Homosexualität heilbar?

Hallo,

bisher dachte ich immer „Homosexualität“ wäre
ein normales, gesundes Sexualverhalten.
Nun lese ich diesen Artikel:

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,606183,00.html

Nun gut, die Aussage stammt von einem katholischen
Geistlichen. Aber davon einmal abgesehen, hat
es wirklich therapeutische Anstrengungen gegeben,
Homosexualität zu „heilen“, wie der Bischof behauptet?
Und verliefen diese „erfolgreich“?

Oder ist er krank?

Gruß
Susanne

Hi Suzette,

Homosexualität ist keine Krankheit sondern eine sexuelle neigung. Die hats schon immer gegeben, seit es Menschen gibt, nur heute erst wird es thematisiert.

Da in dieser Gesellschaft alles, was „anders“ ist verpönt ist, glauben viele, Homosexualität ist was krankhaftes oder fehlerhaftes.

Thema: Reparative Therapie?
Hallo Suzette,
Du meinst die Frage doch nicht ernst, oder?

bisher dachte ich immer „Homosexualität“ wäre ein normales, gesundes Sexualverhalten.

So in etwa denke ich auch.

Nun lese ich diesen Artikel:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,606183,00.html
Nun gut, die Aussage stammt von einem katholischen Geistlichen.

Also.
In der katholischen Kirche ist Homosexualität auch heute noch ein „schwieriges Thema“, Quellen dafür findest Du im Netz. http://www.google.de/search?hl=de&rlz=1G1GGLQ_DEDE29…

Aber davon einmal abgesehen, hat es wirklich therapeutische Anstrengungen gegeben, Homosexualität zu „heilen“, wie der Bischof behauptet?

So verstehe ich die Zeile im Artikel nicht.
Er sagt laut Zeitung, das es genügend Beispiele geheilter Homosexualität gäbe, man davon aber nicht spräche.

Aber es gab, um auf Deine Frage zurück zu kommen, ( umstrittene und als gefährlich eingestufte ) Therapie, die gegen homosexuelle Neigungen angewendet wurde/ wird.
http://de.wikipedia.org/wiki/Reparative_Therapie

„Anstrengungen“ Homosexualität zu verbannen, als Sünde und Abartigkeit zu deklarieren und zu verfolgen/ bestrafen gab es in den vergangenen Jahren/ Jahrhunderten zur Genüge.
Auch da findest Du genug Quellen im Netz.
z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Homosexuelle_w%C3%A4hre…
http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetze_gegen_Homosexua…

Und verliefen diese „erfolgreich“?

Wenn man damit meint, das Menschen entgegen ihrer Veranlagung irgendwie ( über)leben, ja, dann liefen sie *erfolgreich*…

Oder ist er krank?

Naja, da steht mir keine Meinung zu.
Er hat seine Überzeugung, wie viele andre Menschen auch. Er ist katholisch und er ist schon recht alt.
Problematisch ist, das er ein hohes Amt inne hat und vom „Vertreter Gottes auf Erden“, dem Papst, dazu ernannt wurde.
Aber was wolltest Du genau mit Deiner Frage in Psychologie? Ging es Dir um dieses Stichwort „reparative Therapie“?
Gruß Finjen

Hi Suzette

bisher dachte ich immer „Homosexualität“ wäre
ein normales, gesundes Sexualverhalten.

Ein sehr komplexes Thema, ohne Frage.
Wir sind uns sicher einig, dass Homosexulität nicht diskriminiert werden darf. Das heißt aber noch lange nicht, dass man es unbedingt als „normales, gesundes Sexualverhalten“ ansehen muss.
Ebensowenig wie man z.B. die Neigung zur Pädophilie verurteilen darf, die man ähnlich beurteilen muss. Nicht jeder Pädophile ist ja eine Gefahr für unsere Kinder, nehmen wir z.B. Lewis Carroll, der „Alice in Wonderland“ schrieb und sich mit 10jährigen Mädchen zum Tee traf.
Biologisch-medizinisch-evolutionär ist Homosexualität sicherlich kein normales, gesundes Sexualverhalten, ebensowenig wie Allergie oder Diabetes mellitus. Zuckekranke und Allergiker dürfen aber deswegen keinesfalls diskriminiert werden.
Gruß,
Branden

Hallo!

bisher dachte ich immer „Homosexualität“ wäre
ein normales, gesundes Sexualverhalten.

Ein sehr komplexes Thema, ohne Frage.
Wir sind uns sicher einig, dass Homosexulität nicht
diskriminiert werden darf. Das heißt aber noch lange nicht,
dass man es unbedingt als „normales, gesundes Sexualverhalten“
ansehen muss.

Wenn es nicht „gesund“ ist, würde mich interessieren, was genau Du daran „krankhaft“ findest.

Ebensowenig wie man z.B. die Neigung zur Pädophilie
verurteilen darf, die man ähnlich beurteilen muss.

Dem will ich entschieden widersprechen. Im Unterschied zur Pädophilie sind nämlich in der Homosexualität grundsätzlich beide Sexualpartner auf einer Ebene was Willensfreiheit und Persönlichkeitsentwicklung anbetrifft.

Biologisch-medizinisch-evolutionär ist Homosexualität
sicherlich kein normales, gesundes Sexualverhalten,
ebensowenig wie Allergie oder Diabetes mellitus. Zuckekranke
und Allergiker dürfen aber deswegen keinesfalls diskriminiert
werden.

Unter einer Krankheit verstehe ich ein seelisches oder körperliches Gebrechen, das für den Betroffenen mit einem gewissen Leidensdruck verbunden ist. Ich vermute aber, dass Homosexuelle ihre Form der Sexualität nicht als unangenehm empfinden (Höchstens die Stigmatisierung durch die Gesellschaft). Von daher würde ich Homosexualität nicht mit Diabetes vergleichen, sondern viel eher mit einer anderen Hautfarbe. Ein Schwuler gehört in unserer Gesellschaft sicher zu einer Minderheit, genauso wie ein Farbiger in Schweden. Von daher sind beide auch nicht „normal“, also nicht der Norm entsprechend. Aber wer ist das schon? Nur: krank sind sie genausowenig wie Du und ich.

Und was die Evolution anbetrifft: Homosexualität gibt es auch im Tierreich.

Michael

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Heterosexualität auch heilbar!
Hallo,

hier mein Senf: Mit etwas gutem Willen und persönlichen Einschränkungen dürfte so gut wie alles heilbar sein.
Dass Menschen schon erfolgreich von ihrer Heterosexualität geheilt wurden, da gibt es auch viele Beispiele, bloß redet da keiner davon. Schließlich waren ja manche Homosexuelle vorher mit gegengeschlechtlichen Partnern zusammen oder gar liiert.
Quatsch? Ja, klar, genauso wie die Thesen von dem Bischof.
Überhaupt, wie kann jemand, dem von Berufs wegen das Pimpern verboten ist so genau wissen, wer wen wie zu pimpern hat?

Grüße

Hi

Versuche gab es schon. Elektroschocktherapie aber auch moderne Institutionen (meist kirchlicher Richtungen) bieten „Therapien“ an.

Diese Therapien sind totaler Quatsch, sie basieren vor allem auf Konditionierungen und Zwang. Ich kenne jemanden, der sich in den USA einer solchen ausgesetzt hat, weil seine Familie (und er eigentlich auch) sehr gläubig ist. Dabei wurde ihm immer wieder eingeflößt wie schädlich und schlecht Homosexualität sei und dass es nur an ihm läge, sich dagegen zu entscheiden, den Drang zu unterdrücken, der der Teufel sei und sich durch lustigste Methoden- von Beten bis Meditation- davon abzulenken.
Also Unterdrücken und Angst haben.

Er hat das ganze abgebrochen und lebt jetzt normal. Aber ich frage mich wieviele da rausgehen und von da ab ein unglückliches Leben führen, zu dem sie sich jeden Tag zwingen müssen.

Bei sowas springt doch maximal heraus, dass der Mann seine Frau und Kinder mit 43 oder so verlässt um mit seinem Liebhaber zu leben.
(und je nach Gebiet ist die Frau am Ende noch schuld).

Homosexualität muss nicht „geheilt“ werden. Im Tierreich entsteht sie z.B. um bei der Aufzucht der Jungen zu helfen. Ganz zwecklos ist sie nicht. Früher war es in Familien doch auch so, dass Tanten und Onkels auf die Kinder aufpassten und in vielen Familien war es auch so, dass es einen Onkel oder eine Tante gab, die nie heiratete, oder sich besonders gut mit dem Onkel einer anderen Familie verstand :wink:

lg
Kate

Hallo Suzette,

unter der Voraussetzung, daß die Homosexuellen nicht an ihrer Homosexualität leiden und sie die ihnen natürliche Sexualität ist, glaube ich nicht, daß die Homosexualität „heilbar“ ist.

Was heißt überhaupt „heilen“? Und was wird der Bischof damit wohl meinen? Ich denke an zwei mögliche Zielsetzungen des Heilens:

  1. Die subjektiv empfundene Lebensqualität des betroffenen Menschen soll verbessert werden.

  2. Dieser Mensch soll im Rahmen einer von außen postulierten Ideologie besser funktionieren.

Ich fürchte, dem Bischof geht es eher um das Zweite (im Sinne von: „Der Mensch ist nicht auf der Welt, um glücklich zu sein, sondern um seine Pflicht zu erfüllen“ - Bismarck).

Grüße,

I.

Hallo,

Michael Bauer hat ja schon ausreichend geantwortet.
Was mir nicht ganz klar ist: was hat Homosexualität mit Evolution zu tun??
Wenn man von ca. 7-10% Homosexuelle in der Bevölkerung ausgeht (bei Bisexuellen sind es durchaus mehr). Dann hat das nichts mit evolutionärer Entwicklung zu tun, es sei denn man nimmt Zahlen aus der Vergangenheit hinzu (und die gibt es wahrscheinlich nicht). Aus der Kunst, Literatur und Philosophie sind allerdings viele Beschreibungen homosexuellen Lebens enthalten, so dass man davon ausgehen kann, dass es kein „modernes“ Phänomen ist. 10% der Bevölkerung, die nicht der Fortpflanzung zur Verfügung stehen kann eine Spezies auch durchaus verkraften - ja vielleicht ist sie sogar notwendig!? Abgesehen davon gibt es viele Homosexuelle die Kinder haben (und wahrscheinlich genauso viele Heterosexuelle, die keine Kinder haben).

Homosexualität mit einer Krankheit zu vergleichen entzieht sich jeder vernünftigen Argumentation.

Pädophilie ist zwar ebenfalls eine sexuelle Neigung, die „nicht heilbar“ ist und ich würde sie auch nicht als „krank“ einstufen. Aber Homosexualität mit Pädophilen zu vergleichen, bzw. auf eine Stufe zu stellen ist absurd, ja regelrecht ärgerlich, da Pädophilie 1. strafbar ist und 2. eine Machtbeziehung ist, da sie nicht auf einer Augenhöhe stattfindet und in den meisten Fällen mit Missbrauch und Vergewaltigung einher gehen. Außerdem ist es nicht aussergewöhnlich, dass heterosexuelle pädophile Männer sich an Jungen vergehen.

Dass man Homosexuelle heilen müsste haben übrigens nicht nur greise Katholiken zum besten gegeben, sondern auch unsere liebe Familienministerin!

Viele Grüße aus der schwulen Hauptstadt

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Biologisch-medizinisch-evolutionär ist Homosexualität
sicherlich kein normales, gesundes Sexualverhalten,
ebensowenig wie Allergie oder Diabetes mellitus.

Das war grad das i-Tüpfelchen auf deiner Selbstdarstellung als Ignorant. Tut mir leid, aber dass du praktizieren darfst ist fahrlässig.

@MODs: Keine Löschbenachrichtigung nötig.

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Hallo!

Was mir nicht ganz klar ist: was hat Homosexualität mit
Evolution zu tun??

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann dachte vanBranden vielmehr, dass Homosexualität kein Selektionsvorteil in der Evolution sein kann, weil es ja zum Ausbleiben von Nachwuchs führt.

Andererseits kann man natürlich argumentieren, dass es für den Genpool der Spezies Mensch schon einen Vorteil haben wird, wenn sie Homosexualität zulässt, denn sonst hätte sich ein so hoher Prozentsatz Homosexueller nicht entwickelt.

Aber das ist letztendlich ja auch völlig Wurst. Homosexualität ist eine Facette menschlicher Existenz. Nicht mehr und auch nicht weniger.

Michael

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Hallo Michael,

der Mensch ist aufgrund seines Entwicklungsstandes nicht mehr bedingungslos auf die Ausbildung oder Beibehaltung von Eigenschaften, die grundlegend evolutionär sinnvoll waren und es im Tierreich noch sind, angewiesen. Die Reproduktionsfähigkeit des modernen Menschen kommt ohne die „Kapazität“ der Homosexuellen ebenso aus wie auch ohne diejenige kinderloser Heterosexueller.

Nebenbei bemerkt entscheidet der Leidensdruck über den Behandlungsbedarf einer seelischen Krankheit, aber nicht über ihre Qualifizierung.

Grüße
Richard

Hallo Michael

Wenn es nicht „gesund“ ist, würde mich interessieren, was
genau Du daran „krankhaft“ findest.

Für uns Mediziner sind „gesund“ und „krank“ ja keine ethischen Werturteile, wie ich in meinem ersten Posting ja deutlich machte.
Wir sind großenteils anscheinend immer noch nicht so weit (wie man an Cess’ unsachlicher Antwort auf mein Psting gut ablesen kann), angeessen naturwissenschaftlich zu denken, ohne diesen ganzen Vorurteils-Schmus mitzuschleppen. Ich habe nicht das Geringste gegen Homosexuelle, bin auch befreundet mit Homosexuellen, genauso wie ich mit Allergikern und Migränikern befreundet bin. Ich bin selbst Pollenallergiker und habe einen angeboren hohen Cholesterinspiegel, den ich großenteils meinen Kindern vererbt habe, das alles sind Abweichunen von der gesunden Norm, ohne in irgendeiner Weise ehrenrührig zu sein. Die Abweichungen auf sexueller Ebene, wie z.B. Fetischismus, Pädophilie, Homosexualität, sind ebenfalls nicht ehrenrührig. Wie deutlich muss ich denn as noch sagen, bis ich verstanden werde?

Ebensowenig wie man z.B. die Neigung zur Pädophilie
verurteilen darf, die man ähnlich beurteilen muss.

Dem will ich entschieden widersprechen. Im Unterschied zur
Pädophilie sind nämlich in der Homosexualität grundsätzlich
beide Sexualpartner auf einer Ebene was Willensfreiheit und
Persönlichkeitsentwicklung anbetrifft.

Sicherlich, das hat aber nichts mit der Neigung zu tun. Eine borderline-Persönlichkeit hat ebenfalls unseren Respekt und unsere Empathie, obwohl sie uns mit ihren Handlungen vielleicht an den Rand des Ausflippens treiben kann.
Der Pädophile ist genausowenig zu diskriminieren wie der borderline-Patient, der Homosexuelle oder der Diabetiker.

Unter einer Krankheit verstehe ich ein seelisches oder
körperliches Gebrechen, das für den Betroffenen mit einem
gewissen Leidensdruck verbunden ist.

Das ist d e i n e persönliche Definition. Sie ist aber nicht die korrekte, von der WHO definierte. Längst nicht jede Krankheit geht mit Leidensdruck einher!

Und was die Evolution anbetrifft: Homosexualität gibt es auch
im Tierreich.

Der Mensch gehört zum Tierreich. Ich sehe hier ebenfalls keinen Widerspruch. Im Tierreich gibt es die verschiedensten Formen von Abweichunen und Erkrankungen, genau wie bei den Menschen.
Gruß,
Branden

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Hallo,

Aber davon einmal abgesehen, hat
es wirklich therapeutische Anstrengungen gegeben,
Homosexualität zu „heilen“, wie der Bischof behauptet?

ja, die hat es gegeben. Es ist gar nicht so lange her, daß Homosexualität als psychische Störung in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation aufgeführt worden ist. Zwar war es vorher schon umstritten, aber erst seit 1992 wird Homosexualität in diesem Klassifikationssystem nicht mehr als Störung aufgeführt. Es wurde auch mit verschiedenen Arten von Psychotherapie versucht, Homosexuelle in ihrer sexuellen Ausrichtung zu ändern. Das war früher zwar häufiger als heute, aber solche Versuche gibt es hin und wieder immer noch.

Etwas mehr Informationen zu diesem Thema bekommst Du hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t#Hom…

Beste Grüße

@MODs: Keine Löschbenachrichtigung nötig.

Ja, gut, aber warum löschst du dein Posting dann nicht gleich selbst?
Willst du aller Welt zeigen, wie wenig wissenschaftlich du denkst?

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Hallo,

Andererseits kann man natürlich argumentieren, dass es für den
Genpool der Spezies Mensch schon einen Vorteil haben wird,
wenn sie Homosexualität zulässt, denn sonst hätte sich ein so
hoher Prozentsatz Homosexueller nicht entwickelt.

nicht alles, was sich biologisch „entwickelt“, muß einen evolutionsbiologischen Vorteil haben. Man denke an Erbkrankheiten oder Chromosomenschäden, die auch immer wieder in größerer Häufigkeit vorkommen und nicht „aussterben“. Deshalb wäre ich vorsichtig mit der Behauptung, das Vorkommen von Homosexualität unter Menschen und Tieren als evolutionsbiologisch vorteilhaft zu bezeichnen. Solche Argumentationen sind gar nicht notwendig, um Homosexualität als nicht-krankhaft anzusehen.

Beste Grüße

Hi,

Schließlich waren ja manche Homosexuelle vorher
mit gegengeschlechtlichen Partnern zusammen oder gar liiert.

Du darfst nicht vergessen, dass Homosexualität bis 1979 noch strafbar war.
http://www.juraforum.de/jura/specials/special/id/15965/
Und die Gesellschaft ist auch heute noch längst nicht so weit, Homosexualität als der Heterosexualität gleichgestellt zu betrachten.

Damals war es eine einzige Heimlichtuerei, ein Spießrutenlaufen, Versteckspiel, die Homosexualität ausleben zu können. Damals wurden viele „Scheinehen“ geschlossen, um nach Außen den bürgerlichen Vorstellungen von „Normalität“ zu entsprechen. Vieles waren auch Schwulen-Lesben-Ehen - aus genau diesem Grund.

Und nicht zu vergessen: Nicht jeder Homosexuelle ist sich seiner Neigung von Anfang an bewusst. Oft gibt es diverse Versuche mit gegengeschlechtlichen Partnern, bis sich die eindeutige Neigung zum gleichen Geschlecht formuliert hat. D.h. das „Outing“ wird einem nicht in die Wiege gelegt.

Gruß,

Anja

Hallo,

ich stimme Cess vollkommen zu, möchte aber, daß mein Artikel stehen bleibt, darum hier mal ein Tipp zu einem netten Büchlein:

Warum Robben kein Blau sehen und Elche ins Altersheim gehen: Pleiten und Pannen im Bauplan der Natur (Gebundene Ausgabe)
von Jörg Zittlau (Autor), Lucia Obi (Illustrator): ISBN liegt mir grad nicht vor.

Das mit der Evolution ist eben doch nicht immer so, wie wir glauben. Die Vorstellung von Evolution wie wir sie haben (weil sie uns so beigebracht wurde) ist halt auch irgendwie beruhigend. Nur kommen in der Evolution auch Dinge vor, die eigentlich gar nicht in ihr vorkommen dürften. Tun sie aber. Und ganze Spezies leben weiter, obwohl sie offensichtlich z.B. mit evolotionsbedingten Nachteilen ausgestattet sind. Und, Hilfe! nein, damit sage ich nicht, daß Homosexualität ein evolutionsbedingter Nachteil ist. Damit sage ich, das sie ein Entwicklungsstrang von vielen möglichen ist.

Mit Deiner Behauptung, biologisch-medizinisch-evolutionär sei Homosexualität sicherlich kein normales, gesundes Sexualverhalten, kommst Du also nicht weit, sondern reihst Dich nur in die Reihe von Menschen ein, die nicht bereits sind, einzugestehen, daß Evolution eben doch ein wenig raffinierter funktioniert, als Darwin noch gedacht hat. Wenn diese Sichtweise jedoch in Dein kleines, persönliches Weltbild paßt, solls mir recht sein. Wenn Du jedoch beruflich als „Autorität“ damit hausieren gehst, dann tuts mir leid für Deine Klienten.

Gruß

Avera

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Wenn
diese Sichtweise jedoch in Dein kleines, persönliches Weltbild
paßt, solls mir recht sein.

Ich wünschte, dein Weltbild wäre wenigstens so groß, dass du meinen Ansatz hättest verstehen können.

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Hi Branden,

tu nicht so, als seist Du von den Reaktionen überrascht:wink:

Wir sind uns sicher einig, dass Homosexulität nicht
diskriminiert werden darf. Das heißt aber noch lange nicht,
dass man es unbedingt als „normales, gesundes Sexualverhalten“
ansehen muss.

Da beginnt doch schon das Problem. „Normal“ ist für mich kein eindeutig definierter Begriff in Bezug auf Verhalten oder Neigung. Die Diskussion ist doch genau deswegen so schwer, weil sich jeder seine „Normalität“ bastelt.
Für den einen ist normal, was die Mehrheit macht (=> Heterosexualität)
Für den nächsten ist normal, was der Fortpflanzung dient (=> Heterosexualität)
Für andere wiederum ist normal, was regelmäßig und „natürlich“ ist (=> Hetero- und Homosexualität)
Dein Verweis auf die Pädophilie zeigt hier ja die Grenzen der Definition, da viele zwar mittlereile dem dritten Satz in Bezug auf Homosexualität zustimmen würden, ihn aber in Bezug auf Pädophilie erschreckt zurückweisen würden.

Ebenso zweifelhaft ist das Stichwort „gesund“. Heißt gesund nun perfekt oder dem Vergleichsdurchschnitt entsprechend? Ist ein hoher Cholesterinspiegel, den in einem gewissen Alter die deutliche Mehrheit hat, tatsächlich krankhaft? Kann etwas, dass „normal“ nach Definition 1 und 3 ist (zwei fällt hier heraus:wink:), krankhaft sein?

Und aus diesem Grund ist die ganze Diskussion ohne Definition der Begrifflichkeiten ein Austausch von Meinungen oder Vorurteilen ohne Substanz. Und kann nur zu Diskussionen auf Bildzeitungs-Niveau führen.

Grüße
Jürgen

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