Homosexualität in Schöpfungsordnung nicht

Nachfolgende dokumentiere ich den Absatz aus dem Vortrag „Europa und seine Lebenswerte“ von Kardinal Joachim Meisner bei der Konrad Adenauer-Stiftung und der Hanns Seidel- Stiftung am 24. Oktober 2003 in Budapest, in dem er auf die Homosexualität eingeht. Dieser Absatz ist die einzige Stelle, an dem er über Homosexualität gesprochen hat.

Nun kann man es drehen und wenden, wie man will. Homosexualität ist eine Spielart der Sexualität, aber daß sie dazu bestimmt oder auch nur geeignet sei, im Rahmen der Schöpfungsordnung eine Rolle zu spielen, also für die Schöpfung neuen Lebens da zu sein - das kann man wirklich nicht behaupten. Jedenfalls nicht, solange nicht zwei Homosexuelle gemeinsam ein Kind gezeugt haben.

Wenn man sich über eine Aussage wie die folgende dermaßen aufregen kann, wie es hier und bei den Homosexuellen-Verbänden der Fall ist, dann hat das schon Züge von Extremismus an sich, mindestens.

Dazu gehört eine wesentliche Grundkategorie des Christentums, das sich darin eins weiß mit der gesamten „vormodernen“ Menschheit, nämlich, dass im Sein des Menschen immer ein Sollen liegt, dass der Mensch nicht selbst aus Zweckmäßigkeitberechnungen Moral erfindet, sondern er Moral im Wesen der Dinge vorfindet. Menschliche Vernunft beruht auf der Fähigkeit, diese Botschaft der Dinge zu vernehmen und danach sein Handeln auszurichten. Vernunft hat etwas mit „vernehmen“ zu tun. Der Tatsache, dass es den einen Menschen in zwei Grundausstattungen gibt, nämlich als Mann und Frau, geht eine Botschaft aus, nämlich, dass der Mann auf die Frau hin geordnet ist und die Frau auf den Mann, dass sie sich in der Ehe gegenseitig ergänzen und in der Familie fruchtbar werden, sodass der Fortbestand der Menschheit damit gesichert ist. Homosexualität etwa ist in der Schöpfungsordnung nicht vorgesehen. Das Gesetz Israels als Glaubensnorm verband den Kosmos mit der Geschichte und war Ausdruck der Wahrheit des Menschen wie der Wahrheit der Welt überhaupt. Damit verband sich die Überzeugung von den objektiven Werten, die sich im Sein der Welt aussagen, der Glaube, dass es Haltungen gibt, die der Botschaft der Schöpfung entsprechend wahr und immer gut sind und dass es ebenso andere Haltungen gibt, die - weil dem Dasein widersprechend - falsch und immer schlecht sind. Es verband sich damit die Überzeugung, dass uns der Wille des Schöpfers darin anruft und dass im Einklang unseres Willens mit dem Seinen unser eigenes Wesen recht und gut ist.

wo ist deine Frage?
Hallo Infotalk,

wer-weiss-was, heißt so, weil hier Fragen beantwortet werden.

D.h., dass eine bloße Weiterverbreitung von Nachrichten (die jeder selbst lesen kann) nicht zum Zweck von w-w-w gehört!
Auch wenn das Thema noch so faszinierend sein mag.

Also wo ist deine Frage?

Gruß Ivo

Das Problem ist ganz einfach
Hallo,

ich interpretiere in Dein Posting mal ganz einfach hinein, dass Du wissen möchtest, warum sich die Homosexuellenverbände über die doch so ganz harmlosen Äußerungen des werten Herren so künstlich aufregen.

Zitat:
„Homosexualität ist in der Schöpfungsordnung nicht vorgesehen.“

Das bedeutet doch nichts anderes als dass die Liebe, die 2 Männer oder 2 Frauen für einander empfinden nicht von Gott kommt.

Weiterhin zielt Meisners Aussage daraufhin, dass Homosexualität ein gewählter (und übrigens nicht gottgefälliger) Lebensstil ist, und nicht eine angeborene Veranlagung.

Ersetze mal „Homosexuelle“ in dem Zitat durch „Menschen mit blauen Augen“, dann wird Dir bestimmt klarer, warum solche Äußerungen wie die von Meisner bei Homosexuellen nicht wirklich auf Beifall stoßen.

Abgesehen davon: ich als Betroffene rege mich über solche Aussagen nicht auf. Ich erwarte von der katholischen Kirchenführung genausowenig Toleranz gegenüber Homosexuellen wie ich von Joschka Fischer eine Kampagne für Atomkraft und exzessiven Walfang erwarten würde.

Gruß,

Myriam

Hallo Ivo.
Sei nicht so pingelig! In diesem Forum wurden wirklichs schon häufig einfach gewisse Themen zur Diskussion gestellt. Warum nicht aus dieses?
Gruß
T

Hallo Tritonus,

Sei nicht so pingelig! In diesem Forum wurden wirklichs schon
häufig einfach gewisse Themen zur Diskussion gestellt. Warum
nicht aus dieses?

weil einem beim Lesen der Verdacht aufkommt, dass der Poster nicht an einem Meinungsaustaustausch sondern an einer Konfrontation interessiert ist. Und außerdem haben Grüßen und Verabschieden den Sinn sich in also nicht außerhalb der Community zu sehen.

viele Grüße
grilla

Hallo, Myriam,
wenn ich mich mal auf die christliche Argumentation einlasse, die ich für mich selbst nicht nachvollziehen will und kann, behauptet Meisner damit nicht nur im Besitz der (einzigen) Wahrheit zu sein, er behauptet nun wohl auch genau zu wissen, was sein (allmächtiger und allwissender) Chef - Gott - damit beabsichtigte, dass er Menschen mit eigenem Willen und der Fähigkeit zur Liebe (auch zur gleichgeschlechtlichen Liebe) schuf.
Stellt er sich damit nicht auf eine Stufe mit seinem Gott? Ich nenne das Hybris!
Gruß Eckard.

Liebe Leute,

natürlich ist Homosexualität im „Schöpfungsakt“ nicht vorgesehen.
Jedenfalls dann nicht, wenn man „Schöpfungsakt“ als Entwicklung der Fortpflanzung versteht. Sprich als Arterhaltung. Dann ist Homosexualität sogar kontraproduktiv = Nicht arterhaltend. Homosexuelle Tiere werden sich nicht fortpflanzen.
Aber: Das gilt für vieles andere auch. Der moderne Mensch ist eben nicht mehr in Gänze der Selektion unterworfen und das ist auch gut so.
Denn da beginnt doch erst Kultur. Und auch Christsein.
Wenn in einer Gemeinschaft Platz ist für alle, wenn nicht mehr schierer Darwinismus regiert und die körperliche Stärke und Überlebensfähigkeit entscheidet.
Von daher ist Homosexualität „Unnatürlich“ - aber wenn man das konsequent auf alle Menschen anwendet dann fallen eine ganze Menge durchs Raster.

Ich bin auch der Meinung, daß um die Schwulen und Lesben zuviel Aufhebens gemacht wird, vor allem von den Medien.
Aber aus einem anderen Grund: Die Tatsache daß die sexuelle Ausrichtung immer noch Skandal- und Getuscheltauglich ist und vor allem für Auflagen und Einschaltquoten sorgt ist der beste Beweis, daß es mit der Gleichberechtigung nicht weit her sein kann.
Das Ziel ist erst dann erreicht wenn´s wirklich keine Sau mehr juckt wer mit wem wie Sex hat. Damit meine ich nicht „hirnloses Rudelpoppen á la Sodom und Gomorrha“, nicht den Zwang zum ach-so-liberal-sein sondern ganz schlicht leben und leben lassen. Mich widert der Extremismus auf beiden Seiten an - der katholische ebenso wie der liberale.
Ob man allerdings diesen natürlichen Umgang durch öffentliche coming-outs oder CSD-Paraden erreicht darf bezweifelt werden. Ersteres steigert Bekanntheitsgrade, zweites stellt ein bißchen in die Ecke „skurril aber ganz nett anzuschauen“.

Just my 2 cents…

Bernd

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,
der gute Bischof hat sicherlich viel Wahres gesagt, aber man muß seiner Interpretation nicht folgen. Dabei möchte ich an Deiner Interpretation ansetzen:

Nun kann man es drehen und wenden, wie man will.
Homosexualität ist eine Spielart der Sexualität, aber daß sie
dazu bestimmt oder auch nur geeignet sei, im Rahmen der
Schöpfungsordnung eine Rolle zu spielen, also für die
Schöpfung neuen Lebens da zu sein - das kann man wirklich
nicht behaupten. Jedenfalls nicht, solange nicht zwei
Homosexuelle gemeinsam ein Kind gezeugt haben.

Zunächst: Gottes Schöpfersein ist eine der zentralen Glaubensaussagen des Christentums. Gott schafft Leben, daher auch die von außen oft als engstirnig empfundene christliche Haltung zu Fragen der Menschenwürde und wann sie beginnt.
Gott hat den Menschen den Auftrag gegeben, fruchtbar zu sein und sich zu mehren, und er hat der Verbindung von Mann und Frau seinen besondere Segen zugesprochen. Einer - gläubigen - Schwangeren wird dies ein Trost sein können angesichts all der Unsicherheiten einer Schwangerschaft und der zukünftigen Verantwortung.
Der Mensch hat also die Aufgabe, neues Leben zu schaffen. Die Frage, der man sich stellen muß, ist also die, ob diejenigen, die nicht willens oder in der Lage sind, Kinder zu zeugen, aus Gottes Segen herausfallen. Hat also Gott, der alle Menschen geschaffen hat, von vornherein Menschen außerhalb seiner Liebe geschaffen, all die, die unfruchtbar sind, die homosexuell sind, die einfach keinen Partner finden? Kinderlosigkeit ist eines der zentralen Themen der Bibel, aber davon, daß die betroffenen Frauen außerhalb des Segen Gottes stünden, habe ich nichts gelesen. (Nebenbei, einer der brühmtesten Kinderlosen der Geschichte ist Jesus von Nazareth:wink: Man hört auch nie was von den Kindern des Petrus, obwohl er verheiratet war). Wenn wir Gottes Segen auf die Zeugung von Menschen reduzieren, wie sieht es dann mit denen aus, die Kinder adoptieren?
Leben schaffen kann auch bedeuten, neues, besseres, glückliches Leben zu schaffen, Verantwortung für andere zu tragen. Jedes homosexuelle Paar, jedes Kinderlose, auch jeder Single (mit oder ohne Kind) kann sich an diesem „SChöpfungsakt“ beteiligen.
Letztlich steht hinter all dem eine grundsätzliche Frage: Hat Gott den Menschen „gut“ geschaffen, oder aber - zumindest teilweise - „schlecht“. Meine Antwort lautet darauf, daß der Mensch von Gott „gut“ geliebt und als solcher geschaffen wird. Allen Menschen hat Gott die Fähigkeit zur Liebe (was auch immer) gegeben, nicht aber die Fähigkeit zur Zeugung. Wenn ich also von Sünder rede, kann ich sie kaum in mangelnder Zeugungsfähigkeit bzw. -willigkeit ausmachen, eher wohl in mangelnder Liebe. Naja, und da stehen wir alle wieder gleich vor unserem Schöpfer…

Grüße,
Taju

Und nun wird die ganze Unsinnigkeit der Meisnerschen Ausführungen hoffentlich jedemann klar.

Der Mensch hat also die Aufgabe, neues Leben zu schaffen. Die
Frage, der man sich stellen muß, ist also die, ob diejenigen,
die nicht willens oder in der Lage sind, Kinder zu zeugen, aus
Gottes Segen herausfallen.

Fällt der Kardinal jetzt raus?

Gruß
datafox

Hi grilla

weil einem beim Lesen der Verdacht aufkommt, dass der Poster
nicht an einem Meinungsaustaustausch sondern an einer
Konfrontation interessiert ist.

Kann man so sehen! Ich habe es eher als provokativen Aufmacher einer Diskussion ( die mich nicht mal sonderlich interessiert ) gesehen.
Ich sehe www nicht nur als reines Wissensforum, sondern finde auch viele Diskussionen, die über Wissen hinausgehen, sehr interessant. Warum nicht hier eine mehr?
Vielleicht erkenn ich die Konfrontation nicht, aber ich habe momentan auch keine richtige Lust, mich damit auseinanderzusetzen.

Und außerdem haben Grüßen und
Verabschieden den Sinn sich in also nicht außerhalb der
Community zu sehen.

Stimme ich dir unbedingt zu, verstehe aber nicht, was das mit mir zu tun hat.
Grüße
T

in den meisten fällen haben heterosexuelle paare keinen sex, um sich fortzupflanzen, sondern um spaß zu haben (oder was auch immer). dagegen sagt die kirche aber lieber nix - weil das die wenigsten christen verstehen könnten und sich vielleicht gegen die kirche auflehnen würden?

entweder fordert man, daß sex nur fortpflanzungszwecken dienen darf, oder man gesteht allen bevölkerungsgruppen zu, sex auch ohne fortpflanzungsabsicht haben zu dürfen.

alles andere ist diskriminierend.

Fällt der Kardinal jetzt raus?

Nach seiner Argumentationsweise sicher. Der Zölibat paßt, wenn man Meisners Argumentation konsequent weiterdenkt, auch nicht in die göttliche Ordnung.

Gruß,

Oliver Walter

*Ironie an*
Hi, infotalk (wieder mal) !

Nachfolgende dokumentiere ich den Absatz aus dem Vortrag
„Europa und seine Lebenswerte“ von Kardinal Joachim Meisner

Woher er die wohl kennt ? Oder geht er davon aus, dass seine eigenen Werte die Werte von ganz Europa sind ? Wieso glaubt der Typ eigentlich, dass er - etwa - für mich sprechen kann ? Übrigens; korrekterweise müsste sein Vortrag „Europa und meine Lebenswerte“ heißen.

bei der Konrad Adenauer-Stiftung und der Hanns Seidel-
Stiftung am 24. Oktober 2003 in Budapest, in dem er auf die
Homosexualität eingeht. Dieser Absatz ist die einzige Stelle,
an dem er über Homosexualität gesprochen hat.

Mach nu mal den Typen nicht wichtiger, als er ist. Du sprichst lediglich von einem Vereinsmitglied, seine Moral gilt also bestenfalls für seinen Verein, für alle anderen ist das, wenns sies so sehn, schnuppe.

Nun kann man es drehen und wenden, wie man will.

Schränk das Drehn und Wenden nicht auf die Arten ein, in denen Du drehst und wendest. Sonst müsst ich noch annehmen, Du willst hier tatsächlich für die katholische Kirche missionieren.

Homosexualität ist eine Spielart der Sexualität, aber daß sie
dazu bestimmt oder auch nur geeignet sei, im Rahmen der
Schöpfungsordnung eine Rolle zu spielen, also für die
Schöpfung neuen Lebens da zu sein - das kann man wirklich
nicht behaupten. Jedenfalls nicht, solange nicht zwei
Homosexuelle gemeinsam ein Kind gezeugt haben.

Zölibat ist auch eine Spielart der Sexualität, indem ich bewusst beschließe, keinen Sex zu haben und damit keinen Nachwuchs in die Welt zu bringen, stell ich mich direkt gegen die Schöpfungsordnung. Aber nen Tipp von mir: Geh zum Bischof nach Rom und schlag ihm vor, den zwangsweisen Zölibat abzuschaffen ! Mal sehn, was der dann meint *gg*.

Wenn man sich über eine Aussage wie die folgende dermaßen
aufregen kann, wie es hier und bei den Homosexuellen-Verbänden
der Fall ist, dann hat das schon Züge von Extremismus an sich,
mindestens.

Dass Du immer gleich alles für aufregen hältst, ist schon sehr belustigend; dass Du alle, die für ihre Rechte eintreten, für Extremisten hälst, erheblich weniger. Aber Du folgst halt auch dem alten Hut vom „Dschi-Dabbelju“, der da meinte: „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich !“. Schon ein bißchen verstaubt, die Ansicht, meinste nicht ?

Dazu gehört eine wesentliche Grundkategorie des
Christentums,

Is cool, dass ein katholischer Bischof immer meint, für die gesamte Christenheit sprechen zu können ! Sag ihm das mal, dass er maximal für seinen Klub spricht und vermutlich noch nicht mal das.

das sich darin eins weiß mit der gesamten
„vormodernen“ Menschheit, nämlich, dass im Sein des Menschen
immer ein Sollen liegt, dass der Mensch nicht selbst aus
Zweckmäßigkeitberechnungen Moral erfindet, sondern er Moral im
Wesen der Dinge vorfindet.

Gut, dass es den Zölibat schon seit ewigen Zeiten gibt, nichwahr ?

Menschliche Vernunft beruht auf der
Fähigkeit, diese Botschaft der Dinge zu vernehmen und danach
sein Handeln auszurichten. Vernunft hat etwas mit „vernehmen“
zu tun. Der Tatsache, dass es den einen Menschen in zwei
Grundausstattungen gibt, nämlich als Mann und Frau, geht eine
Botschaft aus, nämlich, dass der Mann auf die Frau hin
geordnet ist und die Frau auf den Mann, dass sie sich in der
Ehe gegenseitig ergänzen und in der Familie fruchtbar werden,
sodass der Fortbestand der Menschheit damit gesichert ist.

Und die vielen Kinder, die zölibatär Lebende in die Schöpfung mit einbringen ? Schon bemerkenswert *gg* !

_ Homosexualität etwa ist in der Schöpfungsordnung nicht
vorgesehen. Das Gesetz Israels als Glaubensnorm verband den
Kosmos mit der Geschichte und war Ausdruck der Wahrheit des
Menschen wie der Wahrheit der Welt überhaupt._

Welche Wahrheit, die vom Bischof, von der katholischen Kirche, Deine, meine ? Ich erzähl Dir eine Geschichte:

Der Teufel war mit seinem Freund unterwegs, als sich vor den beiden jemand bückte, um ein Stück Wahrheit aufzuheben. Der Freund fragte den Teufel:„Beunruhigt Dich das nicht, dass jemand ein Stück Wahrheit gefunden hat ?“ „Keineswegs“, antwortete der Teufel, „ich werde ihm sogar gestatten, daraus ein Religionsbekenntnis zu machen.“

Und hiermit weist Du jetzt, von wem „Dein“ Bischof die story von der Wahrheit hat *g*.

Damit verband
sich die Überzeugung von den objektiven Werten, die sich im
Sein der Welt aussagen, der Glaube, dass es Haltungen gibt,
die der Botschaft der Schöpfung entsprechend wahr und immer
gut sind und dass es ebenso andere Haltungen gibt, die - weil
dem Dasein widersprechend - falsch und immer schlecht sind.

Das find ich immer schön, wenn - seiens jetzt religiöse oder a-religiöse Ideologien - von objektiven Werten die Rede ist. Schöner kannst die eigene Meinung einfach nicht immunisieren. Wirklich toll gemacht, wenn auch nicht unbedingt neu. Nein, wenn ich ehrlich sein soll; ein unendlich verstaubter Hut, den „Dein“ Bischof da aus seiner Mottenkiste gegraben hat. Der war schon steinalt, als das Christentum noch taufrisch war.

Es verband sich damit die Überzeugung, dass uns der Wille des
Schöpfers darin anruft und dass im Einklang unseres Willens
mit dem Seinen unser eigenes Wesen recht und gut ist.

Wann hat er denn den Schöpfer zuletzt kontaktiert, „Dein“ Bischof ?
Ich hab Jesus zuletzt beim Frühstück gesprochen und er hat mir, zum wiederholten Male - diesmal mit nach oben verdrehten Augen - erklärt, dass seine „sogenannten“ Stellvertreter auf Erden weder seine Ansicht noch die seines Vaters wiedergeben. Und, ebenfalls zum wiederholten Male, hat er mir gesagt: „Nein, nein und nochmals nein. Die Bibel ist nicht von mir, ich hab kein einziges Wort geschrieben.“

Jesus liebt uns nämlich, JA, Dich auch und selbst „Deinen“, die Dinge seltsam verdrehenden Kardinal. Auch wenn der noch so viel Quatsch verzapft.

Uuuuuund *Ironie aus*.

Liebe Grüße
Wolkenstein

Hallo Tritonus,

Stimme ich dir unbedingt zu, verstehe aber nicht, was das mit
mir zu tun hat.

Das hat nichts mit dir zu tun, ui, wirklich nicht! Mir ist aufgefallen, dass der Poster meistens grußlos kommt und geht zusätzlich mit einer Geste statementähnliche Postings abzuladen (kein Hallo = ich sehe Euch nicht, kein Gruß = laßt mich in Ruhe).
Darum fand ich in dem Fall Ivos Nachfrage nachvollziehbar. Andernfalls hätte ich wie du über so ein Posting gestaunt.
Aber vielleicht bin ich mal wieder superpingelig und vielleicht hätte ich mich hier auch gar nicht einmischen sollen. :smile:
Also, nichts für ungut.

viele Grüße
grilla

2 „Gefällt mir“

Hallo datafox

Der Mensch hat also die Aufgabe, neues Leben zu schaffen. Die
Frage, der man sich stellen muß, ist also die, ob diejenigen,
die nicht willens oder in der Lage sind, Kinder zu zeugen, aus
Gottes Segen herausfallen.

Fällt der Kardinal jetzt raus?

ließ das ganze Posting und Du hast die Antwort:wink:
Grüße,
Taju

Gruß
datafox

Hallo,
unten habe ich mich dazu geäußert, hier nun ein treffliches Beispiel,

Fällt der Kardinal jetzt raus?

Nach seiner Argumentationsweise sicher. Der Zölibat paßt, wenn
man Meisners Argumentation konsequent weiterdenkt, auch nicht
in die göttliche Ordnung.

Meisner geht es an dieser Stelle um Sexualität und Hinordnung von Frau und Mann aufeinander. Das er damit prinzipiell fest auf dem Boden der Bibel steht, kann man kaum bestreiten (seine weitergehenden Interpretationen vielleicht, wie ich es getan habe). Seine Argumentation kann also nur dann konsequent geprüft werden, wenn man ihn weiter an der Bibel prüft. Wie kann man denn auf die Idee kommen, aus einem kurzen Zitat gleich jemandes Argumentationsweise weiterdenken zu wollen? Und warum meinen immer alle, daß Menschen, die von einem persönlich als ablehnenswert empfundene Aussagen machen, gleich kreuzdämlich sind?
Also, der gute Bischof wird sich auf Mt. 19,12 berufen, was seit Uta Ranke-Heinemann als „Eunuchen für das Himmelreich“ in die Literaturgeschichte eingegangen ist. Der KOntext ist folgender: Jesus erklärt, daß man sich von seiner Frau (außer bei Ehebruch, textkritisch unsicher) nicht scheiden lassen darf. Daraufhin seine Jünger: Na, dann ist es ja besser, gar nicht zu heiraten. Jesus: „Nicht alle fassen dieses Wort, sondern die, denen es gegeben ist, denn es gibt Verschnittene, die von Mutterleib so geboren sind, und es gibt Verschnittene, diesich selbst verschnitten haben um des Reiches der Himmel willen. Wer es fassen kann, der fasse es.“ Daraus kann man, wenn man will, die Verpflichtung zu Ehe(und Sex-)losigkeit um Gottes willen herauslesen. Außerdem 1.Kor. 7,25-40. Paulus erklärt hier, daß man besser gar nicht heiratet (im Kontext der Naherwartung der Wiederkehr Christi), außer es geht nicht anders, sprich: Wer Sex haben will, soll vorher heiraten.
Bischof Meisner fällt also nicht nur nach meiner, sondern auch nach seiner eigenen Interpretation nicht aus der SChöpfungsordnung (und ich bin völlig verwirrt, weil ich hier einen erzkatholischen Bischof verteidige:wink:
Diese Bibelstellen lehren aber auch den liberalen Christen, daß verantwortungsvoller Umgang mit Sexualität und Partnerschaft ein Gebot Gottes ist. Insofern ist die „Homo-Ehe“ eigentlich gerade von diesem Gedanken her zu begrüßen, denn auch ihr liegt ein lebenslanges Versprechen zugrunde. Andererseits, nur weil man nicht vorm Traualtar oder Standesbeamten gestanden hat, ist die Beendigung einer Beziehung (auch einer nicht-sexuellen) immer Sünde.
Das zeigt, daß nichts so einfach ist, wie es scheint.

Grüße,
Taju

Gruß,

Oliver Walter

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Hallo,

Hallo Taju !

der gute Bischof hat sicherlich viel Wahres gesagt,

Das hat er aber gut versteckt *g*.

aber man muß seiner Interpretation nicht folgen. Dabei möchte ich an
Deiner Interpretation ansetzen:

Nun kann man es drehen und wenden, wie man will.
Homosexualität ist eine Spielart der Sexualität, aber daß sie
dazu bestimmt oder auch nur geeignet sei, im Rahmen der
Schöpfungsordnung eine Rolle zu spielen, also für die
Schöpfung neuen Lebens da zu sein - das kann man wirklich
nicht behaupten. Jedenfalls nicht, solange nicht zwei
Homosexuelle gemeinsam ein Kind gezeugt haben.

Zunächst: Gottes Schöpfersein ist eine der zentralen
Glaubensaussagen des Christentums.

Maximal eine zentrale Glaubensaussage der Buchchristen. Etliche christliche Mystiker gingen immer erheblich weiter: „Er ist die Schöpfung“.

Gott schafft Leben,

Noch mal: „Er ist das Leben“.

daher auch die von außen oft als engstirnig empfundene christliche
Haltung zu Fragen der Menschenwürde und wann sie beginnt.
Gott hat den Menschen den Auftrag gegeben, fruchtbar zu sein
und sich zu mehren, und er hat der Verbindung von Mann und
Frau seinen besondere Segen zugesprochen.

Nein, exakt gesprochen hat das die Bibel getan. Oder hast Du ihn selber gefragt ? Das is ja genau das Problem. Viele Christen sind reine Buchchristen. Die sollen sich alle mal auf den Weg machen und ihn selber fragen. Der Weg der Mystiker ist dazu da, um beschritten zu werden.

Einer - gläubigen -
Schwangeren wird dies ein Trost sein können angesichts all der
Unsicherheiten einer Schwangerschaft und der zukünftigen
Verantwortung.
Der Mensch hat also die Aufgabe, neues Leben zu schaffen.

Und noch einmal: Diese Aufgabe steht in der Bibel. Und es ist unsere Interpretation, dass sie von Gott ist. Nur; wenn Du Dich darum bemühst, dann spricht er auch mit Dir selber. Allerdings meist sehr leise und Du musst schon genau hinhören und den übrigen Lärm der Welt - dazu gehört auch Bischof Meisner - zeitweise zum Verstummen bringen.

Die Frage, der man sich stellen muß, ist also die, ob diejenigen,
die nicht willens oder in der Lage sind, Kinder zu zeugen, aus
Gottes Segen herausfallen. Hat also Gott, der alle Menschen
geschaffen hat, von vornherein Menschen außerhalb seiner Liebe
geschaffen, all die, die unfruchtbar sind, die homosexuell
sind, die einfach keinen Partner finden? Kinderlosigkeit ist
eines der zentralen Themen der Bibel, aber davon, daß die
betroffenen Frauen außerhalb des Segen Gottes stünden, habe
ich nichts gelesen. (Nebenbei, einer der brühmtesten
Kinderlosen der Geschichte ist Jesus von Nazareth:wink: Man hört
auch nie was von den Kindern des Petrus, obwohl er verheiratet
war). Wenn wir Gottes Segen auf die Zeugung von Menschen
reduzieren, wie sieht es dann mit denen aus, die Kinder
adoptieren?
Leben schaffen kann auch bedeuten, neues, besseres,
glückliches Leben zu schaffen, Verantwortung für andere zu
tragen. Jedes homosexuelle Paar, jedes Kinderlose, auch jeder
Single (mit oder ohne Kind) kann sich an diesem
„SChöpfungsakt“ beteiligen.

Hier stimme ich Dir unumschränkt zu.

Letztlich steht hinter all dem eine grundsätzliche Frage: Hat
Gott den Menschen „gut“ geschaffen, oder aber - zumindest
teilweise - „schlecht“. Meine Antwort lautet darauf, daß der
Mensch von Gott „gut“ geliebt und als solcher geschaffen wird.
Allen Menschen hat Gott die Fähigkeit zur Liebe (was auch
immer) gegeben, nicht aber die Fähigkeit zur Zeugung. Wenn ich
also von Sünder rede, kann ich sie kaum in mangelnder
Zeugungsfähigkeit bzw. -willigkeit ausmachen, eher wohl in
mangelnder Liebe. Naja, und da stehen wir alle wieder gleich
vor unserem Schöpfer…

Grüße,
Taju

Liebe Grüße retour
Wolkenstein

Hallo Linda!

entweder fordert man, daß sex nur fortpflanzungszwecken dienen
darf, oder man gesteht allen bevölkerungsgruppen zu, sex auch
ohne fortpflanzungsabsicht haben zu dürfen.

Das tut die katholische Kirche, warum, glaubst Du, ist sie so vehement gegen jede Art der Verhütung?
JedeR Katholik/In, der/die verhütet, ist einE Heuchler/In und sei es nur durch coitus interruptus.

Grüße

Gollum

Fällt der Kardinal jetzt raus?

Hallo Oliver !

Nach seiner Argumentationsweise sicher. Der Zölibat paßt, wenn
man Meisners Argumentation konsequent weiterdenkt, auch nicht
in die göttliche Ordnung.

Dieser Widerspruch is ihm selber vermutlich gar nicht aufgefallen.

Gruß,

Oliver Walter

Grüße zurück
Wolkenstein

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