Homo Ehe

Hallo zusammen,

angeregt durch einen Beitrag im L&L Brett und Tinos Bitte, diese Diskussion nicht in jenem Brett fortzusetzen, stelle ich mein Anliegen nun hier hinein und hoffe, das richtige Brett getroffen zu haben.

Gestern ging es, für mein Empfinden ziemlich aufgeregt, durch die Medien. Es hieß sogar schon, die Homo Ehe sei ab dem 01.08.01 rechtsmäßig. Gut, dem ist nicht so, es wurden lediglich vorerst zwei Eilanträge auf Aussetzung abgelehnt (Bayern & Sachsen).

Nun ist es sicher nur noch eine Frage der Zeit, wann dieses Gesetz verabschiedet wird.
In den nächsten Monaten wird vom BVG entschieden.

Doch muß ich gestehen, mir zu diesem Thema noch keine wirklich klare Meinung gebildet zu haben.
Auf der einen Seite denke ich, weil ich absolut kein Problem mit Schwulen und Lesben habe, sie sollen doch die gleichen Rechte haben wie alle anderen Menschen auf dieser Erde auch…denn sie sind genauso Menschen wie du und ich, sie leben nur eine andere Sexualität, und das geht eigentlich niemanden etwas an.
Auf der anderen Seite steckt in mir doch eine kleine konservative Vanessa, die denkt, die Ehe als solches ist eine Institution zwischen Mann und Frau und sollte es auch bleiben.
Also müßte dieses Baby zumindest mal anders genannt werden…“Homo Ehe“ hört sich ganz furchtbar an, eigentlich schon diskriminierend.

Dann wurde noch der Aspekt der Steuervergünstig angesprochen…Fakt ist, dass wir, wenn wir es schlau anstellen, nach einer Eheschließung Steuern sparen können. Nun gibt es diese Steuerersparnis aber primär, um zukünftige Familien finanziell zu entlasten.
Aus einer Homo Ehe gehen eindeutig weniger Kinder hervor als aus einer Hetero Ehe.
Warum also letztendlich das gleiche Recht, wenn es letztendlich doch eine andere Art der Zusammenschließung ist ?

Mich würde sehr interessieren, wie ihr über diese Thematik denkt, um mein eigenes Bild zu überdenken und neue Aspekte kennenzulernen.
Ich bin sehr gespannt auf eure Ansätze, pro und contra Homo Ehe, und freue mich auf eine sachlich nette Diskussion.

Euch einen schönen Tag,
viele Grüße,
Vanessa

Kinderkriegen…eine Meinung
Hallo Vanessa,
ich möchte weniger über die gleichgeschlechtliche Ehe was loslassen, sondern nur eine Bemerkung, zu dieser Feststellung von Dir:

Aus einer Homo Ehe gehen eindeutig weniger Kinder hervor als
aus einer Hetero Ehe.
Warum also letztendlich das gleiche Recht, wenn es
letztendlich doch eine andere Art der Zusammenschließung ist ?

Das mit der biologische Möglichkeit Kinder zu zeugen ist klar, aber ich persönlich würde nicht nur Heiraten wegen des Kinderkriegens. Für viele ist die Ehe ja noch gleichzusetzen mit jetzt Kinder kriegen & grossziehen. (ok, dass es viele soz./finanz. Vorteile gegenüber der Kinder und der Eltern gibt, keine Frage, aber genau das sollte man ändern; die Rechte nicht-ehelicher Kindern werden ja schon versucht anzugleichen)
Aber für mich hat die Ehe eine andere Bedeutung als Kinder in die Welt setzen, denn dazu brauche ich nicht unbedingt eine amtliche Erklärung…

Viele Grüsse,
Nicole

Lebenspartnerschaft
Hallo Vabe,
mit diesem Urteil ist Bayern auf ganzer Linie gescheitert. Das neue Lebenspartnerschaftsgesetz kann zum 1. August in Kraft
treten, die einsweilige Verfügung wurde ja abgelehnt. Das Lebenspartnerschaftsgesetz baut Diskriminierung ab und stärkt Verantwortungsgemeinschaften. Das steht voll im Einklang mit den Normen und Werten unserer Verfassung.
Gleichgeschlechtliche Paare waren bislang völlig rechtlos.
Selbst wenn die Partner schon seit Jahrzehnten zusammenlebten und füreinander sorgten, galten sie vor dem Gesetz als Fremde. Damit ist nun Schluss. Die Eingetragene Partnerschaft bringt erstmals Rechtssicherheit für lesbischeund schwule Paare, die eine umfassende Verantwortungs- undEinstehensgemeinschaft eingehen.
Stichwort Kinder: in vielen dieser Beziehungen leben Kinder, mitgebracht aus früheren Beziehungen. diese Angelegenheit wurde für mich noch nicht weitreichend genug geklärt. Wartens wir mal ab.

Gruß mic
http://www.mibor.de

Bedeutung

Hallo Vanessa,
ich möchte weniger über die gleichgeschlechtliche Ehe was
loslassen, sondern nur eine Bemerkung, zu dieser Feststellung

Und was verstehst Du noch unter Ehe, wenn ich fragen darf?

Ehe

Und was verstehst Du noch unter Ehe, wenn ich fragen darf?

Der Zusammenschluss zweier Partner, die sie sich wirklich lieben, und sich auch vorher reichlich geprüft haben, ob Sie zueinander passen.
Kinder sind für die meisten ein Liebesbeweis, aber nicht für alle.
Als Liebesbeweis steht für mich vordergründig gegenseitiges Vertrauen, weniger materielle Dinge.

Moinmoin Vanessa,

ich sehe das wie Mibor:smile:

Ich denke auch gerade in der Zeit, als die ersten HIV Postiven an Aids erkrankten, starben, als Familien den Geliebten und Lebenspartner vom Erbe ausschlossen, den Mann, der seinen Freund bis zum Tod gepflegt und versorgt hatte, die Begräbnisgestaltung verwehrten (Manchmal sogar den Gang zum offenen Grab)…ich habe ne Weile bei der AIDShilfe mit gemacht und das ict keine Übertreibung. In dieser Zeit wurde glaube ich allen sehr schmerzlich bewusst, was es heißt, sich seit Jahren zu lieben und Verantwortung zu haben und dann keinerlei Rechte zu haben.

Alle normalen geschlossenen Verträge können angefochten werden, ein gemeinsames Haus? unmöglich, wenn die liebe Verwandschaft nicht mitspielt uwsusf.

Dann, zwei Menschen lieben sich, sollen sie doch auch heiraten. Ich wäre eher dafür, die steuerlichen Privilegien für Verheiratete ohne Kinder komplett abzuschaffen und das auf Familien mit Kindern umzulegen.

Schließlich mag die Grundidee die gewesen sein, die du nennst, Ehe steuerlich zu fördern. Aber das ist doch heute oft genug nicht der Fall. Wieviele Leute sind heute unwillig, Kinder zu bekommen oder können keine bekommen?

Das Argument ist also kein wirkliches für mich. (sonst dürften Frauen nach ihrer Menopause auch nicht mehr heiraten:wink:)

Fazit für mich: Lasst sie doch!

Liebe Grüße,

babs:smile:

Eingetragenen Lebensgemeinschaft
hi Vanessa
Ad 1: Das Ding heisst eingetragenen Lebensgemeinschaft oder so, von Ehe steht da nix im Gesetz. es wird nur von der Presse so genannt.

Ad 2: Dadurch sollen gewisse rechtliche Aspekte endlich mal geklärt werden, insbesondere beim Erbrecht, dem Auskunftsrecht, Fürsorge etc. etc. zwischen Homosexuellen Partnern (hat ja schon Babs geschrieben HUHU *wink*)

Ad 3: Die Steuervergünstigungen für Verheiratete gehören abgeschafft, dafür gehören MENSCHEN mit Kindern steuerlich deutlich besser gestellt, insbesondere durch eine massive Erhöhung der Freibeträge, sowie, für unterste Einkommensgruppen, die Einstellung der Verrechnung von Kindergeld mit der Sozialhife (ein absoluter Skandal!).

Ad 4: Bin ja mal gespannt, ob Bayern rechtzeitig zum 1.08. ein Ausführungsverordnung erlässt *schiefgrins*

Gruß
Mike

Hallo Vanessa,

was Menschen im Schlafzimmer miteinander anstellen, ist ausschließlich ihre Privatsache. Auch was Menschen glauben, ist ausschließlich ihre private Angelegenheit. Deshalb ist die Meinung irgendwelcher Kirchen dazu nicht gefragt. Die können sich für ihre aktiven Mitglieder, von mir aus auch für die Karteileichen äußern, aber für niemanden weiter. Auch weshalb Menschen miteinander ins Bett gehen, ob zum Kinder zeugen oder nur so zum Vergnügen, geht niemanden etwas an. Punkt.

Keine reine Privatsache sind aber Dinge der gegenseitigen Versorgung, der Aussagen vor Gericht oder auch des Rechts, Aussagen zu verweigern, des Erbrechts etc. Dabei gab es zum Himmel schreiende Ungerechtigkeiten. Da konnte jemand gezwungen werden, gegen den eigenen Lebenspartner, die eigene Lebenspartnerin auszusagen. Weil ein Gericht lesbische oder homosexuelle Lebensgemeinschaften nicht zur Kenntnis nehmen mußte. Da konnte jemand beim Tod des Partners das Dach über dem Kopf verlieren, wenn es die Verwandtschaft wollte. Da durfte jemand nicht im Krankenhaus und nicht am Grab der eigenen Partnerin oder des eigenen Partners erscheinen.

Die vielen entrüsteten und ach so frommen Mitbürger finden das völlig in Ordnung. Angesichts dieser Verlogenheit kann ich nicht so viel kotzen, wie ich würgen muß, wenn ich das Geschwafel der Abendland-Bewahrer und rettet-die-Ehe-Besorgten höre.

Gruß
Wolfgang

noch was…
Hallo,
die drei Freistaaten sollten sich jetzt nicht mit kleinlichen
Schikanen an ihren schwulen Bürgern und lesbischen Bürgerinnen für die Niederlage in Karlsruhe zu rächen.
Die unionsregierten Länder sowie die CDU/CSU-Fraktion sollten im Vermittlungsverfahren zum Ergänzungsgesetz wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Bislang hat die CDU/CSU jedes Gespräch im Vermittlungsverfahren boykottiert. Sie hat sich damit ebensowie mit der Verfassungsklage ins gesellschaftliche Abseits gestellt. Die Fundamentalopposition gegen die rechtliche
Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften ist auf ganzer Linie gescheitert.
Die Hardliner aus Bayern, Sachsen und Thüringen haben die Union in eine Sackgasse geführt. Jetzt ist Umdenken angesagt. Wenn die Union nicht jeden Anspruch aufgeben will, die gesellschaftliche Entwicklung mitzugestalten, sollte sie aus der Schmollecke heraus.
Das vorläufige Urteil ist ein historischer Wendepunkt für Schwule, Lesben und ihre Angehörigen, aber nicht nur für sie allein. Die eingetragene Lebenspartnerschaft ist ein Gewinn für unsere Gesellschaft insgesamt.

Gruß mic

Ehe
mit deiner begründung dürften folgende bevölkerungsgruppen auch keine ehe schließen:
menschen, welche keine kinder bekommen können.
behinderte, derselbe grund



wenn ich richtig aufgepasst habe, wollen nur 5% aller schwullesbischen partnerschaften heiraten.
wieviel ist das denn in zahlen ausgedrückt?
es geht ja auch darum, das recht zur heirat zu haben.
alle anderen argumente waren so gut, vor allem von wolfgang(sternchengeb), besseres fällt mir dazu auch nicht ein.

cu

strubbel

Hallo strubbel,

mit deiner begründung dürften folgende bevölkerungsgruppen
auch keine ehe schließen:
menschen, welche keine kinder bekommen können.
behinderte, derselbe grund

Richtig, und deshalb habe ich ja auch gesagt, mir dazu noch keine abgeschlossene Meinung gebildet zu haben.

Die Denkanstöße sind diesbezüglich in meinem Bekanntenkreis eher einseitig :wink:…und deshalb habe ich hier gepostet. Es interessiert mich eben, wie andere dazu stehen und warum sie diese meinung vertreten.

Allerdings bleibt bei mir da noch immer ein komischer Nachgeschmack.

Die Ehe im herkömmlichen Sinne ist eine Verbindung zwischen Mann und Frau.
Warum soll sie das nicht einfach auch so bleiben ?
Warum müssen Schwule und Lesben denn die gleichen Rechte haben wie Heteros im Bezug auf eine Lebensgemeinschaft ?
Warum können da denn nicht andere Rechte bzw. Gesetze vorherrschen ?
Ich spinne einfach meinen Gedanken mal weiter, wohlwissend, dass das erst mal überzogen wirkt.
Ich finde es, genauso wie die meisten, die bis jetzt hier gepostet haben, geradezu paradox, dass Homos, wenn der Partner stirbt, keinerlei Rechte haben.
Und nun kommt das große Aber…was ist, wenn dieses neue Gesetz ausgenutzt wird ?
Nehmen wir an, eine wohlhabende Lesbe ist krank…da kommt dann auf einmal eine junge gesunde Frau daher, die sich als Lesbe ausgibt (ein bißchen bi sind ja doch viele). Nun stirbt die wohlhabende Dame und das Früchtchen ernetet.
Genauso natürlich auch möglich mit Männern…im Überigen haben ja gerade kranken Menschen oft keinen Sex mehr, also fällt das nicht unbedingt auf.

Ich weiß, das hört sich ziemlich krass an, aber das waren u.a. so meine Gedanken.

wenn ich richtig aufgepasst habe, wollen nur 5% aller
schwullesbischen partnerschaften heiraten.
wieviel ist das denn in zahlen ausgedrückt?
es geht ja auch darum, das recht zur heirat zu haben.

Es ist aber eine neue „Erfindung“, genauso wie die Ehe zwischen Mann und Frau seinerzeit eine Erfindung war.
Also könnte man sich doch überlegen, wie man diese Erfindung nun umsetzt.

Im Überigen frage ich mich ernsthaft, welchen Vorteil eine Eheschließung überhaupt haben soll ?
Egal ob Homo oder Hetero.

alle anderen argumente waren so gut, vor allem von
wolfgang(sternchengeb), besseres fällt mir dazu auch nicht
ein.

Nichts besseres, aber etwas anderes vielleicht :wink:

Greetings,
Vanessa

Hi Babs :smile:

Ich denke auch gerade in der Zeit, als die ersten HIV Postiven
an Aids erkrankten, starben, als Familien den Geliebten und
Lebenspartner vom Erbe ausschlossen, den Mann, der seinen
Freund bis zum Tod gepflegt und versorgt hatte, die
Begräbnisgestaltung verwehrten (Manchmal sogar den Gang zum
offenen Grab)…ich habe ne Weile bei der AIDShilfe mit gemacht
und das ict keine Übertreibung. In dieser Zeit wurde glaube
ich allen sehr schmerzlich bewusst, was es heißt, sich seit
Jahren zu lieben und Verantwortung zu haben und dann keinerlei
Rechte zu haben.

Das glaube ich dir alles sofort…aber wozu gibt es denn Testamente ???

Alle normalen geschlossenen Verträge können angefochten
werden, ein gemeinsames Haus? unmöglich, wenn die liebe
Verwandschaft nicht mitspielt uwsusf.

Testament ?

Dann, zwei Menschen lieben sich, sollen sie doch auch
heiraten. Ich wäre eher dafür, die steuerlichen Privilegien
für Verheiratete ohne Kinder komplett abzuschaffen und das auf
Familien mit Kindern umzulegen.

Jou, dafür wäre ich allerdings auch !
Allerdings steht das leider derzeit nicht zur Debatte…die „Homo Ehe“ schon.

Schließlich mag die Grundidee die gewesen sein, die du nennst,
Ehe steuerlich zu fördern. Aber das ist doch heute oft genug
nicht der Fall. Wieviele Leute sind heute unwillig, Kinder zu
bekommen oder können keine bekommen?

Stimmt, nur Homos bekommen sicher trotzdem deutlich weniger Kinder, denn dort gibt es doch auch Unwillige ?!

Das Argument ist also kein wirkliches für mich. (sonst dürften
Frauen nach ihrer Menopause auch nicht mehr heiraten:wink:)

Auch richtig…aber :wink:…prozentual gesehen werden sicherlich auch in Zukunft mehr Kids in Hetero Ehen leben als in Homo Ehen…oder ?!

Außerdem weiß ich gar nicht, ob ich bei dem Gedanken an Kinder und Homo Ehen so glücklich bin.
Da können die Eltern noch so liebevoll mit den Kids umgehen…es gibt auch noch eine Welt außerhalb der Familie.
Ich melde da Zweifel an.

Fazit für mich: Lasst sie doch!

Klar…ich möchte auch noch mal betonen, mir noch keine abschließende Meinung gebildet zu haben.
Ich kann nur sehr schwer damit umgehen, wenn Homos jammern und zetern, wie beleidigend und ich weiß nicht was alles die Heteros doch sind…damit wirken sie auf mich nicht toleranter oder besser, eher im Gegenteil.

Vor 20 Jahren war es um die Eheschließungen zwischen Deutschen und Ausländern auch nicht besser bestellt…zwischen Schwarzen und Weißen ist es heute noch ein riesen Problem.

So long,
Vanessa

Hi Vabe,
in dieser Diskussion sehe hich häufig einen gewissen Hang, die Dinge einerseits genau zu nehmen, andererseits zu generalisieren, um dann generell dagegegen zu argumentieren. Beispiel:

Die Ehe im herkömmlichen Sinne ist eine Verbindung zwischen
Mann und Frau.

Im herkömmlichen Sinne ja.

Warum soll sie das nicht einfach auch so bleiben ?

Soll sie ja. Dazu gibt es nun, außerhalb der Ehe, die Möglichkeit einer eingetragenen Lebensgemeinschaft - für die, die es nicht „im herkömmlichen Sinne“ sind.

Warum müssen Schwule und Lesben denn die gleichen Rechte haben
wie Heteros im Bezug auf eine Lebensgemeinschaft ?
Warum können da denn nicht andere Rechte bzw. Gesetze
vorherrschen ?

Genau das soll ja geschehen: ein „anderes Gesetz“, eine eingetragene Lebensgemeinschaft, ist keine Ehe.

Nehmen wir an, eine wohlhabende Lesbe ist krank…da kommt
dann auf einmal eine junge gesunde Frau daher, die sich als
Lesbe ausgibt (ein bißchen bi sind ja doch viele). Nun stirbt
die wohlhabende Dame und das Früchtchen ernetet.

Was ist, wenn eine wohlhabende Heterofrau einen jüngeren Mann heiratet, der das aus diesen Gründen tut? Das nennt man Erbschleicherei, und ist genauso gut möglich bei der herkömmlichen Ehe (s. Anna Nicole Smith mit ihrem Milliardär).

Im Überigen frage ich mich ernsthaft, welchen Vorteil eine
Eheschließung überhaupt haben soll ?
Egal ob Homo oder Hetero.

Nun - entweder man ist für die Ehe und möchte sie auch gegen das neue Gesetz (Stichwort konservative Vabe) verteidigen, oder man findet sie überflüssig. Das sind zwei völlig verschiedene Argumentationslinien.
Die Vorteile wurden schon mehrfach (auch von Dir) genannt. Es gibt auch einen weiteren Grund: weils schön ist. Zwei Leute möchten sich richtig feste aneinander binden. Natürlich kann man das im Stillen machen, aber da wird es offiziell…

Gruß

J.

Die traditionelle Familie ist doch eh tot.
Hallo Vanessa,

ich nochmal,

mir fiel zu dem ganzen Thema noch ein Artikel ein, den ich gerade letztes Wochenende gelesen hatte:

Hier einige Facts und Thesen zum Thema Familie aus dem Artikel (ausnahmsweise mal alles copy-paste, ich fands aber wirklich spannend):

-------Zitat Beginn-----

  • Die vorindustrielle Familie war im Kern eine ökonomische Einheit; die Ungleichheit von Männern und Frauen war ein Merkmal ihres Wesens. Dies galt auch für das Sexualleben. Die sexuelle Doppelmoral diente ihrerseits zur Aufrechterhaltung von Besitz und entsprechenden Erbschaftsregeln.

  • In der vorindustriellen Familie wurden und werden nicht nur den Frauen die Rechte vorenthalten, den Kindern ebenso.

  • Sexualität und menschliche Reproduktion sind immer weiter voneinander abgelöst worden. Damit hat sich ein experimentelles Feld eröffnet, in dem die Erprobung sexueller Praktiken und der Erotisierung des Alltags kaum noch Grenzen gesetzt sind.

  • Wenn Sexualität nicht nur durch Reproduktion bestimmt ist, dann entfällt die Dominanz der Heterosexualität.

  • Die Frauen haben in der westlichen Welt seit den sechziger Jahren in der Bildung mit den Männern gleichgezogen, sie in einigen Bereichen überholt; entsprechend - wenn auch lange nicht in demselben Ausmaß - ist die Erwerbsbeteiligung von Frauen, ja von Müttern gestiegen. Dies hat dazu beigetragen, dass die Familie ihre Schlüsselbedeutung als ökonomische Einheit immer weiter eingebüßt hat.

  • Die Idee der romantischen Liebe als Voraussetzung und Grundlage der Ehe hat die Ehe als ökonomische Verbindung verdrängt und labilisiert.

  • Entsprechend sind überall auf der Welt die Scheidungsziffern hochgeschnellt.

  • Nur noch eine Minderheit der Menschen in der westlichen Welt lebt heute in der „Normalfamilie“ der fünfziger Jahre - beide Eltern leben zusammen mit ihren Kindern, die aus ihrer Ehe stammen, und die Mutter ist ausschließlich als Hausfrau tätig.

  • In vielen westlichen Ländern werden inzwischen mehr als ein Drittel der Kinder außerhalb der Ehe geboren.

aus: Ulrich Beck, Das Zeitalter des „eigenen Lebens“
Individualisierung als „paradoxe Sozialstruktur“ und andere offene Fragen, Aus Politik und Zeitgeschichte, B 29/2001, S. 3-6

------Zitat Ende-------

zu finden online unter: http://www.bpb.de/ (Publikationen und dann das „Das Parlament“ suchen)

Was heißt das für mich? Ich finde vor allem den Aspekt spannend, dass Sex (den es früher „legitimierter Form“ ja nur in der Ehe
gab) mittlerweile

  1. völlig losgelöst ist von Kinder kriegen (man hat zumindest eine Wahl: Pille, Viagra, Kondome, Gleitmittel…alles Dinge, die Kinder nicht zum Ziel haben und manchmal sogar explizit Schwangerschaft verhüten)

  2. Durch künstliche Befruchtung sind Kinder sogar ohne Sex möglich.

  3. das führt zu einer Löslösung von (wie oben beschrieben) Reproduktion und Sexualität. Andere Formen der Sexualität, andere Lebensentwürfe, andere Familien sind denkbar und heute schon Realität.

Darauf auch rechtlich zu reagieren, sich zu entscheiden, auch diese Menschen mit ihrer Liebe und Verantwortung, die sie miteinander leben, zu schützen, ist m.E. jetzt Aufgabe des Rechtsstaates. Ich denke, die sog. Homo-Ehe ist ein Schritt in Richtung Anerkennung neuer Lebensweisen - die es ja schon gibt! Man schafft sie nicht dadurch!

Das wird schon alles wieder viel zu lang,

ganz liebe Grüße,

babs:smile:

Testamente
Hallo Vanessa:smile:

Testamente sind leider bei nicht Blutsangehörigen, mit denen ma nicht verheiratet ist, nicht viel wert´:frowning:

Mindestens den Pflichtteil können die Verwandten einklagen. Wer gemeinam ein Haus oder eine Firma hat, hat dann verdammt schlechte Karten.

Dann, zwei Menschen lieben sich, sollen sie doch auch
heiraten. Ich wäre eher dafür, die steuerlichen Privilegien
für Verheiratete ohne Kinder komplett abzuschaffen und das auf
Familien mit Kindern umzulegen.

Jou, dafür wäre ich allerdings auch !
Allerdings steht das leider derzeit nicht zur Debatte…die
„Homo Ehe“ schon.

Und - wo ist das Problem? Warum sollten verheiratete Heterosexuelle ohne Kinder mehr privilegiert werden als Homosexuelle? ( und die vielleicht sogar mit Kindern?)

Auch richtig…aber :wink:…prozentual gesehen werden
sicherlich auch in Zukunft mehr Kids in Hetero Ehen leben als
in Homo Ehen…oder ?!

Und weiter? Es wollen ja auch gar nicht alle Homosexuellen heiraten. Die Skepis für dem institut der Ehe ist dort (wie ich finde verstöndlicherweise9 recht hoch:smile: Und die die wollen, haben auch Gründe dafür und: Das ist gut so!:wink:

Außerdem weiß ich gar nicht, ob ich bei dem Gedanken an Kinder
und Homo Ehen so glücklich bin.
Da können die Eltern noch so liebevoll mit den Kids
umgehen…es gibt auch noch eine Welt außerhalb der Familie.
Ich melde da Zweifel an.

Mag alles sein. Aber willst du einer Mutter das Kind wegnehmen, weil sie mittlerweile mit einer Frau zusammen ist?

liebe Grüße,
babs:smile:

Hallo Barbara,

also der Titel ist schon sehr provokant.

Würde man den gleichen Maßstab in der Medizin anlegen,…*schauder*

Zugegeben, es werden immer weniger Ehen, die so funktionieren, wie ursprünglich vorgesehen. Aber es gibt immer noch eine große Anzahl von Paaren, die an die Ehe glauben.

Demgegenüber gibt es eigentlich nur ganz wenige Homosexuelle (in einer Statistik las ich mal ca. 4% der Weltbevölkerung) und von denen gibt es auch nur eine Minderheit, die sich zu einer „Ehe“ entschließen wollen.

Nach obigem Maßstab wäre das eine Totgeburt.

Ich denke, die sog. Homo-Ehe ist ein Schritt in
Richtung Anerkennung neuer Lebensweisen - die es ja schon
gibt! Man schafft sie nicht dadurch!

Hier hast Du natürlich völlig recht.
Das Gesetz hinkt wieder einmal der Realität hintennach.
Und rein politisch betrachtet, ist es auch richtig, dass es kommt.

Ob es für die Gesellschaft gut ist, ist ein ganz anderes Thema.
Gehört aber eher ins R & E - Brett :wink:

Gruss Harald

Halt! Stopp! Nicht so schnell!
Erstaunlich. Im ganzen Strang gibt es nicht einen, der gegen die Homo-Ehe eintritt. Außer Vanessa und die auch nur zur Hälfte. Sind wirklich alle so liberal hier?

Aber eigentlich habe ich eine andere Frage: Ist ein Jurist hier dabei? Denn alle (auch die Medien, die ich gelesen/gehört habe) gehen davon aus, dass das BVG endgültig für die Homo-Ehe entschieden hat.

Tatsächlich hat sie aber nur eine einstweilige Verfügung abgelehnt. Die Entscheidung in der Hauptsache fällt erst in einigen Monaten.

Kann man das wirklich schon als endgültige Pro-(HomoEhe)Entscheidung ansehen? Oder kann das BVG doch noch anders entscheiden? Eigentlich ja, denn sonst bräuchte es ja nicht mehr zu entscheiden.

Andererseits was hieße das für geschlossene (Homo-)Ehen, wenn das BVG es nachträglich doch noch verhindern sollte? Wird dann alles wieder rückabgewickelt? Geht das überhaupt? Gibt es da nicht Vertrauensschutz?

Wenn es den aber gibt, bin ich wieder da, dass die Entscheidung in der Hauptsache schon gefallen ist bevor sie gefallen ist.

Also, was meint ein Jurist zu diesem Dilemma?

Tatsächlich hat sie aber nur eine einstweilige Verfügung
abgelehnt. Die Entscheidung in der Hauptsache fällt erst in
einigen Monaten.

Exakt!

Kann man das wirklich schon als endgültige
Pro-(HomoEhe)Entscheidung ansehen? Oder kann das BVG doch noch
anders entscheiden? Eigentlich ja, denn sonst bräuchte es ja
nicht mehr zu entscheiden.

Es ist noch überhaupt keine Entscheidung pro oder contra „Homo-Ehe“. Der Richter hat deutlich betont, dass der Ausgang des Hauptsacheverfahrens noch offen ist.

Andererseits was hieße das für geschlossene (Homo-)Ehen, wenn
das BVG es nachträglich doch noch verhindern sollte? Wird dann
alles wieder rückabgewickelt? Geht das überhaupt? Gibt es da
nicht Vertrauensschutz?

Das war ja genau die Frage, die das BVG diskutieren musste. Was wirkt schwerer? Wenn das jetzige Gesetz ausgesetzt wird und es sich nacher als verfassungskonform herausstellt. Oder wenn es nicht ausgesetzt wird und es sich nacher doch verfassungswidrig ist.
Nun, wie die Richter entschieden haben wissen wir ja.
Sollte es verfassungswidrig sein, wird es mit Sicherheit komplizierte Fragen aufwerfen.

Ciao
Kaj

P.S.: Auch ich befürworte die „Homo-Ehe“!

Doch ich. Ich bin dagegen. Das sollt Ihr wissen. Nur was kann ein Mann ausrichten gegen eine ganze Heerscharr?

Doch ich. Ich bin dagegen. Das sollt Ihr wissen. Nur was kann ein Mann ausrichten gegen eine ganze Heerscharr?

Jaja, es ist ein graus mit diesen Mehrheitsentscheidungen :wink:

Zum Glück gehöre ich diesmal der Mehrheit an.

Ciao
Kaj