Homo Ehe

Nun denn
hi Markus
Schade, das Du gehst…
eine andere Meinung empfinde ich immer als sehr angenehm, man kann sich wunderbar dran reiben und schauen, ob nicht an der eigenen Meinung was hakt.

Zur Sache:
babs hat es ja berits geschrieben, es geht unter anderem auch um erbrechtliche und unterhaltsrechtliche Probleme bei gleichgeschlechtlichen Paaren.

Sowie um Erb- , Unterhalts- und Sorgerechtsfragen bezüglich von bereits in die Beziehung mitgebrachter Kinder (Problem der Adoption).
Es ist ja ein schwerwiegendes Problem, wenn einer der partner ein Kind bekommt bzw in die Beziehung mitbringt und dieser Person dann etwas zustösst oder stirbt. dann würde das Sorgerecht für dieses Kind eben nicht an den überlebenden Partner fallen, sondern es würde entweder an den leiblichen Elternteil bzw vom Vormundschaftsgericht festgelegt werden… was da rauskommt, kannst dir ja vorstellen… jedenfalls meist nix gescheites.
Durch eine Adoption erhält das Kind

  1. Erbansprüche der Klasse I
  2. Es wird im Falle eines Falles nicht aus seiner gewohnten Umgebung herausgerissen…
    Es ist im übrigen nicht nachgewiesen, das Kinder, die in einer homosexuellen Partnerschaft aufwachsen, ebenfalls häufig homosexuell werden.

Die Adoption eines fremden Kindes ist bei uns derartig schwierig und mit Hindernissen belegt (Prüfung durch das Jugendamt und weiterer Pipapo, das dies bei uns wohl seltenst bei Homosexuellen Paaren genehmigt werden wird…

Das Widernatürlichkeitsargument ist in seiner Generalität ja widerlegt, da es (wie gesagt) in der Natur genügend Gegenbeispiele gibt. Man muß jetzt nur entscheiden, ob Homosexualität wider die menschliche Natur ist… und das weiss ich jetzt auch nicht… das muß jeder für sich entscheiden und daraus eben die Konsequenzen für sein persönliches Handeln ziehen.

Aber gerade in solchen Fällen, wo keine Entscheidung anhand von sachlichen Kriterien möglich ist (ich seh oder merke keinem anhand physischer oder psychischer Merkmale an, ob er Homo- oder Heterosexuell ist) sollte man mit generellen Verdammungsurteilen sehr vorsichtig sein, wie du ja auch angemerkt hast. Man könnte falsch liegen…

bezüglich Toleranz: Gerade deine Haltung, wie Du sie beschreibst, ist tolerant, denn Du erkennst eine Ansicht an, die du nicht teilst.
Toleranz wird häufig mit „Einverstanden sein“ gleichgesetzt, was aber definitiv falsch ist. Toleranz bedeutet unter anderem, einem anderen seine Meinung zu lassen, sofern der Fall unentscheidbar ist.

Gruß
Mike

  1. Homophobie=> daraus leitet sich ab, das an das sog.
    „perverse“ und „widernatürliche“ ja nicht noch anerkennen
    muss.

Doch. Man muß das Abartige (abartig = abseits der Art) anerkennen, sonst ist man homophob.
_____schnipp_____
Der Begriff „Homophobie“ wird mittlerweile mehr oder weniger auf jeden angewendet, der „auch nur die extremsten homosexuellen Forderungen in Frage stellt“.
Nach dieser Sprachregelung können jegliche Argumente und Entscheidungen, die nicht im Sinne der Schwulen-Bewegung sind, als homophobiegesteuert hingestellt werden. Wir sehen hier erneut eine Strategie zur Eroberung der öffentlichen Meinung und Lähmung der Andersdenkenden. Dieser Homophobie-Begriff läßt keinen Raum mehr für Menschen, die - wie ich - auf Grund ihrer persönlichen Erfahrung oder aus religiösen, moralisch-ethischen oder auch rein medizinischen Gründen die Homosexualität nicht als vollwertigen alternativen Lebensstil betrachten können.
Das Konzept der Homophobie ist hier zum ideologischen Werkzeug der politischen Schwulen-Bewegung geworden.

Dr. Gerhard J.M. van den Aardweg
_____schnapp_____

Ein blödsinniger Text

Doch. Man muß das Abartige (abartig = abseits der Art)
anerkennen, sonst ist man homophob.

Der Junge hat Probleme.
1.
Wie hier schon erläutert wurde, ist nicht wirklich erwiesen, dass Homosexuelle „abseits der Art“ sind. Diese Prämisse muß erst noch erwiesen werden.
2.
Sicher sollte man Homosexuelle als gleichberechtigt anerkennen. Das bedeutet nicht zwingend, dass man alles akzeptiert, was Homosexuelle tun. Dies unterstellt er aber:

Der Begriff „Homophobie“ wird mittlerweile mehr oder weniger
auf jeden angewendet, der „auch nur die extremsten
homosexuellen Forderungen in Frage stellt“.

Was die „extremsten homosexuellen Forderungen“ sind und ob diejenigen tatsächlich als homophob gebrandmarkt werden, die diese in Frage stellen, weist er nicht nach. Er behauptet es einfach.

Nach dieser Sprachregelung können jegliche Argumente und
Entscheidungen, die nicht im Sinne der Schwulen-Bewegung sind,
als homophobiegesteuert hingestellt werden. Wir sehen hier
erneut eine Strategie zur Eroberung der öffentlichen Meinung
und Lähmung der Andersdenkenden. Dieser Homophobie-Begriff
läßt keinen Raum mehr für Menschen, die - wie ich - auf Grund
ihrer persönlichen Erfahrung

Was für Erfahrungen sind das? Würde in diesem Zusammenhang schon mal interessieren.

oder aus religiösen,

Die Kirche darf tun, was sie will. Wir leben aber in einem säkularen Staat. Da sollte die Religion tatsächlich keine Rolle bei politischen Debatten spielen.

moralisch-ethischen

Nämlich welchen?

oder auch rein medizinischen Gründen

Hier wäre wirklich interessant, was er damit meint. Sind Homosexuelle also doch krank oder was will er andeuten?

Das Konzept der Homophobie ist hier zum ideologischen
Werkzeug der politischen Schwulen-Bewegung geworden.

Wahrscheinlich erklärt er im längeren Text, was er genau meint. So ist das nur eine billig-peinlich-nichtssagende Polemik ohne Sinn und Verstand.

Warum hast Du es zitiert?

Den Einwand verstehe ich nicht!
Hallo Marion,

ich finde es interessant, wieviele Menschen sich über ein
Thema ereifern können, das sie tatsächlich in keinster Weise
betrifft.

Es sei mir hoffentlich ein Einwand gegönnt: Wenn Du es seltsam findest (das unterstelle ich mal), daß sich Leute für Themen interessieren, mit denen sie eigentlich gar nichts zu tun haben, wundere ich mich, warum Du Dich für diese Diskussion interessierst.

Das Phänomen, für das Du eine Erklärung suchst, stellst Du also selbst zur Schau.

Außerdem würde ich es für bedeklicher halten, wenn sich jeder nur um seine Angelegenheiten kümmert. Sollten sich z.B. die Männer heraushalten, wenn es um die Besserstellung der Frau in der Gesellschaft geht? Sollten wir die Probleme Unterernährung, AIDS etc. der Dritten Welt überlassen, weil wir nicht direkt davon berührt sind?

Ich unterstelle Dir selbstverständlich nicht solche Denkweisen. Diese Beispiele sollten nur darstellen, daß es viel problematischer wäre, sich nur um sein Zeug zu kümmern.

Und um dem Brett gerecht zu werden: Wir halten doch gerade diejenigen Politiker für untragbar, die sich mehr um sich als um Probleme der Gesellschaft (auch solche, die sie nicht betreffen) kümmern. Warum sollten also für alle anderen ander Maßstäbe gelten?

Gruß
Jürgen

Moin Jürgen

les mal meine anderen Postings zu dem Thema, dann wirds vielleicht deutlich, was ich meine.

Heidenei, ist das denn wirklich so kompliziert ?

Gruss
Marion

Schön, der erste Beitrag hier über den ich etwas nachdenken
mußte. :smile:

Und dein Posting ist vermutlich der erste Beitrag hier, den ich abspeichern werde :smile:

Wie
selektiert der Mensch also, über was er sich aufregen will und
über was nicht ?

Das ist dann tatsächlich eine Frage fürs Psycho-Brett. Bin
kein Psychologe, kann daher nur eine begrenzt vernünftige
Antwort geben.

Naja, aber es ist eben auch ein politischer Aspekt. Ich hatte halt gehofft, dass es hier Leute gibt, die auch mehr können, als nur zu allem und jedem ihre Meinung kundzutun, und das anscheinend nicht zu unrecht :smile:

Keine allgemeingültige und vollständige Antwort, aber
zumindest einige Aspekte:

Na dann wollen wir doch mal schauen, ob das für die 1) Genua-Diskussion UND die 2) Diskussion über die Homo-Ehe trägt

a) wie schon oben gesagt, die persönliche Sympathie (Delfine
„netter“ als Haie). Ähnliches gilt bei Kinderschändern. Kinder
sind im allgemeinen sympathischer als Kinderschänder.

  1. trifft zu: Polizisten gilt mehr Sympathie als militanten Demonstranten
  2. trifft ebenfalls zu, weite Kreise der Bevölkerung haben keinerlei Sympathie für Homosexuelle, selbst die in ihrem eigenen Umfeld nicht

b) die Komplexität einer Sache. So ist Stammzellenforschung
für die meisten zu kompliziert. Beim Thema Sex glaubt hingegen
jeder kompetent mitreden zu können.

  1. trifft zu: Der Inhalt der G8 Gespräche ist offensichtlich vielen zu kompliziert. Aber ob es gerechtfertigt ist, einen militanten Demonstranten zu erschießen, dazu muss man nichts wissen sondern braucht nur eine Meinung.

  2. trifft ebenfalls zu: Inhaltlich hat sich hier kaum einer zur Homo-Ehe geäußert, vermutlich wissen die meisten hier nicht mal, was diese eigentlich beinhaltet, aber ob die Homo-Ehe (oder gar Homosexualität allgemein) den Untergang des Abendlands einläutet (mal überspitzt gesagt), dazu kann man ja eine Meinung haben.

c) die Langfristigkeit eines Problems. Würde die
Klimaerwärmung nicht 100 sondern 10 oder gar 1 Jahr dauern,
wäre die Diskussion sicher eine andere.

hm…eine zeitliche Komponente kann ich für die Genua-Diskussion nicht so recht ausmachen, aber man kann diesen Punkt ja weiterspinnen, vielleicht folgendermaßen: Inwiefern kann man sich mit dem Problem identifizieren ?

  1. Das würde für Genua wieder tragen: Man kann sich in die Situation des Polizisten hineinversetzen und versuchen zu überlegen, wie man selbst gehandelt hätte, da das Handlungsmuster eines Polizisten offensichtlich noch als relativ „leicht“ nachzuvollziehen angesehen wird.
    In die Situation eines Regierungschefs und damit die Frage, wie würde ich mich als Regierungschef bei den G8 Gesprächen verhalten ist für die meinsten dann schon wieder zu hoch.

  2. solange man nicht selbst Homosexueller ist, trägt es hier auch. Nicht Homosexuelle Eheleute haben schließlich die Probleme nicht, denen sich schwule Paare stellen müssen.

d) die Intensität der Medienberichterstattung spielt natürlich
eine Rolle. Auch ob sich Prominente dort engagieren oder
nicht.

Stimmt, frei nach dem Motto: was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß…

e) die Einfachheit der Alternativen. Wenn man durch eine
einfache Regelung ein Problem aus der Welt schaffen kann, kann
man leichter schimpfen als wenn man sagen müßte: ja da mußte
ich eigentlich mein Leben umstellen.

stimmt für Genua ebenfalls, weil wie schon gesagt, die Handlungsweise des Polizisten steht in den meisten Fällen in keinster Weise in irgendeinem Verhältnis zum Leben der User hier.
stimmt auch für die Diskussion über die Homo-Ehe.

f) wenn es einen klar auszumachenden Schuldigen ist, der nicht
ich selbst ist.

Stimmt auch.

So, mehr ist aus meinen Überlegungen nicht herausgekommen. :frowning:

Nicht schlecht.
Vielen Dank :smile:

Gruss
Marion

Und dein Posting ist vermutlich der erste Beitrag hier, den
ich abspeichern werde :smile:

Schön, dass Dir mein Beitrag gefallen hat. Freut mich. :smile:

Ich hatte
halt gehofft, dass es hier Leute gibt, die auch mehr können,
als nur zu allem und jedem ihre Meinung kundzutun, und das
anscheinend nicht zu unrecht :smile:

Ja, deswegen bin ich auch hier hängengeblieben. Es gibt sicher niveaulosere Diskussionsforen im Net.

  1. trifft ebenfalls zu, weite Kreise der Bevölkerung haben
    keinerlei Sympathie für Homosexuelle, selbst die in ihrem
    eigenen Umfeld nicht

Jein, ich denke mal das stimmt, wenn die Homosexuellen in die Nähe kommen. Der Sohn z.B. einen schwulen Freund hat. Das könnte ja abfärben. Bei Showleuten Dirk Bach, Patrick Lindner etc. ist das zumindest nicht mehr karriereschädlich, vielleicht sogar -förderlich.

  1. Das würde für Genua wieder tragen: Man kann sich in die
    Situation des Polizisten hineinversetzen und versuchen zu
    überlegen, wie man selbst gehandelt hätte, da das
    Handlungsmuster eines Polizisten offensichtlich noch als
    relativ „leicht“ nachzuvollziehen angesehen wird.
    In die Situation eines Regierungschefs und damit die Frage,
    wie würde ich mich als Regierungschef bei den G8 Gesprächen
    verhalten ist für die meinsten dann schon wieder zu hoch.

Richtig. Der SPIEGEL schreibt dazu die Bewegung wie ATTAC stellt mehr Fragen als Antworten zu geben. Da man weiß, was sich ändern muß, aber nicht wie. Weil man auch weiß, dass (fast) jede „Lösung“ eines Problems ein neues Problem erzeugt oder ein altes verstärkt.

So, mehr ist aus meinen Überlegungen nicht herausgekommen. :frowning:

Nicht schlecht.

Danke. Muß aber ehrlich zugeben: wer jahrelang für Greenpeace aktiv ist, der weiß. welche Kriterien vorhanden sein müssen, damit eine Kampagne erfolgreich unters Volk gebracht werden kann. Heißt natürlich nicht, dass Greenpeace nur solche Kampagnen fährt. Z.B. gibt es auch eine gegen das Abschlachten von Haien (eher noch schlimmer als bei Walen: Haien werden für Schillerlocken die Flossen abgeschnitten und dann lebend wieder ins Meer geworfen, wo sie elend krepieren. Nur eben keine Überraschung: diese Kampagne war nicht sehr erfolgreich). Aber wir überlegen natürlich vorher wie ein wichtiges Thema möglichst effizient geführt werden kann. Und da sind obige Kriterien nicht gerade unwichtig. War also nicht wirklich mein Mist.

  1. trifft ebenfalls zu, weite Kreise der Bevölkerung haben
    keinerlei Sympathie für Homosexuelle, selbst die in ihrem
    eigenen Umfeld nicht

Jein, ich denke mal das stimmt, wenn die Homosexuellen in die
Nähe kommen. Der Sohn z.B. einen schwulen Freund hat. Das
könnte ja abfärben. Bei Showleuten Dirk Bach, Patrick Lindner
etc. ist das zumindest nicht mehr karriereschädlich,
vielleicht sogar -förderlich.

Ja, ich denke du hast recht. Ich lass mich manchmal etwas von chronisch homophoben Gestalten hier in die falsche Richtung führen. Zum Glück ist deren Meinung ja eher eine gesellschaftliche Randerscheinung.

Richtig. Der SPIEGEL schreibt dazu die Bewegung wie ATTAC
stellt mehr Fragen als Antworten zu geben. Da man weiß, was
sich ändern muß, aber nicht wie. Weil man auch weiß, dass
(fast) jede „Lösung“ eines Problems ein neues Problem erzeugt
oder ein altes verstärkt.

Das Problem dürfte wohl seine, dass sich für diese Art der Veränderungen bei den Bewohnern der Industriestaaten keine tragfähigen Mehrheiten finden lassen werden. Der Durchschnittsdeutsche kriegt ja schon Schreikrämpfe, wenn man ihm sagt, dass sein Reichtum auf der Armut anderer begründet ist. Wie will man also etwas ändern, wenn nicht mal Einsicht vorhanden ist ? Zudem hab ich auch nciht den Eindruck, dass diese Art der Einsicht gewollt ist. Aufklärung über Zusammenhänge diese Art sind nicht grade an der Tagesordnung.

Danke. Muß aber ehrlich zugeben: wer jahrelang für Greenpeace
aktiv ist, der weiß. welche Kriterien vorhanden sein müssen,
damit eine Kampagne erfolgreich unters Volk gebracht werden
kann.

Ja, man kann diese Art der Negativliste natürlich auch umkehren, um herauszufinden, wofür Menschen sich engagieren. Mal weiter oben schauen um herauszufinden, ob sich auch trägt, um herauszufinden, worüber Leute sich NICHT aufregen :smile:

Gruss
Marion