfohlen. Im übrigen bezieht sich Wiso regelmäßig auf die SW, d.h. die werden die Infos höchstwahrscheinlich von der SW gehabt haben und gar nicht selber recherchiert.
Es ging nicht um Stift und Papier. Sie konnten es auch nicht
mit Computer berechnen. Einer ist eine halbe Stunde weg
gewesen, um seinen Kollegen zu fragen. Kam ohne Antwort
zurück. Ein anderer hat bei den Bankexperten angerufen (gibt
wohl so eine Telefonnummer, die ein Bankangestellter bei
Problemen wählen kann). Die wussten allerdings auch keine
Antwort.
Schlimm. Wenn die „Experten“ von der Bank keine Ahnung hatten, waren die entweder alle in der Mittagspause, oder man sollte, wenn man derartige finanzielle Projekte vorhat, zu einer anderen Bank gehen. Allerdings habe ich den Verdacht, daß die SW in der gewohnt zielorientierten Recherchearbeit die Zweigstelle der Sparkasse Siegen in Burbach sowie bei der ABN-Amro in Niederkrüchten aufgesucht hat. Die sollten ihr Fach zwar auch verstehen, sind allerdings nicht der Brennpunkt des internationalen Finanzgeschehens. Das erinnert mich an die Recherche der Rheinischen Post, die bei Banken angerufen hat (in 2001), um nach den Wechselkursprognosen für die spanischen Pesete zur D-mark zu fragen. Die Auskünfte waren beeindruckend, allerdings stellte sich hinterher heraus, daß eine der angerufenen Banken die Bank Melli Iran war.
Erstens unterscheiden sich die Banken nicht wesentlich
voneinander.
Das sehe ich anders.
Zweitens ist es lästig, weil man alle
Daueraufträge und vieles mehr ändern muß. Ein Friseurwechsel
ist einfacher.
Das sehe ich anders. Bei Banken geht ums Geld, das kann man ersetzen. Bei Haaren sieht das anders aus. Ich war in meinem Leben bei vier verschiedenden Friseursalons, aber bei mindestens 8 Banken und Sparkassen.
Drittens können viele gar nicht beurteilen, ob
und wann sie fehlerhaft und schlecht beraten werden (z.B. das
obige Rechenbeispiel: wer kann das denn schon gegenrechnen?).
Das stimmt (ersteres). Zu letzterem: Jeder, der bereit ist, sich zehn Minuten mit dem Formelassistenten von Excel zu bechäftigen.