Es ist eigenartig, dass und wie sehr man immer wieder missverstanden wird, wenn man mal versucht, etwas möglichst einfach zu sagen.
Gut versuchen wir’s mal anders rum.
Gemeinsam Sex zu haben, mit allem drum und dran, ist ein Erlebnis der innigen, körperlichen Verbundenheit, das sich durch nichts ersetzen lässt. Es ist treiben lassen, geben und nehmen, sich gegenseitig Gutes tun.
Es lässt einen die Welt und all ihren Schmerz vergessen, es baut einen auf, es schafft Mut und Zuversicht. „Wir beide und der Rest der Welt!“
Das alles geht, sofern man heterosexuell ist, nur mit einer Frau, der man sich innig verbunden fühlt.
Und das allein ist der Grund, weshalb man sich mit einer zusammen tut.
Alles andere, geht auch ohne.
Natürlich gibt es nebenher, vor allem beim Mann, auch die rein körperliche Lust, aber allein zu deren Befriedigung brauche ich keine Beziehung, das ginge auch mit irgendeiner, die ich auf der Straße auflese, oder im Bordell. Wobei ich, wohlgemerkt, die körperliche Lust, weiß Gott nicht verdammen möchte, sie ist nun mal eine sehr menschliche Eigenschaft.
Man nennt das oben beschriebene Phänomen gemeinhin Liebe, aber damit Liebe und Verbundenheit zwischen Fremden entstehen kann, braucht es erstmal und sehr nötig den Sex. Auch, wenn man das im Zustand der Verliebtheit, gar nicht so merkt, manchmal auch gar nicht wahr haben will.
Mit biologischen Gründen will ich dich gar nicht erst langweilen.
Dass man jemand, mit dem man sich verbunden fühlt, im Notfall nicht im Stich lässt, ist selbstverständlich, das macht man auch bei Männern nicht. Dass aber bei Männern, die nicht mehr mit ihrer Frau schlafen können, ein Problem vorhanden ist, ich auch klar. Das tritt dann gerade bei denen auf, die denken, dass sie sich Befriedigung nur bei der eigenen Frau holen dürfen.
Ich reduziere eine Frau, an der mir was liegt, beileibe nicht auf ihr Geschlechtsteil, aber es gehört dazu und deswegen würde ich eben mit einer Frau, die nichts von Sex hält keine Verbindung eingehen.
Die richtige Frau ist für mich eine, die auf mich eingeht, die mich versteht, die mit und über mich lachen kann und weitgehend jeden Mist mitmacht, solang es nicht schadet. Das gilt natürlich auch anders herum. Ach ja, einigermaßen hübsch sollte sie natürlich auch sein, sozusagen eine Augenweide, den Ausdruck gibt es ja nicht umsonst.
Kurz, sie sollte die gleichen Interessen haben wie ich und zu diesen Interessen gehört, da beißt sich die Schlange in den Schwanz, hinwiederum auch Sex. Sie sollte auch nicht brav die Beine breit machen, sondern selbst Lust haben. Und wenn sie mal keine Lust hat, dann soll sie es sagen und nicht etwa Migräne vorschützen.
Die ideale Frau ist stolz und frei und möchte Sex, weil es sie danach verlangt, nicht weil sie dem Mann zu willen sein möchte.
Und da liegt dein Fehler. Du wirfst mir Machosprüche vor und bist doch selbst mehr Macho, als du weißt. Denn im Hinterkopf hast du immer das Klischee, dass Männer Sex wollen und Frauen sich, mehr oder weniger gegen ihren Willen, hingeben müssen, um ihre Männer zufrieden zu stellen.
Weshalb eine Frau auch beleidigt sein müsste, wenn man mit ihr vögeln will. Aus miteinander vögeln machst du unbewusst gegeneinander vögeln, was dir dann wiederum ein schlechtes Gewissen einbringt. In deinen, wie in den Augen so vieler anderer, befindet sich die Frau stets in der Dulderrolle, der Mann tut es und die Frau lässt es zu.
Das ist die falsche Art zu denken, sie steht Teenies zu, aber nicht den Erwachsenen. Wie schrieb ich weiter oben, Sex ist geben und nehmen und das gilt für beide. Für Mann und Frau.
Und wenn dir eine Frau das erzählt, dann lügt sie, oder sie ist einfach verklemmt. Was dann hinwiederum kein Wunder ist, wenn ich deinen Artikel nochmal lese.
Denn viele Leute denken leider wie du.
Gruß, Nemo.