Nun denn
hi Markus
Schade, das Du gehst…
eine andere Meinung empfinde ich immer als sehr angenehm, man kann sich wunderbar dran reiben und schauen, ob nicht an der eigenen Meinung was hakt.
Zur Sache:
babs hat es ja berits geschrieben, es geht unter anderem auch um erbrechtliche und unterhaltsrechtliche Probleme bei gleichgeschlechtlichen Paaren.
Sowie um Erb- , Unterhalts- und Sorgerechtsfragen bezüglich von bereits in die Beziehung mitgebrachter Kinder (Problem der Adoption).
Es ist ja ein schwerwiegendes Problem, wenn einer der partner ein Kind bekommt bzw in die Beziehung mitbringt und dieser Person dann etwas zustösst oder stirbt. dann würde das Sorgerecht für dieses Kind eben nicht an den überlebenden Partner fallen, sondern es würde entweder an den leiblichen Elternteil bzw vom Vormundschaftsgericht festgelegt werden… was da rauskommt, kannst dir ja vorstellen… jedenfalls meist nix gescheites.
Durch eine Adoption erhält das Kind
- Erbansprüche der Klasse I
- Es wird im Falle eines Falles nicht aus seiner gewohnten Umgebung herausgerissen…
Es ist im übrigen nicht nachgewiesen, das Kinder, die in einer homosexuellen Partnerschaft aufwachsen, ebenfalls häufig homosexuell werden.
Die Adoption eines fremden Kindes ist bei uns derartig schwierig und mit Hindernissen belegt (Prüfung durch das Jugendamt und weiterer Pipapo, das dies bei uns wohl seltenst bei Homosexuellen Paaren genehmigt werden wird…
Das Widernatürlichkeitsargument ist in seiner Generalität ja widerlegt, da es (wie gesagt) in der Natur genügend Gegenbeispiele gibt. Man muß jetzt nur entscheiden, ob Homosexualität wider die menschliche Natur ist… und das weiss ich jetzt auch nicht… das muß jeder für sich entscheiden und daraus eben die Konsequenzen für sein persönliches Handeln ziehen.
Aber gerade in solchen Fällen, wo keine Entscheidung anhand von sachlichen Kriterien möglich ist (ich seh oder merke keinem anhand physischer oder psychischer Merkmale an, ob er Homo- oder Heterosexuell ist) sollte man mit generellen Verdammungsurteilen sehr vorsichtig sein, wie du ja auch angemerkt hast. Man könnte falsch liegen…
bezüglich Toleranz: Gerade deine Haltung, wie Du sie beschreibst, ist tolerant, denn Du erkennst eine Ansicht an, die du nicht teilst.
Toleranz wird häufig mit „Einverstanden sein“ gleichgesetzt, was aber definitiv falsch ist. Toleranz bedeutet unter anderem, einem anderen seine Meinung zu lassen, sofern der Fall unentscheidbar ist.
Gruß
Mike

