Homöopathie

Hallo,

was wollte uns der Dichter sagen?

Schenkelklopfer, ich weiß … *

Franz

So war’s im Grunde von mir gemeint. Ich denke, ich habe mich etwas unglücklich ausgedrückt.

Genau das ist der springende Punkt: Wenn der Kinderarzt die
alternative Behandlung einleitet, trägt er dafür die
Verantwortung und weiß sie zu rechtfertigen.

Er weiß es nicht zu rechtfertigen. Im DÄ tauchen permanent Artikel auf, die sich über paramedizinische Behandlung bei Kinderärzten beschweren und die üblen Folgen darstellen. Die Situation ist die Gleiche wie bei den angesprochenen Eltern. Es dürfte wohl der Paragraph der unterlassenen Hilfeleistung greifen.
Beispiel: Stirbt ein Kind an einer Lungenentzündung, die mit albernen Globuli behandelt wurde, glaube ich nicht, daß der Arzt sich auf die Kurierfreiheit herausreden kann.

Ganz anders ist die Situation, wenn Eltern von sich aus
Homöopathie bei ihren Kindern anwenden. Enthalten sie dadurch
den Kindern eine Behandlung nach dem aktuellen Stand der
Wissenschaft vor, kann das strafrechtliche Folgen haben, falls
der Zustand des kleinen Patienten sich verschlechtert,
schlimmstenfalls sogar tödlich endet.

Auch hier sehe ich die Sache anders: Wenn Eltern sich so verhalten, kann man wenig tun, in unserem Staat ist Dummheit nicht strafbar.

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diese Bedenken werde ich natürlich an unseren Kinderarzt
weiter leiten.
Trotzdem wird er sicher weiter unsere Kinder homöpatisch
behandeln.Ich gehe davon aus, dass mein Kinderarzt das
beurteilen kann.

´Vor allem wird das Medikamentenbudget des Kinderarztes geschont, ein nicht zu unterschätzender Faktor!

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Hallo,

An Homöopathie ist nichts, aber auch gar nichts dran. Man muß
aber immer daran denken, daß jedes Medikament eine Placeborate
von 7 - 11% hat. Hier versetzt der Glaube ganze Gebirge.

Ja, schon klar.

Ich selbst stehe den Kügelchen eher skeptisch gegeüber. Ich
habe sie schon öfters selbst probiert (auch unter fachkundiger
Anleitung) - genützt haben sie nicht, geschadet aber auch
nicht.

Tja, Ihnen fehlt eben der Glaube.

Nee, eben nicht. Ich fand die Sache erst mal sehr gut - keine Nebenwirkungen, man ist bezwungen sich mit sich selbst zu beschäftigen (sowohl Psyche als auch die körperliche Konstitution), um das Richtige zu finden. Ich bin offen gewesen - es hat nur nichts gebracht. Mit Glauben hat das nichts zu tun. Wenn ich Kopfschmerzen habe, glaube ich auch nicht daran, dass mit die Paracetamol helfen wird. Sie tut es.

bei wirklich kranken Kindern? Da artet die Dummheit der Eltern
zum Verbrechen aus.

Nicht die Dummheit der Eltern, sondern wenn dann die der Ärzte, die es verordnen.

und Tieren verwendet werden und
dort anscheinend Erfolg zeigen. Warum ist das so? Da sollte
doch der Placeboeffekt ausgeschlossen werden können?
Insbesondere die Rescuetropfen zeigen bei Hunden und Pferden
eine verblüffende Wirkung - oder würden es hier auch ein Paar
Tropfen Whiskey tun?

Ne, nicht Whiskey, Whisky! Die stehen auf Scotch.
Im Ernst: Auch hier komtt die Placebowirkung ins Spiel im
Rahmen der Beziehung zwischen Besitzer und Tier. Wenn Herrchen
mir etwas gibt, muß doch was passieren. Die Viecher sind viel
klüger als wir gemeinhin glauben

Meinste wirklich? Rescuetropfen werden ja in Stresssituationen verabreicht. Ich kenne ein Pferdemann, der hat es mal ausprobiert und eine persönliche Untersuchung durchgeführt. Er hat sich ebenfalls über die Wirkung gewundet und stand dem Ganzen aber eher skeptisch gegenüber. Er hat das Zeug probiert und irgendein Likör schmeckte ähnlich. Die Pferde beruhigten sich sofort nach den Rescuetropfen und der Likör blieb wirkungslos. Bei seinen „Experimenten“ ging es nicht um kleine Schreckhaftigkeiten der Tiere, sondern er hat sie im Winter bei Glatteis durchgeführt. Das Pferd musste ruhig gestellt werden bis Sand gestreut werden konnte.

Hat jemand Erfahrung damit, bzw. gibt es irgendwelche
Grundlagen, die einem Mediziner dazu bewegen Globuli zu
verschreiben?

Höchstens der Verlust jegweden wissenschaftlichen Denkens.
oder der Trieb nach dem Gelde. Ich gebe zu, ich habe auch
schon H. betrieben: Bei Leuten, die kreuzgesund waren und
denen ich als verantwortungsbewußter Mensch kein wirksames
Medikament verschreiben wollte, denn hier werden dann die
Nebenwirkungen real.

Wennn Sie Sich belesen wollen, dann besorgen Sie Sich mal
Hahnemanns ursprüngliches Buch. Da finden Sie dann die ganze
mittelalterliche Dreckapotheke, was von den H.-Aposteln so
gerne verschwiegen wird. Wichtig ist diesen Esoterikern ja
auch die Verdünnung (und das Schütteln). Nun googeln Sie mal
nach dem Begriff „Losschmidtsche Zahl“, spätestens dann hört
unter vernünftigen, d.h. wissenschaftlich gebildeten Leuten
jegliche Diskussion über die H. auf.

Aber warum zum Teufel wird es dann von Ärzten verabreicht??
Und zwar sehr gerne bei Kinderärzten? Gibt es da auch eine Homöopathielobby oder was steckt dahinter?

Viele Grüße

Hallo,

dass nur die Symptome gemildert werden und nicht die Grundkrankeit trifft bei seh, sehr vielen Medikamenten der Schulmedizin auch zu - angefangen mit Aspirin.

Viele Grüße

Hallo,

ist das wirklich so? Wer bezahlt denn die 12 Globuli, die der Kinderarzt immer in ein Papiertütchen steckt (erinnert irgendwie an…ne, lassen wird das).

Viele Grüße

Danke!
Hallo,

vielen Dank für Eure Antworten und danke dafür, dass die Diskussion nicht so ausufernd wurde.

Wenn ich nun die Schlussfolgerung ziehe, dass Homöopathie mit dem Paceboeffekt gleich zu setzen ist, dann hat doch die Psyche sowohl beim Menschen als auch beim Tier einen beachtlichen Einfluss auf den Körper, oder?

Viele Grüße

nabend

Schulmedizin auch zu - angefangen mit Aspirin.

Viele Grüße

Was ist denn Aspirin?
Was ist der Wirkstoff?
Der Wirkstoff ist Acetylsalicylsaäre, ein Blutgerinnungshemmer der Thrombozyten in seiner Aggregation ( kann man das so sagen?) hemmt. Das heißt dein blut wird „verdünnt“ das Blut gerinnt nicht mehr. Dadurch hat das Blut eine bessere „Fließeigenschaft“ und die Kopfschmerzen verdünnisieren sich. Dieser Zustand hält ca. eine Woche an. Danach ist können die Thrombozyten normal gerinnen, bzw. das Blut.

Ich empfhele den leuten immer keine Aspirin zu nehmen wegen den oben beschriebenen wirkungen. Zudem sagte ich bereits ein paar posts weiter unten, dass die meisten Frei verkäuflichen medikamente nur die Symptomatik behandeln aber nicht das Grundproblem.

naja genug klug geschissen

gruß

hallo.

Wenn ich nun die Schlussfolgerung ziehe, dass Homöopathie mit
dem Paceboeffekt gleich zu setzen ist, dann hat doch die
Psyche sowohl beim Menschen als auch beim Tier einen
beachtlichen Einfluss auf den Körper, oder?

ja sicher. für die menschlichen selbstheilungskräfte gibt’s genügend beispiele.
für die auswirkungen (verdrängter) psychischer probleme auf den körper auch.
dummerweise weiß ottonormalverbraucher davon nix. der ist viel zu sehr mit… „wichtigerem“ beschäftigt. für gegen krankheiten gibt’s schließlich ärzte.
gruß

michael

Hi,

nene :smile: … Ich hab ja auch nicht gesagt, dass mir Homöopathie helfen würde… aber das Gefühl, dass sich jemand um einen kümmert, hilft beim Gesundwerden. Wodurch auch immer das Gefühl erzeugt wird. Mir hilft kein stundenlanges Labern, mir hilft, wenn ich Reaktionen auf das Gesagte erlebe oder auch mal eine Sorge einfach weggelächelt wird :smile: - z.B. mein Neuro mit mir die für mich vorgesehene Zeit mit Smalltalk füllt statt sich meine MS-Symptome detailliert aufzählen zu lassen. Oder der Neuro im KH vorletztes WE mich ordnungsgemäß auf dem Zimmer besucht und mir im Scherz anbietet, noch einen zweiten Zugang zu legen, anstatt mich detailliert zu fragen, ob es mir auch gut geht und das Auge schlimmer ist… Aber die MS geht davon auch nicht weg.

die Franzi

Hi,

Zucker, auch in Form von Minikugeln, ist viiiiieeeeeeeeeeel billiger als richtige Medikamente.

die Franzi

Hi,

ein verantwortungsvoller Arzt verschreibt dann Homöopathische Mittel, wenn die Diagnose heißt: „Es ist nichts kaputt am Patienten, aber er wird sich beruhigen, wenn er von einem Fachmann etwas verordnet bekommt.“ Und dass das funktioniert bzw. eine Rolle spielt, beweist du selbst:

Aber warum zum Teufel wird es dann von Ärzten verabreicht??

Andersrum formuliert, es gibt die zuckerkügelchen nur dann, wenn ohne Behandlung auch nichts passieren würde.

die Franzi

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Hi,

Wenn ich nun die Schlussfolgerung ziehe, dass Homöopathie mit
dem Paceboeffekt gleich zu setzen ist, dann hat doch die
Psyche sowohl beim Menschen als auch beim Tier einen
beachtlichen Einfluss auf den Körper, oder?

Für mich ist das eines der großen Mysterien: gerade Menschen, die viel Vertrauen in den Menschen an sich haben und Apparate / Chemie etc. ablehnen, sind nicht bereit, an dieses Phänomen zu glauben.

Die Tatsache, dass Doppelblindstudien gebraucht werden, um Placeboeffekte auszuschließen, ist für mein Denken viel wunderbarer (im Sinne von „bewundernswert“) als jedes Kügelchen.

xxx
Tantamount

… Aspirin?
… Wirkstoff?
…Das heißt dein blut wird „verdünnt“ das Blut
gerinnt nicht mehr. Dadurch hat das Blut eine bessere
„Fließeigenschaft“ und die Kopfschmerzen verdünnisieren sich.
naja genug klug geschissen

nein, nicht wirklich. Kopfschmerzen ‚verdünnisieren‘ sich nicht, weil Aspirin u.a. eine Gerinnungshemdende Wirkung hat sondern wegen seines Einflusses auf die Prostaglandine-Produktion. Vielleicht solltest du dich da nochmal ein wenig näher informieren.

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Zucker, auch in Form von Minikugeln, ist viiiiieeeeeeeeeeel
billiger als richtige Medikamente.

na ja, rund 700Euro für ein Kilo Zucker…

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Hallo Priamos1,

Genau das ist der springende Punkt: Wenn der Kinderarzt die
alternative Behandlung einleitet, trägt er dafür die
Verantwortung und weiß sie zu rechtfertigen.

Er weiß es nicht zu rechtfertigen.

Da sich die Bundesärztekammer für die Homöopathie ausgesprochen hat (s.DÄ 107,Heft 30, C1249), könnte er sich mindestens damit rechtfertigen.

Auch hier sehe ich die Sache anders: Wenn Eltern sich so
verhalten, kann man wenig tun, in unserem Staat ist Dummheit
nicht strafbar.

In Österreich wurden Eltern verurteilt, weil sie einen Zweijährigen mit homöopathischen Mitteln behandelten und sterben ließen (http://www.heise.de/tp/druck/mb/artikel/35/35566/1.html). Ob es in unserer Bundesrepublik ähnliche Fälle gegeben hat, weiß ich allerdings nicht.

Gruß
Montanus

Hallo Tina,

und woher nimmst Du die Gewissheit, dass es das homöopathische
Mittel war, das gewirkt hat, und nicht die Medikamente des
ersten Tierarztes, deren Wirkung zufällig eben erst zu
bemerken waren, als Du bei dem zweiten warst?

Hi,

weil die Wirkdauer der Medikamente keine Depotwirkung hatte, deshalb sollte ich ja auch nach zwei Tagen wiederkommen, wenn sich keine Besserung einstellt.

Ich gehe davon aus, daß mein Stamm-TA der Fachtierarzt für Innere ist, weiß was er macht. Und nein, es geht ihm in meinem Fall nicht ums Geldverdienen, ich kenne ihn privat.

Gruß
Tina

Hallo Engelchen,

es kann ja gut sein, dass die Einnahme der Mittelchen etwas bewirkt hat…aber was genau war die Ursache dafür…

Einer meiner Ärzte, ansonsten auch ein sehr guter Arzt, verschreibt auch ganz gerne zunächst Homöopathika, gerne auch mal nach der klassischen Homöopathie in Hochpotenzen. Wenn der Patient darunter gesundet ists doch ok und der Patient wurde nicht belastet, ausser vielleicht sein Geldbeutel…

Ich spiele das Spielchen dann und wann mit, hab’ damals sogar gelernt mir selbst Spritzen zu verpassen, gebracht hat es allerdings nüscht. Nicht ein einziges Mal, nicht nur bei mir…ein Familienmitglied bekam vor einiger Zeit wegen einer Allergie längere Zeit Globuli verpasst…ich glaube ich brauche nicht zu erwähnen dass sich darunter nichts verändert hatte.

Ärzte stechen die Nadel auch nach wie vor in bestimmte Akupunkturpunkte, obwohl man inzwischen herausgefunden hat, dass es keine Rolle spielt wo man gepiekst wird. zB:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/schm…

Gruß
M.

Danke für die Korrektur werde da nochmal nachschlagen!