Homöopathie

Hallo,

im Medizinbrett gab es eine Frage, die ins Psychologiebrett verschoben wurde und artete an einer Stelle aus, wo es um Homöopathie und Placebos ging. Ich wollte mich nicht an die OT-Diskussion heranhängen, daher stelle ich hier mal die Frage und hoffe ein Paar Antworten zu finden:

Was ist nach den neuesten Erkenntnissen eigentlich dran an der Homöopathie? Nützt sie was, nützt sie nur manchmal, nützt sie nur im Sinne eine Placeboeffekts oder ist es alles nur Humbug?

Ich selbst stehe den Kügelchen eher skeptisch gegeüber. Ich habe sie schon öfters selbst probiert (auch unter fachkundiger Anleitung) - genützt haben sie nicht, geschadet aber auch nicht.

Was mich allerdings wundert, ist dass Homöopathie auch gerne bei Kindern (auch Säuglingen) und Tieren verwendet werden und dort anscheinend Erfolg zeigen. Warum ist das so? Da sollte doch der Placeboeffekt ausgeschlossen werden können? Insbesondere die Rescuetropfen zeigen bei Hunden und Pferden eine verblüffende Wirkung - oder würden es hier auch ein Paar Tropfen Whiskey tun?

Hat jemand Erfahrung damit, bzw. gibt es irgendwelche Grundlagen, die einem Mediziner dazu bewegen Globuli zu verschreiben?

Viele Grüße

Placebo (OT)
Moin,

Ich selbst stehe den Kügelchen eher skeptisch gegeüber. Ich habe sie schon öfters selbst probiert (auch unter fachkundiger Anleitung) - genützt haben sie nicht, geschadet aber auch nicht.

Kein Wunder. Weil

Da sollte doch der Placeboeffekt ausgeschlossen werden können?

es vielleicht daran gelegen haben mag. Ein Effekt, der bei jeglicher Medikamentation/Maßnahme hilfreich sein wird, wenn man Vertrauen hat.

Vor vier Tagen hatte ich einen sehr heftigen Muskelkrampf an der Schulter. Durch festes Drücken eines bestimmten Punktes ließen akuter Schmerz und Krampf sofort nach, nach nicht mal einer Minute waren keine Beschwerden mehr vorhanden. Placebo?

Im Grunde genommen egal. Ich wusste, mit welcher Maßnahme ich das Problem lösen konnte.

Franz

Was ist nach den neuesten Erkenntnissen eigentlich dran an der
Homöopathie? Nützt sie was, nützt sie nur manchmal, nützt sie
nur im Sinne eine Placeboeffekts oder ist es alles nur Humbug?

An Homöopathie ist nichts, aber auch gar nichts dran. Man muß aber immer daran denken, daß jedes Medikament eine Placeborate von 7 - 11% hat. Hier versetzt der Glaube ganze Gebirge.

Ich selbst stehe den Kügelchen eher skeptisch gegeüber. Ich
habe sie schon öfters selbst probiert (auch unter fachkundiger
Anleitung) - genützt haben sie nicht, geschadet aber auch
nicht.

Tja, Ihnen fehlt eben der Glaube.

Was mich allerdings wundert, ist dass Homöopathie auch gerne
bei Kindern (auch Säuglingen)

bei wirklich kranken Kindern? Da artet die Dummheit der Eltern zum Verbrechen aus.

und Tieren verwendet werden und
dort anscheinend Erfolg zeigen. Warum ist das so? Da sollte
doch der Placeboeffekt ausgeschlossen werden können?
Insbesondere die Rescuetropfen zeigen bei Hunden und Pferden
eine verblüffende Wirkung - oder würden es hier auch ein Paar
Tropfen Whiskey tun?

Ne, nicht Whiskey, Whisky! Die stehen auf Scotch.
Im Ernst: Auch hier komtt die Placebowirkung ins Spiel im Rahmen der Beziehung zwischen Besitzer und Tier. Wenn Herrchen mir etwas gibt, muß doch was passieren. Die Viecher sind viel klüger als wir gemeinhin glauben

Hat jemand Erfahrung damit, bzw. gibt es irgendwelche
Grundlagen, die einem Mediziner dazu bewegen Globuli zu
verschreiben?

Höchstens der Verlust jegweden wissenschaftlichen Denkens. oder der Trieb nach dem Gelde. Ich gebe zu, ich habe auch schon H. betrieben: Bei Leuten, die kreuzgesund waren und denen ich als verantwortungsbewußter Mensch kein wirksames Medikament verschreiben wollte, denn hier werden dann die Nebenwirkungen real.

Wennn Sie Sich belesen wollen, dann besorgen Sie Sich mal Hahnemanns ursprüngliches Buch. Da finden Sie dann die ganze mittelalterliche Dreckapotheke, was von den H.-Aposteln so gerne verschwiegen wird. Wichtig ist diesen Esoterikern ja auch die Verdünnung (und das Schütteln). Nun googeln Sie mal nach dem Begriff „Losschmidtsche Zahl“, spätestens dann hört unter vernünftigen, d.h. wissenschaftlich gebildeten Leuten jegliche Diskussion über die H. auf.

Wie dem auch sei (Nun ist der Text doch länger geworden als ich wollte): Ich bin hier wohl als Feind der H. bekannt, aber ich glaube nicht, daß ich schon einmal jemanden bekehrt hätte.

Moin, Chili,

Nützt sie was, nützt sie nur manchmal, nützt sie
nur im Sinne eine Placeboeffekts oder ist es alles nur Humbug?

der Placebo-Effekt wirkt.

bei Kindern (auch Säuglingen) und Tieren (…) Da sollte
doch der Placeboeffekt ausgeschlossen werden können?

Was der Mutter die Angst nimmt, beruhigt auch das Kind. Gilt auch für Tierhalter und Tier.

Hat jemand Erfahrung damit, bzw. gibt es irgendwelche
Grundlagen, die einem Mediziner dazu bewegen Globuli zu
verschreiben?

Menschenkenntnis. Sagt jedenfalls mein Hausarzt (neudeutsch: „Landarzt“) :smile:))

Gruß Ralf

Hallo Priamos,

Auch hier komtt die Placebowirkung ins Spiel im Rahmen der Beziehung zwischen Besitzer und Tier.

Die halte ich bestenfalls in der Hinsicht für wirksam, als sich die Wahrnehmung der Symptome durch den Besitzer verändert. ER ist es, der daran glauben mag, dass das Mittel Wirkung zeigt. Seine Stimmung wiederum wirkt sich auf den Hund aus.

Wenn Herrchen mir etwas gibt, muß doch was passieren.

Das halte ich nun doch für eine sehr starke Vermenschlichung. Hunde werden permanent aus der menschlichen Hand gefüttert. Für den Hund macht es keinen Unterschied, ob er ein Leckerchen kriegt oder ob das Leckerchen eine - wie auch immer geartete - Substanz birgt, die auf diesem Weg in den Hund geschmuggelt wird.

Die Denkleistung „Mensch hilft mir, wenn’s mir schlecht geht“ funktioniert nicht. Das beweisen täglich tausende von Tieren, die eine Tierarztpraxis betreten müssen :smile:.

Schöne Grüße,
Jule

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Hallo,

also wir nehmen sehr viel homöopathische Mittel. Gerade bei den Kindern haben wir immer sehr gute Erfahrungen gemacht.

Mich persönlich nervt es immer, dieses Gezanke zwischen Schul- und Alternatvimediziner. Mir hilf diese Zuckerkugel mit Nix drin. Warum soll ich also was anderes nehmen?
Und wenn sie eben nicht hilft, dann nehme ich ein „richtiges Medikament“

Verstehe nicht, warum das immer so ausdiskutiert werden muss.

Gruß

Hallo Jenny,

das Sie dir hilft ist ja schön, aber hast du ein Medizinisches Hintergrundwissen und die diagnostischen Mittel und Möglichkeiten um das selbe bei deinen Kindern fest zu stellen?

Jeder kann die H. benutzen wie er will, aber gerade bei Kindern stehe ich dem Medizinischem Sinn der H. skeptisch gegenüber.

Bedenke doch bitte das gerade z.b. Säuglinge oder Kleinkinder nicht, oder nur sehr schlecht und vage, äußern können ob Ihnen die H. hilft.

Bedenken solltest du auch, dass die H. eventuell nur die Symptome lindert oder Kuriert, die eigentliche Grunderkrankung jedoch bleibt bestehen.

Gruß

Chris

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Hi,

außer dem Placebo-Effekt gibt es wirklich keine nachgewiesene Wirkung - aber den Placeboeffekt sollte man nicht geringschätzen. Man sollte nur nicht glauben, dass der Krebs etc. heilt.

Und bei Kindern und Tieren ist das sehr wohl der Placebo-Effekt: man vertraut der Person, die einem etwas gibt, und vertraut darauf, dass das schon hilft. Erinnerst Du Dich nicht mehr, wie gut es Dir geholfen hat als Kind, wenn Du z.B. hingefallen warst und das Knie geblutet hat und die Mama hat gepustet? Das half schneller und gründlicher als jede Anästhesie der Schulmedizin.

Placebo-Effekt bedeutet sowohl, dass man glaubt, etwas nützliches zu nehmen, als auch zu glauben, Hilfe zu bekommen. Auch die ewig lngen Arzt-Patienten-Gespräche beim Homöopathen helfen.

die Franzi

Hallo Chili,

die Wirkung von Homöopathika auf Kinder und Tiere ist durchaus schon untersucht worden - und siehe da, auch hier kommt der Placebo-Effekt zum Tragen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,74…

Beste Grüße

=^…^=

Hallo,

diese Bedenken werde ich natürlich an unseren Kinderarzt weiter leiten.
Trotzdem wird er sicher weiter unsere Kinder homöpatisch behandeln.Ich gehe davon aus, dass mein Kinderarzt das beurteilen kann.

Wie gesagt, bei uns hilft es. Muss ja bei dir nicht so sein…

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Was mich allerdings wundert, ist dass Homöopathie auch gerne
bei Kindern (auch Säuglingen) und Tieren verwendet werden und
dort anscheinend Erfolg zeigen. Warum ist das so? Da sollte
doch der Placeboeffekt ausgeschlossen werden können?

Hi,
ich habe mir mal bei einem kranken Meerschweinchen ein homöopathiesches Mittel andrehen lassen.
Ich bemängelte damals, dass ich nicht viel von Homöopathie halte und das doch alles nur auf dem Placebo-Effekt beruhe, der ja bei Tieren nicht eintreten könne. Die Tierärztin meinte dann, dass sie früher auch nichts von Homöopathie hielt, aber seit sie es bei Tieren anwendet und sieht, wie toll es wirkt, sei sie davon überzeugt.

Naja, also habe ich das Zeug ausprobiert.
Der Zustand meines Tieres hat sich über die nächsten Wochen drastisch verschlechtert, die Krankheit entwickelte sich ungestoppt fröhlich weiter, bis das Tier kurz vorm sterben stand.
Ich bin dann nochmal zu einem richtigen Tierarzt (nicht zu dieser Quacksalberin), habe mir richtige Medizin geben lassen, und siehe da, dass Tierchen wurde recht schnell wieder gesund und hatte noch ein paar schöne Lebensjahre.

Also mir war diese Geschichte eine Lehre.
Hätte ich das homöopathische Zeug gleich dahin getan, wo es hingehört (Mülleimer) und wäre sofort zu einem richtigen Tierarzt gegangen, hätte ich dem Tier viel Leid und mir viel Kummer erspart.

lg

Die Denkleistung „Mensch hilft mir, wenn’s mir schlecht geht“
funktioniert nicht. Das beweisen täglich tausende von Tieren,
die eine Tierarztpraxis betreten müssen :smile:.

Das ist bei Kindern, die von Mama was bekommen, dann ja auch nicht anders. Auch wenn die nicht beim Tierarzt landen :smile:

hallo.

Bedenken solltest du auch, dass die H. eventuell nur die
Symptome lindert oder Kuriert, die eigentliche Grunderkrankung
jedoch bleibt bestehen.

das ist ja nun kein argument gegen homöopathie. auf einen nicht geringen teil schulmedizinischer medikamente trifft das genauso zu.

gruß

michael

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Hallo auch,

das ist ja nun kein argument gegen homöopathie. auf einen
nicht geringen teil schulmedizinischer medikamente trifft das
genauso zu.

wenn du das auf Analgetika und frei verkäufliche Medi’s beziehst, ist das wirklich wahr.

Gruß

Hallo ichJenny1.0,

diese Bedenken werde ich natürlich an unseren Kinderarzt
weiter leiten.
Trotzdem wird er sicher weiter unsere Kinder homöpatisch
behandeln.
Ich gehe davon aus, dass mein Kinderarzt das
beurteilen kann.

Genau das ist der springende Punkt: Wenn der Kinderarzt die alternative Behandlung einleitet, trägt er dafür die Verantwortung und weiß sie zu rechtfertigen.
Ganz anders ist die Situation, wenn Eltern von sich aus Homöopathie bei ihren Kindern anwenden. Enthalten sie dadurch den Kindern eine Behandlung nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft vor, kann das strafrechtliche Folgen haben, falls der Zustand des kleinen Patienten sich verschlechtert, schlimmstenfalls sogar tödlich endet.

Montanus

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Hallo,

Ganz anders ist die Situation, wenn Eltern von sich aus Homöopathie bei ihren Kindern anwenden. Enthalten sie dadurch den Kindern eine Behandlung nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft vor, kann das strafrechtliche Folgen haben, falls der Zustand des kleinen Patienten sich verschlechtert, schlimmstenfalls sogar tödlich endet.

Aber da liegt der Unterschied zur Schulmedizin doch lediglich in der Selbstbehandlung. Wenn Eltern ihre Kinder mit „richtigen“ Medikamenten, die sie rezeptfrei erwerben können (oder noch in ihrem Arzneischrank finden) behandeln, ohne einen Arzt zu konsultieren, können die Folgen durchaus die gleichen sein.

Schöne Grüße,
Jule

Vor vier Tagen hatte ich einen sehr heftigen Muskelkrampf an
der Schulter. Durch festes Drücken eines bestimmten Punktes
ließen akuter Schmerz und Krampf sofort nach, nach nicht mal
einer Minute waren keine Beschwerden mehr vorhanden. Placebo?

Im Grunde genommen egal. Ich wusste, mit welcher Maßnahme ich
das Problem lösen konnte.

Servus Franz,

was wollte uns der Dichter sagen?

  • dass Du anscheinend Vertrauen zu Dir selber hast?
  • dass der Druck auf eine bestimmte Körperstelle so etwas wie Homöopathie ist?
  • dass alle Methoden der Komplementärmedizin Ausformungen der Placebowirkung sind?
  • oder eher - nix?

Gruß

Kai Müller

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Hi,

und bei mir war es kürzlich genau umgekehrt. Mein TA war im Urlaub, meine 16jährige Katze war apathisch, brach und fraß nichts mehr. Also zu einem TA gefahren, den ich von meinem Pferd her kannte.

Dort wurde Blut genommen um einen Defekt an den Nieren abzuklären. Nieren waren in Ordnung, es wurde ein Antibiotikum und etwas für den Magen gespritzt. Dann wurde mir Ulcogant Suspension zur Eingabe für die Magenschleimhaut mitgegeben, ebenso wurde das Wiedererscheinen nach zwei Tagen angeordnet, sollte sich keine Besserung einstellen.

Da ich eigentlich davon ausging, es wäre ein Mageninfekt, war ich positiv eingestellt und habe der Katze die Suspension verabreicht. Nach zwei Tagen war keine Besserung zu sehen, also bin ich zu meinem Stamm-TA.

Der spitzte der Katze homöopathische Mittel, ich bekam nichts zum eingeben mit, keine zwei Stunden später fraß die Katze wieder und war deutlich munterer. Nach zwei Tagen noch etwas nachgespritzt und seitdem geht es der Katze gut. Ich weiß nicht mal genau was er gespritzt hat, irgendetwas für den Magen, etwas Apetitanregendes und Kräftigendes, sowie einen Vitamin B-Komplex.

Ich glaube nicht, daß ich meiner Katze vermittelt habe, daß die Spritzen des einen TA, mit dem ich beim Pferd durchweg positive Erfahrungen machte, weniger wirksam sind, wie die beim anderen TA.

Ich bin auch kein Homöopathiefan, habe nicht mal Globoli zu Hause. Das einzige was ich mir ab und an gönne, ist eine Akupunktur, die mir bei Rückenschmerzen beispielsweise hilft.

Meiner Meinung nach kann die Homöopathie eine Ergänzung zur Schulmedizin sein, sie ersetzen kann sie keinesfalls.

Gruß
Tina

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Auch die ewig lngen Arzt-Patienten-Gespräche beim Homöopathen
helfen.

Servus Franzi,

so nach dem Motto:„Wenn ich mir das Gelaber noch stundenlang anhören muss, werd’ ich lieber gesund“ - oder?

Gruß

Kai Müller

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Hallo Tina,

und woher nimmst Du die Gewissheit, dass es das homöopathische Mittel war, das gewirkt hat, und nicht die Medikamente des ersten Tierarztes, deren Wirkung zufällig eben erst zu bemerken waren, als Du bei dem zweiten warst?

Ein zeitliches Zusammentreffen muss keinen ursächlichen Zusammenhang haben.

Gruß

=^…^=

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